[0001] Die Erfindung betrifft einen Kolben für ein Auspressgerät zum Auspressen von in Folienbeuteln
befindlichen Massen mit einem zentralen Angriffsteil für eine Kolbenstange und eine
das Angriffsteil radial überragende, das Angriffsteil wenigstens teilweise umgebende
Abstreifkante.
[0002] Für verschiedenste Anwendungen, insbesondere bei Gebäuden, werden heute ein- oder
mehrkomponentige, aushärtbare Massen verwendet. Diese Massen werden im Handel in Kartuschen
oder Folienbeuteln angeboten, die mit Hilfe entsprechender Auspressgeräte aus der
Kartusche oder aus dem Folienbeutel ausgepresst werden können.
[0003] Aus der deutschen Patentanmeldung P 42 31 420.8 ist ein aus zwei Einzelkolben zusammengesetzter
Kolben eines Auspressgerätes bekannt, wobei jeder Einzelkolben ein zentrales Angriffsteil
aufweist, im stirnseitigen Bereich gewölbt ausgebildet ist und eine das Angriffsteil
radial überragende und umgebende Abstreifkante aufweist.
[0004] Der gezeigte Kolben befindet sich in einem zylindrisch ausgebildeten, Folienbeutel
aufnehmenden Kassettenteil, welches beispielsweise Teil des Auspressgerätes ist, oder
als separates Teil in ein Auspressgerät einlegbar ist. Der beidseitig beaufschlagbare
Kolben ist in dem Kassettenteil verschieblich angeordnet. Der axialen Verschiebung
des Kolbens dient eine Kolbenstange mit Druckstück. Das Kassettenteil ist von beiden
Enden her offen ausgebildet. Nach jedem Auspressvorgang wird der zusammengefaltete,
ausgepresste Folienbeutel aus dem Kassettenteil entfernt und ein neuer, mit Masse
gefüllter Folienbeutel eingelegt und zwar von jenem stirnseitigen Ende her, welches
dem Kolben gegenüberliegt. Nach dem Ausrichten des Kassettenteils gegenüber dem Auspressgerät
wird das Kassettenteil in das Auspressgerät eingelegt, so dass der nächste Auspressvorgang
stattfinden kann.
[0005] Der während des Auspressvorganges sich zusammenfaltende Folienbeutel wird wenigstens
teilweise im Umfangsbereich des zentralen Angriffsteils aufgenommen. Zu diesem Zweck
ist der Kolben derartig ausgebildet, dass jeder Einzelkolben einen Stauraum im Umfangsbereich
des zentralen Angriffsteils besitzt, der sich jeweils vom stirnseitigen Bereich des
Einzelkolbens bis hin zur Abstreifkante erstreckt.
[0006] Der bekannte Kolben besitzt somit zwei axial hintereinander angeordnete Stauräume,
die durch die Abstreifkanten voneinander getrennt sind. Die Baulänge des Kolbens hängt
ab von der Länge der Stauräume. Die erforderliche erhebliche Länge der Stauräume wirkt
sich somit auf die Baulänge des Kolbens, auf die Baulänge des Kassettenteils sowie
auf die Baulänge des Auspressgerätes aus.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen beidseitig beaufschlagbaren Kolben
mit zwei Stauräumen zu schaffen, wobei der Kolben eine sich längenreduzierend auf
das Kassettenteil und das Auspressgerät wirkende Bauweise aufweist.
[0008] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Abstreifkante gegenüber dem
zentralen Angriffsteil axial begrenzt versetzbar ist.
[0009] Der sich in dem Kassettenteil befindliche Kolben stützt sich über einen Dichtbereich
der Abstreifkante an der Innenwandung des Kassettenteiles ab. Beim axialen Versetzen
des Kolbens erfolgt eine axiale Versetzung des zentralen Angriffsteils gegenüber der
Abstreifkante. Durch das Versetzen der Abstreifkante gegenüber dem zentralen Angriffsteil
entsteht im auspressrichtungsseitigen Umfangsbereich des zentralen Angriffsteils ein
ausreichend grosser Stauraum für einen Teil eines sich im Kassettenteil befindlichen,
ausgepressten, zusammengefalteten Folienbeutels. Der gegenüberlie-gende Stauraum wird
dabei entsprechend kleiner.
[0010] Zur begrenzten axialen Versetzbarkeit weist das zentrale Angriffsteil und die Abstreifkante
vorzugsweise miteinander zusammenwirkende Mittel auf, welche beide Teile zu einer
Einheit vereinigen.
[0011] Zweckmässigerweise sind miteinander zusammenwirkende Mittel von in Richtung Zentrum
weisenden Vorsprüngen der Abstreifkante gebildet. Über diese Vorsprünge stützt sich
die Abstreifkante radial gegenüber dem zentralen Angriffsteil ab. Durch eine entsprechende
Ausgestaltung der Aussenkontur des zentralen Angriffsteils und der freien Enden der
Vorsprünge wird eine axiale Verschiebbarkeit der Abstreifkante gegenüber dem zentralen
Angriffsteil gewährleistet. Die Vorsprünge sind derart an der Abstreifkante angeordnet,
dass sie vom Dichtbereich der Abstreifkante abragen.
[0012] Um eine bessere Kippstabilität der Abstreifkante gegenüber dem zentralen Angriffsteil
erreichen zu können, ist das freie Ende der Vorsprünge vorzugsweise T-förmig ausgebildet.
Die T-förmige Ausbildung erstreckt sich dabei wenigstens teilweise in Längsrichtung
und in Umfangsrichtung der Aussenkontur des Kolbens.
[0013] Vorteilhafterweise sind miteinander zusammenwirkende Mittel von Führungen am zentralen
Angriffsteil gebildet. Damit die Abstreifkante gegenüber dem zentralen Angriffsteil
axial versetzt werden kann, ist die Aussenkontur des zentralen Angriffsteils derart
ausgebildet sein, dass eine Führung für die Abstreifkante entsteht. Zu diesem Zweck
ist die Aussenkontur des zentralen Angriffsteils beispielsweise zylindrisch ausgebildet
und weist jeweils in beiden Endbereichen einen Anschlag auf, der die axiale Verschiebbarkeit
der Abstreifkante begrenzt.
[0014] Damit die Abstreifkante des Kolbens gegenüber dem zentralen Angriffsteil in Umfangsrichtung
drehfest anordbar ist, sind die Führungen vorzugsweise von zur Aussenkontur des zentralen
Angriffsteils hin offenen, in Längsrichtung des zentralen Angriffsteils verlaufenden
Schlitzen gebildet, die mit ensprechend ausgestalteten Vorsprüngen der Abstreifkante
zusammenwirken. Diese Vorsprünge sind zumindest so lange ausgebildet, dass sie die
Aussenkontur des zentralen Angriffsteils in radialer Richtung nach innen überragen
oder durch die Schlitze ins Innere des zentralen Angriffsteils hineinragen. Jene Vorsprünge,
die in das Innere des zentralen Angriffsteils hineinragen, können ebenfalls T-förmig
ausgebildet sein. Diese T-förmige Ausbildung dient ebenfalls dazu, eine bessere Kippstabilität
der Abstreifkante gegenüber dem zentralen Angriffsteil zu gewährleisten. Das T-förmige
Ende der Vorsprünge stützt sich dabei an einer in Längsrichtung des Kolbens verlaufenden
Führungsfläche des Kolbens in radialer Richtung ab.
[0015] Aufgrund der verschiebbaren Abstreifkante ist die Grösse der Stauräume veränderbar.
Je grösser die axiale Versetzbarkeit der Abstreifkante gegenüber dem zentralen Angriffsteil
ist, umso grösser ist der jeweilige Stauraum für einen Teil des ausgepressten, zusammengefalteten
Folienbeutels. Um möglichst grosse Stauräume und eine kurze Baulänge des Kolbens erreichen
zu können, erstrecken sich die der Führung der Abstreifkante dienenden Schlitze zweckmässigerweise
über 70% bis 90% der Gesamtlänge des zentralen Angriffsteils.
[0016] Die Erfindung wird anhand von Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel wiedergeben,
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisch dargestelltes Auspressgerät mit einem erfindungsgemässen Kolben;
- Fig. 2
- eine vergrösserte Darstellung des Kolbens in Verbindung mit einem Kassettenteil, einem
Folienbeutel und einer Kolbenstange mit Druckstück;
- Fig. 3
- den Kolben gemäss Fig. 2 in druckbeaufschlagter Stellung.
[0017] Das in Fig. 1 dargestellte Auspressgerät besteht aus einem zentralen, zylindrisch
ausgebildeten Gehäuse 1, an das sich in Auspressrichtung eine Auspressdüse 2 in Verbindung
mit einem Verschlusselement 3 anschliesst. In dem zylindrisch ausgebildeten Gehäuse
1 befindet sich ein ebenfalls zylindrisch ausgebildetes Kassettenteil 4, das einen
Folienbeutel 5 und den erfindungsgemässen Kolben 6 aufnimmt.
[0018] Im rückwärtigen, der Auspressrichtung gegenüberliegenden Bereich des Auspressgerätes
ist der gesamte Vorschubmechanismus 7 für eine Kolbenstange 8 angeordnet. Am auspressrichtungsseitigen
Ende der Kolbenstange 8 ist ein Druckstück 9 angeordnet, welches mit dem zentralen
Angriffsteil 14 des Kolbens 6 in Verbindung bringbar ist. Im rückwärtigen Bereich
des Gehäuses 1 ist weiters ein Griffteil 10 angeordnet, an dem um eine Achse in Richtung
des Griffteils 10 schwenkbar ein Abzughebel 11 befestigt ist. Bei der Betätigung des
Abzughebels 11 wird mit Hilfe des Vorschubmechanismus 7 die Kolbenstange 8 in Auspressrichtung
versetzt. Bei Erreichen der Endlage der Kolbenstange 8, bzw nach dem Auspressvorgang
kann mit Hilfe eines Entriegelungsarmes 12 die Verbindung zwischen Vorschubmechanismus
7 und Kolbenstange 8 unterbrochen werden, so dass ein freies, axiales Zurückziehen
der Kolbenstange 8 möglich ist.
[0019] Die Fig. 2 zeigt eine vergrösserte Darstellung des Kassettenteils 4, in der sich
ein mit Masse 13 gefüllter Folienbeutel 5 und der erfindungsgemässe Kolben 6 befindet.
Die teilweise dargestellte Kolbenstange 8 in Verbindung mit dem Druckstück 9 ist ebenfalls
dargestellt. Der Kolben 6 ist in seiner Ausgangslage vor Beginn des Auspressvorganges
dargestellt. Der Kolben 6 besteht aus zwei Hälften 16, 17, die mittels einer Schnappverbindung
zusammengehalten werden. Die Schnappverbindung besteht aus einem krallenartigen Arm
18, der von einer Hälfte 16 des Kolbens 6 in Längsrichtung des Kolbens 6 abragt und
in eine entsprechende Ausnehmung 19 der zweiten Hälfte 17 des Kolbens 6 hintergreift.
Eine entsprechende Einlaufschräge 20 an dem krallenartigen Arm 18 sorgt dafür, dass
beim Zusammenfügen beider Hälften 16, 17 ein radiales Versetzen des krallenartigen
Armes 18 möglich ist, bevor dieser die entsprechende Ausnehmung 19 hintergreifen kann.
[0020] Der Kolben 6 weist mehrere, im wesentlich gleichmässige, am Umfang verteilt angeordnete
Schlitze 21 auf, die in Längsrichtung des Kolbens 6 verlaufen. Die Schlitze 21 sind
geschlossen ausgebildet, so dass die in Längsrichtung liegenden Enden der Schlitze
21 als Anschläge für Vorsprünge 22 der axial versetzbaren Abstreifkante 15 dienen.
Die Schlitze 21 sind als radial verlaufende Durchtrittsöffnungen im umfangsseitigen
Bereich des zentralen Angriffsteils 14 ausgebildet. Die in Umfangsrichtung verlaufende
Breite B der Schlitze 21 entspricht im wesentlichen der in Umfangsrichtung gemessenen
Stärke der Vorsprünge 22 der Abstreifkante 15.
[0021] Die Abstreifkante 15 überragt das zentrale Angriffsteil 14 in radialer Richtung und
umgibt das zentrale Angriffsteil 14. Die radiale Abstützung und die axiale Führung
der Abstreifkante 15 gegenüber dem zentralen Angriffsteil 14 erfolgt über die Vorsprünge
22, die vom Dichtbereich 28 der Abstreifkante 15 in radialer Richtung, zum Zentrum
weisend, abragen. Die Vorsprünge 22 bestehen aus einzelnen Speichen, deren freies
Ende T-förmig ausgebildet ist. Die T-förmige Ausbildung der Vorsprünge 22 stützt sich
im Innern des zentralen Angriffsteils 14 an einer entsprechenden Führungsfläche 23
radial ab, so dass die Abstreifkante 15 gegenüber dem zentralen Angriffsteil 14 eine
bessere Kippstabilität erreicht. Da die Vorsprünge 22 durch die radial verlaufenden
Schlitze 21 des zentralen Angriffsteils in das Innere des zentralen Angriffsteils
14 hineinragen, wird eine Verdrehung der Abstreifkante 15 gegenüber dem zentralen
Angriffsteil in Umfangsrichtung verhindert. Die Schlitze 21 bilden Führungen, in denen
die Vorsprünge 22 nur axial verschiebbar sind.
[0022] Das zentrale Angriffsteil 14 des Kolbens 6 besitzt eine zentrale Durchgangsbohrung
24, die der Aufnahme eines Verschlusselementes 25 des Folienbeutels 5 dient. Der Durchmesser
der Durchgangsbohrung 24 erweitert sich jeweils zu den freien Enden im stirnseitigen
Bereich des zentralen Angriffsteils 14 hin. Der kleinste Durchmesser der Durchgangsbohrung
24 ist in der Mitte des zentralen Angriffsteils 14 zu finden, wo beide Hälften 16,
17 des Kolbens 6 aufeinandertreffen.
[0023] Das auf der Kolbenstange 8 angeordnete Druckstück 9 dient der Mitnahme des Kolbens
6 beim axialen Versetzen der Kolbenstange 8. Das Druckstück 9 besitzt einen in Auspressrichtung
von einer Druckfläche 26 in Auspressrichtung abragenden Vorsprung 27, der im wesentlichen
auf die Kontur der Durchgangsbohrung 24 im stirnseitigen Bereich des zentralen Angriffsteils
14 abgestimmt ist. Ein im Umfangsbereich des zentralen Angriffsteils 14 ausgebildeter
Stauraum 29 ist zur Kolbenstange 8 hin offen.
[0024] Der Auspressvorgang, bei dem Masse 13 aus dem Folienbeutel 5 mit Hilfe des erfindungsgemässen
Kolbens 6 und der Kolbenstange 8 mit Druckstück 9 ausgepresst wird, ist in der Fig.
3 dargestellt. Die Dichtfläche 28 der Abstreifkante 15 liegt an der Innenwandung des
Kassettenteils 4 an. Aufgrund der Reibung zwischen dem Dichtbereich 28 der Abstreifkante
15 und der Innenwandung des Kassettenteils 4 behält die Abstreifkante 15 ihre Lage
während dem axialen Versetzen des zentralen Angriffsteils 14 so lange bei, bis die
Vorsprünge 22 der Abstreifkante 15 an einem Ende der als Führungen ausgebildeten,
radial verlaufenden Schlitze 21 des zentralen Angriffsteils 14 zur Anlage gelangen.
Beim weiteren Versetzen des zentralen Angriffsteils 14 erfolgt eine Mitnahme der Abstreifkante
15 in Auspressrichtung. Durch das Versetzen der Abstreifkante 15 gegenüber dem zentralen
Angriffsteil 14 entsteht ein Stauraum 29 im auspressrichtungsseitigen Bereich des
Kolbens 6. Dieser Stauraum 29 dient der Aufnahme eines Teiles des ausgepressten, zusammengefalteten
Folienbeutels 5.
[0025] Der in Fig. 2 dargestellte, von der Druckfläche 26 des Druckstückes 9 in Auspressrichtung
abragende Vorsprung 27 ragt in die zentrale Durchgangsbohrung 24 des zentralen Angriffsteils
14, so dass eine Zentrierung zwischen dem zentralen Angriffsteil 14 und dem Druckstück
9 erfolgt. Während des Auspressvorganges wird auf diese Weise ein Schrägstellen des
Kolbens 6 in dem Kassettenteil 4 verhindert.
1. Kolben für ein Auspressgerät zum Auspressen von in Folienbeuteln (5) befindlichen
Massen (13) mit einem zentralen Angriffsteil (14) für eine Kolbenstange (8) und eine
das Angriffsteil (14) radial überragende, das Angriffsteil (14) wenigstens teilweise
umgebende Abstreifkante (15), dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifkante (15) gegenüber dem zentralen Angriffsteil (14) axial begrenzt
versetzbar ist.
2. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Angriffsteil (14)
und die Abstreifkante (15) zur begrenzten, axialen Versetzbarkeit miteinander zusammenwirkende
Mittel aufweisen.
3. Kolben nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass miteinander zusammenwirkende
Mittel von in Richtung Zentrum weisenden Vorsprüngen (22) der Abstreifkante (15) gebildet
sind.
4. Kolben nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das freie Ende der Vorsprünge
(22) im wesentlichen T-förmig ausgebildet ist.
5. Kolben nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichent, dass miteinander zusammenwirkende
Mittel von Führungen am zentralen Angriffsteil (14) gebildet sind.
6. Kolben nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen von zur Aussenkontur
des zentralen Angriffsteils (14) hin offenen, in Längsrichtung des zentralen Angriffsteils
(14) verlaufenden Schlitzen (21) gebildet sind.
7. Kolben nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Schlitze (21) über 70%
bis 90% der Gesamtlänge des zentralen Angriffsteils (14) erstrecken.