[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Heften von sich an Auflagen einer Fördereinrichtung
folgenden, rittlings übereinander abgelegten Druckbogen, die an einer Heftstrecke
durch in Bahnen über den Auflagen umlaufende und mit einer Umbiegevorrichtung zusammenwirkende
Heftköpfe durch Klammern aus einem endlosen Draht geheftet werden, sowie eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens zum Heften von auf in Abständen sich folgenden Auflagen
einer Fördereinrichtung rittlings übereinanderliegend gesammelten Druckbogen, die
wenigstens ein in Bahnen über den Auflagen umlaufendes, mit letzteren und einer Umbiegevorrichtung
zusammenwirkendes Heftkopfpaar aufweist, das jeweils durch eine einen zugeführten
Drahtabschnitt zu einer Klammer verformenden Biegevorrichtung und einem die Klammer
durch die gesammelten Druckbogen hindurchstossenden Treiber ausgebildet ist.
[0002] Eine solche Vorrichtung offenbart u.a. die CH - A - 667 621. Letztere weist einen
Sammelhefter auf, bei dem die Druckprodukte durch Anlegestationen auf den um eine
Drehachse symmetrisch angeordneten Sammelstrecken rittlings abgelegt und von Mitnehmern
entlang den Sammelstrecken einem Wirkbereich eines Heftapparates zugeführt werden.
Die Heftköpfe des Heftapparates sind den Sammelstrecken zugeteilt, sodass an jeder
mit Druckprodukten beschickten Sammelstrecke am Ende des Sammelbereichs geheftet werden
kann, wobei zur Durchführung des Heftvorganges u.a. Heftapparate verwendet werden,
bei denen die Heftköpfe gekoppelt mit den Sammelstrecken umlaufen und von stationären
Steuerkurven heftend betätigt werden oder bei denen die Heftköpfe über einen Teilbereich
des Umfanges der durch die Sammelstrecken gebildeten trommelförmigen Sammeleinrichtung
betätigbar angetrieben sind.
[0003] Alternativ zu diesen Ausführungsformen rotierender Heftköpfe vermittelt die CH -
A - 667 621 einen Heftapparat, bei dem die Drehachse der Heftköpfe beabstandet von
bzw. ausserhalb der trommelförmig angeordneten Sammelstrecken vorgesehen ist.
[0004] Ebenso die EP - A - 0 399 317.
[0005] Derartige Sammelhefter weisen zwar eine kompakte Bauweise auf, sie neigen jedoch
nicht zuletzt aufgrund der engen Bauart zu Störungen, die die Verarbeitung unterbrechen
und die Behebung des Arbeitsunterbruchs wegen einer mangelhaften Übersichtlichkeit
und Zugänglichkeit nur mit relativ hohem Zeitaufwand durchführen lassen.
[0006] Die vorliegende Erfindung will diese Mängel beheben und es wird mit ihr eine zuverlässige
Herstellung von gehefteten Druckprodukten mit hohen Qualitätsansprüchen angestrebt.
[0007] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der endlos zugeführte Draht
von einer Schneidvorrichtung an einem angetriebenen Verformungskörper zu Drahtabschnitten
aufbereitet und von letzterem unter Einwirkung einer formschlüssigen Verformung als
Klammer an den rotierenden Heftköpfen an diese übertragen wird.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zeichnet sich dadurch
aus, dass die gesteuert antreibbaren Heftköpfe in einer Führungsanordnung eines rotierend
angetriebenen Heftkopfträgers radial verschiebbar gelagert sind und dass die Biegevorrichtung
an dem den Drahtabschnitt übernehmenden Ende eine zum Eintauchen eines achsparallel
gelagerten Verformungskörpers vorgesehene Öffnung aufweist, die als Führung der Klammer
und des Treibers ausgebildet ist.
[0008] Diese Konstruktion gestattet es, die aus einem relativ dünnen Draht gebildete Klammer
bei hoher Produktionsleistung in einer schonenden Vorgehensweise aufzubereiten.
[0009] Weiterhin ist es möglich, diese konstuktive Voraussetzung in alternative Ausführungsformen
erfindungsgemäss auszugestalten.
[0010] Vorteilhaft sind die Biegevorrichtung und der Treiber mit stationären Steuerkurven
antriebsverbunden, wobei die hubähnliche Bewegung der Biegevorrichtung insbesonders
zur Erzielung einer mit den Auflagen der Fördereinrichtung gemeinsamen Heftstrecke
vorgesehen ist, während die Steuerkurve des Treibers, zu dessen hubartiger Bewegung
beim Heften benutzt wird.
[0011] Zweckmässigerweise ist die Biegevorrichtung durch die Führung für die Klammer und
den Treiber schlitz - resp. gabelförmig ausgebildet und an dem Heftkopfträger formschlüssig
geführt.
[0012] Zur Bildung einer Klammer eignet sich besonders ein kreisförmiger, scheibenartiger
Verformungskörper oder ein sternförmiger Rotor, der mit dem am Umfang gebildeten Rand
in die Öffnung der Biegevorrichtung eintaucht.
[0013] Besonders vorteilhaft erweist sich ein Verformungskörper, welcher am Umfang verteilt
Mitnehmer zur Übernahme der Drahtabschnitte aufweist, wodurch die Beschickungszuverlässigkeit
der Mitnehmer und die Übergabe der Drahtabschnitte an die Biegevorrichtung begünstigt
wird.
[0014] Um die Übergabe der Drahtabschnitte an die Biegevorrichtung sanft vornehmen zu können,
weisen die Heftköpfe und der Verformungskörper bzw. die Biegevorrichtung und der ihr
zugeordnete Mitnehmer im Annäherungsbereich wenigstens annähernd die gleiche Bewegungsrichtung
auf.
[0015] Eine weitere Verbesserung der für die Verformung bestimmten Lage der Drahtabschnitte
an den Mitnehmern kann durch in Drehrichtung offene Nuten zur Aufnahme der Drahtabschnitte
erreicht werden, wobei eine gewisse Lageungenauigkeit des Drahtabschnittes durch eine
V-förmige Ausbildung der Nute kompensiert werden kann.
[0016] Anstelle einer möglichen Magnetisierung des Nutenbodens, ist die Nute auf ihrer Länge
unterbrochen ausgebildet, sodass in den gebildeten Zwischenraum ein gesteuerter Zangenteil
den Drahtabschnitt festklemmened eingreifen kann.
[0017] Der Abstand zwischen zwei Nuten bzw. Mitnehmern am Umfang des Verformungskörpers
entspricht etwa der Länge wenigstens eines Taktes von der Übernahme des Drahtabschnittes
an einer Schneidvorrichtung für den Draht bis zu der Abgabestelle des Drahtabschnittes
an die Biegevorrichtung, d.h. dass Heftköpfe und Verformungskörper im Bereich ihrer
Annäherung etwa die gleiche Umgangsgeschwindigkeit aufweisen.
[0018] Um die Drahtabschnittsübernahme an der Schneidvorrichtung schonender vornehmen zu
können, ist vorzugsweise dem Verformungskörper ein auf die Mitnehmergeschwindigkeit
vor der Übernahme der Drahtabschnitte verzögernd einwirkender Schrittantrieb zugeschaltet,
der auch dafür sorgt, dass an der Abgabestelle der Klammer an die Biegevorrichtung
die Rotationsgeschwindigkeit ebenso reduziert wird, womit der Eingriff zwischen Biegevorrichtung
und Mitnehmer aufgelöst wird.
[0019] Ein Schrittantrieb gestattet es auch, den Verformungskörper nach der Übernahme des
Drahtabschnittes bis zur Übergabe an die Biegevorrichtung zu beschleunigen und die
Mitnehmer auf den übrigen Weg verlangsamt anzutreiben.
[0020] Damit die von Biegevorrichtung und Verformungskörper vorgeformte und in Führungsnuten
des Treibers an dessen Vorderseite verharrende Klammer nurmehr einen kurzen Weg bis
an die Heftstrecke zu durchlaufen hat, ist der Verformungskörper unterhalb einer durch
die Drehachse der Heftköpfe gelegten Horizontalebene angeordnet, d.h. die einem Heftkopfpaar
zugeordneten Verformungskörper weisen eine gemeinsame Drehachse auf.
[0021] Im Zusammenhang mit der Mehrfachheftung an einem Druckprodukt werden beispielsweise
vier Drähte zugeführt, wodurch im Hinblick auf Übersichtlichkeit und Zuverlässigkeit
es als vorteilhaft erscheint, wenn die den Heftkopfträgern jeweils zugeordneten Verformungskörper
an dem Umfang des gemeinsamen Rotationskreises verteilt angeordnet sind.
[0022] Zur Meidung unnötiger Toleranzen und Einstellarbeiten sind der/die Verformungskörper
mit den Heftköpfen antriebsverbunden.
[0023] Im Sinne einer einfachen Ausbildung und kompakten Bauweise im Zusammenhang mit der
Aufbereitung der Drahtabschnitte ist es besonders günstig, wenn die Nuten der Mitnehmer
des Verformungskörpers jeweils mit der Schneidstelle einer Schneidvorrichtung des
von einer Vorschubvorrichtung zugeführten Drahtes verbunden sind.
[0024] Anschliessend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erörtert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Anordnungsweise der erfindungsgemässen Vorrichtung
zum Heften von gesammelten Druckbogen,
- Fig. 2
- einen Schnitt nach der Linie II - II in Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine Draufsicht gemäss Pfeil III in Fig. 1.
[0025] Fig. 1 zeigt ausschnittweise eine Fördereinrichtung 1 an welcher in Abständen sich
quer zur Förderrichtung erstreckende Auflagen 2 zum Sammeln von Druckbogen 3 vorgesehen
sind. Die gesammelten Druckbogen werden von einem Beschickungsbereich (nicht ersichtlich)
aus mehreren Anlegestationen bestehend mittels Fördereinrichtung 1 in den Heftbereich
eines Heftapparates 4 transportiert. Dieser existiert aus mehreren auf kreisförmigen
Bahnen umlaufenden Heftköpfen 5, die jeweils verteilt am Umfang eines rotierend angetriebenen
Heftkopfträgers 6 befestigt sind, wobei im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Heftapparat
4 jeweils paarweise an einer Achse rotierende Heftkopfträger bzw. Heftköpfe aufweist,
die von einander achsial beabstandet und zur Herstellung einer zweifachen Heftung
vorgesehen sind.
Die Heftköpfe 5 wirken entlang einer Heftstrecke S, auf welcher der Heftvorgang durchgeführt
wird, mit ihnen zugeordneten Umbiegern 41 zusammen. Diese Umbieger befinden sich jeweils
unterhalb des Sattels der Auflagen und können mit diesen verbunden oder an einer separat
mitlaufenden Einrichtung befestigt sein.
Die Heftköpfe 5 wiederum weisen eine Biegevorrichtung 7 zur Verformung eines zugeführten
Drahtabschnittes 8 zu einer Klammer und einen Treiber 9 zum Durchstossen der Klammer
durch die übereinanderliegenden Falzkanten der Druckbogen 3 auf.
Hierzu sind die Heftköpfe 5 in einer an dem/den Heftträgern 6 vorgesehenen Führungsanordnung
10 radial hin und her verschiebbar gelagert, wobei die Biegevorrichtung 7 an dem den
Drahtabschnitt 8 übernehmenden Ende, welches den Umfang des Heftkopfträgers 6 übersteht,
eine zum Eintauchen eines achsparallel gelagerten Verformungskörpers 11 vorgesehene
Öffnung 12 besitzt. Diese Öffnung 12 ist sowohl als Führungs 13 für die vorgeformte
Klammer wie auch für den deren Rücken zugewendeten Treiber 9 weiter ausgebildet.
In Fig. 2 sind weitere Details der Ausgestaltung des Heftkopfes 5 gezeigt. Der Treiber
9 weist die Form einer langgestreckten Platte auf und ist seitlich in der Führung
13 gleitend abgestützt. Seine Betätigung erfolgt mittels eines in einer stationären
Steuerkurve 14 geführten Schwenkhebels 15 (siehe Fig. 1).
Die die Führung 13 des Treibers 9 bildende Biegevorrichtung 7 wird ebenfalls durch
eine stationäre Steuerkurve 16 radial hin und her bewegt, d.h. sie dient einerseits
dem Absenken gegen die Auflagen 2 zur Fixierung der Druckbogen 3 unmittelbar vor dem
Heften, wo jeder Heftkopf 5 bzw. die Biegevorrichtung 7 und die Auflagen 2 bzw. die
Umbieger gemeinsam eine Heftstrecke 5 bilden und andererseits kann durch ein Zurückversetzen
der Biegevorrichtung 7 beim Zusammentreffen mit dem Verformungskörper 11 ein günstigerer
Eingriffs- bzw. Eintauchwinkel erreicht werden.
[0026] Eine Heftstrecke S kann entlang dem Rotationskreis sowohl bei zurückgezogenem Heftkopf
5 als auch bei einem über den Rotationskreis hinausgehobenen Heftkopf 5 erzeugt werden.
Die besondere Ausbildung der Heftstrecke S ist jedoch nicht Gegenstand dieser Erfindung.
Wie schon erklärt, ist die gabelförmige Biegevorrichtung 7 an dem rotierenden Heftkopfträger
6 formschlüssig geführt und durch eine in einem festen Schild 18 angeordnete Steuerkurve
16 oszillierend angetrieben.
[0027] Der Drahtabschnitt 8 wird von dem Verformungskörper 11 in der erforderlichen Länge
aus der dargestellten Position an die Biegevorichtung 7 übertragen und gleichzeitig
zu einer C-förmigen Klammer 19 vorgeformt, d.h. eine kreisförmige Scheibe oder ein
sternförmiger Rotor durchlaufen mit dem Rand am Umgang die durch die Öffnung 12 gebildete
Führung 13 in der Biegevorrichtung 7.
Zu diesem Zweck ist der Verformungskörper 11 am Umfang verteilt mit Mitnehmern 20
ausgebildet, welche den beidseits über den Verformungskörper 11 vorstehenden Drahtabschnitt
8 von einer Schneideinrichtung 21 übernehmen.
An der Eintauchstelle in die Biegevorrichtung 7 weisen letzere und der den Drahtabschnitt
8 führende Mitnehmer 20 zumindest annähernd die gleiche Umfangsgeschwindigkeit auf,
sodass der Drahtabschnitt 8 über die Öffnung 12 der Biegevorrichtung 7 zu einer Klammer
19 verformt wird. Bei diesem Vorgang gelangt die Klammer 19 mit dem Rücken gegen die
Frontkante des Treibers 9 gerichtet in die Führung, in welcher sich der Treiber anschliessend,
d.h. wenn der Mitnehmer 20 die Führung 13 verlassen hat, an den Klammerrücken anlegt.
[0028] Zur Begünstigung der Erfassung der Drahtabschnitte 8 an der Schneideinrichtung 21
durch die Mitnehmer 20 sind diese durch in Bewegungs- bzw. Drehrichtung offene Nuten
22 ausgebildet, wobei durch eine zunehmende Verengung der Nut 22 eine genauere Positionierung
des Drahtabschnittes 8 am Mitnehmer 20 erreicht und somit das Abstimmen mit der Öffnung
12 der Biegevorrichtung 7 vereinfacht werden kann.
[0029] Als Halterung der Drahtabschnitte 8 ist ein Zangenteil 23 vorgesehen, der schwenkbar
an dem Verformungskörper 11 gelagert und an dem einen Ende mit einer Steuerbahn 24
verbunden ist, wogegen das andere Ende in den durch einen Unterbruch der Nuten in
Längsrichtung entstehenden Zwischenraum zum Festklemmen der Drahtabschnitte einschwenkbar
ist.
[0030] Der Abstand zwischen zwei Mitnehmern 20 bzw. Nuten 22 am Umfang des Verformungskörpers
11 entspricht der Länge eines Zeitabschnittes von der Übernahme des Drahtabschnittes
8 an der Schneideinrichtung 21 bis zu dessen Abgabe an der Biegevorrichtung 7, d.h.
die Drahtabschnitte 8 können bspw. auch in einem oder mehreren Taktabständen verschoben
dem einen Verformungskörper 11 zugeführt werden.
[0031] Ein in Fig. 3 gezeigter Schrittantrieb 25 sitzt auf der Welle 26 des Verformungskörpers
11 und sorgt für eine kurzfristige Minderung oder Erhöhung der Geschwindigkeit der
Mitnehmer 20 vor resp. nach der Übernahme der Drahtabschnitte 8 und für die Trennung
der Mitnehmer 20 von der Biegevorrichtung 7 nach der Übergabe der Drahtabschnitte
8 an den Heftkopf 5 bzw. der Biegevorrichtung 7 wie beschrieben.
[0032] Der Antrieb der Verformungskörper 11 erfolgt von dem Heftkopfträger 6 aus über Zahnrad
27 auf das an der Welle 26 frei drehbar gelagerte Ritzel 28. An diesem Ritzel 28 ist
auf der dem einen Verformungskörper 11 zugewendeten Seite ein Antriebszahnsegment
29 schwenkbar gelagert und weist eine an einer Steuerkulisse (nicht sichtbar) anliegende
Steuerrolle 30 auf. Überdies greift das von der Steuerrolle 30 betätigte Antriebszahnsegment
29 in ein Zahnsegment 31 ein, das durch einen Keil mit der Welle 26 verbunden ist.
Es liegt also eine starre Antriebsverbindung zwischen dem/den an den Heftkopfträgern
6 befestigten Heftköpfen 5 und dem/den Verformungskörpern 11 vor, die jeweils durch
Einwirkung der Steuerkulisse auf die Steuerrolle 30 bezüglich Geschwindigkeit beeinflusst
werden, d.h. die Steuerkulisse bewirkt kurzfristig eine Geschwindigkeitsverzögerung
oder -beschleunigung der Verformungskörper 11 bzw. Mitnehmer 20.
[0033] Durch eine besondere Ausgestaltung der Mitnehmer 20 oder durch eine Schwenkbewegung
der Biegevorrichtung 7 kann auf den Schrittantrieb 25 verzichtet werden.
[0034] Gemäss Fig. 1 ist wenigstens einer der den paarweise auf zwei Heftkopfträgern 6 verteilt
befestigten Heftköpfen 5 zugeordneten Verformungskörper 11 unterhalb einer durch die
Drehachse der Heftköpfe 5 bzw. des Heftkopfträgers 6 gelegten Horizontalebene angeordnet,
d.h. übersteigt die Anzahl der Heftung am Rücken eines Produktes zwei, dann könnte
es zweckmässig sein, dass die Verformungskörper 11 am gemeinsamen Umfang der Rotationskreise
17 der Heftkopfträger 6 verteilt angeordnet werden, um bei der Drahtzuführung über
einen grösseren nutzbaren Raum verfügen zu können.
[0035] Gemäss Fig. 3 besteht die Schneideinrichtung 21 aus zwei Schneidorgangen 34, denen
jeweils ein Draht 35 zugewiesen ist, der von einer vorgeschalteten Vorschubvorrichtung
32 gefördert wird. Über eine Rollenführung wird der Draht 35 durch eine düsenartige
Drahtdurchführung 33 an die Schnittstelle geführt, die durch die Austrittsöffnung
der Drahtdurchführung 33 und das scheibenartige Messer 36 gebildet wird.
Der Antrieb des/der Messer 35 ist auf die Verformungskörper 11 bzw. die Mitnehmer
20 bzw. Nuten 22 abgestimmt, d.h. der periodisch aus der Drahtdurchführung 33 herausgeschobene
und zur Verformung zu einer Klammer bestimmte Draht 35 wird zumindest annähernd gleichzeitig
von den Mitnehmern 20 übernommen und zu einem Drahtabschnitt 8 geschnitten. Die Länge
der Drahtabschnitte 8 wird durch einen auf die Schneidorgane 34 gleichmässig einwirkenden
Spindelantrieb 37 bestimmt, wobei ein Motor 38 auf eine mit Links- und Rechtsgewinde
ausgestattete, mit den Schneidorgangen 34 antriebsverbundene Spindel 39 einwirkt.
Selbstverständlich ist es möglich, die Schneidorgange 34 so anzuordnen, dass sowohl
einheitlich Rechts- oder Linksgewinde an der Spindel 39 verwendet werden können.
1. Verfahren zum Heften von sich an Auflagen einer Fördereinrichtung folgenden, rittlings
übereinander abgelegten Druckbogen, die an einer Heftstrecke durch in Bahnen über
den Auflagen umlaufende und mit einer Umbiegevorrichtung zusammenwirkende Heftköpfe
durch Klammern aus einem endlosen Draht geheftet werden, dadurch gekennzeichnet, dass
der endlos zugeführte Draht von einer Schneidvorrichtung an einem angetriebenen Verformungskörper
zu Drahtabschnitten aufbereitet und von letzterem unter Einwirkung einer formschlüssigen
Verformung als Klammer an den rotierenden Heftköpfen an diese übertragen wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum Heften von auf in Abständen sich folgenden
sattelförmigen Auflagen einer Fördereinrichtung rittlings übereinanderliegend gesammelten
Druckbogen, die wenigstens ein in Bahnen über den Auflagen umlaufendes, mit letzteren
und einer Umbiegevorrichtung zusammenwirkendes Heftkopfpaar aufweist, das jeweils
durch eine einen zugeführten Drahtabschnitt zu einer Klammer verformenden Biegevorrichtung
und einem die Klammer durch die gesammelten Druckbogen hindurchstossenenden Treiber
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die gesteuert antreibbaren Heftköpfe
(5) in einer Führungsanordnung (10) eines rotierend angetriebenen Heftkopfträgers
(6) radial verschiebbar gelagert sind und dass die Biegevorrichtung (7) an dem den
Drahtabschnitt (8) übernehmenden Ende eine zum Eintauchen eines achsparallel gelagerten
Verformungskörpers (11) vorgesehene Öffnung (12) aufweist, die als Führung (13) der
Klammer (19) und des Treibers (9) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegevorrichtung (7)
und der Treiber (9) mit stationären Steuerkurven (14, 16) antriebsverbunden sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegevorrichtung (7)
durch die Führung (13) der Klammer (19) und des Treibers (9) schlitz- resp. gabelförmig
ausgebildet und an dem Heftkopfträger (6) formschlüssig geführt angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungskörper
(11) als kreisförmige Scheibe oder sternförmiger Rotor mit dem Rand am Umfang in die
Öffnung (12) der Biegevorrichtung (7) eintauchend ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heftköpfe (5) und der
Verformungskörper (11) im Bereich ihrer Annäherung etwa die gleiche Bewegungsrichtung
und Geschwindigkeit aufweisen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungskörper (11)
an dem Umfang sektoriell verteilte Mitnehmer (20) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (20) durch
in Drehrichtung offene Nuten (22) zur Übernahme der Drahtabschnitte (8) ausgebildet
sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen zwei
Mitnehmern (20) bzw. Nuten (22) am Umfang des Verformungskörpers (11) der Länge eines
Zeitabschnittes resp. wenigstens eines Taktes von der Übernahme eines Drahtabschnittes
(8) bis zu dessen Abgabe an der Biegevorrichtung (7) entspricht.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (22) in ihrer
Längserstreckung unterbrochen und der gebildete Zwischenraum (40) zum Einschwenken
eines die Drahtabschnitte (8) festhaltenden gesteuerten Zangenteils (23) vorgesehen
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem Verformungskörper (11)
ein auf die Mitnehmergeschwindigkeit vor oder nach der Übernahme der Drahtabschnitte
(8) verzögernd bzw. beschleunigend einwirkender Schrittantrieb (25) zugeschaltet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schrittantrieb (25)
ein an der Welle (26) drehbar lagerndes Antriebsrad (28) aufweist, an welchem seitlich
angeordnet ein achsparallel schwenkbar gesteuertes und mit einem auf der Welle (26)
festsitzenden Zahnsegment (31) kämmendes Antriebssegment (29) gelagert ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebszahnsegment
(29) durch einen mit einer die Welle (26) umgebenden Steuerbahn (42) verbundenen Steuernocken
oder -rolle (30) ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der den
paarweise auf zwei Heftkopfträgern (6) verteilt befestigten Heftköpfen (5) zugeordneten
Verformungskörper (11) unterhalb einer durch die Drehachse der Heftköpfe (5) gelegten
Horizontalebene angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die den Heftkopfträgern
(6) jeweils zugeordneten Verformungskörper (11) an dem Umfang des gemeinsamen Rotationskreises
(17) verteilt angeordnet sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verformungskörper (11)
mit dem Heftkopfträger (6) antriebsverbunden ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (22) der Mitnehmer
jeweils mit einer Schneidvorrichtung (21) des zugeführten Drahtes (35) förderwirksam
verbunden sind.