[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Metallsalzen der Formel
Co
2⊕ [ Q - L - O
⊖ ]
m ,
in der
- Q
- C₄-C₂₂-Alkyl und
- L
- Carbonyl bedeuten,
zum Markieren von brennbaren Erzeugnissen aus der Destillation von Erdöl, die eine
Siedetemperatur aufweisen, die höher als 200°C ist.
[0002] In vielen Fällen wird für Erdölprodukte, wie Treibstoffe, Brennstoffe oder technische
Lösungsmittel, eine Kennzeichnung, z.B. aus steuerlichen Gründen, gefordert.
[0003] Neuere Entwicklungen der Technologie gestatten nun auch die Verwendung der höhersiedenden
Rückstände aus der Erdöldestillation (im folgenden auch Brennbitumen genannt) als
Brennstoff. Es ist deshalb auch notwendig, diese Produkte durch den Zusatz eines geeigneten
Kennzeichnungsmittels zu markieren.
[0004] Dabei sollten die Kennzeichnungs- oder Markierungsmittel
- eine gute Beständigkeit unter den üblichen Anwendungsbedingungen aufweisen
- keine Änderung der physikalisch-chemischen Eigenschaften des zu markierenden Stoffes
bewirken
- eine ausreichende Stabilität und Löslichkeit aufweisen, die ihre Anwendung als hochkonzentrierte
Lösungen ermöglichen
- aus dem markierten Stoff praktisch nicht entfernbar sein
- in geringen Mengen zur Anwendung gelangen
- durch einfache, schnelle und empfindliche Verfahren nachweisbar sein und
- toxikologisch möglichst unbedenklich sein.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es nun, geeignete Mittel zum Markieren von
Brennbitumen bereitzustellen. Da es sich bei Brennbitumen im allgemeinen um ein Gemisch
von Erdölderivaten handelt, deren Eigenschaften (z.B. Farbe oder Konsistenz) im allgemeinen
ganz verschieden von denen anderer Brennstoffe aus Erdöl (z.B. Mineralöle) sind, kann
man die üblicherweise als Markierungsmittel angewandten Stoffe (z.B. Azofarbstoffe)
nicht anwenden.
[0006] Dies gilt auch wegen der drastischen Verhältnisse, unter denen Brennbitumen gelagert
oder transportiert wird. Die als Markierungsstoffe zur Anwendung gelangenden Produkte
sollten auch über das oben aufgeführte Eigenschaftsprofil verfügen.
[0007] Demgemäß wurde gefunden, daß sich die eingangs näher bezeichneten Metallsalze vorteilhaft
zum Markieren von Brennbitumen eignen.
[0008] Alle in der oben genannten Formel auftretenden Alkylgruppen können sowohl geradkettig
als auch verzweigt sein.
[0009] Geeignete Reste Q sind z.B. Butyl, Isobutyl, sec-Butyl, Pentyl, Isopentyl, Neopentyl,
tert-Pentyl, Hexyl, 2-Methylpentyl, Heptyl, 2-Methylhexyl, Octyl, 2-Ethylhexyl, 2,4,4-Trimethylpentyl,
Isooctyl, Nonyl, Isononyl, Decyl, Isodecyl, Undecyl, Dodecyl, Tridecyl, 3,5,5,7-Tetramethylnonyl,
Isotridecyl (die obigen Bezeichnungen Isooctyl, Isononyl, Isodecyl und Isotridecyl
sind Tricialbezeichnungen und stammen von den nach der Oxosynthese erhaltenen Alkoholen
- vgl. dazu Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 7, Seiten
215 bis 217, sowie Band 11, Seiten 435 und 436), Tetradecyl, Pentadecyl, Hexadecyl,
Heptadecyl, Octadecyl, Nonadecyl, Eicosyl, Heneicosyl, Docosyl.
[0010] Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Verwendung von Metallsalzen der obengenannten
Formel, in der Q C₆-C₁₈-Alkyl bedeutet.
[0011] Besonders bevorzugt ist die erfindungsgemäße Verwendung von Metallsalzen der obengenannten
Formel, in der Q C₆-C₁₃-Alkyl bedeutet.
[0012] Ganz besonders geeignet als Markierungsmittel für Brennbitumen ist das Metallsalz
der Formel
Co
2⊕ [ C₇H₁₅COO
⊖ ]₂ .
[0013] Bei den Metallsalzen der obengenannten Formel, handelt es sich in der Regel um solche
Salze, die unter dem Begriff "Metallseifen" bekannt sind. Die anderen Salze sind ebenfalls
an sich bekannt oder können nach an sich bekannten Methoden der Salzbildung aus den
entsprechenden Säuren erhalten werden.
[0014] Die Menge der als Markierungsmittel anzuwendenden Metallsalze kann innerhalb breiten
Grenzen variieren, wobei der Mindestwert von der Nachweismethode abhängig ist.
[0015] Bei Durchführung der einfachen, schnellen, qualitativen Nachweismethode, die nachfolgend
beschrieben wird, beträgt der Mindestgehalt an Markierungsmittel im allgemeinen 60
ppm.
[0016] Mit dem Verfahren zur quantitativen Bestimmung, das ebenfalls nachfolgend beschrieben
wird, sind auch noch niedrigere Mengen, in der Regel bis zu 30 ppm, nachweisbar.
[0017] Im allgemeinen werden jedoch größere Mengen angewandt, damit die Prüfung im Hinblick
auf eine Verdünnung im Falle eines Betruges noch positiv erfolgt.
[0018] In der Praxis wendet man in der Regel 60 bis 600 ppm, vorzugsweise 250 bis 400 ppm,
an Markierungsmittel an.
[0019] Die Anwendung der Metallsalze erfolgt entweder in Substanz oder vorzugsweise in Lösung
durch Zugabe zum Brennbitumen.
[0020] Als geeignete Lösungsmittel kommen dabei mit Heizbitumen verträgliche hochsiedende
organische Lösungsmittel, z.B. aromatische Lösungsmittel, wie Xylol, oder aliphatische
Lösungsmittel, wie Testbenzin, in Betracht.
[0021] Bevorzugt werden aromatische Lösungsmittel angewandt, insbesondere solche, die aus
der Erdöldestillation stammen und einen Gehalt an aromatischen Bestandteilen ≧ 99
Gew.-% und einen mittleren Wert der Destillationstemperatur von ungefähr 200°C aufweisen.
[0022] Ein besonders günstiges aromatisches Lösungsmittel ist das unter dem Handelsnamen
Shellsol® AB (Fa. Shell) bekannte Produkt.
[0023] Bei Anwendung der Metallsalze in Lösung weisen die Lösungen in der Regel einen Gehalt
an Lösungsmittel von 30 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Lösung, auf.
[0024] Wie oben bereits angedeutet, kann der Nachweis des Markierungsmittels im Brennbitumen
mittels zwei verschiedener Methoden, einer einfachen qualitativen Nachweismethode
oder einer quantitativen Nachweismethode, erfolgen.
[0025] Bei der qualitativen Nachweismethode geht man beispielsweise so vor, daß man markiertes
Brennbitumen in einem organischen Lösungsmittel, z.B. Chloroform, löst und diese Lösung,
die in der Regel 30 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise ca. 50 Gew.-%, Brennbitumen, jeweils
bezogen auf das Gewicht der Lösung, enthält, mit einer gesättigten Lösung von Ammoniumrhodanid
in Aceton/Wasser in Gegenwart von geringen Mengen an Kieselsäure rührt. Nach kurzer
Zeit, in der Regel genügen ca. 5 Minuten, zeigt dann die obere wäßrige Phase eine
charakteristische Farbreaktion. Beim Vorhandensein von Kobaltsalzen ist sie blau gefärbt.
[0026] Bei der quantitativen Nachweismethode geht man beispielsweise so vor, daß man zunächst
einen "Aufschluß" des markierten Brennbitumens durchführt, indem man z.B. eine Probe
mit einem Gemisch aus 96 gew.-%iger Schwefelsäure, 65 gew.-%iger Salpetersäure und
70 gew.-%iger Perchlorsäure unter Erhitzen behandelt. Wenn eine farblose Lösung entstanden
ist, wird mit Wasser zu einem bekannten Volumen verdünnt und die resultierende Lösung
nach bekannten Methoden mit einem Atomabsorptions-Spektrophotometer vermessen.
[0027] Sollte ein Gerät für die Atomabsorptionsanalyse nicht verfügbar sein, kann man das
Markierungsmittel auch wie folgt quantitativ bestimmen:
20 ml der "aufgeschlossenen" Lösung werden mit 30 gew.-%iger Natronlauge auf einen
pH-Wert von 1 eingestellt und in einen Scheidetrichter gegossen.
[0028] 10 ml einer 50 gew.-%igen wäßrigen Ammoniumrhodanidlösung werden mit 8 ml einer 10
gew.-%igen wäßrigen Natriumpyrophosphatlösung vermischt, anschließend setzt man 5
ml Methylisobutylketon zu. Man vermischt mit der "aufgeschlossenen" Lösung, rührt
kräftig und trennt die Phasen ab.
[0029] In Gegenwart des Markierungsmittels erhält man eine blaue Färbung der oberen organischen
Phase.
[0030] Die untere wäßrige Phase wird abgelassen und die gefärbte organische Phase wird mit
einer Mischung aus 5 ml wäßriger Ammoniumrhodanidlösung und 6 ml wäßriger Natriumpyrophosphatlösung
gewaschen.
[0031] Die Phasen werden getrennt, die untere wäßrige Phase wird abgelassen, die obere organische
Phase wird in einen 5 ml-Kolben übergeführt, und der Kolben wird mit Methylisobutylketon
aufgefüllt.
[0032] Die spektrophotometrische Messung wird in 1 cm-Zelle bei einer Wellenlänge von ca.
662 nm durchgeführt.
[0033] Der Gehalt an Markierungsmittel wird durch Vergleich mit einer vorher ermittelten
Eichkurve bestimmt.
[0034] Die erfindungsgemäß anzuwendenden Metallsalze sind vorteilhaft zum Markieren von
Brennbitumen geeignet. Sie sind einfach und auch noch in geringer Konzentration nachzuweisen
und weisen die eingangs geforderten Parameter auf.
[0035] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern.
Beispiel 1
[0036] 500 mg einer 60 gew.-%igen Lösung des Salzes der Formel
Co
2⊕ [ C₇H₁₅COO
⊖ ]₂
in Xylol wurden mit 1 kg geschmolzenem Brennbitumen unter Rühren versetzt. 10 g dieses
markierten Bitumens wurden in 10 ml Chloroform gelöst.
[0037] 5 ml dieser Lösung wurden mit 3 ml eines Reagens, bestehend aus einer gesättigten
Ammoniumrhodanidlösung in Aceton/Wasser (7:3 v/v) vesetzt. Man setzte eine Spatelspitze
Kieselsäure (35 bis 70 mesh) zu, rührte einige Sekunden und ließ 3 bis 5 Minuten stehen.
Es bildete sich eine deutlich grünstichig blau gefärbte obere Schicht.
Beispiel 2
[0038] 2 g markiertes Bitumen aus Beispiel 1 wurden mit 8 g nicht markiertem Bitumen in
der Wärme gemischt.
[0039] Der in Beispiel 1 beschriebene Test wurde mit dieser Mischung wiederholt.
[0040] Auch in diesem Falle erhält man eine blau gefärbte obere Phase.
Beispiele 3 bis 5
[0041] Man verfuhr analog Beispiel 1. In den Beispielen 3 und 4 wurde das Markierungsmittel
unter Rühren direkt, d.h. ohne Hilfe eines Lösungsmittels, mit Bitumen vermischt.
[0042] Alle sich auf diese Beispiele beziehenden Daten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Beispiel 6 (ohne Markierungsmittel)
[0043] 10 g nicht markiertes Bitumen wurden in 10 ml Chloroform gelöst. Mit 6 ml dieser
Lösung führte man die in den vorherigen Beispielen beschriebene quantitative Bestimmung
durch.
[0044] Die obere Phase war nur schwach gelb gefärbt (fast farblos).