[0001] Die Erfindung betrifft eine Rostplatte für Schubrostkühler zum Abkühlen von heißem
Gut, mit an der Rostplattenoberseite angeordneten nach oben offenen Mulden, wobei
eine Vielzahl der von Kühlluft durchströmten Rostplatten auf abwechselnd ortsfesten
und in Rostförderrichtung hin- und herbeweglichen Rostplattenträgern befestigt ist.
[0002] Bei einem Schubrostkühler besteht das Rostsystem aus einer Vielzahl von ortsfesten
und beweglichen Rostplattenträgern, auf denen jeweils mehrere mit Kühlluftöffnungen
versehene und im wesentlichen von unten nach oben von Kühlluft durchströmte Rostplatten
befestigt sind. In Förderrichtung gesehen wechseln sich ortsfeste Rostplattenreihen
mit hin- und herbeweglichen Rostplattenreihen ab, die über ihre entsprechend hin-
und herbeweglichen Rostplattenträger auf einem oder mehreren längsbeweglich gelagerten
angetriebenen Schubrahmen gemeinsam befestigt sind. Durch die gemeinsame oszillierende
Bewegung aller beweglichen Rostplattenreihen wird das zu kühlende Gut, z. B. der aus
einem Drehrohrofen austretende heiße Zementklinker, schubweise transportiert und dabei
gekühlt.
[0003] Es ist eine Kühlerrostplatten bekannt (DE-OS 38 12 425), deren Oberseite Mulden aufweist,
die zum Aufnehmen und Festhalten von Kühlgut dienen, welches dann die Rostplatte von
dem darüber befindlichen heißen Gut abschirmt. Auf diese Weise soll die Rostplatte
geschont und deren Standzeit verlängert werden. Bei der bekannten mit Mulden versehenen
Rostplatte sind in den Rostplattenkörper U-förmige Muldenstege eingeschweißt, wobei
das Innere der nach oben offenen Mulden durch weit oberhalb der Rostplattenbodenplatte
angeordnete Luftaustrittsschlitze von der Seite her mit Kühlluft versorgt wird. Dabei
ist die Gefahr nicht ausgeschlossen, daß innerhalb der Mulden aufgenommenes Kühlgut
durch die seitlichen Luftaustrittsschlitze hindurch nach außen auf die Bodenplatte
der bekannten Rostplattenkonstruktion fällt, was zu Verstopfungen der Luftkanäle und
damit zu einer Reduzierung des Kühlluftdurchsatzes durch das Rostsystem führt. Die
seitlichen Luftaustrittsschlitze in die Mulden der bekannten Rostplatte sind durch
teilweise Überdeckungen der nach oben offenen U-Profile erzeugt, wodurch ein Verklemmen
des Kühlgutes in den Mulden begünstigt werden kann; in den Mulden festgeklemmtes Kühlgut
kann dann die oszillierende Bewegung der beweglichen Rostplattenreihen behindern.
Außerdem wird bei der bekannten Muldenrostplatte die in Rostschubrichtung gesehen
besonders beanspruchte vordere Plattenstirnfläche nicht ausreichend gekühlt, wodurch
die Gefahr der thermischen Überbeanspruchung der Rostplatte in diesem Bereich gegeben
ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden und eine mit
Mulden bzw. Taschen versehene Rostplatte für einen Schubrostkühler zu schaffen, der
aufgrund seiner Rostplattenkonstruktion eine lange Funktionstüchtigkeit besitzt.
[0005] Diese Aufgabe wird mit den Maßnahmen des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Rostplatte für einen Schubrostkühler sind im Rostplattenkörper
parallel zur Rostplattenlängsachse mehrere bis zur Rostplattenoberseite reichende
und die Rostplattenmulden voneinander abgrenzende Kühlluftkanäle angeordnet, die sich
wie Hohlkörperprofile über die gesamte Länge der Rostplatte bis zu der in Rostschubrichtung
gesehen vorderen Plattenstirnfläche erstrecken. Diese Kühlluftkanäle versorgen die
dazwischen liegenden, zum Aufnehmen und Festhalten von Kühlgut dienenden Rostplattenmulden
von unten mit Kühlluft, und zwar über parallel zur Plattenlängsachse verlaufende Luftaustrittsschlitze,
die in den die Luftkanäle von den Rostplattenmulden abtrennenden Trennwänden erfindungsgemäß
unmittelbar über der Bodenplatte der Rostplatte angeordnet sind, so daß Kühlgutdurchtritte
aus den Rostplattenmulden in die benachbarten Luftkanäle nur zu einer geringen Kühlgutansammlung
auf der Bodenplatte der erfindungsgemäßen Rostplatte führen können, nicht aber zu
einer Verstopfung der Luftkanäle. Die Seitenwände der Rostplattenmulden sind im wesentlichen
vertikal und glatt ausgebildet, wodurch es nicht zu einem Verklemmen des von den Mulden
festgehaltenen Kühlgutes kommen kann, was die oszillierende Bewegung der beweglichen
Rostplattenreihen behindern könnte. Weil die parallel zur Plattenlängsachse angeordneten
Luftkanäle sich bis zu der in Rostschubrichtung gesehen vorderen Plattenstirnfläche
erstrecken und dort in einen quer zur Plattenlängsachse liegenden ständig von Kühlluft
durchströmten vorderen Kühlkanal einmünden, wird diese vordere Rostplattenstirnfläche
immer ausreichend gekühlt, und die in diesem Bereich in den Überlappungsspalt zwischen
den bewegten und den nichtbewegten Rostplattenreihen ausströmende Kühlluft dient dort
gleichzeitig als Sperrluft, die ein Verstopfen des Überdeckungsspaltes und ein Eindringen
von Klinkerstaub in den vorderen Kühlkanal der erfindungsgemäßen Rostplatte verhindert.
[0007] Die Erfindung und deren weitere Merkmale und Vorteile werden anhand des in den Figuren
schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
[0008] Es zeigt:
- Fig. 1
- im linken Bereich einen Vertikallängsschnitt durch eine erfindungsgemäße Rostplatte
längs der Linie F-F der Fig. 2, und im rechten Bereich einen Vertikallängsschnitt
durch die erfindungsgemäße Rostplatte längs der Linie E-E der Fig. 2;
- Fig. 2
- ausschnittsweise den Schnitt durch die Rostplatte längs der Linie D-D der Fig. 1;
- Fig. 3
- den Querschnitt längs der Linie A-A der Fig. 1;
- Fig. 4
- den Querschnitt längs der Linie B-B der Fig. 1, und
- Fig. 5
- den Querschnitt längs der Linie C-C der Fig. 1.
[0009] Nach Fig. 1 weist die erfindungsgemäße Rostplatte für einen Schubrostkühler einen
Rostplattenkörper (1) auf, der z. B. aus einem einteiligen metallischen Gußstück bestehen
kann, welches an dem einzeln belüfteten Rostplattenträger (8) befestigt ist. An den
vom Rostplattenträger (8) nach vorne in Schubrichtung des Schubrostkühlers auskragenden
Teil des Rostplattenkörpers (1) ist von unten eine Bodenplatte (2) fest verbunden,
z. B. angeschraubt oder angeschweißt. Die Rostplattenoberseite weist im Ausführungsbeispiel
vier nach oben offene und zur Aufnahme und zum Festhalten von Kühlgut dienende Mulden
bzw. Taschen (5) auf, wobei jeweils zwei Mulden (5) zu beiden Seiten der Längsachse
(18) der Rostplatte nebeneinander liegen. Im Rostplattenkörper (1) sind oberhalb der
Bodenplatte (2) parallel zur Rostplattenlängsachse (18) drei bis zur Rostplattenoberseite
(17) reichende und die Mulden (5) voneinander abgrenzende Kühlluftkanäle (3) angeordnet.
[0010] Wie insbesondere aus Fig. 4 hervorgeht, weisen die Trennwände zwischen den von Kühlluft
durchströmten Luftkanälen (3) und den zum Aufnehmen und Festhalten von Kühlgut dienenden
Mulden (5) parallel zur Plattenlängsachse (18) verlaufende Luftaustrittsschlitze (4)
auf, die unmittelbar über der Bodenplatte (2) der Rostplatte angeordnet sind, d. h.
die Luftaustrittsschlitze (4) werden begrenzt von der Bodenplatte (2) und von den
unten in Richtung zum Zentrum der Mulden (5) abgeknickten bzw. abgebogenen Teilen
(6) der Trennwände zwischen den Luftkanälen (3) und den Mulden (5). Wie ebenfalls
aus Fig. 4 hervorgeht, sind auf der Bodenplatte (2) in der Mitte der Mulden (5) parallel
zu den Luftaustrittsschlitzen (4) bzw. der Plattenlängsachse (18) verlaufende sich
nach oben erhebende vorspringende Leisten als Kühlluftleiteinrichtungen (7) angeordnet,
welche die aus den Luftaustrittsschlitzen (4) horizontal in die Mulden (5) ausströmende
Kühlluft nach oben in die vertikale Richtung (7a) umlenken.
[0011] Aus den Fig. 1 und 3 ergibt sich, daß die in die einzeln belüfteten Rostplattenträgern
(8) eingeführte Kühlluft in die Luftkammer (9) gelangt, die durch drei Kanalöffnungen
(10) mit den drei Luftkanälen (3) verbunden ist. Zwischen den Mulden (5) und der in
Rostschubrichtung gesehen vorderen Plattenstirnfläche (11) ist ein vorderer Kühlkanal
(12) angeordnet, der quer zur Plattenlängsachse liegt und der durch die in einer vorderen
Trennwand (13) vorhandenen drei Zuführungsöffnungen (14) aus den Luftkanälen (3) die
zur Kühlung der vorderen Plattenstirnfläche (11) erforderliche Kühlluftmenge erhält.
Diese von der gesamten durch die erfindungsgemäße Rostplatte strömenden Kühlluft abgezweigte
Kühlluftmenge verläßt den vorderen Kühlkanal (12) durch kleine Austrittsöffnungen
(15) in der Bodenplatte (2). Diese mit (15a) angezeigte Kühlluftmenge hat einen Anteil
von ca. 5 bis 10 % des gesamten Luftdurchsatzes durch die erfindungsgemäße Rostplatte,
und sie dient gleichzeitig als Sperrluft im Überdeckungsschlitz (16) zwischen den
einzelnen Rostplattenreihen des Schubrostkühlers. Wie aus Fig. 5 hervorgeht befinden
sich die drei Kühlluftzuführungsöffnungen (14) in der die Luftkanäle (3) und Mulden
(5) zum vorderen Kühlkanal abgrenzenden Trennwand (13) im oberen Bereich der Luftkanäle
(3), d. h. die Zuführungsöffnungen (14) sind mit der oberen Innenfläche der Luftkanäle
(3) bündig, und die Abmessungen entsprechen deren Breite und ca. 30 % der Höhe der
Luftkanäle (3). Aus den Fig. 3 und 4 geht noch hervor, daß die in der vorderen Seitenwand
der Luftkammer (9) vorhandenen drei Kanalöffnungen (10) im Querschnitt den drei Luftkanälen
(3) entsprechen.
[0012] Bei der erfindungsgemäßen Rostplatte können die Luftkanäle (3) nicht verstopfen,
da Kühlgutübertritte aus den Mulden (5) in die Luftkanäle (3) nur in geringem Maße
durch die Luftaustrittsschlitze (4) infolge der Schwerkraft des Kühlgutes möglich
sind. Da die Mulden (5) im übrigen von glatten senkrechten Seitenwänden umgeben sind,
kann es nicht zu einem Verklemmen des in den Mulden (5) liegenden Kühlgutes kommen.
Die vordere Rostplattenstirnfläche (11) wird von der durch den vorderen Kühlkanal
(12) hindurchströmenden Kühlluftteilmenge (15a) ausreichend gekühlt, und da die Kühlluftzuführungsöffnungen
(14) im oberen Bereich der Luftkanäle (3) angeordnet sind, wird verhindert, daß in
die Luftkanäle (3) gelangtes Kühlgut in den vorderen Kühlkanal (12) gespült wird.
Schließlich ist mit der am Rostplattenkörper (1) fest angebrachten Bodenplatte (2)
eine sichere Abdichtung der Unterseite der Rostplatte möglich.
[0013] Die Erfindung ist nicht nur anwendbar bei Rostplatten für Schubrostkühler mit einzeln
belüfteten hohlbalkenartig ausgebildeten Rostplattenträgern, sondern auch bei Rostplatten
für Schubrostkühler, die ein kammerbelüftetes Rostsystem aufweisen. Im letzteren Falle
muß dann die Bodenplatte (2) zwecks Hindurchtritt der Kühlluft Perforierungen aufweisen.
1. Rostplatte für Schubrostkühler zum Abkühlen von heißem Gut, mit an der Rostplattenoberseite
angeordneten nach oben offenen Mulden (5), wobei eine Vielzahl der von Kühlluft durchströmten
Rostplatten auf abwechselnd ortsfesten und in Rostförderrichtung hin- und herbeweglichen
Rostplattenträgern (8) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Rostplattenkörper (1) parallel zur Rostplattenlängsachse (18) mehrere bis
zur Rostplattenoberseite (17) reichende und die Mulden (5) voneinander abgrenzende
Kühlluftkanäle (3) angeordnet sind, und daß die Trennwände zwischen den Luftkanälen
(3) und den Mulden (5) parallel zur Plattenlängsachse (18) verlaufende Luftaustrittsschlitze
(4) aufweisen, die unmittelbar über der Bodenplatte (2) der Rostplatte angeordnet
sind.
2. Rostplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Luftkanäle (3) von den Mulden (5) abgrenzenden Trennwände im Bereich
der Luftaustrittsschlitze (4) unten in Richtung zum Zentrum der Mulden (5) abgeknickt
(6) sind.
3. Rostplatte nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die parallel zur Plattenlängsachse (18) angeordneten Luftkanäle (3) über Zuführungsöffnungen
(14) durch eine Trennwand (13) mit einem quer zur Plattenlängsachse hinter der in
Rostschubrichtung gesehenen vorderen Plattenstirnfläche (11) angeordneten vorderen
Kühlkanal (12) verbunden sind, in deren Bereich die Bodenplatte (2) Austrittsöffnungen
(15) zum Kühlluftaustritt aufweist.
4. Rostplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführungsöffnungen (14) mit der oberen Innenfläche der Luftkanäle (3) bündig
abschließen, und daß die Abmessungen der Zuführungsöffnungen (14) der Breite der Luftkanäle
(3) und etwa 30 % von deren Höhe entsprechen.
5. Rostplatte nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der den Rostplattenkörper (1) von unten abschließenden Bodenplatte (2) in
der Mitte der Mulden (5) parallel zu den Luftaustrittsschlitzen (4) bzw. der Plattenlängsachse
(18) verlaufende vorspringende Leisten als Kühlluftleiteinrichtungen (7) angeordnet
sind.
6. Rostplatte nach den Ansprüchen 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die den vom Rostplattenträger (8) auskragenden Teil des Rostplattenkörpers (1)
von unten abschließende Bodenplatte (2) mit dem Plattenkörper (1) fest verbunden,
z. B. angeschraubt oder angeschweißt ist.