(19)
(11) EP 0 636 710 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.02.1995  Patentblatt  1995/05

(21) Anmeldenummer: 94109602.6

(22) Anmeldetag:  22.06.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C23G 1/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK FR GB IE LI NL PT SE

(30) Priorität: 27.07.1993 DE 4325133

(71) Anmelder: Dr. O.K. WACK CHEMIE GmbH
D-85053 Ingolstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Wack, Oskar, Dr.
    D-85053 Ingolstadt (DE)
  • Hanek, Martin, Dr., c/o Wack Chemie
    D-85053 Ingolstadt (DE)

(74) Vertreter: Le Vrang, Klaus 
Fliederstrasse 1
D-85139 Wettstetten
D-85139 Wettstetten (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Reinigen von Gegenständen


    (57) Es wird vorgeschlagen, ein Gemisch von Propylenglykolmethylether und Propylenglykolether in einem Verhältnis zwischen 60 : 40 und 90 :10 dem letzten Spülwasser, in dem Metallteile gereinigt werden, hinzuzugeben, um einen intermediären Korrosionsschutz zu erzielen.


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen von Gegenständen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Ein gattungsgemäßes Verfahren ist bekannt aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 43 09 096.

    [0003] Zu reinigende Gegenstände, im vorliegenden Falle insbesondere solche aus Stahl, werden in einem Reinigungsbad durch Eintauchen, gegebenenfalls mit Ultraschallunterstützung, einem Reinigungsvorgang unterzogen, und anschließend in einem ersten wäßrigen Spülbad vom Reinigungsbad befreit. Wegen der in das erste Spülbad eingeschleppten Verunreinigungen ist zur einwandfreien Spülung ein zweites Spülbad empfehlenswert, an das sich ein Trocknungsvorgang anschließt.

    [0004] Insbesondere bei Stahlgegenständen, aber auch bei anderen Metallen wie z.B. Aluminium besteht aufgrund der Wasserreste auf dem Material während des Trocknungsvorganges die Gefahr eines Anfluges von Korrosion.

    [0005] Diese Korrosion erweist sich insbesondere dann als problematisch, wenn die getrockneten Gegenstände weiterverarbeitet werden sollen, beispielsweise indem eine Beschichtung vorgesehen werden soll.

    [0006] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, das Risiko einer Korrosion herabzusetzen.

    [0007] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1.

    [0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dem letzten Spülbad einen Zusatz eines Gemisches aus Propylenglykolmethylether und Propylenglykolether hinzuzugeben. Überraschenderweise hat sich erwiesen, daß unter einem Zusatz eines derartigen Glycoläthergemisches dieser angegebenen Zusammensetzung das Abfließverhalten des Wassers von den aus dem Wasser entnommenen Gegenständen erheblich verbessert, das Wasser fließt vorhangartig ab. Zugleich bildet sich offensichtlich ein filmartiger Überzug, der für einen begrenzten Zeitraum von etwa 24 Stunden einen wirksamen Schutz gegen Oxidation und dementsprechende Korrosion bietet.

    [0009] Das letzte Spülbad besteht, um Fleckenbildung zu verhindern, aus voll entsalztem Wasser (VE-Wasser). Das erwähnte Glykoläthergemisch wird in einer Konzentration von etwa 10 Gewichtsprozent bis 50 Gewichtsprozent dem VE-Wasser zugesetzt.

    [0010] Als besonders geeignet haben sich als Propylenglykolmethylether ein Propylenglykolmonoethylether der Formel


    und als Propylenglykolether ein Propylenglykol-n-Butylether der Formel


    erwiesen.

    Beispiel 1:



    [0011] Zu reinigende Metallteile aus Stahl werden in einem Reinigungsbad aus Glykoläthern behandelt und anschließend in einem ersten wäßrigen Bad von den Rückständen des Reinigungsbades gesäubert. Um eine vollständige Entfernung der Reinigungsbadrückstände, auch der, die in das erste Spülbad verschleppt wurden, zu erzielen, werden die Teile in einem zweiten Bad aus voll entsalztem Wasser gespült und anschließend in einem Warmluftstrom getrocknet. Die Trocknungszeit beträgt etwa drei Minuten, sie ist stark von der Temperatur des Warmluftstromes und der Luftgeschwindigkeit abhängig.

    [0012] Bereits unmittelbar nach der Trocknung ist mit bloßem Auge ein Anflug von Rost erkennbar.

    Beispiel 2:



    [0013] Die gleichen Metallteile wie in Beispiel 1 werden in dem gleichen Reinigungsbad behandelt und ebenfalls im ersten Spülbad von den Rückständen gesäubert. Dem zweiten Spülbad jedoch ist ein Gemisch von Propylenglykolmonoethylether der Formel


    und Propylenglykol-n-Butylether der Formel


    in Anteilen von 80 Gew.% Propylenglykolmonoethylether und 20 Gew.% Propylenglykol-n-Butylether zugesetzt.

    [0014] Durch ein vorhangartiges Ablaufen des Spülbades von den nach dem Spülen entnommenen Gegenständen konnte die Trocknungszeit um 50 % reduziert werden. Auch nach 24 Stunden zeigte sich auch bei sorgfältiger Prüfung immer noch kein Korrosionsanflug, innerhalb dieser Zeit konnten somit die getrockneten Teile ohne weitere Schutzmaßnahmen weiterverarbeitet, z.B. beschichtet werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Reinigen von Gegenständen, insbesondere metallenen Gegenständen, wobei die Gegenstände erst einem Reinigungsbad und anschließend mindestens einem wäßrigen Spülbad unterzogen werden,
    dadurch gekennzeichnet, daß dem letzten Spülbad ein Zusatz von 10 bis 50 Gewichtsprozent Glycoläthern zugesetzt wird in folgender Zusammensetzung:
    60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolethylether der Formel

    wobei R₁ ausgewählt ist aus der Gruppe CH₃, C₂H₅, n-C₃H₇ oder iso-C₃H₇,
    und 30 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykolether der Formel

    wobei R₂ ausgewählt ist aus der Gruppe n-C₃H₇, iso-C₃H₇, n-C₄H₉ oder iso-C₄H₉.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Propylenglykolethylether ein Propylenglykolmonoethylether der Formel

    zugesetzt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Propylenglykolether ein Propylenglykol-n-Butylether der Formel

    zugesetzt wird.
     
    4. Verwendung eines Gemisches von Glycoläthern der Zusammensetzung
    60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolethylether der Formel

    wobei R₁ ausgewählt ist aus der Gruppe CH₃, C₂H₅, n-C₃H₇ oder iso-C₃H₇,
    und 40 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykolether der Formel

    wobei R₂ ausgewählt ist aus der Gruppe n-C₃H₇, iso-C₃H₇, n-C₄H₉ oder iso-C₄H₉
    als Zusatzmittel zu wäßrigem Spülbad zur Verbesserung des Abfließverhaltens des Wassers und zur Erzielung eines intermediären Korrosionsschutzes.
     
    5. Verwendung eines Gemisches von Glycoläthern der Zusammensetzung
    60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolmonoethylether der Formel

    und 40 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykol-n-Butylether der Formel

    als Zusatzmittel zu wäßrigem Spülbad zur Verbesserung des Abfließverhaltens des Wassers und zur Erzielung eines intermediären Korrosionsschutzes.
     





    Recherchenbericht