Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Feuerungsanlage gemäss Oberbegriff des Anspruchs
1. Sie betrifft auch ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Anlage.
Stand der Technik
[0002] Gemäss Luftreinhalte-Verordnung muss beim Betrieb einer Feuerungsanlage nicht nur
im ordentlich Lastbetrieb, sondern auch während der ganzen Startphase sicher gestellt
werden, dass die maximal vorgeschriebenen Emissionswerte der aus der Verbrennung entstehenden
Schadstoffe nicht überschritten werden. Es ist zu diesem Zweck bekannt geworden, der
Frischluft einen Anteil Rauchgase beizumischen, d.h. eine Rauchgasrezirkulation zu
betreiben. Insbesondere bei der Startphase muss, um überhaupt eine Zündung des Gemisches
zu gewährleisten, danach getrachtet werden, die Rezirkulationsrate möglichst klein
zu halten. Später darf die Rezirkulationsrate angemessen erhöht werden. Die notwendige
Rezirkulationsrate lässt sich durch entsprechende Massnahmen einstellen. Aus der Erkenntnis
heraus, dass eine kleine Rauchgasrezirkulation niemals die minimal mögliche Schadstoff-Emissionswerte
mit sich bringt, wobei eine mangelhafte Zumischung diesen Effekt noch verstärkt. Umgekehrt
lässt sich das Problem auch nicht umgehen, indem bewusst mit einer höheren Rezikulationsrate
operiert wird, denn während des transienten Betriebes würde dies unweigerlich die
Gefahr mit sich bringen, dass Zündung und Flammenstabilität in Mitleidenschaft gezogen
werden könnten.
Aus EP-A1-0 436 113 ist eine Feuerungsanlage bekanntgeworden, welche über ein Gebläse
verfügt, das ausserhalb der Umhüllung der Feuerungsanlage wirkt und welches Frischluft
ansaugt und mit einem bestimmten Anteil aus dem Brennraum angesaugter Rauchgase vermischt.
Das daraus entstandene Frischluft/Rauchgas-Gemisch durchströmt auf seinem Weg zum
Brennraum einen ersten Wärmetauscher, dessen kalorische Aufbereitung durch die zugeführten
Rauchgase zustandekommt. Im Brennraum selbst durchströmt dieses Gemisch einen dort
plazierten Wärmetauscher. Bevor dieses Gemisch einem Brenner als Verbrennungsluft
zugeführt wird, erfährt es über einen Haupt-Jet-Injektor eine weitere Beimischung
von Rauchgasen. Diese Rauchgas-Zumischungstechnik setzt eine verhältnismässig lange
weitere gemischbildende Strecke stromauf des Eintritts in den Innenraum des Brenners
voraus, wobei eine zentrale Ansaugung von Rauchgasen immer zu einer Forminstabilität
führen kann.
Darstellung der Erfindung
[0003] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Feuerungsanlage der eingangs
genannten Art die Rauchgasrezirkulationsrate in Bezug auf die Minimierung der Schadstoff-Emissionen
während des ganzen Betriebs der Feuerungsanlage so zu gestalten, dass eine Maximierung
betreffend Homogenität des Frischluft/Rauchgas-Gemisches unter gleichzeitiger Minimierung
der Länge der gemischbildenden Strecke erzielt werden kann.
[0004] Der wesentliche Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass trotz Maximierung
der Rauchgasrezirkulationsrate in jeder Phase des Betriebes der Feuerungsanlage, welche
für eine Minimierung der Schadstoff-Emissionen unterhalb der gesetzlichen Vorschriften
verantwortlich ist, keine negativen Einflüsse auf die Flamme entstehen.
[0005] Dies lässt sich erreichen, indem die Feuerungsanlage so ausgebildet und mit Mitteln
versehen wird, welche eine passive Rauchgasrezirkulation auszulösen vermögen. Die
Feuerungsanlage ist so ausgebildet, dass die Rauchgase selbsttätig direkt in den Einflussbereich
der Saugwirkung der einströmenden Frischluft kommen, und sich dort mit dieser zu einem
Verbrennungsluftgemisch zu vereinigen. Die Mittel bestehen darin, dass die Einführung
der Frischluft über eine möglichst grosse Anzahl von Jet-Injektoren geschieht. Die
einzelnen Injektoren sind zunächst aussserhalb des eigentlichen Brenners plaziert,
sie saugen jeweils eine ganz bestimmte Rauchgasmenge an, dergestalt, dass die Bildung
der aus Frischluft und Rauchgase bestehenden Verbrennungsluft durch die Aufteilung
in möglichst viele Teilströme einen optimalen Mischungsgrad aufweist. Dies führt unweigerlich
dazu, dass die Mischungsfläche zwischen Injektor- und Ansaugsfläche maximiert werden
kann, mit der Wirkung, dass je grösser diese Flächen sind, um so grösser die Rauchgasrezirkulationsrate
ausfällt, was einerseits zu einer besseren Verdampfung des Brennstoffes und andererseits
zur Kühlung der Flamme führt.
[0006] Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass die obenbeschriebene
Aufteilung zu einer unmittelbaren und besseren Gemischbildung bei minimierter Mischstrecke
führt, was sich positiv auf die Dimensionierung des Brenners auswirkt.
[0007] Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass die Injektoren
von ihrer Grösse und Ort her gezielt disponiert werden können, beispielsweise um den
finalen Zweck gerecht zu werden, bei Teillast relativ mehr zu rezirkulieren, oder
bei Vollast die Aerodynamik des Brenners nicht negativ zu beeinflussen.
[0008] Vorteilhafte und zweckmässige Weiterbildungen der erfindungsgemässen Aufgabenlösung
sind in den weiteren Ansprüchen gekennzeichnet.
[0009] Im folgenden werden anhand der Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen
Elemente sind fortgelassen. In den verschiedenen Figuren sind gleiche Elemente resp.
Abläufe mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Strömungsrichtung der verschiedenen
Medien ist mit Pfeilen angegeben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0010] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Feuerungsanlage,
- Fig. 2
- einen Brenner für den Betrieb der Feuerungsanlage in perspektivischer Darstellung
entsprechend aufgeschnitten und
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Ebene III-III von Fig. 2, in schematischer vereinfachter Darstellung.
Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwertbarkeit
[0011] Fig. 1 zeigt in eine schematische Darstellung eine Feuerungsanlage 100, welche im
wesentlichen aus einem in sich abgeschlossenen Brennraum 11 besteht, der seinerseits
mit mindestens einem Brenner 200 bestückt ist. Beim gezeigten Brenner 200 handelt
es sich um einen Vormischbrenner, dessen Betrieb mit einer Rauchgasrezirkulation ergänzt
ist. Die Verbrennungsluftströme 15, 16, welche in den Innenraum 14 des Vormischbrenners
200 strömen und sich dort mit dem eingedüsten Brennstoff 12 vermischen, wobei auf
diese Vermischung weiter unten noch näher eingegangen wird, besteht aus Frischluft
19 und aus einem Anteil Rauchgase 20, welche aus dem Brennraum 11 rückströmen. Diese
Rückströmung der Rauchgase 20 ist eine passive Rauchgasrezirkulation, welche durch
zwei entscheidende Vorkehrungen ausgelöst wird. Im Betrieb ist es so, dass der Vormischbrenner
200 grundsätzlich mit Rauchgasen 20 umgeben ist. Zum zweiten wird der Vormischbrenner
200 mit einer möglichst grossen Anzahl einzelner Zuführungen von Frischluft 19 bestückt,
welche regelmässig und integral alle vorgesehenen Oeffnungen zum Innenraum 14 des
Vormischbrenners 200 abdecken. Schematisch sind die Oeffnungen zum Innenraum 14 sowohl
radial als auch axial durch die Pfeile 19 versinnbildlicht, wobei noch zu vermerken
ist, dass es sich bei der radialen Verbrennungsluftzuführung beim ersichtlichen Vormischbrenner
200 um eine tangentiale Strömung handelt, wobei mehr darüber unter Fig. 2 und 3 gesagt
wird. Die einzelnen Zuführungen mit Frischluft 19 sind durchwegs durch Jet-Injektoren
300 ergänzt, welche jene Saugkraft entfalten, die eine passive Rauchgasrezirkulation
auszulösen vermag, d.h. die benötigte Rauchgasrezirkulationsrate wird durch die Saugwirkung
der einströmenden Frischluft 19, ohne weitere fremde Hilfe eingestellt. Auf die Vorteile
einer solchen Konfiguration wird weiter unten näher eingegangen. Was die Konfiguration
der Jet- Injektoren betrifft wird auf Fig. 3 verwiesen.
[0012] Um den Aufbau des Vormischbrenners 200 besser zu verstehen, sollten die Fig. 2 und
3 gleichzeitig konsultiert werden. Des weiteren, um Fig. 2 nicht unnötig unübersichtlich
zu gestalten, sind darin die nach Fig. 3 gezeigten Jet-Injektoren sowie die Mischstrecken
bis zum Innenraum des Vormischbrenners nicht zeichnerisch erfasst worden. Der Vormischbrenner
200 nach Fig. 2 besteht aus zwei halben hohlen kegeligen Teilkörpern 1, 2, die versetzt
zueinander aufeinander liegen. Selbstverständlich ist die zur Bildung des Vormischbrenners
200 benötigte Anzahl an kegeligen Teilkörpern nicht auf zwei beschränkt. Die Kegelform
der gezeigten Teilkörper 1, 2 weist in Strömungsrichtung einen bestimmten festen Winkel
auf. Selbstverständlich können die Teilkörper 1, 2 in Strömungsrichtung eine andere
Oeffnungkonfiguration aufweisen, beispielsweise eine regelmässig oder unregelmässig
zunehmende Kegelneigung, welche bildlich etwa zu einer Trompetenform führt, oder eine
regelmässig oder unregelmässig abnehmende Kegelneigung, welche bildlich in etwa zu
einer Tulpenform führt. Die beiden letztgenannten Formen sind zeichnerisch nicht erfasst,
da sie ohne weiteres nachzuempfinden sind. Welche Form schlussendlich gewählt wird,
hängt von den verschiedenen Parametern der jeweiligen Verbrennung ab. Die Versetzung
der jeweiligen Mittelachse 1b, 2b der kegeligen Teilkörper 1, 2 zueinander schafft
auf beiden Seiten in achsensymmetrischer Anordnung jeweils einen tangentialen Lufteintrittsschlitz
21, 22 (Fig. 3) und einen axialen Einströmungsquerschnitt 18 frei, durch welche die
aus einem Frischluft/Rauchgas-Gemisch bestehende Verbrennungsluft 15, 16 in den Innenraum
14 des Vormischbrenners 200 strömt. Die beiden kegeligen Teilkörper 1, 2 haben je
einen zylindrischen Anfangsteil 1a, 2a, die ebenfalls analog zu den Teilkörpern 1,
2 versetzt zueinander verlaufen, so dass die tangentialen Lufteintrittsschlitze 21,
22 über die ganze Länge des Vormischbrenners 200 vorhanden sind. Selbstverständlich
kann der Vormischbrenner 200 rein kegelig, also ohne zylindrische Anfangsteile 1a,
2a ausgebildet sein. In diesem zylindrischen Anfangsteil 1a, 2a, der sich beispielsweise
besonders gut als Sitz für die Verankerung des ganzen Vormischbrenners 200 eignet,
ist mindestens eine Brennstoffdüse 3 untergebracht. Danebst sind dort auch eine Anzahl
Jet-Injektoren untergebracht, welche die axial herangeführte und ebenfalls aus Frischluft
und Rauchgas zusammengesetzte Verbrennungsluft 16 bereitstellen. Für die Ausgestaltung
dieser Jet-Injektoren 300 wird auf die Fig. 3 verwiesen. Beide Teilkörper 1, 2 weisen
nach Bedarf je eine in axialer Richtung sich erstreckende Brennstoffleitung 8, 9 auf,
welche mit einer Anzahl Düsen 17 versehen sind. Durch diese Leitungen wird vorzugsweise
ein gasförmiger Brennstoff 13 geleitet, der durch die genannten Düsen 17 im Bereich
der tangentialen Lufteintrittsschlitze 21, 22 (Vgl. Fig. 3) der dort durchströmenden
Verbrennungsluft 15 beigegeben wird. Der Vormischbrenner 200 kann allein mit der Brennstoffzuführung
über die Düse 3, oder über die Düsen 17 betrieben werden. Selbstverständlich ist ein
Mischbetrieb über beiden Düse 3, 17 möglich, insbesondere dann, wenn über die einzelnen
Düsen verschiedene Brennstoffe zugeführt werden. Brennraumseitig 11 weist der Vormischbrenner
200 eine kragenförmige Platte 10 auf, welche eine Anzahl Bohrungen 10a aufweist, durch
welche Verdünnungs- oder Kühlluft dem vorderen Teil des Vormischbrenners 200 zugeführt
wird. Wird über die Düse 3 ein flüssiger Brennstoff 12 zugeführt, so wird dieser in
einem spitzen Winkel in den Innenraum 14 des Vormischbrenners 200 eingedüst, dergestalt,
dass sich bis zur Brenneraustrittsebene ein möglichst homogenes kegeliges Spraybild
5 einstellt. Bei der Brennstoffeindüsung 4 kann es sich um eine luftunterstützte Düse
oder um eine Düse handelt, welche nach einem Druckzerstäubungsprinzip arbeitet. Das
kegelige Spraybild 5 wird, entsprechend der Anzahl der Lufteintrittschlitze 21, 22,
von tangential einströmenden Verbrennungsluftströmen 15 und von der axial herangeführten
weiteren Verbrennungsluft 16 umschlossen. In Strömungsrichtung des Vormischbrenners
200 wird die Konzentration des eingedüsten Brennstoffes 12 fortlaufend durch die genannten
Verbrennungsluftströme 15, 16 abgebaut. Wird ein gasförmiger Brennstoff 13 eingebracht,
beginnt die Gemischbildung mit der Verbrennungsluft 15 bereits im Bereich der Lufteintrittsschlitze
21, 22. Beim Einsatz eines flüssigen Brennstoffes 12 wird im Bereich des Wirbelaufplatzens,
also im Bereich der Rückströmzone 6 am Ende des Vormischbrenners 200, die optimale,
homogene Brennstoffkonzentration über den Querschnitt erreicht. Die Zündung des Brennstoff/Verbrennungsluft-Gemisches
beginnt an der Spitze der Rückströmzone 6. Erst an dieser Stelle kann eine stabile
Flammenfront 7 entstehen. Ein Rückschlag der Flamme ins Innere der Vormischbrenners
200, wie dies bei bekannten Vormischstrecken stets zu befürchten ist, wogegen dort
mit komplizierten Flammenhaltern Abhilfe versucht wird, ist hier nicht zu befürchten.
Ist die Verbrennungsluft 15, 16 allenfalls vorgewärmt, so stellt sich eine beschleunigte
ganzheitliche Verdampfung des flüssigen Brennstoffes 12 ein, bevor der Punkt am Ausgang
des Vormischbrenners 200 erreicht ist, an welchem die Zündung des Gemisches stattfinden
kann. Auf die Möglichkeit der Rauchgasrezirkulation, welche nicht nur eine kalorische
Komponente beinhaltet, wurde bereits unter Fig. 1 näher eingegangen. Der Grad der
Verdampfung ist von der Grösse des Vormischbrenners 200, der Tropfengrösse des Brennstoffes
12 und der Temperatur der Verbrennungsluftströme 15, 16 abhängig. Die Minimierung
der Schadstoff-Emissionen hängt ursächlich von der Rauchgasrezirkulation ab, welche
bewirkt, dass eine vollständige Verdampfung des Brennstoffes vor Eintritt in die Verbrennungszone
stattfinden kann. Bei der Gestaltung der kegeligen Teilkörper 1, 2 hinsichtlich Kegelneigung
und Breite der tangentialen Lufteintrittsschlitze 21, 22 sind enge Grenzen einzuhalten,
damit sich das gewünschte Strömungsfeld der Verbrennungsluft mit ihrer Rückströmzone
6 im Bereich der Mündung des Vormischbrenners 200 zur Flammenstabilisierung einstellt.
Allgemein ist zu sagen, dass eine Verkleinerung der Lufteintrittsschlitze 21, 22 die
Rückströmzone 6 weiter stromaufwärts verschiebt, wodurch dann allerdings das Gemisch
früher zur Zündung kommt. Immerhin ist hier zu sagen, dass die einmal örtlich fixierte
Rückströmzone 6 an sich positionsstabil ist, denn die Drallzahl nimmt in Strömungsrichtung
im Bereich der Kegelform des Vormischbrenners 200 zu. Die Axialgeschwindigkeit des
Gemisches lässt sich des weiteren durch die bereits genannte axiale Zuführung von
Verbrennungsluft 16 beeinflussen. Die Konstruktion des Vormischbrenners 200 eignet
sich, bei vorgegebener, nicht zu überschreitender Baulänge des Vormischbrenners 200,
vorzüglich, die Spaltbreite der tangentialen Lufteintrittsschlitze 21, 22 zu verändern,
indem die Teilkegelkörper 1, 2 zu- oder auseinander verschoben werden können, wodurch
sich der Abstand der beiden Mittelachsen 1b, 2b, als Folge davon, verkleinert resp.
vergrössert, wie dies aus Fig. 3 gut ableitbar ist. Es ist ohne weiteres auch möglich,
die kegeligen Teilkörper 1, 2 durch eine drehende Bewegung ineinander zu verschieben.
Somit ist es möglich, bei entsprechender Vorkehrung, die Form und die Grösse der tangentialen
Lufteintrittsschlitze 21, 22 während des Betriebes zu variieren, womit, ohne Veränderung
der Baulänge, der gleiche Vormischbrenner 200 eine breite Funktionalität abdecken
kann.
[0013] Fig. 3 ist ein Schnitt etwa in der Mitte des Vormischbrenners 200, gemäss Schnittebene
III-III aus Fig. 2. Die spiegelbildlich tangential angeordneten Einlaufkanäle 25,
26 erfüllen die Funktion einer Mischstrecke, in welchen die endgültige Gemischbildung
zwischen Frischluft 19 und rückgeführtem Rauchgas 20 perfektioniert wird. Die Verbrennungsluft
15 wird in einem Jet-Injektorsystem 300 aufbereitet; die axial herangeführte Luft
wird ebenfalls in einem Jet-System aufbereitet. Stromauf jedes Einlaufkanals 25, 26,
der als tangentiale Einströmung in den Innenraum des Vormischbrenners 200 dient, wird
die Frischluft 19 auf der ganzen Länge dieses Vormischbrenners gleichmässig über eine
axiale Rinne 27, 28 verteilt, was in Fig. 1 durch die Anzahl Pfeile versinnbildlich
ist. In Strömungsrichtung zur tangentialen Eintrittsschlitze 21, 22 ist diese Rinne
27, 28 durch eine perforierte Platte 23, 24 abgeschlossen. Die Perforierungen erfüllen
die Funktion einzelner Injektordüsen 29a, 29b, welche eine Saugwirkung gegenüber dem
umliegenden Rauchgas 20 ausüben, dergestalt, dass jede Injektordüse 29a, 29b jeweils
nur einen bestimmten Anteil an Rauchgas 20 ansaugt, worauf über die ganze axiale Länge
der perforierten Platte 27, 28 eine gleichmässige Rauchgas-Zumischung stattfindet.
Diese Konfiguration bewirkt, dass bereits am Berührungsort der beiden Medien, also
der Frischluft 19 und des Rauchgases 20, eine innige Vermischung stattfindet, so dass
die Strömungslänge der Einlaufkanäle 25, 26 für die Gemischbildung minimiert werden
kann. Danebst zeichnet sich die hiesige Jet-Injektor-Konfiguration 300 dadurch aus,
dass die Geometrie des Vormischbrenners 200, insbesondere was die Form und Grösse
der tangentialen Lufteintrittssschlitze 21, 22 betrifft, formstabil bleibt, d.h. durch
die gleichmässig dosierte Verteilung der an sich heissen Rauchgase 20 entlang der
ganzen axialen Länge des Vormischbrenners 200 entstehen keine wärmebedingten Verwerfungen.
Die gleiche Jet-Injektor-Konfiguration, wie die soeben hier beschriebene, gilt auch
für die axiale Frischluft/Rauchgas-Gemischbildung. Der Eintrömungsquerschitt 18 ist
hier ebenfalls mit einer Anzahl Injektordüsen 29c abgedeckt, welche nach dem gleichen
Prinzip wie die Injektordüsen 29a, 29b funktionieren, was versinnbildlicht auch aus
Fig. 1 hervorgeht. Demnach sind sämtliche Einströmungsöffnungen der Frischluft 19
vor deren Gemischbildung mit Rauchgas 20 in Strömungsrichtung zum Innenraum des Vormischbrenners
200 mit einen dichten Netz von Injektordüsen 29a, 29b, 29c versehen, welche den Grad
des Frischluft/Rauchgas-Gemisches bestimmen.
Bezeichnungsliste
[0014]
- 1, 2
- Kegeliger Teilkörper
- 1a, 2a
- Anfangsteil des kegeligen Teilkörpers
- 1b, 2b
- Mittelachse des kegeligen Teilkörpers
- 3
- Brennstoffdüse
- 4
- Brennstoffeindüsung
- 5
- Kegeliges Spraybild
- 6
- Rückströmzone
- 7
- Flammenfront
- 8, 9
- Brennstoffleitungen
- 10
- Platte
- 10a
- Bohrungen
- 11
- Brennraum
- 12
- Brennstoff
- 13
- Brennstoff
- 14
- Innenraum des Brenners
- 15, 16
- Verbrennungsluft
- 17
- Brennstoffdüse
- 18
- Axiale Einströmung, Querschnitt des Brenners
- 19
- Frischluft
- 20
- Rauchgas
- 21, 22
- Tangentiale Lufteintrittsschlitze
- 23, 24
- Lochplatte
- 25, 26
- Einlauf
- 27, 28
- Rinne
- 29a-c
- Injektordüsen
- 100
- Feuerungsanlage
- 200
- Vormischbrenner
- 300
- Jet-Injektor
1. Feuerungsanlage, im wesentlichen bestehend aus einem Brennraum, einem Vormischbrenner
und Mittel zur Bildung einer aus Frischluft und Rauchgas bestehenden Verbrennungsluft,
wobei der Vormischbrenner in Strömungsrichtung aus mindestens zwei aufeinander positionierten
hohlen Teilkörper besteht, deren Mittelachsen in Längsrichtung der Teilkörper zueinander
versetzt verlaufen, dass dadurch ein axialer Einströmungsquerschnitt und tangentiale
Eintrittsschlitze für die Zuführung der Verbrennungsluft in den Innenraum des Vormischbrenners
entstehen, und wobei der Vormischbrenner mit mindestens einer Brennstoffdüse betreibbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Bildung der Verbrennungsluft (15,
16) aus einzelnen Injektordüsen (29a, 29b, 29c) bestehen, dass die Injektordüsen (29a,
29b, 29c) im Bereich des axialen Einströmungsquerschnittes (18) und in Strömungsrichtung
der Verbrennungsluft (15) stromauf der tangentialen Eintrittsschlitze (21, 22) plaziert
sind, und dass die Injektordüsen (29a, 29b, 29c) die ganze der Frischluft (19) zugeordnete
Einströmungsfläche abdecken.
2. Feuerungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vormischbrenner
(200) mit mindestens einer kopfseitig plazierten Brennstoffdüse (3) und/oder mit einer
Anzahl von im Bereich der tangentialen Eintrittsschlitze (21, 22) angeordneten Brennstoffdüsen
(17) versehen ist.
3. Feuerungsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Brennstoffdüse
(3) ein flüssiger Brennstoff (12) und durch die Brennstoffdüsen (17) ein gasförmiger
Brennstoff (13) zuführbar ist.
4. Feuerungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkörper (1, 2)
in Strömungsrichtung einen gleichmässig zunehmenden Strömungsquerschnitt aufweisen.
5. Feuerungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkörper (1, 2)
in Strömungsrichtung einen ungleichmässig zunehmenden Strömungsquerschnitt aufweisen.
6. Feuerungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkörper (1, 2)
in Strömungsrichtung einen abnehmenden Strömungsquerschnitt aufweisen.
7. Verfahren zum Betrieb einer Feuerungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Rauchgase (20) zur Bildung der Verbrennungsluft (15, 16) von der Saugwirkung
der frischluftdurchströmten Injektordüsen (29a, 29b, 29c) direkt aus dem Brennraum
(11) der Feuerungsanlage angesaugt werden.