[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zahnradpumpe nach dem Oberbegriff von Anspruch
1 sowie ein Verfahren zum Spülen der Dichtung an einer derartigen Zahnradpumpe nach
dem Oberbegriff von Anspruch 13.
[0002] Bei der Durchführung von Zahnradpumpen-Rotorwellen durch die Gehäusewandung, beispielsweise
zu Antriebszwecken, ist es unumgänglich, zwischen Förderraum der Pumpe einerseits
und Umgebungsatmosphäre anderseits eine Abdichtung vorzusehen. Bei nicht durchgeführten
Zahnradpumpen-Rotorwellen, die beispielsweise wälzgelagert sind, ist es in den meisten
Fällen notwendig, eine Abdichtung zwischen Förderraum der Pumpe und Wälzlager vorzusehen.
[0003] Es ist bekannt, zu diesen Zwecken nicht berührende Dichtungen zwischen Welle und
Stator vorzusehen, mit definiertem Dichtungsspalt, beispielsweise Labyrinthdichtungen.
Eine derartige Dichtung kann in der Regel, die übliche Wellenexzentrizität und damit
das übliche Dichtungsspiel berücksichtigend, nur ab einem bestimmten Betriebspunkt
optimal dichtwirksam sein, beispielsweise abhängig von Pumpendrehzahl, zu dichtendem
Differenzdruck, der Temperatur und dem zu dichtenden Medium, insbesondere Fördergut.
[0004] So stellen sich z.B. bei bekannten, zum obgenannten Zweck eingesetzten Labyrinthdichtungen
variable Radialspiele ein, in Abhängigkeit von Betriebsdruck und -temperatur, welche
die Dichtwirkung verändern.
[0005] Ist die Dichtung, wie bei Zahnradpumpen in den meisten Fällen, vorgesehen, um einen
axialen Durchtritt des Fördergutes entlang der Rotorenwelle zu unterbinden, so ist
ersichtlich, dass je nach zu förderndem Gut und je nach den Degradierungseigenschaften
dieses Gutes unterschiedliche Anforderungen an die Ausbildung des Dichtungsspaltes
zwischen drehender Welle und stillstehendem Stator bzw. Gehäuse zu stellen sind. So
ist es vielfach nötig, bei sonst gleichen Pumpen die vorgesehenen Dichtungen für unterschiedlich
zu fördernde Güter unterschiedlich auszulegen, was entweder den Einsatz unterschiedlicher
Pumpen für unterschiedliche Fördergüter bedingt oder mindestens das Wechseln von Dichtungspartien,
wie beispielsweise statorseitig das Dichtungsspiel festlegender Büchsen.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diesen Nachteil zu beheben und eine Zahnradpumpe
zu schaffen, bei der flexibel die Dichtungsverhältnisse bezüglich Dichtungsspiel verändert
werden können.
[0007] Dies wird an einer Zahnradpumpe eingangs genannter Art durch deren Ausbildung nach
dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Sehr ähnliche Probleme wie bei den erwähnten Dichtungen treten aber auch an Lagern
von gleitgelagerten Zahnradpumpenrotoren auf. Die Funktionstüchtigkeit auch solcher
Gleitlager ist nur in einem relativ engen Bereich von Lagertemperatur und der Tragfähigkeit
des Fördergutes im Lager gewährleistet. Beide genannten Grössen, also Lagertemperatur
und Tragfähigkeit, sind aber vom radialen Lagerspiel abhängig; je grösser das Lagerspiel
ist, desto niedriger ist die im Lagerspalt durch Scherung erzeugte Wärme und damit
Lagertemperatur, je geringer ist aber auch die Lagertragfähigkeit.
[0009] Auch bezüglich Lager wurden bis anhin gleitgelagerte Zahnradpumpen für einen relativ
engen Viskositätsbereich des Fördergutes ausgelegt. Fördergutabhängig wurde eine geeignet
dimensionierte Gleitlagerung eingesetzt. Auch hier werden zunehmend Zahnradpumpen
für Fördergüter in einem weiten Bereich variierender Viskosität benötigt, was für
die Verarbeitung mit ein und derselben Zahnradpumpe auch bezüglich Gleitlagerung höchst
problematisch ist. Entweder ist für ein niederviskoses Fördergut das Lagerspiel zu
gross und damit die Tragfähigkeit unzureichend, oder dasselbe Lagerspiel ist für höherviskose
Produkte zu klein mit der Folge zu hoher Lagertemperatur.
[0010] Dieses sehr ähnlich wie das oben abgehandelte Dichtungsproblem gelagerte Lagerungsproblem
wird an einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe gemäss Oberbegriff von Anspruch 2 durch
deren Ausbildung nach dem kennzeichnenden Teil dieses Anspruches gelöst.
[0011] Berücksichtigt man weiter, dass beispielsweise bei zunehmendem Druck, d.h. zunehmender
Pumpenbelastung, einerseits die Tragfähigkeit des Gleitlagers zu erhöhen ist, was,
wie erwähnt wurde, eine Verringerung des Lagerspieles erforderlich machte, und dass
gleichzeitig die erhöhte Pumpenbelastung auch die Dichtungsanforderungen erhöht, was
eine Verringerung des Dichtungsspaltes notwendig machte, so ist ersichtlich, dass
in gewissen Fällen eine Zahnradpumpe nach dem Wortlaut von Anspruch 4 eine optimierte
Lösung darstellt, bei welcher gleichzeitig mit der Lagerspielverstellung auch eine
Dichtungsspaltverstellung in gleichem Sinne erfolgt.
[0012] Besonders einfach sind die Verhältnisse, wenn, nach dem Wortlaut von Anspruch 5,
die Dichtung nach Anspruch 1 und/oder das Gleitlager nach Anspruch 2 an Umgebungsatmosphäre
liegen, weil dann ein Stelleingriff auf die axial relativ zu verschiebenden Stator/Rotorpartien
direkt vom Pumpenäusseren her erfolgen kann.
[0013] Bei einer zweiten bevorzugten Variante schliesst eine erfindungsgemässe Dichtung
einseitig, insbesondere förderraumseitig, an ein Wälzlager für den Rotor an.
[0014] Zur Verstellung des Dichtungs- oder Lagerspieles wird ein rotorseitiger Bereich axial
verschoben oder ein statorseitiger. Ein rotorseitiges Verschieben des angesprochenen
Dicht- oder Lagerbereiches ist durch axiales Ineinanderverschieben von Wellenpartien
möglich. Dabei kann ein derartiges Axialverschieben eines Wellenteiles mit Dichtpartie
z.B. von einem Wälzlager ohne weiteres aufgenommen werden.
[0015] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung, sei dies unter dem Aspekt der Dichtung,
der Lagerung oder von beiden, sind in den weiteren Ansprüchen 5 bis 12 spezifiziert.
[0016] Bei der Zahnradpumpe nach dem Wortlaut von Anspruch 10 wird dabei die Lagertemperatur
und/oder der Differenzdruck zwischen Saug- und Druckseite der Pumpe erfasst und in
Funktion des einen Messsignals oder in Funktion einer Kombination beider auf eine
Stelleinrichtung gewirkt, durch welche, im Sinne der vorliegenden Erfindung, das Dichtungsspiel
und/oder das Lagerspiel gestellt werden.
[0017] Mit Blick auf die Dichtung besteht oft das Bedürfnis, insbesondere beim Dichten gegen
degradierbares Fördergut, die Dichtung von Zeit zu Zeit zu spülen. Dies wird gemäss
Wortlaut von Anspruch 12 dadurch erreicht, dass praktisch mit einer Zweipunkt-Stelleinrichtung,
gegebenenfalls einer kontinuierlichen überlagert, der Dichtungsspalt durch Verrücken
der Dichtflächen so vergrössert wird, dass Dichtung keinesfalls mehr gewährleistet
wäre, aber dafür eine Strömung des Mediums, gegen welches in Dichtposition die Dichtung
wirkt, eine Spülung des zur Dichtung vorgesehenen Stator/Rotorbereiches vornimmt.
[0018] Entsprechend ist in Anspruch 13 ein erfindungsgemässes Verfahren zum Spülen der Dichtung
an einer Zahnradpumpe spezifiziert, welches zusätzlich zum kontinuierlichen Dichtspaltverstellen
eingesetzt werden kann oder, an sich schon erfindungsgemäss, isoliert, also an einer
erfindungsgemässen Dichtung, bei der eine axiale Relativverschiebung der Dichtflächen
ausschliesslich für den Spülvorgang vorgesehen ist.
[0019] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise anhand von Figuren erläutert.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch anhand eines Zahnradpumpen-Rotorausschnittes, das Prinzip der an der erfindungsgemässen
Zahnradpumpe realisierten verstellbaren Dichtung bzw. des stellbaren Gleitlagers;
- Fig. 2
- ausgehend von der Darstellung gemäss Fig. 1, einen axial verstellbaren Wellenabschnitt
eines Rotors einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe;
- Fig. 3
- schematisch eine Realisationsform eines axial verstellbaren Dichtungs- oder Lagerbereiches
am Stator einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe;
- Fig. 4
- schematisch eine erfindungsgemässe Kombination von Gleitlager und Dichtung gemäss
vorliegender Erfindung;
- Fig. 5
- schematisch eine erfindungsgemässe Dichtung mit Spülvorkehrung;
- Fig. 6
- anhand eines Signalfluss/Funktionsblockdiagrammes ein erfindungsgemässes Stell-Regelverfahren
für Lagerspalt und/oder Dichtspalt.
[0021] In Fig. 1 ist der eine Zahnrotor 1 einer Zahnradpumpe mit Stator 3 im Längsschnitt
schematisch dargestellt. Der Rotor 1 umfasst eine Welle 5, welche am Stator 3 gelagert
ist. Zur Erläuterung des erfindungsgemässen Vorgehens ist es vorerst gleichgültig,
ob die Welle 5 durch den Stator 3 durchgeführt ist, z.B. um mit einem Antriebsaggregat
gekoppelt zu werden, oder darin nur drehgelagert ist. An der Welle 5 ist ein Bereich
5a vorgesehen, der, wie dargestellt, kegelstumpfförmig ausgebildet ist. Der dem kegelstumpfförmigen
Abschnitt 5a benachbarte Abschnitt 7a der statorseitigen Wellenbohrung 7 ist hohlkegelstumpfförmig
ausgebildet, wobei die Oeffnungswinkel der beiden Kegelflächen 5a und 7a vorzugsweise
gleich sind. Zwischen der rotorseitigen Kegelstumpffläche 5a und der statorseitigen
7a wird ein Spalt 9 definiert.
[0022] Wie mit dem Doppelpfeil V angedeutet, ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass mittels
einer hier nicht dargestellten Stellvorrichtung die beiden Bereiche 5a und 7a axial
bezüglich der Achse A des Rotors 1 relativ zueinander verschoben werden können. Wie
ohne weiteres ersichtlich, ergibt sich dadurch die Möglichkeit, die Breite des Spaltes
9 zu variieren. Dieses Vorgehen kann erfindungsgemäss entweder für eine gemäss Fig.
1 grundsätzlich konzipierte Dichtung eingesetzt werden und/oder für eine gemäss Fig.
1 konzipierte Gleitlagerung der Rotorwelle 5 am Stator 3.
[0023] Wie eingangs erwähnt, besteht bezüglich Dichtung und Gleitlager das Bedürfnis, je
nach Betriebsbedingungen der Zahnradpumpe flexibel den Spalt 9 gezielt zu variieren,
was gemäss Fig. 1 durch die Relativverschiebung V erfolgt.
[0024] Dabei versteht es sich von selbst, dass sowohl an Dichtungswie auch an Gleitlagerbereichen
die Kegelneigungen, wie gestrichelt dargestellt, bezüglich des Förderraumes invertiert
werden können. Während bei der Realisation als Gleitlager eine kegel- bzw. kegelstumpfförmige
Ausbildung der zusammenwirkenden Lagerflächen 5a, 7a notwendig ist, kann die Erfindung,
bei Dichtungsrealisation, auch ausgeführt werden durch ausschliesslich radial ausgerichtete,
kreisringförmige Flächen an Rotor und Stator, deren Abstand durch die Relativverschiebung
V verändert wird. Solche radial aufspringende Dichtflächen können beispielsweise gebildet
sein durch Stirnfläche 1a des Rotorzahnrades und unmittelbar anliegende statorseitige
Stirnfläche 3a.
[0025] Gemäss Fig. 1 ist erfindungsgemäss eine Relativaxialverschiebung der Bereiche 5a
bzw. 7a zu realisieren. Dies kann entweder erfolgen durch eine axial feststehende,
statorseitige Fläche 7a und eine axial verschiebliche, rotorseitige Fläche 5a oder
umgekehrt.
[0026] In Fig. 2 ist schematisch eine Rotorwelle 5 dargestellt, bei welcher der Kegelstumpfbereich
5a axial verschieblich ausgebildet ist. Hierzu ist die Welle 5 zweiteilig ausgebildet,
mit Teilen 5' und 5'', wobei beispielsweise der Wellenteil 5' fix mit dem hier nicht
dargestellten Zahnrad verbunden ist. Der Teil 5'' gleitet axial verschieblich in einer
entsprechenden Bohrung 11 im Teil 5' und ist darin, wie mittels Nut/Kamm-Verbindungen
13 drehfest gelagert. Damit kann der Bereich 5a bezüglich des Zahnrades am Teil 5'
axial, wie mit V' dargestellt, verschoben werden und mithin bezüglich der am Stator
gemäss Fig. 1 vorgesehenen Kegelstumpffläche 7a.
[0027] In Fig. 3 ist, wiederum schematisch, der Stator 3 dargestellt mit dem statorseitigen
Kegelstumpfflächenabschnitt 7a. Der Stator 3 umfasst hier grundsätzlich auch zwei
Teile 3' und 3'', wobei der Teil 3' den hier nicht dargestellten Pumpenförderraum
definiert. Im bezüglich Förderraum feststehenden Statorteil 3' ist axial verschieblich
ein zweiter Statorteil 3'', wie bei 15 schematisch dargestellt, drehfest, axial verschieblich,
V', gelagert, welcher Teil 3'' den kegelstumpfförmigen Flächenbereich 7a der statorseitigen
Wellenbohrung 7 trägt.
[0028] Je nach axialer Lage des erfindungsgemässen Lager- bzw. Dichtungsbereiches wird konstruktiv
die Variante nach Fig. 2 oder die Variante nach Fig. 3 einfacher.
[0029] Als erfindungsgemässe Dichtung ausgebildet, kann die Anordnung nach Fig. 1 an einer
durchgeführten Rotorwelle gegen Umgebung dichten oder kann, bei Vorsehen einer Wälzlagerung
der Welle 7, z.B. zwischen Pumpenförderraum und Wälzlager vorgesehen werden, um ein
Eindringen von Fördergut in das Wälzlager zu verhindern.
[0030] In Fig. 4 ist eine erfindungsgemässe Kombination einer erfindungsgemässen Gleitlagerung
und einer erfindungsgemässen Dichtung an ein und derselben Rotorwelle 7 eines Zahnradrotors
1 schematisch dargestellt. Anschliessend an das Zahnrad des Rotors 1 ist ein erfindungsgemässes
Gleitlager mit rotorseitiger, kegelstumpfförmiger Lagerfläche 25a vorgesehen, mit
ihr zusammenwirkend, statorseitig, eine kegelstumpfförmige Lagerfläche 27a. Die beiden
Lagerflächen 27a und 25a sind relativ zueinander, wie mit V' dargestellt, verschieblich,
indem in Analogie zu Fig. 2 die Welle 5 einen mit dem Zahnrad verbundenen Teil 5'
und einen diesbezüglich axial verschieblichen 5'' umfasst.
[0031] Axial nach aussen an das Lager 25a, 27a anschliessend, ist eine erfindungsgemässe
Dichtung vorgesehen. Dort weist die Welle bzw. der Wellenteil 5'' einen zweiten kegelstumpfförmigen
Bereich 35a auf, zusammenwirkend mit einer statorseitigen, kegelstumpfförmigen Dichtungsfläche
37a. Der Stator 3 ist zur Realisation einer unabhängig vom Lager 25a, 27a stellbaren
Dichtung, in Analogie zu den Ausführungen zu Fig. 3, mit einem Förderraum definierenden,
ortsfesten Teil 3' ausgebildet und einem diesbezüglich, wie wiederum mit V'' dargestellt,
axial verschieblichen, die Dichtfläche 37a definierenden Teil 3''.
[0032] Ein schematisch dargestelltes Vorschuborgan 40, wie eine hydraulische Kolbenanordnung
oder eine Spindelstelleinrichtung, wirkt axial auf den Teil 5'' der Welle 5 bezüglich
des ortsfesten Statorteiles 3', womit die rotorseitige Lagerfläche 25a axial, Lagerspalt
29 vergrössernd oder verkleinernd, verschoben werden kann.
[0033] Soll trotz Veränderung des Lagerspaltes 29 der Dichtspalt 39 zwischen den Dichtflächen
37a und 35a gleich bleiben, so wird der Vorschub des Teiles 5'' auch auf den axial
verschieblichen Statorteil 3'' übertragen.
[0034] Unabhängig von den Lagerspaltverhältnissen wird der Dichtspalt 39 durch die weitere,
schematisch dargestellte Stellanordnung 41 verstellt, wiederum z.B. durch eine hydraulische
Stellanordnung oder ein Spindeltrieb.
[0035] Selbstverständlich können die Stellverhältnisse dadurch massgeblich vereinfacht werden,
dass Lagerspalt 29 und Dichtspalt 39 zeit- und wegsynchron verstellt werden, indem
der in Fig. 4 vorgesehene Statorteil 3'' ebenfalls als axial unverrückbarer Teil ausgebildet
wird.
[0036] Durch Wahl der Kegelstumpfwinkel je am Lagerteil und am Dichtungsteil kann die Wirksamkeit
einer gemeinsamen Verschiebung des Teils 5'' auf die beiden Spalten 29 bzw. 39 vorgewählt
werden. Werden die Kegelstumpfflächen, wie dargestellt, in der gleichen Richtung geneigt
ausgebildet, so erfolgt gleichzeitig eine Lager- und eine Dichtspaltvergrösserung
bzw. -verkleinerung. Soll eine inverse Lagerspalt/Dichtspaltveränderung realisiert
werden, so werden die Kegelstumpfflächen relativ zueinander mit entgegengesetzter
Neigung ausgelegt.
[0037] In Fig. 5 ist, wiederum schematisch, eine weitere Ausführungsvariante dargestellt,
bei welchem Dichtungs- oder Lagerbereich in Analogie zu Fig. 3 dadurch verstellt werden,
dass ein Teil 3'' des Stators 3 bezüglich eines ortsfesten Statorteiles 3' axial verschoben
werden kann, um Dicht- oder Lagerspalt zu verändern. Ist die Anordnung gemäss Fig.
5 als Dichtung ausgebildet, so sind auch die Positionszeichen in Analogie zu Fig.
4 eingesetzt, so ist nebst der vorzugsweise kontinuierlichen Stelleinrichtung 43,
in Analogie zu Fig. 4, eine Schrittsteuereinheit 45 vorgesehen, mit welcher durch
einen Steuereingriff S mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch, der Dichtspalt 39
in einem Schritt derart erweitert wird - am dargestellten Beispiel durch Nach-rechts-Schieben
des Statorteiles 3'', dass eine weitgehend ungehinderte Spülströmung durch den Dichtspalt
39 erfolgen kann und das als Spülmedium genutzte Fördermedium durch axiale Nuten 45
oder einen radialen Kanal 47 austreten kann.
[0038] Auf diese Art und Weise wird es möglich, im Pumpenbetrieb, durch Oeffnen der erfindungsgemäss
ausgelegten Dichtung eine Spülung zu erreichen, was insbesondere bei der Förderung
degradierbaren Fördergutes höchst vorteilhaft ist.
[0039] In Fig. 6 ist anhand eines Funktionsblock/Signalflussdiagrammes dargestellt, wie
weiter erfindungsgemäss, an einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe, Lagerspalt und/oder
Dichtspalt automatisch geregelt werden können. Gemessen werden an der Zahnradpumpe
50 der Differenzdruck Δp
x zwischen saugseitigem Druck p
s und druckseitigem Druck p
D. Im weiteren wird am erfindungsgemäss ausgelegten Gleitlager, schematisch mit 52
dargestellt, die Lagertemperatur 52 gemessen und an der erfindungsgemäss ausgelegten
Dichtung 54 vorzugsweise ein für die Leckage durch die Dichtung 54 signifikantes Signal
ṁ. Differenzdruck Δ
p, Lagertemperatur ϑ₅₂ und gegebenenfalls Leckageanzeigesignal ṁ werden einer Verrechnungseinheit
56 zugeführt, woran, insbesondere in Funktion von Differenzdruck und Lagertemperatur,
eine Regelgrösse X₁ für das Lagerspalt-Stellglied 58, in Analogie zum Stellglied 40
von Fig. 4, erzeugt wird sowie eine Dichtungsspaltregelgrösse X₂ zum Stellen eines
Dichtspalt-Stellgliedes 60, in Analogie zum Stellglied 41 von Fig. 4.
[0040] Es werden die an der Einheit 56 errechneten Regelgrössen X₁ und X₂ mit vorgebbaren
Führungsgrössen W₁ und W₂ zur Bildung jeweiliger Regeldifferenzen gebildet.
[0041] Selbstverständlich kann der eine und/oder andere Regelkreis weggelassen werden, wenn
z.B. nur Lager bzw. nur Dichtung erfindungsgemäss ausgelegt sind oder zu regeln sind.
Wenn der Dichtspalt synchron mit dem Lagerspalt verstellt werden soll, wird z.B. eine
einzige Regelgrösse X
1, 2 ermittelt, die, optimiert, sowohl die Lager- wie auch die Dichtspaltanforderungen
in Funktion, insbesondere von Pumpendifferenzdruck Δ
p und Lagertemperatur, berücksichtigt.
1. Zahnradpumpe mit zwischen mindestens einem der Rotoren und Gehäuse bezüglich Rotorachse
axial wirkender Dichtung mit je statorseitiger und rotorseitiger Dichtungsfläche,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens je ein Abschnitt der Dichtungsflächen, sich
gegenüberliegend, mindestens in einer Ausrichtungskomponente, bezüglich der Rotorachse
radial verläuft und der Rotorbereich mit der rotorseitigen Dichtungsfläche sowie der
Statorbereich mit der statorseitigen Dichtungsfläche relativ zueinander axial verschiebbar
sind.
2. Zahnradpumpe mit mindestens einem mindestens einseitig innen oder aussen gleitgelagerten
Rotor, dadurch gekennzeichnet, dass der statorseitige und der rotorseitige Lagerflächenbereich
kegelstumpfförmig ausgebildet sind und das Lagerspiel durch axiale Relativverschiebung
der Lagerflächenbereiche einstellbar ist.
3. Zahnradpumpe nach den Ansprüchen 1 und 2.
4. Zahnradpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Relativbewegung der
Dichtungsflächen gleichzeitig diejenige der Lagerflächen ist.
5. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung
oder das Gleitlager einseitig an Umgebungsatmosphäre liegt.
6. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung
einseitig gegen ein Wälzlager für den Rotor wirkt.
7. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotorbereich
mit der rotorseitigen Dichtungsfläche und/oder Lagerfläche bezüglich der Rotorzahnräder
axial verschieblich ist.
8. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Statorbereich
mit der statorseitigen Dichtungsfläche und/oder Lagerfläche am Zahnradpumpengehäuse
axial verschieblich ist.
9. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
den rotor- und statorseitigen Bereichen Stellorgane für die gegenseitige Position
wirken.
10. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1, 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Fühleranordnung vorgesehen ist, welche ein Signal abgibt, das eindeutig der durch
die Dichtung tretenden Menge zu dichtenden Mediums zugeordnet ist, das Signal mit
einem SOLL-Wert-Signal verglichen wird und die austretende Menge durch Eingriff auf
ein Stellglied für die relative Axialposition der Dichtflächen geregelt wird.
11. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Lagertemperatur-Messeinrichtung
und/oder eine Messeinrichtung für den Differenzdruck über der Pumpe vorgesehen ist
bzw. sind und dass in Funktion des oder der Messsignale auf eine Stelleinrichtung
für die relative Axialposition der Bereiche eingewirkt wird.
12. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1, 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Stellorgan vorgesehen ist, welches die Dichtfläche um ein vorgegebenes Mass axial
auseinanderrückt, um die Dichtung mit demjenigen Medium zu spülen, gegen dessen Durchtritt
die erstellte Dichtung wirkt.
13. Verfahren zum Spülen der Dichtung an einer Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1,
3 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtflächen durch die axiale Verschiebung
derart voneinander entfernt werden, dass ein Medium, gegen dessen Durchtritt die Dichtung
dichtend wirkt, mit vorgegebener Spülströmung zwischen den Dichtflächen durchtritt.