[0001] Die Erfindung betrifft einen Verdampfer für ein Kompressor-Kühlgerät, welches aus
einer zweilagigen Verdampferplatine gefertigt ist, Zwischen denen mäanderartig verlaufende
Kältemittelkanäle sowie ein Einlaß- und ein Auslaßbereich zum Zu- bzw. Abführen des
Kältemittels ausgebildet sind, mit einem mit dem Auslaßbereich verbundenen Saugrohr,
welches an eine Saugseite des Kompressors anschließbar ist, und mit einem Kapillarrohr
zum Zuführen von flüssigem Kältemittel in den Einlaßbereich, welches das Saugrohr
außerhalb des Verdampfers durchsetzt und an einen Verflüssiger anschließbar ist. Derartig
gestaltete Verdampfer sind beispielsweise aus der DE-B-1 242 646 bekannt und in vielen
Haushaltskühlschränken in Benutzung.
[0002] Die Erfindung befaßt sich nun bezüglich des Kühlmittelkreislaufes, insbesondere mit
dem Kühlmitteleinlaß in den Verdampfer, der bei den bekannten Kühlgeräten über ein
dem benötigten Drosseleffekt entsprechend langes Drossel-Kapillarrohr, das nach dem
praktizierten Stand der Technik die Kühlmittelzuführungsleitung darstellt, erfolgt.
Dieses Drossel-Kapillarrohr ist regelmäßig bis in den Einlaßbereich des Kühlmittelkanals
durch einen entsprechenden Einlaßanschub hineingeführt und liegt beim sogenannten
Einrohranschluß mit einem Abschnitt seiner Länge auch im Auslaßbereich des Kühlmittelkanals.
Der Kühlmittelkanal selbst verläuft mäanderartig in einer aus zwei miteinander verschweißten
Aluminiumblechen, beispielsweise nach dem sogenannten Rollbondverfahren hergestellten,
ursprünglich ebenen, dann zum Kühlfach geformten Verdampferplatine und schließt auslaßsseitig
mit einem in das Kanalende druckdicht eingesetzten Aluminiumrohrstutzen, dem sogenannten
Saugrohr ab.
[0003] Das Drossel-Kapillarrohr ist heute bei der Mehrzahl der hergestellten Kühlschranktypen
so lang, daß es im Einlaufbereich des Kühlmittelkanals des Verdampfers nur noch zu
einem kleinen Teil untergebracht werden kann und zum großen Teil, häufig mit einer
Teillänge von mehreren Metern, außerhalb des Verdampfers liegt. Diese Teillänge wird
regelmäßig ringbundartig zu einer sogenannten Kapillarlocke aufgewickelt.
[0004] Mit der in jüngerer Zeit vollzogenen Einführung neuer Kältemittel, die andere Stoffeigenschaften
als die bisherigen haben, aber auch ein eigenes Übergangsverhalten von der flüssigen
zur gasförmigen Phase im Kühlmittelkreislauf zeigen, war die Drosselstrecke bei gleichem
Kapillarrohrinnendurchmesser zu verlängern, wodurch sich die Kapillarlocke noch vergrößerte.
[0005] Eine erste Fertigungsvereinfachung konnte bereits dadurch erreicht werden, daß für
Verdampfer verschiedenen Typs Drossel-Kapillarrohre verwendet werden, die alle einen
Außendurchmesser von beispielsweise 1,9 mm haben, mit Innendurchmessern von beispielsweise
0,55 bis 1,05 mm eine typbedingte Anpassung ermöglichen. So lassen sich wenigstens
Anschlüsse des Drossel-Kapillarrohres oder Durchbrüche hierfür einheitlich gestalten.
Das Mitschleppen der Kapillarlocke in den Endschritten der Fertigung stellt jedoch
nach wie vor eine Behinderung dar, wie auch die Kapillarlocke die Packungsdichte der
Verdampfer beim Transport zu den Kühlgeräteherstellern ungünstig bestimmt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die durch die zahlreichen Kühlgerätetypen bedingte
Vielfalt in der Fertigung der Verdampfer zu vereinfachen und dabei den Folgen des
Einsatzes neuer Kühlmittel geringerer Viskosität Rechnung zu tragen.
[0007] Erfindungsgemäß ist nun der gattungsgemäße Verdampfer gekennzeichnet durch die Anordnung
eines Führungsrohres, dessen äußeres Ende im Einlaßbereich mündet, wobei Ein- und
Auslaßbereich durch die äußere Rohrwandung des Führungsrohres und eine Engstelle zwischen
den beiden Verdamperplatinen voneinander getrennt sind, und wobei das Kapillarrohr
teilweise innerhalb des Führungsrohres verläuft und gegenüber diesem nach außen abgedichtet
ist.
[0008] Die Erfindung ermöglicht eine weitgehende Standardisierung der Verdampferfertigung
und erlaubt im Fertigungsablauf grundsätzlich das getrennte Fertigen der noch drosselkapillarrohrfreien
Verdampfer und der zugehörigen Kapillarrohre bis zu einer Endmontage, bei der das
Kapillarrohr in das Führungsrohr eingebaut, d.h. in dieses beliebig weit eingesteckt
oder durch dieses hindurchgesteckt und schließlich mit diesem verlötet wird. Länge,
Art und Einbau der Führungsrohre in die Verdampferplatinen kann auf eine geringe Zahl
von Bauvarianten reduziert und damit der Fertigungsablauf vereinfacht werden.
[0009] Bedeutend für eine Standardisierung der Verdampferfertigung ist, daß bei allen Verdampfern
eines Typenbereichs ein und derselbe Innendurchmesser für das weitere Kapillarrohr
gewählt werden kann, um dann mit einzeltypenbedingten variablen Innendurchmessern
des Drossel-Kapillarrohres die erforderliche Anpassung vorzunehmen.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Führungsrohr außen am
Saugrohr oder an einem an das Saugrohr anschließenden Zwischenrohr befestigt ist.
[0011] Bei einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung endet das äußere Ende des
Führungsrohres, das Saugrohr oder ein an das Saugrohr anschließendes Zwischenrohr
dichtend durchsetzt und im Auslaßbereich.
[0012] Insgesamt ermöglicht es die Erfindung, sich unterschiedlichen Konstruktionswünschen
der Kühlgerätehersteller problemlos anzupassen.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
[0014] Es zeigen in schematischer und in ganz oder teilweise geschnittener Darstellung:
- Fig. 1
- einen Verdampfer eines Kühlgerätes mit einem Einrohranschluß und
- Fig. 2
- eine abgewandelte Ausführung des Einrohranschlusses für einen Verdampfer.
[0015] In Fig. 1 und 2 sind sogenannte Einrohranschlüsse dargestellt, die bis auf das Einstecken
des Drossel-Kapillarrohres so hergestellt und in eine Verdampferplatine eingebaut
werden.
[0016] In der gemäß Fig. 1 aus zwei aufeinander liegenden, bis auf die Kanalbereiche miteinander
verbundenen Aluminiumblechen hergestellten Verdampferplatine 1 verläuft ein Kühlmittelkanal
2, zu dem ein Einlaßbereich 3 und ein Auslaßbereich 4 gehören. Ein Pfeil 5 deutet
die Einströmrichtung, ein weiterer Pfeil 6 deutet die Ausströmrichtung an.
[0017] Während Verdampfer von Kühlgeräten regelmäßig zu einem Kühlfach geformt sind, zeigt
Fig. 1 einen ebenen Verdampfer, dessen Kühlmittelkanal 2 teilweise durch eine gestrichelte
Linie angedeutet ist.
[0018] Dem Kühlmittelauslaß dient ein Saugrohr 10.
[0019] Bei dem Einrohranschluß gemäß Fig. 1 schließt an das Saugrohr 10 aus Aluminium ein
angelötetes Zwischenrohr 11 aus Kupfer an. Im Saugrohr 10 und im Zwischenrohr 11 liegt
ein weiteres Kapillarrohr 12, das in einer hier etwa S-förmigen Krümmung 14 des Zwischenrohres
11 durch die Wand des Zwischenrohres nach außen führt und in das verdampferseitige
Ende des Führungsrohres 8 eingesteckt ist. Das Führungsrohr 8 wird über ein Element
13 am Zwischenrohr 11 gehalten.
[0020] In das andere Ende des Führungsrohres 8 ist die Drossel-Kapillare 7 mit Abstand zum
weiteren Kapillarrohr 12 eingesteckt. Das Drossel-Kapillarrohr 7 und die weitere Drossel-Kapillare
12 sind mit dem Führungsrohr 8 durch Löten verbunden. Beim Löten sind geeignete Maßnahmen
zu treffen, damit sich die Kapillaren nicht versehentlich durch Lot schließen.
[0021] Bei der Verdamperfertigung werden zunächst die Saugrohranschlüsse, jedoch noch ohne
das Drossel-Kapillarrohr 7 hergestellt und dann an die Verdampferplatine 1 angebaut.
Der Einbau des Drossel-Kapillarrohres 7 erfolgt erst, wenn der Verdampfer im übrigen
fertig ist.
[0022] Die dargestellte Baueinheit ohne Drossel-Kapillarrohr 7 stellt einen Standard-Saugrohranschluß
dar, der für viele Verdampfertypen verwendbar ist und bei dem das weitere Kapillarrohr
12 beispielsweise einen Innendurchmesser von 1,1 mm hat. Dieser Standard-Saugrohranschluß
wird nun mit den unterschiedlichsten, nur im Außendurchmesser dem weiteren Kapillarrohr
12 entsprechenden Drossel-Kapillarrohr 7 ergänzt, nämlich mit Drossel-Kapillarrohren
7 mehr oder weniger kleiner Innendurchmesser und unterschiedlicher Länge.
[0023] In Fig. 2 ist eine Kapillarlocke 15 angedeutet und gezeigt, wie besonders lange Kapillarrohre
7 räumlich komprimiert werden. Weiterhin zeigt Fig. 2, daß sich die Kühlmittelzuführungsleitung
hier aus dem großen Längenabschnitt L1, dem zweiten Längenabschnitt L2, einem kurzen
Bereich im Führungsrohr 8 und dem dritten Längenabschnitt des weiteren Kapillarrohres
12 zusammensetzt.
1. Verdampfer für ein Kompressor-Kühlgerät, welches aus einer zweilagigen Verdampferplatine
gefertigt ist, zwischen denen mäanderartig verlaufende Kühlmittelkanäle sowie ein
Einlaß- und ein Auslaßbereich zum Zu- bzw. Abführen des Kältemittels ausgebildet sind,
mit einem mit dem Auslaßbereich verbundenen Saugrohr, welches an die Saugseite des
Kompressors anschließbar ist, und mit einem Kapillarrohr zum Zuführen von flüssigem
Kältemittel in den Einlaßbereich, welches das Saugrohr außerhalb des Verdampfers durchsetzt
und an einen Verflüssiger anschließbar ist,
gekennzeichnet durch die Anordnung eines Führungsrohres (8), in dem verflüssigerseitig ein Kapillarrohr
(7) und verdampferseitig ein weiteres Kapillarrohr (12) nach außen abgedichtet eingesetzt
sind und das Kapillarrohr (7) über das weitere Kapillarrohr (12) Verbindung mit dem
Einlaßbereich (3) hat.
2. Verdampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsrohr (8) außen am Saugrohr (10) oder an einem an das Saugrohr anschließenden
Zwischenrohr (11) befestigt ist.
3. Verdampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das äußere Ende des Führungsrohres (8) das Saugrohr (10) oder ein an das Saugrohr
(10) anschließendes Zwischenrohr (11) dichtend durchsetzt und im Auslaßbereich endet.