(19)
(11) EP 0 630 595 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.12.1994  Patentblatt  1994/52

(21) Anmeldenummer: 94109362.7

(22) Anmeldetag:  17.06.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5A45D 2/22, A45D 2/24
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 24.06.1993 DE 4320972

(71) Anmelder: Wiegner, Georg
Kowloon (HK)

(72) Erfinder:
  • Kim, Hyeong Sook (Morin)
    HK Kowloon (HK)

(74) Vertreter: Sparing Röhl Henseler Patentanwälte 
Postfach 14 04 43
40074 Düsseldorf
40074 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Lockenwickler für eine Kaltwelle


    (57) Die Erfindung betrifft einen Lockenwickler für eine Dauerwelle mit einem hohlzylindrischen Wicklerkörper (1) geringen Durchmessers und Vorrichtungen eines Haltemittels, insbesondere eines Spannbandes (4) oder Spannbügels (4), wobei die zylindrische Wandung des Wicklerkörpers (1) zumindest in einem mittleren Bereich eine gitterförmige Struktur aufweist, und daß der Wicklerkörper (1) an einem Ende (2) geschlossen ist und am anderen Ende (5) eine dem inneren Durchmesser des rohrförmigen Körpers entsprechende Öffnung aufweist, in die Haarbehandlungsmittel einbringbar sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Lockenwickler für eine Kaltwelle mit einem hohlzylindrischen Wicklerkörper geringen Durchmessers und Vorrichtungen eines Haltemittels, insbesondere eines Spannbandes oder Spannbügels.

    [0002] Grundsätzlich werden zwei Arten von Haarwicklern unterschieden: Lockenwickler, die zur Herstellung relativ kurzlebiger Locken auf dem feuchten oder trockenen Haar verwendet werden und Kaltwellwickler, die zur Herstellung langlebiger Locken mit Hilfe von Chemikalien verwendet werden. Beide Wicklerarten sind vom Durchmesser her sehr verschieden. Lockenwickler werden in Durchmessern beginnend mit 13 mm bis zu 80 mm verwendet.
    Kaltwellenwickler beginnen mit 4 mm und haben maximal 15 mm Durchmesser.

    [0003] Kaltwellen werden mit Hilfe von Chemikalien erzeugt, die zu einer dauernden Strukturverformung des Haares führen. Dabei läuft ein komplizierter chemischer Prozeß ab, der aus Erweichung der Haarsubstanz mit Hilfe von Wellmitteln und abschließendem Fixieren besteht. Erfolgt die Durchtränkung des Haares mit Wellmittel unvollkommen, so ist das Ergebnis mangelhaft. Erfolgt die anschließende Fixierung unvollkommen, so kann das Ergebnis katastrophal sein - eine totale oder teilweise Verflüssigung der Haarsubstanz, der Verlust ganzer Haarpartien. Dabei kommt dem Wickler eine entscheidene Bedeutung zu. Das auf dem dünnen Wickler in mehreren Lagen stramm aufgewickelte Haar muß bis hinunter auf den Wicklerkern - die erste Lage - gut durchtränkt werden.

    [0004] Die Well- bzw. Fixierflüssigkeit muß also von der oberen, äußersten Lage Haare in die inneren Lagen durchdringen. Dies ist je nach Länge des Haares und damit der Menge auf einem Wickler mehr oder weniger schwierig. Ein weiteres Problem besteht in der zumeist völlig oder größtenteils geschlossenen Wickler-Oberfläche, auf der die Flüssigkeit sich staut, da keine Penetration in oder durch den Wickler möglich ist.

    [0005] Die Kosten und der Zeitaufwand für eine Kaltwell-Behandlung beim Friseur sind erheblich und können oft von modernen, berufstätigen Frauen nicht aufgebracht werden. Daher besteht ein starker Trend zur "Do it Yourself" Heimbehandlung.

    [0006] Es sind bereits zahlreiche Produkte zur Heimbehandlung im Markt. Ein durchschlagender Erfolg scheitert jedoch an der komplizierten Technik, sowie an der relatv großen Gefahr der Haarschädigung. Im Markt angeboten werden prinzipiell zwei Arten von Kaltwellwicklern:
    Vollmaterial Kunststoff-Wickler, die wegen ihres relativ großen Gewichts und der Großen Anzahl an benötigten Wicklern - bis zu 50 Stück - für eine Behandlung Probleme bringen und hohle zweiteilige Wickler, mit Lochungen, die erheblich leichter, aber wesentlich teurer sind, da vornehmlich im Spritzguß-Verfahren zwei Hälften hergestellt werden, die dann miteinander verklebt werden müssen. Allen Wicklern gemeinsam ist, daß sogenannte Spannbänder oder Bügel das aufgewickelte Haar halten.

    [0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kaltwell-Wickler zu schaffen, der bei einfacher Konstruktion, geringem Gewicht und einfacher Handhabung eine vollständige und gleichmäßige Durchtränkung der Haarwicklung erzielt.

    [0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die zylindrische Wandung des Wicklerkörpers zumindest in einem mittleren Bereich eine gitterförmige Struktur aufweist.

    [0009] Ein solcher Lockenwickler hat folgende Vorteile:

    1. Er ist extrem leicht.

    2. Er ist völlig luft- und flüssigkeitsdurchlässig.

    3. Die völlige Durchtränkung des Haarbündels ist gewährleistet.

    4. Es erfolgt keine Stau- oder Nestbildung von Well- oder Fixierflüssigkeit.

    5. Die Aufwickeltechnik ist wesentlich vereinfacht.



    [0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgeführt.

    [0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden naher beschrieben. Es zeigen:
    Figur 1:
    Eine Seitenansicht einer ersten Ausbildungsform.
    Figur 2:
    Eine Unteransicht der ersten Ausbildungsform.
    Figur 3:
    Eine Seitenansicht einer zweiten Ausbildungsform mit teilweise geschlossenem Gitter.
    Figur 4:
    Eine Seitenansicht der ersten Ausbildungsform mit Spannband.
    Figur 5:
    Ein Spannband.
    Figur 6:
    Einen Spannbügel.
    Figur 7:
    Eine Seitenansicht der ersten Ausführungsform mit außen befestigten Klett-, (Haken-) oder Schlaufenband und
    Figur 8:
    die Ausführungsform nach Figur 1, mit angesetzter Sprühdose mit Wellmittel oder Fixierer.


    [0012] Ein hohlzylindrischer Spritzgußkörper 1 aus Kunststroff - vorzugsweise Polystyrol oder Polypropylen -, der in den äußeren Abmessungen (Länge und Durchmesser) dem üblichen Standard entspricht, ist innen völlig zylindrisch. Ein Ende des rohrartigen Körpers 1 ist geschlossen durch ein Kunststoffteil 2 größeren Durchmessers und weist dort eine zapfenförmige Befestigungsvorrichtung 3 für ein Spannband 4 auf. Das andere Ende des rohrartigen Körpers weist auch ein Kunststoffteil 5 größeren Durchmessers auf und ist völlig offen mit Einkerbungen 6 an der äußeren Peripherie zur Aufnahme der anderen Seite des Spannbandes 4. Stattdessen kann auch ein Haltebügel 14 befestigt sein.

    [0013] Die Wandung des rohrartigen Wicklerkörpers 1 ist ein grobmaschiges Gitter mit zahlreichen Öffnungen, durch die Flüssigkeit und Luft völlig ungehindert hindurchtreten können. Die rechteckigen, insbesondere quadratischen Gitteröffnungen 11 haben einen Breite und Höhe von 1 bis 7 mm, vorzugsweise von 1,5 bis 3 mm. Ringförmige Stabiliesierungsringe 7 bringen die erforderliche statische Festigkeit.

    [0014] Beide Enden des Wicklerkörpers 1 haben einen vergrößterten Durchmesser, auf deren Peripherie Rillungen 15 zur besseren Handhabung angebracht sind.

    [0015] Die Öffnungen 11 können auch eine andere Form haben, insbesondere rund oder oval sein. Das Gitter braucht sich nicht über die gesamte Länge des Körers 1 zu erstrecken. Im Ausführungsbeispiel nach Figur 3 ist das Gitter nur im mittleren Bereich 12 nicht aber in den Endbereichen 13 angeordnet. Die Endbereiche 13 sind vielmehr verschlossen und damit undurchlässig.

    [0016] In das offene Ende des Wicklers kann die Auslaßspitze 8 einer Sprühdose 9 eingesteckt werden und in einfachster Weise Flüssigkeit, Aerosolschaum, Lotion usw. eingedrückt werden, wodurch die inneren Lagen Haare auf dem Wickler unmittelbar benetzt werden. Somit wird die gleichmäßige Benetzung des gesamten Haarbündels garantiert.

    [0017] In einer besonderen Ausführungsform ist der gleiche Wickler auf seinem äußeren Umfang teilweise oder ganz mit hochluft- und flüssigkeitsdurchlässigem Haken- oder Schlingenband 10 beschichtet, um das Anfangsfestlegen des Haares bei Beginn des Wickelprozesses zu erleichtern. Auch kann das Innere des rohrförmigen Wicklers völlig oder zum Teil mit saugfähigem Material gefüllt sein.


    Ansprüche

    1. Lockenwickler für eine Dauerelle mit einem hohlzylindrischen Wicklerkörper (1) geringen Durchmessers und Vorrichtungen eines Haltemittels, insbesondere eines Spannbandes (4) oder Spannbügels (14), dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrische Wandung des Wicklerkörpers (1) zumindest in einem mittleren Bereich (12) eine gitterförmige Struktur aufweist, und daß der Wicklerkörper (1) an einem Ende (2) geschlossen ist und am anderen Ende (5) eine dem inneren Durchmesser des rohrförmigen Körpers entsprechende Öffnung aufweist, in die Haarbehandlungsmittel einbringbar sind.
     
    2. Lockenwickler nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß der rohrförmige Wickler-Körper umlaufende Stabilisierungsringe (7) aufweist.
     
    3. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beide Enden (2, 5) des Wicklerkörpers (1) einen vergrößerten Durchmesser haben, auf deren Peripherie Rillungen (15) zur besseren Handhabung angebracht sind.
     
    4. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das geschlossene Ende (2) des Wicklerkörpers (1) eine kugelförmige Aufnahme für die Öse des Spannbandes (4) aufweist, die auch für die Einrast-Vorrichtung eines Spannbügels (14) verwendbar ist.
     
    5. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung am offenen Ende (5) des Wicklers dem inneren Durchmesser des rohrförmigen Wicklerkörpers (1) entspricht.
     
    6. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der vergrößerte Durchmesser des offenen Endes (5) eine kronenförmige Gestalt mit mehreren Einkerbungen (6) zur Aufnahme des Spannbandes (4) oder des Spannbügels (14) hat.
     
    7. Lockenwickler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das kronenförmige offene Ende (5) einen größeren inneren Durchmesser hat als der innere Durchmesser des rohrförmigen Wicklerkörpers (1).
     
    8. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gitterförmige Wandung des Wicklers ganz oder zum Teil mit hoch-luftdurchlässigen Nylon-Haken oder Schlingen- bzw. Pilzband (10) umlegt ist.
     
    9. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gitterförmige Wandung auf ihrem Umfang zu den Endseiten (13) hin geschlossen ist.
     
    10. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Innere des rohrförmigen Wicklers völlig oder zum Teil mit saugfähigem Material gefüllt ist.
     
    11. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in das offene Ende (5) die konusförmige Ausströmöffnung (8) einer Sprühdose (9) einschiebbar ist, die ein Benetzungsmittel (Frisiermittel und/oder Wellmittel) für die Haare enthalt.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht