[0001] Die Erfindung betrifft ein Handetikettiergerät zum Ausgeben und Anbringen von Etiketten,
mit einem an einem Gehäuse schwenkbar gelagerten, eine Transporteinrichtung antreibenden
Handhebel.
[0002] Handetikettiergeräte sind in einer Vielzahl bekannt. Sie dienen unter anderem zur
Preisauszeichnung von Waren, indem sie ein Etikett mit dem Preis und/oder anderen
Angaben ausgeben und an der Ware anbringen. Dabei sind sie häufig noch mit einem ebenfalls
vom Handhebel angetriebenen Druckwerk zum Bedrucken der Etiketten ausgerüstet. Zur
Bedienung weist das Gehäuse des Handetikettiergeräts eine Handgriff auf, in dessen
Nachbarschaft ein schwenkbar gelagerter Handhebel angeordnet ist. Der Handhebel wird
beim Betätigen des Handetikettiergeräts zangenartig in Richtung des Handgriffs geschwenkt
und dadurch die Druckeinrichtung und/oder eine Transporteinrichtung angetrieben. Als
nachteilig hat sich herausgestellt, daß beim Betätigen des Handhebels die Handfläche
am Handhebel hin- und hergleitet. Dies ist bei einer einmaligen oder nur einer gelegentlichen
Betätigung des Handhebels belanglos. In der Regel sind Handetikettiergeräte im ständigen
Einsatz, so daß das Hinund Hergleiten der Handfläche am Handhebel Scheuerstellen und
Hautreizungen bzw. Hautirritationen verursacht.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Handetikettiergerät der eingangs
genannten Art bereitzustellen, das auch über längere Zeit problemlos bedienbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Handhebel aus wenigstens
zwei Bauelementen besteht, wobei das erste Bauelement als am Gehäuse schwenkbar festgelegte
Griffschale ausgebildet ist und in der Griffschale ein Griffteil als zweites Bauelement
beweglich, insbesondere pendelnd gelagert ist.
[0005] Durch die Aufteilung des Handhebels in zwei Bauelemente, d.h. in eine Griffschale
und in ein Griffteil, welches in der Griffschale gelagert ist, wird der Vorteil erzielt,
daß der Handhebel besser der Bewegung der Hand folgen kann. Einerseits folgt die Griffschale
der sich schließenden Hand, d.h. der Schwenkbewegung, andererseits folgt das in der
Griffschale gelagerte Griffteil einer der Schließbewegung der Hand überlagerten und
in Querrichtung zur Achse des Handhebels verlaufenden Schubbewegung. Da nunmehr die
Handfläche permanent am Griffteil anliegt und keine Relativbewegungen zwischen der
Handfläche und dem Handhebel stattfinden, kann das Handetikettiergerät über einen
langen Zeitraum problemlos, d.h. ohne Irritationen der Handfläche, bedient werden.
[0006] Optimale Effekte werden dadurch erzielt, daß die Pendelachse des Griffteils in der
Normalebene der Schwenkachse der Griffschale liegt. Durch diese Anordnung der Pendelachse
kann die Handfläche in Querrichtung zur Schwenkrichtung der Griffschale auf dem Griffteil
abrollen, wobei das Griffteil hierbei eine Pendelbewegung ausführt. Vorzugsweise schneidet
dabei die Pendelachse die Schwenkachse. Bei anderen Ausführungsformen kann die Pendelachse
mit Abstand zur Schwenkachse liegen. Die spezielle Anordnung der Pendelachse bezüglich
der Schwenkachse hängt von der Größe und der Anordnung des Handhebels am Gehäuse und
von der Größe des Handgriffs ab.
[0007] Vorzugsweise ist das Griffteil nach beiden Seiten der Griffschale, insbesondere um
jeweils 180° auslenkbar. Dies hat den Vorteil, daß das Handetikettiergerät sowohl
von Rechtshändern als auch von Linkshändern gleichermaßen gut bedienbar ist und die
Vorteile der Erfindung bei beiden Verwendungsarten vollständig zum Tragen kommen.
Außerdem wird durch den weiten Auslenkwinkel sichergestellt, daß auch bei extremen
Hebelbewegungen keine Schubbewegungen zwischen der Handfläche und dem Griffteil auftreten,
sondern die Handfläche lediglich auf dem Griffteil abrollt.
[0008] Vorzugsweise durchdringt die Pendelachse das Griffteil. Durch diese Maßnahme kann
die Pendelbewegung der Bewegung der Handfläche in der Griffschale optimal angepaßt
werden. Vor allem kann durch die Lage, insbesondere durch den Abstand der Pendelachse
in bezug auf die Anlagefläche der Handfläche am Griffteil der Pendelweg bestimmt werden.
[0009] Zur Stabilisierung der Auslenkbewegung des Griffteils ist das Griffteil vorteilhaft
gegenüber der Griffschale, insbesondere über eine definierte Reibung, gebremst bzw.
dessen Auslenkbewegung gedämpft. Es bedarf also einer gewissen Krafteinwirkung, um
das Griffteil bezüglich der Griffschale zu verlagern. Die erforderliche Kraft kann
dabei so gewählt werden, daß sie zwar durch die Schließbewegung der Hand beim Betätigen
des Handhebels leicht und problemlos aufbringbar ist, jedoch dem Benutzer ein sicherer
Halt des Handetikettiergeräts vermittelt wird.
[0010] Falls erforderlich, kann die Auslenkung des Griffteils über Anschläge begrenzt sein.
[0011] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist das Griffteil als Rolle ausgebildet und
weist insbesondere eine Wellenkontur auf. Die Kontur verläuft dabei so, daß sich die
das Griffteil umschließende Hand optimal an das Griffteil anschmiegen kann. Die konturierte
Ausbildung ist jedoch nicht auf Rollen beschränkt, sondern kann auch beim pendelnden
Griffteil vorgesehen sein.
[0012] Vorzugsweise ist die Rolle drehbar gelagert. Auch bei dieser Ausführungsform kann
die Drehbewegung der Rolle in beiden Richtung gebremst sein.
[0013] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Griffteil in Richtung
der Pendelachse geringfügig axial verschieblich gelagert ist. Durch diese zusätzliche
Bewegungsmöglichkeit des Griffteils, kann der Schließbewegung der Hand noch genauer
gefolgt werden.
[0014] Bevorzugt sind Rückstellmittel vorgesehen, die zum Beispiel als Rückstellfedern ausgebildet
sind und eine Rückstellung des Griffteils in eine Grundstellung in der Griffschale
bewirken. Wird das Handetikettiergerät ergriffen, dann befindet sich das Griffteil
in seiner Grundstellung, aus der es heraus bei der Schließbewegung der Hand verlagert
wird. Wird die Hand geöffnet, dann erfolgt die Rückstellung des Griffteils aufgrund
einer Rückpendelbewegung unterstützt durch die Rückstellmittel.
[0015] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel
im einzelnen dargestellt ist. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines Handetikettiergeräts, teilweise geschnitten;
- Figur 2
- eine vergrößerte Wiedergabe des schwenkbar am Gehäuse des Handetikettiergeräts befestigen
Handhebels, teilweise geschnitten; und
- Figur 3
- einen Schnitt III-III gemäß Figur 2.
[0016] Figur 1 zeigt ein insgesamt mit 1 bezeichnetes Handetikettiergerät, mit dem Etiketten
bedruckt und ausgegeben werden können, so daß sie an einem zu kennzeichnenden Gegenstand
anbringbar sind. Hierfür weist das Handetikettiergerät 1 eine in einem Gehäuse 2 angeordnete
Etiketten-Vorratsrolle 3 auf, von der das Etikett auf einem nicht dargestellten Trägerband
abgezogen und unter einem Druckwerk 4 zu einer Spendkante 5 geführt wird, wo das Etikett
vom Trägerband abgelöst wird. Das Trägerband wird über eine Transporteinrichtung 6
durch das Handetikettiergerät 1 hindurchbewegt, wobei der Antrieb des Druckwerks 4
zum Bedrucken des Etiketts und der Transporteinrichtung 6 über einen Handhebel 7 erfolgt.
Dieser Handhebel 7 liegt einem Handgriff 8 gegenüber und ist in einem Schwenklager
9 schwenkbar am Gehäuse 2 befestigt.
[0017] Die Figur 1 zeigt die Ruhelage des Handhebels 7, in die er, aufgrund der Kraft einer
nicht dargestellten Rückstellfeder, gedrängt wird. Durch Verschwenkung des Handhebels
7 um das Schwenklager 9, d.h. entgegen der Richtung des Uhrzeigersinns, in Richtung
auf den Handgriff 8 werden sowohl das Druckwerk 4 als auch die Transporteinrichtung
6 angetrieben. Die Verschwenkung des Handhebels 7 wird durch eine Greifbewegung einer
das Handetikettiergerät 1 am Handgriff 8 und Handhebel 7 haltenden Hand herbeigeführt.
Dabei liegt der Daumenballen auf der Oberseite 10 des
Handgriffs 8 auf und die Finger greifen in eine Öffnung 11 des Handhebels 7 ein. Die
Finger sind dann von einer ein erstes Bauelement darstellenden Griffschale 12 des
Handhebels 7 übergriffen und die Fingerinnenseiten liegen an einem ein zweites Bauelement
darstellenden Griffteil 13 an.
[0018] In Figur 2 ist der Handhebel 7 vergrößert dargestellt, und es ist deutlich erkennbar,
daß in der Griffschale 12 das Griffteil 13 schwenkbar bzw. pendelnd gelagert ist.
Hierfür weist das Griffteil 13 Lagerzapfen 14 und 15 auf, die an den beiden stirnseitigen
Enden 16 und 17 abstehen und in Lagerbohrungen 18 und 19 der Griffschale 12 eingreifen.
Die beiden Lagerzapfen 14 bilden eine Pendel- bzw. Schwenkachse 20.
[0019] Aus Figur 2 ist außerdem deutlich erkennbar, daß der Schwerpunkt bzw. die Schwerpunktachse
24 des zwischen den beiden Enden 16 und 17 sich befindenden Abschnitts des Griffteils
13 einen Abstand A zur Pendelachse 20 aufweist. Hierdurch wird sichergestellt, daß
der Griffteil 13 in der Nichtgebrauchslage des Handetikettiergeräts 1 stets selbsttätig
in die in der Figur 2 dargestellte Lage, d.h. nach unten verschwenkt. Zur Unterstützung
dieser Rückstellbewegung kann aber auch eine Rückstellfeder (nicht dargestellt) vorgesehen
sein. Außerdem kann eine Reibungsbremse zwischen dem Griffteil 13 und der Griffschale
12 angeordnet sein, so daß das Griffteil 13 erst ab einer bestimmten Kraft in der
Griffschale 12 bewegt werden kann.
[0020] Aus Figur 2 ist ferner erkennbar, daß das Griffteil 13 eine der Innenkontur der Greifhand
angepaßte Außenkontur aufweist, wodurch ein besseres Anschmiegen der Finger an das
Griffteil 13 ermöglicht wird.
[0021] Aus dem in der Figur 3 dargestellten Schnitt ist deutlich erkennbar, daß die Pendelachse
20 oberhalb des zu ergreifenden Teils des Griffteils 13 liegt. Ferner ist erkennbar,
daß die Griffschale 12 mit Anschlägen 21 und 22 versehen ist, die die Pendelbewegung,
die in Figur 3 mit dem Pfeil 23 angedeutet ist, begrenzen. Anstelle des schalenartig
ausgebildeten Griffteils 13 kann die Griffschale 12 auch mit einer Rolle, insbesondere
mit einer Wellenkontur, versehen sein.
[0022] Aus Figur 1 ist deutlich erkennbar, daß die Pendelachse 20 in der von der Zeichnungsebene
gebildeten Normalebene der Schwenkachse des Schwenklagers 9 liegt. Bei der in der
Figur 1 dargestellten Ausführungsform weist die Pendelachse 20 einen geringfügigen
Abstand zur Schwenkachse des Handhebels 7 auf, wobei der Abstand der beiden Achsen
und insbesondere die Lage der Pendelachse die spätere Pendelbewegung des Griffteils
13 beeinflußt.
1. Handetikettiergerät zum Ausgeben und
Anbringen von Etiketten, mit einem an einem Gehäuse (2) schwenkbar gelagerten, eine
Transporteinrichtung (6) antreibenden Handhebel (7),
dadurch gekennzeichnet, daß
der Handhebel (7) aus wenigstens zwei Bauelementen besteht, wobei das erste Bauelement
als am Gehäuse (2) schwenkbar festgelegte Griffschale (12) ausgebildet ist und in
der Griffschale (12) ein Griffteil (13) als zweites Bauelement beweglich, insbesondere
pendelnd, gelagert ist.
2. Handetikettiergerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Pendelachse (20) des Griffteils (13) in der Normalebene der Schwenkachse der Griffschale
(12) liegt.
3. Handetikettiergerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Pendelachse (20) und die Schwenkachse der Griffschale (12) schneiden.
4. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Griffteil (13) nach beiden Seiten der Griffschale (12), insbesondere um jeweils
180°, auslenkbar ist.
5. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Pendelachse (20) das Griffteil (13) durchdringt.
6. Handetikettiergerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Pendelachse (20) des Griffteils (13) einen Abstand (A) von der Schwerpunktachse
(24) des zu ergreifenden Bereichs aufweist.
7. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Griffteil (13) gegenüber der Griffschale (12) insbesondere über eine definierte
Reibung gebremst bzw. gedämpft ist.
8. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Auslenkung des Griffteils (13) über Anschläge (21 und 22) begrenzt ist.
9. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Griffteil (13) als Rolle, insbesondere mit einer Wellenkontur ausgebildet ist.
10. Handetikettiergerät nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Rolle drehbar gelagert ist.
11. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Griffteil (13) in Richtung der Pendelachse (20) geringfügig axial verschieblich
gelagert ist.
12. Handetikettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
Rückstellmittel, z.B. Rückstellfedern, für eine definierte Grundstellung des Griffteils
(13) in der Griffschale (12) vorgesehen sind.