(19)
(11) EP 0 620 369 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.10.1994  Patentblatt  1994/42

(21) Anmeldenummer: 94109865.9

(22) Anmeldetag:  26.06.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F04C 2/18
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(71) Anmelder: MAAG PUMP SYSTEMS AG
CH-8005 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Sauter, Martin
    CH-8425 Oberembrach (CH)
  • Blume, Peter
    CH-8051 Zürich (CH)
  • Stehr, Roger
    CH-8180 Bülach (CH)

(74) Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG 
Patentanwälte, Siewerdtstrasse 95, Postfach
8050 Zürich
8050 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Zahnradpumpe


    (57) Es wird eine Zahnradpumpe vorgeschlagen, bei der, bei Gleitlagerung der Rotoren (1), der Lagerspalt (9) bzw. bei einer axialen Dichtung der Rotoren ein Dichtspalt (9) verstellt werden kann.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zahnradpumpe nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Spülen der Dichtung an einer derartigen Zahnradpumpe nach dem Oberbegriff von Anspruch 13.

    [0002] Bei der Durchführung von Zahnradpumpen-Rotorwellen durch die Gehäusewandung, beispielsweise zu Antriebszwecken, ist es unumgänglich, zwischen Förderraum der Pumpe einerseits und Umgebungsatmosphäre anderseits eine Abdichtung vorzusehen. Bei nicht durchgeführten Zahnradpumpen-Rotorwellen, die beispielsweise wälzgelagert sind, ist es in den meisten Fällen notwendig, eine Abdichtung zwischen Förderraum der Pumpe und Wälzlager vorzusehen.

    [0003] Es ist bekannt, zu diesen Zwecken nicht berührende Dichtungen zwischen Welle und Stator vorzusehen, mit definiertem Dichtungsspalt, beispielsweise Labyrinthdichtungen. Eine derartige Dichtung kann in der Regel, die übliche Wellenexzentrizität und damit das übliche Dichtungsspiel berücksichtigend, nur ab einem bestimmten Betriebspunkt optimal dichtwirksam sein, beispielsweise abhängig von Pumpendrehzahl, zu dichtendem Differenzdruck, der Temperatur und dem zu dichtenden Medium, insbesondere Fördergut.

    [0004] So stellen sich z.B. bei bekannten, zum obgenannten Zweck eingesetzten Labyrinthdichtungen variable Radialspiele ein, in Abhängigkeit von Betriebsdruck und -temperatur, welche die Dichtwirkung verändern.

    [0005] Ist die Dichtung, wie bei Zahnradpumpen in den meisten Fällen, vorgesehen, um einen axialen Durchtritt des Fördergutes entlang der Rotorenwelle zu unterbinden, so ist ersichtlich, dass je nach zu förderndem Gut und je nach den Degradierungseigenschaften dieses Gutes unterschiedliche Anforderungen an die Ausbildung des Dichtungsspaltes zwischen drehender Welle und stillstehendem Stator bzw. Gehäuse zu stellen sind. So ist es vielfach nötig, bei sonst gleichen Pumpen die vorgesehenen Dichtungen für unterschiedlich zu fördernde Güter unterschiedlich auszulegen, was entweder den Einsatz unterschiedlicher Pumpen für unterschiedliche Fördergüter bedingt oder mindestens das Wechseln von Dichtungspartien, wie beispielsweise statorseitig das Dichtungsspiel festlegender Büchsen.

    [0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diesen Nachteil zu beheben und eine Zahnradpumpe zu schaffen, bei der flexibel die Dichtungsverhältnisse bezüglich Dichtungsspiel verändert werden können.

    [0007] Dies wird an einer Zahnradpumpe eingangs genannter Art durch deren Ausbildung nach dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 gelöst.

    [0008] Sehr ähnliche Probleme wie bei den erwähnten Dichtungen treten aber auch an Lagern von gleitgelagerten Zahnradpumpenrotoren auf. Die Funktionstüchtigkeit auch solcher Gleitlager ist nur in einem relativ engen Bereich von Lagertemperatur und der Tragfähigkeit des Fördergutes im Lager gewährleistet. Beide genannten Grössen, also Lagertemperatur und Tragfähigkeit, sind aber vom radialen Lagerspiel abhängig; je grösser das Lagerspiel ist, desto niedriger ist die im Lagerspalt durch Scherung erzeugte Wärme und damit Lagertemperatur, je geringer ist aber auch die Lagertragfähigkeit.

    [0009] Auch bezüglich Lager wurden bis anhin gleitgelagerte Zahnradpumpen für einen relativ engen Viskositätsbereich des Fördergutes ausgelegt. Fördergutabhängig wurde eine geeignet dimensionierte Gleitlagerung eingesetzt. Auch hier werden zunehmend Zahnradpumpen für Fördergüter in einem weiten Bereich variierender Viskosität benötigt, was für die Verarbeitung mit ein und derselben Zahnradpumpe auch bezüglich Gleitlagerung höchst problematisch ist. Entweder ist für ein niederviskoses Fördergut das Lagerspiel zu gross und damit die Tragfähigkeit unzureichend, oder dasselbe Lagerspiel ist für höherviskose Produkte zu klein mit der Folge zu hoher Lagertemperatur.

    [0010] Dieses sehr ähnlich wie das oben abgehandelte Dichtungsproblem gelagerte Lagerungsproblem wird an einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe gemäss Oberbegriff von Anspruch 2 durch deren Ausbildung nach dem kennzeichnenden Teil dieses Anspruches gelöst.

    [0011] Berücksichtigt man weiter, dass beispielsweise bei zunehmendem Druck, d.h. zunehmender Pumpenbelastung, einerseits die Tragfähigkeit des Gleitlagers zu erhöhen ist, was, wie erwähnt wurde, eine Verringerung des Lagerspieles erforderlich machte, und dass gleichzeitig die erhöhte Pumpenbelastung auch die Dichtungsanforderungen erhöht, was eine Verringerung des Dichtungsspaltes notwendig machte, so ist ersichtlich, dass in gewissen Fällen eine Zahnradpumpe nach dem Wortlaut von Anspruch 4 eine optimierte Lösung darstellt, bei welcher gleichzeitig mit der Lagerspielverstellung auch eine Dichtungsspaltverstellung in gleichem Sinne erfolgt.

    [0012] Besonders einfach sind die Verhältnisse, wenn, nach dem Wortlaut von Anspruch 5, die Dichtung nach Anspruch 1 und/oder das Gleitlager nach Anspruch 2 an Umgebungsatmosphäre liegen, weil dann ein Stelleingriff auf die axial relativ zu verschiebenden Stator/Rotorpartien direkt vom Pumpenäusseren her erfolgen kann.

    [0013] Bei einer zweiten bevorzugten Variante schliesst eine erfindungsgemässe Dichtung einseitig, insbesondere förderraumseitig, an ein Wälzlager für den Rotor an.

    [0014] Zur Verstellung des Dichtungs- oder Lagerspieles wird ein rotorseitiger Bereich axial verschoben oder ein statorseitiger. Ein rotorseitiges Verschieben des angesprochenen Dicht- oder Lagerbereiches ist durch axiales Ineinanderverschieben von Wellenpartien möglich. Dabei kann ein derartiges Axialverschieben eines Wellenteiles mit Dichtpartie z.B. von einem Wälzlager ohne weiteres aufgenommen werden.

    [0015] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung, sei dies unter dem Aspekt der Dichtung, der Lagerung oder von beiden, sind in den weiteren Ansprüchen 5 bis 12 spezifiziert.

    [0016] Bei der Zahnradpumpe nach dem Wortlaut von Anspruch 10 wird dabei die Lagertemperatur und/oder der Differenzdruck zwischen Saug- und Druckseite der Pumpe erfasst und in Funktion des einen Messsignals oder in Funktion einer Kombination beider auf eine Stelleinrichtung gewirkt, durch welche, im Sinne der vorliegenden Erfindung, das Dichtungsspiel und/oder das Lagerspiel gestellt werden.

    [0017] Mit Blick auf die Dichtung besteht oft das Bedürfnis, insbesondere beim Dichten gegen degradierbares Fördergut, die Dichtung von Zeit zu Zeit zu spülen. Dies wird gemäss Wortlaut von Anspruch 12 dadurch erreicht, dass praktisch mit einer Zweipunkt-Stelleinrichtung, gegebenenfalls einer kontinuierlichen überlagert, der Dichtungsspalt durch Verrücken der Dichtflächen so vergrössert wird, dass Dichtung keinesfalls mehr gewährleistet wäre, aber dafür eine Strömung des Mediums, gegen welches in Dichtposition die Dichtung wirkt, eine Spülung des zur Dichtung vorgesehenen Stator/Rotorbereiches vornimmt.

    [0018] Entsprechend ist in Anspruch 13 ein erfindungsgemässes Verfahren zum Spülen der Dichtung an einer Zahnradpumpe spezifiziert, welches zusätzlich zum kontinuierlichen Dichtspaltverstellen eingesetzt werden kann oder, an sich schon erfindungsgemäss, isoliert, also an einer erfindungsgemässen Dichtung, bei der eine axiale Relativverschiebung der Dichtflächen ausschliesslich für den Spülvorgang vorgesehen ist.

    [0019] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise anhand von Figuren erläutert.

    [0020] Es zeigen:
    Fig. 1
    schematisch anhand eines Zahnradpumpen-Rotorausschnittes, das Prinzip der an der erfindungsgemässen Zahnradpumpe realisierten verstellbaren Dichtung bzw. des stellbaren Gleitlagers;
    Fig. 2
    ausgehend von der Darstellung gemäss Fig. 1, einen axial verstellbaren Wellenabschnitt eines Rotors einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe;
    Fig. 3
    schematisch eine Realisationsform eines axial verstellbaren Dichtungs- oder Lagerbereiches am Stator einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe;
    Fig. 4
    schematisch eine erfindungsgemässe Kombination von Gleitlager und Dichtung gemäss vorliegender Erfindung;
    Fig. 5
    schematisch eine erfindungsgemässe Dichtung mit Spülvorkehrung;
    Fig. 6
    anhand eines Signalfluss/Funktionsblockdiagrammes ein erfindungsgemässes Stell-Regelverfahren für Lagerspalt und/oder Dichtspalt.


    [0021] In Fig. 1 ist der eine Zahnrotor 1 einer Zahnradpumpe mit Stator 3 im Längsschnitt schematisch dargestellt. Der Rotor 1 umfasst eine Welle 5, welche am Stator 3 gelagert ist. Zur Erläuterung des erfindungsgemässen Vorgehens ist es vorerst gleichgültig, ob die Welle 5 durch den Stator 3 durchgeführt ist, z.B. um mit einem Antriebsaggregat gekoppelt zu werden, oder darin nur drehgelagert ist. An der Welle 5 ist ein Bereich 5a vorgesehen, der, wie dargestellt, kegelstumpfförmig ausgebildet ist. Der dem kegelstumpfförmigen Abschnitt 5a benachbarte Abschnitt 7a der statorseitigen Wellenbohrung 7 ist hohlkegelstumpfförmig ausgebildet, wobei die Oeffnungswinkel der beiden Kegelflächen 5a und 7a vorzugsweise gleich sind. Zwischen der rotorseitigen Kegelstumpffläche 5a und der statorseitigen 7a wird ein Spalt 9 definiert.

    [0022] Wie mit dem Doppelpfeil V angedeutet, ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass mittels einer hier nicht dargestellten Stellvorrichtung die beiden Bereiche 5a und 7a axial bezüglich der Achse A des Rotors 1 relativ zueinander verschoben werden können. Wie ohne weiteres ersichtlich, ergibt sich dadurch die Möglichkeit, die Breite des Spaltes 9 zu variieren. Dieses Vorgehen kann erfindungsgemäss entweder für eine gemäss Fig. 1 grundsätzlich konzipierte Dichtung eingesetzt werden und/oder für eine gemäss Fig. 1 konzipierte Gleitlagerung der Rotorwelle 5 am Stator 3.

    [0023] Wie eingangs erwähnt, besteht bezüglich Dichtung und Gleitlager das Bedürfnis, je nach Betriebsbedingungen der Zahnradpumpe flexibel den Spalt 9 gezielt zu variieren, was gemäss Fig. 1 durch die Relativverschiebung V erfolgt.

    [0024] Dabei versteht es sich von selbst, dass sowohl an Dichtungswie auch an Gleitlagerbereichen die Kegelneigungen, wie gestrichelt dargestellt, bezüglich des Förderraumes invertiert werden können. Während bei der Realisation als Gleitlager eine kegel- bzw. kegelstumpfförmige Ausbildung der zusammenwirkenden Lagerflächen 5a, 7a notwendig ist, kann die Erfindung, bei Dichtungsrealisation, auch ausgeführt werden durch ausschliesslich radial ausgerichtete, kreisringförmige Flächen an Rotor und Stator, deren Abstand durch die Relativverschiebung V verändert wird. Solche radial aufspringende Dichtflächen können beispielsweise gebildet sein durch Stirnfläche 1a des Rotorzahnrades und unmittelbar anliegende statorseitige Stirnfläche 3a.

    [0025] Gemäss Fig. 1 ist erfindungsgemäss eine Relativaxialverschiebung der Bereiche 5a bzw. 7a zu realisieren. Dies kann entweder erfolgen durch eine axial feststehende, statorseitige Fläche 7a und eine axial verschiebliche, rotorseitige Fläche 5a oder umgekehrt.

    [0026] In Fig. 2 ist schematisch eine Rotorwelle 5 dargestellt, bei welcher der Kegelstumpfbereich 5a axial verschieblich ausgebildet ist. Hierzu ist die Welle 5 zweiteilig ausgebildet, mit Teilen 5' und 5'', wobei beispielsweise der Wellenteil 5' fix mit dem hier nicht dargestellten Zahnrad verbunden ist. Der Teil 5'' gleitet axial verschieblich in einer entsprechenden Bohrung 11 im Teil 5' und ist darin, wie mittels Nut/Kamm-Verbindungen 13 drehfest gelagert. Damit kann der Bereich 5a bezüglich des Zahnrades am Teil 5' axial, wie mit V' dargestellt, verschoben werden und mithin bezüglich der am Stator gemäss Fig. 1 vorgesehenen Kegelstumpffläche 7a.

    [0027] In Fig. 3 ist, wiederum schematisch, der Stator 3 dargestellt mit dem statorseitigen Kegelstumpfflächenabschnitt 7a. Der Stator 3 umfasst hier grundsätzlich auch zwei Teile 3' und 3'', wobei der Teil 3' den hier nicht dargestellten Pumpenförderraum definiert. Im bezüglich Förderraum feststehenden Statorteil 3' ist axial verschieblich ein zweiter Statorteil 3'', wie bei 15 schematisch dargestellt, drehfest, axial verschieblich, V', gelagert, welcher Teil 3'' den kegelstumpfförmigen Flächenbereich 7a der statorseitigen Wellenbohrung 7 trägt.

    [0028] Je nach axialer Lage des erfindungsgemässen Lager- bzw. Dichtungsbereiches wird konstruktiv die Variante nach Fig. 2 oder die Variante nach Fig. 3 einfacher.

    [0029] Als erfindungsgemässe Dichtung ausgebildet, kann die Anordnung nach Fig. 1 an einer durchgeführten Rotorwelle gegen Umgebung dichten oder kann, bei Vorsehen einer Wälzlagerung der Welle 7, z.B. zwischen Pumpenförderraum und Wälzlager vorgesehen werden, um ein Eindringen von Fördergut in das Wälzlager zu verhindern.

    [0030] In Fig. 4 ist eine erfindungsgemässe Kombination einer erfindungsgemässen Gleitlagerung und einer erfindungsgemässen Dichtung an ein und derselben Rotorwelle 7 eines Zahnradrotors 1 schematisch dargestellt. Anschliessend an das Zahnrad des Rotors 1 ist ein erfindungsgemässes Gleitlager mit rotorseitiger, kegelstumpfförmiger Lagerfläche 25a vorgesehen, mit ihr zusammenwirkend, statorseitig, eine kegelstumpfförmige Lagerfläche 27a. Die beiden Lagerflächen 27a und 25a sind relativ zueinander, wie mit V' dargestellt, verschieblich, indem in Analogie zu Fig. 2 die Welle 5 einen mit dem Zahnrad verbundenen Teil 5' und einen diesbezüglich axial verschieblichen 5'' umfasst.

    [0031] Axial nach aussen an das Lager 25a, 27a anschliessend, ist eine erfindungsgemässe Dichtung vorgesehen. Dort weist die Welle bzw. der Wellenteil 5'' einen zweiten kegelstumpfförmigen Bereich 35a auf, zusammenwirkend mit einer statorseitigen, kegelstumpfförmigen Dichtungsfläche 37a. Der Stator 3 ist zur Realisation einer unabhängig vom Lager 25a, 27a stellbaren Dichtung, in Analogie zu den Ausführungen zu Fig. 3, mit einem Förderraum definierenden, ortsfesten Teil 3' ausgebildet und einem diesbezüglich, wie wiederum mit V'' dargestellt, axial verschieblichen, die Dichtfläche 37a definierenden Teil 3''.

    [0032] Ein schematisch dargestelltes Vorschuborgan 40, wie eine hydraulische Kolbenanordnung oder eine Spindelstelleinrichtung, wirkt axial auf den Teil 5'' der Welle 5 bezüglich des ortsfesten Statorteiles 3', womit die rotorseitige Lagerfläche 25a axial, Lagerspalt 29 vergrössernd oder verkleinernd, verschoben werden kann.

    [0033] Soll trotz Veränderung des Lagerspaltes 29 der Dichtspalt 39 zwischen den Dichtflächen 37a und 35a gleich bleiben, so wird der Vorschub des Teiles 5'' auch auf den axial verschieblichen Statorteil 3'' übertragen.

    [0034] Unabhängig von den Lagerspaltverhältnissen wird der Dichtspalt 39 durch die weitere, schematisch dargestellte Stellanordnung 41 verstellt, wiederum z.B. durch eine hydraulische Stellanordnung oder ein Spindeltrieb.

    [0035] Selbstverständlich können die Stellverhältnisse dadurch massgeblich vereinfacht werden, dass Lagerspalt 29 und Dichtspalt 39 zeit- und wegsynchron verstellt werden, indem der in Fig. 4 vorgesehene Statorteil 3'' ebenfalls als axial unverrückbarer Teil ausgebildet wird.

    [0036] Durch Wahl der Kegelstumpfwinkel je am Lagerteil und am Dichtungsteil kann die Wirksamkeit einer gemeinsamen Verschiebung des Teils 5'' auf die beiden Spalten 29 bzw. 39 vorgewählt werden. Werden die Kegelstumpfflächen, wie dargestellt, in der gleichen Richtung geneigt ausgebildet, so erfolgt gleichzeitig eine Lager- und eine Dichtspaltvergrösserung bzw. -verkleinerung. Soll eine inverse Lagerspalt/Dichtspaltveränderung realisiert werden, so werden die Kegelstumpfflächen relativ zueinander mit entgegengesetzter Neigung ausgelegt.

    [0037] In Fig. 5 ist, wiederum schematisch, eine weitere Ausführungsvariante dargestellt, bei welchem Dichtungs- oder Lagerbereich in Analogie zu Fig. 3 dadurch verstellt werden, dass ein Teil 3'' des Stators 3 bezüglich eines ortsfesten Statorteiles 3' axial verschoben werden kann, um Dicht- oder Lagerspalt zu verändern. Ist die Anordnung gemäss Fig. 5 als Dichtung ausgebildet, so sind auch die Positionszeichen in Analogie zu Fig. 4 eingesetzt, so ist nebst der vorzugsweise kontinuierlichen Stelleinrichtung 43, in Analogie zu Fig. 4, eine Schrittsteuereinheit 45 vorgesehen, mit welcher durch einen Steuereingriff S mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch, der Dichtspalt 39 in einem Schritt derart erweitert wird - am dargestellten Beispiel durch Nach-rechts-Schieben des Statorteiles 3'', dass eine weitgehend ungehinderte Spülströmung durch den Dichtspalt 39 erfolgen kann und das als Spülmedium genutzte Fördermedium durch axiale Nuten 45 oder einen radialen Kanal 47 austreten kann.

    [0038] Auf diese Art und Weise wird es möglich, im Pumpenbetrieb, durch Oeffnen der erfindungsgemäss ausgelegten Dichtung eine Spülung zu erreichen, was insbesondere bei der Förderung degradierbaren Fördergutes höchst vorteilhaft ist.

    [0039] In Fig. 6 ist anhand eines Funktionsblock/Signalflussdiagrammes dargestellt, wie weiter erfindungsgemäss, an einer erfindungsgemässen Zahnradpumpe, Lagerspalt und/oder Dichtspalt automatisch geregelt werden können. Gemessen werden an der Zahnradpumpe 50 der Differenzdruck Δpx zwischen saugseitigem Druck ps und druckseitigem Druck pD. Im weiteren wird am erfindungsgemäss ausgelegten Gleitlager, schematisch mit 52 dargestellt, die Lagertemperatur 52 gemessen und an der erfindungsgemäss ausgelegten Dichtung 54 vorzugsweise ein für die Leckage durch die Dichtung 54 signifikantes Signal ṁ. Differenzdruck Δp, Lagertemperatur ϑ₅₂ und gegebenenfalls Leckageanzeigesignal ṁ werden einer Verrechnungseinheit 56 zugeführt, woran, insbesondere in Funktion von Differenzdruck und Lagertemperatur, eine Regelgrösse X₁ für das Lagerspalt-Stellglied 58, in Analogie zum Stellglied 40 von Fig. 4, erzeugt wird sowie eine Dichtungsspaltregelgrösse X₂ zum Stellen eines Dichtspalt-Stellgliedes 60, in Analogie zum Stellglied 41 von Fig. 4.

    [0040] Es werden die an der Einheit 56 errechneten Regelgrössen X₁ und X₂ mit vorgebbaren Führungsgrössen W₁ und W₂ zur Bildung jeweiliger Regeldifferenzen gebildet.

    [0041] Selbstverständlich kann der eine und/oder andere Regelkreis weggelassen werden, wenn z.B. nur Lager bzw. nur Dichtung erfindungsgemäss ausgelegt sind oder zu regeln sind. Wenn der Dichtspalt synchron mit dem Lagerspalt verstellt werden soll, wird z.B. eine einzige Regelgrösse X1, 2 ermittelt, die, optimiert, sowohl die Lager- wie auch die Dichtspaltanforderungen in Funktion, insbesondere von Pumpendifferenzdruck Δp und Lagertemperatur, berücksichtigt.


    Ansprüche

    1. Zahnradpumpe mit zwischen mindestens einem der Rotoren und Gehäuse bezüglich Rotorachse axial wirkender Dichtung mit je statorseitiger und rotorseitiger Dichtungsfläche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens je ein Abschnitt der Dichtungsflächen, sich gegenüberliegend, mindestens in einer Ausrichtungskomponente, bezüglich der Rotorachse radial verläuft und der Rotorbereich mit der rotorseitigen Dichtungsfläche sowie der Statorbereich mit der statorseitigen Dichtungsfläche relativ zueinander axial verschiebbar sind.
     
    2. Zahnradpumpe mit mindestens einem mindestens einseitig innen oder aussen gleitgelagerten Rotor, dadurch gekennzeichnet, dass der statorseitige und der rotorseitige Lagerflächenbereich kegelstumpfförmig ausgebildet sind und das Lagerspiel durch axiale Relativverschiebung der Lagerflächenbereiche einstellbar ist.
     
    3. Zahnradpumpe nach den Ansprüchen 1 und 2.
     
    4. Zahnradpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Relativbewegung der Dichtungsflächen gleichzeitig diejenige der Lagerflächen ist.
     
    5. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung oder das Gleitlager einseitig an Umgebungsatmosphäre liegt.
     
    6. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung einseitig gegen ein Wälzlager für den Rotor wirkt.
     
    7. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotorbereich mit der rotorseitigen Dichtungsfläche und/oder Lagerfläche bezüglich der Rotorzahnräder axial verschieblich ist.
     
    8. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Statorbereich mit der statorseitigen Dichtungsfläche und/oder Lagerfläche am Zahnradpumpengehäuse axial verschieblich ist.
     
    9. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den rotor- und statorseitigen Bereichen Stellorgane für die gegenseitige Position wirken.
     
    10. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1, 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fühleranordnung vorgesehen ist, welche ein Signal abgibt, das eindeutig der durch die Dichtung tretenden Menge zu dichtenden Mediums zugeordnet ist, das Signal mit einem SOLL-Wert-Signal verglichen wird und die austretende Menge durch Eingriff auf ein Stellglied für die relative Axialposition der Dichtflächen geregelt wird.
     
    11. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Lagertemperatur-Messeinrichtung und/oder eine Messeinrichtung für den Differenzdruck über der Pumpe vorgesehen ist bzw. sind und dass in Funktion des oder der Messsignale auf eine Stelleinrichtung für die relative Axialposition der Bereiche eingewirkt wird.
     
    12. Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1, 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stellorgan vorgesehen ist, welches die Dichtfläche um ein vorgegebenes Mass axial auseinanderrückt, um die Dichtung mit demjenigen Medium zu spülen, gegen dessen Durchtritt die erstellte Dichtung wirkt.
     
    13. Verfahren zum Spülen der Dichtung an einer Zahnradpumpe nach einem der Ansprüche 1, 3 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtflächen durch die axiale Verschiebung derart voneinander entfernt werden, dass ein Medium, gegen dessen Durchtritt die Dichtung dichtend wirkt, mit vorgegebener Spülströmung zwischen den Dichtflächen durchtritt.
     




    Zeichnung