[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Halten des Schussfadenendes bei einer
Webmaschine gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1 und eine Webmaschine mit einer
solchen Vorrichtung.
[0002] Es ist eine sogenannte Randklemme (CH-PS 255 691) bekannt, die den Schussfaden in
der Eintragbahn fassen und festhalten, bis der Schussfaden an den Warenrand angeschlagen
ist. Um zu verhindern, dass das Schussfadenende während des Webblattanschlages herausgerissen
wird, muss die Klemmkraft gesteuert werden.
[0003] Als nachteilig erweist sich das Klemmen bei sehr langfaserigen Garnen, insbesondere
wenn diese Oberflächen behandelt sind, was zu Verschmutzung der Randklemme führt.
Durch die Steuerung der Klemmkraft ist der apparative Aufwand sehr gross und die Randklemme
ist bei hohen Maschinendrehzahlen störanfällig. Durch die notwendigerweise hohe Klemmkraft
werden schliesslich im Gewebe Quetschmarken sichtbar, wodurch die Gewebequalität gemindert
ist.
[0004] Neben der genannten Randklemme ist eine Einrichtung bekannt geworden, bei der beidseits
einer Schneidvorrichtung ein Halteelement angeordnet ist. Der einerseits im Gewebe
und an der Hilfskante gehaltene Schussfaden wird in den Halteelementen bezüglich der
Schneidvorrichtung positioniert. Bei dieser Einrichtung liegt nach dem Schneiden das
Schussfadenende frei in einem Halteelement und löst sich vom Halteelement bevor dieses
von der Leistenlegernadel erfasst wird, wobei je nach Umfang der Loslösung die Leistenlegernadel
das Schussfadenende unterschiedlich erfasst und somit unterschiedliche lange Fadenabschnitte
einlegt, was als Nachteil anzusehen ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Halten eines am Geweberand
vorstehenden Schussfadenendes zu schaffen, die unter Vermeidung jeglicher Klemmwirkung
eine einwandfreie Uebergabe des Schussfadens unter gleichbleibenden Bedingungen gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst.
[0007] Die mit der Vorrichtung erzielbaren Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass eine Verschmutzung bzw. Beschädigung der Vorrichtung bzw. des Schussfadenendes
vermieden wird und dass eine einwandfreie Uebernahme des Schussfadenendes gewährleistet
ist.
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert.
[0009] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1;
- Fig. 3
- die Vorrichtung nach Fig. 1 und eine damit zusammenwirkende Leistenlegernadel in räumlicher
Darstellung;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 5
- einen Schnitt entlang der Linie V-V in Fig. 4.
[0010] Wie die Fig. 1 und 2 zeigen enthält die Vorrichtung einen plattenförmigen Mittelteil
1 und zwei hakenförmige Teile 2 und 3. Die hakenförmigen Teile 2 und 3 haben einen
Befestigungsabschnitt 4 und einen Fangabschnitt 5, der bezüglich dem Befestigungsabschnitt
4 abgekröpft und mit einer Ausnehmung 6 versehen ist.
[0011] Die hakenförmigen Teile 2, 3 sind jeweils an einer Seite des plattenförmigen Mittelteiles
1 so befestigt, dass die Fangabschnitte 5 in die gleiche Richtung weisen und mit dem
plattenförmigen Mittelteil 1 einen Einlaufspalt 7 bilden und dass sich ein Abschnitt
8 des plattenförmigen Mittelteiles 1 und ein Abschnitt 9 des hakenförmigen Teiles
2, 3 einander überlappen. Da die Fangabschnitte 5 bezüglich dem Befestigungsabschnitt
4 seitlich versetzt ausgebildet sind, besteht zwischen den Abschnitten 8, 9 jeweils
ein Spalt 10, die eine Zickzackaufnahme bilden.
[0012] Bei der vorstehend beschriebenen Vorrichtung bestehen die Teile 1 bis 3 aus Metallblech.
Es ist für den Fachmann offensichtlich, dass auch andere Materialien z.B. Kunststoff,
Keramik oder dgl. verwendet werden können.
[0013] Eine weitere Möglichkeit besteht darin die Teile 1 bis 3 aus Draht herzustellen,
um die Vorrichtung massearm auszubilden. Als vorteilhaft erweist sich, wenn der Draht
aus Federstahl besteht.
[0014] Wie die Fig. 3 zeigt, ist die vorstehend beschriebene Vorrichtung ein Teil einer
Leistenlegervorrichtung zu der auch eine Leistenlegernadel 31 gehört, um eine Einlegekante
zu erzeugen.
[0015] In einer Webmaschine ist die Leistenlegervorrichtung so angeordnet, dass sie sich
im Bereich der Anschlagkante 32 und zwischen dem Geweberand 33 und der Hilfskante
34 befindet. Die Leistenlegernadel 31 ist in an sich bekannter Weise in der Webmaschine
angeordnet und wird daher nicht näher beschrieben.
[0016] Die Vorrichtung ist mit einem nicht dargestellten Halter verbunden, der beweglich
so angeordnet ist, dass die Vorrichtung beim Anschlagen des Schussfadens eine bestimmte
Stellung einnimmt, wie nachfolgend erläutert wird.
[0017] Die nachfolgende Beschreibung beginnt mit dem Eintragen des Schussfadens. Zu diesem
Zeitpunkt befindet sich die Leistenlegernadel 31 in der zurückgezogenen Stellung und
die Vorrichtung ist so positioniert, dass die Ausnehmungen 6 in den hakenförmigen
Teilen 2, 3 (Fig. 1) mit der Anschlagkante 32 fluchten.
[0018] Beim Eintragen wird der Schussfaden durch das Webfach 35 an der Vorrichtung vorbei
in das Fach der Hilfskante geführt, wobei der Schussfaden beidseits noch gehalten
wird. Mit der nachfolgenden Anschlagbewegung des Webblattes wird der Schussfaden in
die Vorrichtung 1 hineingeschoben, bis der Schussfaden in den Ausnehmungen 6 liegt.
Diese Ausnehmungen 6 bilden eine Rückziehsperre und verhindern, dass der Schussfaden
beim Zurückschwenken des Webblattes nach dem Anschlagen aus einer dann eingenommenen
Lage in der Kettlaufrichtung herausgezogen wird. Nach dem Anschlagen ist der Schussfaden
im Gewebe und in der Hilfskante durch Verkreuzen der Kettfaden festgelegt. Der Schussfaden
wird mittels einer Schneidvorrichtung 35 auf der Seite der Hilfskante 34 geschnitten.
Das dabei erzeugte Schussfadenende 36 ist dann einerseits im Gewebe 33 und andererseits
in der Vorrichtung gehalten. Dieses Halten des Schussfadenendes 35 wird durch die
dreifache Umlenkung innerhalb der Zickzackaufnahme bewirkt. Die Haltekraft ergibt
sich dabei durch die Reibungskraft, die durch die teilweise Umschlingung der Teile
1 bis 3 (Fig. 2) entsteht. Die auftretende Reibungskraft kann durch den Umfang der
Umschlingung vorbestimmt werden. In der Folge wird das Schussfadenende 36 mittels
der Vorrichtung um die bereitgestellte Leistenlegernadel 31 gelegt. Hierzu führt die
beweglich angeordnete Vorrichtung eine z.B. kreisförmige Bewegung deren Laufbahn 37
in einer etwa senkrecht zur Laufbahn 38 der Leistenlegernadel 31 verlaufenden Ebene
liegt. Dadurch wird das Schussfadenende 35 durch den Haken 39 der Leistenlegernadel
31 erfasst. Während die Vorrichtung diese Bewegung ausführt, wird das Schussfadenende
gehalten, so dass das Schussfadenende nicht locker wird.
[0019] Nachfolgend wird das Schussfadenende in an sich bekannter Weise in das offene Webfach
eingelegt. Hierbei zieht die Leistenlegernadel das Schussfadenende unter Ueberwindung
der Haltekraft in Richtung seiner Längserstreckung aus der Zickzackaufnahme, so dass
die Uebernahme des Schussfadenendes unter einer vorbestimmten Bedingung erfolgt. Diese
Bedingung gewährleistet ein gleichmässiges Einlegen der Schussfadenenden und in der
Folge eine gleichmässige Einlegekante am Geweberand.
[0020] Die Fig. 4 und 5 zeigen eine Vorrichtung die einstückig, z.B. als Press- bzw. Gussteil
ausgebildet ist. Die Vorrichtung hat einen im wesentlichen quaderförmigen Körper 21,
an dem ein ebener Abschnitt 22 und ein hakenförmiger Abschnitt 23 mit einer Ausnehmung
24 ausgebildet sind, die einen Einlaufspalt 25 bilden und sich abschnittweise 26,
27 überlappen. Da der Abschnitt 22 und der hakenförmige Abschnitt 23 zueinander beabstandet
sind, besteht zwischen den Abschnitten 22 und 23 ein Spalt 28, der eine Zickzackaufnahme
bildet.
[0021] Als Teil einer Leistenlegervorrichtung erfüllt die vorstehend beschriebene Vorrichtung
die gleiche Funktion, wie in Zusammenhang mit Fig. 3 beschrieben ist.
[0022] Die Anwendung der vorstehend beschriebenen Vorrichtung wurde vorgängig in Verbindung
mit einer auf der Schuss und/oder Fangseite üblicherweise verwendeten Hilfskante erläutert.
Diese Vorrichtung kann ebenfalls zwischen Gewebebahnen zusammen mit einer sogenannten
Trennleistenlegereinrichtung unter Verzicht auf eine Hilfskante verwendet werden.
Das gleiche gilt für Webmaschinen, bei denen schusseitig der jeweilige Schussfaden
nach dem Anschlagen durch das Webblatt von der Schussschere geschnitten und das Schussfadenende
für einen nachfolgenden Schusseintrag in einer Klemme gehalten wird.
[0023] Die Vorrichtung enthält einen Körper 1 bis 3, der einen Spalt mit einer Rückziehsperre
8 bildet, in welchen ein in einer Richtung quer zu seiner Längserstreckung eingeführtes
und festgelegtes Schussfadenende zickzackförmig gehalten ist. Die Vorrichtung ist
so angeordnet, dass sich der Spalt mit der Rückziehsperre 8 in Kettrichtung erstreckt,
um ein Schussende aufzunehmen und mit einer Leistenlegernadel 31 zusammenwirkt, welche
das Schussfadenende 36 gegen die durch einen Reibungswiderstand bewirkte Haltekraft
in der Schussrichtung herauszieht und in das offene Webfach einlegt.
[0024] Das Schussfadenende 36 wird nach dem Anschlag des Schussfadens durch das Webblatt
durch die Zickzackaufnahme gehalten und unter gleichbleibenden Bedingungen an die
Leistenlegernadel übergeben, um eine gleichmässige Einlegekante zu erzeugen.
1. Vorrichtung zum Halten eines am Geweberand vorstehenden Endes eines in ein Webfach
eingetragenen Schussfadens, gekennzeichnet durch einen Körper (1 bis 3, 21) mit mindestens
zwei sich abschnittweise überlappende Abschnitte (8, 9), die einen Spalt (10, 28)
mit einer Rückziehsperre (6, 24) bilden, in den das Schussfadenende (36) in einer
Richtung quer zu seiner Längserstreckung einführbar und zickzackförmig festlegbar
ist, derart, dass das Schussfadenende (36) in Richtung seiner Längserstreckung gegen
einen Reibungswiderstand aus den Spalt (10) herausziehbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper aus zwei Teilen
(1, 2, 3) besteht, die miteinander verbunden sind, um die zwei sich abschnittweise
überlappenden Abschnitte (8, 9) zu bilden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper aus drei Teilen
(1 bis 3) besteht, die miteinander verbunden sind, um drei sich abschnittweise überlappende
Abschnitte (8, 9) zu bilden.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückziehsperre
eine Ausnehmung (6) ist, die innerhalb des Ueberlappungsbereiches in mindestens einem
Teil (1 bis 3) ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die sich abschnittweise
überlappenden Abschnitt (22, 23) einstückig mit einem Körper (21) ausgebildet sind.
6. Webmaschine mit mindestens einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und
einem damit zusammenwirkenden Schussfadeneinlegeorgan, dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung neben dem Webrand eines Gewebes so angeordnet ist, dass sich der Spalt
mit der Rückziehsperre (8) in Kettrichtung erstrecken und dass das Einlegeorgan (31)
dazu bestimmt ist, das Schussfadenende in der Schussverlaufsrichtung aus der Zickzackaufnahme
herauszuziehen und in das offene Webfach einzulegen.
7. Webmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Webmaschine eine Greiferwebmaschine
ist und dass das Einlegeorgan eine Leistenlegernadel (31) ist.
8. Webmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Webmaschine eine Projektilwebmaschine
ist und dass das Einlegeorgan eine Leistenlegernadel (31) ist.
9. Webmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung beweglich
angeordnet ist, um das Schussfadenende (36) an das Einlegeorgan (31) zu übergeben.