| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 634 525 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
|
18.01.1995 Patentblatt 1995/03 |
| (22) |
Anmeldetag: 13.07.1994 |
|
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE DE ES FR GB IT NL |
| (30) |
Priorität: |
16.07.1993 CH 2158/93
|
| (71) |
Anmelder: Walo Bertschinger AG |
|
CH-8005 Zürich (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Läuppi, Heinrich
CH-5722 Gränichen (CH)
- Laib, Franz
CH-8952 Schlieren (CH)
|
| (74) |
Vertreter: Groner, Manfred et al |
|
Isler & Pedrazzini AG,
Patentanwälte,
Postfach 6940 CH-8023 Zürich CH-8023 Zürich (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| (54) |
Gleitschalungsfertiger |
(57) Zum Erstellen eines schotterlosen Gleisoberbaus (27) wird Beton maschinell direkt
mittels einer Fertigergleitschalung (6) in eine Form gebracht. Gleichzeitig wird eine
Längsarmierung aus mehreren Längsarmierungsdrähten (19) in den Beton eingebracht.
Auf diese Längsarmierungsdrähte (19) werden im gleichen Abständen Querarmierungsbügel
(20) angeschweisst. Dazu sind an einem Laufwagen (4) Schweisszangen (21) befestigt,
den einzelnen aus einem Bügelmagazin (16) Querarmierungsbügel (20) zuführbar sind.
Beim Verschweissen der Bügel mit den Längsarmierungsdrähten (19) wird das Laufwerk
(4) gegen die Fahrrichtung (26) ausgezogen und anschliessend mit einem Rückholzylinder
(13) in die Ausgangslage bewegt. Dadurch ist es möglich, auch während des Schweissvorganges
den Betoneinbau weiterzuführen.
|

|
[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleitschalungsfertiger zum Erstellen eines schotterlosen
Gleisoberbaus, wobei Beton maschinell direkt in eine bestimmte Form mit für die Befestigung
von Schwellen vorgesehenen Vertiefungen und gleichzeitig eine Längsarmierung in den
Beton eingebracht wird, mit einem Fahrwerk, einem Fertigergrundrahmen, Gleitschalungsformen
sowie Drahtaufnahmen zum Auslegen von Längsarmierungsdrähten auf den Unterbau.
[0002] Ein Gleitschalungsfertiger dieser Art ist bekannt und in der Zeitschrift "Schweizer
Journal", April 1993, Seite 33 beschrieben. Mit diesem Fertiger wird gleichzeitig
mit dem Einbringen des Betons eine leichte Längsarmierung maschinell in den Beton
eingebracht. Die Längsarmierung besteht aus mehreren parallel von einer Drahtauslegevorrichtung
dem Fertiger zugeführten Drähten. Die Vorteile eines mit diesem Fertiger erstelltem
schotterlosen Gleisoberbaus sind eine hohe Tragfertigkeit, ein minimaler Unterhalt
und eine rationelle Ausführbarkeit. Ein mit diesem Fertiger erstellter Gleisoberbau
genügt für den Personenverkehr, jedoch nicht für den Güterverkehr, bei dem auf die
Schienen seitlich starke Schlagkräfte einwirken. Um auch diese seitlichen Kräfte aufnehmen
zu können, wurden in solchen Fällen Armierungskörbe in den Beton eingebracht. Diese
Körbe bestehen aus einzelnen miteinander verschweissten Armierungskörben. Das Verschweissen
dieser einzelnen Körbe bedingt einen hohen Arbeitsaufwand.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gleitschalungsfertiger der genannten
Art zu schaffen, mit dem für den Güterverkehr geeignete Gleisoberbauten rationeller
erstellt werden können.
[0004] Die Erfindung ist bei einem gattungsgemässen Gleitschalungsfertiger dadurch gelöst,
dass in Fahrrichtung gesehen hinter der Drahtaufnahme ein Schweissgerät an einem Laufwagen
angeordnet ist und dass dem Schweissgerät in bestimmten Wegabständen des Fahrwerkes
jeweils ein Querarmierungsbügel zuführbar ist, der bei stillstehendem Laufwagen und
sich in Fahrrichtung bewegendem Fahrwerk mittels des Schweissgerätes mit Längsarmierungsdrähten
verschweissbar ist. Der erfindungsgemässe Gleitschalungsfertiger erlaubt eine kontinuierliche
und damit sehr rationelle und leistungsfähige Herstellung eines Gleisoberbaus mit
einem Armierungskorb. Im Gegensatz zu einem Armierungskorb, der aus einzelnen Körben
durch stumpfschweissen der Längsarmierungsdrähte hergestellt ist, weist der mit dem
erfindungsgemässen Gleitschalungsfertiger erstellte Armierungskorb in den Längsarmierungsdrähten
keine solche Schweissungen auf, die nach dem Einbau brechen können. Da das Schweissgerät
an einem Laufwagen angebracht ist, ist ein Anhalten des Betoneinbaus während den Schweissungen
nicht erforderlich. Die Erfindung ermöglicht infolgedessen eine weitgehend maschinelle
Erstellung eines schotterlosen Oberbaus mit einem endlosen Armierungskorb. Da die
Längsdrähte nicht geschweisst sind und der Einbau kontinuierlich erfolgt, ist ein
mit dem erfindungsgemässen Gleitschalungsfertiger erstellter Gleisoberbau besonders
gleichmässig und stabil und genügt insbesondere für den Güterverkehr. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines teilweise abgebrochenen Gleitschalungsfertigers gemäss der
Erfindung, und
- Fig. 2
- eine Frontansicht des Gleitschalungsfertigers gemäss Fig. 1.
[0006] Ein Grundrahmen 1 ist höhenverstellbar an einem Raupenfahrwerk 2 angebracht und mit
einer an sich bekannten Fertigergleitschalung 6 verbunden. Der Fertigergleitschalung
6 wird mit einer hier nicht gezeigten Fördervorrichtung Beton zugeführt, aus dem ein
hier nur andeutungsweise gezeigter schotterloser Gleisoberbau 27 erstellt wird. Der
Beton wird durch die Fertigergleitschalung 6 in die vorgesehene Form gebracht und
gleichzeitig wird ein endloser Armierungskorb 25 in den Beton eingebracht. Dieser
Korb 25 besteht aus Querarmierungsbügeln 20, die gleich ausgebildet sind und in gleichen
Abständen mit beispielsweise sechs parallelen Längsdrähten 19 verschweisst sind. Diese
Längsdrähte 19 werden ab einer hier nicht gezeigten Bobine einer an sich bekannten
Drahtauslegevorrichtung einer Drahtaufnahme 17 zugeführt. Diese Drahtaufnahme 17 weist
entsprechend der Anzahl Längsdrähte Durchgänge 28 auf, durch welche Drähte 19 hindurchgezogen
sind. Die Drahtaufnahme 17 ist an einem Gestell 9 eines Laufwagens 4 angebracht. Dieser
Laufwagen 4 ist mittels Rollen 7 an zwei fest mit einer Aufhängekonsole 3 verbundenen
Führungen 8 in Gegenrichtung zur Fahrrichtung des Fahrwerkes 2 ausziehbar gelagert.
In Fig. 1 ist die Fahrrichtung mit dem Pfeil 26 angegeben. Der Laufwagen 4 kann infolgedessen
in Fig. 1 nach links ausgezogen werden. Mittels Rückholzylindern 13 kann der Laufwagen
4 von der ausgezogenen Lage in die in Fig. 1 gezeigte Ausgangslage zurückgebracht
werden.
[0007] Am Laufwagen 4 ist über der Drahtaufnahme 17 ein Bügelmagazin 16 befestigt, das gemäss
Fig. 1 in Fahrrichtung geneigt nach vorne ragt und das durch eine Bedienungsperson
15 mit Bügeln 20 beschickt werden kann. Durch die geneigte Anordnung des Bügelmagazins
16 gleiten die Bügel 20 nach unten, bis zu einer Bügelübergabe 18. Mit dieser Uebergabe
kann jeweils der unterste Bügel 20' gefasst und an die Schweisszangen 21 übergeben
werden, die unmittelbar vor einer Bügeleinführungsplatte 10 angeordnet sind. Die Schweisszangen
21 sind mit einem ebenfalls am Laufwagen 4 angeordneten Schweisstransformator über
Schweisszangenkontakte 22 und 23 verbunden. Die Anzahl Schweisszangen 21 entspricht
der Anzahl Längsdrähte 19. Wie die Fig. 2 zeigt, ist jeweils über jedem Längsdraht
19 eine Schweisszange 21 angeordnet. Jeder an die Schweisszangen 21 übergebene Querarmierungsbügel
20'' wird durch die Schweisszangen 21 an die Längsdrähte 19 und gegen einen Schweisszangenkontakt
23 angepresst. Mit den Schweisszangen 21 kann somit der Querarmierungsbügel 20'' mit
jedem Längsdraht 19 an den anliegenden Stellen verschweisst werden. Die Steuerung
erfolgt über eine in einem Steuerungskasten 11 angeordneten Steuervorrichtung.
[0008] Während eines solchen Schweissvorganges bleibt der Laufwagen 4 durch die Verbindung
der Schweisszangen 21 mit dem Armierungskorb 5 bezüglich des Bauuntergrundes 14 stehen.
Das Laufwerk 2 mit dem Grundrahmen 1 sowie die Fertigergleitschalung 6 werden jedoch
während eines solchen Schweissvorganges in Richtung des Pfeiles 26 ohne Geschwindigkeitsänderung
weiter bewegt. Der Laufwagen 4 wird während einer Schweissung in Gegenrichtung des
Pfeiles 26 ausgezogen. Nach Beendigung einer Schweissung wird der Laufwagen durch
die Rückholzylinder 13 wieder zurück in die Ausgangslage bewegt. Während diesen Bewegungen
des Laufwagens 4 wird die Bügeleinführungsplatte 10 mitbewegt, wobei eine Oeffnung
23 einen Durchtritt der Längsdrähte 19 und der angeschweissten Querarmierungsbügels
20'' ermöglicht.
[0009] Infolge des hohen Stromverbauches solcher Schweissungen werden die einzelnen Punktschweissungen
eines Bügels paarweise im Taktschrittverfahren durchgeführt. Die gesamte Schweisszeit
für einen Bügel beträgt etwa 12 Sekunden. Vorzugsweise werden gleichzeitig zwei parallel
nebeneinander verlaufende Armierungskörbe 25 erstellt. Entsprechend weist der Wagen
4, wie aus Fig. 2 ersichtlich, die zum Auslegen der Längsarmierungsdrähte 19 und zum
Verschweissen der Querarmierungsbügel 20 erforderlichen Teile und Geräte paarweise
nebeneinander auf.
[0010] Die Querarmierungsbügel 20 werden in gleichen Abständen von beispielsweise 15 cm
mit den Längsdrähten 19 verschweisst. Damit diese Abstände eingehalten werden, erfolgt
die Bügelübergabe an die Schweisszangen 21 über einen Steuerungsimpuls, der von einem
auf dem Raupenfahrwerk 2 befestigten Drehimpulsgeber 29 ausgelöst wird. Der Drehimpulsgeber
29 weist beispielsweise ein Rad 30 auf, das an einer Raupenkette 31 des Fahrwerks
2 anliegt und sich mit diesem dreht. Eine bestimmte Fahrstrecke entspricht dann einer
bestimmten Anzahl Impulse des Drehimpulsgebers 29. Die Auslösung der selbsttätigen
Bügelübergabe kann jedoch auch durch einen anderen geeigneten Geber erfolgen.
[0011] Nachfolgend wird der Arbeitsablauf kurz erläutert.
[0012] Von der Drahtauslegevorrichtung werden ab Bobine die Längsarmierungsdrähte 19, in
diesem Fall zwölf Drähte, auf den Unterbau ausgelegt. Die ausgelegten Armierungsdrähte
werden nun in die Drahtaufnahme 17 eingeführt und gelangen einzeln zu den, in diesem
Fall zwölf Schweisszangen 21. Ueber Steuerungsimpulse werden aus dem Magazin 16 nun
einzeln Querarmierungsbügel 20 mittels der Uebergabe 18 an die Schweisszangen 21 übergeben.
Jeder Bügel wird im Taktschrittverfahren durch Punktschweissung mit den Längsdrähten
19 verschweisst. Während eines solchen Schweissvorganges werden die Schweisszangen
21 über den Laufwagen 4 ausgezogen und nach dem Schweissen mit den Pneumatikzylindern
13 in die Ausgangslage zurückgebracht. Der fertig geschweisste Armierungskorb 25 wird
über eine Korbaufnahme 30, die ähnlich wie die Platte 10 ausgebildet ist, in die Fertigergleitschalung
6 eingeführt.
1. Gleitschalungsfertiger zum Erstellen eines schotterlosen Gleisoberbaus (27), wobei
Beton maschinell direkt in eine bestimmte Form mit für die Befestigung von Schwellen
vorgesehenen Vertiefungen und gleichzeitig eine Längsarmierung (19) in den Beton eingebracht
wird, mit einem Fahrwerk (2), einem Fertigergrundrahmen (1), Gleitschalungsformen
(6) sowie einer Drahtaufnahme (17) zum Auslegen von Längsarmierungsdrähten (19) auf
den Unterbau (14), dadurch gekennzeichnet, dass in Fahrrichtung (26) gesehen hinter
der Drahtaufnahme (17) ein Schweissgerät (21) an einem Laufwagen (4) angebracht ist
und dass dem Schweissgerät (21) in bestimmten Wegabständen des Fahrwerkes (2) jeweils
ein Querarmierungsbügel (20) zuführbar ist, der bei stillstehendem Laufwagen (4) und
sich in Fahrrichtung bewegendem Fahrwerk (2) mittels des Schweissgerätes (21) mit
Längsarmierungsdrähten (19) verschweissbar ist.
2. Gleitschalungsfertiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuervorrichtung
(11) sowie eine Bügelübergabevorrichtung (18) vorgesehen sind, und dass mittels der
Bügelübergabevorrichtung (18) aufgrund eines Steuerimpulses, der durch einen mit dem
Fahrwerk (2) verbundenen Drehimpulsgeber (29) ausgelöst wird, ein einzelner Bügel
an das Schweissgerät (21) übergebbar ist.
3. Gleitschalungsfertiger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schweissgerät
eine Mehrzahl von Schweisszangen (21) aufweist, und dass für jeden Längsarmierungsdraht
(19) eine Schweisszange (21) vorgesehen ist.
4. Gleitschalungsfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Laufwagen (4) in der Gegenrichtung zur Fahrrichtung (26) aus einer Ausgangslage
ausziehbar und mittels eines Antriebs (13) in die Ausgangslage rückholbar ist.
5. Gleitschalungsfertiger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
in Fahrrichtung (26) gesehen vor dem Schweissgerät (21) ein Bügelmagazin (16) angeordnet
ist, aus dem Querarmierungsbügel (20) einzeln abgebbar sind.

