[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Bandgiessanlage für Metalle, insbesondere für
Aluminium und Aluminiumlegierungen, mit einer in Fliessrichtung des flüssigen Metalls
verschiebbaren und senkrecht dazu verstellbaren Giessdüse zur Einspeisung von flüssigem
Metall in den verstellbaren Walzspalt zwischen rotierenden Kokillen, wobei die Giessdüse
aus zwei an einen Schmelzeverteilungstrog angelenkten Düsenelementen und zwei Seitenbegrenzern
besteht, welche eine schlitzförmige Austrittsöffnung für das flüssige Metall bilden.
Bei horizontalen oder schrägen Bandgiessanlagen hat die Giessdüse ein oberes und ein
unteres, bei vertikalen Bandgiessanlagen ein linkes und ein rechtes Düsenelement.
Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb der Bandgiessanlage.
[0002] Hier und im folgenden werden insbesondere horizontale Bandgiessanlagen beschrieben.
Es kann jedoch auch schräg nach oben, z.B. 15°, oder schräg nach unten gegossen und
die Erfindung verwendet werden. Ebenso kann die Erfindung für das vertikale Bandgiessen
angewendet werden, es müssten lediglich einige, dem Fachmann naheliegende Terminologieänderungen
vorgenommen werden, auf welche hier und im folgenden der Uebersichtlichkeit wegen
meist verzichtet wird.
[0003] Bekannte Bandgiessanlagen weisen nach einer ersten Variante zwei übereinander angeordnete
Giesswalzen (z.B. Lauener Rollcaster), nach einer zweiten Variante zwei übereinander
umlaufende Giessbänder (z.B. Hazelett) oder Raupenkokillen (z.B. Lauener Block Caster)
auf, welche von einem Maschinenrahmen gehalten werden oder in einem Gehäuse angeordnet
sind. Im folgenden werden alle Arten der den Giessspalt bildenden Kokillen, entsprechend
der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, mit Giesswalzen bezeichnet. Sinngemäss
werden jedoch immer auch umlaufende Giessbänder oder Raupenkokillen von Bandgiessvorrichtungen
miterfasst.
[0004] Im Bereich des Walz- oder Giessspaltes befindet sich in Arbeitsposition zwischen
den beiden Giesswalzen eine Düse, welche in der Regel am Maschinenrahmen festgelegt
ist. Ein durch ein Giessrinnensystem gespeister Giesstrog, vom Fachmann Schmelzeverteilungstrog
genannt, leitet flüssiges Metall in die Düse, das ausfliessende Metall erstarrt zwischen
den Giesswalzen und tritt als teilweise gewalztes Band aus. Diese Giessdüse kann zusammen
mit ihrem Düsenhalter ein- und ausgebaut werden, die Zugänglichkeit ist aber, insbesondere
durch Maschinenrahmen oder -gehäuse, stark behindert.
[0005] Heute werden im Bandgussverfahren Bänder bis hinunter zu einer Dicke von etwa 2 mm,
insbesondere 3 bis 7 mm, gegossen, was an die Düse selbst und an deren Positionierung
sehr hohe Anforderungen stellt.
[0006] Die Düse muss nicht nur der Erosion oder Auflösung im aggressiven, flüssigen Metall
widerstehen, sie darf auch keine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, weil sonst das
flüssige Metall in der Düse erstarren könnte, und muss dem rauhen Giessereibetrieb
widerstehen.
[0007] Aus der US,A 2752649 beispielsweise ist seit langem ein geeigneter Werkstoff für
eine Giessdüse bekannt. Diese muss so exakt positioniert werden, dass einerseits ungewollt
aufliegende Teile die Walzenoberflächen nicht beschädigen, aber andererseits zwischen
Düse und Giesswalze keine so grossen Zwischenräume gebildet werden, dass das flüssige
Metall nicht zwischen die Düse und die Oberfläche der Giesswalze eindringen kann.
Für das Giessen von Aluminium beispielsweise wird ein Abstand der Düse zu der Giesswalze
von 0,2 mm als optimal angesehen, oberhalb 0,5 mm kann das Eindringen von Metallschmelze
kaum mehr verhindert werden.
[0008] Aus der EP,A1 0443204 ist eine horizontal verschiebbare und höhenverstellbare Giessdüse
zur Einspeisung von flüssigem Metall in einen Walzspalt bekannt, bei welchem die Metallzufuhr
während des Positionierens einer Düse nicht unterbrochen werden muss. Dies erlaubt
ein Auswechseln der Giessdüse ohne Betriebsunterbruch.
[0009] Die EP,A1 0137238 beschreibt ein Giessystem für das kontinuierliche Bandgiessen von
Metallen, insbesondere eine Düsenanordnung mit einem extrudierten Düsenhalter und
einer feuerfesten, vorgegossenen Düse. Der Düsenhalter ist als ein Stück stranggepresst
und weist alle wesentlichen Details und Toleranzen auf. Dieser Düsenhalter und ein
zusätzlicher Befestigungskeil bestehen aus einer stranggepressten Aluminiumlegierung.
Mit Schrauben wird die Giessdüse am Halter befestigt und beispielsweise mit einem
Befestigungskeil festgeklemmt. Dadurch wird die Demontage und Ersetzung der Düse mit
minimalem Zeitaufwand erledigt.
[0010] Die JP,A 01224144 hat einen langsamen und gleichmässigen Fluss von geschmolzenem
Stahl zum Gegenstand, damit ein Giessstrang von guter Qualität hergestellt werden
kann. Die aus einem Verteilungstrog eingeleitete Metallschmelze wird in den Innenraum
des festen Düsenelementes geleitet. Nach Verminderung der Fliessgeschwindigkeit tritt
das geschmolzene Metall aus dem Düsenspalt 11 aus. Ein bewegliches Düsenelement kann
mit einem Aktuator in Richtung des festen Düsenelements oder von diesem weg verschoben
werden. Derart kann die Düsenöffnung zwischen den Düsenelementen und damit die Fliessgeschwindigkeit
des geschmolzenen Stahls eingestellt werden. Durch dieses Vertikalstranggiessverfahren
können Gussbarren von guter Qualität hergestellt werden.
[0011] Die Erfinder haben sich die Aufgabe gestellt, eine Bandgiessanlage für Metalle der
eingangs genannten Art und ein Verfahren für deren Betrieb zu schaffen, die eine Giessdüse
mit stets optimaler Positionierung erlauben.
[0012] Berechnungen mit Computermodellen und Versuche haben gezeigt, dass die Produktivität
erhöht werden kann, wenn der Abstand der Düse vom Walzspalt erhöht wird. Dieser Abstand
darf jedoch beim Anfahren der Bandgiessanlage nicht zu gross sein, weil diese sonst
wegen zu früh erstarrendem Material überlastet wird oder für die Anwendung grösserer
Kräfte dimensioniert sein muss. Bei den meisten Anlagen lässt sich die Giessdüse nicht
oder nur unter schwierigen, aufwendigen Bedingungen während des Betriebs beschränkt
verstellen. Abhilfe schafft beispielsweise eine horizontal verschiebbare und höhenverstellbare
Giessdüse gemäss der erwähnten EP,Al 0443 204. Bei jedem Zurückziehen der Düse aus
der optimalen Lage entsteht in bekannten Anlagen ein Spalt, durch welchen nach dem
Ueberschreiten der Oberflächenspannung Metall fliessen kann.
[0013] Die Aufgabe wird in bezug auf die Bandgiessanlage erfindungsgemäss dadurch gelöst,
dass eines oder beide der Düsenelemente wenigstens im Bereich der Austrittsöffnung
einstellbar ist. Spezielle und weiterbildende Ausführungsformen der Bandgiessanlage
sind Gegenstand von abhängigen Vorrichtungsansprüchen.
[0014] Einstellbare Düsenelemente bewirken, dass bei einem Rückzug der Giessdüse der Spalt
zwischen Düsenlippe und Walze konstant gehalten werden und kein Metall zurückfliessen
kann.
[0015] Die beiden Seitenbegrenzer der Giessdüse sind in an sich bekannter Weise so gestaltet,
dass sich die Austrittsöffnung der Düse beim Rückzug erweitern kann, ohne dass Metall
zwischen einem Düsenelement und einem Seitenbegrenzer ausfliessen kann.
[0016] Für die Verstellung der Austrittsöffnung ergeben sich beispielsweise folgende Varianten:
- Eines der beiden Düsenelemente ist starr an den Schmelzeverteilungstrog angelenkt,
das andere kann parallel verschoben werden.
- Beide Düsenelemente können am Schmelzeverteilungstrog parallel verschoben werden.
- Ein Düsenelement ist starr am Schmelzeverteilungstrog angelenkt, das andere hat eine
gelenkige Verbindung.
- Beide Düsenelemente haben eine gelenkige Verbindung zum Schmelzeverteilungstrog.
- Beide Düsenelemente sind starr am Schmelzeverteilungstrog angelenkt und haben in Richtung
der Austrittsöffnung ein parallel zu ihr verlaufendes Gelenk.
- Beide Düsenelemente sind starr am Schmelzeverteilungstrog angelenkt, ein Düsenelement
hat in Richtung der Austrittsöffnung ein zu ihr parallel verlaufendes Gelenk.
[0017] Selbstverständlich kann bei allen Varianten mit einem verstellbaren Düsenelement
jeweils das obere oder das untere, bei vertikalen Bandgiessanlagen das linke oder
das rechte, gemeint sein. Es bestehen noch einige weitere Kombinationsmöglichkeiten,
beispielsweise ein parallel verschiebbares Düsenelement mit einem Gelenk in Richtung
der Austrittsöffnung. Diese Kombinationen werden durch technische Probleme und Ueberlegungen
der Wirtschaftlichkeit eingeschränkt, nach welchen immer die einfachste und solideste
Variante die beste ist.
[0018] Ein direkt am Schmelzeverteilungstrog angeordnetes Gelenk ist vorzugsweise ein um
eine Achse schwenkbares Scharnier. Ein Gelenk an einem Düsenelement ist zweckmässig
ein um eine Achse schwenkbares Scharnier, ein Folienscharnier, beim Giessen von Aluminium
insbesondere aus Federstahl, ein eingeformter elastischer Block, insbesondere aus
dem gleichen Fasermaterial wie das Düsenelement, oder ein zugfestes Gewebe.
[0019] Die Düsenelemente können in konventioneller Weise gebaut sein, von der Seite betrachtet
im wesentlichen in Form einer Schreibfeder. Wenigstens ein Düsenelement ist an geeigneter
Stelle zur Bildung eines Gelenks durchtrennt und gelenkig mit dem am Schmelzeverteilungstrog
starr angelenkten Reststück verbunden.
[0020] Die Erfindung kann auch dazu eingesetzt werden, die Gestaltung der Giessdüsen zu
vereinfachen. Ein plattenförmiges Stück ist mit dem Schmelzverteilungstrog starr verbunden
und hat in Richtung der Austrittsöffnung eine gelenkige Verbindung zu einem wesentlich
dünneren Plättchen, welches im Querschnitt langrechteckig, jedoch entsprechend rombus-
oder gar nahezu dreieckförmig sein kann.
[0021] Wie bereits erwähnt ist der sehr kleine Abstand von etwa 0,2 bis 0,5 mm einer Düsenlippe
zu der entsprechenden Walze konstant zu halten, dass weder Schürfspuren auf den Giesswalzen
noch Hinterfliessen durch Metall zwischen Giessdüse und Giesswalze auftreten können.
[0022] Nach einer Variante der Erfindung sind im Bereich der Düsenlippen Gleiteinlagen aus
einem selbstschmierenden Werkstoff, insbesondere aus Graphit oder hexagonalem Bornitrid,
in die Düsenelemente eingebaut. Dadurch können die Düsenelemente an exponierten Stellen
oder über die ganze Breite regelmässig verteilt aufliegen, ohne dass irgendwelche
Schleifspuren entstehen. Für nähere Angaben wird auf die DE,A1 2131435 verwiesen.
Die Gleiteinlage kann sich auch über die ganze Düsenbreite erstrecken.
[0023] In bezug auf das Verfahren zum Betrieb einer Bandgiessanlage wird die Aufgabe erfindungsgemäss
dadurch gelöst, dass die Giessdüse zum Anfahren mit der Austrittsöffnung in eine Startposition
vorgeschoben und nachher in eine Arbeitsposition zurückgezogen wird, wobei die Austrittsöffnung
unter Anpassung an die rotierenden Kokillen aufgeweitet wird.
[0024] Bei einem Rückzug der Giessdüse wirkt sich der stets vorhandene, wenn auch geringe
metallostatische Druck in Richtung einer Aufweitung der Austrittsöffnung aus. Vorzugsweise
wird während dem Rückzug einer horizontalen oder schrägen Giessdüse der metallostatische
Druck erhöht, insbesondere durch eine Niveauerhöhung im Schmelzeverteilungstrog. Damit
ist gewährleistet, dass der bewegliche Teil der Düsenelemente gespreizt oder parallel
verschoben wird, bis der ursprüngliche Abstand von den Giesswalzen wieder hergestellt
ist.
[0025] Die Schwenkbewegung oder das Parallelverschieben wenigstens eines Düsenelementes
kann auch mit Hilfe oder zumindest unter Mithilfe von mechanisch ausgeübter Kraft
erfolgen. Der Antrieb kann durch Federkraft, durch ein Gegengewicht, durch pneumatisch,
hydraulisch oder elektrisch erzeugte Kraft erfolgen.
[0026] Der Einsatz der erfindungsgemässen Giessdüsen kann, wie eingangs angedeutet, in allen
Arten von Bandgiessanlagen, beispielsweise Walzgiessanlagen, Giessanlagen mit endlos
umlaufenden Bändern oder Raupenkokillenbändern erfolgen.
[0027] Mit diesen Bandgiessanlagen können nicht nur Aluminium und Aluminiumlegierungen,
sondern auch andere Metalle wie Zink, Blei, Kupfer, Eisen und deren Legierungen, auch
Stahl, gegossen werden.
[0028] Das gegossene Metallband hat stets eine level-linefreie Oberfläche, also keinerlei
Querrinnen.
[0029] Für die Herstellung der Düsenelemente werden vorzugsweise Keramikfasern verwendet,
welche mit einem Schlicker getränkt, getrocknet und gebrannt werden. Dabei entsteht
ein verhältnismässig spröder Formkörper, welcher feuerfest ist, dem flüssigen Metall
chemisch und physikalisch widersteht und eine geringe Wärmeleitfähigkeit hat.
[0030] Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen,
welche auch Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen sind, näher erläutert. Es zeigen
schematisch:
- Fig. 1. einen Längsschnitt durch eine zwischen rotierende Giesswalzen eingefahrene
Giessdüse mit einem verstellbaren Düsenelement,
- Fig. 2 eine Variante von Fig. 1 mit zwei verstellbaren Düsenelementen,
- Fig. 3 einen Längsschnitt durch einen Schmelzeverteilungstrog mit angelenkter Giessdüse,
- Fig. 4 einen teilweisen Längsschnitt durch eine Giessdüse mit einem eingeformten Gelenk,
- Fig. 5 einen teilweisen Längsschnitt durch eine Giessdüse mit einem Gewebescharnier,
- Fig. 6 einen Längsschnitt durch den Bereich einer Düsenlippe mit selbstschmierender
Einlage,
- Fig. 7 ein oberes Düsenelement mit Folienscharnier und einer Feder, und
- Fig. 8 ein oberes Düsenelement mit Folienscharnier und einem Gegengewicht.
[0031] Die in Fig. 1 dargestellte Giessdüse 10, welche an einen nicht gezeigten Schmelzeverteilungstrog
12 (Fig. 3) angelenkt ist, umfasst ein oberes und ein unteres Düsenelement 14, 16.
Das obere Düsenelement 14 hat ein verstellbares Mundstück 18 und ist über eine parallel
zur Austrittsöffnung 20 der Giessdüse 10 schwenkbare Achse A₂ eines Scharniers 22
schwenkbar.
[0032] Beim Anfahren ist die Giessdüse 10 mit der Austrittsöffnung 20 in die strichpunktiert
dargestellte Startposition S vorgeschoben. Der Abstand der Düsenlippen 24 von der
oberen und der unteren Giesswalze 26, 28 liegt im Bereich von 0,2 bis 0,3 mm. Der
Abstand d der Düsenöffnung 20 vom Walzspalt 30, dem geringsten Abstand der Giesswalzen
26, 28 auf der Verbindungsebene E von deren ausserhalb des Zeichnungsblattes liegenden
Achsen, liegt im Bereich von 20 bis 50 mm.
[0033] Unmittelbar nach dem Anfahren wird die Giessdüse 10 um den Abstand a von etwa 30
bis 70 mm in die Arbeitsposition W der Austrittsöffnung 20 zurückgezogen. Beim Rückzug
wird die Giessdüse 10, ebenfalls programmgesteuert, um die Tiefe t abgesenkt, welche
in Berücksichtigung des nicht dargestellten Walzenradius und der Abstände a, d so
berechnet ist, dass der Abstand der Düsenlippe 24 des unteren Düsenelementes 16 von
der unteren Düsenwalze 28 unverändert bei etwa 0,2 bis 0,5 mm bleibt.
[0034] Das Mundstück 18 des oberen Düsenelementes wird mit in nachfolgenden Figuren im Detail
gezeigten Mitteln so eingestellt, dass derselbe Abstand der Düsenlippe 24 vom oberen
Düsenelement 16 erhalten bleibt.
[0035] Die Giessdüse 10 passt sich also beim Zurückfahren automatisch an die Walze an und
lässt relativ grosse Verstellmöglichkeiten zu. Der Abstand d wird so gering eingestellt,
wie es die Konstruktion der Düse zulässt, der Abstand a so gross, dass die Maschine
nicht überlastet wird oder grösser dimensioniert sein muss.
[0036] In Fig. 2, einer Variante von Fig. 1, hat auch das untere Düsenelement 16 ein über
ein Scharnier 22 mit einer Achse A₂ schwenkbares Mundstück 18. Beim Rückzug der Giessdüse
10 von der Anfahrposition S in die Arbeitsposition W um den Abstand a wird deren Höhe
nicht verstellt, die Absenkung t von Fig. 1 entfällt. Beide Mundstücke 18 werden mit
später im Detail dargestellten Mitteln durch Schwenken um die Achsen A₂ so verstellt,
dass der Abstand der Düsenlippen 24 von den Giesswalzen 26, 28 unverändert bei etwa
0,2 bis 0,3 mm bleibt.
[0037] In Fig. 3 ist eine mobile Giessrinne 32 entsprechend der EP,A1 0443204 dargestellt,
welche in bezug auf die Fliessrichtung F des schmelzflüssigen Metalls 35, im vorliegenden
Fall einer Aluminiumlegierung, einen Schmelzeverteilungstrog 12 mit einer abnehmbar
angelenkten Giessdüse 10 aufweist. Das obere Düsenelement 14 ist über ein Scharnier
22 mit einer Achse A₁, das untere Düsenelement 16 starr an den Schmelzeverteilungstrog
12 angelenkt. Beide Düsenelemente 14, 16 sind von einer schwenkbaren oder starren
Düsenhalterung 34, 36 gestützt, welche mit der Giessdüse 10 entfernt werden können,
wobei ein absenkbarer Schieber 38 den Schmelzeverteilungstrog 12 verschliesst.
[0038] Der Schmelzeverteilungstrog 12 ist durch eine Scheidewand 40 mit einer Oeffnung 42
von der mobilen Giessrinne 32 abgetrennt. Diese Oeffnung 42 ist mittels einer Klappe
44 mit einem endständigen, kegelstumpfförmigen Zapfen 46 programmgesteuert verschliessbar.
Die Schwenkbewegung der Klappe 44 ist mit einem Pfeil 48 angedeutet. Das Metallniveau
50 im Schmelzeverteilungstrog 12 ist durch die Eintauchtiefe des Zapfens 46 in die
Oeffnung 40 einstellbar, sie liegt jedoch in jedem Fall unterhalb des Metallniveaus
52 in der mobilen Giessrinne 32.
[0039] Sowohl die mobile Giessrinne 32 als auch der Schmelzeverteilungstrog 28 sind mit
einer refraktären Isolationsschicht 54 ausgekleidet. Mit 56 ist ein Ablauf für das
flüssige Metall 35 angedeutet.
[0040] Für die Höhenverstellung, den Vorschub und den Rückzug der Giessdüse 10 wird ausdrücklich
auf die EP,A1 0443204 (US 5176198), inbesondere auf Fig. 5 und deren Beschreibung
verwiesen, welche für das Verständnis der horizontal verschiebbaren und höhenverstellbaren
Giessdüse 10 integrierender Bestandteil ist.
[0041] Das Metallniveau 52 der mobilen Giessrinne 32 und das Metallniveau 50 des Schmelzeverteilungstrogs
12 werden mit einfachheitshalber nicht dargestellten Schwimmern oder berührungslos
arbeitenden Sensoren kontrolliert und eingestellt. Beide Verfahren sind an sich bekannt.
Die erzeugten Signale sind proportional zur Höhenlage des Schwimmers oder zur Distanz
zwischen Sensor und Metalloberfläche. Diese Signale werden aufgearbeitet und zu einem
Prozessor oder Computer übertragen, wo die Betätigung von Stellorganen ausgelöst wird,
welche die Metallzufuhr entsprechend den gemessenen Metallniveaux 50, 52 steuern.
Ein solches Stellorgan ist beispielsweise die Klappe 44. Bei einem Rückzug der Giessdüse
10 kann der metallostatische Druck durch Erhöhen des Metallniveaus 50 erhöht und die
Austrittsöffnung 20 vergrössert werden, ohne dass weitere Hilfsmittel notwendig sind.
[0042] In Fig. 4 ist eine Variante eines oberen Düsenelementes 14 mit einem verstellbaren
Mundstück 18 gezeigt. Die Düsenelemente 14, 16 bestehen beispielsweise aus mit Schlicker
getränkten Keramikfasern, welche getrocknet und gebrannt werden und so alle chemischen
und physikalischen Anforderungen an die Giessdüse erfüllen können. Im oberen Düsenelement
14 sind über die ganze Breite der Giessdüse die Keramikfasern über eine Länge 1 von
beispielsweise 20 bis 30 mm nicht mit Schlicker getränkt worden. So bleiben sie während
des Brennens flexibel und verspröden nicht wie der übrige Teil des Düsenelements 14.
Dieser eingeformte elastische Block erlaubt eine Einstellung der Austrittsöffnung
20 durch Schwenken des Mundstücks 18 des oberen Düsenelementes 14.
[0043] Dank der hohen Oberflächenspannung des schmelzflüssigen Metalls 35 kann dieses auch
im Bereich des elastischen Blocks 58 nicht in die Keramikfasern eindringen.
[0044] In Fig. 5 sind ein oberes und ein unteres Düsenelement 14, 16 und die entsprechenden,
die Düsenöffnung 20 bildenden Mundstücke 18 dargestellt, welche über ein innenliegendes
Gewebe- oder Folienscharnier 60 verbunden sind. Ein Gewebescharnier ist in bezug auf
die Biegung flexibel, lässt jedoch keine Dehnung in Längsrichtung zu. Es besteht aus
temperatur- und zugfesten Fasern, welche sich nicht oxidieren lassen, beispielsweise
aus Fiberfrax. Insbesondere beim Giessen von Aluminium oder Aluminiumlegierungen kann
auch ein Folienscharnier aus einem Metall, beispielsweise Federstahl, eingesetzt werden.
Ein Gewebe- oder Folienscharnier 60 kann innen oder aussen angeordnet sein.
[0045] Weiter wird gezeigt, dass eine Düse erfindungsgemäss nicht nur aus konventionellen
Düsenformen mit einem oder zwei abgeschnittenen Mundstücken, sondern auch aus einfachen
Formteilen bestehen kann, beispielsweise aus einer dickeren und einer dünneren Platte
rechteckigen Querschnitts. Die Ausführungsform von Fig. 5 zeigt in Richtung der Austrittsöffnung
20 angeschrägte Düsenelemente 14, 16 und sich über die ganze Länge linear verj üngende
Mundstücke 18.
[0046] Fig. 6 zeigt den Bereich der Düsenlippe eines oberen Düsenelementes 14. Im Bereich
der Düsenlippe 24 sind in regelmässigen Abständen über die ganze Breite des oberen
Düsenelementes mehrere Einlagen 62 aus einem selbstschmierenden Material, im vorliegenden
Fall Graphit, angeordnet. Diese Einlagen 62 stehen etwa 0,2 bis 0,3 mm von der Düsenlippe
ab und können so während dem Giessen einen allfälligen Kontakt der Düse 10 mit einer
Giesswalze 26, 28 (Fig. 1, 2) vermeiden.
[0047] Selbstverständlich können Einlagen 62 auch in Mundstücke 18 und in ein unteres Giesselement
16 eingesetzt werden.
[0048] Fig. 7, 8 zeigen Mittel zum Verstellen der Mundstücke 18 eines oberen Düsenelementes
14. Selbstverständlich kann auch das untere Düsenelement 16 ein entsprechend einstellbares
Mundstück 18 haben, hier ist dies jedoch in der Regel nicht notwendig, weil das Eigengewicht
des Mundstücks 18 ein selbsttätiges Ausschwenken nach unten bewirkt. In allen Fällen
kann auch, wie bereits oben erwähnt, der metallostatische Druck anstelle der mechanischen
Mittel treten oder diese ergänzen.
[0049] In Fig. 7 ist am mit einem Gewebe- oder Folienscharnier 60 verbundenden oberen Düsenelement
14 und Mundstück 18 je ein Winkelstück 64, 66 befestigt, insgesamt - entsprechend
der Breite der Giessdüse 10 - wenigstens zwei. Die in Fliessrichtung F des schmelzflüssigen
Metalls hintereinander liegenden Winkel 64, 66 sind über eine Feder 68 miteinander
verbunden. Diese ist in der Anfahrposition S (Fig. 1, 2) leicht gespannt, beim Zurückfahren
der Giessdüse 10 in die Arbeitsposition W wird das Mundstück 18 entsprechend der Giesswalze
26 angehoben.
[0050] In der Ausführungsform nach Fig. 8 weist nur noch das Mundstück 18 ein Winkelstück
66 auf. An diesem ist eine in Fliessrichtung F des schmelzflüssigen Metalls verlaufende
Gewindestange 70 befestigt, welche ein durch Drehen verschiebbares Gegengewicht 72
trägt, das funktionell der Feder 68 gemäss Fig. 7 entspricht.
[0051] Nach weiteren nicht dargestellten Varianten sind über mit dem Winkelstück 66 gelenkig
verbundene Zylinder- und andere Stangen dosierbare Kräfte einstellbar, welche von
den oben erwähnten pneumatischen, hydraulischen und elektromotorischen Mitteln programmgesteuert
erzeugbar sind und einen genauen Weg definieren.
[0052] Alle Figuren sind für das horizontale Bandgiessen gezeichnet, sie eignen sich jedoch
auch für das schräge Bandgiessen nach oben oder nach unten, Fig. 3 und 8 nur für geringe
Abweichungen von der Horizontalen. Werden Fig. 1, 2 und 4 bis 7 um 90° gedreht, ist
auch das vertikale Bandgiessen dargestellt.
1. Bandgiessanlage für Metalle, insbesondere für Aluminium und Aluminiumlegierungen,
mit einer in Fliessrichtung (F) des flüssigen Metalls (35) verschiebbaren und senkrecht
dazu verstellbaren Giessdüse (10) zur Einspeisung von flüssigem Metall (35) in den
verstellbaren Walzspalt (30) zwischen rotierenden Kokillen (26,28), wobei die Giessdüse
(10) aus zwei an einen Schmelzeverteilungstrog (12) angelenkten Düsenelementen (14,16)
und zwei Seitenbegrenzern besteht, welche eine schlitzförmige Austrittsöffnung (20)
für das flüssige Metall (35) bilden,
dadurch gekennzeichnet, dass
eines oder beide der Düsenelemente (14,16) wenigstens im Bereich der Austrittsöffnung
(20) einstellbar ist.
2. Bandgiessanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Düsenelement
(14,16) der Giessdüse (10), vorzugsweise von einer Düsenhalterung (34) gestützt, parallel
verschiebbar und/oder um eine Achse (A₁) schwenkbar am Schmelzeverteilungstrog (12)
angelenkt ist.
3. Bandgiessanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein
Düsenelement (14,16) eine parallel zur Austrittsöffnung (20) verlaufende Achse (A₂)
zum Ausschwenken eines Mundstücks (18) aufweist.
4. Bandgiessanlage nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Schmelzeverteilungstrog
(12) ein um eine Achse (A₁) schwenkbares Scharnier (22) und/oder an einem Düsenelement
(14,16) um eine Achse (A₂) schwenkbares Scharnier (22) ein Gewebe- oder Folienscharnier
(60), oder ein eingeformter elastischer Block (58) angeordnet ist.
5. Bandgiessanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein
Düsenelement (14,16) eine am Schmelzeverteilungstrog (12) starr angelenkte dickere
Platte und eine gelenkig verbundene, dünnere Mundstückplatte (18) umfasst, wobei beide
Platten im wesentlichen rechteckigen Querschnitts, auch mit einer Anschrägung, sind.
6. Bandgiessanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im
Bereich der Düsenlippen (24) Gleiteinlagen (62) aus einem selbstschmierenden Werkstoff,
vorzugsweise Graphit oder hexagonalem Bornitrid, in die Düsenelemente (14,16) oder
die Mundstücke (18) eingebaut sind.
7. Bandgiessanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass am
schwenkbaren Mundstück (18) eines Düsenelementes (14,16), zweckmässig über wenigstens
ein Winkelstück (64,66), eine Zugfeder (68) oder beim etwa horizontalen Bandguss ein
Gegengewicht (72) montiert ist.
8. Bandgiessanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass am
schwenkbaren Mundstück (18) eines Düsenelementes (14,16), zweckmässig über ein Winkelstück
(66), eine Verstelleinrichtung mit Servoantrieb, vorzugsweise eine Spindel oder eine
Linearführung mit Servomotor oder eine Kolbenstange mit einem pneumatischen oder hydraulischen
Zylinder, angreifen.
9. Verfahren zum Betrieb einer Bandgiessanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Giessdüse (10) zum Anfahren mit der Austrittsöffnung (20) in eine Startposition
(S) vorgeschoben und nachher in eine Arbeitsposition (W) zurückgezogen wird, wobei
die Austrittsöffnung (20) unter Anpassung an die rotierenden Kokillen (26,28) aufgeweitet
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass während dem Rückzug einer
etwa horizontalen Giessdüse (10) der metallostatische Druck erhöht wird, vorzugsweise
durch Niveauerhöhung des Metallniveaus (50) im Schmelzeverteilungstrog (12).