[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit Stiftzuhaltungen, mit einem Zylindergehäuse,
in dem ein im Querschnitt kreisrunder Kern mit Längsprofil oder Längsrippenprofil
im Schlüsselkanal für einen Flachschlüssel oder einen Längsrippenprofilflachschlüssel
mit an der Schmalseite vorgesehenen, variierbaren Einschnitten drehbar gelagert ist,
und mit sich zur Kernachse quer erstrekkenden Stiftzuhaltungen, die jeweils in Reihe
oder in Reihen angeordnet in Ebenen liegen, die z. B. gleichlaufend zur Mittelachse
des Kerns angeordnet sind, und die mindestens einen Kernstift umfassen, denen passende
Einschnitte und Vertiefungen im Flachschlüssel bzw. im Längsrippenprofilflachschlüssel
gegenüberliegen, wobei der Flachschlüsselrücken oder der Rücken des Längsrippenprofilflachschlüssels
an der Kernmantelfläche tangiert, wobei von dem Endteil des Flachschlüssels oder des
Langsrippenprofilflachschlüssels ein Verriegelungsschieber betätigbar ist, der mindestens
einen den Kern gegen Drehung verriegelnden Kernstift steuert.
[0002] Es werden von Fachfirmen Aufsperrmethoden, die Schulung in solchen Aufsperrmethoden
durch Demonstrationsveranstaltungen und Videofilme sowie Aufbruchwerkzeuge angeboten,
mit denen sich Schließzylinder der unterschiedlichsten Bauarten relativ geräuschlos
und ohne dabei größere Spuren zu hinterlassen in zehn Sekunden öffnen lassen. Dies
stellt ein großes Problem in allen Bereichen, z. B. in Krankenhäusern, für Automatenaufsteller,
für Schmuckbehälter, Vitrinen und sonstige Wertbehälter, dar.
[0003] Aus der DE-OS 36 03 687 ist ein Schließzylinder gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1 vorbekannt. Im übrigen betrifft diese Druckschrift einen aus Schließzylinder und
zugehörigem Flachschlüssel bestehende Schließeinrichtung, bei welcher der Flachschlüssel
im Bereich seiner der Schließkerbenschmalseite gegenüberliegenden Rückenzonen einen
selbst von den tiefsten Schließkerben nicht ausschneidbaren Führungsquerschnitt besitzt,
der auf der einen Breitseite eine Führungsnut aufweist, die zusätzlich zu den auf
beiden Breitenseiten angeordneten Profilvariationsnuten/Rippen vorgesehen ist, und
welcher Führungsabschnitt in seinem der dachförmigen Schlüsselspitze zugekehrten Endbereich
eine zur Spitze hin offene Verbreiterung aufweist zum Einfahren einer schlüsselkanalseitigen
Nase, wobei die schließkerbenseitig liegende Flanke der deckend zur Führungsnut liegenden
Verbreiterung an ihrem der Schlüsselspitze zugekehrten Ende in eine schließkerbenseitig
der Spitze auslaufende erste Auflaufschräge übergeht, welcher in größerem Abstand
von der Spitze eine entgegengesetzt geneigt gerichtete, zweite Auflaufschräge gegenüberliegt,
deren Abstand vom Ende der Verbreiterung größer ist als der Durchmesser bzw. die Dicke
der an der Seitenflanke einer parallel zur Schlüsselebene verschieblich angeordneten
Ergänzungs-Zuhaltung sitzenden Nase mit gerundeten Mantelzonen, welche formschlüssig
in den rückwärtig der zweiten Auflaufschräge liegenden Endabschnitt der Verbreiterung
einfährt. Die zweite Auflaufschräge mündet in die Rückenflanke des Flachschlüssels
aus. Die Schließeinrichtung ist außerdem dadurch gekennzeichnet, daß die schließkerbenseitig
liegende Flanke der Verbreiterung im Anschluß an die erste Auflaufschräge eine der
Rückenflanke näherliegende Gleitbahn ausbildet, die im Parallelverlauf zur zweiten
Auflaufschräge in den End-Abschnitt der Verbreiterung abfällt. Die Ergänzungs-Zuhaltung
liegt in Offenstellung mit beiden Stirn-Enden auf der Schließzylinderkernfuge eingeordnet
und der Abstand der Nase von dem einen Stirnende der Ergänzungs-Zuhaltung ist gleich
dem Höhenabstand der Gleitbahn von der tieferliegenden Flanke des End-Abschnittes.
Im übrigen ist die Schließeinrichtung durch mehrere in Einschubrichtung hintereinanderliegende
Ergänzungs-Zuhaltungen mit in Öffnungsstellung in unterschiedlichem Abstand von der
Rückenfläche liegenden Nasen und einem diesen zugeordneten Wellenverlauf des rückwärtigen
End-Abschnitts der Verbreiterung. Die Tiefe der Verbreiterung ist kleiner als die
der Führungsnut.
[0004] Aus dem Prospekt der Firma Zeiss lkon, Sperr-Rippenprofil, S. 1-4, ist eine Abtastsicherung
in einem Drehzylinderschloß mit mehreren in Reihe angeordneten, aus Kern- und Gehäusestiften
bestehenden Zuhaltungsstiftpaaren, die in radial zur Zylindermitte verlaufenden, Zylinderkern-
und Zylindergehäuse fluchtend durchdringenden Stiftbohrungen gelagert sind und wobei
wenigstens einer der Kernstifte bei nicht in den Schlüsselkanal eingeführtem Flachschlüssel
von einem federbelasteten Sperrbolzen gehalten ist, wobei dem Kernstift, der in Sperrlage
in eine Gehäusestiftbohrung eingreift, eine Steuervorrichtung (Steuerbolzen, Druckfeder)
zugeordnet ist, welche den Kernstift gegen die Wirkung der ihn sowie den zugehörigen
Gehäusestift treibenden Stiftfeder in der Sperrlage hält, und daß die Steuervorrichtung
so angeordnet ist, daß sie von der eindringenden, passenden Flachschlüsselspitze aus
ihrer die Sperrlage des Kernstiftes bewirkenden Stellung entfernt wird. Die Steuervorrichtung
besteht aus einem Steuerbolzen, der unter der Wirkung einer Druckfeder steht, die
stärker als die Stiftfeder des Zuhaltungsstiftpaares ist, mit dem der Steuerbolzen
zusammenarbeitet, und daß bei nicht eingeführtem Schlüssel der Steuerbolzen an der
Dachfläche des Kernstiftes aufliegt. Dabei soll der Steuerbolzen in einer Bohrung
gelagert sein, die das Zylinderkernende zentrisch in Richtung der Längsachse des Zylinderkerns
durchdringt. Bei einem Einbaudoppelzylinder sind zwei sich gegenseitig federnd abstützende,
jeweils eines der Zylinderkernenden durchdringende Steuerbolzen vorgesehen. Der sperrende
Kernstift ragt in seiner Sperrstellung nur mit seinem abgerundeten oder kegeligen
Ende in den Schlüsselkanal hinein.
[0005] Aus der GB-PS 1 383 008 ist ein weiterer Schließzylinder mit Kern- und Gehäuststiften
sowie einem Längsrippenprofilflachschlüssel vorbekannt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schließzylinder zu schaffen, dessen
Nachschließsicherheit, Aufsperrsicherheit und die Abtastsicherheit ganz erheblich
erhöht wird. Definition: Unter "Aufsperrsicherheit" ist der Grad der Erschwerung,
die Sperrorgane eines Schließzylinders gewaltlos mit Hilfsmittel ohne Kenntnis des
zugehörigen Schlüssels zerstörungsfrei zu überwinden, zu verstehen.
[0007] Unter "Nachschließsicherheit" ist der Grad der Erschwerung, den Schließzylinder mit
einem anderen als dem zugehörigen Schlüssel zu betätigen, zu verstehen.
[0008] Unter "Abtastsicherheit" ist der Grad der Erschwerung, die Schließcodierung der Zuhaltungen
eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln gewalt- und spurenlos aus dem Schließzylinder
zu ermitteln, um nach den festgestellten Werten (Maßen) einen Nachschlüssel anzufertigen,
zu verstehen.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die in Patentanspruch 1 wiedergegebenen Merkmale gelöst.
[0010] Dadurch, daß im Bereich der Schlüsselspitze im Tiefsten des Schlüsselkanals ein Schutzkörper
angeordnet ist, muß der Schlüssel besonders ausgebildet sein, damit er bis zum Anschlag
in den Schlüsselkanal eingeschoben werden kann und paßt.
[0011] Des weiteren wird durch das Vorhandensein des Schutzkörpers die Einführung von Sperrwerkzeugen
erheblich erschwert.
[0012] Außerdem kann die Lage des Verriegelungsschiebers in bezug auf den Schutzkörper so
bestimmt werden, daß zwischen Schutzkörper und Verriegelungsschieber normalerweise
keine Sperrwerkzeuge vorbeigeschoben werden können.
[0013] Dadurch, daß der Verriegelungsschieber mindestens einen Stift steuert, der den Kern
gegen Drehung verriegelt, kann die bisherige Einbruchsmethode nicht mehr angewendet
werden, die darin besteht, eine Pickingpistole oder ein sonstiges Pickbesteck in den
Schlüsselkanal einzuführen, um die Kernstifte hochzuschieben und gleichzeitig den
Kern in Umfangsrichtung unter Spannung zu halten. Bei der Erfindung sind die Federkräfte,
die die verschiedenen, verschieblich gelagerten Kernstifte, der Indexierstift und
den Verriegelungsschieber belasten, verschieden groß. Bei der Impressionstechnik wird
allerdings mit einem Werkstoff gearbeitet, der auf Druck reagiert. Aufgrund von Abdrücken
werden dann Stellen weggearbeitet. Würde dies bei dem erfindungsgemäßen Schloß durchgeführt
werden, so würde das Schloß sofort verriegeln, weil Abdrücke vorgetäuscht werden,
die nicht weggearbeitet werden dürfen.
[0014] Im übrigen ist ein Schließzylinder gemäß der Erfindung leicht herstellbar.
[0015] Im übrigen ist der Schutzkörper mit dem Kern verbunden. Diese Verbindung kann dadurch
hergestellt werden, daß in eine Bohrung des Kerns der stift- oder stangenförmige Schutzkörper
unter Vorspannung eingesteckt ist. Dadurch, daß der Schutzkörper durch eine orthogonal
zur Kernlängsachse verlaufende Bohrung hindurchgesteckt ist und den Schlüsselkanal
im Bereich der Schlüsselspitze durchgreift, ergeben sich besonders enge Räume zwischen
Kernstift, Schutzkörper und einem etwaigen Indexierstift, so daß sich Sperrwerkzeuge
zum Zurückdrängen des Sperrschiebers kaum einsetzen lassen.
[0016] Bei Ausgestaltung eines Schließzylinders gemäß Patentanspruch 2 ergibt sich eine
Indexierung des Kerns, so daß ein radiales Aufspannunghalten der Zuhaltungsstifte
ausscheidet.
[0017] Eine Ausführungsform nach Patentanspruch 3 ist leicht herstellbar.
[0018] In den Patentansprüchen 4 und 5 sind vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
beschrieben.
[0019] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 6 ist der Indexierstift federnd gelagert
und wird durch den Schlüsselrücken in Öffnungsstellung zurückgedrückt.
[0020] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 7 kann der Abstand zwischen dem Indexierstift
und dem Schutzkörper zum Eintritt der Schlüsselspitze besonders klein gehalten werden,
wodurch ein Manipulieren mit Sperrwerkzeugen weiter erschwert wird.
[0021] Eine Ausführungsform nach Patentanspruch 8 ist fertigungsmäßig leicht herstellbar.
[0022] Bei ausreichenden Platzverhältnissen ermöglicht Patentanspruch 9 eine preiswerte
Lösung.
[0023] Diese Ausführungsform eignet sich besonders in den Fällen, in denen wenig Material
am Zylindergehäuse zur Lagerung des Indexierstiftes zur Verfügung steht. In diesem
Falle ermöglicht die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung ebenfalls eine preiswerte,
kompakt bauende Bauform. Außerdem kann die Federkraft der Klemmfeder ausreichend groß
bemessen werden, um einen hohen Druck auf den Indexierstift übertragen zu können.
[0024] In Patentanspruch 10 ist eine bevorzugte Ausgestaltung für die Klammerfeder beschrieben.
[0025] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 11 ergibt sich eine indirekte Ansteuerung
der Kernstifte durch den Schlüssel. Dies ermöglicht wiederum eine Verriegelung des
Kerns durch die Kernstifte im Bereich des Verriegelungsschiebers, während auf dem
übrigen Teil der Länge des Zylinderschlosses die Verriegelung desselben durch die
Gehäusestifte erfolgt. Dadurch ist es durch ein Pickbesteck nicht mehr möglich, die
Stifte anzuheben, da auf dem überwiegenden Teil der Schlüssellänge die Gehäusestifte
angehoben werden müssen, während die durch den Verriegelungsschieber betätigten Kernstifte
heruntergedrückt werden müßten, was nach der Pickingmethode unmöglich ist.
[0026] In Patentanspruch 12 ist eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung beschrieben.
[0027] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 13 ergibt sich eine weitere radiale Fixierung
des Zylinderkerns.
[0028] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 14 ist auf kürzeste Entfernung eine gute
Einleitung der Kräfte in den Zylinderkern gegeben, wobei keine Verkantung des Verriegelungsschiebers
möglich ist. Außerdem läßt sich ein derartiger Verriegelungsschieber preiswert und
stabil fertigen.
[0029] Wird bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 15 mit einem passenden Schlüssel
geöffnet, so ergibt sich eine Stellung, in der der Kernstift eine Position erreicht,
in der der Kern gegenüber dem Zylindergehäuse entriegelt ist.
[0030] Wird ein passender Schlüssel entfernt, dann wird der Kernstift über die Schräge und
den Verriegelungsschieber so angehoben, daß er den Kern gegenüber dem Zylindergehäuse
verriegelt. Ein vor diesem Kernstift liegender weiterer Kernstift ruht mit seiner
Längsstirnseite dann auf der Schrägen auf.
[0031] Wird das Schloß mit einem passenden Schlüssel geöffnet, dann fällt einer der Kernstifte
in einen Schlüsseleinschnitt ein, während der andere Kernstift mit seiner Stirnseite
auf der Steuerschrägen des Verriegelungsschiebers aufruht. Diese Stellungen entsprechen
Stellungen der Kernstifte, in denen der Kern gegenüber dem Zylindergehäuse gedreht
werden kann.
[0032] Gelingt es bei einem Öffnungsversuch mit Sperrwerkzeugen den Schieber zurückzudrängen,
so fällt einer der Kernstifte nach unten und die Sperrnase des Verriegelungsschiebers
fällt hinter die Schulter, den Rücksprung oder dergleichen und verriegelt diesen,
so daß der Kern gegenüber dem Zylindergehäuse nicht gedreht werden kann. In diesem
Fall ist auch das Schloß mit einem passenden Schlüssel nicht mehr zu öffnen. Dadurch
ist ersichtlich, daß ein Einbruchsversuch stattgefunden hat. Dies kann insbesondere
bei Automaten, aber auch bei Wertbehältern und Schränken, in denen Drogen aufbewahrt
werden, von großem Vorteil sein.
[0033] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 16 ist die Verriegelungsposition genau
bestimmt, da durch Anschlag der Fahne gegen den Schutzkörper sich eine definierte
Verriegelungsstellung in der vordersten Position des Verriegelungsschiebers ergibt.
[0034] Bei der Ausführungsform nach Patentanspruch 17 ist eine saubere, verkantungsfreie
Lagerung der Feder gegeben. Außerdem wird durch den Fortsatz die hintere Position
des Verriegelungsschiebers genau bestimmt.
[0035] In Patentanspruch 18 ist eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung
beschrieben.
[0036] Ist an einem erfindungsgemäßen Schloß manipuliert worden und ist der Verriegelungsschieber
mit seiner Steuernase hinter die Schulter eines Kernstiftes eingefallen, so läßt sich
- wie dargelegt - ein erfindungsgemäßes Schloß normalerweise auch nicht mehr mit einem
dazugehörigen Schlüssel öffnen.
[0037] Patentansprüche 19 und 20 beschreiben vorteilhafte Ausführungsformen.
[0038] Durch die Merkmale der Patentansprüche 21 bis 24 wird erreicht, daß die Aufsperrsicherheit,
die Nachschließsicherheit und die Abtastsicherheit erheblich erhöht werden. Insbesondere
ist es dann nicht mehr möglich, daß nach der Impressionstechnik Abdrücke hergestellt
werden, um an einem Rohling entsprechende Aussparungen auszubilden und dadurch einen
Nachschlüssel anzufertigen. Da für einen Außenstehenden kein System erkennbar ist,
kann der Schlüsselrohling nicht in seinen wichtigen Merkmalen vorgefertigt werden,
um ihn an das Schloßeingerichte anzupassen. Vielmehr ist für einen Außenstehenden
die innere Anordnung und Ausbildung der Schloßeingerichteteile völlig unbekannt. Ohne
Zerstörung des Schlosses ist ein Öffnen ohne den passenden Schlüssel nicht mehr möglich.
[0039] In der Zeichnung ist die Erfindung an Ausführungsbeispielen - teils schematisch -
veranschaulicht. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Schließzylinder, bei dem der Zylinderkern um
360 Grad drehbar ist und der Schließzylinder von der Tür bzw. Korpusinnenseite nach
außen eingebaut werden kann;
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Schließzylinder, bei dem der Zylinderkern um
ein begrenztes Maß rechts oder links drehbar ist und bei dem der Einbau des Schließzylinders
von außen nach innen erfolgt;
Fig. 3 eine Einzelheit aus einem Schließzylinder, teils im Schnitt, teils in der Ansicht,
in normaler Verriegelungsstellung eines Schließzylinders, und zwar nach dem Abziehen
eines passenden Schlüssels;
Fig. 4 einen Längsschnitt entsprechend Fig. 3, wobei ein passender Schlüssel in den
Schlüsselkanal eingeführt worden ist;
Fig. 5 einen Längsschnitt entsprechend Fig. 4, wobei nach einem Einbruchsversuch der
Verriegelungsschieber in seine hintere Position verschoben worden ist und dabei das
Abgleiten der Kernstifte von der Fläche der Steuernase erfolgt und der Kern durch
die Gehäusestifte blockiert ist;
Fig. 6 einen Längsschnitt entsprechend Fig. 5, wobei nach einem Aufbruchsversuch der
Verriegelungsschieber mit seiner Steuernase hinter eine Schulter eines Kernstiftes
blockierend eingerastet ist;
Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII - VII der Fig. 6;
Fig. 8 einen Längsschnitt durch einen Schließzylinder, wobei nach einem Einbruchsversuch
die Kernstifte in Verriegelungs- und Blockierstellung stehen und der Verriegelungsschieber
durch eine autorisierte Person mittels passendem Werkzeug wieder in seine Ausgangslage
(Entriegelungsstellung) zurückgedrückt wird;
Fig. 9 einen Schnitt nach der Linie IX - IX der Fig. 8;
Fig. 10 eine Explosionsdarstellung von Öffnungswerkzeugen, mit denen nach einem Einbruchsversuch
der Verriegelungsschieber in seine Ausgangsstellung (Entriegelungsstellung) zurückgedrückt
und die Kern- und Gehäusestifte in ihrer Ausgangslage zurückbewegt werden können (Fig.
8);
Fig. 11 die aus Fig. 10 ersichtlichen Werkzeuge, wobei ein Sperrwerkzeug in einen
Längskanal des Schlüssels eingeführt worden ist (Fig. 8);
Fig. 12 einen erfindungsgemäßen Schlüssel mit Doppelspitze in teilweiser Seitenansicht,
mit Schutzkörper;
Fig. 13 eine Einzelheit aus Fig. 6, mit verriegelbarem Kernstift, der schließungsbedingt
verschiedene Längen haben kann;
Fig. 14 einen Entriegelungsschieber in der Stirnansicht;
Fig. 15 einen Querschnitt nach der Linie XV - XV der Fig. 2;
Fig. 16 einen Längsschnitt nach der Linie XVI - XVI der Fig. 15;
Fig. 17 eine Klammerfeder in der Seitenansicht;
Figuren 18 bis 20 ausschnittsweise Vergrößerungen bei weiteren Ausführungsformen der
Erfindung.
[0040] Mit dem Bezugszeichen 1 ist in der Zeichnung ein Zylindergehäuse bezeichnet, im dem
ein Kern 2 drehbar gelagert ist.
[0041] In dem Gehäuse 1 sind parallel und mit Abstand zueinander Gehäusestifte 3 gegen die
Rückstellkraft je mindestens eines Federelementes 4 längsverschieblich angeordnet.
[0042] Jedem der Gehäusestifte 3 ist je ein Kernstift 5 zugeordnet. Jeder der Kernstifte
5 ist in je einer Bohrung 6 im Kern längsverschieblich gelagert. Alle Kernstifte besitzen
eine Umlaufschräge, um das Anheben derselben durch die Schlüsselspitze und das Eintauchen
in die Ausschnitte 7 eines Flachschlüssels 8 ermöglichen. Der Flachschlüssel 8 kann
auch als Längsrippenprofilflachschlüssel ausgestaltet sein.
[0043] Mit dem Bezugszeichen 9 ist ein Schlüsselkanal bezeichnet. Der Schlüsselrücken ist
mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet.
[0044] Insbesondere aus Fig. 12 ist zu erkennen, daß der Flachschlüssel 8 in seiner Spitze
einen Hilfsschlitz 11 aufweist, dessen Querabmessungen so bemessen sind, daß der Schlüssel
mit den dadurch gebildeten beiden Schlüsselspitzen 12 und 13 einen stangenförmigen
Schutzkörper 14 mit geringem Spiel auf gegenüberliegenden Seiten umgreift.
[0045] Der stangenförmige Schutzkörper 14 verläuft mit seiner Längsachse orthogonal zur
Längsachse des Flachschlüssels 8 und auch orthogonal zur Längsachse des Kerns 2.
[0046] Wie insbesondere die Figuren 7, 15 und 16 erkennen lassen, ist der stangenförmige
Schutzkörper 14 mit seinen Endabschnitten in einer Bohrung 15 angeordnet, wobei der
Schutzkörper 14 durch Vorspannung in der Bohrung gehalten wird. Er durchgreift mit
seinem mittleren Längenabschnitt den Schlüsselkanal 9.
[0047] Auf der dem Schlüsselrücken 10 zugekehrten Seite des Zylindergehäuses ist bei den
aus den Figuren ersichtlichen Ausführungsformen ein Indexierstift 16 diametral gegenüberliegend
und mit seiner Längsachse orthogonal zu dem stangenförmigen Schutzkörper 14 verlaufend
angeordnet. Dieser Indexierstift 16 ist an einer Klammerfeder 17 befestigt, die das
Zylindergehäuse 1 umgreift und (Fig. 15) in Nuten 18 angeordnet ist. Die Klammerfeder
17 umgreift unter Vorspannung das Zylindergehäuse 1.
[0048] Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist hingegen der Indexierstift 16 in einer Bohrung
des Zylindergehäuses 1 gegen die Rückstellkraft einer Druckfeder 19 gelagert.
[0049] Der Indexierstift 16 ist an seinem freien, dem Schlüsselkanal 9 zugekehrten Endabschnitt
konisch zulaufend ausgebildet und endet mit seiner Spitze im geringen Abstand zur
Oberfläche des stangenförmigen Schutzkörpers 14. Dieser Abstand muß so bemessen sein,
daß der Flachschlüssel 8 mit seiner Schlüsselspitze 12 in diesen Abstand eindringen
und den Indexierstift 16 bis auf die Trennungsebene zwischen Zylindergehäuse 1 und
Kern 2 zurückdrücken kann.
[0050] Die Schlüsselspitze 13 des Flachschlüssels 8 drückt hingegen die Reihe von Kernstiften
5 bis auf die Trennungsebene zurück, bis auf Kernstifte, die näher zum Bereich der
Schlüsselspitze liegen, wenn diese nicht mehr in den Schlüsselkanal 9 hineinragen
und die nachfolgend beschrieben werden.
[0051] In einer besonderen Aussparung 20 ist ein Verriegelungsschieber 21 längsverschieblich,
also in Richtung der Schlüssellängsachse, gegen die Rückstellkraft eines Federelementes
22 angeordnet. Das Federelement 22 stützt sich gegen ein axial verstellbares Widerlager
23 ab, das bei den dargestellten Ausführungsformen als Schraubstopfen ausgebildet
ist, das in eine Bohrung 24 mit Gewinde einschraubbar ist.
[0052] Die Ausführungsformen nach den Figuren 1, 2, 5, 13 und 14 besitzen je eine Sackbohrung
26, in der das Federelement 22 geführt und gelagert ist.
[0053] Des weiteren ist bei den Ausführungsformen nach den Figuren 3, 4, 5, 6, 8, 13 und
14 einstükkig eine Schulter bzw. Ansatz 27 mit der Steuernase 28 verbunden, die zu
der Seite des Zylindergehäuses 1 gerichtet ist, auf der sich der Schlüsselrücken 10
befindet.
[0054] Außerdem ist mit dem Verriegelungsschieber bei allen Ausführungsformen eine Steuernase
28 einstückig verbunden, die eine Anlaufschräge 29 aufweist. Die Anlaufschräge 29
geht in eine planparallele Fläche 30 über, mit der der Verriegelungsschieber 21 an
der Aussparungsführung 20 anliegt. Die Fläche 30 verläuft planparallel zu Auflage-
und Führungsflächen 31, 32.
[0055] Bei der Ausführungsform nach Fig. 15 wird die Führungsfläche durch die Mantelfläche
33 einer Bohrung gebildet.
[0056] Die Steuernase 28 wird durch die von der Schlüsselspitze 13 ausgehende stirnseitige
Fläche des Flachschlüssels 8 angesteuert und gegen die Rückstellkraft des Federelementes
22 zurückgedrängt.
[0057] In Fig. 3 ist die Ausgangsstellung veranschaulicht, in welcher sich noch kein passender
Flachschlüssel 8 in dem Schlüsselkanal 9 befindet. Wird nun ein passender Flachschlüssel
8 in den Schlüsselkanal 9 eingeschoben, dann werden die Kernstifte der Reihe nach
gegen die Rückstellkraft der ihnen zugeordneten Federn bis auf die Trennebene zurückgedrängt,
da sie in die dafür passenden Schlüsselausschnitte 7 einfallen können. Außerdem fallen
die in den Figuren 1, 3, 4, 5, 6 und 8 ersichtlichen vorletzten Kernstifte, die mit
einer Ringschulter versehen sind, in die zugeordneten Schlüsseleinschnitte 7 ein,
während der zum Schlüsselanschlag am weitesten entfernt liegende Stift auf der planparallelen
Fläche 30 des Verriegelungsschiebers 21 bis zu der schräg verlaufenden Auflage- und
Führungsfläche (Fig. 4) 29 zur Fläche 42 gleitet, in der er ebenfalls die Trennung
zwischen Zylindergehäuse 1 und Kern 2 freigibt.
[0058] Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 und 15 ist hinter dem vom Schlüsselanschlag am
entferntest liegenden Kernstift 5 ein im Zylindergehäuse 1 fest angeordneter Stift
34 angeordnet. Dieser Stift 34 weist mit einem Endabschnitt 35 in eine Längsnut 36
des Verriegelungsschiebers 21, die bei abgezogenem Flachschlüssel 8 durch die Seitenwandungen
der Längsnut 36 des Verriegelungsschiebers 21 verriegelt und bei einem passenden in
dem Schlüsselkanal 9 eingeschobenen Flachschlüssel 8 den Endabschnitt 35 freigibt.
[0059] Bei den Ausführungsformen nach den Figuren 1, 3, 4, 5, 6, 8 und 13 weist der vorletzte
Kernstift 5 eine Ringnut auf, die durch eine etwa mittig angeordnete Eindrehung gebildet
ist und die so bemessen ist, daß der Verriegelungsschieber 21 mit seiner Steuernase
28 in diese Ringnut (z. B. Fig. 1, 6, 8 und 13) blockierend eingreift. Dieser Zustand
ergibt sich dann, wenn an dem Schloß mit nicht passendem Schlüssel oder Einbruchwerkzeugen
manipuliert worden ist. Danach kann auch mit einem passenden Schlüssel das Schloß
nicht mehr geöffnet werden. Soll ein solches Schloß wieder funktionsfähig gemacht
werden, ohne daß dabei eine Zerstörung eintritt, so sind insbesondere, die aus den
Figuren 10 und 11 ersichtlichen Sperrwerkzeuge erforderlich, die aus einem schraubenzieherartigen
Handgriff und einem aus Federstahl bestehenden Teil bestehen. Außerdem gehört dazu
ein besonderer Hilfsschlüssel 38, der einseitig eine Längsnut 39 aufweist, durch die
das Sperrwerkzeug 37 mit seinem federelastischen Teil lagegenau hindurchsteckbar ist
(Fig. 8). Nach dem Einführen des Sperrwerkzeugs 37 in die Längsnut 39 bewegt sich
das Sperrwerkzeug 37 unterhalb des vorletzten Kernstiftes 5 vorbei (Fig. 8) und stößt
gegen den stangenförmigen Schutzkörper 14, worauf es wegen seiner Elastizität abgelenkt
wird und anschließend gegen den Verriegelungsschieber 21 stößt und diesen gegen die
Rückstellkraft des Federelementes 22 zurückdrängt. Dadurch tritt auch die Steuernase
28 aus der Ringnut des vorletzten Kernstiftes 5 aus und erlaubt das Nachschieben des
Hilfsschlüssels 38, so daß nun dieser zuvor verriegelte Kernstift 5 über die Schlüsselauflaufschräge
der Schlüsselspitze 13 gegen die Rückstellkraft der zugeordneten Feder hochgedrückt
werden kann und danach das Nachführen des Hilfsschlüssels 38 bis zur Steuernase 28
des Verriegelungsschiebers 21 gestattet. Danach ist die aus Fig. 3 ersichtliche Ausgangsstellung
wieder erreicht, in der sich das Schloß mit einem üblichen, passenden Flachschlüssel
8 wieder betätigen läßt. Nur das in seinen Querabmessungen sehr klein, z. B. nadelförmig
gehaltene, federelastische Sperrwerkzeug 37 vermag den geringen Querabstand zwischen
der Spitze des verriegelten Kernstiftes 5 (Fig. 8) und dem stangenförmigen Schutzkörper
14 zu überwinden. Ein starres Element könnte jedoch den Abstand der durch die Stirnseite
des vorletzten der Kernstifte 5 und dem stangenförmigen Schutzkörper 14 gebildet ist,
nicht überwinden. Zum Beispiel ist das Maß A, gemessen von der Längsmittellinie des
besagten Kernstiftes 5, der durch den Mittelpunkt des stangenförmigen Schutzkörpers
14 verlaufenden Mittellinie, 3,5 mm. Zieht man eine orthogonal zur Längsachse dieses
Kernstiftes 5 verlaufende Linie, die gerade die Spitze dieses Kernstiftes 5 berührt
und die Mittellinie, die durch den Mittelpunkt des stangenförmigen Schutzkörpers verläuft,
so kann der höchste Punkt (Spitze) des vorletzten Kernstiftes 5 diese Linie berühren,
kann aber auch um einige wenige zehntel Millimeter von dieser Linie rückversetzt sein.
Die Linie ist in der Zeichnung mit dem Bezugszeichen 40 bezeichnet. Dadurch, daß der
stangenförmige Schutzkörper 14 in seiner Außenfläche abgerundet ist, wird ein Umlenken
des freien, federelastischen Endes des Sperrwerkzeuges 37 erleichtert.
[0060] Wie man erkennt, sind die dem Schlüsselanschlag am entferntest liegenden Kernstifte
5 nach dem Hobb'schen Öffnungsverfahren nicht zu öffnen, weil der Zugriff zu den freien
Enden dieser Kernstifte 5 durch den Verriegelungsschieber 21 nicht möglich ist. Dazu
bedürfte es erst eines Zurückdrängens des Verriegelungsschiebers 21 gegen die Rückstellkraft
des Federelements 22. Sollte dies trotzdem gelingen, derart, daß der Verriegelungsschieber
21 bis zu seinem Anschlag ganz nach hinten verschoben wird, dann gleiten diese Kernstifte
5 von dem Verriegelungsschieber 21 ab, so daß die Gehäusestifte 3 den Kern 2 gegenüber
dem Zylindergehäuse 1 blockieren. Die in der Beschreibungseinleitung beschriebenen,
käuflich erwerbbaren Sperrwerkzeuge lassen sich bei einem erfindungsgemäßen Schloß
nicht verwenden, um es ohne Spuren und Zerstörung und geräuschlos aufsperren zu können.
[0061] Aus Fig. 18 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung zu ersehen. Bei dieser
ist zwischen der Steuernase 28 und der Steuerfläche bzw. den Anlaufschrägen 29 eine
Fläche 42 vorgesehen, auf die der letzte der Kernstifte 5 mit seiner konisch zulaufenden
Stirnfläche aufruht, wenn der Verriegelungsschieber 21 durch den passenden Schlüssel
gegen die Rückstellkraft der Feder zurückgeschoben worden ist. In dieser Stellung
ist das Schloß entriegelt (Fig. 4). Wie mit gestrichelten Linien in den Figuren 2
und 18 veranschaulicht worden ist, können die Einschnitte variieren. In Fig. 18 sind
diese Einschnitte mit X1, X2, X3 und X4 schematisch angedeutet worden.
[0062] Auch die Länge B der Fläche 42 kann variieren. Dies gilt auch hinsichtlich der Form.
Zum Beispiel kann die Fläche 42 konkav, konvex oder in sonstiger Weise, beispielsweise
wellenförmig, ausgestaltet werden. Es ist auch möglich, eine geradlinig begrenzte
Fläche 42 nicht parallel zur Kernlängsachse 43, sondern unter einen spitzen Winkel
dazu anzuordnen.
[0063] Alle diese Maßnahmen sollen bewirken, daß durch möglichst viele Varianten bei einem
nicht passenden Schlüssel sofort die Sperrlage erreicht wird und auch von außen erkennbar
ist (Fig. 8).
[0064] Bei der Ausführungsform nach Fig. 19 ist eine Variante der Unterkante der Steuernase
28 dargestellt. Mit ausgezogenen Linien ist ein Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Mit strichpunktierten Linien sind zwei weitere Alternativformen angedeutet worden.
[0065] In Fig. 20 ist zu erkennen, daß die Steuernase 28 auch in einer Aussparung 44 des
Schlüssels eingreifen kann. Die Form, Abmessung und Abstand dieser Aussparung 44 zur
Kernlängsachse 43 können ebenfalls variiert werden. Die Dicke des Verriegelungsschiebers
21 ist mit D in Fig. 20 bezeichnet worden. Dieses Maß D muß kleiner sein als das Maß
H, gemessen von der Spitze des vorletzten der Kernstifte 5 bis zum Übergang des konischen
Teils in den zylindrischen Teil (Fig. 4).
[0066] Mit Y1 bis Y5 sind Höhenvarianten in Abhängigkeit zu den Einschnittsvarianten X1
bis Y5 bezeichnet.
[0067] Die in der Zusammenfassung, in den Patentansprüchen und in der Beschreibung beschriebenen
sowie aus der Zeichnung ersichtlichen Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebigen
Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0068]
1 Zylindergehäuse
2 Kern
3 Gehäusestift
4 Federelement
5 Kernstift
6 Bohrung
7 Ausschnitt
8 Flachschlüssel, Längsrippenprofilflachschlüssel
9 Schlüsselkanal
10 Schlüsselrücken
11 Längsschlitz
12 Schlüsselspitze
13
14 Schutzkörper
15 Bohrung
16 Indexierstift
17 Klammerfeder
18 Nut
19 Druckfeder
20 Aussparung und Führung
21 Verriegelungsschieber
22 Federelement, Druckfeder
23 Widerlager
24 Bohrung
25 -
26 Sackbohrung
27 Ansatz, Schulter
28 Steuernase
29 Steuerfläche, Anlaufschräge
30 Fläche, planparallele
31 Auflage- und Führungsfläche
32 " "
33 Mantelfläche
34 Stift
35 Endabschnitt
36 Längsnut
37 Sperrwerkzeug
38 Hilfsschlüssel
39 Längsnut
40 Linie
41 Längsschlitz
42 Fläche
43 Kernlängsachse
44 Aussparung
45 Längsachse des Längsschlitzes 11
A Maß
B Länge
D Dicke
H Kegelhöhe an Kernstift
X Einschnittsvarianten
Y Höhenvariante in Abhängigkeit zu Einschnittsvarianten
1. Schließzylinder mit Stiftzuhaltungen, mit einem Zylindergehäuse, in dem ein im
Querschnitt kreisrunder Kern mit Längsprofil oder Längsrippenprofil im Schlüsselkanal
für einen Flachschlüssel oder einen Längsrippenprofilflachschlüssel mit an der Schmalseite
vorgesehenen, variierbaren Einschnitten drehbar gelagert ist, und mit sich zur Kernachse
quer erstrekkenden Stiftzuhaltungen, die jeweils in Reihe oder in Reihen angeordnet
in Ebenen liegen, die z. B. gleichlaufend zur Mittelachse des Kerns angeordnet sind,
und die mindestens einen Kernstift umfassen, denen passende Einschnitte und Vertiefungen
im Flachschlüssel bzw. im Längsrippenprofilflachschlüssel gegenüberliegen, wobei der
Flachschlüsselrükken oder der Rücken des Längsrippenprofilflachschlüssels an der Kernmantelfläche
tangiert, wobei von dem Endteil des Flachschlüssels oder des Längsrippenprofilflachschlüssels
ein Verriegelungsschieber betätigbar ist, der mindestens einen den Kern gegen Drehung
verriegelnden Kernstift steuert, dadurch gekennzeichnet, daß
a) in dem Bereich der Schlüsselspitze (12, 13) zugeordneten Tiefsten des Schlüsselkanals
(9) ein im Schlüsselkanal (9) angeordneter Schutzkörper (14) vorhanden ist, der von
dem Flachschlüssel (8) mit einem formmäßig abgestimmten Längsschlitz (11) umgriffen
ist;
b) der Schutzkörper (14) quer zum Schlüsselkanal (9) angeordnet ist;
c) der Schutzkörper (14) stangenförmig ausgebildet ist;
d) der Schutzkörper (14) mit dem Kern (2) verbunden ist;
e) der Schutzkörper (14) durch eine orthogonal zur Kernlängsachse verlaufende Bohrung
(15) hindurchgesteckt ist und den Schlüsselkanal (9) im Bereich der Schlüsselspitze
(12, 13) durchgreift.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des der
Schlüsselspitze (12, 13) zugeordneten Tiefsten des Schlüsselkanals (8) ein dem Schlüsselrükken
(10) gegenüberliegender Indexierstift (16) zugeordnet ist.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schutzkörper
(14) im Querschnitt kreisrund ausgebildet ist.
4. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schutzkörper (14) unter Vorspannung in der Bohrung (15) gehalten ist.
5. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die endseitigen Kuppen des Schutzkörpers (14) in der Bohrung (15) von der Mantelfläche
des Kerns (5) zurückversetzt angeordnet sind.
6. Schließzylinder nach Anspruch 2 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Indexierstift (16) federnd gelagert ist und durch den Schlüsselrücken (10)
in Öffnungsstellung zurückdrückbar ist.
7. Schließzylinder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachse des
Indexierstiftes (16) orthogonal zur Kernlängsachse und orthogonal zur Längsachse des
stangenförmigen Schutzkörpers (14) sowie orthogonal zur Längsachse des Schlüsselkanals
(9) verläuft.
8. Schließzylinder nach Anspruch 2 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Indexierstift (16) stift- oder bolzenförmig ausgebildet ist.
9. Schließzylinder nach Anspruch 2 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Indexierstift (16) mit seiner ihn belastenden Feder in einer Bohrung des Zylindergehäuses
(1) gelagert ist.
10. Schließzylinder nach Anspruch 2 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Indexierstift (16) an einer Klammerfeder (17) angeordnet ist, die das Zylindergehäuse
(1) unter Federspannung umfaßt und daß die Klammerfeder (17) in seitlichen Nuten am
Zylindergehäuse (1) lösbar gelagert ist.
11. Schließzylinder nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Klammerfeder
(17) aus Blattfederstahl besteht.
12. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Verriegelungssschieber (21) in Achslängsrichtung des Kerns (2) durch Federkraft
in Richtung auf den Flachschlüssel (8) belastet ist und daß der Verriegelungsschieber
(21) eine Steuernase (28) aufweist, die bei einem Betreiben des Schließzylinders mit
einem passenden Flachschlüssel (8) durch diesen gegen die Federkraft zurückdrückbar
ist und die mit einer als Anlauffläche ausgebildeten Steuerfläche (29) den betreffenden
Kernstift (5) in Offenstellung steuert.
13. Schließzylinder nach Anspruch 12 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verriegelungsschieber (21) eine Längsnut (36) aufweist, in die ein im Zylindergehäuse
(1) befestigter Stift (34) mit einem Endabschnitt (35) bei abgezogenem Flachschlüssel
(8) eintaucht, während bei einem Schließen mit passendem Flachschlüssel (8) die Längsnut
(36) aus dem Bereich des Ansatzes (35) des Stiftes (34) durch Längsverschiebung des
Verriegelungsschiebers (21) entfernt ist.
14. Schließzylinder nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Verriegelungsschieber
(21) in einem zur Kernlängsachse orthogonal geführten Querschnitt T-förmig gestaltet
ist und daß der Verriegelungsschieber (21) in einer formmäßig angepaßten Längsaussparung
und Führung (20) des Kerns (2) längsverschieblich geführt ist.
15. Schließzylinder nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuernase (28)
eine unter einem spitzen Winkel zur Längsachse des Kerns (2) verlaufende Anlaufschräge
(29) aufweist, die zwei oder mehrere Kernstifte (5) steuert, von denen der der Steuernase
(28) am nächsten liegende Kernstift (5) einen Rücksprung, eine Schulter, Eindrehung
oder dergleichen, aufweist, in die beim Öffnungsversuch mit einem nicht passenden
Schlüssel (8) oder dergleichen die Steuernase (28) blockierend eingreift.
16. Schließzylinder nach Anspruch 15 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verriegelungsschieber (21) einen einstükkig mit der Steuernase (28) ausgebildeten
Fortsatz aufweist, der in dem Schlüsselkanal (9) angeordnet ist.
17. Schließzylinder nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß ein Federelement
(22) auf dem Fortsatz geführt und gelagert ist, das sich einerseits an dem Verriegelungsschieber
(21) bzw. an dessen Fortsatz und andererseits an einem Widerlager (23) abstützt.
18. Schließzylinder nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Widerlager (23)
in Verschieberichtung des Verriegelungsschiebers (21) einstellbar und arretierbar
ist.
19. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß nach einem Einbruchsversuch das blockierte Schloß ohne Zerstörung dadurch entriegelbar
ist, daß ein flexibles, stangen- oder drahtförmiges Sperrwerkzeug durch eine Längsnut
(39) eines Hilfsschlüssels (38) und durch den Schlüsselkanal (9) hindurchsteckbar
und unter dem blockierten Kernstift (5) und über den Schutzkörper (14) unter gleichzeitiger
Rückdrückung des blockierten Kernstiftes (5) und Zurückschiebung des Verriegelungsschiebers
(21) aus seiner blockierenden Lage entriegelbar ist, derart, daß dann durch den Hilfsschlüssel
(38) der vorblockierte Kernstift (5) anhebbar ist und sich danach auf die Steuernase
(28) des Verriegelungsschiebers (21) absenkt.
20. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß einem der letzten Kernstifte (5) diametral gegenüberliegend zu dem Schutzkörper
(14) ein Stift (34) angeordnet ist, derart, daß der Stift nach einem Aufbruchsversuch
bei zurückgeschobenem Verriegelungsschieber (21) in den Schlüsselkanal (9) eintaucht
und damit den zurückgedrückten Gehäusestift (3) in Sperrstellung gelangt.
21. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Steuernase (28) des Verriegelungsschiebers (21) und der Anlaufschräge
(29) eine einen Kernstift (5) in Offenstellung steuernde Fläche (42) angeordnet ist,
die in ihrer Länge (A) und/oder in ihrer Form und/oder in ihrer Winkelstellung zur
Kernlängsachse (43) variierbar ist.
22. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mittenabstand der Steuernase (28) von der Kernlängsachse (43) und damit die
Anlagefläche am Schlüssel (8) variierbar ist.
23. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuernase (28) in eine oder mehrere Aussparungen (44) eingreift und daß die
in Eingriff stehenden Abschnitte der Steuernase (28) und Aussparung (44) variierbar
sind.
24. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß der Längsschlitz (11) des Schlüssels (8) hinsichtlich seiner Form und/oder seiner
Abmessungen und/oder des Winkels seiner Längsachse (45) zur Kernlängsachse (43) variierbar
ist.