| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 633 416 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
27.08.1997 Patentblatt 1997/35 |
| (22) |
Anmeldetag: 15.06.1994 |
|
|
| (54) |
Vorrichtung und Verfahren zur verstopfungsfreien Drosselung einer fluiden Suspensionsströmung
Device and procedure for throtteling a fluidal pulp slurry without getting choked
Dispositif et procédé pour l'étranglement d'un écoulement d'une suspension fluide
sans obstruction
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT CH FR GB IT LI SE |
| (30) |
Priorität: |
05.07.1993 DE 4322321 28.01.1994 DE 4402516
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
11.01.1995 Patentblatt 1995/02 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
|
96118580.8 / 0766031 |
| (73) |
Patentinhaber: J.M. Voith GmbH |
|
D-89522 Heidenheim (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Begemann, Ulrich
D-71229 Leonberg (DE)
- Heinzmann, Helmut
D-89558 Böhmenkirch (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Weitzel, Wolfgang, Dr.-Ing.
Patentanwalt et al |
|
Friedenstrasse 10 89522 Heidenheim 89522 Heidenheim (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
|
Bemerkungen: |
|
Teilanmeldung 96118580.8 eingereicht am 20/11/96. |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventil- bzw. Drosselvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur Reduktion der Verstopfungsneigung eines Ventils
bzw. einer Drosselvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 4. Zur Drosselung
von fluiden Strömen sind Ventile in vielfältigster Bauart Stand der Technik. Wesentliche
Nachteile dieser Ventile wie z.B. Kugelventile, Klappenventile, Nadelventile und ähnlichen
ist, daß sie zur Einstellung eines gewünschten Strömungsdurchsatzes relativ enge Querschnitte
erzeugen. Es ist bei solchen Ventilen bekannt, daß Querschnitte dieser Größe beim
Durchströmen mit Stoffsuspension in ungewünschter Weise zum Verstopfen neigen und
beim Betrieb in Papiermaschinen Faserwische - lokale Faseranhäufungen - und Ablagerungen
erzeugen. Entweder kommt es dabei zu Verstopfungen des Ventils oder es werden Faserwische
oder Ablagerungen durch das Fehlen des Einflusses von Scherkräften vor Beginn des
Blattbildungsprozesses nicht wieder aufgelöst, wodurch im günstigsten Fall Formationsströmungen
in der Papierbahn entstehen. Jedoch die Erfahrung zeigt, daß Inhomogenitäten dieser
Art im Blatt häufig Ausgangspunkt von Abrissen der gesamten Papierbahn darstellen
und damit zu entscheidenden Betriebsstörungen einer Papiermaschine führen.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Ventil bzw. zumindest ein Drosselvorrichtung
zu beschreiben, bei dem durch geeignete konstruktive Ausstattung die Faserwischbildung
bzw. die Verstopfungsgefahr vermieden wird.
[0003] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1, bzw. durch
die kennzeichnenden Merkmale des Verfahrensanspruchs 4 gelöst.
[0004] Zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Die Erfinder haben erkannt, daß sich die Verstopfungsneigung in einem Ventil, insbesondere
bei einer Ventilbauart, die einem Nadelventil entspricht, entscheidend reduzieren
läßt, wenn man der Strömung im Bereich der engsten Stelle des Ventiles eine Rotationskomponente
zufügt. Die Rotationskomponente bewirkt eine Auflösung von eventuell vorhandenen Turbulenzen,
und den dabei entstehenden Faserwischen bzw. Faseranhäufungen die dann zu Verstopfungen
führen können.
[0006] Die Erfindung ist anhand der Figuren näher beschrieben. Darin ist im übrigen folgendes
gezeigt:
- Figur 1:
- Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Ventil.
- Figur 2:
- Schnitt A-A des erfindungsgemäßen Ventils aus Figur 1.
- Figur 3:
- Anwendung des erfindungsgemäßen Ventils in der Stoffsuspensionszuführung eines Stoffauflaufes.
[0007] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Drosselvorrichtung 1 im Querschnitt. In der gezeigten
schematischen Darstellung besteht die Drosselvorrichtung aus einem im wesentlichen
rotationssymmetrischen zylinderförmigen Hohlraum mit einer Einschnürung 3. Dem Hohlraum
wird über eine exzentrisch angeordnete radiusparallele Zuführung 4 eine fluide Strömung
senkrecht zur Achse des zylinderförmigen Hohlraumes zugeführt. Die fluide Strömung
S tritt somit tangential in den Hohlraum ein und erfährt dabei eine Ablenkung zur
Achsenrichtung des Hohlraumes. Auf diese Weise erhält die Strömung S einen spiralförmigen
Verlauf innerhalb des zylinderförmigen Hohlraums. In diesem Hohlraum ist axial ein
Stößel 2 angebracht, der im vorliegenden Fall an der unteren Seite, also der der Drosselung
zugewandten Seite mit einer Erweiterung versehen ist. Der Stößel 2 ist in Achsrichtung
verschiebbar vorgesehen, so daß durch ein axiales Verschieben dieses Stößels eine
Querschnittsverengung ähnlich eines Nadelventils bewirkt wird. Im Gegensatz zu einem
normalen Nadelventil bewirkt jedoch die tangential eingeführte Strömung eine ausreichende
Umspülung der Engstelle, so daß an dieser Stelle keine Verstopfungen durch in der
Strömung mitgeführte Feststoffe entstehen können. Dies ist besonders vorteilhaft bei
Stoffsuspensionsströmen in Papiermaschinen, bei der derartige Verstopfungen, also
Faserwischbildungen, sehr ungünstige Auswirkungen auf die Qualität des produzierten
Papiers haben können.
[0008] Figur 2 zeigt den Schnitt A-A durch die Drosselvorrichtung aus Figur 1. In der gezeigten
Draufsicht ist die oben beschriebene tangentiale Zuführung der Strömung S in den zylinderförmigen
Innenraum der Drosselvorrichtung deutlich dargestellt.
[0009] Die Erfindung beschränkt sich naturgemäß nicht auf eine rein tangentiale Zuführung
der Strömung in den Drosselraum einer Drosselvorrichtung. Es besteht auch die Möglichkeit,
z.B. durch geeignete Kugelelemente die Richtung der zugeführten Strömung im gesamten
Raumwinkel zu ändern, so daß einerseits ein Winkel ungleich 90° zur Hauptachse der
Drosselvorrichtung eingenommen werden kann und gleichzeitig auch die Exzentrizität
der Stoffströmung in Relation zur Achse der zylinderförmigen Drosselvorrichtung beeinflußt
werden kann. Auf diese Weise ist eine einfache Beeinflussung des Steigungswinkels
der rotierenden Strömungsspirale in der Drosselvorrichtung möglich, wodurch einerseits
der Reinigungseffekt in gewünschtem Maße beeinflußt werden kann und andererseits auch
eine zusätzliche Erhöhung oder Reduktion der Drosselung möglich ist, ohne daß die
Durchtrittsfläche F mit Hilfe des Stößels 2 verändert werden muß.
[0010] Figur 3 zeigt die Anwendung des in Figur 1 und 2 gezeigten Ventiles am Beispiel der
geregelten Zuführung von Verdünnungswasser in die Hauptströmung der Stoffsuspension
in einen Stoffauflauf. Es sind zwei Querverteiler Q1 und Q2 dargestellt, wobei vom
Querverteiler Q1 die Stoffsuspension in leicht erhöhter Konzentration über eine Hauptleitung
H dem Stoffauflauf STA zugeführt wird. An der Hauptleitung H ist in einem Winkel ungleich
90° eine Zuführung von Verdünnungswasser in den Hauptstrom H gezeigt. Die Zuführung
besteht im wesentlichen aus dem Drosselelement 1 selbst, wobei das Drosselelement
die gleiche Ausführung wie das in der Figur 1 dargestellte Element besitzt und mit
seiner Zuleitung direkt an den zweiten Querverteiler Q2, welcher das Verdünnungswasser
führt, angeschlossen ist. Durch die richtige Wahl des Winkels zwischen der Hauptströmung
H und der durch die Drosselvorrichtung zugeführten Nebenströmung N wird erreicht,
daß unabhängig von der zugeführten Strömungsmenge des Nebenstromes N die Summe der
zum Stoffauflauf geführten Suspensionsmenge konstant bleibt. Durch die Ausgestaltung
der Drosselvorrichtung 1 wird jegliche Faserwischbildung in der Drosselvorrichtung
vermieden, so daß keine Qualitätseinbußen beim hergestellten Papier zu befürchten
sind. Die Drosselvorrichtung 1 wird dabei so betrieben, daß im normalen Betriebspunkt
eine mittlere Menge Stoffsuspension durch die Drosselvorrichtung 1 geführt wird, wodurch
keine Absetzvorgänge von Feststoffen in der Drosselvorrichtung möglich sind. Die Regelung
der Stoffdichte, also der Konzentration der Gesamtsuspension aus den Strömen N und
H, erfolgt dann um diesen mittleren Betriebspunkt, wobei die Summe des Gesamtstromes
konstant bleibt und eine sehr feinfühlig dosierte Regelung der Konzentration durch
die Bauart der Drosselvorrichtung 1 erreicht ist.
1. Ventil- bzw. Drosselvorrichtung (1) in einer Leitung zum Zuführen einer Stoffsuspension
zum Stoffauflauf einer Papiermaschine mit folgenden Merkmalen:
1.1 es ist ein im wesentlichen rotationssymmetrischer, flüssigkeitsdurchströmter Hohlkörper
vorgesehen;
1.2 der Hohlkörper weist eine veränderbare, im wesentlichen rotationssymmetrische
Durchtrittsfläche auf;
1.3 es ist eine Hauptströmungsrichtung im Hohlkörper vorgesehen, die im wesentlichen
axial mit der Längsachse des Hohlkörpers verläuft;
gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
1.4 es ist eine Flüssigkeitszuführung zur Durchtrittsfläche derart vorgesehen, daß
der Flüssigkeit bezogen auf die Hauptströmrichtung eine Rotationskomponente um die
Hauptströmrichtung zugefügt ist.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung zur Ventilvorrichtung
tangential in einen zylindrisch ausgebildeten Raum vorgesehen ist.
3. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die fluidbenetzten
Oberflächen des Ventils zumindest teilweise mit einer Struktur versehen sind, die
eine Rotation der Flüssigkeit hervorruft.
4. Verfahren zur Reduktion der Verstopfungsneigung eines Ventils bzw. einer Drosselvorrichtung
mit rotationssymmetrisch ausgebildetem Drosselquerschnitt, in einer Leitung zum Zuführen
einer Stoffsuspension zum Stoffauflauf einer Papiermaschine, dadurch gekennzeichnet,
daß der Flüssigkeit im Bereich des Drosselquerschnittes eine Rotationskomponente bezüglich
der Hauptströmrichtung zugefügt wird.
1. Valve or throttle device (1) in a pipe for feeding a pulp slurry to the flow box of
a paper machine with the following features:
1.1 a substantially rotationally symmetric hollow member with liquid flowing through
it is provided;
1.2 the hollow member has a variable, substantially rotationally symmetric passage
face;
1.3 a main flow direction is provided in the hollow member, which runs substantially
axially to the longitudinal axis of the hollow member;
characterised by the following feature:
1.4 a liquid supply to the passage face is provided in such a manner that with respect
to the main flow direction, a rotational component around the main flow direction
is added to the liquid.
2. Device according to Claim 1, characterised in that the supply to the valve device
is provided tangentially into a cylindrical area.
3. Device according to one of Claims 1 or 2,
characterised in that the surfaces of the valve wetted with fluid are provided at
least partially with a structure which causes a rotation of the liquid.
4. Process for the reduction of the blocking tendency of a valve or a throttle device
with rotationally symmetric throttle cross-section in a pipe for feeding a pulp slurry
to the flow box of a paper machine, characterised in that a rotation component relative
to the main flow direction is added to the liquid in the region of the throttle cross-section.
1. Dispositif de valve ou d'étranglement (1), dans une conduite d'acheminement d'une
suspension de pâte à la caisse de tête d'une machine à papier, comportant les particularités
suivantes :
1.1 il est prévu un corps creux essentiellement à symétrie de révolution et traversé
par un fluide,
1.2 le corps creux comporte une surface de passage, essentiellement à symétrie de
révolution, qui peut être modifiée,
1.3 dans le corps creux, il est prévu une direction d'écoulement principal qui s'étend
d'une manière essentiellement axiale vis-à-vis de l'axe longitudinal du corps creux,
caractérisé par la particularité suivante :
1.4 il est prévu une amenée de fluide à la surface de passage d'une façon telle
que, rapporté à la direction d'écoulements principal, il est appliqué d'une manière
superposée au fluide une composante de rotation autour de la direction d'écoulement
principale.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'acheminement au dispositif
de valve est prévu tangentiellement dans l'espace cylindrique.
3. Dispositif selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les surfaces
de la valve qui sont mouillées par le fluide sont pourvues, au moins partiellement,
d'une structure qui provoque une rotation du fluide.
4. Procédé permettant de réduire la tendance à se boucher d'une valve ou d'un dispositif
d'étranglement, présentant une section transversale d'étranglement à symétrie de révolution,
caractérisé en ce que, dans la zone de la section transversale d'étranglement, une
composante de rotation vis-à-vis de la direction d'écoulement principal est appliquée
d'une manière superposée au fluide.

