[0001] Die Erfindung betrifft ein Befestigungselement zum Befestigen von Dämmplatten an
Bauteilen mit einem eine Kopfplatte aufweisenden hülsenförmigen Halteteil und einem
Nagel gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Zum Befestigen von Dämmplatten, die üblicherweise aus Material mit geringer Druckfestigkeit
bestehen, ist aus der EP-0 420 799 ein Befestigungselement mit einem eine Kopfplatte
aufweisenden hülsenförmigen Halteteil bekannt, das mittels eines Nagels zur Halterung
der Dämmplatte gegen das Bauteil verspannbar ist. Die Länge des Halteteiles entspricht
dabei exakt der Dicke der Dämmplatte, so daß die Stirnseite des Halteteiles auf dem
Bauteil beim Eintreibvorgang des Nagels aufsitzt. Mit dieser Lösung wird zwar vermieden,
daß beim Eintreibvorgang ein zu starker Zug durch die Kopfplatte auf die Dämmplatte
ausgeübt wird, allerdings ist es erforderlich, die unterschiedliche Eindringtiefe
des Nagels in Abhängigkeit von der Festigkeit des Verankerungsgrundes durch eine am
Halteteil angeordnete Knautschzone aufzufangen. Die Verspannung des Halteteiles erfolgt
nämlich durch Aufsitzen des Nagelkopfes auf einer Auflagefläche des Halteteiles, so
daß zur Vermeidung einer Zerstörung des Halteteiles eine solche Knautschzone erforderlich
ist. Nachteilig bei dieser bekannten Lösung ist jedoch, daß die Abstimmung der Knautschzone
auf den Verankerungsgrund einerseits und die exakte Abstimmung der Länge des Hülsenteiles
auf die zu befestigende Dämmplatte andererseits insbesondere bei Unebenheiten der
Außenfläche des Bauteiles zu Fehlmontagen durch zu geringe bzw. zu starke Verspannung
der Dämmplatte führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Befestigungselement zum Befestigen
von Dämmplatten an Bauteilen zu schaffen, das weitgehendst unbeeinflußt von Unebenheiten
der Bauteiloberfläche oder der Eindringtiefe der Nägel eine gleichmäßige Verspannung
des Halteteiles und damit der Dämmplatte gewährleistet.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen
Merkmale erreicht. Der beispielsweise mittels Druckluft betriebener Setzgeräte in
den Verankerungsgrund eingetriebene Nagel erzeugt über die in der Innenbohrung des
Halteteiles abgestützte Spannhülse eine auf das Halteteil und damit auf die Kopfplatte
wirkende Zugkraft in Richtung Bauteil, die zu einer Verspannung des Halteteiles und
damit der Dämmplatte führt. Die Friktion des Nagels in der Spannhülse ist so eingestellt,
daß die Dämmplatte ohne Eintauchen der Kopfplatte ausreichend stark gegen das Bauteil
verspannt wird. Die Eindringtiefe des Nagels in den Verankerungsgrund hängt weitgehendst
von der Festigkeit des Verankerungsgrundes ab. Mit der Spannhülse wird die Verspannung
der Dämmplatte unabhängig von der Eindringtiefe des Nagels ausschließlich von der
Friktion des Nagels in der Spannhülse bestimmt. Somit ergibt sich entsprechend der
gesamten Länge des Nagelschaftes eine Ausgleichsmöglichkeit für Unebenheiten oder
unterschiedlicher Eindringtiefe des Nagels bei stets gleichbleibender, auf die Dämmplatte
wirkender Zugkraft.
[0005] Als Spannhülse kann entweder eine geschlossene Hülse mit einem etwas geringeren Innendurchmesser
als der Außendurchmesser des Nagelschaftes oder eine mit einem Längsschlitz versehene
Federhülse verwendet werden.
[0006] Um die Verspannung der Dämmplatte über die Kopfplatte des Halteteiles sicherzustellen
ist es zweckmäßig, daß die Länge des Halteteiles etwas geringer als die Dicke der
zu befestigenden Dämmplatte ist. Bei Dämmplatten mit sehr geringer Druckfestigkeit
kann die Klemmung der Spannhülse auf dem Nagelschaft dazu führen, daß die Kopfplatte
soweit gegen das Bauteil gezogen wird, bis die Stirnseite des Halteteiles an der Bauteiloberfläche
anliegt. In diesen Ausnahmefällen begrenzt das Halteteil den Abstand der Kopfplatte
von der Oberfläche des Bauteiles. Durch die sehr weiche Dämmplatte kommt es auch in
diesen Fällen nicht zu einer Aufwölbung der Ränder der Kopfplatte, sondern lediglich
zu einer etwas stärkeren Stauchung der Dämmplatte im Bereich des Befestigungselementes.
[0007] Die Abstützung der Spannhülse im Halteteil kann dadurch erfolgen, daß das Halteteil
ein von der Kopfplatte ausgehenden erweiterten ersten Abschnitt und daran anschließend
einen zweiten Abschnitt aufweist, dessen Durchmesser sich etwa auf den Durchmesser
des Nagelschaftes unter Bildung einer Anschlagschulter reduziert. Die Spannhülse ist
auf dem Nagelschaft nunmehr in der Weise angeordnet, daß sie sich an dieser Anschlagschulter
abstützen kann. Dabei ist es zweckmäßig, auf der Anschlagschulter eine Metallscheibe
anzuordnen.
[0008] Bei anderen Ausführungsformen der Erfindung ist die Spannhülse in der Innenbohrung
des Halteteiles arretiert. Dies kann in der Weise erfolgen, daß entweder die Spannhülse
als Einlegeteil beim Spritzvorgang des Halteteiles umspritzt wird oder durch Einsetzen
der Spannhülse in einer Erweiterung der Innenbohrung des Halteteils. In diesem Fall
empfiehlt es sich, die Erweiterung durch eine Abdeckkappe zu verschließen und somit
die Spannhülse im Hülsenteil unverschiebbar nach beiden Richtungen festzulegen.
[0009] Eine Arretierung der Spannhülse im Hülsenteil ist auch durch in das Hülsenteil eingreifende
Vorsprünge und/oder Umbördelungen der Spannhülse möglich.
[0010] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1
- das Befestigungselement vor der Montage,
- Figur 2
- das Befestigungselement nach Figur 1 nach der Montage,
- Figur 3
- eine Ausführungsform des Befestigungselementes mit umspritzter Spannhülse,
- Figur 4
- das Befestigungselement mit im Hülsenteil eingesetzter und arretierter Spannhülse
und
- Figur 5
- eine Variante des Befestigungselementes mit im Hülsenteil arretierter Spannhülse.
[0012] Das in Figur 1 dargestellte Befestigungselement 1 besteht aus einem hülsenförmigen
Halteteil 2, an dessem einen Ende eine Kopfplatte 3 einstückig und radial abstehend
angeformt ist. Die Innenbohrung 4 des Halteteiles weist einen erweiterten ersten Abschnitt
4a auf, an den sich unter Bildung einer Anschlagschulter 5 ein zweiter Abschnitt 4b
anschließt, dessen Durchmesser sich etwa auf den Schaftdurchmesser des Nagels 6 reduziert.
Über Rippen oder einem entsprechend angepaßten Durchmesser des Abschnittes 4b wird
der Nagel im Hülsenteil gehalten. Auf dem Nagelschaft ist eine Spannhülse 7 klemmend
aufgeschoben, die sich mit Ihrer Unterkante über die Metallscheibe 8 an der Anschlagschulter
5 des Hülsenteiles abstützt. Die Spannhülse 7 ist mit einem durchgehenden Längsschlitz
9 als Federhülse ausgebildet, so daß über die Elastizität der Federhülse die Friktion
des Nagels in der Spannhülse festgelegt werden kann.
[0013] Zur Befestigung der Dämmplatte 10 am Bauteil 11 wird das Befestigungselement 1 durch
die Dämmplatte 10 hindurch soweit eingedrückt, bis die Kopfplatte 3 an der Außenfläche
der Dämmplatte 10 anliegt. Je nach Druckfestigkeit der Dämmplatte kann ein Vorbohren
für das Einschieben des Halteteiles erforderlich sein. Mittels eines beispielsweise
durch Druckluft betriebenen Setzgerätes wird nunmehr der Nagel 6 in das Bauteil 11
eingetrieben (siehe Figur 2). Durch die Friktion des Nagels 6 in der Spannhülse 7
entsteht beim Eintreibvorgang eine Zugkraft, die zu einer Verspannung der Dämmplatte
10 mittels der Kopfplatte 3 führt. Gleichzeitig verschiebt sich der Nagel 6 relativ
zur Spannhülse und dringt in das Bauteil 11 ein. Die Eindringtiefe hängt unter anderem
von der Festigkeit des Bauteiles 11 einerseits und von der Klemmung der Spannhülse
7 auf dem Nagelschaft andererseits ab. Es ist zweckmäßig, daß die Länge des Halteteiles
2 etwas geringer ist als die Dicke der Dämmplatte 10. Bei den üblichen Dämmplatten
wird dadurch die axiale Verschiebung des Halteteiles 2 beim Eintreibvorgang des Nagels
von der Kopfplatte begrenzt. Bei Dämmplatten mit sehr geringer Druckfestigkeit kommt
es unter Umständen zum Aufsitzen der Stirnseite des Halteteiles 2 auf dem Bauteil
11. Somit ist auch in solchen Fällen gewährleistet, daß der Abstand der Kopfplatte
von der Oberfläche des Bauteiles stets gleich bleibt und gleichzeitig eine ausreichende
Verspannung auch von sehr weichen Dämmplatten ermöglicht wird. Durch die Verspannung
des Halteteiles und damit der Dämmplatte über die auf dem Nagelschaft axial verschiebbare
Spannhülse 7 ist es möglich, größere Toleranzen in der Dicke der Dämmplatte einerseits
als auch Unebenheiten der Oberfläche des Bauteiles 11 andererseits auszugleichen.
[0014] Zum Schutz des Nagels gegen Korrosion nach der Montage ist an der Stirnseite des
Halteteils 2 eine dünnwandige Schutzhülle 17 angeordnet. Beim Montagevorgang wird
diese Schutzhülle entsprechend der axialen Bewegung des Halteteiles 2 gestaucht, so
daß eine Abdichtung des zwischen Halteteil 2 und Bauteil 11 freiliegenden Nagelschaftes
erfolgt. Die Schutzhülle 17 wird entweder einstückig an das Halteteil 2 angeformt
oder als separates Teil an die Stirnseite des Halteteiles 2 angefügt.
[0015] Zur Abdichtung des in dem erweiterten Abschnitt 4a der Innenbohrung 4 des Halteteiles
einliegenden Nagelschaftes wird der erweiterte Abschnitt 4a entweder mit einer Dichtmasse
ausgefüllt oder auf die Öffnung des erweiterten Abschnittes 4a - wie in Figur 2 dargestellt
- mit einem Stopfen 18 verschlossen.
[0016] Bei der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform ist die Spannhülse 7 in einer Erweiterung
12 des im Durchmesser reduzierten Abschnittes 4b des Halteteiles 2a eingelassen. Dies
erfolgt spritzgußtechnisch in der Weise, daß die Spannhülse 7 als Einlegeteil in das
Spritzgußwerkzeug für das Halteteil 2a eingelegt und umspritzt wird.
[0017] Bei der Ausführungsform nach Figur 4 wird das Halteteil 2b mit der Erweiterung 12
für die Spannhülse 7 im Spritzgußverfahren hergestellt. In einem Montagevorgang wird
dann die Spannhülse 7 in die Erweiterung 12 eingelegt und die Spannhülse durch Einpressen
der Abdeckscheibe 13 in axialer Richtung arretiert.
[0018] Bei der in Figur 5 dargestellten Ausführungsform ist die Spannhülse 14 über radial
abstehende Vorsprünge 15 und zusätzlich einer kragenförmigen Umbördelung 16 im Halteteil
2c festgelegt. Das Einsetzen der Spannhülse 14 kann entweder durch Umspritzen mit
dem Halteteil 2c oder durch einen Montagevorgang erfolgen.
1. Befestigungselement zum Befestigen von Dämmplatten an Bauteilen, mit einem eine Kopfplatte
aufweisenden hülsenförmigen Halteteil aus Kunststoff und einem durch die Innenbohrung
des Halteteiles in das Bauteil eintreibbaren und das Halteteil verspannenden Nagel,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Innenbohrung (4) des Halteteiles (2, 2a, 2b, 2c) eine Spannhülse (7, 14)
eingesetzt ist, die den Schaft des Nagels (6) klemmend umgreift.
2. Befestigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannhülse (7, 14) mit einem Längsschlitz (9) als Federhülse ausgebildet
ist.
3. Befestigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenbohrung (4) des Halteteiles (2) einen von der Kopfplatte (3) ausgehenden
erweiterten ersten Abschnitt (4a) und daran anschließend einen zweiten Abschnitt (4b)
aufweist, dessen Durchmesser sich etwa auf den Durchmesser des Nagelschaftes unter
Bildung einer Anschlagschulter (5) reduziert, und daß die Spannhülse (7) sich an der
Anschlagschulter (5) abstützt.
4. Befestigungselement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Anschlagschulter (5) eine Metallscheibe (8) angeordnet ist.
5. Befestigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannhülse (7, 14) in der Innenbohrung (4) des Halteteiles (2a, 2b, 2c) arretiert
ist.
6. Befestigungselement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannhülse (7) in einer Erweiterung (12) der Innenbohrung (4) des Halteteiles
(2a, 2b) eingesetzt ist.
7. Befestigungselement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Erweiterung (12) in Richtung Kopfplatte (3) offen und die Spannhülse (7)
in der Erweiterung (12) mit einer Abdeckscheibe (13) arretiert ist.
8. Befestigungselement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannhülse (14) in die Wandung der Innenbohrung (4) eingreifende Vorsprünge
(15) und/oder Umbördelungen (16) aufweist.
9. Befestigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der der Kopfplatte (3) gegenüberliegenden Stirnseite des Halteteiles (2, 2a,
2b, 2c) eine den Nagelschaft umschließende Korrosionsschutzhülle (17) angeordnet ist.