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EP 0 637 423 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.04.1997 Patentblatt 1997/14 |
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Anmeldetag: 06.08.1993 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: A47C 7/00 |
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Ergonomischer Stuhl
Ergonomic chair
Chaise ergonomique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE GB IT LI |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.02.1995 Patentblatt 1995/06 |
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Patentinhaber: Schöpf, Hermann |
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CH-8634 Hombrechtikon (CH) |
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Erfinder: |
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- Schöpf, Hermann
CH-8634 Hombrechtikon (CH)
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Vertreter: Blum, Rudolf Emil Ernst |
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c/o E. Blum & Co
Patentanwälte
Vorderberg 11 8044 Zürich 8044 Zürich (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 933 430 GB-A- 553 750 US-A- 3 485 527
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GB-A- 484 972 GB-A- 1 294 092
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Stuhl gemäss dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.
[0002] Bei herkömmlichen Stühlen besteht das Problem, dass ein Sitzender oftmals eine ergonomisch
ungünstige Sitzhaltung einnimmt, bei welcher insbesondere der Rücken falsch belastet
wird.
[0003] Deshalb wurden verschiedene Stuhlmodelle vorgeschlagen, bei denen der Sitzende in
eine günstigere Sitzstellung gebracht wird. So wurde vorgeschlagen, die Sitzfläche
eines Stuhls nach vorne abfallend zu gestalten oder einen Sitzkeil auf einen konventionellen
Stuhl zu legen. Dies vereinfacht es dem Sitzenden, in eine Entlastungshaltung mit
nach vorne gekipptem Becken zu gehen. Jedoch wird die abfallende Sitzfläche als unangenehm
empfunden, da der Sitzende nach vorne abrutscht. Auch muss die Sitzfläche aus rutschfestem
Material sein und kann nicht mit einem beliebigen Ueberzug versehen werden.
[0004] In GB-A-553,750 wird ein Stuhl offenbart, welcher eine Lehne und eine geschwungene,
von der Seite gesehen S-förmige Sitzfläche aufweist. Bei einem solchen Stuhl ruht
das Sitzbein des Benutzers im tiefsten Punkt der Sitzfläche und die Oberschenkel werden
durch den höchsten Punkt der Sitzfläche in eine horizontale, eventuell sogar angewinkelte
Stellung gezwungen, so dass sich eine ergonomisch ungünstige Stellung ergibt.
[0005] GB-A-1,294,092 beschreibt einen gattungsgemäßen Stuhl mit einer nach hinten geneigten
Rückenlehne und einer Sitzfläche, unterteilt in einen hinteren, nach vorne ansteigenden
und einen vorderen, nach vorne abfallenden Bereich. Auch hier wird der Benutzer in
eine ergonomisch ungünstige Lage gebracht, in der die Oberschenkel horizontal oder
sogar angewinkelt sind und der Oberkörper zurückgelehnt ist.
[0006] Somit stellt sich die Aufgabe, einen ergonomischen Stuhl bereitzustellen, der diese
Nachteile nicht aufweist. Insbesondere soll jemand, der auf dem Stuhl sitzt, eine
Haltung einnehmen, die den Rücken schont, ohne dass der Sitzende dabei ermüdet.
[0007] Diese Aufgabe wird durch den Stuhl gemäss dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1
gelöst.
[0008] Auf dem erfindungsgemässen Stuhl kommen die Oberschenkel auf dem nach vorne abfallenden
vorderen Bereich der Sitzfläche zu liegen. Somit ergibt sich, ähnlich wie beim Sitzkeil,
eine leicht nach unten abfallende Stellung der Oberschenkel, was ein Aufrichten des
Oberkörpers erleichtert. Anderseits ruht das Sitzbein (os tuber ischii) auf dem hinteren,
nach vorne ansteigenden Bereich der Sitzfläche und vermittelt einen guten Halt. Ausserdem
stützt die Rückenlehne den Rücken im Bereich der Brustwirbel und drängt ihn nach vorne,
was ein entspanntes, aufrechtes Sitzen erlaubt.
[0009] Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 9.
[0010] Vorzugsweise ist die Rückenlehne so geformt, dass das Gesäss von hinten nicht behindert
und höchstens seitlich abgestützt wird. Auch kann die Sitzfläche und insbesondere
deren vorderer Bereich nach vorne schmaler werden. Dadurch nehmen die Oberschenkel
eine leicht gespreizte, V-förmige Stellung ein. Somit wird ein nach vorne Kippen des
Beckens weiter erleichtert.
[0011] Weitere Vorteile und Anwendungen des erfindungsgemässen Stuhls ergeben sich aus der
folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen:
Figur 1 einen Schnitt durch einen erfindungsgemässen Stuhl;
Figur 2 eine Vorderansicht des Stuhls nach Figur 1;
Figur 3 eine Aufsicht auf den Stuhl nach Fig. 1, und
Figur 4 eine schematische Seitenansicht des Stuhls mit einem Sitzenden.
[0012] Der prinzipielle Aufbau des beschriebenen Ausführungsbeispiels ist aus den Figuren
1 bis 3 ersichtlich.
[0013] Der Stuhl weist eine nach vorne zusammenlaufende Sitzfläche 1 und eine nach oben
zusammenlaufende Rückenlehne 2 auf und ruht auf drei Beinen 3, 4, 5. Die Sitzfläche
ist in einen vorderen und einen hinteren Bereich 6 resp. 7 unterteilt. Beide Bereiche
sind in diesem Ausführungsbeispiel eben ausgeführt. Der vordere Bereich fällt nach
vorne ab, der hintere Bereich steigt nach vorne an. Die Lehne 2 ist in einem unteren
Gesässbereich 8 ausgespart. Seitlich des Gesässbereichs befinden sich seitliche Stützteile
9 und 10 und oberhalb des Gesässbereichs ein oberer Stützteil 11. Der obere Stützteil
11 befindet sich über dem hinteren Bereich 7 der Sitzfläche. Die Oeffnung 12 dient
zum Erfassen des Stuhls.
[0014] Der hier gezeigte Stuhl ist aus Holz hergestellt und in der Stizfläche 1 gepolstert.
[0015] Typische Masse des gezeigten Beispiels sind: Gesamthöhe a der Rückenlehne ab Sitzfläche
ca. 45 cm; Länge b des hinteren Bereichs der Sitzfläche etwa 15 bis 25 cm (vorzugsweise
18 - 20 cm); Länge c des vorderen Bereichs der Sitzfläche bis zur Sptize etwa 15 bis
25 cm (vorzugsweise 20 bis 22 cm); Breite d des ausgesparten Gesässbereichs ca. 15
- 25 cm (vorzugsweise 20 cm); Höhe e des Gesässbereichs ca. 15 - 25 cm (vorzugsweise
20 cm); Anstiegswinkel des hinteren Bereichs der Sitzfläche ca. 4° bis 10° (vorzugsweise
6°); Abfallwinkel des vorderen Bereichs der Sitzfläche ca. 4° bis 10° (vorzugsweise
6°). Diese Masse beziehen sich auf das gezeigte Ausführungsmodell und können auch
anders gewählt werden.
[0016] Figur 4 zeigt den erfindungsgemässen Stuhl mit einer darauf sitzenden Person. Wie
eingangs erwähnt befinden sich die Oberschenkel 20 in einer leicht abfallenden Stellung
und sind dank der nach vorne schmaler werdenden Sitzfläche etwas abgespreizt. Das
Sitzbein 21 des Sitzenden ruht auf dem hinteren Bereich 7 der Sitzfläche. Dank der
Auspsparung 8 im Gesässbereich der Rückenlehne können der hintere Gesässteil und das
Kreuzbein 22 ihrem natürlichen, geschwungenen Verlauf folgen und werden nicht behindert,
sondern lediglich seitlich durch die Stützteile 9 und 10 gestützt. Der Oberkörper
wird im Bereich 23 der Burstwirbel und insbesondere des sechsten Brustwirbels durch
den oberen Stützteil 11 der Rückenlehne gestützt. Dank der nach oben schmaler werdenden
Form der Rückenlehne liegen die Schulterblätter frei, so dass eine vollständige Aufrichtung
der Schulterpartie nicht behindert wird.
[0017] Auf diese Weise nimmt der Sitzende automatisch eine Entlastungshaltung ein, bei welcher
das Becken nach vorne gekippt, der Brustkorb aufgerichtet und die Wirbelsäule optimal
belastet ist. Sitzschäden und insbesondere Schäden an der Wirbelsäule und den Bandscheiben
werden verhindert.
[0018] Da der Stuhl nur ein vorderes Bein aufweist, werden die Unterschenkel nicht behindert
und können auch nach hinten angewinkelt sein.
[0019] Es zeigt sich, dass sich der Stuhl nicht nur für gesunde, sondern auch für kranke
Menschen eignet. Insbesondere Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma, welche auf einem
normalen Stuhl eine nach vorn gebeugte Haltung einnehmen, richten sich im beschriebenen
Stuhl auf. Der Stuhl wird auch von Personen mit Hüftgelenkproblemen als sehr angenehm
empfunden, da insbesondere die abgespreizte Beinstellung das Absitzen und Aufstehen
erleichtert.
[0020] Die in den Figuren gezeigte Ausführung des Stuhls kann in vielen Punkten abgeändert
werden. So kann zum Beipsiel anstelle der drei Beine 3, 4, 5 ein konventionelles Teleskopbein
verwendet werden, wie es von Bürostühlen bekannt ist. Damit kann die Höhe der Sitzfläche
der Länge der Beine des Sitzenden angepasst werden.
[0021] Die beiden Bereiche 6 und 7 der Sitzfläche bilden hier zwei flache Ebenen. Sie können
aber auch gebogen und z.B. konvex ausgeführt sein. Auch kann der vordere Bereich 6
beidseits seitlich abfallend sein, um die Oberschenkel nicht zu behindern und eine
abgespreizte Sitzstellung zu erleichtern.
[0022] Die Aussparung 8 der Rückenlehne kann insbesondere dann entfallen, wenn die Rückenlehne
im Gesässbereich genügend nach hinten zurückversetzt ist.
1. Stuhl mit einer Sitzfläche (1) und einer Rückenlehne (2), wobei die Sitzfläche in
einen hinteren (7) und einen vorderen (6) Bereich unterteilt ist, wobei der hintere
Bereich gegen vorne ansteigend, und der vordere Bereich gegen vorne abfallend ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (2) einen oberen Stützteil (11) zur Stützung
des Brustwirbelbereichs eines Sitzenden aufweist, und dass der obere Stützteil (11)
sich mindestens teilweise über dem hinteren Bereich (7) der Sitzfläche befindet.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Stützteils (11)
die Rückenlehne in einem Gesässbereich (8) ausgespart oder zurückversetzt ist.
3. Stuhl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (2) beidseits
seitlich des Gesässbereichs (8) seitliche Stützteile (9, 10) zur Stützung des Sitzenden
aufweist.
4. Stuhl nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gesässbereich
(8) sich maximal bis 15 - 25 cm oberhalb der Sitzfläche (1) erstreckt.
5. Stuhl nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite
der Sitzfläche (1) nach vorne abnimmt.
6. Stuhl nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite
der Rückenlehne (2) nach oben abnimmt.
7. Stuhl nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine höhenverstellbare
Beinanordnung.
8. Stuhl nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere
(7) und der vordere (6) Bereich der Sitzfläche ungefähr gleiche Länge aufweisen.
9. Stuhl nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere
(7) und/oder vordere (6) Bereich der Sitzfläche mindestens teilweise als Ebene mit
einem Anstiegs- resp. Anfallwinkel von 4° bis 10° ausgestaltet ist.
1. Chair with a sitting surface (1) and a backrest (2), wherein the sitting surface is
divided into a rear (7) and forward (6) area, wherein the rear area is ascending in
forward direction and the forward area is descending in forward direction, characterised
in that the backrest (2) comprises an upper support part (11) for supporting a chest
spine area of a sitting person, and that the upper support part (11) is located at
least partially above the rear area (7) of the sitting surface.
2. Chair of claim 1 characterised in that below the support part (11) the backrest is
recessed or set back in a bottom area (8).
3. Chair of claim 2, characterised in that the backrest (2) comprises lateral support
parts (9, 10) on both sides of the bottom area (8) for supporting the sitting person.
4. Chair of one of the claims 2 or 3 characterised in that the bottom area (8) is extending
maximally 15 - 25 cm above the sitting surface (1).
5. Chair of one of the preceding claims characterised in that the width of the sitting
surface (1) is decreasing in forward direction.
6. Chair of one of the preceding claims characterised in that the width of the backrest
(2) is decreasing in upward direction.
7. Chair of one of the preceding claims characterised by a leg arrangement adjustable
in height.
8. Chair of one of the preceding claims characterised in that the rear (7) and forward
(6) are of the sitting surface have approximately the same length.
9. Chair of one of the preceding claims characterised in that the rear (7) and/or forward
(6) area of the sitting surface are designed at least partially as a plane having
a angle of inclination or declination, respectively, between 4° and 10°.
1. Chaise avec un siège (1) et un dossier (2), le siège étant divisé en une partie postérieure
(7) s'élevant vers l'avant et en une partie antérieure (6) s'abaissant vers l'avant,
caractérisée en ce que le dossier (2) comporte une section supérieure d'appui (11)
pour supporter la région costale d'une personne assise, cette section supérieure d'appui
(11) étant située au moins partiellement au-dessus de la partie postérieure (7) du
siège.
2. Chaise selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'une partie fessière (8) du
dossier située sous la section d'appui (11) est reculée ou creuse.
3. Chaise selon la revendication 2, caractérisée en ce que le dossier (2) comporte de
part et d'autre de la partie fessière (8) des parties (9, 10) formant des supports
latéraux pour la personne assise.
4. Chaise selon une des revendications 2 ou 3, caractérisée en ce que la partie fessière
(8) s'étend au plus jusqu'à 15 - 25 cm au-dessus du siège (1).
5. Chaise selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la largeur
du siège (1) diminue vers l'avant.
6. Chaise selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la largeur
du dossier (2) diminue vers le haut.
7. Chaise selon une des revendications précédentes, caractérisée par des pieds de longueur
variable.
8. Chaise selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les parties
postérieure (7) et antérieure (6) du siège ont environ la même longueur.
9. Chaise selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les parties
postérieure (7) et/ou antérieure (6) du siège sont au moins partiellement planes,
avec une inclinaison montante, respectivement descendante comprise entre 4° et 10°.

