(19)
(11) EP 0 636 710 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.11.1996  Patentblatt  1996/46

(21) Anmeldenummer: 94109602.6

(22) Anmeldetag:  22.06.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C23G 1/00

(54)

Verfahren zum Reinigen von Gegenständen

Method for cleaning articles

Procédé pour le nettoyage d'objects


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK FR GB IE LI NL PT SE

(30) Priorität: 27.07.1993 DE 4325133

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.02.1995  Patentblatt  1995/05

(73) Patentinhaber: Dr. O.K. WACK CHEMIE GmbH
D-85053 Ingolstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Wack, Oskar, Dr.
    D-85053 Ingolstadt (DE)
  • Hanek, Martin, Dr., c/o Wack Chemie
    D-85053 Ingolstadt (DE)

(74) Vertreter: Le Vrang, Klaus 
Fliederstrasse 1
85139 Wettstetten
85139 Wettstetten (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 376 367
EP-A- 0 587 917
DE-A- 4 130 494
EP-A- 0 426 943
WO-A-93/06204
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 13, no. 414 (C-635) (3762) 13. September 1989 & JP-A-01 149 981 (SHOWA SHELL SEIKIYU K.K.) 13. Juni 1989
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 13, no. 414 (C-635) (3762) 13. September 1989 & JP-A-01 149 981
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen von Gegenständen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Ein gattungsgemäßes Verfahren ist bekannt aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 43 09 096 (vgl. auch EP-A-0 608 700).

[0003] Zu reinigende Gegenstände, im vorliegenden Falle insbesondere solche aus Stahl, werden in einem Reinigungsbad durch Eintauchen, gegebenenfalls mit Ultraschallunterstützung, einem Reinigungsvorgang unterzogen, und anschließend in einem ersten wäßrigen Spülbad vom Reinigungsbad befreit. Wegen der in das erste Spülbad eingeschleppten Verunreinigungen ist zur einwandfreien Spülung ein zweites Spülbad empfehlenswert, an das sich ein Trocknungsvorgang anschließt.

[0004] Insbesondere bei Stahlgegenständen, aber auch bei anderen Metallen wie z.B. Aluminium besteht aufgrund der Wasserreste auf dem Material während des Trocknungsvorganges die Gefahr eines Anfluges von Korrosion.

[0005] Diese Korrosion erweist sich insbesondere dann als problematisch, wenn die getrockneten Gegenstände weiterverarbeitet werden sollen, beispielsweise indem eine Beschichtung vorgesehen werden soll.

[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, das Risiko einer Korrosion herabzusetzen.

[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1.

[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dem letzten Spülbad einen Zusatz eines Gemisches aus Propylenglykolmethylether und Propylenglykolether hinzuzugeben. Überraschenderweise hat sich erwiesen, daß unter einem Zusatz eines derartigen Glycoläthergemisches dieser angegebenen Zusammensetzung das Abfließverhalten des Wassers von den aus dem Wasser entnommenen Gegenständen erheblich verbessert, das Wasser fließt vorhangartig ab. Zugleich bildet sich offensichtlich ein filmartiger Überzug, der für einen begrenzten Zeitraum von etwa 24 Stunden einen wirksamen Schutz gegen Oxidation und dementsprechende Korrosion bietet.

[0009] Das letzte Spülbad besteht, um Fleckenbildung zu verhindern, aus voll entsalztem Wasser (VE-Wasser). Das erwähnte Glykoläthergemisch wird in einer Konzentration von etwa 10 Gewichtsprozent bis 50 Gewichtsprozent dem VE-Wasser zugesetzt.

[0010] Als besonders geeignet haben sich als Propylenglykolmethylether ein Propylenglykolmonoethylether der Formel

und als Propylenglykolether ein Propylenglykol-n-Butylether der Formel

erwiesen.

Beispiel 1:



[0011] Zu reinigende Metallteile aus Stahl werden in einem Reinigungsbad aus Glykoläthern behandelt und anschließend in einem ersten wäßrigen Bad von den Rückständen des Reinigungsbades gesäubert. Um eine vollständige Entfernung der Reinigungsbadrückstände, auch der, die in das erste Spülbad verschleppt wurden, zu erzielen, werden die Teile in einem zweiten Bad aus voll entsalztem Wasser gespült und anschließend in einem Warmluftstrom getrocknet. Die Trocknungszeit beträgt etwa drei Minuten, sie ist stark von der Temperatur des Warmluftstromes und der Luftgeschwindigkeit abhängig.

[0012] Bereits unmittelbar nach der Trocknung ist mit bloßem Auge ein Anflug von Rost erkennbar.

Beispiel 2:



[0013] Die gleichen Metallteile wie in Beispiel 1 werden in dem gleichen Reinigungsbad behandelt und ebenfalls im ersten Spülbad von den Rückständen gesäubert. Dem zweiten Spülbad jedoch ist ein Gemisch von Propylenglykolmonoethylether der Formel

und Propylenglykol-n-Butylether der Formel

in Anteilen von 80 Gew.% Propylenglykolmonoethylether und 20 Gew.% Propylenglykol-n-Butylether zugesetzt.

[0014] Durch ein vorhangartiges Ablaufen des Spülbades von den nach dem Spülen entnommenen Gegenständen konnte die Trocknungszeit um 50 % reduziert werden. Auch nach 24 Stunden zeigte sich auch bei sorgfältiger Prüfung immer noch kein Korrosionsanflug, innerhalb dieser Zeit konnten somit die getrockneten Teile ohne weitere Schutzmaßnahmen weiterverarbeitet, z.B. beschichtet werden.


Ansprüche

1. Verfahren zum Reinigen von metallenen Gegenständen, wobei die Gegenstände erst einem Reinigungsbad und anschließend mindestens einem wäßrigen Spülbad unterzogen werden,
dadurch gekennzeichnet, daß dem letzten Spülbad ein Zusatz von 10 bis 50 Gewichtsprozent Glycoläthern zugesetzt wird in folgender Zusammensetzung:
60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolethylether der Formel

wobei R1 ausgewählt ist aus der Gruppe CH3, C2H5, n-C3H7 oder iso-C3H7,
und 30 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykolether der Formel

wobei R2 ausgewählt ist aus der Gruppe n-C3H7, iso-C3H7, n-C4H9 oder iso-C4H9.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Propylenglykolethylether ein Propylenglykolmonoethylether der Formel

zugesetzt wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Propylenglykolether ein Propylenglykol-n-Butylether der Formel

zugesetzt wird.
 
4. Verwendung eines Gemisches von Glycoläthern der Zusammensetzung
60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolethylether der Formel

wobei R1 ausgewählt ist aus der Gruppe CH3, C2H5, n-C3H7 oder iso-C3H7,
und 40 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykolether der Formel

wobei R2 ausgewählt ist aus der Gruppe n-C3H7, iso-C3H7, n-C4H9 oder iso-C4H9
als Zusatzmittel zu wäßrigem Spülbad zur Verbesserung des Abfließverhaltens des Wassers und zur Erzielung eines intermediären Korrosionsschutzes.
 
5. Verwendung eines Gemisches von Glycoläthern der Zusammensetzung
60 - 90 % Gewichtsprozent Propylenglykolmonoethylether der Formel

und 40 bis 10 Gewichtsprozent Propylenglykol-n-Butylether der Formel

als Zusatzmittel zu wäßrigem Spülbad zur Verbesserung des Abfließverhaltens des Wassers und zur Erzielung eines intermediären Korrosionsschutzes.
 


Claims

1. A method of cleaning objects, particularly metal objects, wherein the objects are first subjected to a cleaning bath and are subsequently subjected to at least one aqueous rinsing bath,
characterised in that an addition of 10 to 50 percent by weight of glycol ethers, of the following composition, is made to the last rinsing bath:
60 - 90 percent by weight of propylene glycol ethyl ethers of formula

wherein R1 is selected from the group comprising CH3, C2H5, n-C3H7 or iso-C3H7,
and 30 to 10 percent by weight of propylene glycol ethers of formula

wherein R2 is selected from the group comprising n-C3H7, iso-C3H7, n-C4H9 or iso-C4H9.
 
2. A method according to claim 1, characterised in that a propylene glycol monoethyl ether of formula

is added as a propylene glycol ethyl ether.
 
3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that a propylene glycol n-butyl ether of formula

is added as a propylene glycol ether.
 
4. The use of a mixture of glycol ethers of composition
60 - 90 percent by weight of propylene glycol ethyl ethers of formula

wherein R1 is selected from the group comprising CH3, C2H5, n-C3H7 or iso-C3H7,
and 40 to 10 percent by weight of propylene glycol ethers of formula

wherein R2 is selected from the group comprising n-C3H7, iso-C3H7, n-C4H9 or iso-C4H9
as an additive to an aqueous rinsing bath to improve the run-off behaviour of the water and to obtain intermediate corrosion protection.
 
5. The use of a mixture of glycol ethers of composition
60 - 90 percent by weight of propylene glycol monoethyl ether of formula

and 40 to 10 percent by weight of propylene glycol n-butyl ether of formula

as an additive to an aqueous rinsing bath to improve the run-off behaviour of the water and to obtain intermediate corrosion protection.
 


Revendications

1. Procédé de nettoyage d'objets métalliques, les objets étant traités d'abord dans un bain de nettoyage, puis dans au moins un bain aqueux de rinçage,
   caractérisé en ce qu'il est ajouté, au dernier bain de rinçage, un additif de 10 à 50% en poids d'éthers de glycol ayant la composition suivante:
60 à 90% en poids d'éther éthylique de propylèneglycol de formule

dans laquelle R1 est choisi dans le groupe constitué par CH3, C2H5, n-C3H7 et iso-C3H7, et
30 à 10% en poids d'éther de propylèneglycol de formule

dans laquelle R2 est choisi dans le groupe constitué par n-C3H7, iso-C3H7, n-C4H9 et iso-C4H9.
 
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est ajouté, en tant qu'éther éthylique de propylèneglycol, un éther monoéthylique de propylèneglycol de formule


 
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est ajouté, en tant qu'éther de propylèneglycol, un éther n-butylique de propylèneglycol de formule


 
4. Utilisation d'un mélange d'éthers de glycol ayant la composition suivante:
60 à 90% en poids d'éther éthylique de propylèneglycol de formule

dans laquelle R1 est choisi dans le groupe constitué par CH3, C2H5, n-C3H7 et iso-C3H7, et
40 à 10% en poids d'éther de propylèneglycol de formule

dans laquelle R2 est choisi dans le groupe constitué par n-C3H7, iso-C3H7, n-C4H9 et iso-C4H9,
comme additif à un bain aqueux de rinçage, destiné à améliorer le processus d'élimination de l'eau par écoulement et à créer une protection intermédiaire contre la corrosion.
 
5. Utilisation d'un mélange d'éthers de glycol ayant la composition suivante:
60 à 90% en poids d'éther monoéthylique de propylèneglycol de formule

et 40 à 10% en poids d'éther n-butylique de propylèneglycol de formule

comme additif à un bain aqueux de rinçage, destiné à améliorer le processus d'élimination de l'eau par écoulement et à créer une protection intermédiaire contre la corrosion.