[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sortieranlagenabgang mit einem vertikalen
Fallkanal und mit einem an diesen anschliessenden Führungskanal zur Führung eines
aus einem Transportbehälter in den Fallkanal abgeworfenen Sortierguts in einen Auffangbehälter.
[0002] Sortieranlagen sind heute für den innerbetrieblichen Materialtransport weit verbreitet
und werden beispielsweise in Bibliotheken, Spitälern, Grossversandhäusern, Verlagen,
in der Arzneimittel- und Kosmetikindustrie und in Foto-Grosslabors verwendet. Da in
den meisten Anwendungsfällen das Sortiergut so beschaffen ist, dass bei freiem Herabfallen
aus einer gewissen Höhe die Gefahr von Beschädigungen nicht ausgeschlossen werden
kann, empfiehlt es sich, die Sortierabgänge nicht einfach als vertikale Fallschächte
auszubilden, sondern so, dass eine Abbremsung des Sortierguts erfolgt. Dies gilt selbstverständlich
erst recht für zerbrechliches Sortiergut, wie beispielsweise Tonträger.
[0003] In der EP-A-0 503 403 ist ein Sortierabgang dieser Art beschrieben, bei dem das Sortiergut
im Führungskanal positiv geführt ist und dabei in eine definierte Position zur Uebergabe
an den Auffangbehälter gebracht wird. Der Führungskanal ist als ein einen Drall aufweisender
geschlossener Kanal ausgebildet, der das Sortiergut beim Passieren in die definierte
Uebergabeposition dreht. Dieser Sortierabgang hat sich bei Sortieranlagen für Tonträger,
wie Musikkassetten und Compact Dics, für Bücher und für Videokassetten bestens bewährt.
[0004] Ein sehr wichtiges Anwendungsgebiet für Sortieranlagen sind Foto-Grosslabors, in
denen die Anlagen zum Sortieren und Verteilen von mit fotografischem Material gefüllten
Auftragstaschen verwendet werden. Obwohl bei dieser Art von Sortiergut eine Beschädigung
beim Herabfallen sehr unwahrscheinlich ist, besteht auch hier der Wunsch die Auftragstaschen
nicht ungeordnet in den Auffangbehälter hineinfallen zu lassen, sondern sie diesem
in einer definierten Position zu übergeben. Der Grund für diesen Wunsch liegt darin,
dass beim blossen Hineinfallen in die Auffangbehälter diese in der Regel völlig ungeordnet
gefüllt werden, wodurch die Aufnahmekapazität der Auffangbehälter nur teilweise ausgenützt
wird. Und dies bedeutet, dass die vollen Auffangbehälter in zu rascher Folge gegen
leere ausgetauscht werden müssen, so dass unnötig viele Auffangbehälter benötigt werden,
die mit unnötig viel Aufwand gehandhabt werden müssen.
[0005] Trotz dieser ähnlichen Anforderungen wie bei den Tonträgern ist der in der EP-A-0
503 403 beschriebene Sortierabgang für die Verarbeitung von fotografischen Auftragstaschen
und ähnlichem Sortiergut nicht unbedingt geeignet. Der Grund dafür liegt darin, dass
moderne Sortieranlagen wie der SINOMEC SORTER-2 (SINOMEC - eingetragenes Warenzeichen
der Sinomec AG) über 8000 Aufträge pro Stunde verarbeiten, was mehr als zwei Sortiergutabwürfe
pro Sekunde bedeutet. Und das bedeutet wiederum, dass das Sortiergut die Abgänge möglichst
rasch passieren muss, damit es in diesen zu keinen Störungen kommt. Diese Forderung
kann bei der positiven Führung des Sortierguts in dem in der EP-A-0 503 403 beschriebenen
geschlossenen Kanal kaum erfüllt werden.
[0006] Durch die Erfindung soll nun ein Sortieranlagenabgang angegeben werden, der einerseits
ein geordnetes Füllen der Auffangbehälter und andererseits ein möglichst rasches Passieren
des Sortierguts ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Fallkanal in einen Teil
des Führungskanals bildenden Umlenkteil mündet, der aus mindestens zwei gegeneinander
und zum Fallkanal geneigten Umlenkflächen besteht.
[0008] Die abgeworfene Auftragstasche fällt also im Fallkanal frei nach unten, und zwar
hochkant, trifft auf eine der Umlenkflächen und wird dadurch aus der Kochlage in die
Flachlage geschwenkt. Dabei trifft die Auftragstasche auf die nächste Umlenkfläche
und wird stabilisiert und ausgerichtet und gleitet dann in stabiler Querlage zum Auffangbehälter
und fällt in diesen hinein. Auf diese Weise liegt im Auffangbehälter eine Auftragstasche
auf der anderen, so dass ein geordneter Stapel gebildet wird.
[0009] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnungen
näher erläutert; es zeigt:
- Fig. 1, 2
- eine schematische Darstellung eines Moduls einer mit erfindungsgemässen Sortierabgängen
ausgerüsteten Sortieranlage in zwei Ansichten,
- Fig. 3
- eine Ansicht einer aus drei Sortierabgängen bestehenden Abgangsgruppe; und
- Fig. 4-6
- eine Darstellung der einzelnen die Abgangsgruppen von Fig. 3 bildenden Sortierabgänge,
jeweils in zwei Ansichten.
[0010] Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht eines Abgangsmoduls einer Sortieranlage und Fig.
2 zeigt eine Seitenansicht dieses Moduls, bezogen auf Fig. 1 von links gesehen. Darstellungsgemäss
umfasst das Modul ein auf dem Boden stehendes Gestell 1, welches an seinem Kopfteil
eine Transportbahn 2 für schachtelartige Transportbehälter, die sogenannten Sortierboxen
3, aufweist. Jede Sortierbox 3 ist mit einer Anzahl von beispielsweise 18 Fächern
ausgerüstet, von denen jedes zur Aufnahme eines Artikels vorgesehen ist und eine Bodenklappe
aufweist. Die Transportbahn 2 ist schienenartig ausgebildet; zwischen den Schienen
sind quer zu diesen Fallkanäle 4 der einzelnen Sortierabgänge angeordnet. In der Regel
weist das Modul 24 derartige Fallkanäle und Sortierabgänge auf. Die Sortierboxen sind
codiert und ihre Position wird durch einen Sensor bestimmt und mit einem Wegtakt verfolgt,
damit eine fehlerfreie Sortierung gewährleistet ist.
[0011] Genau dann, wenn ein einen Artikel mit einer bestimmten Adresse enthaltendes Fach
einer Sortierbox 3 über dem Fallkanal des dieser Adresse zugeordneten Abgangs steht,
wird die Bodenklappe des betreffenden Fachs geöffnet und der Artikel wird in den Fallkanal
abgeworfen und gelangt über einen an den Fallkanal 4 anschliessenden Führungkanal
zu einem der jeweiligen Adresse zugeordneten Auffangbehälter 5. Die Auffangbehälter
5 können durch schachtelartige Behälter oder durch mit speziell geformten Griffen
für leichte Entnahme und bequeme Handhabung versehene Tragtaschen gebildet sein.
[0012] Darstellungsgemäss sind die Auffangbehälter 5 in drei Etagen übereinander angeordnet,
wozu ein mit Regalen 6 für die Auffangbehälter 5 versehenes Gestell 7 vorgesehen ist.
Dieses Gestell kann oberhalb der obersten Reihe von Auffangbehältern 5 ein zusätzliches
Ablagebrett 8 mit Fächern 9 für manuell zu sortierende Güter, wie beispielsweise Poster
oder übergrosse Versandtaschen, aufweisen. Jeweils einer Kolonne von drei übereinander
aufgestellten Auffangbehältern 5 ist eine eine Einheit bildende Abgangsgruppe mit
drei Sortierabgängen zugeordnet.
[0013] In Figur 3 ist eine solche Abgangsgruppe in der Blickrichtung von vorne, wie in Fig.
1, dargestellt, die Fig. 4 bis 6 zeigen jeweils zwei Ansichten der drei die Abgangsgruppe
bildenden Sortierabgänge S₂, S₁ und S₃.
[0014] In Fig. 1 sind die ersten drei Fallkanäle innerhalb des dargestellten Moduls und
die zugehörige Kolonne von Auffangbehältern mit entsprechenden Indices 1 bis 3 numeriert
und mit den Bezugszeichen 4₁ bis 4₃ beziehungsweise 5₁ bis 5₃ bezeichnet. Der Sortierabgang
S₁ mit dem Fallkanal 4₁ beliefert also den Auffangbehälter 5₁, der Sortierabgang S₂
mit dem Fallkanal 4₂ den Auffangbehälter 5₂ und der Sortierabgang S₃ mit dem Fallkanal
4₃ den Auffangbehälter 5₃.
[0015] Die zu sortierenden Auftragstaschen gelangen beim Abwurf in den Fallkanal 4 hochkant
in diesen und fallen durch die verschieden hohen Fallkanäle vertikal nach unten, wobei
die unterschiedliche Länge oder Höhe der Fallkanäle dadurch bedingt ist, dass die
Auffangbehälter 5 übereinander angeordnet sind. Der Fallkanal 4 jedes Sortierabgangs
S₁, S₂, S₃ geht an seinem unteren Ende in einen Führungskanal 10 über, der aus einem
Umlenkteil 11 und aus einem Auslaufteil 12 besteht, wobei der letztere die Form einer
geneigten, einen flachen Boden aufweisenden, Rinne hat. Der Umlenkteil 11 ist ein
sehr wichtiges Element des Sortierabgangs, weil hier das flache Sortiergut aus seiner
Hochkantlage in die Flachlage gedreht und auf den Auffangbehälter ausgerichtet wird.
[0016] Wie den Fig. 3 bis 6 zu entnehmen ist, besteht der Umlenkteil 11 aus mehreren, darstellungsgemäss
zwei oder drei, Umlenkflächen 13, die sowohl gegeneinander als auch zum Fallkanal
geneigt sind. Die in den Fallkanal 4 abgeworfene Auftragstasche fällt frei nach unten
und trifft auf eine erste schräg liegende Umlenkfläche 13, das ist in den Fig. 4 und
5 die von der linken und in Fig. 6 die von der rechten Seitenwand weggehende Umlenkfläche.
Dadurch wird die Auftragstasche einerseits um ihre in der Fallrichtung liegende Achse
gedreht und gelangt somit mehr oder weniger in die Ebene der Zeichnung, und andererseits,
wegen der Neigung der Umlenkflächen zum Fallkanal, aus der Vertikalen in eine zu dieser
abgewinkelte Ebene verschwenkt. Die restlichen Umlenkflächen bewirken eine Stabilisierung
der Lage der Auftragstasche und richten diese auf den Auslaufteil 12 aus. Dass beim
Sortierabgang S₃ drei Umlenkflächen vorgesehen sind, hat seinen Grund in der durch
die Fallhöhe bewirkten hohen Geschwindigkeit der Auftragstaschen bei ihrem Eintreffen
im Umlenkteil.
[0017] Die Fallhöhe beeinflusst auch die Neigung des Umlenkteils 11 zwischen Fallkanal 4
und Auslaufteil 12. Der Winkel α zwischen Fallkanal und Umlenkteil nimmt mit zunehmender
Fallhöhe zu, wogegen die entsprechende Neigung des Auslaufteils 12 gleichbleibt oder
leicht abnimmt. Die Winkel sind in den Fig. 4 bis 6 massgetreu eingezeichnet.
[0018] Praktische Versuche haben gezeigt, dass die beschriebenen Sortierabgänge die gestellten
Anforderungen problemlos erfüllen und auch bei höchster Verarbeitungsgeschwindigkeit
störungsfrei arbeiten. Dabei bedeutet störungsfrei, dass weder Beschädigungen der
Auftragstaschen noch Staus oder sonstige Störungen in den Sortierabgängen auftreten.
Die Sortierabgänge sind aus einem geeigneten Kunststoff, wie beispielsweise glasfaserverstärktem
Polyester hergestellt und werden bei der Montage einfach zusammengesteckt und mittels
geeigneter Halterippen an entsprechenden Gegenstücken des Gestells 1 fixiert.
1. Sortieranlagenabgang mit einem vertikalen Fallkanal und mit einem an diesen anschliessenden
Führungskanal zur Führung eines aus einem Transportbehälter in den Fallkanal abgeworfenen
Sortierguts in einen Auffangbehälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Fallkanal (4)
in einen Teil des Führungskanals (10) bildenden Umlenkteil (11) mündet, der aus mindestens
zwei gegeneinander und zum Fallkanal geneigten Umlenkflächen (13) besteht.
2. Sortieranlagenabgang nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungskanal
(10) im Anschluss an den Umlenkteil (11) einen Auslaufteil (12) von der Form einer
Rinne mit flachem Boden aufweist.
3. Sortieranlagenabgang nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auffangbehälter
(5) in mindestens zwei, vorzugsweise in drei Höhen angeordnet und dass Sortierabgänge
(S) mit dem Auslaufteil (12) auf den entsprechenden Höhen und verschieden hohen Fallkanälen
(4) vorgesehen sind, und dass jeweils drei Sortierabgänge (S₁, S₂, S₃) mit verschieden
hohen Fallkanälen zu einer Abgangsgruppe zusammengefasst sind.
4. Sortieranlagenabgang nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkteil
(11) der beiden oberen Sortierabgänge (S₁, S₂) aus zwei und derjenige des unteren
Sortierabgangs (S₃) aus drei Umlenkflächen besteht.
5. Sortieranlagenabgang nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Umlenkflächen
(13) eine Drehung des Sortierguts um seine in Fallrichtung liegende Achse, eine Verschwenkung
des Sortierguts aus seiner Vertikalebene heraus und eine Stabilisierung und Ausrichtung
des Sortierguts auf den Auslaufteil (12) hin erfolgt.
6. Sortieranlagenabgang nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungskanal (10) unter einem schrägen Winkel (α) vom Fallkanal (4) abzweigt
und die Form einer Rinne aufweist.
7. Sortieranlagenabgang nach den Ansprüchen 6 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der
genannte Winkel (α) mit zunehmender Länge des Fallkanals (4) zunimmt.
8. Sortieranlagenabgang nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
dieser aus vorzugsweise glasfaserverstärktem Polyester hergestellt ist.