[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vergleichmäßigung von textilen Faserbändern
an Textilmaschinen in der Textilvorbereitung.
Die Vergleichmäßigung eines textilen Faserbandes wird durch Messung der Banddicke
und entsprechenden Veränderungen der Antriebsdrehzahlen in der Hauptverzugszone erreicht.
Dazu sind bereits verschiedene Verfahren und Vorrichtungen bekannt.
Das am längsten bekannte Verfahren besteht darin, die einem Streckfeld zugeführte
Bandmasse durch Abtastung mittels Pressung zu erfassen und daraus eine Veränderung
der Zuführgeschwindigkeit abzuleiten. Die aus Bandmasseungleichmäßigkeiten hervorgehende
Dickenschwankung wird als Stellgröße weitergeleitet.
Der Abstand zwischen Meß- und Wirkstelle wird mittels Verzögerungsglied überbrückt.
Nachteilig bei desem Verfahren ist, daß nur die Erfassung und Beeinflussung von Dickeschwankungen
gegenüber einer fest vorgegebenen Anfangsgrundstellung gesichert wird. Eine Abdrift
der abgelieferten Bandmasse wird weder erfaßt noch kann sie beeinflußt werden.
Da das Verfahren an eine mechanische Vorrichtung gebunden ist, wirkt die Trägheit
der Einzelelemente. Dies ist insbesondere bei großen Bandgeschwindigkeiten störend.
[0002] Aus der DE 3622584 A1 ist zur Faserbandvergleichmäßigung ein Verfahren unter Anwendung
eines elektronischen Regelkreises bekannt. Dabei wird die einlaufende Gesamtbandtmasse
von einem Meßglied erfaßt und sofort in ein elektronisches Signal gewandelt.
Das Verfahren beruht auf einer Antriebsaufteilung in einen Steuermotor und einen Hauptmotor.
Dabei hat der Hauptmotor die übergeordnete Funktion mittels Drehzahlgeber die Grunddrehzahl
der Maschine vorzugeben. Der eingangsseitige Motor wird mit einer Sollgröße beaufschlagt
und in einem Rechner wird in zeitlicher Abhängigkeit eine Stellgröße aus einer ablieferseitigen
Kontrollmessung ermittelt. Dadurch kann die Korrektur des Verzuges errechnet werden.
Nachteilig dabei ist, daß durch einen Taktgeber eine ständige Umschaltung der gesamten
Steuerung zwischen Sollwertvorgabe und Stellwertänderung herbeigeführt wird, es entsteht
eine Unterordnung der beiden Signale. Die Stellgröße kann nur vorrangig erzeugt werden
und steht nicht permanent zur Verfügung. Die Umschaltungen sind abhängig von der Liefergeschwindigkeit
und beeinträchtigen so die beeinflußbare Korrekturlänge der Bandungleichmäßigkeiten
im kurzwelligen Bereich negativ.
Alle bekannten Verfahren und Vorrichtungen zur Vergleichmäßigung eines Faserbandes
besitzen die Nachteile der Trägheit und des Verschleißes mechanischer übertragungselemente.
Elektronische Regelkreise haben den entscheidenden Nachteil, daß nach dem Streckfeld
gemessene Abweichungen als Stellsignal für das zugeführte Faserband verwendet werden
und somit eine Diskrepanz zwischen Meß- und Wirkstelle entsteht.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, die Vergleichmäßigung von textilen Faserbändern in
einem Streckwerk so durchzuführen, daß die gemessenen Bandungleichmäßigkeiten sofort
und exakt ausgeglichen werden, daß keine Teilstücke von Faserband das Streckwerk unausgeglichen
passieren und ohne in einer nachgeordneten Meßeinrichtung das Ergebnis kontrollieren
zu müssen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Eingangsbandmasse unabhängig
von der Bandgeschwindigkeit und der Größe des Meßwertes mittels Absolutwertgeber in
frei wählbaren Schritten gemessen wird, daß jedem Meßwert seine absolute Lage als
Reaktionspunkt zugeordnet wird, daß diese beiden Werte als gemeinsames Wertepaar in
einem Speicher abgelegt werden, daß der Istwert der Eingangsbandmasse bei Erreichen
des zugeordneten Reaktionspunktes abgerufen wird und über einen Frequenzsteller als
Drehzahlsollwert an den Motor ausgegeben wird. Die absolute Lage der Bandungleichmäßigkeit
ist durch die gleiche Bandgeschwindigkeit am Meßort und im Streckfeld klar definiert.
Der Prozessor erkennt den Istwert der Eingangsbandmasse am Wert seiner zugeordnete
absoluten Lage und bringt den Sollwert zur Ausgabe an den Motor und das Terminal,
wobei dieser Sollwert der momentan erforderlichen Drehzahl der der Handungleichmäßigkeit
zugeordneten Verzugsänderung entspricht.
Wahlweise besteht die Möglichkeit, aus einer frei wählbaren Anzahl von Meßwerten einen
Durchschnitt zu bilden und diesen Durchschnittswert gekoppelt mit dem Wert einer absoluten
Lage als Reaktionspunkt im Speicher abzulegen.
Die Motordrehzahl des Bandzuführantriebes ändert sich, unabhängig von der absoluten
Größe der Meßschritte immer dann, wenn der Meßpunkt bzw. der Anfang des jeweiligen
Maßabschnittes den Reaktionspunkt erreicht.
[0004] Die Lage des Reaktionspunktes und damit die zurückzulegende Wegstrecke vom Meßort
bis zum Reaktionspunkt wird für verschiedene Faserbänder entsprechend der am Terminal
eingegebenen mittleren Faserlänge vom Prozessor automatisch festgelegt. Zur Ermittlung
der absoluten durchschnittlichen Bandmasse am Eingang wird zu Beginn der Verarbeitung
eines neues Faserbandtypes ein in seiner Länge frei wählbares Probeband gefahren,
von welchem extern die durchschnittlich erreichte Bandmasse am Ausgang ermittelt und
über das Terminal in den Prozessor eingegeben wird und dieser selbstätig den Grundverzug
dahingehend korrigiert, daß die geforderte Ablagebandmasse eingehalten wird.
[0005] Zur Verdeutlichung des Anliegens vorliegender Erfindung sollen die Besonderheiten
anhand eines Ausführungsbeispieles mit zugehörigen Zeichnungen näher beschrieben werden.
[0006] Es zeigen
- Fig. 1
- Verfahrensschema - Bandmassesteuerung
- Fig. 2
- Schema der Werterfassung, Lagezuordnung und Auswertung
An einer Strecke befindet sich, wie in Fig. 1 dargestellt, auf der Bandzuführseite
ein Antriebsmotor M1, der ein mitlaufendes Meßwalzenpaar 1, eine Meßvorrichtung 4
sowie den Zuführbereich 2 antreibt. Ein weiterer Motor M 2 treibt die Streckwerkswalzen
3 nach der Verzugszone an. Am Meßwalzenpaar 1 ist ein Geber 4, vorzugsweise ein Absolutwertgeber,
zur Meßwerterfassung des Istwertes der Eingangsbandnasse IW/EM angeordnet.
[0007] Wie in Fig 2 dargestellt, wird der gemessene Istwert IW/EW in den Speicher S eingegeben
und mit dem Wert der absoluten Lage SW/R des Reaktionspunktes R gekoppelt, welcher
sich aus dem zurückzulegendem Weg lR ergibt.
Die Istwerterfassung IW/EM kann in beliebigen Abständen x erfolgen.
Der Prozessor P kontrolliert ständig die den Istwerten IW/EM zugeordneten Reaktionspunkte
SW/R durch Vergleich mit dem Istwert IW/R, ob ein Wertepaar IW/EM//SW/R den Reaktionspunkt
R erreicht hat. Ist dies der Fall (

), wird entsprechend der gemessenen Abweichung der Banddicke von der durchschnittlichen
Banddicke der Sollwert SW/D über den Frequenzsteller fN an den Motor M 1 und der Wert
SW/AT an das Ausgabeterminal AT ausgegeben.
Damit wird die Drehzahl des Eingangsmotors M1 so verändert, daß die momentane Ungleichmäßigkeit
des Bandes in der Verzugszone ausgeglichen wird.
Durch die absolute Zeitunabhängigkeit der Bandmassesteuerung, ihre Wirkung wird nur
durch den zurückgelegten Weg der Achse des Eingangsmotors M1 bestimmt, kann die Zeit
tR zwischen Messen des Istwertes IW/EM am Meßort MO und der Ausgabe des Sollwertes
SW/D stets unterschiedlich sein.
Das Einschreiben von Istwert Meßpaaren IW/EM mit der zugehörigen Lage des Reaktionspunktes
SW/R und die Ausgabe von Sollwerten SW/D sind zwei unterschiedliche Vorgänge, die
nicht zwangsweise miteinander gekoppelt sind, sondern lediglich den gleichen Speicher
S benutzen. Das Einschreiben von neuen Wertpaaren IW/EM/SW/R in den Speicher bewirkt
nicht automatisch die Ausgabe eines Sollwertes SW/D.
[0008] Zur Durchführung des Verfahrens werden über das Eingabeterminal ET
- die Eingangsbandmasse EM
- die Dublierung D
- die Ausgabebandmasse AM
- die Istwertbandmasse des Probebandes IM/P
in den Speicher eingegeben.
Die Istwertbandmasse wird durch den Lauf eines in seiner Länge frei wählbaren Probebandes
ermittelt und ist Voraussetzung, daß bei jedem beliebigen Faserband der Prozeß der
Steuerung auf einem Grundverzug geeicht wird.
[0009] Besondere Vorteile dieses Verfahrens sind:
- Es ist kein Regelkreis mit einer der Verzugszone nachgeordneten Meßeinrichtung erforderlich.
- Es werden alle Ungleichmäßigkeiten im Band präzise bearbeitet, es bleiben keine Teilstücke
zwischen Meßort und Kontrollort unbeeinflußt.
- Es ist keine Grenze für die Bemessung des Steuerbereiches im Plus- und Minusbereich
gegeben.
- Die Lage des Reaktionspunktes ist nicht zwangsweise vorgegeben, diese kann den Verarbeitungsbedingungen
angepaßt werden.
- Die Maschinengeschwindigkeit hat keinen Einfluß auf das Arbeitsregime, so daß Anfahr-
und Abtourvorgänge der Maschine gleichermaßen exakt behandelt werden.
- Es ist keine externe Verzugsberechnung erforderlich, dies erfolgt intern im Prozessor.
Am Terminal werden nur textiltechnisch relevante praktische Daten des Spinnplanes
eingegeben.
1. Verfahren zur Vergleichmäßigung von textilen Faserbändern in einem Streckfeld bei
dem die Bandzuführung und Bandabführung separat angetrieben werden dadurch gekennzeichnet,
daß die Eingangsbandmasse (EM) mittels Absolutwertgeber (4), unabhängig von der Bandgeschwindigkeit
und der Größe des Meßwertes, in frei wählbaren Schritten (x) gemessen wird, daß jedem
Meßwert (IW/EM) eine absolute Lage als Reaktionspunkt (SW/R) zugeordnet wird, diese
beiden Werte (IW/EM//SW/R) gemeinsam in einem Speicher (S) abgelegt werden, der Istwert
(IW/EM) an einem in seiner Lage frei wählbaren definierten Punkt (R) abgerufen wird
und über einen Frequenzsteller (fN) an den Motor (M1) vorgegeben, als Drehzahlsollwert
(SW/D) dient.
2. Verfahren nach 1 dadurch gekennzeichnet, daß aus einer frei wählbaren Anzahl von Meßwerten
(IW/EM) ein Durchschnitt gebildet wird und dieser Wert als Meßwert (IW/EM) mit zugehörigen
Reaktionspunkt (SW/R) im Speicher abgelegt wird.
3. Verfahren nach 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß der Prozessor (P) den Istwert
(IW/EM) bei Erreichen der zugeordneten Lage am Reaktionspunkt (SW/R) erkennt und den
Sollwert (SW/D) zur Ausgabe an den Motor bringt.
4. Verfahren nach 3 dadurch gekennzeichnet, daß der an den Motor (M1) ausgegebene Sollwert
(SW/D) der momentan erforderlichen Drehzahl der der Bandungleichmäßigkeit zugeordneten
Verzugsänderung entspricht.
5. Verfahren nach 1, 3 und 4 dadurch gekennzeichnet, daß die Motordrehzahl des Bandzuführantriebes
(M1) unabhängig von der absoluten Größe der Meßschritte (x) immer dann geändert wird,
wenn der Meßpunkt den Reaktionspunkt (R) erreicht.
6. Verfahren nach 2-4 dadurch gekennzeichnet, daß die Motordrehzahl des Bandzuführantriebes
(M1) unabhängig von der absoluten Größe der Meßschritte (x) immer dann geändert wird,
wenn der Anfang des jeweiligen Meßabschnittes den Reaktionspunkt (R) erreicht.