[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Reinigungseinrichtung, insbesondere zur Bespannung
eines Spannrahmens gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Eine derartige Reinigungseinrichtung
ist beispielsweise bereits bekannt aus der DE 31 39 245 C2, und findet als Feucht-
und Trockenmop Verwendung.
[0002] Die bekannte Reinigungseinrichtung ermöglicht zwar das Hochbiegen des Grundstoffs
bei Anlage der Reinigungseinrichtung an einer Fußleiste oder dgl. In dieser Situation
werden jedoch der unmittelbar an die Fußleiste grenzende Teil des Fußbodens sowie
eventuell vorhandene Fugen nur ungenügend gereinigt, da der hochgestellte Grundstoff
sich nicht exakt in 90° hochstellt und den zwischen Fußleiste und Fußboden gebildeten
Totraum nicht erreicht.
[0003] Ferner ist aus der DE-GM 89 01 061 bereits ein ähnlicher Mop bekannt, bei dem Randwulste
ausgebildet sind. Aus der nachveröffentlichten DE-GM 93 09 489 ist ferner ein Wischbezug
bekannt, bei dem ein Aufsatzstück mit dem Grundstoff und einer zusätzlich vorgesehenen
Tragschicht verbunden ist. Schließlich ist aus der US-PS 29 19 457 ein Staubmop bekannt,
bei dem durch Umlegen des Grundstoffes im Randbereich Fluidspeicherzonen gebildet
sind.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Angabe einer Reinigungseinrichtung, die
eine besonders wirksame Reinigung von Böden auch im Bereich von Hindernissen, beispielsweise
Fußleisten und dgl., ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Reinigungseinrichtung gemäß Anspruch 1.
[0006] Die erfindungsgemäße Reinigungseinrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß durch
die Aufstellung und Wölbung des Grundstoffs im Randbereich Florfäden in ausreichender
Höhe auch in Richtung auf ein seitlich auftretendes Hindernis gerichtet sind. Derartige
Florfäden können beispielsweise bei Anlage an eine Fußleiste sowohl eine zwischen
Fußleiste und Fußboden befindliche Fuge als auch die Fußleiste selbst auf ihrer gesamten
Höhe reinigen. Auch wenn sich der Grundstoff bei Anlage an der Fußleiste insgesamt
hochstellt, können die im Randbereich abstehenden Florfäden noch eine gute Reinigungswirkung
entfalten. Die Reinigungswirkung ist insbesondere ausgeprägt bei strukturierten Fußleisten,
die nur durch senkrecht eindringende Florfäden wirksam gereinigt werden können. Auch
Ecken können besser als bislang gereinigt werden. Das befestigte Besatzstück erhöht
die Stabilität der Reinigungseinrichtung und verhindert insbesondere ein Durchhängen
bzw. "Ausleiern" des Grundstoffs im nassen Zustand. Grundstoff und Besatzstück sind
längs der Befestigungslinien miteinander verbunden, auch wenn die Befestigungslinien
keine durchgehenden Nähte sind.
[0007] Es ist bevorzugt, daß das Besatzstück auf der den Florfäden abgewandten Fläche des
Grundstoffs aufgenäht ist. Auf diese Weise können Florfäden auf der Seite des Besatzstücks
entfallen und die auf der anderen Seite angebrachten Florfäden sich entsprechend der
aufwärtsgerichteten Wölbung des Grundstoffs im Randbereich parallel zur Reinigungsfläche
abstehend vom Spannrahmen ausrichten.
[0008] Es ist ferner bevorzugt, daß das Besatzstück mit zwei beabstandeten Befestigungsnähten
auf dem Grundstoff aufgenäht bzw. durchgesteppt ist, wobei eine Befestigungsnaht an
der Randkante verläuft. Diese Art der Befestigung läßt sich einfach und bequem mit
einer herkömmlichen Nähmaschine durchführen und erfordert lediglich zwei beabstandete
Befestigungsnähte auf der gesamten Länge jedes der vier Randbereiche des Grundstoffs.
[0009] Es ist ferner bevorzugt, daß das Besatzstück und der Grundstoff an ihren Rändern
geendelt bzw. eingefaßt verbunden sind. Eine derartige Befestigung im Randbereich
schafft einen verstärkten Verbund zwischen Besatzstück und Grundstoff, so daß ein
abgerundeter gemeinsamer Randbereich geschaffen wird, der besondere Festigkeit und
Steifigkeit aufweist.
[0010] Es ist ferner bevorzugt, daß das aufgenähte Besatzstück im Querschnitt gekrümmt ist.
Bei dieser Ausgestaltung ist das Besatzstück biegsam bzw. flexibel und ermöglicht
eine Aufwärtswölbung des Grundstoffs. Hierbei ist der Rand des Grundstoffs im Querschnitt
nach außen gewölbt, da er eine größere Bahnbreite als das entsprechende Besatzstück
aufweist.
[0011] Es ist ferner bevorzugt, daß zwischen Grundstoff und Besatzstück ein länglicher Hohlraum
gebildet ist, der als Fluidspeicher dient. Der Fluidspeicher kann bei Aufnahme von
Wasser als Wasserspeicher und andernfalls als Luttpolster dienen. Der Wasserspeicher
ermöglicht eine ausreichende Nässung der Florfäden im Randbereich und damit eine wirksame
Reinigung entsprechender Flächen eines seitlichen Hindernisses. Aufgrund des vorhandenen
Luftpolsters paßt sich die Reinigungseinrichtung ggf. vorhandenen Unebenheiten oder
Strukturierungen des Bodens oder eines seitlichen Hindernisses besser an, da ein besonders
ausgeprägte Flexibilität des Grundstoffs im Bereich des Luftpolsters vorhanden ist.
Auch Fugen werden aufgrund des Luftpolsters besser mitgereinigt. Der Wasserspeicher
ermöglicht eine größere Wasseraufnahme in diesem Randbereich des Grundstoffs.
[0012] Das Besatzstück weist in einer alternativen Ausführungsform eine relativ große Steifigkeit
auf, so daß das aufgenähte Besatzstück im wesentlichen flach angeordnet ist. Das relativ
steife Besatzstück ist nur wenig gekrümmt und bleibt im wesentlichen in der Ebene
des Grundstoffs angeordnet. Die überstehende Bahnbreite des Grundstoffs legt sich
um, so daß ein nach außen über das Besatzstück vorstehender Bereich des Grundstoffs
gebildet ist. Diese Ausführungsform ist vorteilhaft, wenn eine besonders flache Reinigungseinrichtung
bevorzugt ist.
[0013] Das Besatzstück ist aus Leinen, Baumwolle, Polyester oder einem Elastomer gebildet,
je nach dem welche Steifigkeit zu erzielen ist. Bei Verwendung eines formstabilen
Materials, beispielsweise Polyester oder Leinen, kann auch eine Dehnung des Grundstoffs
im genäßten Zustand wirksam vermieden werden, so daß der Grundstoff auch nach längerem
Gebrauch nicht durchhängt.
[0014] Die Befestigungseinrichtung ist bevorzugt durch zwei gegenüberliegende randseitig
aufgenähte Aufsatzstücke gebildet, die zusammen mit dem Grundstoff Taschen zur Einführung
von Spannelementen des Spannrahmens bilden. Die Aufsatzstücke sind randseitig auf
die Besatzstücke aufgenäht, so daß eine an drei Kanten geschlossenen Tasche gebildet
ist.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung ist bevorzugt, daß das Besatzstück randseitig auf
der Florfädenseite des Grundstoffs befestigt ist. Bei dieser Ausführung ist der Grundstoff
im Bereich des Randes nach innen umgelegt, so daß die mit Florfäden besetzte Seite
des Grundstoffs zur Anlage an dem Besatzstück kommt und randseitig dort befestigt
ist. Auf diese Weise strecken sich die Florfäden ebenfalls über die Rundung im Randbereich
hinaus und weiter nach oben als bei der zuvor genannten Ausführungsform. Ferner ist
eine flachere Ausbildung der Reinigungseinrichtung möglich.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform ist in dem Hohlraum bevorzugt ein wasserspeicherndes
oder formstabiles Material aufgenommen. Das wasserspeichernde Material gibt Wasser
zur Reinigung auf Druck frei, so daß große Flächen von Gebäuden oder Hallen bequem
gereinigt werden können. Zu diesem Zweck wird nach Verbrauch des gegenwärtig vorhandenen
Wassers seitlich Druck auf den Hohlraum ausgeübt, was zu einer Freisetzung von in
dem Material gespeicherten Wasser führt. Das Material kann den Hohlraum lediglich
auskleiden oder bevorzugt den Hohlraum im wesentlichen voll ausfüllen, so daß ausreichend
Wasser in dem Hohlraum aufgenommen werden kann. Als wasserspeicherndes Material kommt
Fließstoff, Kordel oder Schwamm in Frage.
[0017] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung
mit der Zeichnung beschrieben.
[0018] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Randbereich der Reinigungseinrichtung
in vergrößertem Maßstab.
[0019] Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch die gesamte Reinigungseinrichtung.
[0020] Fig. 3 zeigt eine Aufsicht auf die Reinigungseinrichtung.
[0021] Die in den Figuren gezeigte Reinigungseinrichtung besteht aus einem etwa rechteckigen
gewebten bzw. gewirkten Grundstoff 2, wie er in Fig. 3 zu sehen ist. Auf diesem Grundstoff
ist im Randbereich ein ebenfalls rechteckiges im wesentlichen längliches Besatzstück
4 aus Leinen bzw. Polyester derart aufgenäht, daß es längs einer Befestigungsnaht
8 mit dem Grundstoff verbunden ist und an seiner anderen Kante mit einer Randkante
6 des Grundstoffs 2 verbunden ist.
[0022] Die Bahnbreite des Grundstoffs zwischen Befestigungsnaht 8 und Randkante 6 ist größer
ald die entsprechende Bahnbreite des Besatzstücks 4, so daß sich der Grundstoff 2
zwischen Befestigungsnaht 8 und Randkante 6 wölbt bzw. umlegt, wie es in Fig. 1 deutlich
zu sehen ist. Je nach Steifigkeit des Besatzstücks 4 wölbt sich der Grundstoff 2 nach
oben oder bleibt bei entsprechender stark umgelegter bzw. gefalteter Ausgestaltung
im wesentlichen flach angeordnet.
[0023] Zwischen Grundstoff 2 und Besatzstück 4 ist durch die Wölbung ein Hohlraum 14 gebildet,
der als Fluidspeicher dient. Der Hohlraum 14 kann sowohl Luft aufnehmen und als Luftpolster
dienen, als auch durch Aufnahme von Wasser einen Wasserspeicher bilden. Das Luftpolster
kann eine geeignete Verformung des Grundstoffs im Randbereich ermöglichen, der Wasserspeicher
eine ausreichende Flüssigkeitstränkung der Florfäden sicherstellen.
[0024] In der dargestellten Auführungsform sind die Randbereiche von Grundstoff 2 und Besatzstück
4 im Randbereich der Randkante 6 des Grundstoffs eingefaßt bzw. geendelt, so daß ein
abgerundeter Verbund gebildet ist. Im gegenüberliegenden Endbereich des Besatzstücks
4 ist eine in Längsrichtung erstreckte Befestigungsnaht 8 gebildet, die Grundstoff
2 und Besatzstück 4 verbindet.
[0025] Zur Bildung einer Befestigungseinrichtung 12 zur Einführung eines die Reinigungseinrichtung
haltenden Spannrahmens sind beidseitig in gegenüberliegenden Endbereichen des Grundstoffs
zwei Aufsatzstücke 12, 12' randseitig auf die Besatzstücke 4 aufgenäht, so daß sich
eine dreiseitig abgeschlossene Tasche jeweils an beiden Enden bildet.
[0026] Die erfindungsgemäße Reinigungseinrichtung wird dadurch hergestellt, daß zunächst
Randbereiche von Besatzstück 4 und Grundstoff 2 durch Endeln bzw. Einfassen verbunden
werden. Sodann wird durch Zug des Besatzstücks 4 nach innen der Grundstoff 2 im Randbereich
hochgestellt und leicht umgelegt. Das derart zurückgezogene Besatzstück wird nun auf
dem Grundstoff 2 mit einer durchgesteppten Naht befestigt. Dieses Verfahren wird an
allen vier Randkanten des Grundstoffs 2 durchgeführt. Schließlich werden an den gegenüberliegenden
Schmalkanten des Grundstoffs auf den entsprechenden Besatzstücken zwei Aufsatzstücke
12, 12' jeweils an drei Seiten aufgenäht, um die als Befestigungseinrichtung für den
Spannrahmen dienenden Taschen zu bilden. Zusätzlich ist parallel zu den Schmalkanten
jeweils eine Quernaht 16 auf jedes Aufsatzstück 12, 12' aufgenäht, die den in der
Tasche gebildeten Raum in Längsrichtung beschränkt. Auf diese Weise können Spannrahmen
unterschiedlicher Länge ohne Spiel in den Taschen aufgenommen werden.
[0027] Die erfindungsgemäße Reinigungseinrichtung hat den Vorteil, daß sie eine besonders
bequeme und wirksame Reinigung von seitlichen Hindernissen auf dem zu reinigenden
Fußboden sicherstellt, wobei die quer abstehenden Florfäden auch eine Reinigung von
Profilleisten und eventuell vorhandenen Fugen gestatten. Der zwischen Besatzstück
und Grundstoff gebildete Hohlraum kann durch Aufnahme eines wasserspeichernden bzw.
formgebenden Materials verstärkt als Wasserspeicher dienen. Zusätzlich hat die verbundene
Randnaht 6 eine gegenüber dem Grundstoff 2 gehobene Position, so daß der Spannrahmen
mit seiner Randkante an dieser Randkante des Grundstoffs und des Besatzstücks anliegen
kann. Aufgrund dieser Ausgestaltung ist eine besonders gute Führung der Reinigungseinrichtung
möglich.
1. Reinigungseinrichtung, insbesondere zur Bespannung eines Spannrahmens, mit einem textilen
Grundstoff (2), von dem eine Reinigungswirkung entfaltende Florfäden (10) bzw. -fasern
oder -schlingen abstehen, und einer an dem Grundstoff (2) gebildeten Befestigungseinrichtung
(12, 12') zur Aufnahme des Spannrahmens,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem Grundstoff (2) entlang einer Randkante (6) ein längliches Besatzstück
(4) längs zweier beabstandeter Befestigungslinien (6, 8) derart befestigt ist, daß
die Bahnbreite des Grundstoffs (2) zwischen den Befestigungslinien (6, 8) größer ist
als die entsprechende Bahnbreite des Besatzstücks (4), so daß der Grundstoff (2) zwischen
den Befestigungslinien (6, 8) gewölbt bzw. umgelegt ist.
2. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Besatzstück (4) auf der den Florfäden (10) abgewandten Fläche des Grundstoffs
(2) aufgenäht ist.
3. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Besatzstück (4) mit zwei beabstandeten Befestigungsnähten (6, 8) auf dem
Grundstoff (2) aufgenäht bzw. durchgesteppt ist, wobei eine Befestigungsnaht an der
Randkante (6) verläuft.
4. Reinigungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Besatzstück (4) und der Grundstoff (2) an ihren Rändern (6) geendelt bzw.
eingefaßt verbunden sind.
5. Reinigungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das aufgenähte Besatzstück (4) im Querschnitt gekrümmt ist, und zwischen Grundstoff
(2) und Besatzstück (4) ein länglicher Hohlraum (14) gebildet ist, der als Fluidspeicher
dient.
6. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Randbereich des Grundstoffs (2) nach außen gewölbt ist.
7. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Hohlraum (14) ein wasserspeicherndes Material aufgenommen ist.
8. Reinigungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Besatzstück (4) eine relativ große Steifigkeit aufweist, so daß das aufgenähte
Besatzstück (4) im wesentlichen flach angeordnet ist.
9. Reinigungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Besatzstück (4) randseitig auf der Florfädenseite des Grundstoffs (2) befestigt
ist.
10. Reinigungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserspeichernde Material den Hohlraum im wesentlichen ausfüllt.