[0001] Die Erfindung betrifft ein Messerschild mit Horizontal- und Vertikalsteuerung zum
kontinuierlichen Vortrieb von offenen Gräben im Boden.
[0002] Aus der EP-A-103 706 ist ein Verbaukorb zum Verbau eines Kanalgrabens bekannt. Der
Verbaukorb besteht dabei aus zwei, in der Längsebene geteilten Schalungswänden an
den beiden seitlichen Abschlüssen des Verbaukorbes. Die Schalungswände sind über Führungen
miteinander verbunden, wobei zwischen den Schalungswänden doppelt wirkende Hydraulikzylinder
angeordnet sind.
[0003] Der bekannte Verbaukorb ermöglicht keinen kontinuierlichen Vortrieb und kann nur
für Gräben mit gleichen Abmessungen verwendet werden. Eine Wiederverwendung des Verbaukorbes
für Gräben mit anderen Tiefen ist nicht möglich. In einem solchen Fall muß ein neuer
Verbaukorb eingesetzt werden. Weitere Nachteile des bekannten Baukorbes bestehen darin,
daß weder eine horizontale noch eine vertikale Steuerung des Verbaukorbes möglich
ist.
[0004] Aus der DE-A-27 06 243 ist ein Messerschild für den offenen Grabenverbau bekannt.
Zum Vortrieb ist jedem Messer ein eigener Preßzylinder zugeordnet, der sich an einem
gemeinsamen Stützrahmen des Messerschildes abstützt. Sobald sämtliche Messer um den
entsprechenden Preßzylinderhub vorgepreßt sind, muß der Stützrahmen in einem Schritt
nachgeholt werden, was durch entgegengesetzte Druckbeaufschlagung sämtlicher Preßzylinder
geschieht. Dabei kommt es zwangsläufig zu einem Stillstand beim Vortrieb des Messerschildes.
In der Grabensohle sind nebeneinander liegende einzelne Messer angeordnet, auf welche
sich der Stützrahmen über einen quer zur Grabensohle verlaufenden T-Träger abstützt.
[0005] Mit dem bekannten Messerschild ist es ebenfalls nicht möglich, einen kontinuierlichen
Vortrieb zu ermöglichen. Ferner ist auch keine vertikale Steuerung des Messerschildes
beim Vortrieb vorgesehen.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Messerschild zum Vortrieb in offenen
Gräben vorzuschlagen, bei welchem ein kontinuierlicher Vortrieb ohne Stillstandszeiten,
eine problemlose Anpassung an verschiedene Tiefen oder Breiten der Gräben sowie eine
horizontale und vertikale Steuerung möglich ist.
[0007] Die Aufgabe wird durch ein Messerschild mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
[0008] Mit dem vorgeschlagenen Messerschild ist der angestrebte kontinuierliche Vortrieb
möglich, indem die einzelnen Paare von Messern nacheinander um eine festgelegte Wegstrecke
vorgepreßt und gleichzeitig vor Kopf des Grabens der Aushub vorgenommen wird. Die
einzelnen Messer sind voneinander unabhängig einzeln vortreibbar. Bei einer Geradeaus-Fahrt
des Messerschildes werden die beiden, das Paar von Messern bildenden Messer gleichzeitig
und um eine gleiche Wegstrecke vorgetrieben. Bei mit dem vorgeschlagenen Messerschild
ebenfalls möglichen Kurvenfahrten (Horizontalsteuerung) hingegen, werden die das Paar
von Messern bildenden Messer dagegen nacheinander, zumindest jedoch um unterschiedlich
lange Wegstrecken vorgetrieben. Die Abstützeinrichtungen bestehen aus hydraulisch
betätigbaren Pressen, die bei Bedarf eingezogen werden können, um den Vortrieb der
auf den Pressen aufliegenden Messer zu erleichtern. Die beiden letzten, der Grabensohle
nähesten Paare von Messern weisen jeweils vier Pressen auf, wobei durch unterschiedliches
Ausfahren der Pressen die Vertikalsteuerung des Messerschildes ermöglicht wird. Der
vorgeschlagene Messerschild ist insbesondere zum Verlegen von Rohrleitungen geeignet,
indem in dessen hinteren Bereich, d.h. im Bereich der Messerschwänze, einzelne Rohrstücke
eingesetzt werden, wobei anschließend der Endbereich der Messerschwänze wieder mit
Boden verfüllt und verdichtet wird. Ein Verdichter kann dabei vorteilhafterweise am
Ende des Messerschildes angeordnet sein und somit kontinuierlich in Vortriebsrichtung
mitgeführt werden. Beim Vortrieb eines Paares von Messern nehmen die sich im Stillstand
befindlichen übrigen Paare von Messern die Reaktionskraft aus dem Vortrieb auf und
übertragen diese über Reibung auf das anliegende Erdreich des Grabens. Zur Unterstützung
der Vortriebbewegung des Messerschildes bezüglich der beiden letzten, der Grabensohle
nähesten Paare von Messern werden die jeweiligen Abstützeinrichtungen entspannt bzw.
von der Grabensohle abgehoben, um den Vortrieb des entsprechenden Paares von Messern
zu erleichtern. Das Gewicht des gesamten Messerschildes wird dann von den Abstützungen
des anderen sich im Stillstand befindlichen Paares von Messern abgetragen. Die an
den Grabenseitenwandungen angeordneten Messer sind vorzugsweise einstückig und identisch
ausgebildet. Die einzelnen Messer untergliedern sich dabei in drei Bereiche, nämlich
den sogenannten Messerkopf, den Messerschwanz und den dazwischenliegenden Messerkörper.
Es ist dabei aber auch möglich, einzelne Bereiche eines jeden Messers aus Einzelstücken
zusammenzusetzen, z.B. zusammenzuschrauben.
[0009] Zur Bildung eines Rahmenwerkes eines jeden Paares von Messern sind diese über zwei
Querstützen miteinander verbunden. Ein Paar von Messern, verbunden über zwei Querstützen,
wird als Verbauelement bezeichnet. Bei einem horizontalen Vortrieb des Messerschildes
stellt jedes Rahmenwerk bzw. Verbauelement einen horizontal angeordneten Rahmen dar.
Der gesamte Messerschild besteht dabei aus mehreren, übereinander angeordneten Rahmenwerken
bzw. Verbauelementen, abhängig von der entsprechenden Grabentiefe. Soll der Messerschild
für einen Graben mit anderen Grabenhöhen wiederverwendet werden, müssen auf einfache
Weise lediglich weitere Rahmenwerke angeordnet bzw. weggelassen werden.
[0010] Bei einer Anordnung von zwei Querstützen ist die erste Querstütze vorzusgweise im
Bereich zwischen dem Messerkopf und dem Messerkörper und die zweite Querstütze im
Bereich zwischen dem Messerkörper und dem Messerschwanz angeordnet. Der vor den, in
Vortriebsrichtung gesehen, vorderen Querstützen angeordnete Bereich zwischen den Messerköpfen
dient dabei dem Aushub. Der, entgegen der Vortriebsrichtung gesehen hintere Bereich
der sich an die hinteren Querstützen anschließt und durch die Messerschwänze geschützt
ist, wird zum Verlegen der Rohre und zum Verdichten des anschließend wieder eingebrachten
Bodens verwendet.
[0011] Die Querstützen sind vorzugsweise mit den Messern leicht lösbar verbunden, um beispielsweise
deren Austauschbarkeit zu erleichtern und vor allem ein platzsparendes Zusammenlegen
beim Transport des gesamten Messerschildes zu ermöglichen. Der Anschluß der Querstützen
an die Messer kann dabei vorzugsweise über Schrauben erfolgen.
[0012] Die Querstützen sind bezüglich Ihrer Längsachse zweckmäßigerweise längenverstellbar
ausgebildet, um bei einer Wiederverwendung des Messerschildes für andere Gräben eine
leichte Anpassung an eine neue Breite des Grabens zu ermöglichen. Die Längenverstellbarkeit
kann beispielsweise über integrierte Spindeln oder ausziehbare Stützen oder ähnliche
Einrichtungen erfolgen. Sobald die Breite eines neu zu erstellenden Grabens gewisse
Ausmaße überschreitet, kann auf Grund der lösbaren Verbindung mit den Messern ein
einfacher Austausch der Querstützen vorgenommen werden.
[0013] Zwischen den übereinander angeordneten Messern sind vorteilhafterweise Abstandeinrichtungen
angeordnet, die mit der der Grabensohle zugewandten Unterseite der jeweils oberen
Messer verbunden und auf der von der Grabensohle abgewandten Oberseite des jeweils
benachbarten unteren Messers lediglich aufliegen. Es ist allerdings auch möglich,
die Abstandeinrichtungen in umgekehrter Weise anzuordnen, so daß die oberen Messer
lediglich auf den Abstandeinrichtungen der unteren Messer, die sich dann nach oben
erstrecken, aufliegen.
[0014] Die Abstandeinrichtungen bestehen zweckmäßigerweise aus Stegen oder Zapfen oder ähnlich
geeigneten Einrichtungen.
[0015] Pro Messer sind vorzugsweise zwei Zapfen vorgesehen, deren Anzahl, abhängig von der
Länge der jeweils verwendeten Messer beliebig erhöht werden kann.
[0016] Bei Anordnung von zwei Zapfen sind diese vorzugsweise einerseits im Bereich zwischen
dem Messerkopf und dem Messerkörper und andererseits im Bereich zwischen dem Messerkörper
und dem Messerschwanz angeordnet.
[0017] Dabei ist die Länge der Zapfen so bemessen, daß die übereinanderliegenden Messer
voneinander beabstandet sind. Beim Vortrieb der einzelnen Messer wird somit die Reibung
zwischen den benachbarten Messern vermieden. Eine Reibung zwischen den Messern entsteht
lediglich durch die Abstützung der Abstandeinrichtungen auf den jeweils benachbarten
Messern, wobei hier auf einfache Weise reibungsvermindernde Maßnahmen, wie beispielsweise
entsprechend ausgebildete Flächen bzw. die Verwendung reibungsarmer Materialien oder
Beschichtungen vorgesehen werden können.
[0018] Mit Vorteil können jeweils an der von der Grabensohle abgewandten Oberseite der Messer
Führungseinrichtungen ausgebildet sein, die mit den Abstandeinrichtungen so zusammenwirken,
daß die an einer Grabenwandung anliegenden, übereinander angeordneten Messer beim
Vortrieb im wesentlichen in einer gemeinsamen vertikalen Ebene laufen. Da der vorgeschlagene
Messerschild vorzugsweise für Gräben eingesetzt wird, deren Seitenwandungen in vertikaler
Richtung verlaufen, ist eine gemeinsame vertikale Ausrichtung sämtlicher Messer einer
Seitenwandung angestrebt, die mit der vorgeschlagenenen Führungseinrichtung erreicht
werden kann.
[0019] Die einzelnen Messer sind vorzugsweise, insbesondere der zwischen Messerkopf und
Messerschwanz liegende Messerkörper, als Doppel-T-Träger ausgebildet, dessen eine
Flanschoberfläche der Grabenseitenwandung zugewandt ist. Diese, für die Messer gewählte
Querschnittskonfiguration ermöglicht einerseits eine im Gewicht leichte Ausbildung
der Messer mit dem erforderlichen Widerstandsmoment und andererseits die Ausbildung
zweckmäßiger Führungseinrichtungen.
[0020] Die Führungseinrichtungen bestehen zweckmäßigerweise aus mindestens einer zwischen
dem Steg des Doppel-T-Trägers und einer Flanschhälfte ausgebildeten Keilfläche, welche
den Abstand zwischen den gegenüberliegenden Flanschflächen kontinuierlich, entgegen
der Vortriebsrichtung gesehen, verringert. Erforderlichenfalls können mehrere solcher
Führungseinrichtungen an den jeweiligen Messern ausgebildet werden. Bei Ausbildung
einer Keilfläche ist diese vorzugsweise im vorderen Bereich der Messer angeordnet.
Die Führungseinrichtung in Form von Keilflächen wirkt mit der Abstandeinrichtung,
beispielsweise in Form der Zapfen oder Stege, zusammen. Mit zunehmendem Vortrieb der
die Abstandeinrichtung aufweisenden Messer werden diese in der maximalen Vortriebsstellung
durch die Keilflächen gezwungen, die gewünschte Lage einzunehmen. Es versteht sich
dabei, daß jedes Messer an den gegenüberliegenden Außenflächen der Stege entweder
die Führungs- oder die Abstandeinrichtung aufweist, die Führungs- und Abstandeinrichtung
also nicht auf der gleichen Seite der Stege des als Doppel-T-Träger ausgebildeten
Messers angeordnet ist. Die erzwungene Ausrichtung der einzelnen Messer bedingt den
letztlich angestrebten, im wesentlichen vertikalen Verlauf der an einer Grabenseitewandung
übereinanderliegenden Messer, wenn alle Messer vorgetrieben sind.
[0021] Zweckmäßigerweise sind an dem der Grabenseitenwandung zugewandten Flächen der Messer
sich vorzugsweise überlappende Abdeckungen angeordnet. Diese Abdeckungen sind über
die ganze oder zumindest über einen wesentlichen Teil der gesamten Länge der jeweiligen
Messer vorgesehen, um ein Einbrechen des Erdreiches aus den Grabenseitenwandungen
in den freigelegten Graben zu vermeiden, insbesondere dann, wenn die übereinanderliegenden
Messer voneinander beabstandet angeordnet sind.
[0022] Die Vorschubpressen sind insbesondere hydraulisch betätigbar. Die Vorschubpressen
sind einzeln, insbesondere voneinander unabhängig betätigbar und zwar in Druck- und/oder
Zugrichtung, so daß beliebige Messer einzeln oder in Paaren vorgetrieben werden können.
Der Vortrieb der einzelnen Messer kann entweder durch Ein- oder Ausfahren der entsprechenden
Vorschubpressen erreicht werden, wobei es sich versteht, daß eine weitere, an dem
vorzutreibenden Messer angeordnete Vorschubpresse entweder den Vortrieb unterstützen
kann, zumindest jedoch zusammengezogen oder auseinandergefahren werden muß, um den
Vortrieb des entsprechenden Messers nicht zu behindern.
[0023] Die Vorschubpressen sind mit Vorteil an den übereinanderliegenden Messern im Bereich
zwischen dem Messerkopf und dem Messerkörper eines Messers und im bereich zwischen
dem Messerkörper und dem Messerschwanz des anderen Messers angeordnet, vorzugsweise
zwischen der vorderen und hinteren Querstütze.
[0024] Die übereinander angeordneten Messer der beiden letzten, der Grabensohle nähesten
Paare von Messern sind vorteilhafterweise über zwei Vorschubpressen miteinander verbunden,
um den Vortrieb der jeweiligen Messer zu erleichtern. Dies ist insbesondere dann von
Vorteil, wenn im Bereich dieser beiden Paare von Messern ein Räumschild angeordnet
ist, welches die Grabensohle planiert, wodurch sich die zu überwindenden Kräfte beim
Vortrieb der Messer erhöhen.
[0025] Dabei sind zweckmäßigerweise bei den beiden letzten, der Grabensohle nähesten Paaren
von Messern zwei Pressen im Bereich zwischen dem Messrkopf und dem Messerkörper und
zwei Pressen im Bereich zwischen dem Messerkörper und dem Messerschwanz angeordnet.
Eine symmetrische Anordnung der Pressen zueinander ist dabei zusätzlich von Vorteil.
[0026] Die Pressen des letzten, der Grabensohle am nähesten Paares von Messern sind mit
Vorteil im Bereich der Messer, d.h. in der Nähe der jeweiligen Grabenseitenwandungen,
angeordnet.
[0027] Damit sich die Pressen der beiden Paare von Messern beim Vortrieb aneinander vorbeibewegen
können, sind die Pressen des vorletzten, der Grabensohle zweitnähesten Paares von
Messern an den Querstützen, vorzugsweise im Bereich des Anschlusses der Querstütze
an die Messer, angeordnet oder über Winkelstücke an den Messern des vorletzten Rahmenwerks
angeordnet, um die angestrebte Lage neben den Messern des untersten Rahmenwerks einzunehmen.
Bei einer mit dem vorgeschlagenen Messerschild ebenfalls möglichen Auf- bzw. Abwärtsbewegung
(Vertikalsteuerung) werden die im vorderen Bereich angeordneten Pressen des letzten
sowie des vorletzten Paares von Messern bezüglich der entsprechend im hinteren Bereich
angeordneten Pressen unterschiedlich hoch aus-bzw. eingefahren. Somit kann die Auf-
bzw. Abwärtsbewegung auf einfache Art und Weise erfolgen.
[0028] Vorzugsweise sind die in Vortriebsrichtung hintereinanderliegenden Pressen auf einer
Kufe abgestützt, deren Unterseite auf der Grabensohle aufliegt. Insbesondere bei nicht
standfesten Böden kann dadurch die Bodenpressung durch die vergrößerte Aufstandsfläche
verringert werden, so daß ein allzu tiefes Einsinken der Abstützeinrichtungen unterhalb
des Grabensohlenniveaus vermieden werden kann. Mit Vorteil ist, in Vortriebsrichtung
gesehen, im vorderen Bereich des der Grabensohle zweitnähesten, vorletzten Paares
von Messern ein Räumschild angeordnet, dessen untere Kante auf der Grabensohle aufliegt.
Das Räumschild dient beim Vorschub des entsprechenden Rahmenelementes der Planierung
der Grabensohle. Die Niveausteuerung des Räumschildes kann mit Hilfe eines Lasers
und einer Zieltafel vorgenommen werden. Zweckmäßigerweise ist das Räumschild höhenregulierbar
ausgebildet, um an ein sich veränderndes Grabensohlenniveau angepaßt werden zu können.
[0029] Anstelle im vorderen Bereich des Messerschildes den Aushub durch vom Messerschild
unabhängige Geräte vorzunehmen, kann zweckmäßigerweise im vorderen Bereich des Messerschildes
eine Grabenfräse angeordnet sein. Die Anordnung einer Grabenfräse ist insbesondere
deshalb zweckmäßig, da mit dem vorgeschlagenen Messerschild die Stillstandszeiten
entfallen und ein kontinuierlicher Vortrieb des Messerschildes möglich ist. Dabei
ist es von Vorteil, wenn die Bewegung der Messer durch die Vorschubpressen mit einer
hydraulischen Folgeschaltung automatisiert wird. Sofern keine Kurvenfahrt gewünscht
ist, werden die beiden Messer eines jeden Rahmenwerkes von oben zur Grabensohle hin
gleichzeitig um die gleiche Wegstrecke vorbewegt, so daß die einzelnen Rahmenwerke
insgesamt nacheinander stetig vorwärtsbewegt werden.
[0030] Weiterhin ist es von Vorteil, daß die der Grabenseitenwandung zugewandte Fläche des
Messers im Endbereich des Messerkopfes zur Grabenmitte hin abgebogen ausgebildet ist
und an der schräg zur Grabenseitenwandung hin verlaufenden, dieser gegenüberliegenden,
die Spitze des Messerkopfes bildenden Fläche ein Verschiebeteil angeordnet ist. Durch
diese besondere Ausbildung des Messerkopfes kann auf einfache Art und Weise eine Kurvenfahrt
ermöglicht werden. Der abgebogene Bereich wird als Einziehung bezeichnet.
[0031] Das freie Ende des Verschiebeteils bildet dabei die Spitze des Messerkopfes. Sofern
die Spitze des Messerkopfes auf der gleichen Ebene liegt wie der hinter der Einziehung
liegende Bereich des Messers, wird beim Vortrieb eines Paares von Messern eine Geradeaus-Fahrt
dieses Rahmenwerks verursacht. Wird hingegen das freie Ende des Verschiebeteils zur
Grabenmitte hin wegbewegt, erfolgt eine seitliche Bewegung dieses Messers zur Grabenmitte
hin. Es versteht sich dabei, daß bei dem gegenüberliegenden Messer des gleichen Rahmenwerkes
in umgekehrter Weise das freie Ende des Verschiebeteils über das Gesamtniveau des
hinter der Einziehung liegenden Bereichs des Messers hinaus zur Grabenseitenwandung
hin verschoben wird, um die gewünschte Horizontalbewegung des entsprechenden Rahmenwerks
zu unterstützen.
[0032] Das freie Ende des Verschiebeteils weist mit Vorteil Zähne auf, um den Vortrieb des
jeweiligen Messers zu erleichtern.
[0033] Die Verstellung bzw. das Verschieben des Verschiebeteils wird vorzugsweise durch
eine zwischen dem Messer und dem Veschiebeteil angeordnete steuerbare Verstelleinrichtung
ermöglicht, wobei die jeweilige Verstelleinrichtungen der einzelnen Messer und abhängig
voneinander betätigbar sind.
[0034] Mit Vorteil sind an den Unterseiten der Messer des letzten, der Grabensohle nähesten
Paares von Messern Absenkeinrichtungen angeordnet, die das Absinken des Messerschildes
für den Fall erleichtern, in welchem anstelle einer eigenen Baugrube, welche mit den
erforderlichen Abmessungen vor dem Einsetzen des Messerschildes hergestellt wird,
mit dem Absenkverfahren gearbeitet werden soll. Die Absenkeinrichtung besteht dabei
vorzugsweise aus Schneiden.
[0035] Der Querschnitt der Schneiden weist vorzugsweise im wesentlichen die Form eines rechtwinkligen
Dreiecks auf, wobei eine Spitze dieses Dreieckes zur Grabensohle hin gerichtet ist,
um das Eindringen des gesamten Messerschildes bei fortschreitendem Aushub in die Baugrube
zu unterstützen. Die Spitze dieses Dreieckes bildet dabei die Schneidkante, die insbesondere
mit einzelnen, voneinander beabstandeten Schneidzähnen versehen sein kann.
[0036] Um die Schneideinrichtung beim Erreichen der gewünschten Lage des Messerschildes
wieder entfernen zu können, ist diese vorzugsweise leicht lösbar angeordnet.
[0037] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt in Längsrichtung durch eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Messerschildes,
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf den Messerschild gemäß Fig. 1
- Fig. 3
- einen Querschnitt in Querrichtung durch den Messerschild gemäß der Fig. 1 und 2,
- Fig. 4, 5
- in schematischer Weise eine Ansicht auf die zwischen übereinanderliegenden Messern
angeordneten Vorschubpressen,
- Fig. 6
- einen Querschnitt durch zwei übereinanderliegende Messer zur Darstellung der Abstandeinrichtung,
- Fig. 7
- einen Schritt entlang der Linie I-I aus Fig. 6,
- Fig. 8
- eine Draufsicht von oben auf den Messerkopf eines einzelnen Messers unter Darstellung
eines Verschiebeteils,
- Fig. 9
- einen Querschnitt in Querrichtung durch den unteren Teil des Messerschildes mit aufgesetzten
Schneiden für den Absenkvorgang und
- Fig. 10
- eine Ansicht entlang der Linie II-II aus Fig. 9.
[0038] In den Fig. 1 bis 10 ist in schematischer Weise eine bevorzugte Ausüfhrungsform des
erfindungsgemäßen Messerschildes nebst einiger Varianten gezeigt. Der grundsätzliche
Aufbau des Messerschildes wird zunächst anhand der Fig. 1 bis 3 erläutert, die einen
Querschnitt in Längsrichtung sowie Querrichtung und eine Draufsicht auf den Messerschild
zeigen, wobei der Pfeil A die Vortriebsrichtung angibt.
[0039] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Messerschildes können, insbesondere zur Verlegung
von Rohren, Ortbetonkanälen oder Leitungen, Abschnitte von Gräben freigelegt werden.
Dargestellt ist ein Grabenabschnitt mit im wesentlichen sich in vertikaler Richtung
erstreckenden Grabenseitenwandungen 2 sowie einer sich im wesentlichen horizontal
erstreckenden Grabensohle 4. Der Messerschild ist aus sich in Vortriebsrichtung des
Messerschildes erstreckenden, an den Grabenwandungen 2 anliegenden und diese abstützenden,
übereinander angeordneten Messern 6 gebildet. Sich gegenüberliegende Messer 6 werden
als Paare von Messern 6 bezeichnet. Zur Abstützung der sich gegenüberliegenden Messer
6 an den Grabenseitenwandungen 2 sind in dem dazwischenliegenden Raum Querstützen
8 angeordnet, die an den zur Grabenmitte hinweisenden Seiten der Messer 6 angeordnet
sind. Die Querstützen 8 sind zwar beispielsweise über Schrauben fest mit den Messern
6 verbunden, jedoch ist diese Verbindung lösbar. Vorteilhafterweise sind bei jedem
Paar von Messern 6 voneinander beabstandete, vorzugsweise im vorderen bzw. hinteren
Bereich der Messer 6 angeordnete Querstützen 8 vorgesehen. Ein Paar von Messern 6
zusammen mit den daran angeschlossenen Querstützen 8 wird als Rahmenwerk bzw. Verbauelement
bezeichnet. Die Messer 6 bestehen aus drei Bereichen, nämlich dem Messerkopf 10, dem
Messerschwanz 12 und dem dazwischenliegenden Messerkörper 14. Die Messer 6 können
einstückig oder auch abschnittsweise aus Einzelteilen zusammengesetzt ausgebildet
sein. Um die Reibung der Messer 6 aneinander bei deren Vortrieb zu verringern, sind
die übereinanderliegenden Messer 6 eines jeden Rahmenwerkes voneinander beabstandet
ausgebildet.
[0040] Die einzelnen Messer 6 des Messerschildes sind grundsätzlich gleichartig ausgebildet.
Ihre Länge ist jedoch unterschiedlich, wobei sich gegenüberliegende Messer 6 eines
Verbauelementes auch bezüglich ihrer Länge gleich sind. Die untersten, der Grabensohle
4 nähesten Messer 6 des untersten Rahmenwerkes sind am kürzesten ausgebildet, während
die darüberliegenden Messer 6 jeweils ein Stück länger ausgebildet sind. Das Ende
sämtlicher Messer 6 ist in einer gemeinsamen, sich im wesentlichen vertikal erstreckenden
Ebene angeordnet, was auch für die im hinteren Bereich des Messerschildes angeordnete
Querstütze 8 zutrifft. Treppenförmige Anordnungen im hinteren Bereich sind aber auch
möglich. Durch die unterschiedliche Länge der übereinanderliegenden Messer 6 ergibt
sich am vorderen Ende des Messerschildes ein schräger Verlauf, der im wesentlichen
dem sich im Ausbruchsbereich einstellenden Böschungswinkel entspricht. Dadurch, daß
die freien Enden der Messer 6, von der Seite gesehen, schräg verlaufend ausgebildet
sind, liegen die freien Enden sämtlicher Messerköpfe 10 im wesentlichen in einer Ebene.
Auch hier sind Abtreppungen möglich. Um zwischen dem freien Ende der Messerköpfe 10
und den vorderen Querstützen 8 jeweils die gleiche Länge zu erhalten, sind die vorderen
Querstützen 8 entsprechend versetzt angeordnet. Der zwischen dem freien Ende der Messerköpfe
10 und den jeweiligen Querstützen 8 sich ergebende Bereich stellt einen Kragarm dar,
wobei durch die versetzte Anordnung der Querstützen 8 die Kragarme sämtlicher Messer
6 in etwa gleich lang ausgebildet sind.
[0041] Um eine Wiederverwendung des Messerschildes für einen Graben unterschiedlicher Breite
zu ermöglichen, sind die Querstützen 8 bezüglich ihrer Längsachse längenveränderlich
ausgebildet. Sofern bei der nächsten Wiederverwendung ein wesentlich breiterer oder
schmälerer Graben erstellt werden soll, können die Querstützen 8 auf Grund deren lösbarer
Verbindung mit den Messern 6 auf einfache Weise ausgetauscht werden. Die Führung der
einzelnen Messer 6 bzw. Rahmenwerke in vertikaler Richtung erfolgt durch an der der
Grabensohle 4 zugewandten Unterseite der Messer 6 angeordnete Abstandeinrichtungen
in Form von Zapfen 28. Die Zapfen 28 sind an der Unterseite der Messer 6 fest angeordnet
und stützen sich auf den darunterliegenden, der Grabesohle 4 näher zugewandten Oberseite
des darunterliegenden Messers 6 lediglich ab, sind also mit dieser nicht fest verbunden.
Lediglich die Messer 6 des letzten, der Grabensohle 4 am nächsten liegenden Rahmenwerkes
weisen keine Zapfen 28, sondern nachfolgend erläuterte Abstützeinrichtungen auf, die
auf der Grabesohle 4 aufstehen und das Eigengewicht des gesamten Messerschildes abtragen.
Ersichtlicherweise ist die Länge der Zapfen 28 so bemessen, daß sich die gewünschte
Beabstandung der übereinanderliegenden Messer 6 ergibt.
[0042] Um sicherzustellen, daß die übereinanderliegenden Messer 6 im wesentlichen in einer
gemeinsamen Ebene auch beim Vortrieb der Messer 6 angeordnet sind, sind Führungseinrichtungen
an der Oberseite der Messer 6 vorgesehen, die in den Fig. 6 und 7 dargestellt sind
und später näher beschrieben werden. Die Messer 6 sind vorzugsweise identisch und
zumindest im Bereich des Messerkörpers 14 als Doppel-T-Träger ausgebildet, wobei eine
Flanschoberfläche der jeweiligen Grabeseitenwandung 2 zugewandt ist, die Flansche
im Querschnitt sich somit im wesentlichen in vertikaler Richtung erstrecken, wohingegen
sich der zwischen den Flanschen befindliche Steg, im Querschnitt gesehen, im wesentlichen
in horizontaler Richtung erstreckt. Um zu verhindern, daß durch die Beabstandung der
übereinanderliegenden Messer 6 Material aus den Grabenseitenwandungen 2 in den durch
das Messerschild freigeahltenen Bereich fällt, sind auf den, den Grabenseitenwandungen
2 zugewandten Flanschoberflächen Abdekkungen 18 vorgesehen, die sich auch gegenseitig
überlappen können. Die Abdeckungen 18 können aus im Querschnitt dünnen Metallplatten
bestehen und erstrecken sich vorzugsweise über die gesamte Länge, zumindest jedoch
über die Länge des Messerkörpers 10 sowie einen Teil des sich daran anschließenden
Messerschwanzes 12.
[0043] Um den Vortrieb der einzelnen Messer 6 zu ermöglichen, sind die übereinanderliegenden
Messer 6 jeweils über zumindest eine Vorschubpresse 20 miteinander verbunden (Fig.
1). Im Regelfall genügt jeweils die Anordnung einer Vorschubpresse 20 zwischen den
übereinanderliegenden Messern 6. Da allerdings am, in Richtung der Grubensohle 4 gesehen,
vorletzten Rahmenwerk ein Räumschild 22 angeordnet ist, sind zwei Vorschubpressen
20 an jedem der jeweiligen Messer 6 des vorletzten Rahmenwerks angeordnet, um die
durch das die Grubensohle 4 planierende Räumschild 22 zusätzlich auftretenden Reibungskräfte
einfacher überwinden zu können.
[0044] Die Abstützung des Messerschildes an der Grabensohle 4 erfolgt über Abstützeinrichtungen
in Form von insbesondere hydraulisch betätigbaren Abstützpressen bzw. Pressen 24.
Die beiden letzten, der Grabensohle 4 zugewandten Paare von Messern 6 weisen jeweils
vier solcher Pressen 24 auf. Die Pressen 24 sind bei dem letzten, der Grabensohle
nähesten Paar von Messern 6 im Bereich der Messer 6 angeordnet, so daß jedes dieser
Messer 6 von zwei Pressen 24 abgestützt ist. Beim vorletzten, der Grabensohle 4 zweitnähesten
Paar von Messern 6 sind die Pressen 24 an den Querstützen 8, vorzugsweise im Bereich
des Anschlusses der Querstütze 8 an die Messer 6, angeordnet. Die Pressen 24 stehen
zur besseren Verteilung des Druckes nicht direkt auf der Grabensohle 4 auf, sondern
auf Kufen 26, wobei jedes Paar von, in Vortriebsrichtung gesehen, hintereinanderliegenden
Pressen 24 auf jeweils einer Kufe 26 aufsteht. Die Länge der Kufe 26 ergibt sich durch
die Beabstandung der hintereinanderliegend angeordneten Pressen 24 zuzüglich eines
Überstandes in Vortriebsrichtung und entgegen der Vortriebsrichtung. Im Bereich des
in Vortriebsrichtung weisenden freien Endes der Kufen 26 ist der Räumschild 22 angeordnet,
der vorzugsweise höhenregulierbar ausgebildet ist.
[0045] Der Vortrieb des Messerschildes bei einer Geradeaus-Fahrt wird anhand der Fig. 1
nachfolgend erläutert. Dazu sind die fünf in Fig. 1 gezeigten Vorschubpressen 20 zusätzlich
mit den Buchstaben A bis E bezeichnet. Es versteht sich, daß diese Vorschubpressen
20 auch bei den gegenüberliegenden Messern 6 in gleicher Weise angeordnet sind, wie
dies in Fig. 2 angedeutet ist. Beim Vortrieb des Messerschildes wird zunächst mit
dem obersten, der Grabensohle 4 fernsten Paar von Messern 6, dem sogenannten obersten
Rahmenwerk begonnen. Die sich gegenüberliegenden Vorschubpressen 20 eines jeden Rahmenwerks
werden dabei gleichzeitig und um die gleiche Länge aus- bzw. eingefahren. Das oberste
Rahmenwerk wird mit Hilfe der Pressen 20A, deren Kolbenstangen am obersten Rahmenwerk
und deren Zylinderrohre am darunterliegenden Rahmenwerk befestigt sind, vorgetrieben,
indem die Kolbenstangen ausgefahren werden. Der Vortrieb des unterhalb des obersten
Rahmenwerks gelegenen Rahmenwerks sowie des mittleren Rahmenwerks erfolgt analog zum
Vortrieb des obersten Rahmenwerks, wobei dabei die oberen, sich im ausgefahrenen Zustand
befindenden Vorschubpressen 20 kraftlos gestellt oder unter Druck einziehbar sind
und beim Vortrieb des jweils darunterliegenden Rahmenwerks somit wieder eingeschoben
bzw. eingezogen werden. Vor dem Vortrieb des vorletzten, der Grabensohle 4 zweitnähesten
Rahmenwerks werden dessen Kufen 26 durch Einfahren bzw. Entlasten der entsprechenden
Pressen 24 von der Grabensohle 4 abgehoben bzw. zumindest von einem Teil des Eigengewichtes
des Messerschildes entlastet. Das gesamte Eigengewicht des Messerschildes wird dann
durch die Pressen 24 bzw. Kufen 26 des letzten, der Grabensohle 4 nähesten Rahmenwerks
abgetragen. Zwischen dem vorletzten und dem letzten Rahmenwerk befinden sich auf jeder
Seite zwei Vorschubpressen 20D, 20E, wobei die Vorschubpresse 20D eingefahren ist.
Die Kolbenstange der Vorschubpressen 20D ist am vorletzten Rahmenwerk, deren Zylinderrohr
am letzten Rahmenwerk befestigt. Die Vorschubpresse 20E befindet sich im ausgefahrenen
Zustand, wobei deren Zylinder am vorletzten Rahmenwerk und deren Kolbenstange am letzten
Rahmenwerk befestigt ist. Zum Vortrieb des vorletzten Rahmenwerks fahren die Kolbenstangen
der Vorschubpressen 20D aus, wobei gleichzeitig die Kolbenstangen der Vorschubpressen
20E eingefahren werden. Nach dem Vortrieb des vorletzten Rahmenwerks werden die Pressen
24 sowie die damit verbundenen Kufen 26 wieder ausgefahren. Durch diese Maßnahme wird
erreicht, daß das gesamte Gewicht des Messerschildes, abgesehen von dem Gewicht des
letzten Rahmenwerks, durch die Abstützeinrichtung des vorletzten Rahmenwerks aufgenommen
wird. Das letzte Rahmenwerk ist damit vom Eigengewicht der übrigen Rahmenwerke unbelastet.
Beim Vortrieb des letzten Rahmenwerkes werden - wie beim vorletzten Rahmenwerk auch
- zunächst die Kufen 26 durch Betätigung der entsprechenden Pressen 24 eingefahren
bzw. entlastet. Zum Vortrieb des letzten Rahmenwerkes werden die Vorschubpressen 20E
ausgefahren, wobei zur Unterstützung des Vortriebs gleichzeitig die Kolbenstangen
der Vorschubpressen 20D eingefahren werden. Nach erfolgtem Vortrieb des letzten Rahmenwerks
werden dessen Pressen 24 zusammen mit den Kufen 26 wieder ausgefahren, um einen Teil
des Eigengewichts des Messerschildes mit abzutragen. Anschließend beginnt ein neues
Vortriebsspiel, beginnend mit dem obersten Rahmenwerk.
[0046] Die Steuerung des Messerschilde in vertikaler Richtung, d.h. ein Heben und Senken
des Messerschildes, erfolgt beim Heben durch Ausfahren der in Vortriebsrichtung gesehen,
vorderen Pressen 24 des vorletzten sowie letzten Rahmenwerks. Dadurch wird der geamte
Messerschild vorne angehoben. Durch gleichzeitiges Einfahren bzw. Entspannen der hinteren
Pressen 24 des vorletzten und letzten Rahmenwerks kann die Aufwärtsbewegung des Messerschildes
unterstützt werden. Soll der Messerschild dagegen nach unten, d.h. in Richtung der
Grabensohle 4 gesteuert werden, werden die vorderen Pressen 24 des vorletzten und
letzten Rahmenwerks entspannt oder etwas abgesenkt. Unter dem Einfluß des Eigengewichts
bewegt sich dann der gesamte Messerschild beim weiteren Vortrieb nach unten. Das Nach-unten-Bewegen
des Messerschildes kann wiederum dadurch unterstützt werden, daß die hinteren Pressen
24 des vorletzten und letzten Rahmenwerks unter erhöhten Druck bzw. ausgefahren werden.
[0047] Die horizontale Steuerung des Messerschildes, d.h. ein Vortrieb von der Geradeaus-Fahrt
abweichend nach rechts oder links, also für eine Kurvenfahrt, kann durch einen ungleichen
Vortrieb der Messer 6 jedes einzelnen Rahmenwerkes, beginnend beim obersten, der Grabensohle
4 abgewandten Rahmenwerk erreicht werden. Dazu müssen lediglich die entsprechenden
Vorschubpressen 20 unterschiedlich weit ausgefahren werden, so daß das entsprechende
Rahmenwerk eine Richtungsabweichung erfährt. Soll z.B. eine Rechtskurve gefahren werden,
so wird die in Vortriebsrichtung linke Vorschubpresse 20 entsprechend mehr ausgefahren
als die gegenüberliegende rechte Vorschubpresse 20. Unterstützt wird die horizontale
Steuerbewegung durch eine entsprechende Ausbildung der Messerköpfe 10, wie dies später
anhand der Fig. 8 erläutert wird.
[0048] Der Vortrieb der einzelnen Rahmenwerke mit Hilfe der Vorschubpresse 20 läßt sich
mit einer hydraulischen Folgeschaltung automatisieren, so daß ein kontinuierlicher
Vortrieb des gesamten Messerschildes ermöglicht wird. Da somit Stillstandzeiten beim
Vortrieb des Messerschildes entfallen, kann bei dem vorgeschlagenen Messerschild in
dessen vorderen Bereich zum Aushub des Grabens eine kontinuierlich arbeitende Gratenfräse
eingesetzt werden, anstelle den Aushub mit einer gesonderten Vorrichtung, beispielsweise
einem vor Kopf des Grabens angeordneten Bagger, vorzunehmen.
[0049] In Fig. 4 ist eine Variante bei der Anordnung der Vorschubpressen 20 gezeigt, wobei
hier die übereinanderliegenden Messer 6 eines jeden Rahmenwerkes über jeweils eine
Vorschubpresse 20 miteinander verbunden sind. Es ergeben sich somit für jede Seite
des Messerschildes vier Vorschubpressen 20, also eine Vorschubpresse 20 weniger als
Rahmenwerke bzw. seitlich übereinanderliegende Messer 6 vorhanden sind. Dazu muß jedoch
die, das vorletzte sowie das letzte Rahmenwerk verbindende Vorschubpresse 20 in beiden
Richtungen betätigbar sein d.h., mit Druck ausfahrbar sowie entsprechend einziehbar.
Nimmt man für die Druckkraft einer Vorschubpresse 20 100 % an, so beträgt dessen Zugkraft
aber, wegen der im Vergleich zu seiner Kolbenfläche kleinern Ringfläche lediglich
ca. 50 % seiner Druckkraft. Bei der in Fig. 4 gezeigten Anordnung muß die unterste
Vorschubpresse 20 zum Vortrieb des in bezug auf die Grabensohle 4 vorletzten Messers
6 bzw. Rahmenwerks eingezogen werden, so daß in der Folge hierfür lediglich 50 % der
Druckkraft zur Verfügung stehen, es sei denn, daß die darüberliegende Vorschubpresse
20 mit eingezogen wird. Sobald am vorletzten Rahmenwerk der in Fig. 1 gezeigte Räumschild
22 angeordnet ist, kann diese verminderte Druckkraft möglicherweise für einen Vortrieb
nicht ausreichend sein, da neben dem vorletzten Rahmenwerk auch der Räumschild 22
vorgetrieben werdn muß. Es kann deshalb erforderlich sein, beispielsweise wie in Fig.
1 bis 3 gezeigt, zwischen dem vorletzten und letzten Rahmenwerk eine Anordnung von
zwei Vorschubpressen 20, nämlich die Vorschubpressen 20D und 20E anzuordnen, die dann
zusammen durch Aus-bzw. Einfahren das vorletzte Rahmenwerk vortreiben.
[0050] Fig. 5 zeigt eine weitere Variante der Anordnung von Vorschubpressen 20 bei einem
ebenfalls aus fünf Rahmenwerken bestehenden Messerschild. Die beiden obersten sowie
die beiden untersten Rahmenwerke bzw. Messer 6 sind dabei über zwei Vorschubpressen
20 miteinander verbunden, wobei sich eine Vorschubpresse 20 in eingefahrenem Zustand
und die andere Vorschubpresse 20 in ausgefahrenem Zustand befindet. Die übrigen Rahmenwerke
bzw. Messer 6 sind über jeweils eine Vorschubpresse 20 miteinander verbunden. Nimmt
man die Druckkraft einer Vorschubpresse 20 wieder mit 100 % an, so kann bei der Anordnung
gemäß Fig. 5 jedes Rahmenwerk mit einer Vortriebskraft von 150 % der Druckkraft einer
jeden Vorschubpresse 20 angetrieben werden. Hier soll noch einmal erwähnt werden,
daß auf der gegenüberliegenden, nicht dargestellten Seite des Messerschildes die in
Fig. 5 gezeigten Vorschubpressen 20 in identischer Weise bei den gegenüberliegenden
Messern 6 angeordnet sind. Beim Vortrieb eines jeden Rahmenwerkes gemäß Fig. 5 kann
dann mit einer Vorschubpresse 20 Druck (100 %) ausgeübt werden während mit der entsprechenden
anderen Vorschubpresse 20 Zug (50 %) ausgeübt werden kann.
[0051] Die Fig. 6 und 7 zeigen die Anordnung von Abstand- sowie Führungseinrichtungen zwischen
übereinander angeordneten Messern 6. Die Fig. 6 zeigt dabei einen Querschnitt in Querrichtung
durch zwei übereinander angeordnete Messer 6, während die Fig. 7 einen Schnitt entlang
der Linie I-I aus Fig. 6 darstellt. Zwischen der Unterseite des in bezug auf die Grabensohle
4 oberen Messers 6 und der Obrseite des benachbarten unteren Messers 6 ist die Abstandeinrichtung
in Form des Zapfens 28 ausgebildet. Der Zapfen 28 ist an der Unterseite des oberen
Messers 6 fest angeordnet, beispielsweise angeschweißt, während er auf der Oberseite
des unteren Messers 6 lediglich aufliegt. Die Länge des Zapfens 28 ist so bemessen,
daß sich der gewünschte Abstand zwischen den Messern 6 ergibt, insbesondere unter
Beachtung des maximal erlaubten Abstandes zwischen den an der nicht dargestellten
Grabenseitenwandung 2 auf die Messer 6 aufgesetzten Abdekkungen 18, die hier beispielsweise
nicht übereinanderlappend ausgebildet sind, sondern zueinander einen geringen Abstand
bzw. Spalt aufweisen, dessen Größe so bemessen ist, daß möglichst wenig Erdreich aus
den Grabenseitenwandungen zwischen den Abdeckungen 18 in das Innere des Messerschildes
fallen kann. Vorzugsweise sind, über die Länge der Messer gesehen, zwei solcher Zapfen
28 angeordnet. Um die Reibung zwischen den einzelnen Messern 6 möglichst gering zu
halten, kann das freie Ende des Zapfens 28 beispielsweise mit einem besonders reibungsarmen
Material beschichtet sein. Um zu erreichen, daß beim Vortrieb der einzelnen Messer
6 die auf einer Seite des Messerschildes übereinanderliegenden Messer 6 beim Beenden
eines Vortriebszyklus' im wesentlichen in einer gemeinsamen vertikalen Ebene verlaufen,
sind Führungseinrichtungen in Form von Keilen 30 angeordnet, die mit den Zapfen 28
zusammenwirken. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Messer 6 im Querschnitt
als Doppel-T-Träger ausgebildet, so daß die Zapfen 28 an den sich gegenüberliegenden
Stegflächen der jeweiligen Messer 6 angeordnet sind. Die Keile 30 sind auf der Oberseite
der Messer 6 zwischen dem Steg des Doppel-T-Trägers und einer Flanschhälfte ausgebildet
und verringern, entgegen der Vortriebsrichtung (Pfeil A) gesehen, den Abstand zwischen
den gegenüberliegenden Flanschflächen kontinuierlich. Entgegen der Vortriebsrichtung
gesehen laufen die Keile 30 an ihrem freien Ende in einen Bereich über, der den Abstand
zwischen den Flanschen nicht mehr kontinuierlich verringert, sondern über eine bestimmte
Strecke gleichmäßig einschnürt. In diesem Bereich wird der Zapfen 28 des darüberliegenden
Messers 6 angeordnet sein, wenn dieses sich vor dem nächsten Vortrieb befindet. Bei
einer Kurvenfahrt des Messerschildes wird zunächst mit dem Vortrieb des obersten Rahmenwerkes
begonnen, wobei dessen Messer 6 beispielsweise unterschiedlich weit vorgetrieben werden.
Die horizontale Bewegung des obersten Rahmenwerkes bzw. dessen Messer 6, d.h. die
Abweichung nach rechts oder links, wird durch die Ausbildung der Keilflächen bzw.
der Keile 30 nicht behindert, da sich diese, in Vortriebsrichtung gesehen, verjüngen
und somit den Abstand zwischen den gegenüberliegenden Flanschen aufweiten. Sobald
das oberste, der Grabensohle 4 fernste Rahmenwerk die gewünschte Horizontalbewegung
ausgeführt hat, wird das darunterliegende Rahmenwerk vorgetrieben. Am Ende des Vortriebsschrittes
muß dieses Rahmenwerk der neuen horizontalen Ausrichtung des obersten Rahmenwerkes
auf Grund der Keile 30 folgen. Nach Beendigung des Vortriebs dieses Rahmenwerkes liegt
nämlich der Teil des Keiles 30, der eine bestimmte Strecke zwischen den Flanschen
gleichmäßig einschnürt, an dem Zapfen 28 des obersten Rahmenwerkes an, was die gewünschte
Aussrichtung zur Folge hat. Sämtliche weiteren Rahmenwerke, nach unten zur Grabensohle
4 gesehen, richten sich ebenfalls in ihrer Lage jeweils nach den direkt darüberliegenden
Rahmenwerken aus, so daß schließlich bei Beendigung eines Vortriebszyklus' alle Rahmenwerke
des Messerschildes wiederum die gleiche Lage aufweisen, d.h. in etwa in einer gemeinsamen
vertikalen Ebene ausgerichtet sind. Für jeden Zapfen 28 ist jeweils ein Keil 30 vorhanden,
dessen Höhe vorzugsweise der halben Höhe des Flansches des Messers 6 entspricht. Die
Zapfen 28 stützen die einzelnen Rahmenwerke untereinander, so daß letztlich über die
Zapfen 28 das Eigengewicht des Messerschildes in dessen Kufen 26 eingeleitet werden
kann. Die durch den Vortrieb mögliche Relativbewegung der einzelnen Rahmenwerke in
horizontaler Richtung wird somit durch das Zusammenwirken zwischen den Keilen 30 bzw.
deren Keilflächen und den Zapfen 28 soweit begrenzt, daß die einzelnen Rahmenwerke
nach beendetem Vortriebszyklus annähernd lotrecht untereinanderliegen.
[0052] Fig. 8 zeigt in einer Draufsicht von oben den Endbereich eines Messers 6 bzw. dessen
Messerkopf 10. Der erfindungsgemäße Messerschild weist vorzugsweise Messer 6 auf,
deren Messerköpfe 10 in identischer Weise gemäß Fig. 8 ausgebildet sind. Die Spitze
des Messerkopfes 10 wird nicht nur allein durch eine Anschrägung des Endbereiches
der zur Mitte des Messerschildes hin weisenden Fläche erreicht. Vielmehr weist der
Messerkopf 10 in dessen Endbereich zunächst ein Verschiebeteil 32 auf, dessen freies
Ende die Spitze des Messerkopfes 10 bildet. Die Längsachse des Verschiebeteils 32
weist schräg zur nicht dargestellten Grabenseitenwandung 2 hin und ist insbesondere
im wesentlichen parallel zu der schrägen Ausbildung der zur Grabenmitte hin weisenden
Fläche des Endbereiches des Messerkopfes 10 ausgebildet. Das Verschiebeteil 32 ist
im Endbereich des Messerkopfes 10 geführt und kann über eine am, der Grabenseitenwandung
2 abgewandten freien Ende des Verschiebeteils 32 angeordneten Verstelleinrichtung
34 verfahren werden. Die Verstelleinrichtung 34 kann beispielsweise aus einer Spindel
o.ä. bestehen, wobei das Verstellen des Verschiebeteils 32 vorzugsweise automatische
steuerbar ist. Das zur Grabenseitenwandung 2 hin weisende freie Ende des Verschiebeteils
32 weist vorzugsweise Zähne auf, um den Vortrieb des entsprechenden Messers 6 zu erleichtern.
Die der Grabenseitenwandung 2 zugewandte Fläche des Messers 6 ist im Endbereich des
Messerkopfes 10 zur Grabenmitte hin abgebogen ausgebildet, wodurch eine Art Einziehung
36 ausgebildet wird. Das freie Ende der Einziehung geht in das Verschiebeteil 32 über
und ist insbesondere von der Grabenseitenwandung 2 entsprechend beabstandet. Das Verschiebeteil
32 unterstützt die horizontale Steuerung des Messerschildes, die jedoch grundsätzlich
über einen unterschiedlichen Vortrieb der Messer 6 eines jeden Rahmenwerkes erfolgen
kann. Soll das Messer 6 gemäß Fig. 8 eine Bewegung des entsprechenden Rahmenwerkes
nach rechts, d.h. in Fig. 8 nach unten, unterstützen, wird das Verschiebeteil 32 durch
die Verstelleinrichtung 34 zurückgeschoben, d.h. zur Grabenmitte hin von der Grabenseitenwandung
2 wegbewegt. Durch die an der Außenseite des Messers 6 ausgebildete Einziehung 36
erfolgt eine Ablenkung des Messerkopfes 10 und somit des gesamten Messers 6 in die
gewünschte Richtung. Soll das Messer hingegen in entgegengesetzter Richtung, d.h.
das entsprechende Rahmenwerk nach links oder bezüglich der Fig. 8 nach oben gesteuert
werden, wird das Verschiebeteil 32 nach außen, d.h. zur Grabenseitenwandung 2 hin
vorgeschoben, so daß die Spitze des Verschiebeteils 32 über die sich an die Einziehung
36 anschließende Fläche des Messers 6 hinaus in die Grabenseitenwandung 2 hineinragt
bzw. übersteht. Die Spitze des Verschiebeteils 32 schneidet somit ein entsprechendes
Überprofil, in welches sich der Messerkopf 10 hineinbewegen kann, um die gewünschte
Richtungsänderung zu bedingen bzw. zu unterstützen. Vorzugsweise ist das Verschiebeteil
32 in seinem Endbereich zur Vortriebsrichtung hin abgeknickt ausgebildet, so daß eine
bestimmte Fläche des freien Bereiches des Verschiebeteils 32 an der Grabenseitenwandung
2 anliegt. Diese Fläche ist, zur Unterstützung einer möglichst genauen Geradeaus-Fahrt
beim Vortrieb des Messerschildes, parallel zu der sich an die Einziehung 36 anschließenden,
an der Grabenseitenwandung 2 anliegendenen Fläche der Messer 6 ausgebildet.
[0053] Fig. 9 zeigt schließlich eine Absenkeinrichtung für den Absenkvorgang des Messerschildes
am Beginn dessen Einbaus in einen zu erstellenden Graben in Form eines Querschnittes
in Querrichtung durch das vorletzte und letzte Rahmenwerk des erfindungsgemäßen Messerschildes.
Die Ausbildung des freien, zur Grabensohle 4 hin gewandten Endes dieser Absenkeinrichtung
ist in Fig. 10 gezeigt. Eine Absenkeinrichtung wird dann angeordnet, wenn keine eigene
Baugrube mit den erforderlichen Abmessungen zuvor erstellt wird, in welcher dann die
einzelnen Rahmenwerke montiert werden können. In diesem Fall wird mit dem sogenannten
Absenkverfahren gearbeitet. Hierzu werden einige Rahmenwerke, bestehend aus den Messern
6 sowie den diese verbindenden Querstützen 8 übereinandergelegt, wobei das unterste
Rahmenwerk - wie in Fig. 9 gezeigt - mit längsverlaufenden Schneiden 38 versehen ist.
Die Schneiden 38 erstrecken sich vorzugsweise über die gesamte Länge der beiden Messer
6 des untersten Rahmenwerks, zumindest jedoch über einen wesentlichen Teil ihrer gesamten
Länge. Die Schneiden 38 sind - jeweils für sich getrennt - an den Unterseiten der
beiden Messer 6 des letzten Rahmenwerkes lösbar angeordnet. Ihr Querschnitt ist vorzugsweise
in Form eines rechtwinkligen Dreiecks ausgebildet, wobei eine Spitze dieses Dreieckes
zur nicht dargestellten Grabesohle 4 hinweisend ausgerichtet ist. In entsprechender
Weise wird der rechte Winkel zwischen der nicht dargestellten Grabenseitenwandung
2 und der Unterseite des entsprechenden Messers 6 angeordnet sein. Der nach unten
weisende Winkel des dreieckförmigen Querschnitts der Schneiden 38 stellt die Schneidkante
dar, die geradlinig ausgebildet sein kann oder aber auch - wie in Fig. 10 gezeigt
- zahnförmig ausgebildet sein kann, also voneinander beabstandete freistehende Zähne
40 aufweist. Auf Grund des Eigengewichtes der einzelnen Rahmenwerke senkt sich der
Messerschild mit fortschreitendem Aushub in die Baugrube ab. Diese Absenkbewegung
kann durch eine hin- und hergehende Bewegung der entsprechenden Vorschubzylinder 20
zwischen dem vorletzten und letzten Rahmenwerk unterstützt werden. Sobald die gewünschte
Lage des Messerschildes erreicht wird, werden die Schneiden 38 gelöst und aus der
Baugrube entfernt, wobei anschließend an den Unterseiten der Messer 6 des letzten,
der Grabensohle 4 zugewandten Rahmenwerks die Pressen 24 zusammen mit den Kufen 26
installiert werden. Danach können die entsprechenden Pressen 24 sowie Kufen 26 des
vorletzten Rahmenwerks an dessen Querstützen 8 angeordnet werden.
[0054] Schließlich soll noch einmal die besondere Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf die
Möglichkeit eines individuellen Einsatzes des vorgeschlagenen Messerschilds anhand
eines nicht dargestellten Beispieles hingewiesen werden. Beispielsweise sei mit dem
erfindungsgemäßen Messerschild ein Graben erstellt worden, bei welchem neun übereinander
angeordnete Rahmenwerke bzw. Verbauelemente benötigt wurden. Für den Fall, daß anschließend
zwei offene Gräben geringerer Tiefe zu erstellen seien, für die zum einen fünf und
zum anderen vier Rahmenwerke erforderlich sind, läßt sich der aus neun Rahmenwerken
bestehende Messerschild entsprechend teilen, indem die obersten fünf Rahmenwerke sowie
die sich daran anschließenden übrigen vier Rahmenwerke in zwei getrennte Messerschilde
geteilt werden. Bei dem einen dann entstehenden Messerschild müssen dann selbstverständlich
die fehlenden Kufen, Pressen etc. hinzugefügt werden. Auf Grund der Möglichkeit, das
erfindungsgemäße Messerschild in mehrere Messerschilde zu teilen, ist es von Vorteil,
wenn sämtliche Anbauten, wie z.B. die Pressen für die Kufen etc. angeschraubt und
nicht angeschweißt werden.
- 2
- Grabenseitenwandungen
- 4
- Grabensohle
- 6
- Messer
- 8
- Querstütze
- 10
- Messerkopf
- 12
- Messerschwanz
- 14
- Messerkörper
- 18
- Abdeckungen
- 20
- Vorschubpresse
- 22
- Räumschild
- 24
- Presse
- 26
- Kufen
- 28
- Zapfen
- 30
- Keil
- 32
- Verschiebeteil
- 34
- Verstelleinrichtung
- 36
- Einziehung
- 38
- Schneiden
- 40
- Zahn
- A
- Vortriebsrichtung
1. Messerschild mit Horizontal- und Vertikalsteuerung zum kontinuierlichen Vortrieb von
offenen Gräben im Boden, die Grabenseitenwandungen (2) stützenden, übereinander angeordneten,
zueinander in Vorschubrichtung längsverschieblichen Verbauelementen, welche jeweils
ein Paar von sich gegenüberliegenden Messern (6) zur Anlage und Abstützung der Grabenseitenwandungen
(2) und zwei Querstützen (8), durch welche die Messer (6) des Paares von Messern (6)
zur Bildung eines Rahmenwerks miteinander verbunden sind, aufweisen, wobei die übereinanderliegenden
Messer (6) zweier benachbart übereinander angeordneter Verbauelemente jeweils über
wenigstens eine Vorschubpresse (20) miteinander verbunden sind, die Verbindungsstelle
jeder Vorschubpresse (20) mit dem jeweils oberen Messer (6) und die Verbindungsstelle
mit dem jeweils unteren Messer (6) zueinander horizontal versetzt angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei Verbauelemente vorhanden sind und die
beiden letzten, der Grabensohle (4) nähesten Paare von Messern (6) jeweils über Abstützeinrichtungen
auf der Grabensohle (4) abgestützt sind und die Abstützeinrichtungen aus jeweils vier
hydraulisch betätigbaren Pressen (24) bestehen.
2. Messerschild nach Anspruch 1, bei welchem die erste Querstütze (8) im Bereich zwischen
Messerkopf (10) und Messerkörper (14) des Messers (6) und die zweite Querstütze (8)
im Bereich zwischen Messerkörper (14) und Messerschwanz (12) des Messers (6) angeordnet
ist.
3. Messerschild nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem die Querstützen (8) bezüglich ihrer
Längsachsen längenverstellbar ausgebildet sind.
4. Messerschild nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem zwischen den übereinander
angeordneten Messern (6) Abstandeinrichtungen angeordnet sind, welche mit der der
Grabensohle (4) zugewandten Unterseite der jeweils oberen Messer (6) verbunden und
auf der von der Grabensohle (4) abgewandten Oberseite des jeweils benachbarten unteren
Messers (6) lediglich aufliegen.
5. Messerschild nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem jeweils an der von der
Grabensohle (4) abgewandten Oberseite der Messer (6) Führungseinrichtungen ausgebildet
sind, die mit den Abstandeinrichtungen so zusammenwirken, daß die an einer Grabenseitenwandung
(2) anliegenden Messer (6) im wesentlichen in einer gemeinsamen vertikalen Ebene ausgerichtet
werden.
6. Messerschild nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem die Vorschubpressen (20)
an den übereinanderliegenden Messern (6) im Bereich zwischen Messerkopf (10) und Messerkörper
(14) des einen Messers (6) und im Bereich zwischen Messerkörper (14) und Messerschwanz
(12) des anderen Messers (6) angeordnet sind, insbesondere im Bereich zwischen den
Querstützen (8).
7. Messerschild nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welchem die übereinander angeordneten
Messer (6) der beiden letzten, der Grabensohle (4) nähesten Paare von Messern (6)
über zwei Vorschubpressen (20) miteinander verbunden sind.
8. Messerschild nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei welchem bei den letzten, der Grabensohle
(4) nähesten Paaren von Messern (6) zwei Pressen (24) jeweils im Bereich zwischen
Messerkopf (10) und Messerkörper (14) und zwei Pressen (24) im Bereich zwischen Messerkörper
(14) und Messerschwanz (12) angeordnet sind.
9. Messerschild nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welchem die der Grabenseitenwandung
(2) zugewandte Fläche des Messers (6) im Endbereich des Messerkopfes (10) zur Grabenmitte
hin abgebogen ausgebildet ist und an der schräg zur Grabenseitenwandung (2) hin verlaufenden,
dieser gegenüberliegenden, die Spitze des Messerkopfes (10) bildenden Fläche ein Verschiebeteil
(32) angeordnet ist, wobei das freie Ende des Verschiebeteils (32) die Spitze des
Messerkopfes (10) bildet.
1. Blade apparatus having horizontal and vertical control for continuously advancing
open trenches in the ground, having lining elements which support the side walls (2)
of the trench, are arranged one on top of the other, are longitudinally displaceable
with respect to one another in the advancing direction and each have a pair of blades
(6), located opposite one another, for bearing against and supporting the side walls
(2) of the trench and two transverse supports (8) by means of which the blades (6)
of the pair of blades (6) are connected to one another to form a framework, the blades
(6) which lie one on top of the other of two lining elements which are arranged adjacently
one on top of the other are each connected to one another via at least one advancing
press (20), the connection point of each advancing press (20) with the respectively
upper blade (6) and the connection point with the respectively lower blade (6) being
arranged offset horizontally with respect to one another, characterized in that there
are at least three lining elements on which the last two pairs of blades (6) which
are nearest to the bottom (4) of the trench are supported on the bottom (4) of the
trench by means of supporting devices, in each case, and the supporting devices each
comprise four hydraulically activated presses (24).
2. Blade apparatus according to Claim 1, in which the first transverse support (8) is
arranged in the region between the blade head (10) and blade body (14) of the blade
(6) and the second transverse support (8) is arranged in the region between the blade
body (14) and blade tail (12) of the blade (6).
3. Blade apparatus according to Claim 1 or 2, in which the transverse supports (8) are
constructed so as to be longitudinally adjustable with respect to their longitudinal
axes.
4. Blade apparatus according to one of Claims 1 to 3, in which spacing devices, which
are connected to the underside, facing the bottom (4) of the trench, of the respective
upper blades (6) and which merely rest on the upper side, facing away from the bottom
(4) of the trench, of the respective adjacent lower blade (6), are arranged between
the blades (6) which are arranged one on top of the other.
5. Blade apparatus according to one of Claims 1 to 4, in which guide devices are formed
in each case on the upper side, facing away from the bottom (4) of the trench, of
the blades (6), which guide devices interact with the spacinq devices in such a way
that the blades (6) which rest against one side wall (2) of the trench are aligned
essentially in a common vertical plane.
6. Blade apparatus according to one of Claims 1 to 5, in which the advancing presses
(20) are arranged on the blades (6), lying one on top of the other, in the region
between the blade head (10) and blade body (14) of one blade (6) and in the region
between the blade body (14) and blade tail (12) of the other blade (6), in particular
in the region between the transverse supports (8).
7. Blade apparatus according to one of Claims 1 to 6, in which the blades (6), arranged
one on top of the other, of the last two pairs of blades (6) which are nearest to
the bottom (4) of the trench are connected to one another via two advancing presses
(20).
8. Blade apparatus according to one of Claims 1 to 7, in which, in the case of the last
pairs of blades (6) which are nearest to the bottom (4) of the trench, two presses
(24) are arranged in each case in the region between the blade head (10) and blade
body (14), and two presses (24) are arranged in the region between the blade body
(14) and blade tail (12).
9. Blade apparatus according to one of Claims 1 to 8, in which the surface, facing the
side wall (2) of the trench, of the blade (6) is constructed in the end region of
the blade head (10) bent towards the centre of the trench, and a displacement component
(32) is arranged on the surface which runs obliquely towards the side wall (2) of
the trench, lies opposite the said side wall (2), and forms the tip of the blade head
(10), the free end of the displacement component (32) forming the tip of the blade
head (10).
1. Bouclier à lames à commande horizontale et verticale pour le creusement en continu
de tranchées ouvertes dans le sol, qui comporte des éléments de blindage soutenant
les parois latérales (2) de la tranchée, disposés les uns au-dessus des autres et
coulissants longitudinalement les uns par rapport aux autres dans la direction d'avance,
ces éléments de blindage comportant chacun une paire de lames (6) disposées à l'opposé
l'une de l'autre, pour la mise en place et l'appui des parois latérales (2) de la
tranchée, et deux poutres d'appui transversal (8), par l'intermédiaire desquels les
lames (6) de la paire de lames (6) sont reliées l'une à l'autre pour réaliser un bâti
de cadre, les lames (6) disposées les unes au-dessus des autres de deux éléments de
blindage disposés contigus l'un au-dessus de l'autre étant reliées chaque fois l'une
à l'autre par l'intermédiaire d'au moins un vérin d'avance par poussage (20) et les
emplacements de liaison de chaque vérin d'avance par poussage (20) avec la lame supérieure
correspondante (6), étant disposés décalés horizontalement par rapport à l'emplacement
de liaison avec la lame inférieure (6) correspondante, caractérisé en ce que sont
prévus au moins trois éléments de blindage, dont les deux derniers sont appuyés, par
l'intermédiaire d'organes d'appui, sur le fond de tranchée (4) de la plus proche paire
de lames (6), ces organes d'appui, se composant chacun de quatre vérins de levage
(24) susceptibles d'être actionnés hydrauliquement.
2. Bouclier à lames selon la revendication 1, dans lequel le premier appui transversal
(8) est disposé dans la zone entre la tête de lame (10) et le corps de lame (14) de
la lame (6), tandis que la deuxième poutre d'appui transversal (8) est disposé dans
la zone entre le corps de lame (14) et la queue de lame (12) de la lame (6).
3. Bouclier à lames selon la revendication 1 ou 2, dans lequel les poutres d'appui transversal
(8) sont réalisées réglables en longueur selon leurs axes longitudinaux.
4. Bouclier à lames selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel, entre les lames
(6) disposés l'une au-dessus de l'autre, sont disposés des organes d'écartement, qui
sont disposés isolément en étant reliés à la face inférieure, tournés vers le fond
de tranchée (4), de chaque lame supérieure correspondante (6), et à la face supérieure,
tournée à l'opposé du fond de tranchée (4), de la lame inférieure correspondante,
voisine (6).
5. Bouclier à lames selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel sont prévus, sur
chaque face supérieure des lames (6) tournée à l'opposé du fond de tranchée (4), des
organes de guidage, qui coopèrent avec les organes de guidage de telle façon que les
lames (6) disposées sur une paroi latérale (2) de la tranchée soient orientées sensiblement
dans un même plan vertical commun.
6. Bouclier à lames selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel les vérins d'avance
par poussage (20) sont disposés sur les lames (6) se recouvrant mutuellement, dans
la zone entre la tête de lame (10) et le corps de lame (14) de l'une des lames (6)
et dans la zone entre le corps de lame (14) et la queue de lame (12) de l'autre des
lames (6), en particulier dans la zone entre les poutres d'appui transversal (8).
7. Bouclier à lames selon l'une des revendications 1 à 6, dans lequel les lames (6) disposées
les unes au-dessus des autres des deux dernières paires de lames (6) les plus proches
du fond de la tranchée (4) sont reliées l'une à l'autre par l'intermédiaire de deux
vérins d'avance par poussage (20).
8. Bouclier à lames selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel, pour les dernières
paires de lames (6) les plus proches du fond (4) de la tranchée, sont disposés deux
vérins de levage (24), chacun dans la zone entre la tête de lame (10) et le corps
de lame (14), et deux vérins de levage (24) dans la zone entre le corps de lame (14)
et la queue de lame (12).
9. Bouclier à lames selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel la surface de la
lame tournée vers la paroi latérale (2) de la tranchée est réalisée, dans la zone
d'extrémité de la tête de lame (10), cambrée vers le milieu de la tranchée, et en
ce que, sur la surface formant la pointe de la tête de lame (10) et s'éloignant en
biais de la paroi latérale (2) de la tranchée et en face de cette paroi, est disposée
une pièce coulissante (32) dont l'extrémité libre forme la pointe de la tête de lame
(10).