[0001] Die Erfindung betrifft einen Lockenwickler für eine Kaltwelle mit einem hohlzylindrischen
Wicklerkörper geringen Durchmessers und Vorrichtungen eines Haltemittels, insbesondere
eines Spannbandes oder Spannbügels.
[0002] Grundsätzlich werden zwei Arten von Haarwicklern unterschieden: Lockenwickler, die
zur Herstellung relativ kurzlebiger Locken auf dem feuchten oder trockenen Haar verwendet
werden und Kaltwellwickler, die zur Herstellung langlebiger Locken mit Hilfe von Chemikalien
verwendet werden. Beide Wicklerarten sind vom Durchmesser her sehr verschieden. Lockenwickler
werden in Durchmessern beginnend mit 13 mm bis zu 80 mm verwendet.
Kaltwellenwickler beginnen mit 4 mm und haben maximal 15 mm Durchmesser.
[0003] Kaltwellen werden mit Hilfe von Chemikalien erzeugt, die zu einer dauernden Strukturverformung
des Haares führen. Dabei läuft ein komplizierter chemischer Prozeß ab, der aus Erweichung
der Haarsubstanz mit Hilfe von Wellmitteln und abschließendem Fixieren besteht. Erfolgt
die Durchtränkung des Haares mit Wellmittel unvollkommen, so ist das Ergebnis mangelhaft.
Erfolgt die anschließende Fixierung unvollkommen, so kann das Ergebnis katastrophal
sein - eine totale oder teilweise Verflüssigung der Haarsubstanz, der Verlust ganzer
Haarpartien. Dabei kommt dem Wickler eine entscheidene Bedeutung zu. Das auf dem dünnen
Wickler in mehreren Lagen stramm aufgewickelte Haar muß bis hinunter auf den Wicklerkern
- die erste Lage - gut durchtränkt werden.
[0004] Die Well- bzw. Fixierflüssigkeit muß also von der oberen, äußersten Lage Haare in
die inneren Lagen durchdringen. Dies ist je nach Länge des Haares und damit der Menge
auf einem Wickler mehr oder weniger schwierig. Ein weiteres Problem besteht in der
zumeist völlig oder größtenteils geschlossenen Wickler-Oberfläche, auf der die Flüssigkeit
sich staut, da keine Penetration in oder durch den Wickler möglich ist.
[0005] Die Kosten und der Zeitaufwand für eine Kaltwell-Behandlung beim Friseur sind erheblich
und können oft von modernen, berufstätigen Frauen nicht aufgebracht werden. Daher
besteht ein starker Trend zur "Do it Yourself" Heimbehandlung.
[0006] Es sind bereits zahlreiche Produkte zur Heimbehandlung im Markt. Ein durchschlagender
Erfolg scheitert jedoch an der komplizierten Technik, sowie an der relatv großen Gefahr
der Haarschädigung. Im Markt angeboten werden prinzipiell zwei Arten von Kaltwellwicklern:
Vollmaterial Kunststoff-Wickler, die wegen ihres relativ großen Gewichts und der Großen
Anzahl an benötigten Wicklern - bis zu 50 Stück - für eine Behandlung Probleme bringen
und hohle zweiteilige Wickler, mit Lochungen, die erheblich leichter, aber wesentlich
teurer sind, da vornehmlich im Spritzguß-Verfahren zwei Hälften hergestellt werden,
die dann miteinander verklebt werden müssen. Allen Wicklern gemeinsam ist, daß sogenannte
Spannbänder oder Bügel das aufgewickelte Haar halten.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kaltwell-Wickler zu schaffen, der
bei einfacher Konstruktion, geringem Gewicht und einfacher Handhabung eine vollständige
und gleichmäßige Durchtränkung der Haarwicklung erzielt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die zylindrische Wandung des
Wicklerkörpers zumindest in einem mittleren Bereich eine gitterförmige Struktur aufweist.
[0009] Ein solcher Lockenwickler hat folgende Vorteile:
1. Er ist extrem leicht.
2. Er ist völlig luft- und flüssigkeitsdurchlässig.
3. Die völlige Durchtränkung des Haarbündels ist gewährleistet.
4. Es erfolgt keine Stau- oder Nestbildung von Well- oder Fixierflüssigkeit.
5. Die Aufwickeltechnik ist wesentlich vereinfacht.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im folgenden naher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine Seitenansicht einer ersten Ausbildungsform.
- Figur 2:
- Eine Unteransicht der ersten Ausbildungsform.
- Figur 3:
- Eine Seitenansicht einer zweiten Ausbildungsform mit teilweise geschlossenem Gitter.
- Figur 4:
- Eine Seitenansicht der ersten Ausbildungsform mit Spannband.
- Figur 5:
- Ein Spannband.
- Figur 6:
- Einen Spannbügel.
- Figur 7:
- Eine Seitenansicht der ersten Ausführungsform mit außen befestigten Klett-, (Haken-)
oder Schlaufenband und
- Figur 8:
- die Ausführungsform nach Figur 1, mit angesetzter Sprühdose mit Wellmittel oder Fixierer.
[0012] Ein hohlzylindrischer Spritzgußkörper 1 aus Kunststroff - vorzugsweise Polystyrol
oder Polypropylen -, der in den äußeren Abmessungen (Länge und Durchmesser) dem üblichen
Standard entspricht, ist innen völlig zylindrisch. Ein Ende des rohrartigen Körpers
1 ist geschlossen durch ein Kunststoffteil 2 größeren Durchmessers und weist dort
eine zapfenförmige Befestigungsvorrichtung 3 für ein Spannband 4 auf. Das andere Ende
des rohrartigen Körpers weist auch ein Kunststoffteil 5 größeren Durchmessers auf
und ist völlig offen mit Einkerbungen 6 an der äußeren Peripherie zur Aufnahme der
anderen Seite des Spannbandes 4. Stattdessen kann auch ein Haltebügel 14 befestigt
sein.
[0013] Die Wandung des rohrartigen Wicklerkörpers 1 ist ein grobmaschiges Gitter mit zahlreichen
Öffnungen, durch die Flüssigkeit und Luft völlig ungehindert hindurchtreten können.
Die rechteckigen, insbesondere quadratischen Gitteröffnungen 11 haben einen Breite
und Höhe von 1 bis 7 mm, vorzugsweise von 1,5 bis 3 mm. Ringförmige Stabiliesierungsringe
7 bringen die erforderliche statische Festigkeit.
[0014] Beide Enden des Wicklerkörpers 1 haben einen vergrößterten Durchmesser, auf deren
Peripherie Rillungen 15 zur besseren Handhabung angebracht sind.
[0015] Die Öffnungen 11 können auch eine andere Form haben, insbesondere rund oder oval
sein. Das Gitter braucht sich nicht über die gesamte Länge des Körers 1 zu erstrecken.
Im Ausführungsbeispiel nach Figur 3 ist das Gitter nur im mittleren Bereich 12 nicht
aber in den Endbereichen 13 angeordnet. Die Endbereiche 13 sind vielmehr verschlossen
und damit undurchlässig.
[0016] In das offene Ende des Wicklers kann die Auslaßspitze 8 einer Sprühdose 9 eingesteckt
werden und in einfachster Weise Flüssigkeit, Aerosolschaum, Lotion usw. eingedrückt
werden, wodurch die inneren Lagen Haare auf dem Wickler unmittelbar benetzt werden.
Somit wird die gleichmäßige Benetzung des gesamten Haarbündels garantiert.
[0017] In einer besonderen Ausführungsform ist der gleiche Wickler auf seinem äußeren Umfang
teilweise oder ganz mit hochluft- und flüssigkeitsdurchlässigem Haken- oder Schlingenband
10 beschichtet, um das Anfangsfestlegen des Haares bei Beginn des Wickelprozesses
zu erleichtern. Auch kann das Innere des rohrförmigen Wicklers völlig oder zum Teil
mit saugfähigem Material gefüllt sein.
1. Lockenwickler für eine Dauerelle mit einem hohlzylindrischen Wicklerkörper (1) geringen
Durchmessers und Vorrichtungen eines Haltemittels, insbesondere eines Spannbandes
(4) oder Spannbügels (14), dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrische Wandung des Wicklerkörpers (1) zumindest in einem mittleren
Bereich (12) eine gitterförmige Struktur aufweist, und daß der Wicklerkörper (1) an
einem Ende (2) geschlossen ist und am anderen Ende (5) eine dem inneren Durchmesser
des rohrförmigen Körpers entsprechende Öffnung aufweist, in die Haarbehandlungsmittel
einbringbar sind.
2. Lockenwickler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der rohrförmige Wickler-Körper umlaufende Stabilisierungsringe (7) aufweist.
3. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beide Enden (2, 5) des Wicklerkörpers (1) einen vergrößerten Durchmesser haben,
auf deren Peripherie Rillungen (15) zur besseren Handhabung angebracht sind.
4. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das geschlossene Ende (2) des Wicklerkörpers (1) eine kugelförmige Aufnahme
für die Öse des Spannbandes (4) aufweist, die auch für die Einrast-Vorrichtung eines
Spannbügels (14) verwendbar ist.
5. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung am offenen Ende (5) des Wicklers dem inneren Durchmesser des rohrförmigen
Wicklerkörpers (1) entspricht.
6. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der vergrößerte Durchmesser des offenen Endes (5) eine kronenförmige Gestalt
mit mehreren Einkerbungen (6) zur Aufnahme des Spannbandes (4) oder des Spannbügels
(14) hat.
7. Lockenwickler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das kronenförmige offene Ende (5) einen größeren inneren Durchmesser hat als
der innere Durchmesser des rohrförmigen Wicklerkörpers (1).
8. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gitterförmige Wandung des Wicklers ganz oder zum Teil mit hoch-luftdurchlässigen
Nylon-Haken oder Schlingen- bzw. Pilzband (10) umlegt ist.
9. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gitterförmige Wandung auf ihrem Umfang zu den Endseiten (13) hin geschlossen
ist.
10. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Innere des rohrförmigen Wicklers völlig oder zum Teil mit saugfähigem Material
gefüllt ist.
11. Lockenwickler nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in das offene Ende (5) die konusförmige Ausströmöffnung (8) einer Sprühdose (9)
einschiebbar ist, die ein Benetzungsmittel (Frisiermittel und/oder Wellmittel) für
die Haare enthalt.