[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen und Vorschieben eines
Streifens in ein bzw. durch ein Umformwerkzeug gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1,
und einen Streifenanleger zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Verfahren bzw. Streifenanleger dieser Art sind z. B. aus DE-U-8,220,431 oder EP-A-0,409,151
bekannt. In beiden Fällen ist ein umlaufendes Förderorgan, also ein Riemen bzw. eine
Walze vorgesehen, und diese Förderorgane müssen, sofern sie mit einem Mitnahmefinger
versehen sind, nach dem schrittweisen Vorschieben eines Streifens den vollen Weg zurücklaufen,
um einen nächsten Strefen zu erfassen. Sind Förderwalzen vorgesehen, ist es kaum möglich,
in allen Fällen Streifen oder dergleichen Teile genau zu bewegen, und das hintere
Ende derselben genügend nahe an ein Werkzeug heranzufördern.
[0003] Ziel vorliegender Erfindung ist es, die genannten Nachteile bei einfachem Aufbau
zu vermeiden. Dieses Ziel wird gemäss dem Kennzeichen der Ansprüche 1 bzw. 3 erreicht.
Da die Fingerstange in Längsrichtung bzw. Bewegungsrichtung mehrere Finger aufweist,
die vorzugsweise in unterschiedlichen Abständen voneinander liegen, bestehen weitgehende
Freiheiten in der Programmgestaltung und es sind immer nur beschränkte, schnell ausführbare
Schritte von beispielsweise höchstens 400 mm erforderlich.
[0004] Die Erfindung wird nun anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
- Fig. 1
- ist eine schematische Seitenansicht des erfindungsgemässen Streifenanlegers und eines
zugeordneten Umformwerkzeugs,
- Fig. 2 - 5
- zeigen verschiedene Betriebszustände beim Zuführen und Bearbeiten eines Streifens
und
- Fig. 6
- zeigt die verschiedenen Betriebsstellungen während eines Arbeitszyklus des Streifenanlegers.
[0005] Figur 1 zeigt ein Umformwerkzeug 1, beispielsweise zum Ausstanzen von Rondellen aus
Streifen 2. Die Streifen 2 weisen die an sich übliche Form mit gewellten Seiten auf,
aus welchen unter optimaler Ausnützung des Materials gemäss Fig. 2 z. B. zwei Reihen
von in Längs- und Querrichtung versetzten Rondellen ausgestanzt werden können. Es
kann aber natürlich auch eine andere Bearbeitung, beispielsweise eine Verformung des
Materials, erfolgen. Der Streifenanleger weist eine Fingerstange 3 auf, die beim Ausführungsbeispiel
mit fünf federnden Fingern oder Mitnehmern 4 - 8 besetzt ist. Diese Finger stehen
im unbelasteten Zustand unter Federwirkung über die Fingerstange 3 vor, und können
somit einen Streifen 2 an seiner hinteren Kante erfassen und mitnehmen, und die von
einem Streifen bedeckten Finger werden in die Fingerstange 3 hineingedrückt. Die drei
in Förderrichtung hintersten Finger 4 - 6 liegen in einem kleineren gegenseitigen
Abstand als die vorderen Finger 6, 7 und 8. Der vorderste Finger 8 liegt am vorderen
Ende der Fingerstange 3 und kann somit einen Streifen 2 gemäss Fig. 2 in die letzte
Position zum Ausschneiden der letzten Rondelle bzw. zum Bearbeiten des letzten Teils
in einem Streifen einschieben, ohne mit dem Umformwerkzeug in Kollision zu geraten.
Das Restgitter des Streifens, aus dem alle Teile ausgestanzt sind, wird mittels eines
Paares von Auszugswalzen 9 aus dem Umformwerkzeug abgezogen. Die Streifen 2 werden
aus einem Magazin 10 mittels eines Vertikalstaplers 11 in bekannter Weise einzeln
entnommen und auf eine nicht dargestellte Führungsbahn abgelegt, auf welcher sie durch
die Finger der Fingerstange 3 erfasst und dem Umformwerkzeug 1 zugeführt werden können.
Die Fingerstange 3 ist mit einem programmierbaren Linearantrieb 12 verbunden, der
ein ganzes Programm von beliebigen Vorlauf- und Rücklaufhüben ausführen kann, wie
in Fig. 1 durch verschieden lange Pfeile angedeutet ist.
[0006] Wie bereits erwähnt, zeigen die Figuren 1 und 2 den Zustand, bei welchem ein Streifen
2 um einen letzten Schritt in das Umformwerkzeug 1 vorgeschoben ist. Der vorderste
Zahn 8 am vorderen Ende der Fingerstange 3 befindet sich in unmittelbarer Nähe des
Umformwerkzeugs ohne jedoch mit demselben in Konflikt zu geraten. Schon vor dem Arbeitshub
des Umformwerkzeugs kann die Fingerstange zurückgezogen werden, sofern dies erforderlich
ist. In Fig. 2 ist auch schon die Position eines neu aufgelegten Streifens 2 ersichtlich.
Unter diesem Streifen wird nun die Fingerstange 3 um einen relativ grossen Hub in
die Position gemäss Figur 3 zurückgezogen, in welcher der hinterste Finger 4 der Fingerstange
3 gerade hinter die Hinterkante des Streifens 2 greift. Die Fingerstange 3 mit dem
Streifen 2 wird dann um einen praktisch gleichen Schritt nach vorne verschoben, in
die Position gemäss Figur 4. Damit gelangt der Streifen 2 soweit in das Umformwerkzeug
1, dass die erste Bearbeitung erfolgen kann. Die Fingerstange 3 ist dabei wieder bis
in unmittelbare Nähe des Umformwerkzeugs 1 vorgeschoben worden und muss nun zum weiteren
Vorschieben des Streifens 2 erneut zurückgezogen werden. Dabei kann nun der nächste
Finger 5, oder der übernächste Finger 6 zum Einsatz kommen, um den Streifen weiter
schrittweise vorzuschieben. Figur 5 zeigt ein weiteres Stadium, bei welchem der Streifen
2 schon zum Teil bearbeitet ist und die Fingerstange 3 zum weiteren schrittweisen
Vorschieben des Streifens 2 soweit zurückgesetzt worden ist, dass der Finger 7 wirksam
wird, um den Streifen weiter vorzuschieben. In einem späteren Stadium muss die Fingerstange
3 erneut zurückgezogen werden, damit der Finger 8 am vorderen Ende der Fingerstange
zum Einsatz kommt, um den Streifen bis in die Endstellung gemäss Figuren 1 und 2 vorzuschieben.
[0007] Dank der Ausbildung der Fingerstange und dank ihrem programmierbaren Antrieb können
nun beliebige Bedingungen erfüllt werden, beispielsweise verschieden bemessene Vorschubschritte,
gegebenenfalls auch verschieden bemessene Zufuhrhübe für verschieden lange Streifen.
Die Streifenführung kann nötigenfalls quer zur Vorschubrichtung bewegt werden, um
zwei oder mehr Reihen des Streifens zu bearbeiten.
[0008] Figur 6 zeigt einen möglichen vollständigen Bewegungszyklus der Fingerstange 3, wobei
die Zufuhr- oder Vorschubpositionen der Fingerstange jeweils ausgezogen dargestellt
sind, während die Rücklaufpositionen gestrichelt dargestellt sind. Unter den Fingerstangen
3 sind die jeweiligen Positionen der Hinterkante 2' des Streifens 2 dargestellt. In
Fig. 6 oben ist die zurückgezogene Ausgangsposition der Fingerstange gemäss Fig. 3
gezeigt, bei welcher der Finger 4 den Streifen 2 in der dargestellten Position erfasst.
Die nächste Stellung, bei welcher die Finger 4 - 8 noch alle dargestellt sind, entspricht
der ersten Bearbeitungsposition nach Fig. 4, in welcher der Streifen durch den Finger
4 vorgeschoben worden ist. Dann wird die Fingerstange schon wieder zurückgezogen in
die Position, in welcher der Finger 6, von dem nur noch die Vorderkante dargestellt
ist, den Streifen erfasst. Es folgen dann drei weitere Stellungen, bei welchen der
Finger 6 den Streifen je um einen Schritt vorschiebt. Dann wird die Fingerstange wieder
zurückgezogen in die Position 3', in welcher nun der Finger 7 den Streifen erfasst
und um sieben weitere Schritte nach vorne verschiebt. Dann wird die Fingerstange erneut
zurückgezogen in die Position 3", in welcher der vorderste Finger 8 den Streifen 2
erfasst und dann um sieben weitere Schritte vorschiebt in die Endposition gemäss Figuren
1 und 2.
[0009] Als Fördermittel könnte auch ein Zahnriemen vorgesehen sein, der entsprechend hin-
und herbewegt wird. Bisher ist angenommen, es sei jeweils ein einziges Fördermittel,
also z. B. eine einzige Fingerstange vorhanden. Es könnten aber zum Vorschieben breiter
Streifen oder Tafeln mehrere Fördermittel, z. B. Fingerstangen, nebeneinander angeordnet
sein, die gleich ausgebildet sind und bewegt werden.
1. Verfahren zum Zuführen und Vorschieben eines Steifens (2) in ein bzw. durch ein Umformwerkzeug
(1), wobei mittels mindestens eines Fördermittels (3) zugeführt und schrittweise vorgeschoben
wird, und wobei dem Fördermittel (3) durch einen programmierbaren Antrieb (12) Förderbewegungen
mit unterschiedlichem Hub erteilt werden, dadurch gekennzeichnet, dass als Fördermittel
eine hin- und herbewegbare Fingerstange (3) benutzt wird, welcher unterschiedliche
Vorlauf- und Rücklaufhübe erteilt werden, und welche mehrere in Bewegungsrichtung
gestaffelte Finger (4 - 8) aufweist, wobei der Streifen (2) mit unterschiedlichen
Fingern (4 - 8) und Hüben gefördert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Umrüsten für unterschiedliche
Streifen (2) und/oder Werkzeuge (1) das Antriebsprogramm geändert wird.
3. Streifenanleger zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
mindestens eine Fingerstange (3) zum Zuführen und Vorschieben von Streifen (2) und
einen programmgesteuerten Antrieb (12) für die Fingerstange (3), wobei die Fingerstange
(3) in Längsrichtung gestaffelte Finger (4 - 8) aufweist.
4. Streifenanleger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fingerstange (3)
Finger (4 - 8) in unterschiedlichen Abständen aufweist.
5. Streifenanleger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fingerabstände an
dem in Förderrichtung hinteren Ende der Fingerstange (3) geringer sind als am vorderen
Ende, damit der erste Verfahrweg der Fingerstange (3) möglichst kurz wird.
6. Streifenanleger nach einem der Ansprüche 3 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb
(12) programmierbar ist.