[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen von Gegenständen
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein gattungsgemäßes Verfahren ist bekannt aus der nicht vorveröffentlichten deutschen
Patentanmeldung P 43 09 096.
[0003] Zu reinigende Gegenstände, im vorliegenden Falle insbesondere solche aus Stahl, werden
in einem Reinigungsbad durch Eintauchen, gegebenenfalls mit Ultraschallunterstützung,
einem Reinigungsvorgang unterzogen, und anschließend in einem ersten wäßrigen Spülbad
vom Reinigungsbad befreit. Wegen der in das erste Spülbad eingeschleppten Verunreinigungen
ist zur einwandfreien Spülung ein zweites Spülbad empfehlenswert, an das sich ein
Trocknungsvorgang anschließt.
[0004] Insbesondere bei Stahlgegenständen, aber auch bei anderen Metallen wie z.B. Aluminium
besteht aufgrund der Wasserreste auf dem Material während des Trocknungsvorganges
die Gefahr eines Anfluges von Korrosion.
[0005] Diese Korrosion erweist sich insbesondere dann als problematisch, wenn die getrockneten
Gegenstände weiterverarbeitet werden sollen, beispielsweise indem eine Beschichtung
vorgesehen werden soll.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, das Risiko einer Korrosion
herabzusetzen.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dem letzten Spülbad einen Zusatz eines Gemisches
aus Propylenglykolmethylether und Propylenglykolether hinzuzugeben. Überraschenderweise
hat sich erwiesen, daß unter einem Zusatz eines derartigen Glycoläthergemisches dieser
angegebenen Zusammensetzung das Abfließverhalten des Wassers von den aus dem Wasser
entnommenen Gegenständen erheblich verbessert, das Wasser fließt vorhangartig ab.
Zugleich bildet sich offensichtlich ein filmartiger Überzug, der für einen begrenzten
Zeitraum von etwa 24 Stunden einen wirksamen Schutz gegen Oxidation und dementsprechende
Korrosion bietet.
[0009] Das letzte Spülbad besteht, um Fleckenbildung zu verhindern, aus voll entsalztem
Wasser (VE-Wasser). Das erwähnte Glykoläthergemisch wird in einer Konzentration von
etwa 10 Gewichtsprozent bis 50 Gewichtsprozent dem VE-Wasser zugesetzt.
[0010] Als besonders geeignet haben sich als Propylenglykolmethylether ein Propylenglykolmonoethylether
der Formel

und als Propylenglykolether ein Propylenglykol-n-Butylether der Formel

erwiesen.
Beispiel 1:
[0011] Zu reinigende Metallteile aus Stahl werden in einem Reinigungsbad aus Glykoläthern
behandelt und anschließend in einem ersten wäßrigen Bad von den Rückständen des Reinigungsbades
gesäubert. Um eine vollständige Entfernung der Reinigungsbadrückstände, auch der,
die in das erste Spülbad verschleppt wurden, zu erzielen, werden die Teile in einem
zweiten Bad aus voll entsalztem Wasser gespült und anschließend in einem Warmluftstrom
getrocknet. Die Trocknungszeit beträgt etwa drei Minuten, sie ist stark von der Temperatur
des Warmluftstromes und der Luftgeschwindigkeit abhängig.
[0012] Bereits unmittelbar nach der Trocknung ist mit bloßem Auge ein Anflug von Rost erkennbar.
Beispiel 2:
[0013] Die gleichen Metallteile wie in Beispiel 1 werden in dem gleichen Reinigungsbad behandelt
und ebenfalls im ersten Spülbad von den Rückständen gesäubert. Dem zweiten Spülbad
jedoch ist ein Gemisch von Propylenglykolmonoethylether der Formel

und Propylenglykol-n-Butylether der Formel

in Anteilen von 80 Gew.% Propylenglykolmonoethylether und 20 Gew.% Propylenglykol-n-Butylether
zugesetzt.
[0014] Durch ein vorhangartiges Ablaufen des Spülbades von den nach dem Spülen entnommenen
Gegenständen konnte die Trocknungszeit um 50 % reduziert werden. Auch nach 24 Stunden
zeigte sich auch bei sorgfältiger Prüfung immer noch kein Korrosionsanflug, innerhalb
dieser Zeit konnten somit die getrockneten Teile ohne weitere Schutzmaßnahmen weiterverarbeitet,
z.B. beschichtet werden.
1. Verfahren zum Reinigen von Gegenständen, insbesondere metallenen Gegenständen, wobei
die Gegenstände erst einem Reinigungsbad und anschließend mindestens einem wäßrigen
Spülbad unterzogen werden,
dadurch gekennzeichnet, daß dem letzten Spülbad ein Zusatz von 10 bis 50 Gewichtsprozent
Glycoläthern zugesetzt wird in folgender Zusammensetzung:
60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolethylether der Formel

wobei R₁ ausgewählt ist aus der Gruppe CH₃, C₂H₅, n-C₃H₇ oder iso-C₃H₇,
und 30 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykolether der Formel

wobei R₂ ausgewählt ist aus der Gruppe n-C₃H₇, iso-C₃H₇, n-C₄H₉ oder iso-C₄H₉.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Propylenglykolethylether
ein Propylenglykolmonoethylether der Formel

zugesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Propylenglykolether
ein Propylenglykol-n-Butylether der Formel

zugesetzt wird.
4. Verwendung eines Gemisches von Glycoläthern der Zusammensetzung
60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolethylether der Formel

wobei R₁ ausgewählt ist aus der Gruppe CH₃, C₂H₅, n-C₃H₇ oder iso-C₃H₇,
und 40 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykolether der Formel

wobei R₂ ausgewählt ist aus der Gruppe n-C₃H₇, iso-C₃H₇, n-C₄H₉ oder iso-C₄H₉
als Zusatzmittel zu wäßrigem Spülbad zur Verbesserung des Abfließverhaltens des Wassers
und zur Erzielung eines intermediären Korrosionsschutzes.
5. Verwendung eines Gemisches von Glycoläthern der Zusammensetzung
60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolmonoethylether der Formel

und 40 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykol-n-Butylether der Formel

als Zusatzmittel zu wäßrigem Spülbad zur Verbesserung des Abfließverhaltens des Wassers
und zur Erzielung eines intermediären Korrosionsschutzes.