(19)
(11) EP 0 634 534 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.01.1995  Patentblatt  1995/03

(21) Anmeldenummer: 93250255.2

(22) Anmeldetag:  19.06.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6: E04C 2/32, B21D 26/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 19.06.1989 DE 3920357

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
90909127.4 / 0479816

(71) Anmelder: WERNER, Hilmar
D-14165 Berlin (DE)

(72) Erfinder:
  • WERNER, Hilmar
    D-14165 Berlin (DE)

(74) Vertreter: Lüke, Dierck-Wilm, Dipl.-Ing. 
Gelfertstrasse 56
D-14195 Berlin
D-14195 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
     
    Bemerkungen:
    Diese Anmeldung ist am 18 - 09 - 1993 als Teilanmeldung zu der unter INID-Kode 60 erwähnten Anmeldung eingereicht worden.
     


    (54) Paneel


    (57) Die Erfindung beschreibt ein zweiachsig profil-versteiftes Leichtbau-Paneel insbesondere für den Bau von leichten, weitspannenden Flächentragwerken mit folgenden Merkmalen: Die statische Höhe des Paneels ist aus mindestens einer Lage (lag) eines dünnen Materials, insbesondere aus Blech aufgebaut, dessen Ausgangsebene zur Aussteifung in mindestens zwei Achsen unter Vermeidung gerader Knicklinien (knl) in durchgehend aneinander anschließende, regelmäßige Sicken überführt ist, wobei die Sicken ineinander geschoben und/oder gegeneinander verdreht und/oder verschoben sind. Die Sicken zeigen Höhenlinien (hli) oder/und -flächen (hfl), sowie aussteifende Seitenflächen (fla). Die Höhenlinien verlaufen zur Stärkung der Gurtebenen in den Gurtebenen, insbesondere über die volle Länge des Paneels hinweg. Entweder weist jede einzelne Lage durch die Anordnung der Sicken keine gerade Knick-Achse mehr auf, oder es sind Lagen mit zwischen den Sicken verlaufenden Knick-Linien durch Zusammensetzung mehrerer Lagen ausgesteift, indem die Sicken beider Lagen entlang der Knicklinien der jeweils anderen Lage kraftschlüssig fixiert sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Paneel gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.

    [0002] Zum Stand der Technik gehören Blechpaneele mit einachsiger Aussteifung, Bleche mit kreuzweise und versetzt angeordneten, geraden Sicken sowie Bleche mit versetzt angeordneten kalottenförmigen Sicken; ferner Paneele mit Reihen aus kegelstumpfförmigen Höckern. Bei den erwähnten Paneelen liegt entweder keine zweiachsige Aussteifung vor, oder das flache Ausgangsmaterial ist nicht in durchgehend aneinander anschließende Sicken überführt, sondern bleibt zwischen den Sicken flach und ohne Einbeziehung in das Sickenmuster, oder es verbleiben - auch in Verbindung mit weiteren Lagen gleichen oder anderen Materials - gerade Knicklinien, an denen das Paneel nur Blechstärke hat oder zumindest Täler in der Profilhöhe aufweist.

    [0003] Bei dem aus der FR-OS 2.106.605 vorbekannten Paneel, das entfernt einem einseitigen Bogenpaneel ähnelt, verbleiben gerade Knicklinien zwischen den Sicken. Eine Aussteifung durch versetzte Anordnung zweier Lagen ist nicht vorgesehen. Eine Ausführung des Paneels aus Blech enthält in beiden Richtungen quer zu den Achsen liegende Falze und ist daher nicht zugfest, d.h. für die Zuggurtebene eines Paneels ungeeignet. Eine zweite Ausführung ist aus Hartschaum und folglich nicht aus einem flachen Material.

    [0004] Bei der JP-WO 87/05262 liegt ein Parallel-Profil aus Zick-Zack-Profilen vor, die in der Draufsicht wiederum zick-zackförmig oder schlangenförmig verlaufen, also ein Fischgrät-oder ein Schlangen-Profil. Das vorbekannte Paneel ist jedoch nicht, wie in der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, zur Vermeidung von Knickanfälligkeit in der Längsachse zu einem spiegelsymmetrischen Streifen-Profil (Fig. 14) weitergebildet. Die asymmetrischen Wellenlinien können also in Längsrichtung des Paneels ungehindert nach rechts und links ausweichen, wohingegen bei spiegelsymmetrischer Anordnung von Streifen die Knicktendenzen sich wechselseitig aufheben. Dieser Effekt wird durch ein flaches Deckblech noch mehr als bei nicht symmetrischer Konfiguration gesteigert, da die Wellen unter Druck entweder länger oder höher werden müßten, wodurch in jedem Fall an den Verbindungslinien vbl der Streifen str eine symmetrische Bewegung des Auseinanderweichens der Wellen entsteht, die sich als Zugkraft auf das Deckblech überträgt. Somit wird eine Druckbelastung in eine Zugbelastung übersetzt, der flache Bleche hervorragend widerstehen können.

    [0005] Die JP-WO 87/05262 sieht als Fertigungsvorrichtung ein Walzwerk vor, ohne zu berücksichtigen, daß Erfahrungen mit derart komplizierten Raumformen zeigen, daß das Material unkontrolliert knautscht. Dieses Problem tritt bei dem hier vorgeschlagenen liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen nicht auf. Weiter wird dabei der Verschleiß von üblicherweise zwischengeschalteten Gummi-Membranen oder -Kissen vermieden sowie eine Annäherung an die Vorteile kontinuierlicher Walzverfahren erreicht. Ferner kann in ein und demselben Arbeitsgang ein Korrosionsschutz aufgetragen werden.

    [0006] Die Erfindung ist nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Leichttragwerkes aus Paneelen, insbesondere für große, stützenfreie Spannweiten, näher erläutert.

    [0007] Es zeigen:
    Fig.1
    ein Polyaxial- bzw. Bogen-Paneel in isometrischer Darstellung,
    Fig.2
    eine isometrische Draufsicht auf ein Polyaxial-Paneel bzw. ein Zick-Zack-Schlangen-Paneel,
    Fig.3
    ein Doppelkreuz-Paneel in Draufsicht,
    Fig.4
    ein Doppelaxt-Paneel in Draufsicht,
    Fig.5
    ein aus zwei einseitigen Bogenpaneelen zusammengesetztes Paneel in Explosionsdarstellung,
    Fig.6
    ein aus zwei einseitigen Bogenblechen zusammengesetztes Bogenblech-Paneel im Querschnitt,
    Fig.7
    eine isometrische Draufsicht auf ein Bogenblech-Paneel aus zwei einseitigen Bogenblechen mit gepunktet angedeutetem aussteifendem Material und
    Fig.8
    die Prinzipdarstellung einer Vorrichtung zum liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen von Paneelen.


    [0008] Zur Ausnutzung der bekannten Vorteile zweiachsiger oder mehrachsiger oder polyaxialer Lastabtragung und zur Vermeidung von Konstruktionen aus knickanfälligen Stäben werden Polyaxial-Paneele vorgeschlagen, deren statische Höhe aus flachen Materialien, insbesondere aus Blech aufgebaut ist. Ihre mindestens zweiachsige Aussteifung erhalten die Paneele durch eine regelmäßige, räumliche Formung, die das flache Ausgangsmaterial in durchgehend aneinander anschließende Sicken überführt. Die Sicken zeigen Höhepunkte hpu oder Höhenflächen hfl, die von Höhenlinien hli umschrieben werden, und in der Ober- bzw. Untergurtebene des Paneels liegen. Hierdurch werden die statisch hochbeanspruchten Gurtebenen gestärkt, insbesondere wenn die Höhenflächen oder -linien über das ganz Paneel hinweg durchlaufen. Zwischen den Höhenflächen bzw. den Gurtebenen erstrecken sich die aussteifenden Seitenflächen sfl der Sicken.

    [0009] Dabei sind die Sicken so angeordnet, daß gerade Knicklinien knl mit verminderter statischer Höhe vermieden werden. Dies wird dadurch erreicht, daß die Grundrißformen der Sicken in der Aufsicht ineinander verschränkt bzw. ineinandergeschoben oder auch gegeneiander verdreht sind und die Profile der Sicken in der Seitenansicht gegeneinander versetzt bzw. gestaffelt sind. Ein solches Paneel von der Seite betrachtet zeigt durch diese Anordnung der Sicken keine gerade Knicklinie mit verminderter statischer Höhe mehr, d.h. es sind keine die Querschnittshöhe wesentlich schwächenden, gerade durchlaufenden Kerben, Täler oder Taillen zu sehen. Diese Aussteifung kann durch die Anordnung der Sicken bereits in einer Lage erreicht werden. Andernfalls sind zwei Lagen gegeneinander versetzt zusammengesetzt, so daß hierdurch der erfindungsgemäße Versatz der Sicken erreicht ist (Fig.5,6,7). Dabei sind die Sicken v.a. in den Knicklinien knl der jeweils anderen Lage aussteifend fixiert.

    [0010] Das Grundprinzip der Aussteifung liegt in der versetzten Anordnung durchgehend aneinander anschließender, räumlich geformter Sicken. Die Art der räumlichen Profilierung läßt sich durch zwei gedachte Operationen weiter definieren, aus denen zwei Grundtypen entstehen:

    1. Die parallelen Profile und

    2. die interferierenden Profile.



    [0011] Bei den parallelen Profilen verlaufen die Profile beliebiger Querschnitte parallel. Bei den interferierenden Profilen dagegen interferieren die Querschnittsprofile, d.h. sie überlagern und durchkreuzen sich.

    [0012] Parallel-Profile sind wie eine mathematische Translationsfläche definiert: Ein Profil wird entlang zweier gleicher oder verschiedener Profile geführt, wobei die Profile vorzugsweise im rechten Winkel zueinander stehen. Die Führungskurven können dabei liegen, stehen oder geneigt sein. Bei dieser Bewegung beschreibt das Profil eine dreidimensionale Fläche. Die interferierenden Profile lassen sich auch mechanisch darstellen, indem man Flächen, z.B. aus Blech, zwischen distanten Punkten, kleinen Flächen oder Linien festspannt und in gegenläufiger Richtung zerdehnt.

    [0013] Als Profile für Polyaxial-Paneele werden entweder aussteifungsgünstige Profile, also nicht extrem flache oder steile Profile gewählt, wie z.B. Well-, Zick-Zack- oder Trapez-Profile mit einer Profilneigung von etwa 45° +/- 20°, oder für reine Abstandshalter-, Leitungs- oder Pflanzgutträgerfunktionen, wie z.B. Hohlböden, Absorberdach, auch steilere Profile.

    [0014] Ein paralleles, in der Draufsicht geradachsiges und in der Seitenansicht profilachsiges Polyaxial-Paneel ist z.B. durch folgende modellartige Operationen beschrieben: Eine am Rand profilierte Schablone, z.B. eine Well-oder Trapez-Form-Schablone, wird gerade entlang zweier, vorzugsweise gleicher Profil-Schablonen geführt, die zur ersten, nicht parallel, vielmehr insbesondere rechtwinklig stehen, wobei die Profile so gewählt sind, daß die Schablone während ihrer vorgestellten, flächenformenden Verschiebung immer lotrecht steht und die beiden Schablonen gleich oder verschieden profiliert sind, z.B. drei Schablonen mit Wellen-Profil, wodurch - im Unterschied etwa zu einem einfachen, einachsig gerichteten Wellblech - ein gekreuztes oder biaxiales Profil entsteht, z.B. ein Kreuz-Well-Profil. Bei Staffel-Wellenprofilen wird die bewegte Schablone in einem anderen als dem rechten Winkel angestellt, wobei in Führungsrichtung gesehen ein gleichsam perspektivisch verkürztes Profil mit geringerer Profil-bzw. Wellenlänge, jedoch mit gleicher Amplitude entsteht, dessen Amplituden-Höhepunkte bzw.-Wellenberge quer zur Führungsrichtung gesehen gleichsam wie ein Gipfel-Panorama gegeinander verschoben bzw. gestafffelt sind. Es werden Parallele Polyaxial-Paneele aus Zick-Zack-Profilen gebildet, die charakteristische Rautenformen in Form von Rauten-Paneelen aufweisen, indem ein Zick-Zack-Profil entlang zweier Zick-Zack-Führungsprofile geführt wird. Es werden ebenso sogenannte Zinnen-Paneele aus Trapez-Profilen gebildet, die zinnenartige Formen aufweisen. Ein in der Draufsicht profilachsiges und in der Seitenansicht geradachsiges Profil wird durch folgende modellartige Operationen definiert. Eine Profilschablone, z.B. eine Zick-Zack-Schablone wird zur Flächenformung auf einer Ebene entlang einer profilierten Verlaufslinie oder Achse, z.B. einer Welle, oder auch entlang einer zweiten Zick-Zack-Linie verschoben, woraus z.B. ein Doppel-Zick-Zack-Profil oder ein Fischgrät-Paneel oder ein in Schlangenlinien verlaufendes Zick-Zack-Profil, kurz Zick-Zack-Schlangenpaneel, ensteht. Die aufsichtige Achse zeigt insbesondere eine Amplitude, die mindestens gleich der halben Profil-bzw. Wellenlänge ist, so daß das Paneel durch die Ineinanderschiebung z.B. paralleler Wellen eine ungerichtete Aussteifung erfährt, wobei sich durchlaufende Höhenlinien, insbesondere zum Aufschweißen von Flachblechen, ergeben.

    [0015] Bei interferierenden Profilen verlaufen die Profile an beliebigen, aufeinander folgenden Querschnitten nicht parallel, sondern in einer projektiven Überblendung inkongruent. Sie lassen sich dadurch operativ definieren, daß große Flächen von verschiedenen, kleinen Flächen oder Quasi-Punkten aus, die in deutlichem Abstand voneinander stehen, in gegenläufiger Richtung zerdehnt werden. So wird z.B. ein Blech, das an den Schnittpunkten eines Quadratrasters fixiert wird, z.B.zwischen zylindrischen oder halbkugelförmigen Stempeln, von ebensolchen Stempeln aus seiner Ebene gereckt, die in den Diagonalen-Schnittpunkten des Quadratrasters ansetzen. Dabei bilden sich zwischen den distanten Höhepunkten bzw. Antipoden des Paneels bogenförmig bzw. paraboloid gewölbte Flächen , weshalb von Bogen-Paneelen gesprochen wird. Die paraboloiden Sicken erstrecken sich von einer flachen Ebene aus in eine oder in zwei Richtungen (Fig.1,5), können also einseitig oder zweiseitig genannt werden.

    [0016] Interferierende Polyaxial-Paneele mit diskontinuierlichen Höhenlinien in Form von Kreuz-Paneelen bilden ein Muster aus parallelen gegeneinader versetzten Kreuzen, zwischen deren Balken Ergänzungselemente, insbesondere im Quadrat-und Kreisform gesetzt sind, die den Raum zwischen den Balken ausfüllen. Die Höhenlinien von Kreuzen und Ergänzungselementen liegen in einer Ebene. Dazwischen liegen Täler, deren Böden Höhenlinien der anderen Ebene des Paneels bilden, so daß die Ergänzungselemente insbes. Pyramiden-und Kegelstumpfformen erhalten. Bei interferierenden Polyaxial-Paneelen mit diskontinuierlichen Höhenlinien in Form von Doppelkreuz-Paneelen sind in das Paneel zwei versetzte, um 90° gegeneinander verdrehte Muster aus parallelen, gegeneinander versetzten Doppelkreuzen eingeformt. Die Höhenlinien der beiden Muster liegen in den entgegengesetzten, extremen Ebenen des Paneels. Die Verschränkung der Doppelkreuze ist dadurch gewährleistet, daß die Längsachsen zwischen die Querbalken eingeschoben sind, wobei zwischen den rechtwinklig stehenden Längsachsen und den Querachsen in der Draufsicht ein Abstand bleibt, über den die Paneelfläche sich aussteifend erstreckt.

    [0017] Bei interferierenden Polyaxial-Paneelen mit diskontinuierlichen Höhenlinien in Form von Doppelaxt-Paneelen sind Elemente mit Höhenlinien in Form von Doppeläxten in folgender Weise zusammengestellt: Die kreissegmentförmigen Schneiden der Doppelaxt-Formen verlaufen homolog, insbesondere parallel, zu den kreissegmentförmigen Flanken. Die Achsen der Doppelaxt-Elemente sind also um 90° gegeneinander verdreht. Die Höhenlinien liegen in einer Ebene. Zwischen den Doppelaxt-Elementen verlaufen schlangenförmige Täler, z.B. mit trapezoidem Querschnitt, deren Böden die Höhenlinien der anderen Ebene bilden. Die Profile sind an den Begrenzungsebenen bzw. Auflagerpunkten abgeflacht, was z.B. bei einem Kreuz-Well-Profil gleichsam durch Kappung der kalotten-förmigen Wellengipfel auf den gegenüberliegenden Seiten erreicht wird. Hierbei ist die Höhe der abgenommenen Kalotten so gewählt, daß die Kalottenbodenkanten nicht überhängend gewölbt sind, sondern günstig Kräfte in das Kreuz-Well-Profil überleiten können.

    [0018] Bei einer besonderen Ausführungsform des Paneels liegen einzelne der Höhenflächen der Sicken nicht in einer Ebene, sondern sind überhöht.

    [0019] Bei einseitigen Bogen-Paneelen (Fig.5,6 und 7) liegen zwischen den aneinanderliegenden, paraboloiden Sicken gerade Knicklinien knl, die durch eine zweite Lage des gleichen Materials ausgesteift werden. Beide Lagen werden spiegelsymmetrisch gegeneinander gekehrt und um die Hälfte versetzt mit den Fußpunkten fßp der Paraboloide auf den Schnittpunkten der Knicklinien knl des jeweils anderen Paneels fixiert. Es entsteht ein zusammengesetztes Bogenpaneel mit aussteifend versetzten Sicken.

    [0020] Bei Streifen-Paneelen werden Profil-Streifen str (Fig.2) insbesondere bei Parallel-Profilen, die in der Draufsicht in Längsrichtung nicht spiegelsymmetrisch und daher knickgefährdet sind, z.b. Well-oder Zick-Zack-Profile, spiegelsymmetrisch gegeneinander gekehrt und längs ihrer Verbindungslinie vbl zu einem Paneel verbunden.

    [0021] Ferner werden Polyaxial-Verbund-Paneele durch Addierung mehrerer Lagen sowie mit weiteren Materialien ausgesteift, insbesondere mit Flachblechen, einachsig ausgesteiften Blechen oder Baustahlmatten in der Gurtzone, wobei insbesondere letztere weiter mit Beton ausgesteift sind, sowie mit schaumartigen Materialien sam (Fig.7) im Kern.

    [0022] Es ist eine Vorrichtung zum liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen, insbesondere von Polyaxial-Paneelen wie folgt gebildet: Die Vorrichtung weist zwei dicht verschließbare, insbesondere hydraulisch bewegliche Formhälften fhä auf, die das zu verformende Paneel formschlüssig dichtend umfassen, das insbesondere auf der Eingangsseite noch unverformt ist, auf der Ausgangsseite aber bereits voll verformt ist. Die obere Formhälfte fhä enthält das anzuformende Profil, wobei ein Übergang von dem flachen Eingangsprofil zum voll-räumlichen Profil kontinuierlich verläuft, worauf dann ein oder mehrere Bahnen von Profileinheiten in voller Höhe folgen, ebenso zu den seitlichen Rändern hin. Durch die untere Formhälfte wird die Verformungsflüssigkeit, z.B. Wasser was oder Öl oder insbesondere ein Stoff, der als Beschichtung an dem Paneel haften bleibt, z.B. ein Lack, eingepreßt, die bei Öffnung der Form ausläuft oder wieder abgepumpt wird. Die Vorrichtung enthält beidseitig Förderwerke föw, die das Paneel bei geöffneten Formhälften fhä taktweise vorschieben, und zwar soweit, daß eine bereits in voller Höhe tiefgezogene Passage des Paneels formschlüssig zwischen die profilierten Formränder gepreßt werden kann. Die erste Verformung der Ränder beim ersten Takt geschieht rein mechanisch oder in einer separaten Vorformstation vfs mit umlaufend ebenen Dichträndern.


    Ansprüche

    1. Zweiachsig profil-versteiftes Leichtbau-Paneel für den Bau von leichten, weitspannenden Flächentragwerken,
    gekennzeichnet, durch folgende Merkmale:

    - Die statische Höhe des Paneels ist aus mindestens einer, inbesondere aus zwei oder mehreren Lagen (lag) eines dünnen Materials, insbesondere aus Blech, aufgebaut, dessen Ausgangsebene zur Aussteifung in mindestens zwei Achsen und zur Vermeidung potentieller, gerader Knicklinien (knl) mit verminderter statischer Höhe

    - durch regelmäßige, räumliche Formung

    - in durchgehend aneinander anschließende Sicken überführt ist, wobei die Begrenzungslinien der Sicken insbesondere

    - in der Draufsicht ineinander verschränkt bzw. ineinander geschoben oder/und gegeneinander verdreht

    - oder/und in der Seitenansicht gegeneinander verschoben bzw. gestaffelt sind;

    - die Sicken zeigen Höhepunkte (hpu) oder/und Höhenlinien (hli) oder/und Höhenflächen (hfl), die von den Höhenlinien umschrieben sind, sowie aussteifende Seitenflächen (sfl);
    die Höhenlinien laufen

    - entweder über das ganze Paneel fort

    - oder sie bilden unterbrochene, in keiner Richtung über die ganze Paneel-Lage fortlaufende Muster;
    die Höhenlinien verlaufen zur Stärkung der Ober-und Untergurtebenen längs der Hauptachsen

    - in den jeweiligen Ober-und Untergurtebenen,

    - insbesondere über die volle Länge des Paneels hinweg;

    - bei in der Aufsicht nicht-spiegelsymmetrischen Sicken-Mustern, z.B. bei Wellen-oder Zick-Zack-Mustern mit Knickgefährdung in der Längsrichtung sind Streifen (str) der Paneele spiegelsymmetrisch um die Verbindungslinien (vwl) der Streifen (str) herum angeordnet und zu einem Paneel verbunden;

    - entweder weist jede einzelne Lage durch die Anordnung der Sicken keine gerade Knick-Achse mehr auf,

    - oder es sind Lagen mit separat aneinanderliegenden Sicken und dazwischen verlaufenden Knick-Linien (knl) durch Zusammensetzung mindestens zweier, gleicher Lagen ausgesteift, indem die Sicken (sik) beider Lagen ( lag) zur Aussteifung

    - gegeneinander versetzt bzw. verschoben

    - entlang der Knicklinien (knl,Fig.1) zu der jeweils anderen Lage,

    - insbesondere an den Kreuzungspunkten der Knicklinien, kraftschlüssig fixiert sind.


     
    2. Paneel nach Anspruch 1, gek.durch folgende Merkmale:

    - Die Paneele sind durch andere Materialien weiter ausgesteift, wobei diese insbesondere aus folgenden Materialien bestehen:

    - Einachsig ausgesteifte Profilpaneele, die insbesondere dasselbe Profil aufweisen, wie die Lagen des auszusteifenden Paneels und insbesondere auf der einen Seite des Paneels parallel zu dessen einer Achse und auf der anderen Seite parallel zur anderen Achse formschlüssig eingelegt und kraftschlüssig fixiert sind;

    - Flach-Materialien, insbesondere Blech-oder Baustahlmatten, wobei insbesondere letztere mit Beton weiter ausgesteift sind;

    - poröse, schaumartige Materialien (sam, Fig.7), insbesondere Schaumglas.


     
    3. Paneel nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    Das Paneelmaterial ist entweder

    - bei Parallelprofilen (Fig.2) aus parallel verlaufenden Profilen räumlich geformt, wobei die räumlich geformte Fläche wie eine Translationsfläche dadurch definiert ist, daß ein Profil mit vertikaler Amplitude entlangzweier,gleicher oder verschiedener weiterer Profile geführt wird, die insbesondere im rechten Winkel zu diesem verlaufen, wobei die Amplitude der Führungsprofile

    - entweder in der Draufsicht

    - und/oder der Seitenansicht zu sehen ist,

    - oder das Paneelmaterial ist bei interferierenden Profilen (Fig.1, 3 bis 6) aus einer Abfolge verschiedener Profile zusammengesetzt, die in projektiver Darstellung nicht deckungsgleich und nicht parallel sind, wobei die Profilierung dadurch definiert ist, daß eine große Fläche von verschiedenen kleinen Flächen oder Punkten aus, die im deutlichen Abstand voneinander stehen, in gegenläufiger Richtung gereckt ist.


     
    4. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    Die Parallel-Profile sind aus folgende Elementen gebildet:

    - Aus Trapez-Profilen;

    - aus gekreuzten Wellen-Profilen, wobei die kalotten-förmigen Profil-Höhepunkte entfernt sind, so daß sich ebene Kalotten-Böden bilden;

    - bei Rauten-Paneelen, die charakteristische Rautenformen aufweisen, aus Zick-Zack-Profilen;

    - bei Fischgrät- oder Schlangen-Paneelen (Fig.2), insbesondere aus Zick-Zack-Profilen, wobei die Paneele wie folgt operativ definiert sind:
    Eine Profil-Schablone wird zur Flächenformung auf einer Ebene entlang einer profilierten Verlaufslinie, einer Zick-Zack-Linie oder einer Welle verschoben, wobei die Verlaufslinie in der Draufsicht eine Amplitude zeigt, die mindestens gleich der halben Profil-bzw. Wellen-Länge ist, wodurch die parallelen Profile sich ineinanderschieben;

    - als Muster-Rippen-Streifen-Paneele aus Streifen (str,Fig.14) von Parallel-Profil-Paneelen, die in der Draufsicht profiliert sind, wobei die Streifen spiegelsymmetrisch gegeneinander gekehrt verbunden sind (vbl).


     
    5. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    Die interferierenden Profile bilden insbesondere in Form von Kreuz-Paneelen ein

    - Muster aus parallelen, gegeneinander versetzten Kreuzen,

    - zwischen deren Balken Ergänzungselemente,
    insbesondere in Quadrat-und Kreisform, gesetzt sind, die den Raum zwischen den Balken ausfüllen,

    - wobei die Höhenlinien von Kreuzen und Ergänzungselementen in einer Ebene liegen und dazwischen Täler verlaufen, deren Böden die Höhenlinien der anderen Ebene des Paneels bilden, wobei die Ergänzungselemente insbesondere Pyramiden- oder Kegelstumpfform erhalten.


     
    6. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    Die interferierenden Paneele sind insbesondere in Form von Doppelkreuz-Paneelen (Fig.3) ausgebildet,

    - wobei in das Paneel zwei versetzte, um 90° gegeneinander verdrehte Muster aus parallelen, gegeneinander versetzten Doppelkreuzen eingeformt sind

    - und die Höhenlinien der beiden Muster in den entgegengesetzten Extrem-Ebenen des Paneels liegen;

    - die Doppelkreuze sind ineinander verschränkt und die Längsachsen zwischen die Querbalken eingeschoben.


     
    7. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    Bei interferierenden Paneelen in Form von Doppelaxt-Paneelen (Fig.4) sind insbesondere Elemente mit Höhenlinien in Form von Doppeläxten in folgender Weise zusammengestellt:

    - Die kreissegmentförmigen Schneiden der Doppelaxt-Formen verlaufen homolog, insbesondere parallel, zu den kreissegmentförmigen Flanken (sfl), die Achsen der Doppelaxt-Elemente sind also um 90° gegeneinander verdreht, die Höhenlinien liegen in einer Ebene,

    - zwischen den Doppelaxt-Elementen verlaufen schlangenförmige Täler, z.B. mit trapezoidem Querschnitt, deren Böden die Höhenlinien der anderen Ebene bilden.


     
    8. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    Die interferierenden Paneele sind insbesondere als Bogen-Paneele ausgebildet, wobei von einem insbesondere quadratischen, im wesentlichen ebenen Grundraster aus sich kegelstumpf-ähnliche Sicken erheben, die bogenförmig, insbesondere paraboloid, gewölbte Seitenflächen (sfl) aufweisen;
    die Paraboloide erstrecken sich entweder von der Grundebene aus in eine Richtung (Fig.5) oder in beide Richtungen (Fig.1),

    - wobei bei derartigen zweiseitigen Bogen-Paneelen die Sicken versetzt angeordnet sind, insbesondere auf zwei quadratischen Grundrastern, wobei die Schnittpunkte des einen Rasters in den Mittelpunkten des anderen liegen.


     
    9. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    - Bei zusammengesetzten Paneelen sind insbesondere zwei Lagen (lag) des Paneel-Materials spiegelverkehrt gegeneinander gedreht und insbesondere seitlich gegeneinander versetzt aufeinander oder ineinander gefügt

    - und an Höhepunkten (hpn), Höhenflächen (hfl) oder Höhenlinien (hli) miteinander kraftschlüssig verbunden,

    - wobei insbesondere bei zusammengesetzten Verbundpaneelen aus paraboloiden, einseitigen Bogenblechen (Fig.5,6,7) die Fußpunkte (fßp) der Paraboloide der einen Panellage zur Aussteifung an der knickbaren Linie (knl) zwischen den Paraboloiden der anderen Lage fixiert sind.


     
    10. Vorrichtung zum liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen, insbesondere von Polyaxial-Paneelen nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    - Die Vorrichtung (Fig.8) weist zwei dicht verschließbare, insbesondere hydraulisch bewegbare Formhälften (fhä) auf, die das zu verformende, flache Material (fma) formschlüssig dichtend umfassen, wobei dieses inbesondere auf der Eingangsseite noch unverformt ist, aber auf der Ausgangsseite bereits vollverformt ist;

    - die obere Formhälfte (fhä) enthält das anzuformende Profil, wobei insbesondere von dem flachen Eingangsprofil zum voll-räumlichen Profil kontinuierlich übergegangen wird, worauf dann ein oder mehrere Bahnen von Profileinheiten in voller Höhe folgen, insbesondere ebenso zu den seitlichen Rändern hin;

    - die untere Formhälfte (fhä) weist Öffnungen auf, durch welche die Verformungsflüssigkeit, z.B. Wasser (was) oder Öl oder insbesondere ein Stoff, der als Beschichtung an dem Paneel haften bleibt, z.B. ein Lack, eingepreßt wird, die bei der Öffnung der Form ausläuft oder wieder abgepumpt wird;

    - die Vorrichtung enthält Förderwerke (föw), die das Paneel bei geöffneten Formhälften (fhä) taktweise vorschieben,
    insbesondere soweit, daß eine bereits in voller Höhe tiefgezogene Passage des Paneels formschlüssig zwischen die profilierten Formränder gepreßt werden kann;

    - die Vorrichtung weist insbesondere eine erste Vorformstation (vfs) mit umlaufend ebenen dichten Rändern für eine erste Randverformung beim ersten Takt auf.


     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht