[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Paneel gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des
Patentanspruches 1.
[0002] Zum Stand der Technik gehören Blechpaneele mit einachsiger Aussteifung, Bleche mit
kreuzweise und versetzt angeordneten, geraden Sicken sowie Bleche mit versetzt angeordneten
kalottenförmigen Sicken; ferner Paneele mit Reihen aus kegelstumpfförmigen Höckern.
Bei den erwähnten Paneelen liegt entweder keine zweiachsige Aussteifung vor, oder
das flache Ausgangsmaterial ist nicht in durchgehend aneinander anschließende Sicken
überführt, sondern bleibt zwischen den Sicken flach und ohne Einbeziehung in das Sickenmuster,
oder es verbleiben - auch in Verbindung mit weiteren Lagen gleichen oder anderen Materials
- gerade Knicklinien, an denen das Paneel nur Blechstärke hat oder zumindest Täler
in der Profilhöhe aufweist.
[0003] Bei dem aus der FR-OS 2.106.605 vorbekannten Paneel, das entfernt einem einseitigen
Bogenpaneel ähnelt, verbleiben gerade Knicklinien zwischen den Sicken. Eine Aussteifung
durch versetzte Anordnung zweier Lagen ist nicht vorgesehen. Eine Ausführung des Paneels
aus Blech enthält in beiden Richtungen quer zu den Achsen liegende Falze und ist daher
nicht zugfest, d.h. für die Zuggurtebene eines Paneels ungeeignet. Eine zweite Ausführung
ist aus Hartschaum und folglich nicht aus einem flachen Material.
[0004] Bei der JP-WO 87/05262 liegt ein Parallel-Profil aus Zick-Zack-Profilen vor, die
in der Draufsicht wiederum zick-zackförmig oder schlangenförmig verlaufen, also ein
Fischgrät-oder ein Schlangen-Profil. Das vorbekannte Paneel ist jedoch nicht, wie
in der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, zur Vermeidung von Knickanfälligkeit
in der Längsachse zu einem spiegelsymmetrischen Streifen-Profil (Fig. 14) weitergebildet.
Die asymmetrischen Wellenlinien können also in Längsrichtung des Paneels ungehindert
nach rechts und links ausweichen, wohingegen bei spiegelsymmetrischer Anordnung von
Streifen die Knicktendenzen sich wechselseitig aufheben. Dieser Effekt wird durch
ein flaches Deckblech noch mehr als bei nicht symmetrischer Konfiguration gesteigert,
da die Wellen unter Druck entweder länger oder höher werden müßten, wodurch in jedem
Fall an den Verbindungslinien vbl der Streifen str eine symmetrische Bewegung des
Auseinanderweichens der Wellen entsteht, die sich als Zugkraft auf das Deckblech überträgt.
Somit wird eine Druckbelastung in eine Zugbelastung übersetzt, der flache Bleche hervorragend
widerstehen können.
[0005] Die JP-WO 87/05262 sieht als Fertigungsvorrichtung ein Walzwerk vor, ohne zu berücksichtigen,
daß Erfahrungen mit derart komplizierten Raumformen zeigen, daß das Material unkontrolliert
knautscht. Dieses Problem tritt bei dem hier vorgeschlagenen liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen
nicht auf. Weiter wird dabei der Verschleiß von üblicherweise zwischengeschalteten
Gummi-Membranen oder -Kissen vermieden sowie eine Annäherung an die Vorteile kontinuierlicher
Walzverfahren erreicht. Ferner kann in ein und demselben Arbeitsgang ein Korrosionsschutz
aufgetragen werden.
[0006] Die Erfindung ist nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen
Leichttragwerkes aus Paneelen, insbesondere für große, stützenfreie Spannweiten, näher
erläutert.
[0007] Es zeigen:
- Fig.1
- ein Polyaxial- bzw. Bogen-Paneel in isometrischer Darstellung,
- Fig.2
- eine isometrische Draufsicht auf ein Polyaxial-Paneel bzw. ein Zick-Zack-Schlangen-Paneel,
- Fig.3
- ein Doppelkreuz-Paneel in Draufsicht,
- Fig.4
- ein Doppelaxt-Paneel in Draufsicht,
- Fig.5
- ein aus zwei einseitigen Bogenpaneelen zusammengesetztes Paneel in Explosionsdarstellung,
- Fig.6
- ein aus zwei einseitigen Bogenblechen zusammengesetztes Bogenblech-Paneel im Querschnitt,
- Fig.7
- eine isometrische Draufsicht auf ein Bogenblech-Paneel aus zwei einseitigen Bogenblechen
mit gepunktet angedeutetem aussteifendem Material und
- Fig.8
- die Prinzipdarstellung einer Vorrichtung zum liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen von
Paneelen.
[0008] Zur Ausnutzung der bekannten Vorteile zweiachsiger oder mehrachsiger oder polyaxialer
Lastabtragung und zur Vermeidung von Konstruktionen aus knickanfälligen Stäben werden
Polyaxial-Paneele vorgeschlagen, deren statische Höhe aus flachen Materialien, insbesondere
aus Blech aufgebaut ist. Ihre mindestens zweiachsige Aussteifung erhalten die Paneele
durch eine regelmäßige, räumliche Formung, die das flache Ausgangsmaterial in durchgehend
aneinander anschließende Sicken überführt. Die Sicken zeigen Höhepunkte hpu oder Höhenflächen
hfl, die von Höhenlinien hli umschrieben werden, und in der Ober- bzw. Untergurtebene
des Paneels liegen. Hierdurch werden die statisch hochbeanspruchten Gurtebenen gestärkt,
insbesondere wenn die Höhenflächen oder -linien über das ganz Paneel hinweg durchlaufen.
Zwischen den Höhenflächen bzw. den Gurtebenen erstrecken sich die aussteifenden Seitenflächen
sfl der Sicken.
[0009] Dabei sind die Sicken so angeordnet, daß gerade Knicklinien knl mit verminderter
statischer Höhe vermieden werden. Dies wird dadurch erreicht, daß die Grundrißformen
der Sicken in der Aufsicht ineinander verschränkt bzw. ineinandergeschoben oder auch
gegeneiander verdreht sind und die Profile der Sicken in der Seitenansicht gegeneinander
versetzt bzw. gestaffelt sind. Ein solches Paneel von der Seite betrachtet zeigt durch
diese Anordnung der Sicken keine gerade Knicklinie mit verminderter statischer Höhe
mehr, d.h. es sind keine die Querschnittshöhe wesentlich schwächenden, gerade durchlaufenden
Kerben, Täler oder Taillen zu sehen. Diese Aussteifung kann durch die Anordnung der
Sicken bereits in einer Lage erreicht werden. Andernfalls sind zwei Lagen gegeneinander
versetzt zusammengesetzt, so daß hierdurch der erfindungsgemäße Versatz der Sicken
erreicht ist (Fig.5,6,7). Dabei sind die Sicken v.a. in den Knicklinien knl der jeweils
anderen Lage aussteifend fixiert.
[0010] Das Grundprinzip der Aussteifung liegt in der versetzten Anordnung durchgehend aneinander
anschließender, räumlich geformter Sicken. Die Art der räumlichen Profilierung läßt
sich durch zwei gedachte Operationen weiter definieren, aus denen zwei Grundtypen
entstehen:
1. Die parallelen Profile und
2. die interferierenden Profile.
[0011] Bei den parallelen Profilen verlaufen die Profile beliebiger Querschnitte parallel.
Bei den interferierenden Profilen dagegen interferieren die Querschnittsprofile, d.h.
sie überlagern und durchkreuzen sich.
[0012] Parallel-Profile sind wie eine mathematische Translationsfläche definiert: Ein Profil
wird entlang zweier gleicher oder verschiedener Profile geführt, wobei die Profile
vorzugsweise im rechten Winkel zueinander stehen. Die Führungskurven können dabei
liegen, stehen oder geneigt sein. Bei dieser Bewegung beschreibt das Profil eine dreidimensionale
Fläche. Die interferierenden Profile lassen sich auch mechanisch darstellen, indem
man Flächen, z.B. aus Blech, zwischen distanten Punkten, kleinen Flächen oder Linien
festspannt und in gegenläufiger Richtung zerdehnt.
[0013] Als Profile für Polyaxial-Paneele werden entweder aussteifungsgünstige Profile, also
nicht extrem flache oder steile Profile gewählt, wie z.B. Well-, Zick-Zack- oder Trapez-Profile
mit einer Profilneigung von etwa 45° +/- 20°, oder für reine Abstandshalter-, Leitungs-
oder Pflanzgutträgerfunktionen, wie z.B. Hohlböden, Absorberdach, auch steilere Profile.
[0014] Ein paralleles, in der Draufsicht geradachsiges und in der Seitenansicht profilachsiges
Polyaxial-Paneel ist z.B. durch folgende modellartige Operationen beschrieben: Eine
am Rand profilierte Schablone, z.B. eine Well-oder Trapez-Form-Schablone, wird gerade
entlang zweier, vorzugsweise gleicher Profil-Schablonen geführt, die zur ersten, nicht
parallel, vielmehr insbesondere rechtwinklig stehen, wobei die Profile so gewählt
sind, daß die Schablone während ihrer vorgestellten, flächenformenden Verschiebung
immer lotrecht steht und die beiden Schablonen gleich oder verschieden profiliert
sind, z.B. drei Schablonen mit Wellen-Profil, wodurch - im Unterschied etwa zu einem
einfachen, einachsig gerichteten Wellblech - ein gekreuztes oder biaxiales Profil
entsteht, z.B. ein Kreuz-Well-Profil. Bei Staffel-Wellenprofilen wird die bewegte
Schablone in einem anderen als dem rechten Winkel angestellt, wobei in Führungsrichtung
gesehen ein gleichsam perspektivisch verkürztes Profil mit geringerer Profil-bzw.
Wellenlänge, jedoch mit gleicher Amplitude entsteht, dessen Amplituden-Höhepunkte
bzw.-Wellenberge quer zur Führungsrichtung gesehen gleichsam wie ein Gipfel-Panorama
gegeinander verschoben bzw. gestafffelt sind. Es werden Parallele Polyaxial-Paneele
aus Zick-Zack-Profilen gebildet, die charakteristische Rautenformen in Form von Rauten-Paneelen
aufweisen, indem ein Zick-Zack-Profil entlang zweier Zick-Zack-Führungsprofile geführt
wird. Es werden ebenso sogenannte Zinnen-Paneele aus Trapez-Profilen gebildet, die
zinnenartige Formen aufweisen. Ein in der Draufsicht profilachsiges und in der Seitenansicht
geradachsiges Profil wird durch folgende modellartige Operationen definiert. Eine
Profilschablone, z.B. eine Zick-Zack-Schablone wird zur Flächenformung auf einer Ebene
entlang einer profilierten Verlaufslinie oder Achse, z.B. einer Welle, oder auch entlang
einer zweiten Zick-Zack-Linie verschoben, woraus z.B. ein Doppel-Zick-Zack-Profil
oder ein Fischgrät-Paneel oder ein in Schlangenlinien verlaufendes Zick-Zack-Profil,
kurz Zick-Zack-Schlangenpaneel, ensteht. Die aufsichtige Achse zeigt insbesondere
eine Amplitude, die mindestens gleich der halben Profil-bzw. Wellenlänge ist, so daß
das Paneel durch die Ineinanderschiebung z.B. paralleler Wellen eine ungerichtete
Aussteifung erfährt, wobei sich durchlaufende Höhenlinien, insbesondere zum Aufschweißen
von Flachblechen, ergeben.
[0015] Bei interferierenden Profilen verlaufen die Profile an beliebigen, aufeinander folgenden
Querschnitten nicht parallel, sondern in einer projektiven Überblendung inkongruent.
Sie lassen sich dadurch operativ definieren, daß große Flächen von verschiedenen,
kleinen Flächen oder Quasi-Punkten aus, die in deutlichem Abstand voneinander stehen,
in gegenläufiger Richtung zerdehnt werden. So wird z.B. ein Blech, das an den Schnittpunkten
eines Quadratrasters fixiert wird, z.B.zwischen zylindrischen oder halbkugelförmigen
Stempeln, von ebensolchen Stempeln aus seiner Ebene gereckt, die in den Diagonalen-Schnittpunkten
des Quadratrasters ansetzen. Dabei bilden sich zwischen den distanten Höhepunkten
bzw. Antipoden des Paneels bogenförmig bzw. paraboloid gewölbte Flächen , weshalb
von Bogen-Paneelen gesprochen wird. Die paraboloiden Sicken erstrecken sich von einer
flachen Ebene aus in eine oder in zwei Richtungen (Fig.1,5), können also einseitig
oder zweiseitig genannt werden.
[0016] Interferierende Polyaxial-Paneele mit diskontinuierlichen Höhenlinien in Form von
Kreuz-Paneelen bilden ein Muster aus parallelen gegeneinader versetzten Kreuzen, zwischen
deren Balken Ergänzungselemente, insbesondere im Quadrat-und Kreisform gesetzt sind,
die den Raum zwischen den Balken ausfüllen. Die Höhenlinien von Kreuzen und Ergänzungselementen
liegen in einer Ebene. Dazwischen liegen Täler, deren Böden Höhenlinien der anderen
Ebene des Paneels bilden, so daß die Ergänzungselemente insbes. Pyramiden-und Kegelstumpfformen
erhalten. Bei interferierenden Polyaxial-Paneelen mit diskontinuierlichen Höhenlinien
in Form von Doppelkreuz-Paneelen sind in das Paneel zwei versetzte, um 90° gegeneinander
verdrehte Muster aus parallelen, gegeneinander versetzten Doppelkreuzen eingeformt.
Die Höhenlinien der beiden Muster liegen in den entgegengesetzten, extremen Ebenen
des Paneels. Die Verschränkung der Doppelkreuze ist dadurch gewährleistet, daß die
Längsachsen zwischen die Querbalken eingeschoben sind, wobei zwischen den rechtwinklig
stehenden Längsachsen und den Querachsen in der Draufsicht ein Abstand bleibt, über
den die Paneelfläche sich aussteifend erstreckt.
[0017] Bei interferierenden Polyaxial-Paneelen mit diskontinuierlichen Höhenlinien in Form
von Doppelaxt-Paneelen sind Elemente mit Höhenlinien in Form von Doppeläxten in folgender
Weise zusammengestellt: Die kreissegmentförmigen Schneiden der Doppelaxt-Formen verlaufen
homolog, insbesondere parallel, zu den kreissegmentförmigen Flanken. Die Achsen der
Doppelaxt-Elemente sind also um 90° gegeneinander verdreht. Die Höhenlinien liegen
in einer Ebene. Zwischen den Doppelaxt-Elementen verlaufen schlangenförmige Täler,
z.B. mit trapezoidem Querschnitt, deren Böden die Höhenlinien der anderen Ebene bilden.
Die Profile sind an den Begrenzungsebenen bzw. Auflagerpunkten abgeflacht, was z.B.
bei einem Kreuz-Well-Profil gleichsam durch Kappung der kalotten-förmigen Wellengipfel
auf den gegenüberliegenden Seiten erreicht wird. Hierbei ist die Höhe der abgenommenen
Kalotten so gewählt, daß die Kalottenbodenkanten nicht überhängend gewölbt sind, sondern
günstig Kräfte in das Kreuz-Well-Profil überleiten können.
[0018] Bei einer besonderen Ausführungsform des Paneels liegen einzelne der Höhenflächen
der Sicken nicht in einer Ebene, sondern sind überhöht.
[0019] Bei einseitigen Bogen-Paneelen (Fig.5,6 und 7) liegen zwischen den aneinanderliegenden,
paraboloiden Sicken gerade Knicklinien knl, die durch eine zweite Lage des gleichen
Materials ausgesteift werden. Beide Lagen werden spiegelsymmetrisch gegeneinander
gekehrt und um die Hälfte versetzt mit den Fußpunkten fßp der Paraboloide auf den
Schnittpunkten der Knicklinien knl des jeweils anderen Paneels fixiert. Es entsteht
ein zusammengesetztes Bogenpaneel mit aussteifend versetzten Sicken.
[0020] Bei Streifen-Paneelen werden Profil-Streifen str (Fig.2) insbesondere bei Parallel-Profilen,
die in der Draufsicht in Längsrichtung nicht spiegelsymmetrisch und daher knickgefährdet
sind, z.b. Well-oder Zick-Zack-Profile, spiegelsymmetrisch gegeneinander gekehrt und
längs ihrer Verbindungslinie vbl zu einem Paneel verbunden.
[0021] Ferner werden Polyaxial-Verbund-Paneele durch Addierung mehrerer Lagen sowie mit
weiteren Materialien ausgesteift, insbesondere mit Flachblechen, einachsig ausgesteiften
Blechen oder Baustahlmatten in der Gurtzone, wobei insbesondere letztere weiter mit
Beton ausgesteift sind, sowie mit schaumartigen Materialien sam (Fig.7) im Kern.
[0022] Es ist eine Vorrichtung zum liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen, insbesondere von
Polyaxial-Paneelen wie folgt gebildet: Die Vorrichtung weist zwei dicht verschließbare,
insbesondere hydraulisch bewegliche Formhälften fhä auf, die das zu verformende Paneel
formschlüssig dichtend umfassen, das insbesondere auf der Eingangsseite noch unverformt
ist, auf der Ausgangsseite aber bereits voll verformt ist. Die obere Formhälfte fhä
enthält das anzuformende Profil, wobei ein Übergang von dem flachen Eingangsprofil
zum voll-räumlichen Profil kontinuierlich verläuft, worauf dann ein oder mehrere Bahnen
von Profileinheiten in voller Höhe folgen, ebenso zu den seitlichen Rändern hin. Durch
die untere Formhälfte wird die Verformungsflüssigkeit, z.B. Wasser was oder Öl oder
insbesondere ein Stoff, der als Beschichtung an dem Paneel haften bleibt, z.B. ein
Lack, eingepreßt, die bei Öffnung der Form ausläuft oder wieder abgepumpt wird. Die
Vorrichtung enthält beidseitig Förderwerke föw, die das Paneel bei geöffneten Formhälften
fhä taktweise vorschieben, und zwar soweit, daß eine bereits in voller Höhe tiefgezogene
Passage des Paneels formschlüssig zwischen die profilierten Formränder gepreßt werden
kann. Die erste Verformung der Ränder beim ersten Takt geschieht rein mechanisch oder
in einer separaten Vorformstation vfs mit umlaufend ebenen Dichträndern.
1. Zweiachsig profil-versteiftes Leichtbau-Paneel für den Bau von leichten, weitspannenden
Flächentragwerken,
gekennzeichnet, durch folgende Merkmale:
- Die statische Höhe des Paneels ist aus mindestens einer, inbesondere aus zwei oder
mehreren Lagen (lag) eines dünnen Materials, insbesondere aus Blech, aufgebaut, dessen
Ausgangsebene zur Aussteifung in mindestens zwei Achsen und zur Vermeidung potentieller,
gerader Knicklinien (knl) mit verminderter statischer Höhe
- durch regelmäßige, räumliche Formung
- in durchgehend aneinander anschließende Sicken überführt ist, wobei die Begrenzungslinien
der Sicken insbesondere
- in der Draufsicht ineinander verschränkt bzw. ineinander geschoben oder/und gegeneinander
verdreht
- oder/und in der Seitenansicht gegeneinander verschoben bzw. gestaffelt sind;
- die Sicken zeigen Höhepunkte (hpu) oder/und Höhenlinien (hli) oder/und Höhenflächen
(hfl), die von den Höhenlinien umschrieben sind, sowie aussteifende Seitenflächen
(sfl);
die Höhenlinien laufen
- entweder über das ganze Paneel fort
- oder sie bilden unterbrochene, in keiner Richtung über die ganze Paneel-Lage fortlaufende
Muster;
die Höhenlinien verlaufen zur Stärkung der Ober-und Untergurtebenen längs der Hauptachsen
- in den jeweiligen Ober-und Untergurtebenen,
- insbesondere über die volle Länge des Paneels hinweg;
- bei in der Aufsicht nicht-spiegelsymmetrischen Sicken-Mustern, z.B. bei Wellen-oder
Zick-Zack-Mustern mit Knickgefährdung in der Längsrichtung sind Streifen (str) der
Paneele spiegelsymmetrisch um die Verbindungslinien (vwl) der Streifen (str) herum
angeordnet und zu einem Paneel verbunden;
- entweder weist jede einzelne Lage durch die Anordnung der Sicken keine gerade Knick-Achse
mehr auf,
- oder es sind Lagen mit separat aneinanderliegenden Sicken und dazwischen verlaufenden
Knick-Linien (knl) durch Zusammensetzung mindestens zweier, gleicher Lagen ausgesteift,
indem die Sicken (sik) beider Lagen ( lag) zur Aussteifung
- gegeneinander versetzt bzw. verschoben
- entlang der Knicklinien (knl,Fig.1) zu der jeweils anderen Lage,
- insbesondere an den Kreuzungspunkten der Knicklinien, kraftschlüssig fixiert sind.
2. Paneel nach Anspruch 1, gek.durch folgende Merkmale:
- Die Paneele sind durch andere Materialien weiter ausgesteift, wobei diese insbesondere
aus folgenden Materialien bestehen:
- Einachsig ausgesteifte Profilpaneele, die insbesondere dasselbe Profil aufweisen,
wie die Lagen des auszusteifenden Paneels und insbesondere auf der einen Seite des
Paneels parallel zu dessen einer Achse und auf der anderen Seite parallel zur anderen
Achse formschlüssig eingelegt und kraftschlüssig fixiert sind;
- Flach-Materialien, insbesondere Blech-oder Baustahlmatten, wobei insbesondere letztere
mit Beton weiter ausgesteift sind;
- poröse, schaumartige Materialien (sam, Fig.7), insbesondere Schaumglas.
3. Paneel nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
Das Paneelmaterial ist entweder
- bei Parallelprofilen (Fig.2) aus parallel verlaufenden Profilen räumlich geformt,
wobei die räumlich geformte Fläche wie eine Translationsfläche dadurch definiert ist,
daß ein Profil mit vertikaler Amplitude entlangzweier,gleicher oder verschiedener
weiterer Profile geführt wird, die insbesondere im rechten Winkel zu diesem verlaufen,
wobei die Amplitude der Führungsprofile
- entweder in der Draufsicht
- und/oder der Seitenansicht zu sehen ist,
- oder das Paneelmaterial ist bei interferierenden Profilen (Fig.1, 3 bis 6) aus einer
Abfolge verschiedener Profile zusammengesetzt, die in projektiver Darstellung nicht
deckungsgleich und nicht parallel sind, wobei die Profilierung dadurch definiert ist,
daß eine große Fläche von verschiedenen kleinen Flächen oder Punkten aus, die im deutlichen
Abstand voneinander stehen, in gegenläufiger Richtung gereckt ist.
4. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
Die Parallel-Profile sind aus folgende Elementen gebildet:
- Aus Trapez-Profilen;
- aus gekreuzten Wellen-Profilen, wobei die kalotten-förmigen Profil-Höhepunkte entfernt
sind, so daß sich ebene Kalotten-Böden bilden;
- bei Rauten-Paneelen, die charakteristische Rautenformen aufweisen, aus Zick-Zack-Profilen;
- bei Fischgrät- oder Schlangen-Paneelen (Fig.2), insbesondere aus Zick-Zack-Profilen,
wobei die Paneele wie folgt operativ definiert sind:
Eine Profil-Schablone wird zur Flächenformung auf einer Ebene entlang einer profilierten
Verlaufslinie, einer Zick-Zack-Linie oder einer Welle verschoben, wobei die Verlaufslinie
in der Draufsicht eine Amplitude zeigt, die mindestens gleich der halben Profil-bzw.
Wellen-Länge ist, wodurch die parallelen Profile sich ineinanderschieben;
- als Muster-Rippen-Streifen-Paneele aus Streifen (str,Fig.14) von Parallel-Profil-Paneelen,
die in der Draufsicht profiliert sind, wobei die Streifen spiegelsymmetrisch gegeneinander
gekehrt verbunden sind (vbl).
5. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
Die interferierenden Profile bilden insbesondere in Form von Kreuz-Paneelen ein
- Muster aus parallelen, gegeneinander versetzten Kreuzen,
- zwischen deren Balken Ergänzungselemente,
insbesondere in Quadrat-und Kreisform, gesetzt sind, die den Raum zwischen den Balken
ausfüllen,
- wobei die Höhenlinien von Kreuzen und Ergänzungselementen in einer Ebene liegen
und dazwischen Täler verlaufen, deren Böden die Höhenlinien der anderen Ebene des
Paneels bilden, wobei die Ergänzungselemente insbesondere Pyramiden- oder Kegelstumpfform
erhalten.
6. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
Die interferierenden Paneele sind insbesondere in Form von Doppelkreuz-Paneelen (Fig.3)
ausgebildet,
- wobei in das Paneel zwei versetzte, um 90° gegeneinander verdrehte Muster aus parallelen,
gegeneinander versetzten Doppelkreuzen eingeformt sind
- und die Höhenlinien der beiden Muster in den entgegengesetzten Extrem-Ebenen des
Paneels liegen;
- die Doppelkreuze sind ineinander verschränkt und die Längsachsen zwischen die Querbalken
eingeschoben.
7. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
Bei interferierenden Paneelen in Form von Doppelaxt-Paneelen (Fig.4) sind insbesondere
Elemente mit Höhenlinien in Form von Doppeläxten in folgender Weise zusammengestellt:
- Die kreissegmentförmigen Schneiden der Doppelaxt-Formen verlaufen homolog, insbesondere
parallel, zu den kreissegmentförmigen Flanken (sfl), die Achsen der Doppelaxt-Elemente
sind also um 90° gegeneinander verdreht, die Höhenlinien liegen in einer Ebene,
- zwischen den Doppelaxt-Elementen verlaufen schlangenförmige Täler, z.B. mit trapezoidem
Querschnitt, deren Böden die Höhenlinien der anderen Ebene bilden.
8. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
Die interferierenden Paneele sind insbesondere als Bogen-Paneele ausgebildet, wobei
von einem insbesondere quadratischen, im wesentlichen ebenen Grundraster aus sich
kegelstumpf-ähnliche Sicken erheben, die bogenförmig, insbesondere paraboloid, gewölbte
Seitenflächen (sfl) aufweisen;
die Paraboloide erstrecken sich entweder von der Grundebene aus in eine Richtung (Fig.5)
oder in beide Richtungen (Fig.1),
- wobei bei derartigen zweiseitigen Bogen-Paneelen die Sicken versetzt angeordnet
sind, insbesondere auf zwei quadratischen Grundrastern, wobei die Schnittpunkte des
einen Rasters in den Mittelpunkten des anderen liegen.
9. Paneel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- Bei zusammengesetzten Paneelen sind insbesondere zwei Lagen (lag) des Paneel-Materials
spiegelverkehrt gegeneinander gedreht und insbesondere seitlich gegeneinander versetzt
aufeinander oder ineinander gefügt
- und an Höhepunkten (hpn), Höhenflächen (hfl) oder Höhenlinien (hli) miteinander
kraftschlüssig verbunden,
- wobei insbesondere bei zusammengesetzten Verbundpaneelen aus paraboloiden, einseitigen
Bogenblechen (Fig.5,6,7) die Fußpunkte (fßp) der Paraboloide der einen Panellage zur
Aussteifung an der knickbaren Linie (knl) zwischen den Paraboloiden der anderen Lage
fixiert sind.
10. Vorrichtung zum liquid-mechanischen Takt-Tiefziehen, insbesondere von Polyaxial-Paneelen
nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- Die Vorrichtung (Fig.8) weist zwei dicht verschließbare, insbesondere hydraulisch
bewegbare Formhälften (fhä) auf, die das zu verformende, flache Material (fma) formschlüssig
dichtend umfassen, wobei dieses inbesondere auf der Eingangsseite noch unverformt
ist, aber auf der Ausgangsseite bereits vollverformt ist;
- die obere Formhälfte (fhä) enthält das anzuformende Profil, wobei insbesondere von
dem flachen Eingangsprofil zum voll-räumlichen Profil kontinuierlich übergegangen
wird, worauf dann ein oder mehrere Bahnen von Profileinheiten in voller Höhe folgen,
insbesondere ebenso zu den seitlichen Rändern hin;
- die untere Formhälfte (fhä) weist Öffnungen auf, durch welche die Verformungsflüssigkeit,
z.B. Wasser (was) oder Öl oder insbesondere ein Stoff, der als Beschichtung an dem
Paneel haften bleibt, z.B. ein Lack, eingepreßt wird, die bei der Öffnung der Form
ausläuft oder wieder abgepumpt wird;
- die Vorrichtung enthält Förderwerke (föw), die das Paneel bei geöffneten Formhälften
(fhä) taktweise vorschieben,
insbesondere soweit, daß eine bereits in voller Höhe tiefgezogene Passage des Paneels
formschlüssig zwischen die profilierten Formränder gepreßt werden kann;
- die Vorrichtung weist insbesondere eine erste Vorformstation (vfs) mit umlaufend
ebenen dichten Rändern für eine erste Randverformung beim ersten Takt auf.