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EP 0 622 248 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.12.1996 Patentblatt 1996/52 |
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Anmeldetag: 25.03.1994 |
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Plattenzylinder für eine Druckmaschine
Plate cylinder for a printing machine
Cylindre porteur de plaque pour machine d'imprimerie
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL PT SE |
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Priorität: |
30.04.1993 DE 4314398 07.05.1993 DE 9307099 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.11.1994 Patentblatt 1994/44 |
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Patentinhaber: MAN Roland Druckmaschinen AG |
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63075 Offenbach (DE) |
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Erfinder: |
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- Simeth, Claus
D-65366 Geisenheim-Johannisberg (DE)
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Vertreter: Marek, Joachim, Dipl.-Ing. |
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c/o MAN Roland Druckmaschinen AG
Patentabteilung/FTB S,
Postfach 10 12 64 63012 Offenbach 63012 Offenbach (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 425 982 DE-A- 3 714 327
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EP-A- 0 528 395
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Plattenzylinder für eine Druckmaschine mit einer auf
seine Mantelfläche aufspannbaren Druckplatte und einer zwischen Druckplatte und Plattenzylinder
vorgesehenen, reibungsvermindernden Schicht.
[0002] Ein Plattenzylinder der angegebenen Art ist bekannt aus der DE 39 36 448 C1. Bei
dem bekannten Plattenzylinder ist zwischen dem Druckzylinder und der Druckplatte eine
Folienanordnung mit zwei übereinandergelegten Folien vorgesehen, wobei jeweils eine
Fläche der beiden Folien einen kleineren Gleitreibungskoeffizienten als die andere
Fläche hat. Die Flächen geringer Gleitreibung werden hierbei durch eine Kunststoffbeschichtung
der Folien erzeugt. Die Folien liegen mit ihren gut gleitenden Flächen mit kleinerem
Gleitreibungskoeffizienten aufeinander und ermöglichen dadurch ein Verschieben der
Druckplatte relativ zum Plattenzylinder mit geringer Gleitreibung. Hierdurch wird
das Spannen und Justieren der Druckplatte auf dem Plattenzylinder erleichtert. Bei
dieser bekannten Ausgestaltung des Plattenzylinders ist von Nachteil, daß das Auflegen
der Folien die Handhabung beim Wechsel der Druckplatte erschwert. Weiterhin wird die
Wärmeableitung von der Druckplatte zum Plattenzylinder durch die beiden Folien verschlechtert
und dementsprechend die Temperaturbelastbarkeit reduziert.
[0003] Aus der EP 0 528 395 A1 ist eine vorbeschichtete Druckplatte bekannt, die auf ihrer
Rückseite eine Beschichtung aufweist. Der Beschichtung kann auch ein Gleitmittel zugesetzt
werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Handhabung und Temperaturbelastbarkeit
bei einem Plattenzylinder der eingangs genannten Art zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Oberfläche des Plattenzylinders
und die Unterseite der Druckplatte mit einem Gleitwerkstoff beschichtet sind. Die
Schichtdicke des Gleitwerkstoffs beträgt hierbei Vorzugsweise ca. 10 µm. Als Gleitwerkstoffe
kommen Duroplaste, Thermoplaste und anorganische Trockenschmierstoffe in Betracht.
Die Gleitwerkstoffe können erfindungsgemäß in die Oberfläche des Plattenzylinders
bzw. der Druckplatte bei einer Temperatur von ca. 200° C eingebrannt werden. Ebenso
ist es möglich, den Gleitwerkstoff mittels einer Trägerschicht als Haftvermittler
mit dem Plattenzylinder bzw. der Druckplatte zu verbinden.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Plattenzylinders einer Druckmaschine
liegt die Druckplatte unmittelbar auf dem Plattenzylinder auf. Das Auflegen zusätzlicher
Folien entfällt, wodurch die Handhabung wesentlich vereinfacht wird. Die Schichten
aus Gleitwerkstoff haben verglichen mit den bekannten Folien eine um ein Vielfaches
geringere Schichtdicke und ermöglichen dadurch eine erheblich bessere Wärmeableitung
über den Plattenzylinder. Die unmittelbare Abstützung der Druckplatte auf dem Plattenzylinder
trägt weiterhin zu einer geringeren Verformung der Druckplatte und damit zu einer
höheren Formgenauigkeit bei.
[0007] Die im folgenden aufgeführten Gleitwerkstoffe sind für eine Beschichtung der Mantelfläche
des Plattenzylinders und der Auflagefläche der Druckplatte besonders geeignet:
- 1. Duroplaste
- Alkyd-Melaminharzlacke
Polyester-Kombinationen
hitzehärtende Acrylatprodukte
Aethoxylinharz-Lacke
Silikonmodifizierte Kombinationen
- 2. Thermoplaste
- Polyvinylchlorid
Polyvinylchlorid-Mischpolymerisat
Polyvinylfluorid
Polytetrafluoretylen
- 3. Anorganische Stoffe:
- Graphit
Molybdändisulfid
Bornitrid
[0008] Mit den aufgeführten Gleitwerkstoffen lassen sich Reibbeiwerte zwischen 0,04 für
Molybdändisulfid oder PTFE und 0,3 für Bornitrid erreichen, wobei eine Schichtdicke
von 10 µm oder sogar darunter in der Regel ausreichend ist. Vor der Beschichtung wird
die Trägerfläche durch Strahlen bzw. anodische / chemische Konversion vorbehandelt.
Für eine druckereiintern anzuwendende Beschichtung ist das Aufkleben einer Schmierstoffträgerschicht
auf die Druckplatte bzw. den Plattenzylinder möglich.
[0009] Durch die mit der erfindungsgemäßen Beschichtung erzielte Verminderung der Reibung
zwischen Druckplatte und Plattenzylinder wird das Verschieben der Druckplatte relativ
zum Plattenzylinder erleichtert, so daß das Spannen und Justieren der Druckplatte
auf dem Druckzylinder einfacher und genauer durchführbar ist.
1. Plattenzylinder für eine Druckmaschine mit einer auf seiner Mantelfläche aufspannbaren
Druckplatte, welche eine rückseitig angeordnete Schicht aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche des Plattenzylinders und die Unterseite der Druckplatte mit einem
Gleitwerkstoff beschichtet sind.
2. Plattenzylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schichtdicke des Gleitwerkstoffs ca. 10µm beträgt.
3. Plattenzylinder nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gleitwerkstoff in die Oberfläche des Plattenzylinders bzw. die Unterseite
der Druckplatte einbrennbar ist.
4. Plattenzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gleitwerkstoff mittels einer Trägerschicht mit dem Plattenzylinder bzw. der
Druckplatte verbunden ist.
1. Plate cylinder for a printing press with a printing plate which can be tensioned on
its cover surface, which has a layer arranged on its rear side, characterized in that
the surface of the plate cylinder and the underside of the printing plate are coated
with a lubricant material.
2. Plate cylinder according to Claim 1, characterised in that the layer thickness of
the lubricant material amounts to ca. 10 µm.
3. Plate cylinder according to one of Claims 1 or 2, characterized in that the lubricant
material can be baked in to the surface of the plate cylinder or the underside of
the printing plate.
4. Plate cylinder according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the lubricant
material is connected via a carrier layer with the plate cylinder or the printing
plate.
1. Cylindre porte-plaque pour une machine d'impression, comportant une plaque d'impression
pouvant être montée sur sa face d'enveloppe munie d'une couche agencée sur la face
arrière,
caractérisé en ce que la surface du cylindre porte-plaque et la face inférieure de
la plaque d'impression sont recouvertes d'un matériau antifriction.
2. Cylindre porte-plaque selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'épaisseur de la couche de matériau antifriction vaut 10 µm.
3. Cylindre porte-plaque selon l'une des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que le matériau antifriction peut être cuit dans la surface du cylindre
porte-plaque et dans la face inférieure de la plaque d'impression.
4. Cylindre porte-plaque selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que le matériau antifriction est relié au moyen d'une couche porteuse
au cylindre porte-plaque et à la plaque d'impression.