[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtleiste für einen Schlitz eines Schiebestellers mit
einer zum Befestigen an einem Gehäuse des Schiebestellers dienenden Befestigungsleiste,
die mit einer weichen, elastischen Dichtlippe für den Schlitz versehen ist.
[0002] Dichtleisten der eingangs genannten Art (DE 40 30 901 C1, DE-G 92 09 185.7 U1) werden
eingesetzt, um zu verhindern, daß Staub- oder Spritzwasser o.dgl. durch den Schlitz
hindurchtreten, und insbesondere auch, um einen Lichtdurchtritt durch den Schlitz
zu verhindern. Um eine weiche, sich elastisch an das Schiebeglied anpassende Dichtlippe
zu erhalten, wird ein entsprechend weicher Werkstoff vorgesehen, der eine Härte von
etwa 40 bis etwa 50 Shore aufweist, insbesondere ein Silikon. Die Befestigungsleiste
ist einteilig an die Dichtlippe angeformt. Obwohl die Befestigungsleiste eine größere
Stärke aufweist als die Dichtlippe, besitzt sie wegen des weichen Materials keine
hohe Steifigkeit. Es wird deshalb vorgesehen, daß die Befestigungsleiste mit Aussparungen
oder Vorsprüngen versehen wird, mit denen sie auf entsprechende Gegenstücke des Gehäuses
des Schiebestellers aufgesteckt oder eingesteckt wird. Da Kleben nicht erwünscht ist
oder da ein Kleber aus Materialgründen nicht verwendbar ist, insbesondere bei Silikon,
werden zusätzliche Befestigungsmittel vorgesehen, um die Befestigungsleiste an dem
Gehäuse des Schiebestellers zu halten. Dadurch ergibt sich eine aufwendige Montage,
da mehrere Teile zusammengebaut werden. Während dieser Montage können die Dichtleisten
ihre Position verlassen und dann anschließend nicht korrekt positioniert sein.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dichtleiste der eingangs genannten
Art zu schaffen, die eine einfache und sichere Montage gestattet.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Dichtlippe formschlüssig an der Befestigungsleiste
angebracht ist und mit dieser eine vorgefertigte Baueinheit bildet, und daß die Befestigungsleiste
aus einem von dem Material der Dichtlippe verschiedenen Material besteht, dessen Härte
größer als die Härte des Materials der Dichtlippe ist.
[0005] Durch diese Ausbildung ist es möglich, der Befestigungsleiste eine hohe Formsteifigkeit
zu geben, so daß eine einfache und sichere Montage möglich ist. Die Befestigung der
Befestigungsleiste an dem Gehäuse des Schiebestellers ist durch ein Verklipsen, ein
Heißverstemmen oder ein Anschrauben möglich. Ebenso ist es möglich, die Befestigungsleiste
an das Gehäuse anzukleben, da ein Material gewählt werden kann, für das es einen geeigneten
Kleber gibt. Die vorgefertigte oder vormontierte Baueinheit aus Dichtlippe und Befestigungsleiste
ist leicht und sicher zu handhaben und exakt zu positionieren.
[0006] In Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Befestigungsleiste aus einem
faserverstärkten Kunststoff besteht. Beispielsweise kann ein glasfaserverstärktes
Polyamid verwendet werden. Eine derartige Befestigungsleiste hat eine hohe Steifigkeit,
die ihre Handhabung vereinfacht.
[0007] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Dichtlippe
an die Befestigungsleiste angegossen ist.
[0008] Bei einem derartigen Angießen, das insbesondere durch Anspritzen erfolgt, braucht
die Materialwahl nicht so getroffen werden, daß die Dichtlippe und die Befestigungsleiste
sich miteinander verbinden, da die formschlüssige Verbindung für einen sicheren Halt
der Dichtlippe an der Befestigungsleiste sorgt.
[0009] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Befestigungsleiste
einen mit Durchbrechungen versehenen Steg aufweist, an den die Dichtlippe derart angegossen
ist, daß auf einer Seite des Steges eine Fußleiste für die Dichtlippe vorhanden ist,
die über die Durchbrechungen durchdringende Verbindungszapfen mit einer auf der gegenüberliegenden
Seite des Steges angegossenen Leiste verbunden ist. Dadurch wird sichergestellt, daß
die aus einem sehr weichen Werkstoff, insbesondere Silikon, hergestellte Dichtlippe
sicher an der Befestigungsleiste gehalten ist.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Befestigungsleiste
als ein U-förmiger Rahmen gestaltet ist, der die Dichtlippe an einer Längsseite und
an den beiden Stirnenden einfaßt. Ein derartiger Rahmen hat den Vorteil, daß er die
Dichtlippe während des Transportes und der Lagerung schützt, so daß keine Beschädigungen
der Dichtlippe zu befürchten sind.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Schenkel des Rahmens
mit Befestigungseinrichtungen versehen sind. Diese Befestigungseinrichtungen können
aus steckbaren und/oder klipsbaren und/oder heißverformbaren Zapfen bestehen oder
auch nur Durchgangslöcher zum Anbringen von Befestigungsschrauben sein.
[0012] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen.
- Fig. 1
- zeigt eine Frontansicht einer erfindungsgemäßen Dichtleiste,
- Fig. 2
- eine Draufsicht in Richtung des Pfeiles II auf die Dichtleiste der Fig. 1, wobei die
Dichtlippe weggelassen ist,
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang der Linie III-III durch die Dichtleiste der Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Schnitt entlang der Linie IV-IV durch die Dichtleiste der Fig. 1 und
- Fig. 5
- einen Teilschnitt entlang der Linie V-V der Fig. 1 durch die Dichtlippe.
[0013] Die Dichtleiste ist eine in zwei Arbeitsschritten vorgefertigte Baueinheit aus zwei
Teilen, nämlich aus einer Befestigungsleiste (10) und einer Dichtlippe (11). Die Befestigungsleiste
(10) hat die Funktion, die Befestigung der Baueinheit an einem Gehäuse eines Schiebestellers
zu bewirken, und die Funktion, die Dichtlippe (11) in der gewünschten Position zu
halten. Die Befestigungsleiste (10) ist aus einem Material hergestellt, das eine relativ
hohe Steifigkeit aufweist, d.h. eine Steifigkeit von wenigstens etwa 80 Shore. Ein
geeignetes Material ist beispielsweise ein glasfaserverstärktes Polyamid. Die Befestigungsleiste
(10) wird durch ein Spritzgießen hergestellt.
[0014] Die Befestigungsleiste (10) besitzt einen leicht trapezförmigen Grundkörper (12),
von welchem ein Längssteg (13) abragt. Der Steg (13) ist in dem Bereich, in welchem
er an dem Grundkörper (12) beginnt, mit einer Vielzahl von Durchbrechungen (14) versehen.
An die Enden des Grundkörpers (12) schließen Befestigungsschenkel (15, 16) an, die
eine größere Stärke als der Grundkörper (12) aufweisen und die quer und lotrecht zu
dem Steg (13) von dem Grundkörper (12) derart abragen, daß sie mit dem Grundkörper
(12) einen U-förmigen Rahmen bilden, der eine Längsseite und die beiden Stirnseiten
der Dichtlippe (11) einfaßt. Die beiden Schenkel (15, 16) sind mit angefasten Aussparungen
(17) zur Aufnahme von Befestigungsmitteln versehen, beispielsweise von Befestigungsschrauben.
Anstelle von Aussparungen (17) können jedoch auch andere Befestigungsmittel vorgesehen
werden, beispielsweise Klips-Zapfen oder vernietbare Zapfen o.dgl.
[0015] An die Befestigungsleiste (10) ist die Dichtlippe (11) angegossen, insbesondere durch
Spritzgießen. Die Dichtlippe (11) ist aus einem weichen, gummielastischen Material
hergestellt, insbesondere aus Silikon. Sie besitzt eine Härte von etwa 50 Shore. Wesentlicher
Bestandteil der Dichtlippe (11) ist ein in etwa wellenförmig gefaltetes Band (18),
dessen Gestaltung in Fig. 5 zu sehen ist. Das Band (18) weist eine relativ dünne Wandstärke
auf. Die Wandstärke liegt beispielsweise in der Größenordnung von 0,2 mm. Jeweils
die aufeinanderfolgenden, in der Draufsicht von dem Grundkörper (12) hinwegweisenden
Wellentäler sind mit einem Abschluß (19) versehen, so daß sich eine Anlagefläche für
ein Schiebeglied eines Schiebers ergibt.
[0016] Die Dichtlippe (11) ist derart an die Befestigungsleiste (10) angegossen, daß beidseits
des Steges (13) Leisten (20, 21) vorhanden sind, die miteinander über die die Durchbrechungen
(14) durchdringende Verbindungszapfen (22) verbunden sind. Die an das Band (18) anschließende
Leiste (20) dient als Fußleiste für das Band (18). Sie verläuft etwa bündig zu der
in Richtung des Bandes (18) verweisenden Fläche des Grundkörpers (12). Die äußere
Leiste (21) verläuft im wesentlichen bündig zur Außenfläche des Grundkörpers (12).
[0017] Wie aus Fig. 1 und 2 zu ersehen ist, endet der Steg (13) in Abstand vor den Schenkeln
(15, 16). Auch dieser Bereich wird mit dem Werkstoff der Dichtlippe (11) ausgegossen,
die sich an die inneren Stirnflächen der Schenkel (15, 16) anlegt.
[0018] Bei dem Ausführungsbeispiel ist eine Dichtleiste dargestellt, deren Befestigungsleiste
(10) und deren Dichtlippe (11) an beiden Stirnseiten mittels Schenkeln (15, 16) begrenzt
sind. Bei einer abgewandelten Ausführungsform, die zur Aufnahme von zwei Schiebegliedern
dient, wird vorgesehen, daß zwischen den äußeren Schenkeln (15, 16) noch ein Zwischenschenkel
angeordnet wird. Dieser Schenkel, der dann ebenfalls als Befestigungselement dient,
unterteilt dann die Dichtlippe (11) in zwei Abschnitte. Im Prinzip sieht diese Ausbildung
dann so aus, als wäre spiegelbildlich an einen der beiden Schenkel (15 oder 16) eine
weitere Befestigungsleiste (10) und eine weitere Dichtlippe (11) angeformt. Dabei
wird in der Regel vorgesehen werden, daß die beiden Abschnitte auch unterschiedliche
Längen haben.
1. Dichtleiste für einen Schlitz eines Schiebestellers mit einer zum Befestigen an einem
Gehäuse des Schiebestellers dienenden Befestigungsleiste, die mit einer weichen, elastischen
Dichtlippe für den Schlitz versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe
(11) formschlüssig an der Befestigungsleiste (10) angebracht ist und mit dieser eine
vorgefertigte Baueinheit bildet, und daß die Befestigungsleiste aus einem von dem
Material der Dichtlippe verschiedenen Material besteht, dessen Härte größer ist als
die Härte des Materials der Dichtlippe (11).
2. Dichtleiste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsleiste (10)
aus einem faserverstärkten Kunststoff besteht.
3. Dichtleiste nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (11)
an die Befestigungsleiste (10) angegossen ist.
4. Dichtleiste nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsleiste (10)
einen mit Durchbrechungen (14) versehenen Steg (13) aufweist, an den die Dichtlippe
(11) derart angegossen ist, daß auf einer Seite des Steges eine Fußleiste (20) für
die Dichtlippe (11) vorhanden ist, die über die Durchbrechungen (14) durchdringenden
Verbindungszapfen (22) mit einer auf der gegenüberliegenden Seite des Steges (13)
angegossenen Leiste (21) verbunden ist.
5. Dichtleiste nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß an die Fußleiste (20) auf
der dem Steg (13) abgewandten Seite ein etwa wellenförmig verlaufendes Band (18) anschließt.
6. Dichtleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsleiste
(10) als ein U-förmiger Rahmen gestaltet ist, der die Dichtlippe (11) an einer Längsseite
und an beiden Stirnseiten einfaßt.
7. Dichtleiste nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Schenkel (15,
16) des Rahmens der Höhe der Dichtlippe (11) wenigstens annähernd entspricht.
8. Dichtleiste nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkel (15,
16) des Rahmens mit Befestigungseinrichtungen (17) versehen sind.