[0001] Die Erfindung betrifft ein Kochgerät für eine Wok-Pfanne mit einer der Form der Wok-Pfanne
angepaßten Halterung und einer Heizeinrichtung.
[0002] Die Wok-Pfanne als herkömmliches Kochgefäß der asiatischen Küche wird auch in der
westlichen Welt zunehmend angewendet. Sie besteht aus einem halbkugeligen Topf aus
Metall mit angearbeitetem Griffstiel. In den Ursprungsländern erfolgt bis in die heutige
Zeit die Erhitzung über offenem Feuer. In modernen Küchen kommt als Wärmequelle nur
eine Gaskochstelle in Frage, um die Wok-Pfanne von unten mit der Gasflamme zu erhitzen.
Hierzu sind auch geeignete Halterungen entwickelt worden, um die Wok-Pfanne über der
Gasflamme sicher absetzen zu können.
[0003] Auf üblichen Elektroherden kann eine Wok-Pfanne dagegen nicht erhitzt werden, weil
die ebenen Kochplatten bzw. Kochfelder in Flächenkontakt mit dem Boden des Kochgefäßes
sein müssen. Zum elektrischen Erhitzen einer Wok-Pfanne sind bislang nur fest angepreßte
Elektroheizkörper mit angearbeitetem Standfuß und Schaltkasten bekannt geworden. Solche
Geräte sind aber unhandlich und wegen des Wärmespeichervermögens der elektrischen
Widerstandsheizung schwer zu regeln.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kochgerät zu schaffen, mit dem eine
Wok-Pfanne durch elektrische Energie in nahezu gleicher Weise wie durch eine Flamme
erhitzt werden kann.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe besteht die Halterung für die Wok-pfanne aus einer Küvette
in Form einer nach oben offenen Kugelkalotte zur Aufnahme der Wok-Pfanne, und die
Heizeinrichtung ist als elektrische Induktionsheizung ausgebildet.
[0006] Die kugelkalottenförmige Küvette ist mit ihrer Innenfläche auf die Form der Wok-Pfanne
abgestimmt, die damit so in die Küvette eingesetzt werden kann, daß einerseits die
Induktionswärme verlustfrei in die Wok-Pfanne übertragen wird, andererseits die Wok-Pfanne
sich noch bewegen läßt. Unterhalb der Küvette liegen um deren Wandung Induktionsspulen,
die über einen Elektrogenerator versorgt werden. Das magnetische Induktionsfeld erhitzt
in gleicher Weise wie ein Gasbrenner das eisenhaltige Material des Wok, so daß sich
in der Zubereitung der Speisen kein Unterschied ergibt. Das Induktionsfeld kann ebenso
wie eine Flamme abgeschaltet und in der Intensität geregelt werden, so daß auch insoweit
kein Unterschied vorhanden ist.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 20.
[0008] Die Aufnahmeküvette besteht vorzugsweise aus Keramik oder Steingut, das für das magnetische
Induktionsfeld gut durchlässig ist, ohne selbst davon erwärmt zu werden. Auch das
für Herdplatten bekannte Glaskeramikmaterial ist für diesen Zweck geeignet.
[0009] Die Küvette kann in ein Tisch- oder Einzelgerät eingebaut sein, dessen Gehäuse den
Elektrogenerator für die Induktionsspule bzw. die Induktionsspulen aufnimmt. Dabei
können auf der Oberseite des Gehäuses auch mehrere Küvetten angeordnet sein, um in
zwei oder mehr Wok-Pfannen gleichzeitig kochen zu können und/oder mit Wok-Pfannen
unterschiedlicher Form und Größe zu arbeiten.
[0010] Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Kochgerät in das Kochfeld eines Elektroherdes
zu integrieren. Hierzu erhält die Herdoberfläche einen kreisförmigen Ausschnitt, in
den fugendicht die Aufnahmeküvette für die Wok-Pfanne eingesetzt wird. Mit der Wok-Pfanne
kann dann wie mit anderen Kochgefäßen auf dem Herd gearbeitet werden. Besonders geeignet
sind dabei induktionsbeheizte Herde, die dieselbe Regeltechnik wie das erfindungsgemäße
Kochgerät aufweisen.
[0011] Die Zeichnung zeigt als Beispiel ein erfindungsgemäßes Kochgerät im Schnitt.
[0012] Die Wok-Pfanne 1 bildet ein halbkugeliges Gefäß mit einem stielartigen Griff. Die
Gefäßwandung besteht aus Eisen oder einem eisenhaltigen Material. Zur Aufnahme des
Gefäßes dient eine Küvette 2 aus Keramikmaterial in Form einer Kugelkalotte, von der
der Wok mit seinem unteren Teil aufgenommen wird. Die Küvette 2 ist in die Oberfläche
eines Kochfeldes oder eines Tischgerätes in der dargestellten Weise eingepaßt.
[0013] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weisen die Außenfläche der Wok-Pfanne 1 und die
Innenfläche der Küvette 3 nicht denselben Krümmungsradius auf, sondern die Küvette
ist mit einem größeren Radius gekrümmt als die Küvette. Infolge dieser Größenverhältnisse
läßt sich die Wok-Pfanne in der Küvette drehen und schwenken, um das darin befindliche
Kochgut zu bewegen und zu mischen. Da die Energieübertragung induktiv erfolgt, ist
eine vollständige flächige Anlage nicht erforderlich.
[0014] Das Verhältnis der Krümmungsradien muß so gewählt sein, daß die Wok-Pfanne 1 einerseits
genügend beweglich ist, andererseits noch sicher in der Küvette 3 gehalten wird. Diese
Forderung wird dadurch erfüllt, daß der Radius der Küvette um 3 bis 5% größer ist
als der der Wok-Pfanne, d.h. die Radien errechnen sich nach folgender Gleichung:

wobei R den Radius der Küvettenkugelkalotte und r den Radius der Wok-Pfannenkugelkalotte
bezeichnet.
[0015] An der Unterseite der Küvette 2 befinden sich Induktionsspulen 4, die von einem Elektrogenerator
6 mit Energie versorgt werden. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei
Lagen von Induktionsspulen 4 vorgesehen, von denen die untere Lage nur dem mittleren
bzw. unteren Bereich der Wok-Pfanne Wärmeenergie zuführt, in dem sich das meiste Kochgut
befindet. Derselbe Effekt läßt sich erreichen, wenn anstelle der zweiten Lage oder
auch zusätzlich dazu die unmittelbar an der Unterseite der Küvette anliegende Induktionsspule
in der Weise spiralförmig verläuft, daß die Windungen in der Mitte dichter aneinanderliegen
als in den Außenbereichen.
[0016] Die Induktionsspule bzw. Induktionsspulen sind mit einem aushärtbaren, temperaturresistenten
Zweikomponentenkleber an der Unterseite der Küvette angebracht.
[0017] Durch die erfindungsgemäße Anordnung der elektrischen Induktionsbeheizung erfolgt
somit die Erhitzung des Kochguts in der Wok-Pfanne auch lokal in gleicher Weise wie
über einer Gasflamme. Die Induktionsheizung läßt sich trägheitslos regeln, und die
Keramiküvette wird durch das Induktionsfeld nicht erwärmt, so daß die Energieverluste
sehr niedrig sind.
[0018] Eine aus Keramikmaterial bestehende Küvette kann in der Weise hergestellt werden,
daß man eine Lithium-Aluminium-Silikat-Mischung im Töpferverfahren zu einer Küvette
geeigneter Form und Größe formt und diese nach Trocknung bei 1150°C brennt. Anschließend
wird eine Glasur aus Aluminiumsilikat mit einem geringen Bleizusatz aufgebracht und
bei 1000°C nachgebrannt.
[0019] Ein besonders gut geeignetes Grundmaterial besteht aus den Grundstoffen Ton und Lithiumsilikat₁
die in einem solchen Verhältnis vermischt werden, daß der Wärmeausdehnungskoeffizient
der fertigen Küvette bei 800°C einen Wert von
[0020] Ein wesentlicher Faktor ist auch die Wanddicke der Küvette. Die Wand darf aus Festigkeitsgründen
nicht zu dünn sein. Andererseits nimmt mit zunehmender Wandstärke die Effektivität
der Induktionsheizung ab, und auch die Wärmespannungen in dem Wandmaterial werden
größer. Eine Wanddicke von 5 bis 7 mm wird den Forderungen am besten gerecht.
[0021] Die Küvette 3 wird in der dargestellten Weise in die Platte 2 eines Tischgerätes
oder eines Kochherdes eingesetzt, so daß sie bündig mit der Oberfläche abschließt.
Die Küvette muß dabei elastisch in der Deckplatte 2 eingebettet sein, damit Bewegungen,
Stöße, Wärmedehnungen u. dgl. sich nicht schädlich auswirken können. Außerdem muß
aus Gründen der Reinigung und der Hygiene die Küvette dicht und fugenlos umfaßt werden.
Die Befestigung und Abdichtung erfolgt erfindungsgemäß durch eine Zwischenlage 5 aus
temperaturbeständigem Silikonmastik.
1. Kochgerät für eine Wok-Pfanne (1), mit einer der Form der Wok-Pfanne angepaßten Halterung
und einer Heizeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung aus einer Küvette (3) in Form einer nach oben offenen Kugelkalotte
zur Aufnahme der Wok-Pfanne (1) besteht und daß die Heizeinrichtung als elektrische
Induktionsheizung (4) ausgebildet ist.
2. Kochgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) aus Keramik oder Steingut besteht.
3. Kochgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette aus einem von einer Lithium-Aluminium-Silikat-Mischung gebildeten Grundwerkstoff
nach der Töpfermethode geformt, getrocknet und bei 1150°C gebrannt ist.
4. Kochgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmaterial mit einer Glasur aus Aluminiumsilikat mit geringem Bleizusatz versehen
und bei 1000°C nachgebrannt ist.
5. Kochgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) aus einem von einer Ton-Aluminiumsilikat-Mischung gebildeten Grundwerkstoff
geformt ist, und daß der Wärmeausdehnungskoeffizient der gebrannten Küvette bei 800°C
≦·10⁻⁶/°C beträgt.
6. Kochgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) aus Glaskeramik besteht.
7. Kochgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) eine Wandstärke von 6 bis 7 mm aufweist.
8. Kochgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Kugelradius der Küvette (3) um 3 bis 5% größer als der äußere Kugelradius
der Wok-Pfanne (1) ist.
9. Kochgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Induktionsheizung mindestens eine an der Unterseite der Küvette (3) angeordnete
Induktionsspule (4) aufweist.
10. Kochgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Induktionsspule (4) in der Weise spiralförmig um den tiefsten Punkt der Küvette
(3) verläuft, daß in dem unteren Bereich bzw. in der Mitte der Küvette und der Wok-Pfanne
(1) das Induktionsmagnetfeld seine größte Stärke aufweist.
11. Kochgerät nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß im mittleren bzw. tiefsten Bereich der Küvette (3) zwei Induktionsspulenlagen (4)
übereinanderliegend angeordnet sind.
12. Kochgerät nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Induktionsspule (4) bzw. die Induk-tionsspulen an die Unterseite der Küvette
(3) angeklebt sind.
13. Kochgerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Induktionsspule (4) bzw. die Induktionsspulen mit einem aushärtbaren Zweikomponentenkleber
an die Unterseite der Küvette (3) angeklebt sind.
14. Kochgerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) in die Oberseite (2) eines Gehäuses eingebaut ist, in dem sich ein
Elektrogenerator (6) zur Versorgung der Induktionsspule bzw. Induktionsspulen (4)
befindet.
15. Kochgerät nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß in die Oberseite (2) des Gehäuses mehrere Küvetten (3) eingebaut sind.
16. Kochgerät nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvetten (3) unterschiedliche Größen und/oder Formen aufweisen.
17. Kochgerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) in das Kochfeld eines Herdes eingebaut ist.
18. Kochgerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) in das Kochfeld eines Herdes mit Induktionsheizung eingebaut ist.
19. Kochgerät nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette (3) über eine dehnelastische Zwischenlage (5) bündig abschließend in
die Oberseite (2) des Gehäuses bzw. in die Herdplatte eingebaut ist.
20. Kochgerät nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die dehnelastische Zwischenlage aus hitzebeständigem Silikonmastik besteht.