[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit Stiftzuhaltungen, mit einem Zylindergehäuse,
in dem ein im Querschnitt kreisrunder Zylinderkern mit Längsprofil im Schlüsselkanal
für einen Flachschlüssel mit mindestens auf einer Breitseite des Schlüssels vorgesehenen
variierbaren Vertiefungen angeordnet ist, und mit sich zur Kernlängsachse (Drehachse)
quer erstreckenden Stiftzuhaltungen, die jeweils in Reihe oder in Reihen angeordnet
liegen, und die mindestens einen Kernstift umfassen, dem passende Vertiefungen im
Flachschlüssel gegenüberliegen, wobei jedem Kernstift ein gegen Federkraft verstellbarer
Gegenstift zugeordnet ist, der jeweils in einer im Zylindergehäuse angeordneten Bohrung
gegen Federkraft verschieblich ist, wobei die Kernstifte und die Gegenstifte in Öffnungsstellung
sich mit jeweils gegenüberliegenden Flächen in der Sperrebene des Schlosses angeordnet
sind.
[0002] Es werden von Fachfirmen Aufsperrmethoden, die Schulungen in solchen Aufsperrmethoden
durch Demonstrationsveranstaltungen und Videofilme sowie Aufbruchwerkzeuge angeboten,
mit denen sich Schließzylinder der unterschiedlichsten Bauarten relativ geräuschlos
und ohne größere Spuren zu hinterlassen in Sekunden öffnen lassen. Dies stellt ein
großes Problem in allen Bereichen, z. B. in Krankenhäusern (Drogenschränke), für Automatenaufsteller,
für Schmuckbehälter, Vitrinen und sonstige Wertbehälter, dar (Fundamentale Aufsperrmethoden
von Schlössern-Stift- und Scheibenverschluß-Schlösser, Prospekt von Jerry Hoffman
der HPC International a Division of HPC, Inc., Schiller Park, IL 60176, USA).
[0003] Bei den bisher bekannt gewordenen Zylinderschlössern sind die einander zugekehrten,
in Aufsperrstellung in der Sperrebene liegenden Flächen der Zuhaltungs- und der zugeordneten
Gegenstifte ballig ausgebildet. Dadurch sind relativ große Toleranzen erforderlich,
die einen relativ geringen Durchmesser von Kern- und Gegenstiften erzwingen. Infolgedessen
lassen sich derartige Schlösser, z. B. nach der Kernziehmethode, durch Abscheren der
Stifte aufbrechen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schließzylinder der im Oberbegriff
des Patentanspruches 1 vorausgesetzten Art zu schaffen, dessen Aufsperrsicherheit
ganz erheblich erhöht wird.
[0005] Definition: Unter "Aufsperrsicherheit" ist der Grad der Erschwerung, die Sperrorgane
eines Schließzylinders gewaltlos mit Hilfsmittel ohne Kenntnis des zugehörigen Schlüssels
zerstörungsfrei zu überwinden, zu verstehen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die in
Patentanspruch 1 oder
Patentanspruch 2 wiedergegebenen Merkmale gelöst.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Schließzylinder ist am Kern eine parallel zur Drehachse
(Längsachse) des Kerns verlaufende Fläche angefräst, die mindestens die Breite des
Zuhaltungsstiftes aufweist. Zuhaltungsstift und zugehöriger Gegenstift sind an den
einander zugekehrten Stirnseiten, die in Öffnungsstellung des Schlosses in der Sperrebene
liegen, bei dem einen Lösungsweg plan ausgebildet, so daß diese Flächen satt und planparallel
in der Sperrebene aufeinander liegen. Diese planbearbeiteten Flächen verlaufen in
der Öffnungsstellung des Schlosses orthogonal zur Längsachse des Zuhaltungs- und des
zugehörigen Gegenstiftes. Dadurch kann die Toleranz, die bisher durch die ballige
Ausbildung mindestens des Zuhaltungsstiftes erforderlich war, erheblich, praktisch
auf Null, verringert werden. Man hat es somit in der Hand, diese Toleranz konstruktiv
auf einen vorbestimmten Betrag festzulegen. Infolgedessen lassen sich der Durchmesser
der Zuhaltungs- und der Gegenstifte erheblich vergrößern. Dadurch können diese Stifte
nicht mehr abgeschert werden, so daß die üblichen Kernziehmethoden versagen.
[0008] Ähnliches gilt für die Lösung nach dem
Nebenanspruch 2. Hier sind die einander zugekehrten Flächen konkav und konvex (passend zueinander)
ausgebildet. Auch in diesem Falle kann die Toleranz praktisch auf Null herabgesetzt
werden.
[0009] Gemäß
Patentanspruch 3 sind der Zuhaltungs- und der Gegenstift sowie ggf. ein Niet hohl ausgebildet, z.B.
hohlgebort. Bei dieser Konstruktion versagen somit Aufbruchversuche mit Druckluft,
da die Luft durch die Bohrungen nach außen entweichen kann.
[0010] Bei Hauptschlüssel-Anlagen mit normalen Schlüsseln geschieht der Anlagenbau über
verschiedene Profile und geteilten Zuhaltungsstiften. Diese geteilten Zuhaltungsstifte
verringern die Sicherheit der entsprechenden Schließzylinder. Bei dem System "Kaba"
werden Zuhaltungsstifte ganz weggelassen, um Anlagen erstellen zu können. Auch leidet
die Sicherheit.
[0011] Durch die Anordnung wenigstens eines Zuhaltungsstiftes mit exzentrischer Schließspitze
brauchen weder Zuhaltungsstifte unterteilt noch fortgelassen zu werden. Die Schließspitzen
können durch entsprechende Verdrehung, versetzte Zuhaltungsbohrung bei untergeordneten
Schlüsseln, eine Vielzahl von Variationen erhalten - z.B. 30 Grad, 60 Grad, 90 Grad,
120 Grad, 150 Grad, 180 Grad, 210 Grad, 240 Grad, 270 Grad, 300 Grad, 330 Grad, 360
Grad. Bei Hauptschlüsseln wird ein Schließkranz eingefräst, so daß der Hauptschlüssel
alle diese Schlösser schließen kann (
Patentanspruch 4).
[0012] Die Schließnasen können gemäß
Patentanspruch 5 unterschiedlich geometrisch gestaltet sein. Zum Beispiel können sie gemäß
Patentanspruch 6 in einer Spitze (angespitzt) auslaufen, oder aber an der Schließnase abgeplattet
sein (
Patentanspruch 7). Es ist jedoch auch möglich, gemäß
Patentanspruch 8 die Zuhaltungsstifte im Bereich ihrer Schließnasen flach und/oder abgeschrägt (
Patentanspruch 8) auszubilden.
Patentanspruch 9 beschreibt eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung.
Patentanspruch 10 beschreibt eine Ausführungsform, bei welchem die Schließnasen trapezförmig gestaltet
sind.
Patentanspruch 11 beschreibt die Verdrehmöglichkeit der verschiedenen Schließnasen, um die verschiedenen
Schließvarianten in einer Hauptschlüssel-Anlage abzudecken, während
Patentanspruch 12 die Anordnung eines eingefrästen Schließkranzes für den Hauptschlüssel beansprucht.
[0013] Eine weitere Erhöhung der Anzahl der Schließvarianten ist durch den Einbau eines
kleineren Zuhaltungsstiftes in dem größeren Zuhaltungsstift gemäß
Patentanspruch 13 zu erreichen. Die Schließnase des kleineren Zuhaltungsstiftes weist vorzugsweise
eine andere Exzentrizität als der Haupt-Zuhaltungsstift auf. Durch Variation der Exzentrizitäten
für den kleineren Zuhaltungsstift lassen sich ebenfalls im Zusammenhang mit der Variation
der Exzentrizitäten und dem Verdrehwinkel für die Schließnasen des Hauptzuhaltungsstiftes
weitere Schließvarianten erzielen.
[0014] Gemäß
Patentanspruch 14 der kleine Zuhaltungsstift in einer Durchgangsbohrung des größeren Zuhaltungsstiftes
in Längsachsrichtung verschieblich angeordnet, während der Gegenstift gegen Federkraft
in einer Sackbohrung des größeren Gegenstiftes angeordnet ist.
[0015] Gemäß
Patentanspruch 15 ist die Längsverschiebbarkeit der Zuhaltungsstifte durch einen Anschlag begrenzt,
was auch für etwaige kleinere Zuhaltungsstifte gilt.
[0016] Patentanspruch 16 beschreibt eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung. Bei dieser ist
jeder Zuhaltungsstift und jeder Gegenstift rohrförmig gestaltet und nimmt jeweils
konzentrisch einen weiteren Zuhaltungsstift und Gegenstift auf, wobei der innenliegende
Zuhaltungsstift durch einen Anschlag in seiner Axialverschiebemöglichkeit in Bezug
auf den Schlüsselkanal beschränkt ist. Diesem mittleren Zuhaltungsstift sind ebenfalls
Vertiefungen im Schlüssel zugeordnet. Dadurch ergibt sich eine weitere Variationsvielfalt.
[0017] Gemäß
Patentanspruch 17 sind die Zuhaltungs- und Gegenstifte mit einer Verdrehsicherung ausgerüstet. Dies
ist insbesondere für etwaige mit exzentrischer Schließnase ausgestattete Zuhaltungsstifte
von Vorteil.
[0018] Bei der Ausführungsform nach
Patentanspruch 18 ist die "Nachschließsicherheit" und "Abtastsicherheit" besonders erschwert.
[0019] Unter "Nachschließsicherheit" wird der Grad der Erschwerung, den Schließzylinder
mit einem anderen als dem zugehörigen Schlüssel zu betätigen, verstanden.
[0020] Unter "Abtastsicherheit" ist der Grad der Erschwerung, die Schließkodierung der Zuhaltungen
eines Schließzylinders mit geeigneten Hilfsmitteln gewalt- und spurenlos aus dem Schließzylinder
zu ermitteln, um nach den festgestellten Werten (Maßen) einen Nachschlüssel anzufertigen,
zu verstehen.
[0021] Dadurch, daß gemäß
Patentanspruch 18 Doppelstiftpaare eingesetzt werden, ist ein Öffnungsversuch mit einer Pickingpistole
erschwert.
[0022] Dies gilt insbesondere für die
Patentansprüche 19 und
20.
[0023] Gemäß
Patentanspruch 22 ist die Spitze der Zuhaltungsstifte deformierbar ausgebildet. Infolgedessen wird
bei einem Aufbrechversuch die Zuhaltungsspitze deformiert, so daß sich der Kern nicht
mehr drehen läßt.
[0024] Zu diesem Zweck kann gemäß
Patentanspruch 21 die Spitze der Zuhaltungsstifte mit Sollbruchstellen oder Solldeformationsstellen
versehen sein.
[0025] Hierfür geben die
Patentansprüche 22 und
23 eine bevorzugte Ausführungsform wieder.
[0026] In der Zeichnung ist die Erfindung - teils schematisch - an mehreren Ausführungsbeispielen
veranschaulicht. Es zeigen:
- Fig.1
- einen Schließzylinder in einem orthogonal zur Drehachse des Kerns geführten Querschnitt,
bei einer zum Stande der Technik zählenden Bauart;
- Fig. 2
- einen erfindungsgemäßen Schließzylinder in einem Querschnitt entsprechend Fig. 1;
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform gemäß der Erfindung, ebenfalls in einem Querschnitt gemäß
Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf einen Kern, Zuhaltungsstiften und Gegenstiften und Einfräsungen
bei verschiedenen Durchmessern für derartige Stifte;
- Fig. 5
- eine weitere Ausführungsform eines Schließzylinders, ebenfalls in einem orthogonal
zur Drehachse des Kerns geführten Querschnitt;
- Fig. 6
- abermals eine weitere Ausführungsform der Erfindung, ebenfalls in einem orthogonal
zur Längsachse des Kerns geführten Querschnitts;
- Fig. 7
- eine weitere Ausführungsform eines Schließzylinders gemäß der Erfindung in einem gleichen
Querschnitt;
- Fig. 8
- eine weitere Ausführungsform der Erfindung, ebenfalls im Querschnitt, teils abgebrochen
dargestellt;
- Fig. 9
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließzylinders, teils in einem
orthogonal zur Drehachse des Kerns geführten Querschnitts, teils abgebrochen dargestellt;
- Fig. 10
- ebenfalls eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schließzylinders in
einem orthogonal zur Drehachse geführten Querschnitt, teils abgebrochen dargestellt;
- Fig.11
- eine weitere Ausführungsform in einem ebensolchen Querschnitt;
- Fig.12
- eine weitere Ausführungsform der Erfindung, ebenfalls in einem Querschnitt;
- Fig.13
- eine Einzelheit aus Fig. 12 in größerem Maßstab;
- Fig.14
- eine Draufsicht zu Fig. 13;
- Fig.15
- Bohrbilder an einem Schlüssel, gesehen durch die Stiftlochbohrungen an einem Kern;
- Fig.16
- einen Schlüssel, im Längsschnitt, teils abgebrochen dargestellt mit verschiedenen
Einsenkungen;
- Fig.17
- verschiedene Bohrbilder passend zu den Einsenkungen;
- Fig.18
- ebenfalls einen Schlüssel im Längsschnitt, teils abgebrochen dargestellt;
- Fig.19
- eine Draufsicht zu Fig. 18;
- Fig.20
- einen Schließzylinder, teils herausgebrochen dargestellt gemäß der Erfindung;
- Fig.21
- einen Schnitt nach der Linie XXI - XXI der Fig. 20;
- Fig.22
- ebenfalls einen Schließzylinder gemäß der Erfindung, teils herausgebrochen dargestellt,
bei einer weiteren Ausführungsform;
- Fig.23
- eine Stirnansicht zu Fig. 22 in Blickrichtung des Pfeiles A in Fig. 22;
- Fig.24
- einen zu Fig. 22 passenden Flachschlüssel in der Draufsicht;
- Fig.25
- verschiedene Variationsmöglichkeiten für die Anordnung der Schließnase des exzentrischen
Zuhaltungsstiftes;
- Fig.26
- einen passenden Hauptschlüssel zu der Ausführungsform gemäß Fig. 22;
- Fig.27
- einen Schnitt nach der Linie XXVII - XXVII der Fig. der Fig. 29;
- Fig.28
- einen Schnitt nach der Linie XXVIII - XXVIII der Fig. 27;
- Fig.29
- einen Schließzylinder bei einer weiteren Ausführungsform teils in der Seitenansicht,
teils herausgebrochen dargestellt;
- Fig.30
- einen Schnitt nach der Linie XXX - XXX der Fig. 29.
[0027] In sämtlichen Zeichnungsfiguren ist mit dem Bezugszeichen 1 ein Zylinderkörper, mit
2 ein Zylinderkern, 3 ein Mitnehmer, 4 ein Zuhaltungsstift, 5 ein Gegenstift, 6 ein
Niet, 7 eine Zuhaltungsfeder und 8 ein Flachschlüssel bezeichnet.
[0028] In Fig. 1 ist eine Bauart nach dem Stand der Technik veranschaulicht. Das Maß X bezeichnet
die Toleranz, da die Stirnfläche des Zuhaltungsstiftes 4 an ihrer dem Gegenstift 5
zugekehrten Stirnseite 9 konvex ausgeführt ist, während die Gegenfläche 10 des Gegenstiftes
5 orthogonal zur Längsachse 11 des Zuhaltungsstiftes 4 und des Gegenstiftes 5 verläuft,
also ebenflächig ausgebildet ist. Wegen des relativ großen Toleranzmaßes X sind die
Durchmesser des Zuhaltungsstiftes 4 nur klein auszubilden.
[0029] In Fig. 2 ist demgegenüber eine Ausführungsform nach der Erfindung veranschaulicht.
Bei dieser sind die Stirnseite 9 des Zuhaltungsstiftes 4 und die Gegenfläche 10 des
Gegenstiftes 5 beide ebenflächig ausgebildet und verlaufen orthogonal zur Längsachse
11. Dadurch beträgt die Toleranz X an dieser Stelle praktisch Null. Sie kann konstruktiv
vorbestimmt werden. Der Zylinderkern 2 ist an dieser Stelle - in der Schließebene
- mindestens auf einer Breite, die dem Durchmesser des Zuhaltungsstiftes 4 und des
Gegenstiftes 5 entspricht, ebenfalls orthogonal zur Längsachse 11 mit einer Fläche
12 versehen.
[0030] Bei der aus Fig. 3 ersichtlichen Ausführungsform ist die Stirnseite 9 konvex passend
zu der konkaven Gegenfläche 10 ausgestaltet, so daß beide Flächen 9 und 10 satt aufeinanderliegen,
wodurch das Toleranzmaß X ebenfalls Null beträgt.
[0031] Fig. 4 läßt erkennen, wie die Flächen 12 am Zylinderkern für verschiedene Durchmesser
von Zuhaltungsstiften 4 auszugestalten sind. Die linke Fläche 12 - in der Zeichnungsebene
der Fig. 4 gesehen - ist für einen Durchmesser von fünf Millimetern die mittlere Fläche
12 für einen Durchmesser von drei und die rechte Fläche für einen Durchmesser von
sieben Millimetern ausgebildet.
[0032] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 sind für Teile gleicher Funktion die gleichen
Bezugszeichen wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen verwendet worden. Die
Ausführungsform nach Fig. 5 unterscheidet sich von den vorbeschriebenen Ausführungsformen
dadurch, daß parallel und mit Abstand zueinander, und zwar symmetrisch zur Drehachse
des Zylinderkerns 2 jeweils ein Zuhaltungsstift 4a bzw. 4b und jeweils ein dazugehöriger,
koaxial dazu angeordneter Gegenstift 5a bzw. 5b angeordnet sind. Wie bei den vorbeschriebenen
und allen anderen Ausführungsformen stützen sich die Gegenstifte 5 bzw. 5a, 5b gegen
die Rückstellkraft von Zuhaltungsfedern 7 bzw. 7a, 7b, ab, die ihrerseits unter Vorspannung
an jeweils einen Niet 6 bzw. 6a, 6b, abgestützt sind. Statt - wie aus Fig. 5 ersichtlich
ist - nur ein Paar quer zur Drehachse des Zylinderkerns 2 angeordneter Zuhaltungsstifte
4a, 4b mit Gegenstiften 5a und 5b können in Längsrichtung der Drehachse des Zylinderkerns
2 auch mehrere solcher Paare von Zuhaltungsstiften 4a, 4b und zugehöriger Gegenstifte
5a, 5b, angeordnet sein.
[0033] Auch bei der aus Fig. 6 ersichtlichen Ausführungsform sind für Teile gleicher Funktion
die gleichen Bezugszeichen wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen verwendet
worden. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von den vorbeschriebenen Ausführungsformen
dadurch, daß der Zuhaltungsstift eine exzentrische Schließnase 14 aufweist, deren
Längsachse 15 im Abstand Y vom Mittelpunkt der Drehachse des Zylinderkerns 2 angeordnet
ist.
[0034] Das Bezugszeichen 13 bezeichnet eine Verdrehsicherung für den betreffenden Zuhaltungsstift
4, die als einstückig mit dem Zuhaltungsstift 4 ausgebildete Stege ausgestaltet sind.
Die Stege 13 greifen in Kernnuten 16 ein, die parallel zur Längsachse 11 verlaufen
und die die Längsachse 15 der Schließnase 14 in Bezug auf den Flachschlüssel 8 und
damit auf die Einsenkung 17 tangieren. Diese Einsenkung ist wie die Schließnase 14
ausgebildet. Die Schließnase 14 hat kein spitz auslaufendes Ende. Vielmehr ist die
Stirnseite durch eine orthogonal zur Längsachse 15 verlaufende Fläche 18 begrenzt,
an die sich z. B. eine Kegelmantelfläche 19 anschließt, so daß die Einsenkung insgesamt
die Form eines stumpfen Kegels aufweist. Demgegenüber sind die Einsenkungen 20 und
21 bei der Ausführungsform nach Fig. 5 im Tiefsten spitz zulaufend ausgebildet, so
daß die Einsenkung 20 und 21 durch einen spitzen Kegel mit z. B. 90 Grad Kegelwinkel
begrenzt wird. Die Schließnase 22 in Fig. 5 ist ebenfalls spitzwinklig ausgebildet.
Der entsprechende Zuhaltungsstift 4b greift somit mit seiner spitzen Schließnase 22
in die Einsenkung 21 ein. Auch der Zuhaltungsstift 4a ist an seinem dem Flachschlüssel
8 zugekehrten Endabschnitt durch eine Fläche 23 begrenzt, die formschlüssig in die
Einsenkung 20 eingreifen kann.
[0035] Wiederum wurden bei der Ausführungsform nach Fig. 7 die gleichen Bezugszeichen wie
bei der Ausführungsform nach Fig. 6 verwendet. Die Ausführungsform nach Fig. 7 unterscheidet
sich von der Ausführungsform nach FIg. 6 dadurch, daß in dem Zuhaltungsstift 4a ein
im Durchmesser kleiner bemessener Zuhaltungsstift 4b mit seiner Längsachse parallel
zur Längsachse des Hauptzuhaltungsstiftes 4a längsverschieblich angeordnet ist. Diesem
im Durchmesser kleiner bemessenem Zuhaltungsstift 4a ist ein ebenfalls kleiner als
der Hauptgegenstift bemessener Gegenstift 4b zugeordnet. Hierzu weist der Hauptgegenstift
4a eine Sackbohrung 24 auf, in der eine Zuhaltungsfeder 7b unter Vorspannung angeordnet
ist, die sich am Boden des kleineren Gegenstiftes 5b abstützt. Die Längsachse 25 des
im Durchmesser kleiner bemessenen Zuhaltungsstiftes 4b ist im Abstand Z von der Längsachse
11 angeordnet. Z kann so groß sein wie Y, so daß die Zuhaltungsstifte 4a und 4b symmetrisch
in Bezug auf die Längsachse 11 angeordnet sind. Es ist jedoch auch möglich, Z kleiner
als Y auszubilden, um mehr Schließvarianten zu erreichen. Die Schließnase 14 des Zuhaltungsstiftes
4a ist so gestaltet wie die Schließnase 14 bei der Ausführungsform nach Fig. 6, während
die Schließnase des im Durchmesser kleinere Zuhaltungsstifte 4b so gestaltet ist,
wie der Zuhaltungsstift 4a bei der Ausführungsform nach Fig. 5, weshalb die obere
Stirnfläche mit dem Bezugszeichen 23 versehen wurde. Auch die Einsenkung 20 entspricht
der Einsenkung 20 der Ausführungsform gemäß Fig. 5 formmäßig, so daß das Bezugszeichen
20 auch in Fig. 7 an dieser Stelle eingetragen wurde.
[0036] Wie die Fig. 7 weiter erkennen läßt, endet der für die Aufnahme des kleineren Zuhaltungsstiftes
4b bestimmte Teil mit seiner Stirnfläche 26 unterhalb des Schlüsselkanals 27 und bleibt
in einem gewissen Abstand, wenn die Schließspitze 14 in die zugehörige Einsenkung
17 des Flachschlüssels 8 eintaucht.
[0037] Die Ausführungsform nach Fig. 8 unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig.
7 zunächst dadurch, daß der Flachschlüssel 8 mit einer großen Einsenkung 28 versehen
ist, die im Tiefsten durch eine parallel zu der Querachse 29 verlaufenden Fläche begrenzt
ist, die orthogonal zur Längsachse 11 gerichtet ist und durch den Drehmittelpunkt
des Kerns 2 verläuft. Die Fläche 18 ist größer bemessen als die Fläche 18 in Fig.
7. Des weiteren greift der im Durchmesser kleinere Zuhaltungsstift 4b mit einer stumpfkegligen
Schließnase 30 in eine entsprechend geformte Einsenkung des Flachschlüssels 8 ein.
[0038] Außerdem ragt auch die den im Durchmesser kleineren Zuhaltungsstift 4 führende Wand
31 des im Durchmesser größeren Zuhaltungsstiftes 4a mit in die Einsenkung 28 hinein
und liegt mit einer schräg verlaufenden Anfasung 32 an der unter dem gleichen Winkel
verlaufenden Kegelmantelfläche der Einsenkung 28 an.
[0039] Für die übrigen funktionsmäßig entsprechenden Teile wurden die gleichen Bezugszeichen
wie bei der Ausführungsform nach Fig. 7 verwendet, so daß auf die dortigen Erläuterungen
Bezug genommen werden kann.
[0040] Bei der Ausführungsform nach Fig. 9 wurden für Teile der gleichen Funktion die gleichen
Bezugszeichen wie bei der Ausführungsform nach Fig. 8 verwendet. Die Ausführungsform
nach Fig. 9 unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig. 8 im wesentlichen
dadurch, daß die Wand 31 vor dem Schlüsselkanal 27 endet und die Schließnase 30 auf
der der Wand 31 zugekehrten Seite praktisch ganzflächig an der Einsenkung im Flachschlüssel
8 anliegt. Dagegen greift die Schließnase 14 des Zuhaltungsstiftes 4a zu einem geringeren
Längenabschnitt in die Einsenkung 18 des Flachschlüssels 8 ein als bei der Ausführungsform
nach Fig. 8.
[0041] Bei der Ausführungsform nach Fig. 10 wurden für Teile gleicher Funktion die gleichen
Bezugszeichen wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen verwendet.
[0042] Die Ausführungsform nach Fig. 10 unterscheidet sich von den vorbeschriebenen Ausführungsformen
zunächst dadurch, daß in einem hohlen, rohrförmigen Haupt-Zuhaltungsstift 4a ein im
Durchmesser kleinerer Zuhaltungsstift 4b um ein begrenztes Maß längsverschieblich
angeordnet ist. Ein Herausfallen dieses Zuhaltungsstiftes 4b wird durch eine Ringanschlagschulter
33 begrenzt. Gegen eine Ringstirnwand in dem ebenfalls rohrförmiger Gegenstift 5a
stützt sich die Zuhaltungsfeder 7b unter Vorspannung gegen den im Durchmesser kleineren
Zuhaltungsstift 5b ab. Der Zuhaltungsstift 4b ist an seiner in den Flachschlüssel
1 eintauchenden Stirnseite ebenflächig ausgebildet. Diese Stirnseite 34 verläuft orthogonal
zur Längsachse 11.
[0043] Mit 35 ist eine Einsenkungsspitze bezeichnet, in die der innere Zuhaltungsstift 4b
bei der dargestellten Ausführungsform nicht eintreten kann. Mit dem inneren Zuhaltungsstift
4b kann aber eine entsprechende Anformung einstückig verbunden sein, die in diese
Einsenkungsspitze 35 einzutreten vermag.
[0044] Die übrige Einsenkung 36 verläuft nach Art eines Kegelstumpfes. Der äußere, rohrförmige
Zuhaltungsstift 4a greift mit seinem stirnseitigen Ende 37 hier ein. An diesem Ende
ist der Zuhaltungsstift 4a ebenfalls kegelförmig bei 38 angefast und an seiner oberen
Stirnseite bei 39 durch eine Ringstirnfläche begrenzt, deren Ebene ebenfalls orthogonal
zur Mittellinie 11 verläuft.
[0045] Auch bei der Ausführungsform nach Fig. 11 wurden für Teile der gleichen Funktion
die gleichen Bezugszeichen wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen verwendet.
Diese Ausführungsform unterscheidet sich von den vorbeschriebenen dadurch, daß der
Zuhaltungsstift 4 und der Gegenstift 5 rohrförmig gestaltet sind. Innere Bohrungen
54 und 55 sind im Durchmesser gleichgroß und koaxial zueinander angeordnet. Diese
Bohrungen 54 und 55 besitzen die Längsachse 11 als Mittellinie. In diesem Fall besitzt
der Flachschlüssel 8 eine Einsenkung 36 von kegelstumpfförmiger Grundgestalt, in die
der Zuhaltungsstift 4 mit einem formmäßig angepaßten Endabschnitt eingreift. Durch
die Bohrungen 54, 55 kann beim Aufbrechversuch mit Druckluft die Luft entweichen.
[0046] Auch bei der Ausführungsform nach Fig. 12 wurden für Teile gleicher Funktion die
gleichen Bezugszeichen verwendet. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von den
vorbeschriebenen Ausführungsformen dadurch, daß der Zuhaltungsstift 4a und der Gegenstift
5a ebenfalls - wie bei der Ausführungsform nach Fig. 11 - rohrförmig gestaltet sind
mit dem Unterschied, daß die Bohrungen 54 mit einer Ringschulter 56 zur Begrenzung
des Verschiebeweges eines koaxial in dem rohrförmigen Zuhaltungsstift 4b angeordneten,
im Durchmesser abgesetzten Zuhaltungsstiftes 4a versehen ist, der ebenfalls eine Ringschulter
40 aufweist, die mit der Anschlagschulter 56 zusammenzuwirken vermag.
[0047] Die Bohrung 55 ist dagegen von gleichem Durchmesser durchgehend ausgebildet. In dieser
Bohrung 55 ist ebenfalls ein innerer Gegenstift 5b von stangenartiger Gestalt vorgesehen,
der sich gegen eine Zuhaltungsfeder 7a abstützt, während der rohrförmige Gegenstift
5a sich gegen eine Zuhaltungsfeder 7b abstützt. Hierzu besitzt der rohrförmige Gegenstift
5a eine Hohlkehle, in der die Zuhaltungsfeder 7b einliegt. Auch der Niet 6 besitzt
eine entsprechende Hohlkehle, wodurch die Zuhaltungsfeder 7b zentriert wird.
[0048] Der stangenförmige Gegenstift 5b stützt sich dagegen gegen die Zuhaltungsfeder 7a
ab, die unter Vorspannung im Tiefsten des Niet 6 angeordnet ist und sich gegen die
orthogonal zur Längsachse 11 verlaufende Stirnfläche des stangenförmigen Gegenstiftes
5b abstützt.
[0049] Der rohrförmige Zuhaltungsstift 4b ist an seinem Endabschnitt mit mehreren parallel
zur Längsachse 11 verlaufenden Schlitzen 41, 42 43 und 44 versehen, die die Wand des
rohrförmigen Zuhaltungsstiftes 4b durchdringen. Dadurch wird die Wand an dieser Stelle
geschwächt, so daß bei einer etwaigen Manipulation die dadurch gebildeten Stege 45,
46, 47 bzw. 48 deformiert werden, wonach ein Schließen des Schließzylinders unmöglich
ist.
[0050] Die Stege 45 bis 48 sind an ihrer äußeren, eine gemeinsame Mantelfläche gebildeten
Stirnseite - bei 49 - mit einer Anfasung versehen. Hiermit tauchen die Stege 45 bis
48 in eine entsprechende Einsenkung 50 des Schlüssels 8 ein, während der Zuhaltungsstift
4 mit einer oben abgeschnittenen Schließnase 51 in eine Einsenkung 52 eintaucht, die
in die Einsenkung 50 des Flachschlüssels 8 ausmündet.
[0051] Außerdem sind die Stege 45 bis 48 mit einer umlaufenden, sich also um 360 Grad erstreckenden
Hinterdrehung 53 versehen, die orthogonal zur Längsachse 11 verläuft und in einem
gewissen Abstand von der äußeren Mantelfläche der Stege 45 bis 48 endet. Dadurch wird
eine weitere Schwächung dieser Stege 45 bis 48 erreicht.
[0052] Bei allen Ausführungsformen wird ein Hineinfallen der Zuhaltungsstifte 4 in den Schlüsselkanal
27 durch Anschlagschultern verhindert.
[0053] Weiterhin wird darauf hingewiesen, daß bei allen Ausführungsformen die Konstruktion
wie bei der Ausführungsform nach Fig. 5 mit mindestens paarweise angeordneten Zuhaltungs-
und Gegenstiften möglich sind. Außerdem können mehrere solcher Stiftpaare in Drehachsrichtung
des Zylinderkerns 2 mit Abstand nebeneinander angeordnet sein.
[0054] Des weiteren ist es möglich, verschiedene Ausführungsformen an ein und demselben
Schließzylinder gemischt anzuwenden. Dadurch wird nicht nur die "Aufsperrsicherheit",
sondern auch die "Nachschließsicherheit" und die "Abtastsicherheit" in erheblichen
Maße verbessert und eine ungeheuer große Anzahl von Permutationen erreicht.
[0055] In den Fig. 15 bis 17 sind Bohrbilder für den Schlüssel bei verschiedenen Schließspitzen
dargestellt. Die Fig. 20 und 21 zeigen die Anwendung des Erfindungsgedankens mit einem
Schließzylinder gemäß Fig. 2, während die Fig. 22 bis 26 einen Schließzylinder für
eine Hauptschließanlage veranschaulichen. In 24 ist ein Normalschlüssel und in Fig.
26 ein Hauptschlüssel veranschaulicht, während Fig. 25 beispielsweise die Versatzmöglichkeiten
der exzentrischen Schließnase (Fig. 22) zeigt. Die Ausführung dieses Schließzylinders
entspricht der Ausführungsform nach Fig. 6.
[0056] Die Fig. 27 bis 30 zeigen einen Schließzylinder, bei denen die verschiedensten aus
den Zeichnungsfiguren ersichtlichen Schließzylindertypen vereinigt sind. Man erkennt
paarweise angeordnete Zuhaltungsstifte der verschiedensten Ausführungsformen, z. B.
nach den Zeichnungen gemäß den Fig. 2, 3, 5, 6 und 11. Selbstverständlich können auch
andere Mischformen in ein und demselben Schließzylinder angewendet werden. Dadurch
werden die "Aufsperrsicherheit", die "Nachschließsicherheit" und die "Abtastsicherheit"
außerordentlich erhöht.
Literaturverzeichnis
[0058] Fundamentale Aufsperrmethoden von Schlössern - Stift- und Scheibenverschluß-Schlösser,
Prospekt von Jerry Hoffman der HPC International a Division of HPC, Inc., Schiller
Park, IL 60176, USA
Z.: "Höherwertige Zylindertechnik gefragter denn je" von Erwin Müller, Tür + Tor-Report
13. Jahrg. 1. Quartal 1993 S. 17/18
1. Schließzylinder mit Stiftzuhaltungen, mit einem Zylindergehäuse, in dem ein im Querschnitt
kreisrunder Zylinderkern mit Längsprofil im Schlüsselkanal für einen Flachschlüssel
oder einen Längsrippenprofilflachschlüssel mit mindestens auf einer Breitseite des
Schlüssels oder dergleichen vorgesehenen variierbaren Vertiefungen angeordnet ist,
und mit sich zur Kernlängsachse (Drehachse) quer erstreckenden Stiftzuhaltungen, die
jeweils in Reihe oder in Reihen angeordnet liegen, und die mindestens einen Kernstift
umfassen, dem passende Vertiefungen im Flachschlüssel gegenüberliegen, wobei jedem
Kernstift ein gegen Federkraft verstellbarer Gegenstift zugeordnet ist, der jeweils
in einer im Zylindergehäuse angeordneten Bohrung gegen Federkraft verschieblich ist,
wobei die Kernstifte und die Gegenstifte in Öffnungsstellung sich mit jeweils gegenüberliegenden
Flächen in der Sperrebene des Schlosses angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) Zuhaltungs- und Gegenstift (4, 5) an den einander zugekehrten Stirnflächen (9,
10) in Öffnungsstellung des Schließzylinders mit plan aufeinander liegenden, orthogonal
zu einer durch die Drehlängsachse verlaufenden Längsmittenachse des Zylinderstiftes
(4) und des Gegenstiftes (5) verlaufenden Längsachse (11) versehenen Flächen (9, 10)
ausgebildet sind, und daß
b) der Zylinderkern (2) im Bereich seiner den Zuhaltungsstift (4) aufnehmenden Bohrung
seiner Umfangsfläche mit einer parallel zu seiner Drehlängsachse verlaufenden, mindestens
dem Durchmesser des Zuhaltungsstiftes (4) entsprechenden geraden Fläche (12) versehen
ist.
2. Schließzylinder mit Stiftzuhaltungen, mit einem Zylindergehäuse, in dem ein im Querschnitt
kreisrunder Zylinderkern mit Längsprofil im Schlüsselkanal für einen Flachschlüssel
mit mindestens auf einer Breitseite des Schlüssels vorgesehenen variierbaren Vertiefungen
angeordnet ist, und mit sich zur Kernlängsachse (Drehachse) quer erstreckenden Stiftzuhaltungen,
die jeweils in Reihe oder in Reihen angeordnet liegen, und die mindestens einen Kernstift
umfassen, dem passende Vertiefungen im Flachschlüssel gegenüberliegen, wobei jedem
Kernstift ein gegen Federkraft verstellbarer Gegenstift zugeordnet ist, der jeweils
in einer im Zylindergehäuse angeordneten Bohrung gegen Federkraft verschieblich ist,
wobei die Kernstifte und die Gegenstifte in Öffnungsstellung sich mit jeweils gegenüberliegenden
Flächen in der Sperrebene des Schlosses angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) Zuhaltungs- und Gegenstift (4, 5) an den einander zugekehrten Stirnflächen (9,
10) mit in Öffnungsstellung des Schließzylinders formschlüssig aneinanderliegenden
konvex-konkaven Flächen ausgebildet sind, und
b) daß der Zylinderkern (2) im Bereich seiner den Zuhaltungsstift (4) aufnehmenden
Bohrung an seiner Umfangsfläche mit einer parallel zu seiner Drehlängsachse verlaufenden,
mindestens dem Durchmesser des Zuhaltungsstiftes (4) entsprechenden geraden Fläche
(12) versehen ist.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuhaltungsstift (4), der Gegenstift (5) und der Niet (6) hohlgebohrt sind
(Fig. 11).
4. Schließzylinder nach Anspruch oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuhaltungsstift (4) mit wenigstens einer exzentrischen Schließnase (14) versehen
ist (Fig. 6).
5. Schließzylinder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnase (14) eine unterschiedliche geometrische Gestaltung aufweist.
6. Schließzylinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnase (4) in einer Spitze ausläuft (z. B. Fig. 5).
7. Schließzylinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnase (14) abgeplattet ist.
8. Schließzylinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnase (14) im Querschnitt flach ausgebildet ist.
9. Schließzylinder nach Anspruch 4 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß ein kleinerer Zuhaltungsstift (4b) zur Vergrößerung der Schließvariationen mit
einer exzentrischen Schließnase versehen ist.
10. Schließzylinder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnase (14) im Längsschnitt trapezförmig gestaltet ist.
11. Schließzylinder nach Anspruch 5 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließnase (14) zu unterschiedlicher Schließpermutationen in Umfangsrichtung
verdrehbar (einstellbar) ist.
12. Schließzylinder nach Anspruch 5 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hauptschlüssel (8) im Bereich jedes Zuhaltungsstiftes (4) mit einem Schließkranz
versehen ist.
13. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu einem dem Haupt-Zuhaltungsstift (4) ein im Durchmesser kleinerer
Zuhaltungsstift (z. B. 4b) angeordnet und diesem ein besonderer Gegenstift (4a) zugeordnet
ist.
14. Schließzylinder nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstift (4b) für den Neben-Zuhaltungsstift (4a) gegen die Rückstellkraft
einer Zuhaltungsfeder (7b) in einer Sackbohrung des Haupt-Zuhaltungsstiftes (4a) angeordnet
ist.
15. Schließzylinder nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß für den Neben-Zuhaltungsstift (4b) in dem Haupt-Zuhaltungsstift (4a) ein Anschlag
vorgesehen ist, der den axialen Verschiebeweg des Neben-Zuhaltungsstiftes (4b) in
Bezug auf den Schlüsselkanal (27) begrenzt.
16. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuhaltungsstift (4b) und der zugehörige Gegenstift (5a) rohrförmig gestaltet
ist und daß sowohl in dem rohrförmigen Zuhaltungsstift (4a) als auch in dem rohrförmigen
Gegenstift (5a) jeweils ein massiver Zuhaltungsstift (4b) und ein zugehöriger massiver
Gegenstift (5b) angeordnet ist und daß sowohl der rohrförmige Zuhaltungsstift (4a)
als auch der rohrförmige Gegenstift (5a) und die in diesen rohrförmigen Stiften (4a,
5a) angeordneten Zuhaltungsstifte (4b) bzw. der massive Gegenstift (5b) koaxial zueinander
angeordnet sind, wobei der Verschiebeweg des massiven Zuhaltungsstiftes in Richtung
auf den Schlüsselkanal (27) durch einen Anschlag (40, 56) begrenzt ist.
17. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß dem Zuhaltungsstift (4) und dem Gegenstift (5a) eine Verdrehsicherung (z. B.
13, 16) zugeordnet ist, die ein Verdrehen des Zuhaltungsstiftes (4) bzw. des Gegenstiftes
(5a) um seine Längsachse verhindert.
18. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, z. B. zwei, Zuhaltungsstifte (4a, 4b) und die diesen zugeordneten Gegenstift
(5a, 5b) jeweils in einer quer zur Kerndrehlängsachse verlaufenden Ebene angeordnet
sind und das ggf. mehrere solcher Zuhaltungs- und Gegenstiftpaare (4a, 4b bzw. 5a,
5b) in Drehachslängsrichtung parallel und mit Abstand hintereinander angeordnet sind.
19. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß geometrisch verschieden gestaltete Zuhaltungsstifte (4) mit ihren Gegenstiften
(5) in Drehlängsachsrichtung und/oder quer zur Drehlängsachsrichtung hinter- bzw.
nebeneinander angeordnet sind (Fig. 27).
20. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß hinter dem Mitnehmer (3) mindestens ein Zuhaltungsstift und ein dazu geordneter
Gegenstift angeordnet sind.
21. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Zuhaltungsstifte (4) an ihrer dem Flachschlüssel (8) zugekehrten
Endbereich deformierbar ausgebildet sind (Fig. 12).
22. Schließzylinder nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuhaltungsstift (4) an seinem dem Flachschlüssel (8) zugekehrten Endbereich
mit über seinen Umfang verteilten deformierbaren Wandungen (z. B. 45) versehen sind.
23. Schließzylinder nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuhaltungsstift (4) an seinem dem Flachschlüssel (8) zugekehrten Endbereich
mit über seinen Umfang vorzugsweise gleichmäßig verteilten, achsparallelen Einschnitten
(41, 42, 43, 44) und ein im Abstand von seinem freien Ende angeordneten Hinterdrehung
(53) zur Bildung deformierbarer Wandungen (45, 46, 47, 48) versehen ist.