[0001] Die Erfindung betrifft eine Reibschaltkupplung insbesondere für ein Lüfterrad eines
Kraftfahrzeug-Verbrennungsmotors oder dergleichen nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
Stand der Technik:
[0002] Aus der DE 32 03 143 C2 ist eine Reibscheibenkupplung für das Lüfterrad eines Ventilators
insbesondere von Kraftfahrzeug-Verbrennungsmotoren bekanntgeworden, bei welchem das
Lüfterrad bei abgeschalteter Reibscheibenkupplung durch eine, als Wirbelstromkupplung
ausgebildete Kupplungsvorrichtung mitgeschleppt wird. Dabei ist die Antriebswelle
mit einem Läuferrad und das freiumlaufende Lüfterrad mit einem Permanentmagneten der
Wirbelstromkupplung verbunden. Aufgabe und Ziel der bekannten Reibscheibenkupplung
ist es, das Lüfterrad des Kraftfahrzeugmotors auch bei abgeschalteter Reibscheibenkupplung
über eine Wirbelstromkupplung mit einer gewissen Mindestschleppdrehzahl weiterzubewegen,
um beispielsweise die Kühlung von im Motorraum befindlichen elektronischen Bauelementen
zu gewährleisten. Um einen erhöhten Kühlungsbedarf decken zu können, kann das Lüfterrad
des Ventilators bei der bekannten Einrichtung über eine elktromagnetisch betätigbare
Reibscheibenkupplung auf die unmittelbare Drehzahl der Antriebswelle, d. h. auf die
Motordrehzahl angetrieben werden. Ein solcher Zustand ist jedoch nur bei höchsten
Beanspruchungen des Motors erforderlich. Im übrigen kann bei abgeschalteter elektromagnetischer
Reibscheibenkupplung eine verminderte Drehzahl des Lüfters eingestellt werden, die
sich durch die maximale Schleppdrehzahl der Wirbelstromkupplung bestimmt. Beispielsweise
liegt diese Schleppdrehzahl bei der bekannten Anordnung in der Größenordnung von ca.
1100 u/min. Sie wird durch die Anzahl der Permantentmagnete sowie durch den Abstand
zwischen Läufer und Permanentmagneten geregelt. Die bekannte Einrichtung kann demnach
zwei Lüfterdrehzahlen erzeugen, die durch die Schleppdrehzahl der Wirbelstromkupplung
und die Motordrehzahl selbst bestimmt sind.
[0003] Aus einem noch älteren Gebrauchsmuster DE-U-81 09 726 ist eine Lüfteranordnung bekanntgeworden,
bei der keine Wirbelstromkupplung zur Erzeugung einer Schleppdrehzahl des Lüfterrades
eingesetzt wird, so daß das Lüfterrad nach dem Einschalten einer elektromagnetischen
Reibscheibenkupplung mit der Motordrehzahl angetrieben wird. Bei abgeschalteter Reibscheibenkupplung
kann das Lüfterrad allenfalls über die Kugellagerreibung der so gelagerten Lüfterradnabe
mitgeschleppt werden.
[0004] Schließlich ist aus der EP 0 317 703 B1 des Anmelders eine elektromagnetisch betätigbare
Reibscheibenkupplungsanordnung für den Antrieb eines Lüfterrades eines Ventilators
an einem Kfz-Verbrennungsmotor bekanntgeworden, bei welchem zur Herstellung der Motordrehzahl
eine erste elektromagnetische Reibscheibenkupplung vorgesehen ist, die das Lüfterrad
wiederum im Verhältnis 1:1 zur Motordrehzahl antreibt. Eine niedrigere Schleppdrehzahl
wird durch eine Wirbelstromkupplung erzeugt, welche durch eine zweite elektromagnetische
Reibscheibenkupplung eingeschaltet wird, wobei die erste elektromagnetische Reibscheibenkupplung
ausgeschaltet bleibt. Sind beide elektromagnetischen Kupplungen ausgeschaltet, so
wird der Läufer der Wirbelstromkupplung über die Antriebswelle und die Kugellagerreibung
dennoch bewegt, so daß sich eine noch weiter verminderte Schleppdrehzahl einstellt.
[0005] Die Verwendung von elektromagnetisch betätigbaren Reibscheibenkupplungen für den
Lüfterantrieb ist demnach in verschiedenen Ausgestaltungen bekanntgeworden. Dabei
arbeiten solche Reibscheibenkupplungen rein kraftschlüssig, so daß im Gegensatz zu
formschlüssigen Kupplungen die Kraft zum Einrücken wirken muß, solang die Kupplung
Leistung übertragen soll. Als Einrückkraft und damit als Kupplungskraft wird demzufolge
vorwiegend magnetische Zugkraft verwendet. Dies kann in besonderen Anwendungsfällen
jedoch nachteilig sein, da zusätzliche Stromführungsmaßnahmen mit entsprechender Lagerung
des Stators für die elektromagnetische Kupplung erforderlich sind.
Vorteile der Erfindung:
[0006] Gegenüber diesen bekannten Vorrichtungen soll gemäß der vorliegenden Erfindung eine
alternative Ausführungsform gefunden werden, die insbesondere auf die Verwendung von
elektromagnetisch wirkenden Reibscheibenkupplungen verzichtet. Dabei sollen die Vorteile
einer möglichst vielseitigen Verwendbarkeit der Reibschaltkupplung für ein Lüfterantrieb
erhalten bleiben, wobei die eingangs aufgezeigten Kriterien maßgeblich sind. Auf die
entsprechenden Ausführungen in den angegebenen Druckschriften wird hiermit ausdrücklich
verwiesen.
[0007] Die erfindungsgemäße Reibscheibenkupplung für den Antrieb eines Lüfterrades entfaltet
ihre vollen Vorteile bei großen Omnibusmotoren oder Lkw-Motoren, die als turbogeladene
Motoren ausgebildet sind. Die Ladeluft eines Turboladers muß am Kühler des Kraftfahrzeugs
in aller Regel gekühlt werden, um sie auf eine optimale Arbeitstemperatur zu bringen.
Weiterhin arbeiten derartige Fahrzeuge mit einer sogenannten Retarder-Bremse, die
ein Abbremsen des Fahrzeugs über einen Ölkreislauf, einer sogenannten Vöttingerkupplung
bewerkstelligen. Hierbei wird die beim Abbremsen anfallende Energie zur Bewegung eines
Ölstroms umgesetzt, wobei sich das Öl wiederum stark erwärmen kann. Auch dieses Öl
muß über das Lüftersystem in einem Ölkühler abgekühlt werden. Schließlich muß auch
der Wasserkühler des Verbrennungsmotors gekühlt werden, was über den Lüfterradantrieb
des Ventilators erfolgt.
[0008] Vorstehende Ausführungen zeigen, daß das Kühlsystem solcher Motoren sehr feinfühlig
arbeitet und einer hohen Beanspruchung unterliegt. Ist die Kühlung der einzelnen Aggregate
nicht optimal ausgelegt, so arbeitet der Motor mit verschlechertem Wirkungsgrad, was
sich insbesondere auch auf den Verbrauch an Kraftstoff und die Abgasbelastung auswirkt.
Dabei ist sicherzustellen, daß der Verbrennungsmotor auch nicht unterkühlt läuft,
da auch hierdurch eine schlechte Verbrennung des Kraftstoffes verbunden ist.
[0009] Um diese Anforderungen zu erzielen, ist eine hochempfindlich schaltbare Reibschaltkupplung
erforderlich, die sich auf die einzelnen Betriebszustände regelbar einstellen kann.
Dabei soll möglichst Gewicht vermieden werden, wobei bestehende Aggregate im Kraftfahrzeug
mitverwendet werden sollen.
[0010] Die erfindungsgemäße Reibschaltkupplung soll demzufolge in ein solches System von
Aggregaten integriert werden, wobei der ohnehin vorhandene Druckluftkreislauf für
Druckluftbremsen des Kraftfahrzeugs oder auch ein Ölkreislauf dahingehend mitverwertet
wird, daß hiermit eine entsprechende Beschaltung der Reibschaltkupplung erfolgen kann.
Demzufolge ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß beispielsweise eine druckluftbetätigbare
Kolben/Zylindereinrichtung eine Reibscheibenkupplung betätigt oder außer Kraft setzt,
die eine unmittelbare Beaufschlagung des Lüfterrads mit der Motordrehzahl vornehmen
soll. Bei geöffneter Reibscheibenkupplung soll eine zusätzlich vorhandene Wirbelstromkupplung
in ansich bekannter Weise die erforderliche niedrigere Schleppdrehzahl des Lüfterrades
bewirken. Dabei ist es im allgemeinen ausreichend, daß die Wirbelstromkupplung unmittelbar
mit der Antriebswelle der Reibschaltkupplung verbunden ist, so daß das Lüfterrad wenigstens
mit der zugehörigen Schleppdrehzahl angetrieben wird. Selbstverständlich kann auch
hier eine weitere Zwischenkupplung eingeschaltet werden, die die Wirbelstromkupplung
erst bei Bedarf einsetzt.
[0011] Die Betätigung der Reibscheibenkupplung über eine pneumatisch oder hydraulisch wirkende
Kolben/Zylinderanordnung soll alternativ derart erfolgen, daß entweder bei entsprechender
Druckbeaufschlagung die Reibscheibenkupplung geöffnet oder geschlossen ist. Ersteres
bewirkt eine Sicherheitseinrichtung, da bei fehlender Druckbeaufschlagung die Reibscheibenkupplung
geschlossen ist und damit das Lüfterrad auf Motordrehzahl, d. h. auf maximaler Drehzahl
angetrieben wird. Fällt demnach die Pneumatik oder Hydraulik aus, so arbeitet das
Lüfterrad auf maximaler Drehzahl. Umgekehrt kann der pneumatische bzw. hydraulische
Kolben/Zylinderantrieb für die Reibscheibenkupplung derart geschaltet werden, daß
diese nur bei einer Druckbeaufschlagung der Kolben/Zylindereinrichtung aktiviert ist,
so daß nur in diesem Fall eine volle Drehzahlmitnahme des Lüfterrades erfolgt.
[0012] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Zeichnungen
und sind aus der nachfolgenden Erläuterung von Ausführungsbeispielen entnehmbar.
[0013] Es zeigen
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel für eine Reibschaltkupplung mit Schaltung der Reibscheibenkupplung
bei Druckentlastung der Kolben/Zylindereinheit und
- Fig. 2
- eine alternative Ausführungsform mit der Schaltung der Reibscheibenkupplung bei druckbelasteter
Kolben/Zylindereinheit.
Beschreibung der Erfindung:
[0014] Die in der Fig. 1 dargestellte Reibschaltkupplung 1 dient zum Antrieb eines Lüfterrades
2 und damit als Kühlaggregat insbesondere für einen Kraftfahrzeug-Verbrennungsmotor.
Die dargestellte Reibschaltkupplung ist als sogenannte Zweistufenkupplung ausgebildet,
wie sie auch in der DE 32 03 143 C2 der Anmelderin beschrieben ist. Auf den Inhalt
dieser Druckschrift wird hiermit ausdrücklich Bezug genommen. Zur unmittelbaren Ankopplung
des rotierenden Lüfterrades 2 an die Drehzahl einer Antriebswelle 4 ist eine erste
Reibscheibenkupplung 5 vorgesehen, die pneumatisch oder hydraulisch betätigbar ist.
Ist diese erste Reibscheibenkupplung eingeschaltet, so erfolgt eine kraftschlüssige
Verbindung zwischen der Antriebswelle 4 und dem anzutreibenden Lüfterrad 2 im Verhältnis
1:1.
[0015] Ist diese erste Reibscheibenkupplung 5 ausgeschaltet, so wird das Lüfterrad 2 dennoch
über die weiterhin vorhandene Wirbelstromkupplung 6 mit einer verminderten Schleppdrehzahl
angetrieben, wobei die Schleppdrehzahl vom Abstand s₁ zwischen dem Läuferrad 7 und
den Permanentmagneten 8 abhängt. Je nach Anwendungsfall wird dieser Abstand zwischen
0,5 bis 4 mm gewählt, wobei Schleppdrehzahlen beispielsweise in der Größenordnung
bis ca. 1100 u/min eingestellt werden. Auch die Anzahl der Permanentmagnete bestimmt
die Größe der Schleppdrehzahl.
[0016] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 wird die Antriebswelle 4 der Reibschaltkupplung
1 über ein topfförmiges Gehäuse 9 angetrieben, wobei eine Paßfeder 10 eine formschlüssige
Verbindung zur Antriebswelle 4 und ein Anschlußflansch 11 die Verbindung zur Kurbelwelle
eines nicht näher dargestellten Kfz-Verbrennungsmotors bildet. An dieses Gehäuse 9
ist über eine Schraubverbindung 12 wiederum ein im Querschnitt Z-förmiges Gehäuse
13 angeschraubt, welches zur Aufnahme des Läuferrades 7 der Wirbelstromkupplung 6
dient. Durch diese Anordnung wird die Reibscheibenkupplung 5 ringförmig von der Wirbelstromkupplung
6 umschlossen. Die Wirbelstromkupplung 6 besteht mit ihrem Läuferrad aus einer stirnseitigen
Kupferscheibe 14 und einer nachgeschalteten Stahlscheibe 15, die mittels einer Schraubverbindung
16 am ringförmigen Läuferrad 7 befestigt sind.
[0017] Dem Läuferrad 7 der Wirbelstromkupplung 6 mit einem Spalt s₁ gegenüberliegend befindet
sich ein Magnetscheibenrad 17, in welchem die Permanentmagnete 8 auf dem Umfang der
ringförmigen Scheibe eingebettet sind. Die Anzahl der Magnete bestimmt sich aus dem
jeweiligen Anwendungsfall und bestimmt die Größe der Schleppdrehzahl.
[0018] Das Magnetscheibenrad 17 ist mit einem im Querschnitt wiederum Z-förmigen oder topfförmigen
Kupplungsgehäuse 18 verbunden, welches zur Aufnahme der ersten Reibscheibenkupplung
5 dient. Das topfförmige Kupplungsgehäuse 18 ist mit seinem radialen Befestigungsflansch
19 über eine Schraubverbindung 20 mit dem Magnetscheibenrad 17 verbunden. Eine weitere
Schraubverbindung 21 verbindet diesen radialen Befestigungsflansch 19 des topfförmigen
Kupplungsgehäuses 18 mit einem stirnseitig angeflanschten Befestigungsgehäuse 22 für
das Lüfterrad 2 über eine Schraubverbindung 23. Dieses Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
22 ist im Querschnitt etwa L-förmig ausgebildet mit einem radialen Wandungsabschnitt
24 und einem axialen, topfförmigen Wandungsabschnitt 25, der sich stirnseitig nach
vorne hin erstreckt. Das Lüfterrad-Befestigungsgehäuse 22 weist darüber hinaus einen
sich gemäß Fig. 1 axial erstreckenden, in Richtung Verbrennungsmotor weisenden Gehäuseabschnitt
26 auf, der mehrere Funktionen ausübt. Das Befestigungsgehäuse 22 ist über den axialen
Gehäuseabschnitt 26 auf der Antriebswelle 4 über ein Doppelkugellager 27 drehbar gelagert.
Gleichzeitig bildet der radiale Wandungsabschnitt 24 mit dem axialen Gehäuseabschnitt
26 eine ringförmige Aussparung 28, die mit einem Zylinderraum 29 zur Aufnahme eines
Pneumatikkolbens 30 verbunden ist. Der ringförmige Pneumatikkolben 30 der Reibscheibenkupplung
5 ist in dem topfförmigen Gehäuse 18 mit seiner zylinderförmigen Außenfläche 31 gelagert.
Die innere Lagerfläche 32 des ringförmigen Kolbens 30 stützt sich auf der axialen
Gehäusefläche des Gehäuseabschnitts 26 ab. Der ringförmig umlaufende Kolben 30 ist
im Querschnitt U-förmig ausgebildet, wobei der radial außenliegende Schenkel 33 etwa
die doppelte Länge aufweist, wie der radial innenliegende Schenkel 34. Der Kolben
30 wird an seiner radialen Stirnseite 35 mit Druckluft beaufschlagt, die dem Befestigungsgehäuse
22 über eine Druckluftzuführbohrung 36 zugeführt wird. Hierfür ist der axiale und
topfförmige Wandungsabschnitt 25 des Befestigungsgehäuses 22 mit einer Drehkupplung
37 für die Luftzufuhr in den Innenraum 38 des Wandungsabschnittes 25 versehen.
[0019] Die Reibscheibenkupplung 5 ist als pneumatisch betätigbare Kupplung ausgebildet.
Hierfür befindet sich in dem Kupplungsgehäuse 18 eine axial verschiebbare Ankerscheibe
39, die mittels einer Ringfederscheibe 40 verdrehspielfrei am Gehäuse 18 befestigt
ist. Die Ringfederscheibe 40 weist an ihrer Fläche mehrere Befestigungsbohrungen auf,
die wechselseitig zur Befestigung der angrenzenden Bauteile dienen. Hierzu dient die
Schraubverbindung 57. Ein Federpaket 41 drückt den radial außenliegenden Bereich der
Ankerscheibe 39 gegen die radiale Stirnseite 42 des axial verlaufenden außenliegenden
Schenkels 33 des Druckkolbens 30.
[0020] Der Ankerscheibe 39 gegenüberliegend ist eine Gegenscheibe 43 angeordnet, die über
eine Schraubverbindung 44 mit dem Befestigungsgehäuse 22 verbunden ist. Dabei dient
der axial sich erstreckende Gehäuseabschnitt 26 des Befestigungsgehäuses 22 gleichermaßen
als Abstandshalter und als Gehäuseabschnitt zur Aufnahme des Druckkolbens 30.
[0021] Zwischen der Gegenscheibe 43 und der Ankerscheibe 39 ist ein Reibscheibenbelag 45
angeordnet, der ebenso wie die Ankerscheibe 39 über eine flexible, axial verschiebbare
Scheibe 46 mittels der Schraubverbindung 47 mit der Antriebswelle 4 verbunden ist.
[0022] Die Reibschaltkupplung nach Fig. 1 arbeitet wie folgt:
Ist der vor der Kolbenfläche 35 liegende Druckraum 28, 29 über die Leitung 36 mit
Druckmedium, z. B. Druckluft beaufschlagt, so wird der Kolben 30 im Kupplungsgehäuse
18 sowie im Gehäuseabschnitt 26 axial in Fig. 1 nach rechts bewegt und drückt mit
seinem radial außenliegenden Schenkel 33 gegen die Ankerscheibe 39 gegen die Kraft
des Federpakets 41. Die flexible Ringfederscheibe 40 ermöglicht die axiale Bewegung.
Hierdurch wird die kraftschlüssige Verbindung der Reibscheibenkupplung 5 gelöst, so
daß sich der Reibscheibenbelag 45 frei zwischen der Ankerscheibe 39 und der Gegenscheibe
43 auf der Antriebswelle 4 drehen kann. In diesem Fall ist nur die Wirbelstromkupplung
6 wirksam, die die Motordrehzahl des Kfz-Motors über den Anschlußflansch 11 auf das
topfförmige Gehäuse 9 und von dort auf das Z-förmige Gehäuse 13 überträgt. Die an
dem Gehäuse 13 angeflanschte Wirbelstromkupplung 6 bewirkt eine verminderte Drehzahlübertragung
auf den radialen Befestigungsflansch 19 des Kupplungsgehäuses 18 und von dort zum
Befestigungsgehäuse 22, an welchem das Lüfterrad 2 befestigt ist. Trotz hoher Motordrehzahl
wird demnach der Lüfterflügel des Ventilators 3 mit einer verminderten Schleppdrehzahl
angetrieben.
[0023] Ist eine unmittelbare Drehzahlübersetzung der Motordrehzahl auf das Lüfterrad 2 gewünscht,
so wird der Druckkolben 30 an seiner Stirnfläche 35 mit Druckmedium entlastet, so
daß dieser keine Druckwirkung auf die Ankerscheibe 39 ausübt. In diesem Fall drückt
das Federpaket 41 die Ankerscheibe 39 gegen den Reibscheibenbelag 45 und diesen gegen
die Gegenscheibe 43, so daß eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der sich mit
Motordrehzahl drehenden Antriebswelle 4 und dem Kupplungspaket, bestehend aus Ankerscheibe
39 mit Ringfederscheibe 40, Reibscheibenbelag 45 und Gegenscheibe 43 besteht. Dieses
Drehmoment wird über die feste Verbindung der Ankerscheibe 39 zum Kupplungsgehäuse
18 und zum Befestigungsgehäuse 22 einerseits bzw. von der Gegenscheibe 43 über die
Schraubverbindung 44 zum Befestigungsgehäuse 22 andererseits auf das Lüfterrad 2 und
damit auf den Ventilator 3 übertragen.
[0024] Die gewählte Anordnung nach Fig. 1 hat den Vorteil, daß bei ausfallender Druckluftversorgung
im System sich die höhere Ventilatordrehzahl durch ein zwangsweises Einschalten der
Reibscheibenkupplung 5 entsteht. Im Zweifelsfall wird deshalb die höhere Kühlwirkung
des Ventilators bei dieser Schaltungsanordnung wirksam.
[0025] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist eine geänderte Schaltungsanordnung der Reibscheibenkupplung
5 gewählt. Im übrigen sind gleiche oder entsprechende Teile mit gleichem Bezugszeichen
wie in Fig. 1 bezeichnet.
[0026] Der Antrieb des nicht näher dargestellten Kfz-Motors geschieht über eine Riemenscheibe
48 auf die Antriebswelle 4 der Reibschaltkupplung 1. Selbstverständlich kann hier
auch eine direkte Verbindung der Antriebswelle 4 zur Kurbelwelle des Antriebsmotors
bestehen. Über die Paßfeder 10 wird die Antriebswelle 4 formschlüssig mit einem Aufnahmegehäuse
13 für die Wirbelstromkupplung 6 verbunden. Dieses Aufnahmegehäuse weist einen axialen
Wandungsabschnitt 49, einen sich trichterförmig erweiternden Wandungsabschnitt 50
sowie einen sich radial erstreckenden Wandungsabschnitt 51 auf. Der radiale Wandungabschnitt
51 trägt an seiner linken Stirnseite das Magnetscheibenrad 17 zur Aufnahme der Permanentmagnete
8 der Wirbelstromkupplung 6. Mit einem Spalt s₁ gegenüberliegend befindet sich das
Läuferrad 7 der Wirbelstromkupplung, gebildet aus der Kupferscheibe 14 sowie der Stahlscheibe
15.
[0027] Das Läuferrad 7 der Wirbelstromkupplung 6 ist in das Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
22 stirnseitig eingebettet und mit diesem fest verbunden. Über eine Schraubverbindung
23 ist das Läuferrad 2 am Befestigungsgehäuse 22 befestigt. Das Läuferrad-Befestigungsgehäuse
22 ist auf der Antriebswelle 4 über das Kugellager 27 frei drehbar gelagert, wobei
das Kugellager 27 auf dem axialen Wandungsabschnitt 49 des Gehäuses 13 angeordnet
ist.
[0028] Das Kupplungsgehäuse 18 zur Aufnahme des Kolbens 30 der Reibscheibenkupplung 5 weist
einen ringförmig umlaufenden Zylinderraum 52 auf, in welchem der ringförmige Kolben
30 axial verschiebbar gelagert ist. Der hinter dem Kolben 30 liegende Zylinderraum
29 dient zur Druckbeaufschlagung der stirnseitigen Kolbenfläche 35 mit einem pneumatischen
oder hydraulischen Druckmedium, welches über eine radial verlaufende Zuführbohrung
36 dem Zylinderraum 29 zugeführt wird. Eine Drehkupplung 37 dient wiederum zur Zuführung
des Druckmediums zum Zylinderraum 29.
[0029] Das Kupplungsgehäuse 18 ist mit seinem radial außenliegenden axialen Wandungsabschnitt
53 über die Schraubverbindung 21 mit dem Lüfterrad-Befestigungsgehäuse 22 drehfest
verbunden.
[0030] Die Reibscheibenkupplung 5 wird durch die Ankerscheibe 39 gebildet, die wiederum
über eine Federscheibe 54 und einer Schraubverbindung 55, 57 axial verschiebbar am
Kupplungsgehäuse 18 befestigt ist. Dabei bilden die Ankerscheibe 39 und der Kolben
30 eine axial verschiebbare bauliche Einheit, die durch die Ringfederscheibe 54 gehalten
ist. Die Ankerscheibe 39 wirkt mit der rückseitigen Fläche 56 des radialen Wandungsabschnittes
51 des Gehäuses 13 zusammen, die mit einem Spalt s₂ der Ankerscheibe 39 gegenüberliegt.
Die rückseitige Stirnfläche 56 sowie die Ankerscheibe 39 sind als Reibscheibenbeläge
ausgebildet. Der Kolben 30 drückt die Ankerscheibe 39 bei Druckbeaufschlagung des
Zylinderraumes 29 unter Überwindung des Spaltes s₂ gegen die rückseitige Stirnfläche
56 des Wandungsabschnittes 51.
[0031] Die Reibschaltkupplung nach Fig. 2 arbeitet demzufolge wie folgt:
Ist der Druckraum 29 des Zylinderraumes 52 nicht mit Druckmedium belastet, so ist
die Reibscheibenkupplung 5 nicht aktiv. In diesem Fall wird die über die Riemenscheibe
48 auf die Antriebswelle 4 übertragene Motordrehzahl über die Paßfeder 10 auf das
Gehäuse 13 und damit auf die Wirbelstromkupplung 6 übertragen. Die Wirbelstromkupplung
6 überträgt wiederum eine verminderte Drehzahl auf das Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
22 und damit auf das Lüfterrad 2. Die Größe der Schleppdrehzahl wird durch den Aufbau
der Wirbelstromkupplung 6 bestimmt.
[0032] Eine unmittelbare Drehzahlübertragung von der Riemenscheibe 48 auf das Lüfterrad
2 erfolgt durch Betätigung der Reibscheibenkupplung 5. Hierzu wird der Druckraum 29
mit Druckmedium, insbesondere mit Druckluft belastet, so daß der Kolben 30 die Ankerscheibe
39 unter Überwindung des Spaltes s₂ gegen die rückseitige Fläche 56 des radialen Wandungsabschnittes
51 des Gehäuses 13 drückt. In diesem Fall erfolgt der Kraftschluß von der Antriebswelle
4 über das Gehäuse 13 auf die Ankerscheibe 39 und von dort über die Ringfederscheibe
54 auf das Kupplungsgehäuse 18. Das Drehmoment wird weiter übertragen über den radial
außenliegenden, axialen Wandungsabschnitt 53 und die Schraubverbindung 21 auf das
Lüfterrad-Befestigungsgehäuse 22 und damit auf das Lüfterrad 2.
[0033] Die Ausführungsform nach Fig. 2 beinhaltet demzufolge eine Druckluftschaltung, die
bei wirkender Druckluft eine unmittelbare Kopplung der Motordrehzahl auf das Lüfterrad
bewirkt.
[0034] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Sie umfaßt auch vielmehr alle fachmännischen Weiterbildungen und Abwandlungen
im Rahmen des erfindungsgemäßen Gedankens.
1. Reibschaltkupplung insbesondere für ein Lüfterrad eines Kraftfahrzeug-Verbrennungsmotors
oder dergleichen, wobei das Lüfterrad (2) zur unmittelbaren Übertragung der Motordrehzahl
über eine erste Reibscheibenkupplung (5) direkt mit einer Antriebswelle (4) oder dergleichen
verbunden ist und das Lüfterrad (2) bei abgeschalteter Reibscheibenkupplung (5) durch
eine zweite, als Wirbelstromkupplung ausgebildete Kupplungsvorrichtung (6) mitgeschleppt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibscheibenkupplung (5) zum direkten Antrieb
des Lüfterrades (2) als pneumatisch oder hydraulisch betätigbare Kupplung (5) mit
einer Kolben/Zylindereinheit ausgebildet ist, die über eine Drehkupplung (37) mit
Druckmedium beaufschlagbar ist.
2. Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle (4) der Reibschaltkupplung
(1) über ein Antriebsgehäuse (13) direkt mit der Wirbelstromkupplung (6) verbunden
ist, wobei die Wirbelstromkupplung (6) abtriebseitig mit einem Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
(22) zur Befestigung des Lüfterrades (2) verbunden und das Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
(22) über ein Kugellager (27) von der Antriebswelle (4) drehzahlmäßig entkoppelt ist.
3. Kupplung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
(22) mit einem Reibscheibenkupplungs-Aufnahmegehäuse (18) direkt verbunden ist, welches
einen Zylinderraum (29, 52) zur Aufnahme eines Antriebskolbens (30) der Kolben/Zylindereinheit
aufweist und daß der axial verschiebbare Antriebskolben (30) die Reibscheibenkupplung
(5) im Sinne einer Druckbeaufschlagung oder Druckentlastung der Reibscheibenkupplung
(5) und damit zu einer direkten Verbindung oder Entkopplung der Antriebswelle (4)
mit dem Lüfterrad (2) betätigt.
4. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Antriebskolben (30) eine mittels einer flexiblen Ringfederscheibe (40, 54)
axial verschiebbare Ankerscheibe (39) betätigt, die mit einem Reibscheibenbelag (45)
der Reibscheibenkupplung (5) zusammenwirkt.
5. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebswelle (4) mit einer axial verschiebbaren flexiblen Kupplungsscheibe
(46) verbunden ist, die beidseitig einen Reibscheibenbelag (45) trägt und daß die
Kupplungsscheibe (46) bei nicht druckbeauschlagtem Antriebskolben (30) zwischen der
mit dem Kupplungsgehäuse (18) verbundenen Ankerscheibe (39) und einer mit dem Lüfterrad-Befestigungsgehäuse
(22) festverbundenen Gegenscheibe (43) kraftschlüssig eingeklemmt ist.
6. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ankerscheibe (39) von einer Tellerfeder (41) axial gegen den Reibscheibenbelag
(45) der Reibscheibenkupplung (5) andrückbar ist.
7. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Antriebskolben (30) bei einer Druckbeaufschlagung die Reibscheibenkupplung
(5) im Sinne einer Kupplungsbetätigung und damit einer unmittelbaren Drehzahlübertragung
schließt.
8. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das mit der Antriebswelle (4) verbundene Gehäuse (13) zur antriebsseitigen Befestigung
der Wirbelstromkuppplung (6) mit seinem radialen Wandungsabschnitt (51) gleichzeitig
als Gegenscheibe (43) der Reibscheibenkupplung (5) dient, die mit der Ankerscheibe
(39) bei einer Kraftbeaufschlagung des Antriebskolbens (30) zusammenwirkt.
9. Kupplung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerscheibe (39) über eine
flexible Ringfederscheibe (40, 54) axial verschiebbar im Kupplungsgehäuse (18) gelagert
ist.
10. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ankerscheibe (39) und der Kolben (30) eine bauliche, axial verschiebbare Einheit
bilden, die zwischen sich die flexible Ringfederscheibe (54) einschließen.
11. Kupplung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckbeaufschlagung des Antriebskolbens (30) über eine Drehkupplung (37) auf
das drehbare Anschlußgehäuse (25, 18) zum Druckraum (29) der Kolben/Zylindereinheit
erfolgt.