[0001] Die Erfindung betrifft Beschläge für parallelabstellbare, kippbare und - nach Parallelabstellen
- verschiebbare Flügel. Ihr besonderes Augenmerk richtet die Erfindung dabei auf die
Gestaltung einer Führungs- oder Funktionsplatte, die einen Steuer- oder Führungsschlitz
aufweist, in welchem ein Führungszapfen verschieblich gehalten ist.
[0002] Ein solcher Beschlag wird auch mit der DE 32 34 677 C2 vorgeschlagen. Auch dort ist
ein Beschlag erläutert, der mittels Ausstellarmen einen horizontalverschiebbaren Flügel
parallelabstellen kann, was mit unteren Ausstellarmen bewirkt wird. An den unteren
Ausstellarmen ist ein Riegelglied vorgesehen, das in einem Verschiebeschlitz mit Schlitzarmen
gleitet. Der Verschiebeschlitz besteht aus einem längsgerichteten Schlitzarm und einem
in einem Winkel von etwa 60° demgegenüber orientierten Rastaufnahme-Arm, in den das
Riegelglied in der parallelabgestellten Stellung des Flügels eingreift. Das Riegelglied
ist als Rund-Bolzen ausgebildet und entlang des gesamten Steuerschlitzes in diesem
verschieblich. Der beschriebene Beschlag weist eine erhebliche Bautiefe auf, so daß
im geschlossenen Zustand des parallelabstellbaren Flügels der Laufwagen spürbar aus
der Flügelebene hervorsteht (vgl. dort den querverlaufenden Schnitt von Fig. 2). Die
Reduzierung dieser Bauhöhe hat sich die Erfindung zur Aufgabe gemacht.
[0003] Sie löst diese Aufgabe mit der im folgenden erläuterten technischen Lehre, deren
wesentliche Merkmale der Anspruch 1 zeigt. Dabei geht die Erfindung davon aus, daß
es zum Erreichen einer reduzierten Bauhöhe erforderlich ist, die Rotationssymmetrie
des an sich symmetrischen und gut funktionsfähigen Führungszapfens im StdT zu verlassen.
Sie schlägt dazu vor, diesen Führungszapfen nicht mehr rotationssymmetrisch auszubilden,
sondern unrund, beispielsweise nur noch achsensymmetrisch. In spezieller Gestaltung
kann der Führungszapfen zwei Flachseiten aufweisen und an den verbleibenden Seiten
leicht konvexe Außenwölbung zeigen (Anspruch 2). Dieser achsensymmetrische Führungszapfen
erreicht es maßgeblich, daß die Breite der Führungsplatte reduziert werden kann, denn
der in dieser Führungsplatte vorzusehende Steuerschlitz kann nunmehr entsprechend
der schmäleren Gestalt des Führungszapfens schmäler gestaltet werden. Nachdem sich
der erwähnte Führungszapfen bei einer Parallelabstellung des erwähnten Flügels - bei
einer Ausstellbewegung von Ausstellarm und Steuerarm des Beschlages - nicht nur im
Steuerschlitz längsverschiebt, sondern sich dabei auch geringfügig dreht, ist eine
besondere Gestalt des Steuerschlitzes vorgesehen. Das Ende des Steuerschlitzes, an
den der Führungszapfen gelangt, wenn der Flügel parallelabgestellt ist, ist dazu abgeschrägt;
er weist dort eine Überleitschräge auf, die gegenüber einer Fixierausnehmung angeordnet
ist (Anspruch 1). Diese Überleitschräge ermöglicht die gewünschte Bahnführung des
nicht mehr rotationssymmetrischen Führungszapfens entsprehend der Ausstellbewegung
von Steuerarm und Ausstellarm. Mit dieser Schräge wird der Führungszapfen also bei
seiner Längs-/Drehbewegung in dem Steuerschlitz so geführt, daß er in die Fixierausnehmung
hineingleitet, und dort mit einem Nasenvorsprung fixierbar ist. Die Fixierausnehmung
weist dabei eine Abmessung auf, die es dem Führungszapfen erlaubt, mit seinen konvexen
Wölbungen - denjenigen Seiten, die keine Flachseiten sind - in dem vorderseitigen
Ende des Führungsschlitzes fixiert zu werden. Dabei gleitet der Führungszapfen entlang
der Überleitschräge und über den Nasenvorsprung in die Fixierausnehmung (Anspruch
3). Die Fixierausnehmung kann eine Tiefe aufweisen, die es dem Führungszapfen erlaubt,
seine gesamte Querausdehnung - von Flachseite zu Flachseite - in die Fixierausnehmung
einzubringen. Damit wird der Führungszapfen in der parallelabgestellten Flügelstellung
am vorderseitigen Ende (4a) des Führungsschlitzes fixiert oder festgehalten, so daß
der Flügel in der Offenstellung mit dem Laufwagen bequem verschiebbar ist.
[0004] Überraschenderweise hat sich dabei ergeben, daß die Kombination aus nicht mehr rotationssymmetrischem
(nicht mehr rundem) Führungszapfen und der langgestreckte Führungsschlitz mit Überleitschräge
eine Erhöhung der Betriebssicherheit der erwähnten parallelabstellbaren Flügel ergibt.
[0005] Eine konkretere Gestaltung dieses betriebssichereren Beschlages mit seiner reduzierten
Bautiefe ergibt sich dann, wenn der Abstand der Flachseiten des Führungszapfens und
die gegenseitige Ausrichtung und Beabstandung von Überleitschräge und Nasenvorsprung
aufeinander abgestimmt werden (Anspruch 4), und zwar so, daß die Mittelebene des Führungszapfens
den Nasenvorsprung bereits überschritten hat, wenn der Führungszapfen die Überleitschräge
- in Richtung zur Fixierausnehmung - verläßt oder (gerade) verlassen hat. Die Mittelebene
des Führungszapfens ist diejenige Ebene, die mittig zwischen seinen beiden Flachseiten
(fiktiv) angeordnet ist. In ihr liegt auch die Zapfen-Längsachse. Quer zu ihr - also
senkrecht zu den Flachseiten - ist die Zapfen-Querachse orientiert, um die es bei
der Tiefe der Fixierausnehmung ging (Anspruch 3), namentlich darum, daß in Zapfen-Querrichtung
die Fixierausnehmung gerade so tief ist, daß der gesamte Führungszapfen in ihr Platz
findet.
[0006] Am entgegengesetzten Ende des Steuerschlitzes - dort, wo der Führungszapfen dann
zu liegen kommt, wenn der Ausstellarm und Steuerarm des Beschlages eingeschwenkt sind
und der Flügel sich in der geschlossenen Stellung befindet - hat der Führungsschlitz
eine Breite, die der Ausdehnung des Führungszapfens in Zapfen-Querrichtung entspricht
oder geringfügig größer ist. Ausgehend vom vorderseitigen Ende, an welchem die Fixierausnehmung
und ihr gegenüber die Überleitschräge liegen, verjüngt sich also der Führungsschlitz
bis auf eine Breite, die sich an den Quer-Abmessungen des Führungszapfens orientieren.
[0007] Wenn im Rahmen dieser Erfindung also von Führungszapfen gesprochen wird, so meint
die Erfindung damit keine Rund-Führungszapfen oder rotationssymmetrische Bolzen; vielmehr
ist es Philosophie der Erfindung, gerade diesen Führungszapfen eine nicht mehr rotationssymmetrische
Gestalt zu geben, beispielsweise die gewählte achsensymmetrische Gestalt (symmetrisch
bezüglich der erwähnten Zapfen-Längsachse und Zapfen-Querachse). Nur mit dieser Gestalt
des Führungszapfens - verschiedene Abmessungen in den beiden erwähnten Symmetrieachsen
- läßt sich der erfindungsgemäße Erfolg erreichen, daß der Beschlag zum Innenraum
hin so wenig wie möglich vorsteht (reduzierte Bautiefe). Dies ist außerdem ästhetisch
besonders ansprechend, da moderne Fenster und Flügel nur noch wenig Bauelemente zeigen
sollen, die unverdeckt an den Tragholmen der Fensterwände angebracht werden. Kann
man es aber nicht vermeiden, daß unverdeckt angeordnete Laufwägen zugegen sein müssen,
so schafft zumindest die reduzierte Bauhöhe eine erhebliche ästhetische Verbesserung,
da ein nur wenig hervorstehender Laufwagen aufgrund der schmäleren Führungsplatte
optisch weniger hervorsticht als eine deutlich abstehende Laufwagen-Konstruktion,
wie sie der erwähnten DE 32 34 677 C2 zu entnehmen ist.
[0008] Hand in Hand mit der erfindungsgemäßen Reduzierung der Bauhöhe geht auch die Betriebssicherheit,
denn die Tragfähigkeit des weniger abstehenden Ausstellarmes kann erhöht werden. Der
Tragzapfen, der am innenseitigen Ende des Ausstellarmes den parallelabstellbaren Schiebeflügel
trägt, gelangt so dicht wie möglich an den Flügelrahmen bzw. den Fensterflügelschwerpunkt.
[0009] Zu der bauhöhenreduzierten, betriebssichereren und ästhetisch ansprechenderen Gestaltung
des Beschlages für parallelabstellbare Flügel (Ansprüche 1 bis 5) kann eine Ergänzung
vorgesehen werden, die in einer Druckfeder besteht, die am Ausstellarm angeordnet
wird (Anspruch 6). Sie wirkt mit einem rückseitigen Anschlag des Steuerarmes zusammen,
an dem auch der erläuterte Führungszapfen angeordnet ist; dieser rückseitige Anschlag
schlägt in der Flügel-Parallelabstellung an die Druckfeder elastisch an, wenn der
Führungszapfen in die Fixierausnehmung gelangt (Anspruch 6); das ist die Offenstellung
des Flügels, in der er mit dem Laufwagen parallelverschiebbar ist. In dieser Offenstellung
verbleibt der Flügel, da die Feder den Steuerarm in der Fixier- oder Einraststellung
hält. Die Feder unterstützt auch diese Einrastbewegung. Der unrunde Führungszapfen
2 kann danach nur gegen den Widerstand der Feder aus der Fixierausnehmung (Einrastung)
herausgleiten bzw. ausrasten. Die Feder kann auswechselbar in dem Ausstellarm gelagert
sein (Anspruch 7), womit es möglich wird, sie bei Bruch leicht auszutauschen.
[0010] Zwar zeigt die erwähnte Patentschrift (DE 32 34 677 C2) auch schon eine Spreizfeder,
die zwischen Steuerarm und Ausstellarm angeordnet ist und den Steuerarm in Richtung
seiner Einrastbewegung in den rastaufnehmenden Schlitzarm vorspannt. Diese Spreizfeder
steht allerdings ständig unter Spannung, so daß sie einer erhöhten Bruchgefahr ausgesetzt
ist. Nicht so die erfindungsgemäße Druckfeder, die mit dem rückseitigen Anschlag des
Steuerarmes zusammenwirkt, wobei sie selbst in dem Ausstellarm gelagert ist. Sie wird
nur dann stärker belastet, wenn der parallelabgestellte Flügel in seine Offenstellung
gelangt, in allen anderen Betriebsstellungen des Flügels ist sie entlastet bzw. in
der Offenstellung selbst nur leicht belastet.
[0011] Das Verständnis der Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
vertieft und erweitert.
[0012] Figur 1 ist eine Aufsicht auf einen Laufwagen, mit einer Führungsplatte 5, die einen Steuerschlitz
4 (rechtsseitig) aufweist. Strichliniert sind Rollen dargestellt. Gelenkig an dem
Laufwagen ist ein Ausstellarm 10 und gelenkig an diesem ein Steuerarm 6 dargestellt.
[0013] Figur 2 vertieft einen Detailaspekt der Figur 1, indem der achsensymmetrische unrunde Führungszapfen
2 zwischen Überleitschräge 1 und Rastkante 3a (Fixiernase) in seinem Bewegungsablauf
vom langgestreckten Teil des Steuerschlitzes 4 in die Fixierausnehmung 3 dargestellt
ist.
[0014] Figur 3 zeigt einen Schnitt quer zur Flügel-Ebene, bei dem der Laufwagen 101 am unteren Holm
des Flügelrahmens erkennbar ist. Dargestellt ist dabei auch die geschlossene und die
offene Flügelstellung, bei welcher der Führungszapfen 2 in der Fixierausnehmung 3
(vgl. Fig. 1) fixiert oder eingerastet ist. Erkennbar ist die reduzierte Bauhöhe anhand
des Abstandes L zwischen Vertikal-Mittelachse des Flügels 100 in Schließstellung und
der Mittelachse des Tragzapfens 7, der den Flügel 100 mit dem Ausstellarm 10 drehbar
verbindet.
[0015] Figur 4 erläutert vertiefend diese Ausstell-Position mit einer Aufsicht auf den abgestellten
Flügel mit Laufwagen. Auch hier ist der Tragzapfen 7 zu erkennen, sowie der eingerastete
Führungszapfen 2 in der Fixierausnehmung 3 der Führungsplatte 5.
Figur 4a und
4b erläutern das Anschlagen eines rückwärtigen Endes 9 des Steuerarmes 6 an einer Feder
8, die im Ausstellarm 10 entnehmbar gelagert ist. Dieser federnde Endanschlag hält
den Steuerarm in seiner Einraststellung, womit der Flügel in der Parallelabstell-Endlage
fixiert bleibt.
[0016] Figur 5 vertieft diesen Aspekt, indem eine Winkellage von Steuerarm 6 und Ausstellarm 10
gezeigt wird, die kurz vor Erreichen dieser Parallelabstell-Endlage vorliegt.
[0017] Figur 1 zeigt eine Aufsicht auf einen Laufwagen 101, mit dem ein parallelabstellbarer Flügel
100 (vgl. Fig. 3 oder Fig. 4) parallelverfahrbar ist. Auf dem Laufwagen 101 ist rechtsseitig
eine Führungsplatte 5 vorgesehen, die einen langgestreckten Steuerschlitz 4 mit vorderseitigem
Ende 4a und rückseitigem Ende 4b aufweist. In dem Führungsschlitz 4 ist ein Führungszapfen
2 verschieblich gelagert, der zwei Flachseiten 2a,2b aufweist (vgl. Fig. 2). Die beiden
Flachseiten des Führungszapfens 2 werden verbunden über 2 konvexe, nach außen gerichtete
Wölbungen 2c,2d. Im Abstand von dem vorderseitigen Ende 4a des Steuerschlitzes 4 ist
ein Ausstellarm 10 an dem Laufwagen 101 angelenkt. An dem Ausstellarm 10 - beabstandet
von dem vorgenannten Gelenk - ist ein Steuerarm 6 angelenkt, der an seinem - dem letzteren
Gelenk gegenüberliegenden - Ende den erwähnten Führungszapfen 2 trägt.
[0018] Eine Parallelabstell-Bewegung des Flügels 100 führt nun zu einem Ausschwenken der
Schere aus Ausstellarm 10 und Steuerarm 6, wobei der Führungszapfen 2 aus dem hinteren
Ende 4b des Steuerschlitzes herausgleitet und in Richtung zum vorderseitigen Ende
4a verschoben wird. Kurz vor Erreichen des vorderseitigen Endes wird er von einer
Überleitschräge 1 abgelenkt und erhält eine Bewegungsbahn 21, die ihn in die Fixierausnehmung
3 zwingt, die hinter einer Rastkante 3a angeordnet ist. Der Steuerschlitz verbreitert
sich somit von seinem hinteren Ende 4b zu der vorseitigen Fixierausnehmung 3 am Vorderende
4a. In dieser Fixierausnehmung 3 - zwischen dem Vorderende 4a und der Rastkante 3a
(Fixiernase) - findet der Führungszapfen 2 einen sicheren Halt; der parallelabgestellte
Flügel 100 kann nun mit dem Wagen 101 - ohne Gefahr des Zurückklappens -parallelverfahren
werden.
[0019] Figur 2 zeigt den Führungszapfen 2 mit seinen beiden Flachseiten 2a, 2b. Die gewölbten Seiten
2c,2d können Halbrund-Form aufweisen. Sie können auch eine reduzierte schwächere Wölbung
haben. Der Führungszapfen mit den beiden Flachseiten kann geformt sein aus einem Bolzen,
der beidseitig durch Preßkraft verformt wurde. Für die Ausrichtung und Anordnung der
Überleitschräge 1 und der Rastkante oder Rastnase 3a sind die Abmessungen des Führungszapfens
2 von Bedeutung. Die betriebssicherste Lösung ergibt sich, wenn die Mittelachse 2L
(zwischen den beiden Flachseiten 2a,2b) gerade die Rastkante 3a - bzw. die Rastnasen-Achse
3b - überschritten hat, wenn die vorderseitig gewölbte Seite 2c des Führungszapfens
2 die Überleitschräge 1 verläßt. Dann befindet sich der Führungszapfen 2 im sicheren
Einzugsbereich der Fixierausnehmung 3, in die er gelangen soll, ohne in den langgestreckten
Teil des Steuerschlitzes 4 zurückzufallen.
[0020] Die Bahn, die der unrunde Führungszapfen 2 nimmt, wird von der Schräge 1 sowie seiner
leichten Drehbewegung beim Ausstellen des Steuerarmes 6 bestimmt. Sie ist strichliniert
mit dem Pfeil 21 eingezeichnet. Da sowohl die Rastnase 3a als auch die über sie hinweggleitende
Randfläche 2d des Führungszapfens zueinander gewölbt sind, unterstützt dies die Einrastfunktion
des Führungszapfens 2 in der Fixierausnehmung 3. Die ebenfalls nach außen gewölbte
Fläche 2c - gegenüber der soeben erwähnten Fläche 2d - erlaubt ein sanftes und leichtgängiges
Gleiten des unrunden Führungszapfens 2 entlang der Überleitschräge 1.
[0021] Figur 3 vertieft die bauliche Gestaltung der Figuren 1 und 4, indem sie einen Schnitt B-B
zeigt, quer zum Steuerschlitz 4 in der Führungsplatte 5. Dabei ist der Flügel einmal
in geschlossener Stellung - am Blendrahmen - und parallel dazu in geöffneter, parallelabgestellter
Offenstellung gezeigt. Der Steuerarm 10 ist angedeutet. Auch hervorgehoben ist der
Tragzapfen 7, mit welchem der Schiebeflügel auf dem Steuerarm 10 schwenkbar angeordnet
ist. Der eingezeichnete Abstand L zwischen Mittelachse des Führungszapfens 7 und Schwerpunktslinie
des Fensterflügels ist aufgrund der schmalen Steuerplatte 5 deutlich verkürzt gegenüber
herkömmlichen Beschlägen dieser Art. Die Reduzierung der Breite der Platte 5 wird
möglich durch die unrunde Gestaltung des Führungszapfens 2. Begrenzt wird die Reduktion
der Breite der Führungsplatte 5 dadurch, daß der Führungszapfen 2 nicht beliebig in
seiner Zapfen-Querrichtung 2a verschmälert werden kann. Er muß ein Mindestmaß an Kräften
aufnehmen, was seine Abmessungen bestimmt. Damit kann die Platte - abhängig vom Gewicht
des parallelabstellbaren Fensterflügels - so schmal wie möglich gehalten sein, damit
der Tragzapfen 7 des Ausstellarmes 10 möglichst dicht am Flügelrahmen bzw. möglichst
nahe zum Fensterflügel-Schwerpunkt hingelagert werden kann. Damit erhöht sich auf
die Tragfähigkeit des Ausstellarmes 10, da er nur noch reduzierte Biegemomente aufnehmen
muß. Dies ist schließlich auch in Figur 4 veranschaulicht, wo wiederum eine Aufsicht
auf den Laufwagen 101 gezeigt ist - vgl. Figur 1 -, jedoch mit auf dem Ende des Ausstellarmes
10 aufsitzendem Schiebeflügel 100.
[0022] Figur 4 soll mittels des Schnittes A-A, der in zwei Öffnungsstellungen des Schiebeflügels
100 in den Figuren 4a und 4b gezeigt wird, auch die Einrastung des Steuerarms beim
Parallelabstellen des Flügels 100 verdeutlichen.
[0023] Dazu wird eine geformte Feder 8 aus Flachmaterial vorgesehen, die im Ausstellarm
10 auswechselbar gelagert ist. Sie wirkt zusammen mit einer rückwärtigen Anschlagkante
9 am Steuerarm 6, und zwar nur in Offenstellung des Schiebeflügels 100. In allen anderen
Stellungen zwischen der vollständigen Offenstellung und der geschlossenen Stellung
ist die Feder 8 entlastet. Dies verdeutlicht die Figur 5, die eine Nahezu-Offenstellung"
zeigt, namentlich eine Stellung des parallelabstellbaren Flügels 100, kurz bevor dieser
die endgültige Parallelabstellung erreicht.
[0024] Figur 5 kann in Beziehung gesetzt werden mit Fig. 4a, wo die rückwärtige Anschlagfläche oder
-kante 9 des Steuerarmes 6 kurz vor der geformten Feder 8 steht. Kurz danach kommt
die Anschlagkante 9 an dem oberen herausstehenden Ende der Feder 8 zum Anschlag und
unterstützt die Parallelfixierung des parallelabgestellten Flügels 100 in der endgültigen
Offenstellung, wenn der Führungszapfen 2 vollständig in die Fixieraufnehmung hineingleitet
und die Rastkante 3a in Verbindung mit dem Federdruck verhindert, daß der Flügel nunmehr
die Offenstellung wieder verlassen kann. Nur gegen den Widerstand der geformten Feder
8 kann der Führungszapfen 2 wieder ausgerastet werden und der Flügel seine Offenstellung
verlassen.
[0025] Die Feder 8 weist einen langgestreckten Lagerabschnitt, einen umgebogenen Halteflansch
8c und einen herausstehenden Anschlagbügel 8b,8d auf. Der Anschlagbügel 8b,8d hat
im wesentlichen S-Form; wobei der untere gekrümmte Endabschnitt 8d auf dem Anstellarm
zu liegen kommt. Dieser S-Bügel steht aus dem Ausstellarm 10 hervor, während der langgestreckte
Halteabschnitt 8a, der leicht geknickt oder gekrümmt ist, in einem Einlegeschlitz
des Ausstellungsarmes 10 zu liegen kommt. Die obere Rundung des S-Bügels 8b und die
Länge des Halteabschnittes 8a sind gerade so ausgebildet, daß der umgebogene Halteflansch
8c auf der Unterseite des Ausstellarmes 10 zum Vorschein kommen kann, so daß die Feder
im Ausstellarm eingerastet ist. Stößt nun die rückwärtige Anschlagkante 9 des Steuerarmes
6 gegen den herausstehenden S-Bügel, so verschiebt dieser sich in Richtung der Bewegung
des Flügels 100, wodurch der leicht gekrümmte oder abgeknickte Halteabschnitt 8a der
Flachfeder 8 begradigt wird und eine Federkraft entsteht. Diese Federkraft ist mithin
nur dann aufzubringen, wenn der Schiebeflügel in seine Offenstellung gelangt und dabei
der Führungszapfen einrastet. Sie ist verständlicherweise aber auch dann - jedoch
in reduziertem Umfang - aufzubringen, während der parallelabgestellte Flügel in dieser
Offenstellung verbleibt. Die Beanspruchung der Flachfeder 8 wird also geringer sein.
[0026] Sollte die in dieser Gestaltung bereits stark - gegenüber dem Stand der Technik -
gesenkte Belastung der Flachfeder 8 doch einmal dazu führen, daß diese Feder bricht,
so kann diese Feder aufgrund der einfachen Anbringung in dem Schlitz 10a des Steuerarmes
10 leicht ausgewechselt werden. Der Schlitz 10a kann nach außen einen Durchdruck 10b
haben, so daß er T-Form annimmt.
[0027] Zum Anbringungsort der Feder 8 war bislang gesagt, daß sie im Ausstellarm 10 angeordnet
wird, ihre genaue Lage dort hängt von der Gestalt des Steuerarmes 6 ab. Im Ausführungsbeispiel
- vgl. beispielsweise die Figur 4 - ist ein Dreieckslenker als Steuerarm 6 gewählt.
Die Form des Dreieckslenkers 6 ist im wesentlichen gleichschenklig, wobei die beiden
Schenkel wesentlich länger sind als die Hypotenuse. Im Eckpunkt, in dem die beiden
langgestreckten Schenkel zusammentreffen, ist der Führungszapfen 2 angeordnet. An
dem Eckpunkt, in dem die Hypotenuse mit dem beschlagsfernen Schenkel zusammentrifft,
ist ein Drehlager 11 vorgesehen, das den Ausstellarm 10 gelenkig mit dem Steuerarm
6 verbindet. Der Anbringungsort der Feder ist dann etwa an der verbleibenden Ecke
des langgestreckten gleichseitigen Dreiecks, wo die Hypotenuse mit dem fensternahen
Schenkel zusammentrifft. Hier ist auch die rückwärtige Anschlagfläche 9 vorgesehen,
die von einem Abschnitt der Hypotenuse gebildet wird.
[0028] Erwähnt worden ist, daß der Führungszapfen 2 eine Zapfen-Längsachse 21 und eine Zapfen-Querachse
2q aufweist (vgl. Fig. 2). Diese beiden Achsen stehen senkrecht aufeinander. Dargestellt
worden ist auch, daß der Führungszapfen als unrunder Rundbolzen ausgeführt werden
kann, wobei er zwei Flachseiten 2a und 2b erhält, die parallel zur Zapfen-Längsachse
21 zu liegen kommen. Wesentlich für die Gestalt des unrunden Zapfens ist also die
Unsymmetrie in Längs- und Querrichtung. Haben Zapfen im Stand der Technik regelmäßig
eine runde Bolzen-Form ist es gemäß der Erfindung gerade beabsichtigt, diese Rotationssymmetrie
zu vermeiden. Betont werden soll deshalb, daß mit der Erfindung ein Führungszapfen
eingesetzt wird, der in gezeigter Längs- und Querrichtung unsymmetrisch ist, mithin
unrund ist. Eine andere als die unrunde in Längs- und Querrichtung unsymmetrische
Form meint die Erfindung nicht, wenn sie von dem unrunden Führungszapfen spricht.
[0029] Es wird ein Beschlag für kippbare, parallelabstellbare und verschiebbare Flügel (100)
vorgeschlagen, bei dem ein Ausstellarm (10) schwenkbar an einem Laufwagen (101) angeordnet
ist. Der Ausstellarm (10) ist seinerseits schwenkbar mit einem Steuerarm (6) verbunden,
an dessen anderem Ende ein Führungszapfen (2) vorgesehen ist, der in einen Steuerschlitz
(4,4a,4b) eingreift, der seinerseits in einer Platte (4) angeordnet ist, die auch
auf dem Laufwagen (101) befestigt ist. Damit der erwähnte Laufwagen (101) schmäler
wird, um dem Beschlag insgesamt eine geringere Bautiefe zu geben, wird vorgeschlagen,
die Führungsplatte (5) schmäler zu gestalten, was durch einen unrunden Führungszapfen
(2) erreicht wird, der nicht rotationssymmetrisch ist, sondern allein achsensymmetrisch.
Er kann zwei Flachseiten (2a,2b) aufweisen, und an den verbleibenden Seiten (2c,2d)
eine leicht konvexe Außenwölbung aufweisen. Der Führungsschlitz (4) ist langgestreckt
und weist an seinem einen Ende (4a) eine Überleitschräge (1) auf, die gegenüber einer
Fixierausnehmung (3) angeordnet ist, um den Zapfen (2) bei Ausschwenken von Ausstellarm
(10) und Steuerarm (6) trotz seiner Abflachung in die gewünschte Richtung (21) zu
führen.
1. Beschlag für kippbare, parallelabstellbare und verschiebbare Flügel (100), bei dem
(a) eine auf einem Laufwagen (101) angeordnete Führungsplatte (5) einen Führungsschlitz
(4) aufweist, in welchem ein nicht rotationssymmetrischer - insbesondere achsensymmetrischer
- unrunder Führungszapfen (2) verschieblich gehalten ist;
(b) der Führungsschlitz (4) langgestreckt ist und an einem (4a) seiner Enden eine
Überleitschräge (1) hat, die gegenüber einer Fixierausnehmung (3) angeordnet ist.
2. Beschlag nach Anspruch 1, bei dem
der Führungszapfen (2) zweiseitig flach ist (2a,2b) und an den verbleibenden Seiten
(2c,2d) leicht konvexe Außenwölbung aufweist.
3. Beschlag nach Anspruch 1 oder 2,
bei dem
die Fixierausnehmung (3) eine Abmessung aufweist, die es dem Führungszapfen (2) erlaubt,
(a) mit seinen konvexen Wölbungen zwischen einem - gegenüber der Überleitschräge (1)
angeordneten - Nasenvorsprung (3a) und dem vorderseitigen Ende (4a) des Führungsschlitzes
(4) fixiert zu werden;
(b) in seiner Querrichtung (2q) von Flachseite (2a) zu gegenüberliegender Flachseite
(2b) von der Fixierausnehmung (3) aufgenommen zu werden;
und zwar in der parallel-abgestellten Flügelverschiebestellung des Beschlages.
4. Beschlag nach einem der Ansprüche 2 oder 3, bei dem
der Abstand der Flachseiten (2a, 2b) des Führungszapfens (2) und die gegenseitige
Ausrichtung und Beabstandung von Überleitschräge (1) und Nasenvorsprung (3a) so aufeinander
abgestimmt sind, daß die Mittelebene (21) - mittig zwischen den Flachseiten (2a,2b)
des Führungszapfens (2) - den Nasenvorsprung (3a) bereits überschritten hat, wenn
der Führungszapfen (2) die Überleitschräge (1) - in Richtung zur Fixierausnehmung
(3) - verläßt.
5. Beschlag nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem
der Führungsschlitz (4;4a,4b) am hinteren Ende (4b) eine Breite aufweist, die etwa
dem Abstand der Flachseiten (2a,2b) des Führungszapfens (2) entspricht (Zapfen-Querachse;2q)
und sich in Richtung auf das Vorderende (4a) zur Überleitschräge (1) hin verbreitert.
6. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
bei dem
(a) eine Druckfeder (8) am Ausstellarm (10), der gelenkig mit dem Laufwagen (101)
verbunden ist, angeordnet ist;
(b) ein rückseitiger Anschlag (9) an einem - den Führungszapfen (2;2a,2b) tragenden
- Steuerarm (6) vorgesehen ist, an welchen die Druckfeder (8) elastisch anschlägt,
(nur) wenn der Führungszapfen (2) in die Fixierausnehmung (3) gelangt und verbleibt
(Parallelabstellung - Offenstellung - des Flügels).
7. Beschlag nach Anspruch 6, bei dem
die Feder (8) auswechselbar in dem Ausstellarm (10) gehalten ist.