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(11) |
EP 0 627 968 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.11.1995 Patentblatt 1995/44 |
| (22) |
Anmeldetag: 17.02.1993 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B22D 11/04 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP9300/372 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9317/817 (16.09.1993 Gazette 1993/22) |
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VERFAHREN ZUM STRANGGIESSEN VON METAL, INSBESONDERE VON STAHL IN KNÜPPEL- UND VORBLOCKQUERSCHNITTE
PROCESS FOR THE CONTINOUS CASTING OF METAL, IN PARTICULAR STEEL FOR PRODUCING BILLETS
AND BLOOMS
PROCEDE DE COULEE CONTINUE DE METAL, NOTAMMENT D'ACIER, POUR LA PRODUCTION DE BILLETTES
ET DE BLOOMS
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB GR IE IT LI LU NL PT SE |
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Priorität: |
05.03.1992 CH 690/92
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.12.1994 Patentblatt 1994/50 |
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Patentinhaber: CONCAST STANDARD AG |
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CH-8027 Zürich (CH) |
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Erfinder: |
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- KAWA, Franciszek
CH-8134 Adliswil (CH)
- STILLI, Adrian
CH-8180 Bülach (CH)
- ROEHRIG, Adalbert
CH-8800 Thalwil (CH)
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| (74) |
Vertreter: Zeller, Josef |
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CONCAST STANDARD AG
Tödistrasse 7 CH-8027 Zürich CH-8027 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 498 296 US-A- 4 207 941 US-A- 4 774 995
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AT-A- 379 093 US-A- 4 635 702
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stranggiessen von Metall, insbesondere von
Stahl gemäss den Merkmalen des Oberbegriffes von Anspruch 1.
[0002] Seit den Anfängen des Stranggiessens mit Durchlaufkokillen hat sich die Fachwelt
mit dem Problem der Bildung von Luftspalten zwischen Strangkruste und Kokillenwand
unterhalb des Badspiegels befasst. Dieser Spalt vermindert den Wärmeübergang zwischen
Kokille und Strangkruste ganz wesentlich und verursacht eine ungleichmässige Kühlung
der Strangkruste, die zu Strangfehlern, wie Rhomboidität, Risse, Gefügefehler etc.,
führt. Um über die ganze Kokillenlänge einen möglichst allseitig guten Kontakt der
Strangkruste zur Kokillenwand und damit die bestmöglichen Bedingungen für die Wärmeabfuhr
zu schaffen, sind viele Vorschläge, wie Schreitbalken (Walking Beams), Kühlmitteleinpressen
in den Luftspalt, Kokillenhohlraum mit unterschiedlichen Konizitäten etc., vorgeschlagen
worden.
[0003] Aus der US-PS 4'207'941 sind Kokillen zum Stranggiessen von Stahlsträngen mit polygonalen,
insbesondere mit quadratischen Querschnitten, bekannt. Der Querschnitt eines beidseitig
offenen Formhohlraumes ist auf der Eingiessseite ein Quadrat mit Eckhohlkehlen und
auf der Strangaustrittsseite ein unregelmässiges Zwölfeck. In den Eckbereichen wird
zur Eckhohlkehle hin der Giesskonus in Stranglaufrichtung stetig vergrössert, und
er ist im Bereich der Hohlkehle auf einer Teillänge der Kokille etwa doppelt so gross
wie im Mittelbereich der Kokillenwand. Beim Giessen mit solchen Kokillen können Verklemmungen
des Stranges innerhalb der Kokille auftreten, die zu Strangabrissen und Durchbrüchen
führen. Auch wird anstelle eines Quadrates ein Zwölfeck gegossen. Insbesondere ist
es schwierig, solche Kokillen für unterschiedliche Giessgeschwindigkeiten zu dimensionieren,
wie sie bei langen Sequenzgüssen mit vielen Pfannenwechseln unvermeidbar sind.
[0004] Aus US-PS 4 774 995, die den Oberbegriff von Anspruch 1 bildet, ist eine Stranggiesskokille
bekannt, deren Formhohlraumquerschnitt auf der Eingiessseite zur Aufnahme eines Tauchrohres
grösser ist als auf der Strangaustrittsseite. Beim Durchlauf des Stranges durch diese
Kokille verkleinert sich die Strangdicke und dabei die Querschnittsfläche eines teilweise
erstarrten Stranges durch Verformung in Kontakt mit den Kokillenbreitseiten. Die Schmalseiten
der zum Giessen von Stahlband vorgesehenen Kokille divergieren in Stranglaufrichtung
entsprechend der Dickenabnahme des Stranges, so dass die Umfangslänge der Strangquerschnittsfläche
im wesentlichen konstant bleibt. Die Anwendung eines konventionellen Giessrohres beim
Giessen von dünnen Bändern verursacht bei diesem Giessverfahren eine starke Strangkrustenverformung
auf zwei Strangseiten, ohne dabei eine Vergleichmässigung der Strangkühlung über den
gesamten Strangumfang innerhalb der Kokille zu erreichen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu überwinden.
Insbesondere soll durch das erfindungsgemässe Giessverfahren eine verbesserte Kühlung
der Strangkruste in der Kokille, eine verbesserte Strangqualität und eine erhöhte
Giessleistung erreicht werden. Im weiteren soll das neue Giessverfahren für die in
der Praxis vorkommenden Betriebsoperationen, wie Anfahren, Giessrohrwechsel, Zwischengefässwechsel,
Pfannenwechsel, Giessende, Störungen etc., optimiert und dadurch sowohl die Strangqualität
als auch die Kokillenhaltbarkeit zusätzlich verbessert werden.
[0006] Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Gesamtheit der Merkmale von Anspruch
1 gelöst.
[0007] Mit dem erfindungsgemässen Giessverfahren ist es möglich, bei Knüppeln und Vorblockquerschnitten
eine in allen Umfangsabschnitten gleichmässige und in ihrer Intensität in vorgegebenen
Grenzen bemessbare Kühlung aufzuzwingen. Dadurch kann die Kristallisation der Strangkruste
beeinflusst, die Giessleistung erhöht und die Strangqualität verbessert werden. Spiesskantigkeit,
Oberflächen- und Gefügefehler sind vermeidbar. Durch die laufende Anpassung der Verformungslänge
der Strangkruste innerhalb der Kokille während des Giessbetriebes kann im weiteren
bei dem erfindungsgemässen Verfahren die Gleichmässigkeit der Kühlung auch bei unterschiedlichen
Giessparametern verbessert werden. Qualitätsfehler am Strang und die Gefahr für Strangabrisse
und Durchbrüche können bei stark wechselnden Giessparametern wesentlich reduziert
werden. Im weiteren kann die Standzeit der Kokille verlängert werden.
[0008] Das Mass der Gesamtrückformung der Ausbauchung wird durch die Bogenhöhe der Ausbauchung,
durch den Winkel, der die Konizität der Ausbauchung bildet, und durch die Badspiegelhöhe
innerhalb der Teillänge bestimmt. Die Rückformung ist in der Regel proportional zur
Teilhöhe des Badspiegels innerhalb der Teillänge. Anstelle einer stetigen Konizität
der Ausbauchung kann sie auch degressiv, progressiv etc. gewählt werden. Das Mass
der Rückformung der Ausbauchung während des laufenden Gusses wird in der Regel in
mm festgelegt.
[0009] Wird an einer Stranggiessanlage die Reibung zwischen Strang und Kokille gemessen,
so kann gemäss einem Ausführungsbeispiel das Mass der Rückformung der Ausbauchung
so bestimmt werden, dass ein auf die vorhandenen Giessparameter optimierter Reibungswert
eingehalten wird. Anstelle der Reibungsmessung zwischen Strang und Kokille kann auch
eine Messung der Ausziehkraft am Treiber als Parameter verwendet werden.
[0010] Das Mass der Rückformung der Ausbauchung kann durch laufende Messungen von Giessparametern
oder aber durch mathematische Modelle festgegelegt werden, die die Stahlanalyse, die
Ueberhitzungs- und Giesstemperatur, die gewählte Giessgeschwindigkeit, die Art des
Schmiermittels und/oder den Wärmestrom in der Kokille berücksichtigen.
[0011] Bei einem geplanten Stillstand des Strangauszuges kann eine Rückformung ausgeschaltet
werden, wenn der Badspiegel vor dem Stillstand das untere Ende der Teillänge der Kokille
erreicht oder tiefer liegt.
[0012] Beim Durchlauf der sich bildenden Strangkruste durch eine Stand der Technik Kokille
reduziert sich der Strangquerschnitt durch Schwindung der Strangkruste um ein geringes
Mass. Eine gewollte Verformung findet dabei nicht statt. Durch die Rückformung der
Ausbauchung zwischen Giessspiegel und dem Ende der Teillänge wird eine zusätzliche
Reduktion des Strangquerschnittes erreicht, wobei die Grössenordnung zwischen 4 %
und 15 %, vorzugsweise zwischen 6 % und 10 %, liegt.
[0013] Das unkontrollierte Abheben der Strangkruste bei Stand der Technik Kokillen hat ein
Verlängern von Knüppel- und Vorblockkokillen wenig sinnvoll erscheinen lassen. Die
kontrollierte Rückformung von Ausbauchungen, verbunden mit einem grossen Bereich für
das Einstellen der Sollbadspiegelhöhe, macht es erstmals sinnvoll, dass, gemäss einem
weiteren Ausführungsbeispiel, der in der Kokille sich bildende Strang in Abhängigkeit
der Giessparameter über eine variable Primärkühlstrecke, z.B. zwischen 500 und 1000
mm, gekühlt wird. Die Rückformung der Ausbauchung der Strangkruste wird dabei auf
einen Längenabschnitt eingestellt, der bis 40 % der Kokillenlänge beträgt.
[0014] Im nachfolgenden werden anhand von Figuren Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine Rohrkokille nach der Linie I-I von Fig. 2,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Kokille gemäss Fig. 1 und
- Fig. 3
- einen Vertikalschnitt durch eine Kokillenwand.
[0016] In Fig. 1 und 2 ist eine Kokille 3 zum Stranggiessen von polygonalen Strangquerschnitten,
im vorliegenden Beispiel von einem quadratischen Strangquerschnitt, dargestellt. Ein
Pfeil 4 zeigt auf eine Eingiessseite und ein Pfeil 5 auf eine Strangaustrittsseite
der Kokille 3. Die Querschnitte eines Formhohlraumes 6 weisen auf der Eingiess- und
Strangaustrittsseite unterschiedliche geometrische Formen auf. Wie am besten in Fig.
2 erkennbar, ist der Querschnitt des Formhohlraumes 6 auf der Eingiessseite 4 zwischen
den Ecken 8 - 8''' mit Querschnittsvergrösserungen in der Form von Ausbauchungen 9
versehen. Eine Bogenhöhe 10, die das Mass der Ausbauchung darstellt, nimmt in Stranglaufrichtung
11 auf einer Teillänge 12 des Formhohlraumes 6 stetig ab. Die Formhohlraumquerschnitte
in den Ebenen 14 und 15 begrenzen einen Kokillenteil 13 mit quadratischem Querschnitt
mit Hohlkehlen 16, wie im Stand der Technik bekannt.
[0017] Eine Umfangslinie 17 zeigt den Formhohlraumquerschnitt in der Ebene 14 und eine Umfangslinie
18 den Formhohlraumquerschnitt in der Ebene 15. Der Querschnitt des Formhohlraumes
6 ist auf der Kokillenaustrittsseite allseitig zwischen den Ecken 8 geradlinig. Mit
einem Pfeil 2 ist ein Umfangsabschnitt der Umfangslinien des Formhohlraumes 6 bezeichnet.
Bei dieser Koille sind 4 Umfangsabschnitte mit gleichartigen Querschnittsvergrösserungen
7 vorgesehen. Anstelle der quadratischen Grundform des Formhohlraumes 6 könnte auch
ein sechseckiger, rechteckiger, etwa runder etc. Querschnitt als Grundform dienen.
[0018] Ein Lichtmass 20 zwischen gegenüberliegenden Seiten des Formhohlraumes 6 auf der
Eingiessseite 4 im Bereich der grössten Ausbauchung ist gegenüber einem Lichtmass
21 zwischen den gegenüberliegenden Seiten auf der Strangaustrittsseite 5 um 5 - 15
% grösser. Das Lichtmass 20 kann, anders ausgedrückt, mindestens 8 % grösser als das
Lichtmass 21 in der Ebene 15 am Ende der Teillänge 12 sein.
[0019] Die Bogenhöhe 10 der Ausbauchung 9 nimmt in Stranglaufrichtung 11 bei sich folgenden
Querschnitten stetig ab. Die Konizität der maximalen Bogenhöhe 10 entlang einer Linie
24 kann 8 - 35 %/m gewählt werden.
[0020] Die Teillänge 12 ist in diesem Beispiel 400 mm oder etwa 40 % der Kokillenlänge,
die etwa 1000 mm misst.
[0021] Mit 40 ist schematisch ein Computer dargestellt, welchem die Informationen 41 - 45
zugeführt werden, wobei 41 die Stahlanalyse, 42 die Ueberhitzungstemperatur, 43 die
Giesstemperatur im Zwischengefäss, 44 die Kokillen- und Schmiermittelparameter und
45 der laufend gemessene Reibungswert zwischen Kokille und Strang darstellen. Vom
Computer 40 wird für die verschiedenen Betriebszustände, wie Angiessen, Vollastgiessen,
Giessunterbruch, Giessende etc., die Badspiegelhöhe, die das Mass der Rückformung
bestimmt, errechnet und anschliessend mit der Stopfen- oder Schiebersteuerung 47 der
Metallzufluss in die Kokille und die Strangabzugsgeschwindigkeit 48 entsprechend gesteuert,
um den Badspiegel in die gewünschte Höhenlage innerhalb der Kokille zu bringen.
[0022] Fig. 3 zeigt, wie das Mass der Rückformung gemessen wird. Die schräg verlaufende
Innenkontur 30 der Ausbauchung 32 entlang der Ausbauchungsmitte endet in der Ebene
31. In Stranglaufrichtung verläuft die Ausbauchung in diesem Vertikalschnitt geradlinig.
Sie könnte aber auch durch eine degressive oder S-förmige Kurve etc. begrenzt sein.
[0023] Liegt ein Badspiegel 35 auf der dargestellten Höhe, so ist das Mass der Rückformung
der Ausbauchung entsprechend der Länge des Pfeiles 36. Sinkt der Badspiegel auf die
strichpunktiert angedeutete Höhe 35' ab, so vermindert sich das Mass der Rückformung
der Ausbauchung um die Länge 37. Soll das Mass der Rückformung bei einem Stillstand
Null sein, so wird der Badspiegel bis an den Endpunkt 38 der Teillänge 39 oder darunter
abgesenkt.
[0024] Nach einer Ausführungsvariante zeichnet sich das erfindungsgemässe Verfahren durch
folgende Verfahrensschritte aus. Beim Angiessen eines neuen Stranges oder einer Sequenz
werden die Parameter 44 der verwendeten Kokille und des Giessmetalles 41 - 43 in den
Computer eingegeben. Aus dem Speicher entnimmt der Computer die für diese Parameter
optimierten Reibungswerte bei unterschiedlichen Giessgeschwindigkeiten mit den dazugehörigen
Badspiegelhöhen für das Anfahren, für den Volllastbetrieb, für reduzierten Giessbetrieb
und für das Beenden des Gusses. Während des Giessens wird die Ueberhitzungs- und Giesstemperatur
des Giessmetalles als Korrekturfaktor bei jeder Messung in den Computer eingegeben.
Die gemessenen Reibungswerte 45 werden laufend mit den optimierten Reibungswerten,
die jeder Giessoperation zugeordnet sind, verglichen. Bei Abweichungen wird das Mass
der Rückformung der Ausbauchung durch Festlegung einer höheren oder niedrigeren Badspiegelhöhe
im Bereich der Teillänge vergrössert bzw. verkleinert. Bei diesem Beispiel wird der
Reibungsmessung des Stranges in der Kokille gegenüber den anderen Giessparametern
eine prioritäre Stellung eingeräumt. Anstelle des Reibungswertes kann als Führungsgrösse
auch die Strangausziehkraft gewählt werden.
[0025] Die für dieses Verfahren verwendeten Kokillen sind in der EP-Patentanmeldung 92101506.1
ausführlich beschrieben und figürlich dargestellt. Die Offenbarung der Erfindung stützt
sich somit zusätzlich auf diese Publikation ab.
1. Verfahren zum Stranggiessen von Metall, insbesondere von Stahl, wobei der Stahl in
eine Kokille (3) gegossen wird, deren Formhohlraumquerschnitt auf der Eingiessseite
(4) grösser ist als auf der Strangaustrittsseite (5) und der Querschnitt eines teilweise
erstarrten Stranges beim Durchlauf durch die Kokille (3) entlang mindestens einer
Teillänge (12) der Kokille (3) verformt wird, dadurch gekennzeichnet, dass beim Giessen
von Knüppel- und Vorblocksträngen
- mit polygonalen Querschnitten eine Strangkruste mit gleichmässig verteilten Ausbauchungen
(9) zwischen allen Ecken (8 - 8''') oder
- mit etwa runden Querschnitten eine Strangkruste mit mindestens drei über den Querschnittsumfang
des Stranges gleichmässig verteilten Ausbauchungen (9)
auf der Eingiessseite (4) der Kokille (3) zur Erstarrung gebracht wird und beim Durchlauf
durch die Kokille (3) unter Veränderung der Strangquerschnittsform die Ausbauchungen
(9) um ein Mass (36) zurückgeformt werden und dass das Mass der Rückformung (36) der
Ausbauchungen (9) durch Einstellung einer entsprechenden Badspiegelhöhe (35, 35')
innerhalb der Teillänge (12, 39) der Kokille (3) in Abhängigkeit von Giessparametern,
wie Stahlanalyse, Giessgeschwindigkeit, Ueberhitzungstemperatur des Stahles im Zwischengefäss,
Reibung zwischen Strang und Kokille bzw. Ausziehkraft am Treiber, bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der Rückformung (36)
der Ausbauchung (9) in mm festgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der Rückformung
(36) der Ausbauchung (9) in Abhängigkeit der Stahlanalyse und der gewählten Giessgeschwindigkeit
bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass
der Rückformung (36) der Ausbauchung (9) in Abhängigkeit der Ueberhitzungs- und/oder
Giesstemperatur bestimmt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der
Rückformung (36) der Ausbauchung (9) in einer mathematischen Funktion zur Giessgeschwindigkeit
festgelegt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der
Rückformung (36) der Ausbauchung (9) in Abhängigkeit der gemessenen Reibung zwischen
Strang und Kokille bestimmt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der Rückformung (36)
der Ausbauchung (9) laufend auf einen optimierten Reibungswert angepasst wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Rückformung
der Ausbauchungen (9) zwischen Giessspiegel (35) und Ende der Teillänge (12) der Strangquerschnitt
um 4 % - 15 %, vorzugsweise um 6 % - 10 %, reduziert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass die momentanen
Giessparameter (41 - 45), wie Stahlanalyse, Ueberhitzungs- und Stahltemperatur im
Zwischengefäss, Giessgeschwindigkeit, Strangquerschnitt, Konizität und Länge der Ausbauchung
des Formhohlraumes, Giessschmiermittel, Reibungswerte etc., einem Computer (40) zugeführt,
mit entsprechenden Sollwerten verglichen, bei Abweichungen das Mass der Soll-Rückformung
der Ausbauchung festgelegt und der Steuerung (46) die Korrektur der Sollbadspiegelhöhe
zugeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass der sich bildende
Strang in Abhängigkeit der momentanen Giessparameter (41 - 45) über eine Primärkühlstrecke
zwischen 500 und 1000 mm innerhalb der Kokille gekühlt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass für die Rückformung
der Ausbauchung der Strangkruste eine Teillänge (12) bis 60 % der Kokillenlänge gewählt
wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Mass der
Rückformung (36) der Ausbauchung (9) in Abhängigkeit der Wärmestromdichte in der Kokille,
vorzugsweise in der Teillänge (12), bestimmt wird.
1. Process for the continuous casting of metal, in particular of steel, wherein the steel
is cast in a mould (3), whose mould cavity cross-section is larger on the inlet side
(4) than on the strand outlet side (5), and the cross-section of a partly solidified
strand is deformed upon passing through the mould (3) at least along part of the length
(12) of the mould (3), characterised in that, in the casting of billets and blooms
- with polygonal cross-sections a strand crust having evenly distributed convexities
(9) between all the corners (8-8''') or
- with approximately round cross-sections a strand crust with at least three convexities
(9) evenly distributed over the cross-sectional circumference of the strand
is brought to solidify on the inlet side (4) of the mould (3), and on passing through
the mould (3), the convexities (9) are reformed to a degree (36) and the strand cross-
section is altered, and in that the degree of reforming (36) of the convexities (9)
is governed by the setting of a corresponding bath level (35, 35') within the partial
length (12, 39) of the mould (3) as a function of the casting parameters, such as
steel composition, casting speed, overheating temperature of the steel in the intermediate
vessel, friction between the strand and mould, or drawing force at the driver.
2. Process according to claim 1, characterised in that the degree of reforming (36) of
the convexity (9) is fixed in mm.
3. Process according to claim 1 or 2, characterised in that the degree of reforming (36)
of the convexity (9) is determined as a function of the steel analysis and the selected
casting speed.
4. Process according to one of claims 1 - 3, characterised in that the degree of reforming
(36) of the convexity (9) is determined as a function of the overheating and/or casting
temperature.
5. Process according to one of claims 1 - 4, characterised in that the degree of reforming
(36) of the convexity (9) is set in a mathematical function relative to the casting
speed.
6. Process according to one of claims 1 - 5, characterised in that the degree of reforming
(36) of the convexity (9) is determined as a function of the friction measured between
the strand and the mould.
7. Process according to claim 6, characterised in that the degree of reforming (36) of
the convexity (9) is constantly adapted to an optimised coefficient of friction.
8. Process according to one of claims 1 - 7, characterised in that due to the reforming
of the convexities (9) between the casting level (35) and the end of the partial length
(12) the strand cross-section is reduced by 4 % - 15 %, preferably by 6 % - 10 %.
9. Process according to one of claims 1 - 8, characterised in that the momentary casting
parameters (41 - 45), such as steel analysis, overheating and steel temperature in
the intermediate vessel, casting speed, strand cross-section, conicity and length
of the convexity of the mould cavity, casting lubricant, coefficients of friction
etc., are fed to a computer (40), are compared with corresponding reference values,
and in the case of deviation the degree of reference reforming and convexity is established
and the correction of the reference bath level is fed to the control (46).
10. Process according to one of claims 1 - 9, characterised in that the strand being formed
is cooled inside the mould over a primary cooling section of between 500 and 1000
mm as a function of the momentary casting parameters (41 - 45).
11. Process according to one of claims 1 - 10, characterised in that a partial length
(12) up to 60 % of the mould length is selected for reforming the convexity of the
strand crust.
12. Process according to one of claims 1 - 11, characterised in that the degree of reforming
(36) of the convexity (9) is determined as a function of the heat flow density in
the mould, preferably in the partial length (12).
1. Procédé de coulée continue de métal, notamment d'acier, dans lequel on verse l'acier
dans une lingotière (3) dont la section de l'espace creux du moule est plus grande
du côté (4) de l'arrivée du bain de fusion que du côté (5) de la sortie de la barre
et dont la section d'une barre partiellement solidifiée se déforme, lors du parcours
à travers la lingotière (3), le long d'au moins une longueur partielle (12) de la
lingotière (3), caractérisé par le fait que, lors de la coulée de billettes et de
blooms
- de sections polygonales, on fait se solidifier une croûte de la barre présentant
des bombements régulièrement répartis (9) entre tous les angles (8-8''') ou
- de sections à peu près rondes, on fait se solidifier une croûte de la barre présentant
au moins trois bombements (9) régulièrement répartis sur la périphérie de la section
de la barre
du côté (4) de l'arrivée du bain de fusion de la lingotière (3) et, lors du parcours
à travers la lingotière (3), du fait d'une modification de la forme de la section
de la barre, les bombements (9) subissent une rétrodéformation d'une certaine valeur
(36), et que la valeur de la rétrodéformation (36) des bombements (9) se détermine
en prescrivant un niveau inférieur approprié (35,35') du bain de fusion à l'intérieur
de la longueur partielle (12,39) de la lingotière (3) en fonction de paramètres de
la coulée comme analyse de l'acier, vitesse de la coulée, température de surchauffe
de l'acier dans le creuset intermédiaire, frottement entre la barre et la lingotière
ou force d'extraction au mécanisme d'entraînement.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la valeur de la rétrodéformation
(36) du bombement (9) se détermine en mm.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que la valeur de la
rétrodéformation (36) du bombement (9) se détermine en fonction de l'analyse de l'acier
et de la vitesse choisie de la coulée.
4. Procédé selon l'une des revendications 1-3, caractérisé par le fait que la valeur
de rétrodéformation (36) du bombement (9) se détermine en fonction de la température
de surchauffe et/ou de la température du bain du fusion.
5. Procédé selon l'une des revendications 1-4, caractérisé par le fait que la valeur
de la rétrodéformation (36) du bombement (9) se détermine dans une fonction mathématique
relative à la vitesse de la coulée.
6. Procédé selon l'une des revendications 1-5, caractérisé par le fait que la valeur
de la rétrodéformation (36) du bombement (9) se détermine en fonction du frottement
mesuré entre la barre et la lingotière.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé par le fait que la valeur de la rétrodéformation
(36) du bombement (9) s'adapte en permanence à une valeur de frottement optimisée.
8. Procédé selon l'une des revendications 1-7, caractérisé par le fait que, du fait de
la rétrodéformation des bombements (9) entre le niveau inférieur (35) du bain de fusion
et l'extrémité de la longueur partielle (12), la section de la barre se réduit de
4%-15%, de préférence de 6%-10%.
9. Procédé selon l'une des revendications 1-8, caractérisé par le fait que l'on fournit
à un ordinateur (40) les paramètres instantanés (41-45) de la coulée, comme analyse
de l'acier, température de surchauffe et température de l'acier dans le creuset intermédiaire,
vitesse de la coulée, section de la barre, conicité et longueur du bombement de l'espace
creux du moule, lubrifiant de la coulée, valeurs du frottement, etc., qu'on les compare
avec des valeurs prescrites correspondantes, qu'en cas d'écarts, on détermine la valeur
de la rétrodéformation prescrite et du bombement et que l'on fournit au circuit de
commande (46) la valeur correctrice du niveau inférieur prescrit du bain de fusion.
10. Procédé selon l'une des revendications 1-9, caractérisé par le fait que l'on refroidit
la barre qui se forme en fonction des paramètres instantanés (41-45) de la coulée
le long d'une longueur de refroidissement primaire entre 500 et 1000 mm à l'intérieur
de la lingotière.
11. Procédé selon l'une des revendications 1-10, caractérisé par le fait que pour la rétrodéformation
du bombement de la croûte de la barre on choisit une longueur partielle (12) valant
jusqu'à 60% de la longueur de la lingotière.
12. Procédé selon l'une des revendications 1-11, caractérisé par le fait que l'on détermine
la valeur de la rétrodéformation (36) du bombement (9) en fonction de la densité du
flux thermique dans la lingotière, de préférence dans la longueur partielle (12).
