[0001] Die Erfindung betrifft eine Wandverkleidung zur unterbrechungslosen bzw. stetig verlaufenden
Abdeckung auch von Raumecken, insbesondere Raumecken von Naßräumen, bestehend aus
einem begrenzt biegsamen Materialzuschnitt, GFK.
[0002] Wandverkleidungen der genannten Art sind allgemein bekannt und in Benutzung, so daß
es diesbezüglich keines besonderen druckschriftlichen Nachweises bedarf.
[0003] Solche Wandverkleidungen werden nicht nur in begehbaren Räumen zur Abdeckung von
Wänden und Decken benutzt, sondern bspw. auch zur wasserdichten Auskleidung von Schwimmbecken.
Da derartige zuschnitte je nach ihrer Wandstärke und Steifigkeit nur sehr begrenzt
biegbar sind, ist es praktisch nicht möglich, mit solchen Zuschnitten auch die Eckbereiche
mit stetigem Übergang von Wandfläche zu Wandfläche zu erfassen, d.h., man ist gezwungen,
die Zuschnitte in den Ecken enden zu lassen und die dort in der Regel rechtwinklig
zueinander endenden Stoßränder der Zuschnitte mit geeigneten Profilen bspw. durch
Klebung zu verbinden, ganz abgesehen davon, daß man in der Regel auch ebenflächige
Wandbereiche durch mit Profilen verbundene Einzelzuschnitte verkleidet. Ein Knicken
bzw. Falten eines in einem Raumeckenbereich anzuordnenden Zuschnittes ist auch nicht
möglich, da dabei die Zuschnitte brechen würden. Ein stetiger, d.h., möglichst eng
gebogener Übergang in den Eckbereichen eines Raumes wäre aber allein schon aus Gründen
der Sauberhaltung wünschenswert, ganz abgesehen davon, daß die Anbringung eines in
den Eckbereichen biegbaren Zuschnittes mit weitaus weniger Arbeitsaufwand verbunden
ist als es die Stoßverbindung mittels Profilen erfordert.
[0004] Bei Wandverkleidungen aus thermoplastischem Material ist das Ganze absolut unproblematisch,
da diese ohne weiteres erwärmt und gebogen werden können, wofür es nach der DE-A-21
57 260 schon bekannt ist, in den Biegebereichen wandseitig eine Nut anzubringen. Für
das bzgl. des Verwendungszweckes insbesondere in Naßräumen günstigere GFK-Material
reicht eine solche schmale Nut jedoch nicht aus und würde sogar noch schneller zum
Bruch des genuteten Bereiches führen.
[0005] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, Materialzuschnitte aus GFK für
Wandverkleidungszwecke dahingehend Zu verbessern, daß mit solchen Zuschnitten unterbrechungslos,
d.h., mit stetigem Verlauf auch Raumecken erfaßt und ohne die Verwendung von Profilen
solche Eckbereiche abgedeckt bzw. verkleidet werden können.
[0006] Diese Aufgabe ist mit einer Wandverkleidung der gattungsgemäßen Art nach der Erfindung
dadurch gelöst, daß der Zuschnitt in seinem mindestens einen Eckverkleidungsbereich
bzgl. der Wandstärke seiner benachbarten Flächenbereiche mit reduzierter Wandstärke
ausgebildet ist, wobei die Breite des wandstärkenreduzierten Eckverkleidungsbereiches
um ein Mehrfaches größer bemessen ist als die wandstärke des Zuschnittes.
[0007] Durch diese einfache Maßnahme wird der betreffende Eckbereich des Zuschnittes weitaus
stärker biegbar als die weitaus größeren restlichen Flächen des Zuschnittes, die ihre
von der Herstellung her vorgegebene Stärke behalten. Der insoweit naheliegenden Überlegung,
für die Wandverkleidung von Räumen von vornherein entsprechend dünne Zuschnitte zu
verwenden, steht aber entgegen, daß dann die Zuschnitte in sich keine ausreichende
Stabilität bzw. Steifigkeit mehr haben.
[0008] Vorteilhaft wird die bzw. werden die Wandstärkenreduzierungen in der wandseitigen
Fläche des betreffenden Zuschnittes angeordnet, wodurch die Wandstärkenreduzierungen
sichtseitig nicht erkennbar sind.
[0009] Außerdem können vorteilhaft die Wandstärkenreduzierungen wandseitig mit einem elastischen
Bandzuschnitt verstärkt sein.
[0010] Insbesondere für Verkleidungszuschnitte aus leicht brechendem Material, also insbesondere
GFK, sind vorteilhaft die Ränder der Wandstärkenreduzierung als stetige Übergänge
in die benachbarten Flächenbereiche übergehend ausgebildet, wodurch scharfe, zu Kerbwirkungen
führende Ränder vermieden werden.
[0011] Für den Fall, daß mit großem Radius gewölbte Wandungsverläufe zu berücksichtigen
sind, ist vorteilhaft die Wandstärkenreduzierung über den ganzen Wölbungsbereich in
Form von zueinander beabstandeten Nuten ausgebildet.
[0012] Die erfindungsgemäße Wandverkleidung wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0013] Es zeigt
- Fig. 1
- im schnitt den Abschnitt eines GFK-Zuschnittes mit einem wandstärkenreduzierten Eckverkleidungsbereich;
- Fig. 2
- den gleichen Abschnitt gemäß Fig. 1 im gebogenen Zustand und in Anordnung in einer
Raumecke;
- Fig. 3
- die Ansicht des Zuschnittes gemäß Fig. 1;
- Fig. 4
- im Schnitt einen Zuschnitt für eine Wandverkleidung für eine Wandwölbung mit großem
Radius;
- Fig. 5
- in Draufsicht die Anordnung einer unterbrechungslosen Wandverkleidung innerhalb eines
Raumes und
- Fig. 6
- in Draufsicht ein weiteres Beispiel der Wandverkleidung eines Raumes mit anderem Grundriß.
[0014] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, besteht die Wandverkleidung aus einem Zuschnitt 1 aus
GFK mit für von Fall zu Fall entsprechender Zuschnittslänge und -breite.
[0015] Der GFK-Zuschnitt ist dabei in seinem mindestens einen Eckverkleidungsbereich 2 bzgl.
der Wandstärke S seiner benachbarten Flächenbereiche F mit reduzierter wandstärke
S₁ ausgebildet, so daß dieser Zuschnitt in seinem bzw. seinen Eckverkleidungsbereichen
2, wie in Fig. 2 verdeutlicht, problemlos mit relativ engem Radius gebogen werden
kann. Wesentlich ist dabei, daß die Breite B₁ des wandstärkenreduzierten Eckverkleidungsbereiches
um ein Mehrfaches größer bemessen ist als die Wandstärke S des GFK-Zuschnittes. Die
Wandstarkenreduzierung WR kann bspw. durch einfaches Beschleifen des ursprünglich
gleichmäßige Stärke aufweisenden Zuschnittes 1 erreicht werden, wobei, je nach gewünschtem
Biegeradius, die Wandstärkenreduzierung bzw. Abtragungstiefe mehr oder weniger stark
bemessen wird. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, und ebenfalls in Abhängigkeit davon, welchen
Radius die Biegung haben soll, wird der sich über die ganze Breite B des Zuschnittes
1 erstreckende streifen der Wandstärkenreduzierung WR mehr oder weniger breit (b)
eingeschliffen, auf jeden Fall aber um ein Mehrfaches der Stärke S des Zuschnittes,
wie oben erwähnt. Die Ränder 5 der Wandstärkenreduzierung WR sind dabei vorteilhaft
als stetige Übergänge in die Flächenbereiche F ausgebildet, um Brüche an diesen Übergangsrändern
beim Biegen des Zuschnittes zu vermeiden. Ferner wird der streifen der jeweiligen
Wandstärkenreduzierung WR wand- bzw. eckseitig bspw. mit einem entsprechend breiten
(b), elastischen Bandzuschnitt 4 verstärkt, wie dies in Fig. 2 angedeutet ist. Dafür
sind bspw. Klebebandzuschnitte auf textiler Basis geeignet.
[0016] Beim im Querschnitt in Fig. 4 dargestellten Wandzuschnitt, der auch Teil eines Gesamtzuschnittes
gemäß der Fig. 1 - 3 sein kann, handelt es sich um einen solchen, mit dem ein mit
relativ großem Wölbungsradius verlaufender Wandabschnitt verkleidet werden kann.
[0017] Ein mit der Wandverkleidung auszustattender Raum ist in Fig. 5 dargestellt, wobei
in diesem Falle die Wände des Raumes mit nur einem Zuschnitt 1 verkleidet sind, der
mit vier Wandstärkenreduzierungen WR versehen ist. Die Einteiligkeit des Zuschnittes
1 ist jedoch nicht zwingend, d.h., es können auch zwei oder mehr Zuschnitte je nach
Größe dem Raumes vorgesehen werden, wobei aber dann die Zuschnittsstöße nicht in den
Raumecken E angeordnet werden, sondern bspw. jeweils in der Mitte zwischen zwei Ecken
E. Die Verbindung der Stöße erfolgt dann in bekannter Weise mit geeigneten Vebindungsprofilen.
[0018] Die Enden 6 des oder der Zuschnitte 1, die sich längs einer Wand mit Tür- oder sonstiger
Raumöffnung erstrecken, werden zur Fixierung unter eine Öffnungszarge 7 geführt und
dort in geeigneter Weise befestigt.
[0019] Beim in Fig. 6 dargestellten Raum handelt es sich bspw. um ein Badezimmer bzw. Naßraum
mit Duschkabine D und benachbarter Toilettennische T. Auch bei solchen oder ähnlichen
Grundrißformen läßt sich die Wandverkleidung unterbrechungslos anbringen, wobei an
betreffenden Stellen ST der Zuschnitt im Gegensatz zu Raumecken nach der anderen Seite
gebogen werden muß.
[0020] Bei der Vorbereitung eines Verkleidungszuschnittes, der sogar insgesamt als Rolle
in den auszukleidenden Raum eingebracht werden kann (der Radius des Leerraumes in
der Rolle ergibt sich dabei aus der möglichen Biegbarkeit des betreffenden Materials
und ist natürlich wesentlich größer als der Biegeradius in den zu verkleidenden Raumecken),
muß natürlich der jeweilige Grundriß des auszukleidenen Raumes zugrundegelegt werden.
Um die Rolle des Verkleidungsmaterials möglichst klein zu halten, d.h. enger rollen
zu können, können auch die Flächenbereiche F neben den wandstärkenreduzierten Eckbereichen
mit Nuten 6 versehen sein, die keineswegs so breit bemessen sein müssen, wie die Wandstärkenreduzierung
WR für die Eckbereiche und wobei die Distanz zwischen zwei Nuten durchaus größer sein
kann, als die Nutbreite.
1. Wandverkleidung zur unterbrechungslosen bzw. stetig verlaufenden Abdeckung auch von
Raumecken, bestehend aus einem begrenzt biegsamen Materialzuschnitt aus GFK,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zuschnitt (1) in seinem mindestens einen Eckverkleidungsbereich (2) bzgl.
der Wandstärke (S) seiner benachbarten Flächenhereiche (F) mit reduzierter Wandstärke
(S₁) ausgebildet ist, wobei die Breite (B₁) des wandstärkenreduzierten Eckverkleidungsbereiches
(2) um ein Mehrfaches größer bemessen ist als die Wandstärke (S) des Zuschnittes.
2. Wandverkleidung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wandstärkenreduzierung (WR) in der wandseitigen Fläche (3) des Zuschnittes
(1) angeordnet ist.
3. Wandverkleidung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wandstärkenreduzierung (WR) wandseitig mit einem elastischen Klebebandzuschnitt
(4) verstärkt ist.
4. Wandverkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ränder (5) der Wandstärkenreduzierung (WR) als stetige Übergänge in die benachbarten
Flächenbereiche (F) übergehend ausgebildet sind.
5. Wandverkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wandstärkenreduzierung (WR) bei mit großem Radius gewölbten Wandverkleidungsverlauf
über den Wölbungsbereich in Form von mehreren zueinander beabstandeten Nuten (6) ausgebildet
ist.
6. Wandverkleidung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zu den Bereichen mit Wandstärkenreduzierung (WR) benachbarten Flächenbereiche
(F) des Zuschnittes (1) mit Nuten (6) versehen sind.