[0001] Die Erfindung betrifft ein Einzelrad-Antriebsaggregat, das folgende Merkmale umfaßt:
a) Einen Antriebsmotor, dessen Ständergehäuse als Radträger für das anzutreibende
Einzelrad ausgebildet ist,
b) das Ständergehäuse ist durch stirnseitig angeordnete Lagerschilde verschlossen,
c) in beiden Lagerschilden ist über schnellaufende Wälzlager die Läuferwelle des Antriebsmotors
gelagert,
d) die Läuferwelle ist axial außen über ein Planetengetriebe in Mitnahmeverbindung
mit dem Einzelrad gestellt,
e) das getriebeseitige Ende des Antriebsmotors weist einen sich in axialer Richtung
erstreckenden Ständergehausefortsatz auf,
f) das Ständergehäuse ist mit seinem axial inneren Ende und der Ständergehäusefortsatz
mit seinem axial äußeren Ende im Fahrwerk gehalten.
[0002] Ein derartiges Einzelrad-Antriebsaggregat ist aus der DE-A-16 80 169 bekannt. Bei
diesem bekannten Antrieb wird der Motor als Einbaumotor innerhalb einer Radnabe eingebaut,
die als Radträger dient. Dabei wird das Rad einerseits über die Radnabe und ein erstes
Lager auf dem äußeren Lagerschild des Motorgehäuses gelagert, welches am Fahrwerk
starr befestigt ist, und andererseits wird das Rad über ein Getriebegehäuse und ein
weiteres Lager im Fahrwerk drehbar gelagert. Abgesehen von dem äußeren Lagerschild
dient dabei das Motorgehäuse nicht als Radträger und die bekannte Anordnung erfordert
ein zusätzliches Lager gegenüber dem Fahrwerk.
[0003] Aus der DE-C-35 38 513 ist ein Einzelrad-Antriebsaggregat bekannt, dessen Ständergehäuse
als Radträger für das anzutreibende Einzelrad ausgebildet ist. Um eine horizontale
Lenkbarkeit des Einzelrades zu ermöglichen, ist der Antriebsmotor axial innen über
vertikale Gleit- oder Wälzlager schwenkbar in einer Radführungsschwinge gelagert.
An seinem freistehenden axial äußeren Ende ist das Ständergehäuse des Antriebsmotors
durch ein Lagerschild verschlossen. Aufgrund einer nur einseitigen Anbindung des Antriebsmotors
an die Radführungsschwinge ist das Ständergehäuse in seiner Funktion als Radträger
einer einseitigen Belastung ausgesetzt. Dies kann insbesondere beim Bremsen und beim
Beschleunigen die Radführung beeinträchtigen und das Antriebsaggregat in unerwünschte
Schwingungen versetzen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Einzelrad-Antriebsaggregat
zu schaffen, bei dem das Ständergehäuse des Antriebsmotors in seiner Funktion als
Radträger deutlich geringer belastet und die Anordnung des Antriebsmotors am Fahrwerk
vereinfacht ist.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
[0006] Das erfindungsgemäße Einzelrad-Antriebsaggregat umfaßt einen Antriebsmotor, dessen
durch stirnseitige Lagerschilde verschlossenes Ständergehäuse als Radträger für das
anzutreibende Einzelrad ausgebildet ist und dessen Läuferwelle über schnellaufende
Wälzlager in den Lagerschilden gelagert ist, wobei die Läuferwelle axial außen über
ein Planetengetriebe in Mitnahmeverbindung mit dem Einzelrad gestellt ist. Durch einen
am getriebeseitigen Ende des Antriebsmotors angeordneten, sich in axialer Richtung
erstreckenden Ständergehäusefortsatz ist es möglich, den Antriebsmotor beidseitig,
also auch mit dem getriebeseitigen Ende, im Fahrwerk zu befestigen. Beim Einzelrad-Antriebsaggregat
gemäß Anspruch 1 ist hierzu der Antriebsmotor sowohl mit dem axial inneren Ende seines
Ständergehäuses als auch mit dem axial äußeren Ende seines Ständergehäusefortsatzes
im Fahrwerk befestigt.
[0007] Durch die beidseitige Halterung des Antriebsmotors ist das Ständergehäuse in seiner
Funktion als Radträger deutlich geringer belastet, da bei dem erfindungsgemäßen Einzelrad-Antriebsaggregat
der Ständergehäusefortsatz auch die Funktion von tragenden Teilen übernimmt. Dadurch
wird beim Antriebsaggregat das Auftreten von unerwünschten, die Radführung beeinträchtigenden
Schwingungen zuverlässig verhindert.
[0008] Eine besonders kompakte Ausführungsform erhält man bei einem Einzelrad-Antriebsaggregat,
gemäß einem der Ansprüche 2 bis 4, da in diesen Fällen das Planetengetriebe zumindest
teilweise im Ständergehäusefortsatz angeordnet ist.
[0009] Bei einer Ausgestaltung gemäß Anspruch 5 läuft die Bremsscheibe in vorteilhafter
Weise immer mit der Raddrehzahl. Dadurch treten an der Bremsscheibe wesentlich- geringere
Unwuchten auf.
[0010] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- FIG 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Einzelrad-Antriebsaggregats im Querschnitt,
- FIG 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Einzelrad-Antriebsaggregats im Querschnitt und
- FIG 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Einzelrad-Antriebsaggregats im Querschnitt.
[0011] In FIG 1 bis 3 ist mit 1 ein Antriebsmotor für ein Einzelrad 2 bezeichnet. Der Antriebsmotor
1 weist ein Ständergehäuse 3 auf, das durch stirnseitig angeordnete Lagerschilde 4
und 5 verschlossen ist. In beiden Lagerschilden 4 und 5 ist über schnellaufende Wälzlager
6 bzw.7 die Läuferwelle 8 des Antriebsmotors 1 gelagert.
[0012] Das Ständergehäuse 3 ist als Radträger ausgebildet. Das Einzelrad 2 ist hierzu mit
seiner Radnabe 9 über Radlager 10 und 11 am Ständergehäuse 3 abgestützt.
[0013] Das axial äußere, über das axial außenliegende Lagerschild hinausragende Ende der
Läuferwelle 8 ist über ein Planetengetriebe (Sonnenrad 12, Planetenräder 13, Hohlrad
14) in Mitnahmeverbindung mit dem Einzelrad 2 gestellt.
[0014] Am getriebeseitigen Ende des Antriebsmotors 1 ist ein sich in axialer Richtung erstreckender
Ständergehäusefortsatz 15 angeordnet. Der Ständergehäusefortsatz 15 ist in vorteilhafter
Weise über mindestens zwei lösbare Verschraubungen mit dem Ständergehäuse 3 verbunden.
[0015] Der Antriebsmotor 1 ist beidseitig am Fahrwerk, z.B. einer U-förmigen Schwinge mit
zwei Schwingenarmen 16 und 17, befestigt. Die Halterung des Antriebsmotors 1 erfolgt
am axial inneren Ende des Ständergehäuses 3 sowie am axial äußeren Ende des Ständergehäusefortsatzes
15.
[0016] Bei dem in FIG 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Ständergehäusefortsatz 15
in vorteilhafter Weise auch als sternartiger Planetenträger ausgebildet. Auf jedem
der drei Arme 18 des Planetenträgers (in der Zeichnung nur ein Arm sichtbar) ist ein
Planetenrad 13 gelagert.
[0017] Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel nach FIG 2 ist das Lagerschild 4 auch als Planetenträger
ausgebildet. Auf jedem der drei Arme 18, wobei in der Zeichnung nur ein Arm sichtbar
ist, ist ein Planetenrad 13 gelagert.
[0018] Bei einem dritten Ausführungsbeispiel nach FIG 3 ist das getriebeseitige Ende des
Ständergehäuses 3 auch als Planetenträger ausgebildet.
[0019] Das Planetengetriebe wird von einem Getriebegehäuse 19 umschlossen, wobei das Hohlrad
14 verdrehsicher am Getriebegehäuse 19 befestigt ist. Das Getriebegehäuse 19 läuft
also zusammen mit dem Hohlrad 14 um die Planetenräder 13 um. Durch eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen Getriebegehäuse 19 und Radnabe 9 wird die Drehbewegung des Hohlrades
14 auf das Einzelrad 2 übertragen.
[0020] Mit dem axial äußeren Ende des Getriebegehäuses 19 ist eine den Ständergehäusefortsatz
15 in Umfangsrichtung umschließende Bremsscheibe 20 kraftschlüssig verbunden. Im Inneren
des Ständergehäusefortsatzes 15 ist ein Erdungskontakt 21 angeordnet, dessen Massekabel
22 über eine Öffnung 23 aus dem Ständergehäusefortsatz 15 herausgeführt ist.
[0021] Es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, daß das Einzelrad 2 auch gewendet
angeordnet sein kann. Der Spurkranz 24 des Einzelrades 2 liegt dann nicht mehr auf
der dem Planetengetriebe abgewandten Seite, sondern ist getriebeseitig angeordnet.
Der Gehäusefortsatz 15 liegt damit nicht mehr außen, sondern innen.
1. Einzelrad-Antriebsaggregat, das folgende Merkmale umfaßt:
a) Einen Antriebsmotor (1), dessen Ständergehäuse (3) als Radträger für das anzutreibende
Einzelrad (2) ausgebildet ist,
b) das Ständergehäuse (3) ist durch stirnseitig angeordnete Lagerschilde (4,5) verschlossen,
c) in beiden Lagerschilden (4,5) ist über schnellaufende Wälzlager (6,7) die Läuferwelle
(8) des Antriebsmotors (1) gelagert,
d) die Läuferwelle (8) ist axial außen über ein Planetengetriebe (12-14) in Mitnahmeverbindung
mit dem Einzelrad (2) gestellt,
e) das getriebeseitige Ende des Antriebsmotors (1) weist einen sich in axialer Richtung
erstreckenden Ständergehäusefortsatz (15) auf,
f) das Ständergehäuse (3) ist mit seinem axial inneren Ende und der Ständergehäusefortsatz
(15) mit seinem axial äußeren Ende im Fahrwerk gehalten,
dadurch gekennzeichnet,
g) daß allein das Ständergehäuse (3) als Träger für das Einzelrad (2) und dessen Radnabe
(9) ausgebildet ist,
h) daß das Ständergehäuse (3) mit seinem axial inneren Ende und der Ständergehäusefortsatz
(15) mit seinem axial äußeren Ende jeweils lagerfrei und starr am Fahrwerk (16, 17)
befestigt sind und
i) daß das Gehäuse (19) des Planetengetriebes (12-14) mit dem axial äußeren Ende der
umlaufenden Radnabe (9) kraftschlüssig verbunden ist, wobei
j) das Hohlrad (14) des Planetengetriebes verdrehsicher am Getriebegehäuse (19) befestigt
ist.
2. Einzelrad-Antriebsaggregat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ständergehäusefortsatz (15) als Planetenträger ausgebildet ist, auf dessen
Armen (18) die Planetenräder (13) des Planetengetriebes gelagert sind.
3. Einzelrad-Antriebsaggregat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das getriebeseitige Lagerschild (4) auch als Planetenträger ausgebildet ist, auf
dessen Armen (18) die Planetenräder (13) des Planetengetriebes gelagert sind.
4. Einzelrad-Antriebsaggregat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das getriebeseitige Ende des Ständergehäuses (3) auch als Planetenträger ausgebildet
ist, auf dessen Armen (18) die Planetenräder (13) des Planetengetriebes gelagert sind.
5. Einzelrad-Antriebsaggregat nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit dem Getriebegehäuse (19) eine Bremsscheibe (20) kraftschlüssig verbunden ist.
1. Single-wheel drive unit, which comprises the following features:
a) a drive motor (1), the stator housing (3) of which is constructed as a wheel support
for the single wheel (2) to be driven,
b) the stator housing (3) is sealed by end shields (4, 5) arranged on the front side,
c) in both end shields (4, 5) the rotor shaft (8) of the drive motor (1) is mounted
by way of high-speed rolling bearings (6, 7),
d) the rotor shaft (8) is in synchronized connection with the single wheel (2) axially
on the outside by way of a planetary gearing (12-14),
e) the gear-side end of the drive motor (1) has a stator-housing extension (15) extending
in the axial direction,
f) the stator housing (3) is supported in the chassis with its axially inner end and
the stator-housing extension (15) is supported in the chassis with its axially outer
end,
characterized in that
g) only the stator housing (3) is constructed as a support for the single wheel (2)
and its wheel hub (9),
h) the stator housing (3) with its axially inner end and the stator-housing extension
(15) with its axially outer end are each fastened in a bearing-free manner and rigidly
to the chassis (16, 17), and
i) the housing (19) of the planetary gearing (12-14) is frictionally connected to
the axially outer end of the circumferential wheel hub (9), with
j) the ring gear (14) of the planetary gearing being fastened to the gear housing
(19) in a rotationally secure manner.
2. Single-wheel drive unit according to claim 1, characterized in that the stator-housing
extension (15) is constructed as a planetary support, on the arms (18) of which the
planetary wheels (13) of the planetary gearing are mounted.
3. Single-wheel drive unit according to claim 1, characterized in that the gear-side
end shield (4) is also constructed as a planetary support, on the arms (18) of which
the planetary wheels (13) of the planetary gearing are mounted.
4. Single-wheel drive unit according to claim 1, characterized in that the gear-side
end of the stator housing (3) is also constructed as a planetary support, on the arms
(18) of which the planetary wheels (13) of the planetary gearing are mounted.
5. Single-wheel drive unit according to claim 1, characterized in that a brake disc (20)
is frictionally connected to the gear housing (19).
1. Unité d'entraînement de roue indépendante, présentant les caractéristiques suivantes
:
a) un moteur d'entraînement (1), dont le carter (3) du stator est agencé en tant que
support de roue pour la roue indépendante (2) devant être entraînée,
b) le carter (3) du stator est fermé par des flasques de palier (4,5) disposés frontalement,
c) l'arbre (8) du rotor du moteur d'entraînement (1) est monté dans les deux flasques
de palier (4,5) au moyen de roulements (6,7) à cylindres à rotation rapide,
d) l'arbre (8) du rotor est mis, extérieurement du point de vue axial, en liaison
d'entraînement avec la roue indépendante (2), par un engrenage planétaire (12 à 14),
e) l'extrémité, située du côté engrenage, du moteur d'entraînement (1) a un prolongement
(15) du carter du stator, qui s'étend dans la direction axiale,
f) le carter (3) du stator est maintenu dans le châssis par son extrémité intérieure
du point de vue axial et le prolongement (15) du carter du stator est maintenu dans
le châssis par son extrémité extérieure du point de vue axial,
caractérisée par le fait
g) que seul le carter (3) du stator est agené sous la forme d'un support pour la roue
indépendante (2) et son moyeu (9),
h) que le carter (3) du stator est fixé par son extrémité intérieure du point de vue
axial, et le prolongement (15) du carter du stator est fixé, par son extrémité extérieure
du point de vue axial, respectivement sans palier et rigidement, au châssis (16,17),
et
i) que le carter (19) de l'engrenage planétaire (12 à 14) est relié positivement à
l'extrémité, extérieure du point de vue axial, du moyeu de roue (9) tournant,
j) la couronne de la denture intérieure (14) de l'engrenage planétaire est fixée avec
blocage en rotation au carter (19) de l'engrenage.
2. Unité d'entraînement de roue indépendante suivant la revendication 1, caractérisée
par le fait que le prolongement (4) du carter du stator est agencé sous la forme d'un
porte-satellites, sur les bras (18) duquel sont montés les pignons satellites (13)
de l'engrenage planétaire.
3. Unité d'entraînement de roue individuelle suivant la revendication 1, caractérisée
en ce que le flasque de palier (4) situé côté engrenage est également agencé sous
la forme d'un porte-satellites, sur les bras (18) duquel sont montés les pignons satellites
(13) de l'engrenage planétaire.
4. Unité d'entraînement de roue individuelle suivant la revendication 1, caractérisée
en ce que l'extrémité, située côté engrenage, du carter (3) du stator est agencée
sous la forme d'un porte-satellites, sur les bras (18) duquel sont montés les pignons
satellites (13) de l'engrenage planétaire.
5. Unité d'entraînement de roue individuelle suivant la revendication 1, caractérisée
en ce qu'un disque de frein (20) est relié positivement au carter (19) de l'engrenage.