[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vereinzelung von Gegenständen,
insbesondere Personen oder Fahrzeugen, welchen Identifikationsdaten zugeordnet sind,
in einem Durchgangskanal.
[0002] Derartige Verfahren werden häufig beispielsweise als Zugangskontrollen für Personen
angewandt. Dabei muss sich eine Person aktiv oder passiv legitimieren, beispielsweise
durch Eingabe eines Codes über eine Tastatur oder mittels einer Identifikationsmarke,
welche durch eine geeignetes Gerätes gelesen wird. Danach wird üblicherweise eine
Sperre geöffnet.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand nun darin, ein Verfahren zu finden,
welches eine zuverlässige Identifikation von in einem Durchgangskanal aufeinanderfolgenden
Gegenständen, insbesondere Personen oder Fahrzeuge, erlaubt und den Durchgang für
nicht identifizierte resp. nichtberechtigte Gegenstände sperrt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass in einer ersten Phase einerseits
die Identifikationsdaten erfasst und geprüft werden und andererseits das Gewicht und/oder
Grösse des Gegenstandes erfasst wird und dass diese Messdaten einer Auswertungseinheit
zugeführt werden, und dass am Ende des Kanals ein Sperrorgan vorhanden ist, welches
aufgrund der Auswertung der Informationen der Mess- resp. Erfassungsstationen in der
Auswertungseinheit betätigt wird.
[0005] Indem nicht nur eine Information, nämlich die Identifikationsdaten, erfasst werden
sondern davon unabhängig die weiteren Daten Gewicht und/oder Grösse erfasst werden,
kann eine zuverlässigere Identifikation als bei herkömmlichen Systemen erreicht werden.
Beispielsweise lässt sich damit bei Bergbahnzutritten erkennen, ob ein Erwachsener
mit einem Kinderbillet als Identifikationsmittel den Zutritt erreichen will. So kann
beispielsweise die Auswertungseinheit derart ausgelegt sein, dass sie bei Erfassen
eines Kinderbilletes nur Personen unter einer bestimmten Grösse oder Gewicht passieren
lässt. Heute muss diese Kontrolle manuell durch eine Betreuungsperson stichprobenartig
vorgenommen werden. Mit dem erfindungsgemässe verfahren lässt sich aber diese Kontrolle
auch automatisieren.
[0006] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in einer zweiten Phase,
im Durchgangskanal nach der Identifikationsstation und dem Schliessorgan, nochmals
das Gewicht und/oder Grösse des Gegenstandes erfasst wird, und diese Messdaten ebenfalls
der Auswertungseinheit zugeführt werden. Damit kann überprüft werden, ob nach der
ersten Identifikationskontrolle Veränderungen am Gegenstand vorgenommen wurden. Dies
ist insbesondere für Personendurchgänge vorteilhaft, indem nicht aufgrund der Identifikation
von einer Person zwei oder mehrerer Personen die Sperre passieren können. Vorteilhafterweise
wird diese zweite Messung gerade vor dem Schliessorgan durchgeführt.
[0007] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht weiter vor, dass zusätzlich Sensoren
im Durchgangskanal vorgesehen sind, welche die Bewegungsrichtung des Gegenstandes
im Durchgangskanal erfassen und an die Auswertungseinheit übertragen. Damit kann kontrolliert
werden, ob ein Gegenstand nach der ersten Identifikationskontrolle die Durchgangsrichtung
wechselt und aus dem Durchgangskanal durch die Eingangsöffnung austritt.
[0008] Nochmals eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Sperrorgan
im Grundzustand geöffnet ist und nur in Schliessstellung gebracht wird, wenn kein
gültiges Erkennungsmedium bei gleichzeitiger Gewichts und/oder Grössenmessung in der
ersten Phase festgestellt worden ist. Herkömmlicherweise sind die Sperrorgane im Grundzustand
geschlossen und müssen bei jeder positiven Identifikation eines Gegenstandes geöffnet
werden. Dies benötigt jedesmal eine gewisse Zeit, wodurch die Durchsatzrate von Gegenständen
durch eine solche Sperre beschränkt ist. Dadurch, dass die Sperre im Grundzustand
geöffnet ist, lässt sich der Durchsatz von Gegenständen durch die Sperre wesentlich
erhöhen, da die Öffnungs- und Schliesszeiten des Sperrelementes wegfallen. Es wird
hier davon ausgegangen, dass mehrheitlich berechtigte Gegenstände einen solchen Durchgang
passieren. Insbesondere ist vorgesehen, dass das Sperrorgan ebenfalls in Schliessstellung
gebracht wird, falls die Messungen des Gewichts und/oder Grösse des Gegenstandes in
der zweiten Phase nicht annähernd identische Messgrössen im Vergleich mit der ersten
Phase liefern.
[0009] Das erfindungsgemässe Verfahren wird vorzugsweise als Zugangskontrolle zu Räumen,
Anlagen, Bahnen oder ähnlichem angewendet. Das Verfahren ist nach dem vorgängig gesagtem
insbesondere für Personendurchgangskontrollen geeignet.
[0010] Weiter eignet sich das erfindungsgemässe Verfahren insbesondere zur Bestimmung von
gewichts- und/oder grössenabhängigen Bewertungskriterien von Gegenständen, insbesondere
von Personen oder Fahrzeugen, vorzugsweise bei Bahnanlagen.
[0011] Damit können beispielsweise bei einem Auto- resp. Lastwagenverlad aufgrund der Identifikationsmarke,
welche beispielsweise das Leergewicht des Fahrzeuges beinhaltet, durch die anschliessende
Gewichtsmessung das Totalgewicht gemessen werden und in der Auswertungseinheit aufgrund
des erfassten Leergewichtes die Zuladung errechnet werden. Daraus lässt sich beispielsweise
der Fahrpreis bestimmen.
[0012] Ebenfalls ist dieses Verfahren für die Erfassung resp. Abbuchung von Punkte- resp.
Mehrfahrtenkarten beispielsweise von Bergbahnen geeignet. Dabei kann aufgrund der
Gewichts- resp. Grössenmessung festgestellt werden, ob der Volltarif oder der Kindertarif
abgebucht werden muss. Damit lässt sich auch der Zugang für solche Punkte- resp. Mehrfahrtenkarten
vollautomatisch abwickeln, was herkömmlicherweise manuell durch eine Kontrollperson
erfolgt.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen
noch näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 das Schema einer Zugangskontrollvorrichtung nach dem erfindungsgemässen Verfahren.
[0014] In Figur 1 ist schematisch die Aufsicht auf einen Personendurchgang dargestellt.
Am Eingang des Durchgangs ist einmal ein Identifikationsgerät 1 vorhanden. Hier wird
die Identifikation der Person aufgrund einer Erkennungsmarke, beispielsweise eines
Billetes, vorgenommen. Dies kann wie bekannt beispielsweise mittels eines optischen
Lesers erfolgen, in welchen das Billet eingeführt oder dem es vorgezeigt werden muss,
oder aufgrund einer Induktionsspuleneinrichtung. An derselben Stelle sind hier eine
Gewichtsmessplattform 2 und eine Fotozelleneinrichtung 3 vorgesehen, welche das Gewicht
und die Grösse der Person erfassen, welche sich an dieser Stelle befindet. Die erfassten
Daten werden einer Auswertungseinheit 4 zugeführt, beispielsweise einem Computer.
Aufgrund dieser Daten kann nun gegebenenfalls bereits die Sperrvorrichtung 7 aktiviert
werden, wenn beispielsweise keine gültige Identität festgestellt wurde. Nach dieser
ersten Stelle passiert nun die Person eine weitere Gewichtsmessplattform 5 und eine
Fotozelleneinrichtung 6. Hier werden nochmals das Gewicht und Grösse der Person erfasst
und der Auswertungseinheit 4 zugeführt. Hier werden nun diese Messungen mit der ersten
Messung verglichen. Falls hier grössere Differenzen als ein vorgegebenes Toleranzspektrum
ermittelt werden, wird die Sperrvorrichtung 7 aktiviert. Dies könnte beispielsweise
dann auftreten, wenn eine zweite Person ohne Erkennungsmarke über die Gewichtsmessplattform
2 springt, um zusammen mit der bereits identifizierten Person durch die Sperrvorrichtung
7 zu gelangen.
[0015] Die Sperrvorrichtung 7 weist vorzugsweise die in der in Figur 1 gestrichelt gezeichneten
Grund- resp. Ruheposition auf. Dadurch ist der Durchgang grundsätzlich offen. Nur
wenn eine nichtberechtigte Person durch den Durchgang hindurchgehen will, wird die
Sperrvorrichtung 7 geschlossen. Damit die Sperre in der entgegengesetzten Richtung
wirkt, kann auf der anderen Seite der Sperrvorrichtung 7 eine eigene Vorrichtung angebracht
sein, welche die Sperrvorrichtung 7 schliesst, wenn sich eine Person von dieser Seite
nähert.
[0016] Anstelle der dargestellten Form der Sperrvorrichtung 7 kann diese beispielsweise
natürlich auch ein horizontales oder vertikales Drehkreuz oder eine Türe mit automatischer
Verriegelungsvorrichtung sein.
[0017] Gleichfalls ist es auch denkbar, dass für eine zusätzliche, visuelle Kontrolle zusätzlich
zu den beschriebenen Identifikationsdaten in der Auswertungseinheit Bilddaten der
Gegenstände resp. Personen gespeichert sind. Diese können dann beim Passieren der
Gegenstände resp. Personen durch den Durchgangskanal auf einem Monitor dargestellt
werden und erlauben eine schnelle und sichere zusätzliche Überprüfung.
1. Verfahren zur Vereinzelung von Gegenständen, insbesondere Personen oder Fahrzeugen,
welchen Identifikationsdaten zugeordnet sind, in einem Durchgangskanal, dadurch gekennzeichnet,
dass in einer ersten Phase einerseits die Identifikationsdaten erfasst und geprüft
werden und andererseits das Gewicht und/oder Grösse des Gegenstandes erfasst wird
und dass diese Messdaten einer Auswertungseinheit zugeführt werden, und dass am Ende
des Kanales ein Sperrorgan vorhanden ist, welches aufgrund der Auswertung der Informationen
der Mess- resp. Erfassungsstationen in der Auswertungseinheit betätigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einer zweiten Phase, im
Durchgangskanal nach der Identifikationsstation und dem Schliessorgan, nochmals das
Gewicht und/oder Grösse des Gegenstandes erfasst wird, und diese Messdaten ebenfalls
der Auswertungseinheit zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich Sensoren
im Durchgangskanal vorgesehen sind, welche die Bewegungsrichtung des Gegenstandes
im Durchgangskanal erfassen und an die Auswertungseinheit übertragen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrorgan
im Grundzustand geöffnet ist und nur in Schliessstellung gebracht wird, wenn kein
gültiger Gegenstand bei gleichzeitiger Gewichts- und/oder Grössenmessung in der ersten
Phase festgestellt worden ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrorgan ebenfalls in
Schliessstellung gebracht wird, falls die Messungen des Gewichts und/oder Grösse des
Gegenstandes in der zweiten Phase nicht annähernd identische Messgrössen im Vergleich
mit der ersten Phase liefern.
6. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 als Zugangskontrolle zu
Räumen, Anlagen, Bahnen oder ähnlichem.
7. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 zur Bestimmung von gewichts-
und/oder grössenabhängigen Bewertungskriterien von Gegenständen, insbesondere von
Personen oder Fahrzeugen, vorzugsweise bei Bahnanlagen.