[0001] Die Erfindung betrifft ein Fußbett, insbesondere Einlage für an Diabetes erkrankte
Personen, welches aus einem formstabilen Grundkörper, einer drüber verlaufenden Dämpfungsschicht
aus einem gegenüber dem Grundkörper weicheren, elastischen Material und einer fußseitigen
Deckschicht besteht.
[0002] Schuhe mit einem Fußbett der vorstehenden Art oder Einlagen sind allgemein bekannt
und gebräuchlich. Sie werden üblicherweise dazu eingesetzt, den Fuß nach orthopädischen
Gesichtspunkten zu korrigieren oder um den Fuß belastbarer zu machen und den Fußauftritt
und die Abrollbewegung zu optimieren. Letzeres ist bei Sporteinlagen der Fall, wie
sie in dem deutschen Patent 35 27 583 beschrieben sind.
[0003] Bei an Diabetes erkrankten Personen kommt es im Laufe der Erkrankung zu einer Verminderung
der Sensibilität der Füße. Gleichzeitig nimmt die Gewebeelastizität im Vergleich zu
gesunden Menschen erheblich ab. Die verminderte Gewebeelastizität führt dazu, daß
dieses seine Polsterfunktion nur noch unzureichend erfüllen kann. Dadurch werden Druckkräfte
nicht mehr über ausreichend große Bereiche verteilt. Es treten vielmehr hohe Druckspitzen
auf. Insbesondere die nach unten gerichteten Köpfchen der Fußmittelknochen neigen
dann dazu, durch herkömmliches Polstermaterial des Schuhbettes oder üblicher Einlagen
durchzuschlagen, wodurch es zu einer Überbeanspruchung des Fußgewebes kommt. Aufgrund
der Sensibilitätsminderung des an Diabetes Erkrankten wird diese Überbeanspruchung
oftmals nicht wahrgenommen. Es kommt auf diese Weise häufig zu Wunden im Bereich der
Fußsohlenseite, welche schwer heilen und oftmals im Krankenhaus stationär behandelt
werden müssen. Man schätzt, daß etwa 7% aller wegen Fußprobleme im Krankenhaus aufgenommener
Diabetespatienten einen chirurgischen Eingriff benötigen oder daß bei ihnen sogar
der erkrankte Fuß amputiert werden muß. Auch andere neuropatische Erkrankungen oder
Durchblutungsstörungen können gleiches bewirken.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Fußbett der eingangs genannten Art
so auszubilden, daß der Bildung von Druckläsionen des Fußes durch örtliche Überbelastungen
entgegengewirkt wird.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Grundkörper ausschließlich
im mittleren Fußbereich vorgesehen und zur Entlastung des Vorderfußes und der Ferse
über seine gesamte Breite überhöht ausgebildet ist und daß die Deckschicht aus einem
gegenüber der Dämpfungsschicht nochmals weicheren Material besteht, welches in der
Ebene der Deckschicht verlaufende Scherbewegungen zuläßt.
[0006] Ein solches Fußbett führt gleichzeitig zu einer Makroentlastung und Mikroentlastung
des Fußes. Die Makroentlastung besteht darin, daß durch die Überhöhung des Grundkörpers
im mittleren Fußbereich das innere und äußere Längsgewölbe des Fußes kraftbeaufschlagt
wird, so daß es zu einer Druckumverteilung vom Vorderfuß und der Ferse zum Längsgewölbe
kommt. Dadurch wird der Gefahr einer Überbeanspruchung des Fußes im vorderen Bereich
und Fersenbereich begegnet. Die Mikroentlastung ergibt sich durch die Weichheit der
Deckschicht, weil sich dadurch Druckkräfte über größere Bereiche verteilen und Druckspitzen,
insbesondere im Bereich der Mittelfußköpfchen, vermieden werden. Da die Deckschicht
Scherbewegungen aufzunehmen vermag, wird bei der Abrollbewegung des Fußes eine Relativbewegung
zwischen der Unterseite des Fußes und der Deckschicht vermieden, wodurch ein Aufscheuern
der Haut verhindert wird.
[0007] Die Deckschicht vermag ihre Aufgabe der Mikroentlastung des Fußes optimal zu erfüllen,
wenn sie eine dem die Fußknochen umgebenden Gewebe gesunder Menschen vergleichbare
Weichheit hat.
[0008] Da die Makroentlastung durch den Grundkörper erfolgt und zwischen dem Grundkörper
und der Deckschicht eine Dämpfschicht vorgesehen ist, genügt es, wenn gemäß einer
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Deckschicht über das gesamte Fußbett
eine gleichmäßige Dicke von etwa 5 mm hat.
[0009] Als besonders vorteilhafter Werkstoff für die Deckschicht hat sich Polyäthylenschaum
oder Neopren erwiesen.
[0010] Die Dämpfungsschicht vermag ihre Funktion optimal zu erfüllen, wenn sie aus einem
hochrückstellfähigen Kunststoffschaum besteht.
[0011] Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres
Grundprinzips ist eine davon ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig.1
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäß gestaltetes Fußbett,
- Fig.2
- eine Draufsicht auf das Fußbett.
[0012] Das in Figur 1 gezeigte Fußbett besteht aus einen Grundkörper 1 aus einem formstabilen,
elastischen Kunststoff. Dieser Grundkörper 1 erstreckt sich nur im mittleren Fußbereich.
Er ist über seine gesamte Breite so weit überhöht, daß der Fuß im Bereich des Längsgewölbes
das Körpergewicht trägt und es somit zu einer Entlastung des Vorderfußes und der Ferse
kommt. Nach oben hin ist der Grundkörper 1 von einer Dämpfungsschicht 2 abgedeckt,
die aus einem weichelastischen, hochrückstellfähigen Kunststoffschaum besteht und
weicher ist als der Grundkörper 1. Die Dämpfungsschicht 2 verläuft nach hinten und
vorn zu über den Grundkörper 1 hinaus und bildet hinten einen Fersenteil 3 und vorn
einen Vorderfußteil 4.
[0013] Das gesamte Fußbett ist nach oben hin durch eine Deckschicht 5 gleichmäßiger Dicke
abgedeckt. Diese besteht vorzugsweise aus Polyäthylenschaum, ist wesentlich weicher
als die Dämpfungsschicht 2 und vermag sich beim Auftreten von Scherbewegungen in der
Ebene des Fußbettes zu verformen. Dadurch rutscht der Fuß beim Gehen nicht auf der
Deckschicht 5.
[0014] Die Draufsicht gemäß Figur 2 verdeutlicht, daß der Grundkörper 1 nach hinten zu vom
Fersenteil 3 und nach vorn zu vom Vorderfußteil 4 überragt wird.
1. Fußbett, insbesondere Einlage für an Diabetes erkrankte Personen, welches aus einem
formstabilen Grundkörper (1), einer drüber verlaufenden Dämpfungsschicht (2) aus einem
gegenüber dem Grundkörper (1) weicheren, elastischen Material und einer fußseitigen
Deckschicht (5) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) ausschließlich im mittleren Fußbereich vorgesehen und zur
Entlastung des Vorderfußes und der Ferse über seine gesamte Breite überhöht ausgebildet
ist und daß die Deckschicht (5) aus einem gegenüber der Dämpfungsschicht (2) nochmals
weicheren Material besteht, welches in der Ebene der Deckschicht (5) verlaufende Scherbewegungen
zuläßt.
2. Fußbett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckschicht (5) eine dem die Fußknochen umgebenden Gewebe gesunder Menschen
vergleichbare Weichheit hat.
3. Fußbett nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckschicht (5) über das gesamte Fußbett eine gleichmäßige Dicke von etwa
5 mm hat.
4. Fußbett nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckschicht (5) aus einem Polyäthylenschaum oder Neopren besteht.
5. Fußbett nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungsschicht (2) aus einem hochrückstellfähigen Kunststoffschaum besteht.