[0001] Die Erfindung betrifft einen Leiterplatten-Steckverbinder mit einer an einer ersten
Leiterplatte angeordneten ersten Kontaktleiste, z.B. einer Messerleiste, und einer
zweiten Kontaktleiste, z.B. einer Federleiste, die an einer zur ersten Leiterplatte
senkrechten zweiten Leiterplatte angeordnet ist, mit folgenden Merkmalen:
a) die erste Kontaktleiste ist an ihren Seiten von einem mit Stiften in Bohrungen
der ersten Leiterplatte eingesteckten, metallenen Abschirmelement umgeben,
b) das Abschirmelement ist mit nach innen gewölbten federnden Kontaktelementen ausgebildet,
c) die zweite Kontaktleiste ist in einem Randbereich der zweiten Leiterplatte liegend
und an der Leiterplattenlängskante vorstehend angeordnet und von zwei in Bohrungen
der zweiten Leiterplatte eingesteckten, metallenen Abschirmschalen umschlossen,
d) eine Abschirmschale ist so ausgebildet, daß sie die zweite Kontaktleiste an der
Oberseite der zweiten Leiterplatte vollständig bis auf die Steckfläche umschließt.
Ein derartiger Steckverbinder ist aus der DE-OS 38 34 182 bekannt.
[0002] Durch die Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeit der digitalen Signale bei herkömmlichen
NF-Steckverbindern entstehen u.a. unzulässige Abstrahlungen. Um diese Abstrahlungen
bzw. das Eindringen von Störsignalen zu verhindern, ist eine entsprechende Abschirmung
der Steckverbinderteile erforderlich. Bei herkömmlichen NF-Steckverbindern mit einer
Messer- und einer Federleiste, die an zueinander senkrechten Leiterplatten angeordnet
sind, ist die Abschirmung der Steckverbinderteile nicht immer vollständig rundum wirksam,
d.h. die erzielbare Schirmdämpfung ist zu gering.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei einem Leiterplatten-Steckverbinder
der eingangs genannten Art die Schirmdämpfung weiter zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch folgende weitere Merkmale gelöst:
e) das Abschirmelement der ersten Kontaktleiste ist als starrer, rechteckiger und
geschlossen umlaufender Rahmen ausgebildet, der mittels Einpreßstiften an der ersten
Leiterplatte befestigt ist,
f) an der Innenseite der Längs- und Querwände des Rahmens sind umlaufende, in engen
Abständen gefiederte Bleche als innere Kontaktelemente befestigt,
g) die Abschirmschalen der zweiten Kontaktleiste sind von entgegengesetzten Seiten
der zweiten Leiterplatte mittels Einpreßstiften an der zweiten Leiterplatte befestigt,
h) die von der Unterseite her an der zweiten Leiterplatte befestigte Abschirmschale
ist so ausgebildet, daß sie den zweiten Leistenkörper an seiner Unterseite einschließlich
seiner an der Unterseite der zweiten Leiterplatte vorstehenden elektrischen Anschlüsse
abdeckt.
[0005] Bei einem derartigen Leiterplatten-Steckverbinder wird durch das als starrer Rahmen
ausgebildete Abschirmelement der ersten Kontaktleiste im Zusammenwirken mit den inneren
und äußeren Kontaktelementen ein guter und sicherer Kontakt zwischen den Steckverbinderteilen
erzielt. Im gesteckten Zustand entsteht eine umlaufende Kontaktfläche und ein kleiner,
aber großflächiger Spalt zwischen beiden Steckverbinderteilen. Aufgrund seiner Kaminwirkung
stellt der Spalt eine sehr gute Schirmdämpfung sicher, wobei in Verbindung mit der
vollständig geschlossenen 360
o-Rundumschirmung sowohl der ersten als auch der zweiten Kontaktleiste eine Abschirmung
in einer Größenordnung von etwa 60 bis 80 dB erreicht wird. Außerdem ist die gesamte
Abschirmung einfach aufgebaut und leicht und sicher in Einpreßtechnik an den beiden
Leiterplatten befestigt.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes des Anspruchs 1 sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0007] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
eines Leiterplatten-Steckverbinders näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 die beiden Steckverbinderteile eines Leiterplatten-Steckverbinders in perspektivischer
Darstellung vor dem Zusammenstecken,
Fig. 2 den Leiterplatten-Steckverbinder ebenfalls in perspektivischer Darstellung
in zusammengestecktem Zustand der beiden Steckverbinderteile,
Fig. 3 den Leiterplatten-Steckverbinder im Längsschnitt im zusammengesteckten Zustand
der beiden Steckverbinderteile, und
die Figuren 4 bis 8 in schematischen Darstellungen die Montage des abgewinkelten Steckverbinderteiles
an einer Leiterplatte.
[0008] Der erfindungsgemäße Steckverbinder dient der Steckverbindung zweier geschirmter
Kontaktleisten, die an zwei zueinander senkrechten Leiterplatten angeordnet sind.
An einer ersten Leiterplatte 1 ist eine erste Kontaktleiste, z.B. eine Messerleiste
2, und an einer zur ersten Leiterplatte 1 senkrechten zweiten Leiterplatte 3 ist eine
zweite Kontaktleiste, z.B. eine Federleiste 4, angeordnet, wobei jede Kontaktleiste
für sich bis auf die Steckfläche mit einer Rundumschirmung versehen ist. Die Messerleiste
2 des geraden Steckverbinderteiles ist an ihren Seiten von einem metallenen Abschirmelement
5 umgeben, das als starrer rechteckiger und geschlossen umlaufender Rahmen ausgebildet
ist. Dabei besteht der Rahmen entweder aus einem Blechbiegeteil oder - wie bei dem
dargestellten Ausführungsbeispiel - die Längs- und Querwände 5a bzw. 5b des Rahmens
sind aus einzelnen Blechteilen gebildet, die an den Eckbereichen des Rahmens z.B.
dadurch miteinander verbunden sind, daß die Querwände 5b mittels seitlicher Haken
6 in die Längswände 5a eingehängt sind. In jedem Fall ist der Rahmen mittels von an
den Längs- und Querwänden 5a bzw. 5b leiterplattenseitig vorgesehenen Einpreßstiften
7 gegebenenfalls unter Zwischenfügung einer rahmenseitig mit Umlaufnuten 8 ausgebildeten
Platte 9 in Bohrungen der ersten Leiterplatte 1 eingesteckt und dadurch an dieser
befestigt. Das Abschirmelement 5 ist ferner mit nach innen gewölbten federnden Kontaktelementen
ausgebildet, indem an der Innenseite der Längs- und Querwände 5a bzw. 5b nahe der
ersten Leiterplatte 1, z.B. durch Punktschweißen befestigte, umlaufende und in engen
Abständen gefiederte Bleche als innere Kontaktelemente 10,11 vorgesehen sind, die
z.B. als an den Längswänden 5a befestigte Einzelbleche 10 und als an den Querwänden
5b befestigte Einzelbleche 11 ausgebildet sind. Außerdem sind die Längs- und Querwände
5a bzw. 5b des Rahmens 5 an ihrer der zweiten Kontaktleiste 4 zugewandten Stirnseite
mit einzelnen federnden Führungslappen 12 und 13a,13b versehen, die einen Einführtrichter
bilden, wobei an den Längswänden 5a des Rahmens jeweils vier äußere Führungslappen
12 und an den beiden Querwänden 5b des Rahmens jeweils zwei äußere Führungslappen
13a und 13b vorgesehen sind. Hier sind die zuletzt genannten äußeren Führungslappen
13a und 13b so angeordnet, daß sich - im zusammengesteckten Zustand der beiden Steckverbinderteile
- beide Führungslappen oberhalb der Ebene der zweiten Leiterplatte 3 befinden.
[0009] Die zweite Kontaktleiste, also hier die Federleiste 4 des abgewinkelten Steckverbinderteiles,
ist in einem Randbereich der zweiten Leiterplatte 3 liegend und an der vorderen Leiterplattenlängskante
22 vorstehend angeordnet und von zwei metallenen Abschirmelementen, nämlich einer
oberen Abschirmschale 20 und einer unteren Abschirmschale 21 umschlossen. Dabei ist
die obere Abschirmschale 20 so ausgebildet, daß sie die Federleiste 4 an der Oberseite
der zweiten Leiterplatte 3 vollständig bis auf die Steckfläche umschließt, während
die von der Unterseite her an der zweiten Leiterplatte angeordnete untere Abschirmschale
21 so ausgebildet ist, daß sie den Leistenkörper 28 der Federleiste 4 an seiner Unterseite
einschließlich seiner an der Unterseite der zweiten Leiterplatte 3 vorstehenden elektrischen
Anschlüsse der Kontaktelemente 23 abdeckt. Die z.B. aus Blechbiegeteilen bestehenden,
im Querschnitt etwa U-förmigen Abschirmschalen 20,21 sind mittels an den leiterplattenseitigen
Kanten vorgesehener Einpreßstifte 24 bzw. 25 von entgegensetzten Seiten der zweiten
Leiterplatte 3 her in deren Bohrungen eingesteckt und dadurch an der Leiterplatte
befestigt. Hierbei sind einander gegenüberliegende Einpreßstifte 24,25 der oberen
und unteren Abschirmschale 20 bzw. 21 jeweils in dieselbe Bohrung der zweiten Leiterplatte
gesteckt. Ferner können zur Befestigung der oberen Abschirmschale 20 noch abgewinkelte
Seitenstege 26 vorgesehen werden. Die Abschirmschalen 20,21 können außerdem in dem
in den Rahmen 5 der Messerleiste 2 einsteckbaren Bereich edelmetallbeschichtet werden.
[0010] Anhand der Figuren 4 bis 8 wird nachfolgend kurz die Montage des abgewinkelten Steckverbinderteiles
an der zweiten Leiterplatte 3 erläutert. Zunächst wird die Federleiste 4 mit ihren
abgewinkelten Kontaktelementen 23 bzw. deren Einpreßstiften 27 (Fig.3) ohne Abschirmschalen
20,21 an der Leiterplatte 3 befestigt (Fig. 4), wobei der überwiegende Teil 28a des
Leistenkörpers 28 auf der Oberseite der Leiterplatte liegt und sein vorderer Teilbereich
28b an der Leiterplattenlängskante 22 anliegt und an der Leiterplattenunterseite vorsteht.
Dann wird die untere Abschirmschale 21 in den vorderen Teilbereich 28b des Leistenkörpers
28 nahe der Steckfläche scharnierartig eingehängt (Fig.5), von der Unterseite der
Leiterplatte 3 her gegen diese geschwenkt und an den Leistenkörper 28 angelegt, bis
die Einpreßstifte 25 der Abschirmschale 21 in die Bohrungen der Leiterplatte 3 einrasten
(Fig.6). Daraufhin wird die obere Abschirmschale 20 ebenfalls in den vorderen Teilbereich
28b des Leistenkörpers 28 scharnierartig eingehängt, von der Oberseite der Leiterplatte
3 her gegen diese geschwenkt (Fig.7) und an den Leistenkörper 28 angelegt, bis die
Einpreßstifte 24 der oberen Abschirmschale 20 in die gleichen Bohrungen eingepreßt
sind (Fig.8). In diesem Zustand ist die Federleiste 4 allseitig zwischen den beiden
Abschirmschalen 20,21 eingehüllt und rundum abgeschirmt.
1. Leiterplatten-Steckverbinder mit einer an einer ersten Leiterplatte (1) angeordneten
ersten Kontaktleiste (2), z.B. einer Messerleiste, und einer zweiten Kontaktleiste
(4), z.B. einer Federleiste, die an einer zur ersten Leiterplatte (1) senkrechten
zweiten Leiterplatte (3) angeordnet ist, mit folgenden Merkmalen:
a) die erste Kontaktleiste (2) ist an ihren Seiten von einem mit Stiften (7) in Bohrungen
der ersten Leiterplatte (1) eingesteckten, metallenen Abschirmelement (5) umgeben,
b) das Abschirmelement (5) ist mit nach innen gewölbten federnden Kontaktelementen
(10,11) ausgebildet,
c) die zweite Kontaktleiste (4) ist in einem Randbereich der zweiten Leiterplatte
(3) liegend und an der Leiterplattenlängskante (22) vorstehend angeordnet und von
zwei in Bohrungen der zweiten Leiterplatte (3) eingesteckten, metallenen Abschirmschalen
(20,21) umschlossen,
d) eine Abschirmschale (20) ist so ausgebildet, daß sie die zweite Kontaktleiste (4)
an der Oberseite der zweiten Leiterplatte (3) vollständig bis auf die Steckfläche
umschließt,
gekennzeichnet durch die weiteren Merkmale:
e) das Abschirmelement (5) der ersten Kontaktleiste (2) ist als starrer, rechteckiger
und geschlossen umlaufender Rahmen ausgebildet, der mittels Einpreßstiften (7) an
der ersten Leiterplatte (1) befestigt ist,
f) an der Innenseite der Längs- und Querwände (5a bzw. 5b) des Rahmens (5) sind umlaufende,
in engen Abständen gefiederte Bleche als innere Kontaktelemente (10,11) befestigt,
g) die Abschirmschalen (20,21) der zweiten Kontaktleiste (4) sind von entgegengesetzten
Seiten der zweiten Leiterplatte (3) mittels Einpreßstiften (24,25) an der zweiten
Leiterplatte (3) befestigt,
h) die von der Unterseite her an der zweiten Leiterplatte (3) befestigte Abschirmschale
(21) ist so ausgebildet, daß sie den zweiten Leistenkörper (28) an seiner Unterseite
einschließlich seiner an der Unterseite der zweiten Leiterplatte (3) vorstehenden
elektrischen Anschlüsse abdeckt.
2. Leiterplatten-Steckverbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß einander gegenüberliegende Einpreßstifte (24,25) der oberen und der unteren
Abschirmschale (20 bzw. 21) jeweils in dieselbe Bohrung der zweiten Leiterplatte (3)
gesteckt sind.
3. Leiterplatten-Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmschalen (20,21) aus zwei Blechbiegeteilen bestehen.
4. Leiterplatten-Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abschirmschalen (20,21) in dem im Rahmen (5) der ersten Kontaktleiste (2)
einsteckbaren Bereich edelmetallbeschichtet sind.
5. Leiterplatten-Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmschalen (20,21) an der zweiten Kontaktleiste (4) nahe deren Steckfläche
seitlich scharnierartig einhängbar sind.
6. Leiterplatten Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (5) der ersten Kontaktleiste (2) aus einem Blechbiegeteil besteht.
7. Leiterplatten-Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Längs- und Querwände (5a,5b) des Rahmens (5) der ersten Kontaktleiste (2)
aus an den Eckbereichen des Rahmens miteinander verbundenen, einzelnen Blechteilen
bestehen.
8. Leiterplatten-Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die gefiederten Bleche (10,11) des Rahmens (5) aus Einzelteilen bestehen, die
nahe der ersten Leiterplatte (1) durch Punktschweißen mit den Längs- und Querwänden
(5a,5b) des Rahmens (5) verbunden sind.
9. Leiterplatten-Steckverbinder nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Längs- und Querwände (5a bzw. 5b) des Rahmens (5) an ihrer der zweiten Kontaktleiste
(4) zugewandten Stirnseite mit einzelnen federnden Führungslappen (12,13a,13b) versehen
sind.