[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines mit einer Bypassleitung
versehenen Apparats, z.B. Wärmetauscher für strömende Medien, vorzugsweise für Wasser,
Deionat oder Kondensat, welche Medien zumindest im Teilstrom die Bypassleitung durchströmen,
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Im Anlagenbau ist allgemein bekannt, einen in einem Rohrleitungsstrang angeordneten
Wärmetauscher mit einer Bypassleitung zu versehen (siehe z.B. US-A-2 823 650). Dabei
kann das Verhältnis der Teilströme, welche den Wärmetauscher und die Bypassleitung
durchströmen, üblicherweise mittels einer Blende in der Bypassleitung fest vorgegeben,
sein.
[0003] Unter bestimmten Umständen, z. B. bei Teillast, kommt es zu einer Verringerung des
Volumenstroms des durchströmenden Mediums. Aufgrund der Verringerung des Durchflusses
durch den Wärmetauscher kann es hier infolge der unveränderten Einspeisung des Heizmediums,
z. B. Dampf, zu einer spontanen Aufheizung des Strömungsmediums mit anschließender
Dampfbildung in den Wärmetauscherrohren kommen, so daß diese schließlich nur noch
mit Dampf gefüllt sind. Der hierdurch stark erhöhte Strömungswiderstand ist dabei
deutlich größer als der Widerstand der Blende in der Bypassleitung, so daß es zu einem
Strömungsstillstand in dem Wärmetauscher kommen kann und aufgrund dessen das strömende
Medium ausschließlich über die Bypassleitung geführt wird.
[0004] Das zuvor geschilderte Problem kann auch auftreten, wenn infolge störfallbedingter
Unterbrechung des Volumenstroms, z.B. infolge Pumpenausfall oder Fehlfunktion einer
Rohrleitungsabsperrung im vorangehenden Rohrleitungsabschnitt, die Förderung des Medium
zeitweise unterbleibt. Beim Wiederanfahren, d. h. nach Beseitigung der Störung, kann
aus den zuvor geschilderten Gründen das im Wärmetauscher befindliche Medium verdampft
sein, was zur Folge hat, daß durch die Dampfblasenbildung im Wärmetauscher dessen
Widerstand für die Strömung so groß ist, daß es hier zu einem Stillstand der Strömung
kommt.
[0005] Bei Teillasten, d. h. bei kleinen Gesamtströmen ist der Strömungswiderstand der im
folgenden als Schaltung bezeichneten Anordnung des Wärmetauschers mit Bypassleitung
in der Rohrleitung niedriger. Hierbei kann geschehen, daß eine Schaltungsanordnung,
die bei hohem Gesamtstrom stabil arbeitet, nunmehr instabil wird, d. h. daß die zuvor
geschilderten Effekte auftreten.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es daher Aufgabe der Erfindung ein Verfahren
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, um so auf einfache
Weise Instabilitäten beim Betrieb des hydraulischen Systems sicher auszuschließen.
[0007] Zur Lösung der Aufgabe dienen erfindungsgemäß die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1. Danach ist vorgesehen, daß dann, wenn bei Verringerung des Volumenstromes des Mediums
eine Erhöhung des Strömungswiderstands im Apparat auftritt, die Aufteilung der Teilströme
dadurch geändert wird, daß der Strömungswiderstand in der Bypassleitung so erhöht
wird, daß der Apparat ausreichend mit Strömungsmedium gespeist wird.
[0008] Das bedeutet, daß erfindungsgemäß der Strömungswiderstand in der Bypassleitung veränderlich
einstellbar ist, so daß er stets gleich ist dem Strömungswiderstand des Apparates.
Hierdurch wird erreicht, daß der Apparat ausreichend mit Strömungsmedium gespeist
wird, so daß es zu unerwünschten Teil- oder Vollverdampfungen, welche den Strömungswiderstand
des Apparates heraufsetzen, vermieden oder zumindest überwunden werden.
[0009] Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein,
daß der Teilstrom durch die Bypassleitung unterbrochen wird, sobald im Apparat ein
erhöhter Strömungswiderstand auftritt. Diese Variante erfordert nur geringen schaltungstechnischen
bzw. meß- und regelungstechnischen Aufwand und ist daher einfach und kostengünstig
realisierbar.
[0010] Gemäß einer weiteren Variante kann es aber zweckmäßig sein, eine stufenlose Änderung
der Aufteilung der Teilströme und damit eine Änderung des Strömungswiderstandes vorzunehmen,
um auf diese Weise die geforderten Verfahrensparameter bestmöglich einzuhalten, d.
h. die Durchflußmenge des strömenden Mediums durch den Apparat zu regeln. Eine derartige
stufenlose Änderung des Durchflußquerschnitts der Bypassleitung ist im Vergleich zur
ersten Variante aufwendiger, dafür aber auch im Hinblick auf den Betrieb der Schaltungsanordnung
günstiger. Dabei wird der Strömungswiderstand der Bypassleitung bei Erhöhung des Strömungswiderstands
des Apparats ebenfalls erhöht.
[0011] Bei der Anwendung dieses Verfahrens an kreuzgeschalteten Enthitzern bei Dampfkraftanlagen
ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil daraus, daß bei Teillasten der Teilstrom des
Speisewassers durch den Enthitzer erhöht wird, als Folge die Austrittstemperatur des
Speisewassers erhöht wird und der thermische Wirkungsgrad des Prozesses verbessert
wird.
[0012] Eine bekannte Vorrichtung für die Durchführung des eingangs genannten Verfahrens
enthält einen Apparat, vorzugsweise einen Wärmetauscher, der mit einer Bypassleitung
versehen ist, in welcher ein Stellglied zur Veränderung des Strömungswiderstands der
Bypassleitung angeordnet ist. Eine Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe
ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 3 gekennzeichnet.
Danach ist vorgesehen, daß das Stellglied in eine Meß- und Regelstrecke eingebunden
und so gesteuert ist, daß es dann, wenn bei Verringerung des Volumenstroms des Mediums
eine Erhöhung des Strömungswiderstands im Wärmetauscher auftritt, den Strömungswiderstand
in der Bypassleitung so erhöht, daß er gleich dem Strömungswiderstand im Wärmetauscher
ist oder diesen übersteigt, damit der Wärmetauscher ausreichend mit Medium gespeist
wird.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Stellglied als Regelventil ausgebildet.
Dieses gestattet eine stufenlose Einstellung des Durchlaufquerschnitts der Bypassleitung
und damit deren Strömungswiderstand.
[0014] Gemäß einer anderen Ausführungsform kann es zweckmäßig sein, das Stellglied als Absperrschieber
auszubilden.
[0015] Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0016] Aus der US-A-2 823 650 ist eine Anordnung für den Wärmeaustausch zwischen strömenden
Medien, vorzugsweise für Fernheizsysteme, bekannt, bei welcher ein Wärmetauscher längsdurchströmt
wird. Im wärmeaufnehmenden Strömungsweg ist eine Bypassleitung mit einem von einem
Thermostaten geregelten Ventil vorgesehen, über welche eine gleichbleibende Temperatur
im Heizkreislauf gewährleistet ist. Druckabhängige Regelungsmaßnahmen sind nicht vorgesehen.
[0017] Anhand eines Ausführungsbeispieles sollen die Erfindung und ihre besondere Vorteile
näher erläutert und beschrieben werden.
[0018] Es zeigt die einzige Figur eine Schaltungsanordnung gemäß der Erfindung.
[0019] In der einzigen Figur ist eine Schaltungsanordnung 10 gezeigt, die eine Rohrleitung
12 aufweist, in welcher ein als Wärmetauscher ausgebildeter Apparat 14 angeordnet
ist, der mit einer Bypassleitung 16 versehen ist. In dieser Bypassleitung ist entsprechend
der Erfindung ein Stellglied 18 angeordnet, das im gezeigten Beispiel als motorbetriebene
Absperrarmatur dargestellt ist und im konkreten Einsatzfall als Absperrschieber, Drosselklappe
oder Regelventil ausgebildet sein kann.
[0020] Die Verfahrensweise dieser Schaltung soll nachstehend erläutert werden. Dabei sind
zwei Fallunterscheidungen zu treffen.
Fall 1:
[0021] Bei Teillastbetrieb teilt sich der Gesamtvolumenstrom entsprechend der Einstellung
des Stellgliedes 18 im gleichen Verhältnis ein wie bei Vollast. Dies kann zu Instabilitäten
der Strömung führen, da der zur Aufheizung des strömenden Mediums dienende Apparat
14 zunächst unverändert mit Heizmedium gespeist wird, dessen Wärmemenge jedoch auf
den bei Vollastbetrieb durchströmenden Volumenstrom abgestimmt ist. Aufgrund dieses
Überangebots an Wärme kommt es im Apparat 14 zu einer raschen Aufheizung des strömenden
Mediums und schließlich zu dessen Verdampfung. Die in den Wärmetauscherrohren des
Apparats 14 befindlichen Dampfblasen bilden einen gegenüber Normalbetrieb stark erhöhten
Widerstand für die Strömung oder Verschluß, so daß es zu einem Strömungsstillstand
des strömenden Mediums kommen kann, solange die Bypassleitung 16 geöffnet ist, deren
Strömungswiderstand in diesem Fall geringer ist als der des Apparats 14. An dieser
Stelle setzt die Erfindung ein, indem der Strömungswiderstand in der Bypassleitung
durch Verstellen des Stellgliedes 18 soweit erhöht wird, daß er den Strömungswiderstand
im Apparat 14 übersteigt, so daß der anstehende Strömungsdruck die im Apparat 14 befindlichen
Dampfblasen austreibt und ein störungsfreier Teillastbetrieb möglich ist. Um letzteres
sicherzustellen, kann es erforderlich sein, die Einstellung des Stellgliedes 18 erneut
zu verändern.
Fall 2:
[0022] Es kann gelegentlich vorkommen, daß aufgrund unvorhersehbarer Störungen, z. B. Ausfall
der Förderpumpe oder infolge Fehlbetätigung ein unbeabsichtigtes Schließen einer Absperrarmatur
im vorangehenden Leitungsabschnitt, daß das im Apparat 14 befindliche strömende Medium
ähnlich wie zuvor beschrieben rasch aufgeheizt und schließlich verdampft wird, weil
kein Medium nachströmt. Auf diese Weise wird infolge Dampfblasenbildung im Apparat
14 dessen Widerstand für die Strömung stark erhöht, so daß er den Strömungswiderstand
der Bypassleitung 16 erheblich übersteigt. Bei Wiederaufnahme des Betriebs, d. h.,
bei erneuter Förderung des Strömungsmediums kann es auf diese Weise geschehen, daß
infolge der stark unterschiedlichen Strömungswiderstände im Apparat 14 weiterhin ein
Strömungsstillstand vorherrscht, während die Bypassleitung 16 unter stark erhöhtem
Druck durchströmt wird. Ist dies der Fall, so kommt auch hier die erfindungsgemäße
Verfahrensweise zur Anwendung, indem der Strömungswiderstand in der Bypassleitung
16 durch Verändern der Einstellung des Stellgliedes 18 so weit erhöht wird, daß er
den im Apparat 14 infolge Dampfblasenbildung vorherrschenden Strömungswiderstand übersteigt.
Hierdurch wird erreicht, daß das strömende Medium nunmehr aufgrund des anstehenden
Drucks die Dampfblasen aus dem Apparat 14 verdrängt und hierdurch dessen Strömungswiderstand
wieder auf den Ausgangswert bringt. Sobald dies geschehen ist, wird der Einstellwert
des Stellgliedes 18 erneut verändert und auf diese Betriebsbedingungen eingestellt.
1. Verfahren zum Betreiben eines mit einer Bypassleitung versehenen Apparats, z. B. Wärmetauscher
für strömende Medien, vorzugsweise für Wasser, Deionat oder Kondensat, welche Medien
zumindest im Teilstrom die Bypassleitung durchströmen, dadurch gekennzeichnet, daß dann, wenn bei Verringerung des Volumenstromes des Mediums eine Erhöhung des
Strömungswiderstands im Apparat auftritt, die Aufteilung der Teilströme dadurch geändert
wird, daß der Strömungswiderstand in der Bypassleitung so erhöht wird, daß der Apparat
ausreichend mit Strömungsmedium gespeist wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Teilstrom durch die Bypassleitung
unterbrochen wird, wenn im Apparat infolge erhöhten Strömungswiderstandes ein Strömungsstillstand
auftritt.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 oder 2, mit
einem Wärmetauscher (14), einer Bypassleitung (16) für den Wärmetauscher und einem
in der Bypassleitung (16) vorgesehenen Stellglied (18) zur Veränderung des Strömungswiderstands
der Bypassleitung (16), dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (18) in eine Meß-
und Regelstrecke eingebunden und so gesteuert ist, daß es dann, wenn bei Verringerung
des Volumenstroms des Mediums eine Erhöhung des Strömungswiderstands im Wärmetauscher
(14) auftritt, den Strömungswiderstand in der Bypassleitung (16) so erhöht, daß er
gleich dem Strömungswiderstand im Wärmetauscher (14) ist oder diesen übersteigt, damit
der Wärmetauscher ausreichend mit Medium gespeist wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (18) ein Regelventil
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (18) ein Absperrschieber
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (18) eine
Drosselklappe ist.
1. Method of operating an item of equipment provided with a bypass line, for example
a heat exchanger for flowing media, preferably for water, deionized water or condensate,
which media flow through the bypass line at least in partial flow, characterized in
that, if the flow resistance in the item of equipment increases when the volumetric
flow of the medium is reduced, the division of the partial flows is changed by the
flow resistance in the bypass line being increased in such a way that the item of
equipment is sufficiently fed with flow medium.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the partial flow through the bypass
line is interrupted if the flow in the item of equipment stops as a result of increased
flow resistance.
3. Apparatus for carrying out the method according to either of Claims 1 or 2, having
a heat exchanger (14), a bypass line (16) for the heat exchanger, and an actuator
(18) provided in the bypass line (16) and intended for varying the flow resistance
of the bypass line (16), characterized in that the actuator (18) is integrated in
a measuring and control section and operates in such a way that, if the flow resistance
in the heat exchanger (14) increases when the volumetric flow of the medium is reduced,
the actuator (18) increases the flow resistance in the bypass line (16) in such a
way that it is equal to or exceeds the flow resistance in the heat exchanger (14)
so that the heat exchanger is sufficiently fed with medium.
4. Apparatus according to Claim 3, characterized in that the actuator (18) is a control
valve.
5. Apparatus according to Claim 3, characterized in that the actuator (18) is a shut-off
gate valve.
6. Apparatus according to Claim 3, characterized in that the actuator (18) is a butterfly
valve.
1. Procédé d'exploitation d'un appareil muni d'une conduite de dérivation, par exemple
d'un échangeur de chaleur pour des fluides en écoulement, de préférence de l'eau,
un liquide déionisé ou condensé, lesquels fluides traversent au moins à débit partiel
la conduite de dérivation, caractérisé par le fait que lorsqu'une diminution du débit-volume du fluide produit un accroissement
de la résistance à l'écoulement dans l'appareil, on modifie le rapport des débits
partiels par le fait qu'on augmente la résistance à l'écoulement dans la conduite
de dérivation de telle manière que l'appareil soit suffisamment alimenté en fluide
en écoulement.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on interrompt le débit partiel dans la conduite de dérivation lorsqu'un
arrêt d'écoulement se produit dans l'appareil du fait d'une résistance à l'écoulement
accrue.
3. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé suivant l'une des revendications 1 ou
2, comprenant un échangeur de chaleur (14), une conduite de dérivation (16) pour l'échangeur
et un organe de réglage (18) prévu dans la conduite de dérivation (16) pour faire
varier la résistance à l'écoulement dans la conduite de dérivation (16), caractérisé par le fait que l'organe de réglage est intégré dans un circuit de mesure et de régulation
et est commandé de manière que lorsque, en cas de diminution du débit-volume du fluide,
il se produit un accroissement de la résistance à l'écoulement dans l'échangeur de
chaleur (14), il augmente la résistance à l'écoulement dans la conduite de dérivation
(16) de manière qu'elle soit égale ou supérieure à la résistance à l'écoulement dans
l'échangeur de chaleur (14) afin que l'échangeur de chaleur soit suffisamment alimenté
en fluide.
4. Dispositif suivant la revendication 3, caractérisé par le fait que l'organe de réglage (18) est une vanne de réglage.
5. Dispositif suivant la revendication 3, caractérisé par le fait que l'organe de réglage (18) est une vanne à tiroir.
6. Dispositif suivant la revendication 3, caractérisé par le fait que l'organe de réglage (18) est une vanne à papillon.