[0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlanlage für einen Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeuges
mit einem Kühler und einem Thermostatventil, mit dem die Temperatur des Kühlmittels
in einem Warmlaufbetrieb, einem Mischbetrieb und einem Kühlerbetrieb regelbar ist,
wobei das Thermostatventil ein Dehnstoffelement enthält, das zum Reduzieren der Kühlmitteltemperatur
elektrisch beheizbar ist.
[0002] Dabei regelt das Thermostatventil die Strömung des Kühlmittels zwischen dem Verbrennungsmotor
und dem Kühler derart, daß während des Warmlaufbetriebs das vom Verbrennungsmotor
kommende Kühlmittel im wesentlichen unter Umgehen des Kühlers durch einen Kurzschluß
hindurch zum Verbrennungsmotor zurückströmt, daß während des Mischbetriebs das von
dem Verbrennungsmotor kommende Kühlmittel teilweise durch den Kühler hindurch und
teilweise durch den Kurzschluß hindurch zum Verbrennungsmotor zurückströmt und daß
während des Kühlerbetriebs das vom Verbrennungsmotor kommende Kühlmittel im wesentlichen
durch den Kühler hindurch zum Verbrennungsmotor zurückströmt. Die elektrische Beheizung
des Dehnstoffelements dient zum Vergrößern des Öffnungsquerschnittes zum Kühler hin
gegenüber einem durch die Temperatur des Kühlmittels bedingten Öffnungsquerschnitt.
[0003] Eine Kühlanlage nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ist beispielsweise aus
der DE 30 18 682 A1 bekannt. Bei dieser bekannten Kühlanlage ist in einem Dehnstoffelement
eines Thermostatventils ein elektrischer Heizwiderstand angeordnet, dem elektrische
Energie durch einen stationär gehaltenen Arbeitskolben hindurch zuführbar ist. Die
Zufuhr der elektrischen Energie erfolgt über eine Regeleinrichtung, um die vom Thermostatventil
eingeregelte Kühlmitteltemperatur besser als bei einem normalen Thermostatventil konstant
halten zu können. Hierzu wird die Ist-Kühlmitteltemperatur gemessen und mit einem
vorgegebenen oberen und mit einem vorgegebenen unteren Temperaturwert verglichen.
Wird der obere Temperaturwert erreicht, so wird der Heizwiderstand mit elektrischer
Energie versorgt, so daß das Thermostatventil weiter öffnet, um eine erhöhte Kühlleistung
und damit eine Absenkung der Ist-Kühlmitteltemperatur zu erreichen. Sinkt die Ist-Kühlmitteltemperatur
danach unter den unteren Temperaturwert, so wird die Zufuhr von elektrischer Energie
zu dem Heizwiderstand unterbrochen, so daß das Dehnstoffelement vom kälteren Kühlmittel
abgekühlt wird. Dadurch wird der Ventilquerschnitt wieder verringert, so daß die Ist-Kühlmitteltemperatur
wieder ansteigt. Diese Regelspiele werden ständig wiederholt, um eine Kühlmitteltemperatur
von beispielsweise 95°C möglichst konstant einzuhalten.
[0004] Auch aus der US 4,666,081 ist eine Temperaturregeleinrichtung für eine Kühlanlage
einer Brennkraftmaschine bekannt, durch die mittels eines Thermostats grundsätzlich
die Kühlmitteltemperatur auf einen vorgegebenen Normalwert eingeregelt wird. Während
des Warmlaufs der Brennkraftmaschine wird die Kühlmitteltemperatur erhöht, bei extremer
Belastung der Brennkraftmaschine wird die Kühlmitteltemperatur reduziert. Gerade bei
erhöhter Lastanforderung der Brennkraftmaschine wirkt sich eine Reduzierung der Kühlmitteltemperatur
leistungsverringernd auf die Brennkraftmaschine aus.
[0005] Aus dem Patent abstract of Japan, Nr. 454 (M-769) (JP 63183216), ist ebenfalls eine
Temperaturregeleinrichtung für Kühlanlagen einer Brennkraftmaschine bekannt, durch
die mittels eines elektrisch beheizbaren Dehnstoffelementes die Kühlmitteltemperatur
in Abhängigkeit von der Außentemperatur eingestellt wird. Eine weitergehende Regelstrategie
ist aus dieser Druckschrift nicht zu entnehmen.
[0006] Aus der DE 37 05 232 A1 ist eine Temperaturregeleinrichtung bekannt, bei der anstelle
eines üblichen Thermostatventils mit einem Dehnstoffelement ein mittels eines Stellmotors
regelbares Ventil vorgesehen ist. Bei dieser bekannten Temperaturregeleinrichtung
wird der Stellmotor zur Verstellung des Ventils in Abhängigkeit von einem Sensor gesteuert,
der die Kühlmitteltemperatur in einer mit dem Verbrennungsmotor verbundenen Leitung
mißt. Der Sensor ist darüber hinaus mit einer Heizeinrichtung versehen. Die Heizeinrichtung
ist in Abhängigkeit von Kennfeldgrößen des Verbrennungsmotors ein- und ausschaltbar.
Bei dieser bekannten Temperaturregeleinrichtung kann demnach durch Beheizen des Sensors
eine höhere als die reale Kühlmitteltemperatur vorgetäuscht werden, um eine verstärkte
Kühlung des Kühlmittels zu erzeugen. Eine derartige Temperaturregeleinrichtung ist
konstruktiv besonders aufwendig und damit konstenintensiv.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kühlanlage der eingangs genannten
Art möglichst einfach so weiterzubilden, daß damit der Betrieb des Verbrennungsmotors
bezüglich des Kraftstoffverbrauchs und der Abgaswerte optimiert werden kann, ohne
daß im Falle eines erhöhten Leistungsbedarfs die Leistung des Verbrennungsmotors verringert
ist.
[0008] Diese Aufgabe wird nach dem Kennzeichenteil des Anspruchs 1 dadurch gelöst, daß das
Dehnstoffelement derart ausgelegt wird, daß sich die Kühlmitteltemperatur (T
K, T
Kist) ohne Beheizung des Dehnstoffelementes im Mischbetrieb auf eine obere Arbeitsgrenztemperatur
(T
AG) einregelt, und daß eine Steuereinheit (18) vorgesehen ist, die abhängig von erfaßten
Betriebs- und/oder Umweltgrößen (DK, n, v, T
S, LAST, T
Kist, LL) des Verbrennungsmotors (10) die Beheizung des Dehnstoffelementes bei Bedarf
freigibt, um die Betriebsweise der Kühlanlage hin zum Kühlerbetrieb zu verlagern.
[0009] Die obere Arbeitsgrenztemperatur ist vorzugsweise gleich der verbrauchsgünstigsten
Betriebstemperatur des Verbrennungsmotors und ist geringfügig kleiner als die maximal
zulässige Betriebstemperatur des Verbrennungsmotors. Vorzugsweise liegt die obere
Arbeitsgrenztemperatur über 100°C, insbesondere bei ca. 105°C. Die maximal zulässige
Betriebstemperatur ist die höchst mögliche Temperatur, mit der der Verbrennungsmotor
im Normalbetrieb über längere Zeit störungsfrei betrieben werden kann. Dadurch wird
auch bei Ausfall der elektrischen Beheizung des Dehnstoffelements eine Beschädigung
des Verbrennungsmotors verhindert. Üblicherweise liegt die maximal zulässige Betriebtemperatur
zwischen 105°C und 120°C.
[0010] Wird das Dehnstoffelement nicht elektrisch beheizt, stellt sich ein Öffnungsquerschnitt
zum Kühler hin ausschließlich in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur ein. Dieser
Öffnungsquerschnitt bewirkt ein Einregeln der Kühlmitteltemperatur auf die definierte
obere Arbeitsgrenztemperatur. Dabei wird erfindungsgemäß das Dehnstoffelement, z.B.
durch Auswahl eines entsprechenden temperaturabhängigen Materials und einer geeigneten
kon-. struktiven Ausgestaltung, so ausgelegt, daß bei der definierten oberen Arbeitsgrenztemperatur
der Öffnungsquerschnitt des Kühlers noch nicht maximal ist, d. h. kein reiner Kühlerbetrieb
erreicht wird. So ist durch zusätzliches Beheizen des Dehnstoffelements eine weitere
Vergrößerung des Öffnungsquerschnittes und damit eine Verlagerung in Richtung des
Kühlerbetriebes hin möglich.
[0011] Ergänzend sei darauf hingewiesen, daß der Öffnungsquerschnitt zum Kühler hin und
der Öffnungsquerschnitt zu dem den Kühler umgehenden Kurzschluß hin gegensinnig verändert
werden.
[0012] Durch die Erfindung wird im Normalbetrieb, d.h. nicht bei erhöhter Leistungsanforderung
wie z.B. im Vollastbetrieb oder bei Bergfahrt, eine möglichst hohe Betriebstemperatur
des Verbrennungsmotors erreicht. Dabei ist beispielsweise aufgrund von geringerer
Reibung die Leistungsaufnahme des Verbrennungsmotors geringer, wodurch sich der Kraftstoffverbrauch
senken und die Abgaszusammensetzung verbessern läßt. Um jedoch dann, wenn der Betriebszustand
des Verbrennungsmotors durch erhöhte Leistungsanforderung ein niedrigeres Kühlmitteltemperaturniveau
erfordert, schnell auf dieses Kühlmitteltemperaturniveau umschalten zu können, wird
abhängig von den Betriebs- und/oder Umweltgrößen elektrische Energie dem beheizbaren
Dehnstoffelement in dem Sinne zugeführt, daß eine erhöhte Kühlleistung durch weiteres
Öffnen des Thermostatventils erhalten wird und damit eine verringerte Kühlmitteltemperatur
schnell erreicht wird. Zu hohe Kühlmittel- bzw. Motortemperaturen bei erhöhter Leistungsanforderung
würden zu einem verringerten Füllungsgrad und damit zu einer verringerten Leistung
führen.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind die Gegenstände der weiteren Patentansprüche.
[0014] Die Steuerung sperrt vorzugsweise die Beheizung bzw. die Zufuhr von elektrischer
Energie zum Dehnstoffelement, wenn die erfaßte Ist-Temperatur des Kühlmittels unterhalb
einer vorgegebenen Soll-Temperatur liegt. Die vorgegebene Soll-Temperatur liegt dabei
stets unterhalb der definierten oberen Arbeitsgrenztemperatur. Damit wird sichergestellt,
daß eine Regelung der Kühlmitteltemperatur in Richtung eines verringerten Temperaturniveaus
nur dann vorgenommen wird, wenn eine Mindesttemperatur bereits erreicht ist.
[0015] Weiterhin nimmt die Steuerung ein Freigeben bzw. Sperren der Beheizung des Dehnstoffelements
in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit vor.
Zum einen kann beispielsweise der Leerlauf bei Stillstand des Kraftfahrzeuges festgestellt
werden, worauf eine Kühlung wegen des fehlenden Fahrtwinds notwendig werden kann und
damit die Beheizung des Dehnstoffelementes freigegeben wird.
[0016] Wird eine sehr hohe Fahrzeuggeschwindigkeit und z. B. auch zusätzlich ein großer
Drosselklappenöffnungswinkel erfaßt, wird auf eine erhöhte Leistungsanforderung an
den Verbrennungsmotor geschlossen, wodurch ebenfalls eine erhöhte Kühlung sinnvoll
ist und damit die Beheizung des Dehnstoffelementes freigegeben werden kann.
[0017] Die Steuerung nimmt ein Freigeben bzw. Sperren der Beheizung des Dehnstoffelementes
in Abhängigkeit von der Drehzahl des Verbrennungsmotors, des Drosselklappenöffnungswinkels
und/oder dem Lastzustand des Verbrennungsmotors vor.
Beispielsweise kann die Steuereinheit (18) den Ist-Lastzustand (LAST) und/oder den
Ist-Drosselklappenöffnungswinkel (DK) und/oder die Ist-Drehzahl (n) mit einem vorgegebenen
Schwellwert vergleichen und bei Überschreiten dieses Schwellwertes die Beheizung des
Dehnstoffelements freigeben.
Der Lastzustand des Verbrennungsmotors kann beispielsweise durch die Drehzahl des
Verbrennungsmotors in Verbindung mit dem Öffnungswinkel der Drosselklappe ohne Höhenkorrektur
oder in Verbindung mit der Luftmasse im Ansaugtrakt mit Höhenkorrektur festgestellt
werden.
Es kann jedoch auch in Form eines Kennfeldes eine Soll-Temperatur des Kühlmittels
in Abhängigkeit von dem Drosselklappenwinkel und der Drehzahl bestimmt werden.
Auf diese Weise wird sichergestellt, daß bei hoher Last oder bei hoher Drehzhal oder
bei großem Drosselklappenöffnungswinkel die geforderte Leistungsabgabe des Verbrennungsmotors
nicht durch eine zu hohe Betriebstemperatur reduziert wird, die zu einem verschlechterten
Füllungsgrad und damit zu einer verringerten Leistung führen könnte.
[0018] Die Steuerung gibt die Beheizung des Dehnstoffelementes frei , wenn die Ist-Temperatur
der Ansaugluft oder der Umgebungstemperatur oberhalb eines vorgegebenen Wertes liegt.
Damit wird sichergestellt, daß bei hohen Außentemperaturen beispielsweise bei langsamer
Fahrt, bei Leerlauf im Stillstand oder bei Stop-and-go-Betrieb eine Überhitzung des
Verbrennungsmotors verhindert wird.
[0019] Die Soll-Terperatur des Kühlmittels wird durch ein oder mehrere Tabellen, Kennlinien
und/oder Kennfelder in Abhängigkeit von mehreren Betriebs- und Umweltgrößen entnommen.
Beispielsweise werden zur Erstellung eines Kühlmitteltemperatur-Kennfeldes einer Vielzahl
von Betriebspunkten, die z.B. durch die Werte der Drehzahl des Verbrennungsmotors,
des Drosselklappenöffnungswinkels und/oder der Fahrzeuggeschwindigkeit definiert sind,
einzelne Kühlmittel-Soll-Temperaturen zugeordnet. Die Zufuhr der elektrischen Energie
zum Dehnstoffelement wird freigegeben, wenn die aus dem Kennfeld entnommene Soll-Temperatur
unterhalb der momentanen Ist-Temperatur des Kühlmittels liegt. Mit dieser Ausbildung
ist es möglich, die Kühlmitteltemperatur zu jedem Betriebspunkt oder Betriebszustand
des Verbrennungsmotors zu optimieren.
[0020] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist der Gegenstand des Anspruchs
4. Darin wird vorgesehen, daß die Steuereinheit die Beheizung des Dehnstoffelementes
erst nach einer vorgegebenen Betriebsgrößen- oder Umweltgrößen-Hysterese und/oder
nach einer vorgegebenen Verzögerungszeit freigibt, wenn eine die Beheizung des Dehnstoffelementes
freigebende Bedingung erfüllt ist.
[0021] Beispielsweise wird bei einer Soll-Temperatur unterhalb der Ist-Temperatur die Beheizung
des Dehnstoffelementes erst nach einer vorgegebenen Temperatur-Hysterese und/oder
nach einer vorgegebenen Verzögerungszeit freigegeben.
[0022] Ebenso ist nach dem Gegenstand des Anspruchs 5 vorgesehen, daß die Steuereinheit
die Beheizung des Dehnstoffelementes erst nach einer vorgegebenen Betriebsgrößen-
oder Umweltgrößen-Hysterese und/oder nach einer vorgegebenen Verzögerungszeit sperrt,
wenn eine die Beheizung des Dehnstoffelementes sperrende Bedingung erfüllt ist. Beispielsweise
wird bei einer Soll-Temperatur oberhalb der Ist-Temperatur die Zufuhr der elektrischen
Energie zum Dehnstoffelement erst nach einer vorgegebenen Temperatur-Hysterese und/oder
nach einer vorgegebenen Verzögerungszeit gesperrt.
[0023] Mit diesen beiden Ausgestaltungen der Erfindung wird erreicht, daß bei nur kurzfristigen
Änderungen der Betriebs- und/oder Umweltgrößen die Anzahl der Regelvor-. gänge reduziert
wird. Das heißt, wenn von der Freigabe der Beheizung auf ein Sperren und umgekehrt
übergegangen werden soll, wird dieser Übergang solange verzögert, bis eine längerfristige
Änderung festgestellt wird.
[0024] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der-Erfindung besteht nach dem Gegenstand
des Anspruchs 6 darin, daß die jeweils vorgegebene Soll-Temperatur im wesentlichen
durch eine in Abhängigkeit von den Betriebs- und/oder Umweltgrößen zulässige Maximaltemperatur
des Kühlmittels bestimmt wird. Die Intention dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung
ist, daß zur Optimierung des Kraftstoffverbrauchs und der Abgasemissionen eine höchstmögliche
Betriebstemperatur des Verbrennungsmotors eingestellt wird, die jedoch abhängig von
der momentanen Belastung des Verbrennungsmotors nur so hoch bestimmt wird, daß eine
Beschädigung des Verbrennungsmotors oder ein Leistungsverlust aufgrund von Überhitzung
vermieden wird.
[0025] Es sei ergänzend angemerkt, daß ein Freigeben der Zufuhr der elektrischen Energie
bzw. der Beheizung nicht zwingend ein tatsächliches Einschalten der Enegiezufuhr zur
Folge hat. Eine Freigabe kann auch lediglich eine auf einer bestimmten Bedingung basierende
Einschaltoption sein. Ein tatsächliches Einschalten kann beispielsweise von einer
logischen Verknüpfung mehrerer durch unterschiedliche Betriebs- und Umweltgrößen hervorgerufenen
Einschaltoptionen abhängen. Ebenso kann auch der Begriff Sperren als Sperroption bezogen
auf eine Einzelbedingung oder als tatsächliches Ausschalten verstanden werden.
[0026] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beschreibung und der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- ein Schemabild einer Kühlanlage, die der Erfindung zugrundeliegt
- Fig. 2
- einen Logikplan für eine mögliche erfindungsgemäße Regelung der Kühlanlage
- Fig. 3
- einen mit der erfindungsgemäßen Kühlanlage erreichbaren Temperaturverlauf der Kühlmitteltemperatur
und
- Fig. 4
- die Darstellung eines Kühlmittel-Soll-Temperatur-Kennfeldes.
[0027] Die in Fig. 1 dargestellte Kühlanlage für einen Verbrennungsmotor 10 enthält einen
Kühler 11. Zwischen dem Verbrennungsmotor 10 und dem Kühler 11 ist eine Kühlmittelpumpe
12 angebracht, die eine Strömung des Kühlmittels in die mit Pfeilen dargestellte Richtung
erzeugt. Vom Kühlmittelaustritt des Verbrennungsmotors 10 führt eine Vorlaufleitung
13 zum Kühlmitteleingang des Kühlers 11. Vom Kühlmittelaustritt des Kühlers 11 führt
zum Kühlmitteleintritt des Verbrennungsmotors 10 eine Rücklaufleitung 14. In der Rücklaufleitung
14 ist ein Thermostatventil 15 mit einem hier nicht dargestellten Dehnstoffelement
angeordnet. Von der Vorlaufleitung 13 zweigt eine Kurzschlußleitung 16 zum Thermostatventil
15 ab.
[0028] Die Kühlanlage arbeitet im wesentlichen in drei Betriebsweisen. In einer ersten Betriebsweise,
dem sog. Warmlaufbetrieb insbesondere nach dem Kaltstart des Verbrennungsmotors 10,
ist das Thermostatventil 15 so eingestellt, daß die vom Verbrennungsmotor 10 kommende
Kühlmittelströmung über die Kurzschlußleitung 16 im wesentlichen vollständig zum Verbrennungsmotor
10 zurückgeführt wird. In einer zweiten Betriebsweise arbeitet die Kühlanlage im Mischbetrieb,
d. h. das vom Verbrennungsmotor 10 kommende Kühlmittel läuft teilweise durch den Kühler
11 und teilweise über die Kurzschlußleitung 16 zurück zum Verbrennungsmotor 10. In
einer dritten Betriebsweise arbeitet die Kühlanlage im Kühlerbetrieb, d. h. das vom
Verbrennungsmotor 10 kommende Kühlmittel wird im wesentlichen vollständig durch den
Kühler 11 hindurch zum Verbrennungsmotor 10 zurückgeführt.
[0029] Die Betriebsweise der Kühlanlage kann durch Beheizung des Dehnstoffelementes des
Thermostatventils 15 über eine elektrische Leitung 17 in Richtung des Kühlerbetriebes
verstellt oder vollständig auf Kühlerbetrieb umgeschaltet werden. Damit verringert
sich das Temperaturniveau des Kühlmittels gegenüber dem mit einer Betriebsweise ohne
Beheizung des Dehnstoffelementes erreichten Temperaturniveau. Wird danach die Beheizung
über die elektrische Leitung 17 wieder unterbrochen, so kühlt das jetzt kühlere Kühlmittel
das Dehnstoffelement des Thermostatventils 15 ab bis es eine eingeregelte Endstellung
im Mischbetrieb einnimmt, so daß die Kühlmitteltemperatur wieder auf eine Endtemperatur
angehoben wird. Die eingeregelte Endtemperatur im Mischbetrieb wird erfindungsgemäß
auf die obere Arbeitsgrenztemperatur festgelegt.
[0030] Die Versorgung des Thermostatventils 15 mit elektrischer Energie über die Leitung
17 wird von einem Steuergerät 18 veranlaßt, das mehrere Signale von Betriebs- und/oder
Umweltgrößen erhält und auswertet. Am Kühlmittelaustritt des Verbrennungsmotors 10
ist ein Temperatursensor 19 angeordnet, der die Ist-Temperatur des Kühlmittels erfaßt
und an das Steuergerät 18 übermittelt. In einem Sammler der Ansaugleitung des Verbrennungsmotors
10 ist ein weiterer Temperatursensor 20 angeordnet, der die Temperatur der Ansaugluft
(Frischluft) erfaßt und an die Steuereinrichtung 18 weitergibt. Vorzugsweise ist die
Steuereinrichtung 18 in einer bekannten elektronischen Motorsteuerung 21 integriert,
beispielsweise an eine unter dem Warenzeichen "Motronic" von der Firma Robert Bosch
GmbH vertriebene elektronische Motorsteuerung.
[0031] Die Motorsteuerung 21 stellt Signale zur Erfassung von Betriebs- und Umweltgrößen,
wie der Fahrzeuggeschwindigkeit, der Umgebungstemperatur, der Drehzahl des Verbrennungsmotors
und/oder den Drosselklappenöffnungswinkel, zur Verfügung. Ferner ermittelt die Motorsteuerung
21 den Lastzustand des Verbrennungsmotors 10 aus den erfaßten Signalen. Der Lastzustand
wird beispielsweise direkt oder indirekt aus der Stellung der Drosselklappe, aus der
Drehzahl und/oder der Luftmasse im Ansaugrohr bestimmt. Abhängig von den vom Steuergerät
18 erhaltenen Signalen wird beispielsweise eine Soll-Temperatur des Kühlmittels ermittelt.
Wenn diese Soll-Temperatur kleiner als die Ist-Temperatur des Kühlmittels ist, wird
das Dehnstoffelement des Thermostatventils 15 über die Leitung 17 beheizt.
[0032] In Fig. 2 ist eine mögliche Kühlmitteltemperaturregelung dargestellt, bei der das
tatsächliche Einschalten der Beheizung des Dehnstoffelementes ("Dehnstoffelement beheizen")
über eine besonders vorteilhafte logische Verknüpfung mehrerer Einzelbedingungen bezogen
auf verschiedene Betriebs- und Umweltgrößen des Kraftfahrzeuges gesteuert wird. Eine
derartige Regellogik ist beispielsweise in der Steuereinheit 18 gespeichert, wobei
die Steuereinheit 18 beispielsweise in einem ohnehin vorhandenen Steuergerät integriert
oder auch ein eigenes integriertes Bauteil im Thermostatventil selbst sein kann.
[0033] In Fig. 2 werden insbesondere die Betriebs- und Umweltgrößen Drosselklappenöffnungswinkels
DK, Motordrehzahl n, Ist-Temperatur des Kühlmittels T
Kist, Fahrzeuggeschwindigkeit v und Ansauglufttemperatur T
S, die beispielsweise in Form von Sensorsignalen vorliegen, zur Regelung der Kühlmitteltemperatur
verarbeitet. Über die reinen Sensorsignale der Betriebs- und Umweltgrößen des Kraftfahrzeuges
hinaus können auch Zustandssignale, die aus einer Verknüpfung der einzelnen Sensorsignale
bzw. der Betrieb- und Umweltgrößen gebildet wurden, in der Regelung verarbeitet werden.
Ein derartiges Zustandssignal ist in diesem Beispiel das Signal Leerlauf LL bei Fahrzeugstillstand,
wobei dieses Signal beispielsweise aus der Fahrzeuggeschwindigkeit v und der Motordrehzahl
n gebildet wird. Es sind jedoch auch noch weitere Zustandssignale möglich, die in
einer Regelung der Kühlmitteltemperatur verwendet werden, wie beispielsweise der bereits
erwähnte Lastzustand des Verbrennungsmotors sowie Bergfahrt oder Hängerbetrieb, die
vorzugsweise aus den Betriebsgrößen Drosselklappenöffnungswinkel DK und Fahrzeuggeschwindigkeit
v gebildet werden.
[0034] In Fig. 2 werden die Sensorsignale Drosselklappenöffnungswinkel DK und Motordrehzahl
n herangezogen, um aus einem Kennfeld K die Soll-Temperatur T
Ksoll des Kühlmittels zu den durch den Drosselklappenöffnungswinkel DK und die Motordrehzahl
n bestimmten Betriebspunkten zu ermitteln. Die so bestimmte Soll-Temperatur des Kühlmittels
T
Ksoll wird mit der Ist-Temperatur des Kühlmittels T
Kist verglichen. Ist die Ist-Temperatur T
Kist größer als die Soll-Temperatur T
Ksoll wird die Beheizung des Dehnstoffelements freigegeben. Eine Freigabe entspricht hier
einer Freigabeoption F (eingekreist), nicht zwingend einem tatsächlichen Beheizen.
[0035] Weiterhin wird in einem Hystereseglied VT beobachtet, ob sich die Differenz δT zwischen
der Ist- und Soll-Temperatur um mehr als eine vorgegebene Differenz δT
H ändert. Nur dann wird die Freigabeoption F zum Beheizen des Dehnstoffelementes aufrechterhalten.
Dazu wird am Ausgang des Hysteresegliedes VT ein logisches High-Signal abgegeben.
Dieses Ausgangssignal des Hysteresegliedes VT wird an die Eingänge der Und-Gatter
UND-1 und UND-3 herangeführt.
[0036] Generell entspricht in diesem Ausführungsbeispiel ein logisches High-Signal einer
Freigabeoption F.
[0037] Weitere Freigabeoptionen F zum Einschalten der Beheizung des Dehnstoffelements werden
in Abhängigkeit von der Ansauglufttemperatur T
S erzeugt. Die Beheizung des Dehnstoffelements in Abhängigkeit von der Ansauglufttemperatur
T
S soll nur dann freigegeben werden, wenn zumindest eine der drei Schwellen TS1, TS2
und TS3 überschritten ist. Bei Überschreiten der ersten Schwelle TS1 wird ein logisches
High-Signal an das UND-Gatter UND-1, bei Überschreiten der zweiten Schwelle TS2 wird
ein logisches High-Signal an das UND-Gatter UND-2 und bei Überschreiten der dritten
Schwelle TS3 ein logisches High-Signal an das UND-Gatter UND-3 abgegeben.
[0038] Weiterhin wird bei Leerlauf im Stillstand des Fahrzeuges das Zustandssignal LL (bei
v = 0) in Form eines logischen High-Signals an das UND-Gatter UND-3 herangeführt.
[0039] Darüber hinaus kann nach diesem Ausführungsbeispiel die Freigabeoption F der Beheizung
des Dehnstoffelements auch vom Überschreiten einer Fahrzeuggeschwindigkeitsschwelle
VS der Fahrzeuggeschwindigkeit v abhängen, worauf ein logisches High-Signal vom Ausgang
eines weiteren Hysteresegliedes VV an einen zweiten Eingang des UND-Gatters UND-2
ausgegeben wird. Zum Sperren (Sperroption) der Beheizung wird im Hystereseglied VV
beobachtet, ob die Fahrzeuggeschwindigkeit v die Schwelle VS um einen Differenzwert
δv
H unterschritten hat. Erst dann wird wieder ein logisches Low-Signal (Sperroption)
vom Ausgang des Hysteresegliedes VV an den zweiten Eingang des UND-Gatters UND-2 ausgegeben.
[0040] Die Hystereseglieder VT und VV können auch Zeitverzögerungsglieder sein oder mit
Zeitverzögerungsgliedern verbunden werden.
[0041] Die Ausgänge der UND-Gatter UND-1 bis UND-3 sind mit drei Eingängen eines ODER-Gatters
ODER verbunden. Wenn auf der Ausgangsleitung zumindest eines UND-Gatters ein logisches
High-Signal anliegt, wird auch am Ausgang des ODER-Gatters eine Freigabeoption F in
Form eines logischen High-Signals erzeugt.
[0042] Darüber hinaus kann noch ein Zeitverzögerungsglied δt am Ausgang des ODER-Gatters
vorgesehen sein, durch das eine Freigabeoption F am Ausgang des ODER-Gatters nur dann
zum tatsächlichen Beheizen des Dehnstoffelementes führt, wenn diese Freigabeoption
F für eine vorgegebenen Zeit δt anliegt, um bei kurzfristigen Änderungen ein ständiges
Ein- und Ausschalten der Beheizung zu verhindern.
[0043] Die Fahrzeuggeschwindigkeitsschwelle VS ist vorzugsweise eine Fahrzeuggeschwindigkeit
v, bei der der Verbrennungsmotor thermisch stark belastet wird. Die Schwellen TS1
bis TS3 der Ansauglufttemperatur T
S werden beispielsweise in Abhängigkeit von der Länderausführung des Fahrzeuges oder
der Bauart des Verbrennungsmotors oder des Kühlers abgestimmt. Die Schwelle TS3 wird
beispielsweise niedriger liegen als die Schwellen TS1 und TS2, da in Verbindung mit
dem Leerlauf des Motors, bei dem keine zusätzliche Kühlung durch Fahrtwind auftritt,
eine stärkere Kühlung erforderlich ist, als beispielsweise bei hohen Fahrzeuggeschwindigkeiten.
Daher wird beispielsweise die Schwelle TS2, die in Verbindung mit der Fahrzeuggeschwindigkeitsschwelle
VS ausgelegt wird, höher als die Schwellen TS1 und TS3 sein, da bei erhöhter Fahrzeuggeschwindigkeit
zusätzlich Kühlung durch den Fahrtwind auftritt. Im allgemeinen werden die Fahrzeug-
und Ansauglufttemperaturschwellen jedoch empirisch in Versuchen ermittelt werden.
Wichtig ist beispielsweise bei sehr kalten Umgebungs- bzw. Ansauglufttemperaturen
(z.B. in "Nordländern"), den Kühlerbetrieb in Abhängigkeit von der Ansaug- oder Umgebungstemperatur
zu steuern, um einem Thermoschock des Verbrennungsmotors entgegenzuwirken. Bei. sehr
heißen Umgebungs- bzw. Ansauglufttemperaturen (z.B. in "Tropenländern") kann mit der
Regelung der Kühlmitteltemperatur in Abhängigkeit von der Ansaug- oder Umgebungstemperatur
eine Anfahrschwäche bei Heißleerlaufbzw. Stop-and-go-Betrieb vermieden werden.
[0044] Ergänzend wird darauf hingewiesen, daß in weiteren Ausführungsformen der Erfindung
auch bei einer zu einer Freigabeoption F führenden Erfüllung nur einer der in Fig.
2 dargestellten Bedingungen die Beheizung tatsächlich eingeschaltet werden kann. D.h.,
daß beispielsweise die in Fig. 2 mit eingekreistem F gekennzeichneten Punkte jeder
für sich auch direkt mit der Einschaltvorrichtung der Beheizung des Dehnstoffelementes
verbunden sein können.
[0045] In Fig. 3 ist in einem Diagramm der Verlauf der Kühlmitteltemperatur T
K über der Zeit t bei Teillast und Vollast dargestellt, wie er sich mittels der erfindungsgemäßen
Kühlanlage erreichen läßt. Das Dehnstoffelement des Thermostatventils 15 wird beispielsweise
durch die Zusammmensetzung des Dehnstoffes auf eine obere Arbeitsgrenztemperatur T
AG ausgelegt, die hier einer Kühlmitteltemperatur von ca. 105°C im eingeregelten Mischbetrieb
ist. Diese Temperatur ist mit einer oberen Linie dargestellt. Ein Temperaturniveau
von 105°C im Teillastbereich ist zweckmäßig, um durch Verminderung von Reibung oder
dgl. den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig die Abgaszusammensetzung
zu verbessern. Grundsätzlich soll die Kühlmitteltemperatur zur Verbrauchsoptimierung
immer so heiß wie möglich, aber bei Leistungsanforderungen im Vollastbereich zur Verbesserung
der Füllung kühl sein.
Bei einem Kaltstart des Verbrennungsmotors wird im Bereich A bis B zunächst im Warmlaufbetrieb
und anschließend im Mischbetrieb während eines Teillastbetriebes die Kühlmitteltemperatur
T
K mit einem höheren Temperaturgradienten dT/dt auf das Temperaturniveau von 105°C gebracht,
als bei übrigen Kühlanlagen möglich ist. Dabei wird das Dehnstoffelement des Thermostatventils
15 ausschließlich durch die Kühlmitteltemperatur T
K erwärmt.
[0046] Das Dehnstoffelement ist so ausgelegt, daß bei hier 105 °C der mögliche Verstellweg
des Ventils bzw. der maximal mögliche Öffnungsquerschnitt noch nicht eingestellt ist.
So kann bei Vollast im Bereich zwischen C und E das Dehnstoffelement z.B. so stark
beheizt werden, daß zur möglichst schnellen Abkühlung ein maximaler Öffnungsquerschnitt
zum Kühler hin eingestellt wird und dadurch vollständig in den Kühlerbetrieb übergegangen
wird. In diesem Beispiel wird nach einer kurzen Abkühlzeit ein Temperaturniveau von
ca. 70°C erreicht. Geht der Betrieb des Verbrennungsmotors 10 von Vollast bei Punkt
E wieder auf Teillast zurück, so wird die Zufuhr von elektrischer Energie zum Dehnstoffelement
unterbrochen. Das nun kältere Kühlmittel, das das Dehnstoffelement umströmt, kühlt
den Dehnstoff ab und bewirkt, daß sich wieder eine Verstellung des Thermostatventils
durch das Dehnstoffelement allein in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur T
K einstellt. Das Thermostatventil regelt dann wieder die Kühlmitteltemperatur T
K und damit die Temperatur des Verbrennungsmotors 10 auf das Temperaturniveau von 105°C
ein.
[0047] Die Absenkung der Kühlmitteltemperatur T
K im Vollastbetrieb auf beispielsweise ein Temperaturniveau von ca. 70°C hat den Vorteil,
daß dann vom Verbrennungsmotor 10 die volle Leistung erbracht werden kann. Es wird
damit vermieden, daß aufgrund einer zu hohen Temperatur ein geringerer Füllungsgrad
bei der Verbrennung erhalten wird, der zu einer Leistungsverminderung führt. Die geregelte
Absenkung der Kühlmitteltemperatur T
K durch Beheizung des Dehnstoffelements kann jedoch auch abhängig von verschiedenen
anderen Betriebs- und/oder Umweltgrößen des Kraftfahrzeuges geregelt werden.
[0048] Vollast kann beispielsweise durch Größen wie die Fahrzeuggeschwindigkeit, die Motordrehzahl
oder den Drosselklappenwinkel erkannt werden. Beispielsweise ist es auch sinnvoll,
bei sehr niedrigen Fahrzeuggeschwindigkeiten oder im Leerlauf und bei Stillstand des
Fahrzeugs sowie bei hohen Außentemperaturen, bei Bergfahrten oder im Hängerbetrieb
die Kühlmitteltemperatur T
K durch Beheizen des Dehnstoffelementes abzusenken.
[0049] In Fig. 4 ist ein Kennfeld zur Bestimmung einzelner Soll-Temperaturen T
Ksoll des Kühlmittels bei einzelnen Betriebspunkten in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit
V und dem Lastzustand LAST dargestellt. Dabei kann der Lastzustand LAST beispielsweise
wiederum in Abhängigkeit des Drosselklappenöffnungswinkels und der Drehzahl oder der
Luftmasse im Ansaugrohr bestimmt sein.
[0050] Die jeweils einem durch je zwei Betriebsgrößen bestimmten Betriebspunkt zugeordnete
Soll-Temperatur des Kühlmittels kann berechnet oder durch Versuche empirisch ermittelt
werden. Es ist auch möglich, eine Soll-Temperatur des Kühlmittels in Abhängigkeit
von mehreren Kennfeldern zu bestimmen, die verschiedene Betriebs- und/oder Umweltgrößen
des Fahrzeuges verarbeiten.
[0051] Insbesondere ist es erfindungsgemäß auch möglich, über die Abstimmung eines Kennfeldes
und durch Abstimmung der Schwellwerte eine Kühlanlage für verschiedene Ländervarianten
zu erhalten, ohne die Hardware oder die Software der Kühlanlage zu ändern.
1. Kühlanlage für einen Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeuges mit einem Kühler und
einem Thermostatventil, mit dem die Temperatur des Kühlmittels in einem Warmlaufbetrieb,
einem Mischbetrieb und einem Kühlerbetrieb regelbar ist, wobei das Thermostatventil
ein Dehnstoffelement enthält, das zum Reduzieren der Kühlmitteltemperatur elektrisch
beheizbar ist, wobei sich durch Auslegung des Dehnstoffelementes die Kühlmitteltemperatur
(TK, TKist) ohne Beheizung des Dehnstoffelementes im Mischbetrieb auf eine Endtempe-ratur einregelt,
und wobei eine Steuereinheit (18) vorgesehen ist, die abhängig von erfaßten Betriebs-
und/oder Umweltgrößen (DK, n, v, TS, LAST, TKist, LL) des Verbrennungsmotors (10)
die Beheizung des Dehnstoffelementes freigibt, um die Betriebsweise der Kühlanlage
zum Kühlerbetrieb hin zu verlagern, dadurch gekennzeichnet, daß die ohne Beheizung des Dehnstoffelementes eingeregelte Endtemperatur die obere Arbeitsgrenztemperatur
(TAG) darstellt und im Teillastbetrieb vorgegeben wird und daß im vollastbetrieb zur Freigabe
der Beheizung des Dehnstoffelementes eine Soll-Temperatur (TKsoll) vorgegeben wird, die kleiner als die obere Arbeitsgrenztemperatur (TAG) ist.
2. Kühlanlage für einen Verbrennungsmotor eines Kraftfahrzeuges mit einem Kühler und
einem Thermostatventil, mit dem die Temperatur des Kühlmittels in einem Warmlaufbetrieb,
einem Mischbetrieb und einem Kühlerbetrieb regelbar ist, wobei das Thermostatventil
ein Dehnstoffelement enthält, das zum Reduzieren der Kühlmitteltemperatur elektrisch
beheizbar ist, wobei sich durch Auslegung des Dehnstoffelementes die Kühlmitteltemperatur
(T
K, T
Kist) ohne Beheizung des Dehnstoffelementes im Mischbetrieb auf eine Endtemperatur einregelt,
und wobei eine Steuereinheit (18) vorgesehen ist, die abhängig von erfaßten Betriebs
und/oder Umweltgrößen (DK, n, v, TS, LAST, TKist, LL) des Verbrennungsmotors (10)
die Beheizung des Dehnstoffelementes freigibt, um die Betriebsweise der Kühlanlage
zum Kühlerbetrieb hin zu verlagern,
dadurch gekennzeichnet, daß die ohne Beheizung des Dehnstoffelementes eingeregelte Endtemperatur die obere Arbeitsgrenztemperatur
(T
AG) darstellt und
• daß die Steuereinheit (18) als Betriebsgröße die Ist-Temperatur (TK, TKist) des Kühlmittels erfaßt, diese Ist-Temperatur mit einer durch mindestens, den Drosselklappenöffnungswinkel
(DK) und die Motordrehzahl (n) bestimmten Soll-Temperatur (TKsoll) vergleicht und bei einer oberhalb der Soll-Temperatur (TKsoll) liegenden Ist-Temperatur (TKist) die Beheizung des Dehnstoffelementes freigibt
und/oder
• daß die Steuereinheit (18) als Betriebsgröße die Fahrzeuggeschwindigkeit (v) erfaßt
und mit einer vorgegebenen Fahrzeuggeschwindigkeitsschwelle (VS) vergleicht und die
Beheizung des Dehnstoffelementes bei Überschreiten der Fahrzeuggeschwindigkeitsschwelle
(VS) freigibt
und/oder
• daß die Steuereinheit (18) die Ist-Temperatur (TS) der Ansaugluft oder der Umgebungsluft erfaßt, diese Ist-Temperatur (TS) mit einem vorgegebenen Schwellwert (TS1; TS2; TS3) vergleicht und bei Überschreiten
dieses Schwellwertes die Beheizung des Dehnstoffelementes freigibt.
3. Kühlanlage nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (18) als Betriebsgrößen die Drehzahl (n) des Verbrennungsmotors,
den Drosselklappenöffnungswinkel (DK), die Fahrzeuggeschwindigkeit (v) und/oder den
Lastzustand (LAST) des Verbrennungsmotors (10) erfaßt und in Abhängigkeit von mindestens
zwei dieser Betriebsgrößen die Soll-Temperatur (TKsoll) des Kühlmittels in Form eines Kennfeldes (K) bestimmt.
4. Kühlanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (18) bei Erfüllung einer die Beheizung freigebenden Bedingung die
Beheizung des Dehnstoffelements entsprechend einer Betriebsgrößen- oder Umweltgrößen-Hysterese
(δvH, δTH) und/oder entsprechend einem vorgegebenen Zeitfenster (δt) verzögert freigibt.
5. Kühlanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (18) bei Erfüllung einer die Beheizung sperrenden Bedingung die
Beheizung des Dehnstoffelements entsprechend einer Betriebsgrößen- oder Umweltgrößen-Hysterese
(δvH, δTH) und/oder entsprechend einem vorgegebenen Zeitfenster (δt) verzögert sperrt.
6. Kühlanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (18) kontinuierlich eine aktuelle in Abhängigkeit von den Betriebs-
und/oder Umweltgrößen (DK, n, v, TS, LAST, TKist, LL) zulässige Maximaltemperatur des Kühlmittels ermittelt, durch die die Soll-Temperatur
(TKsoll) des Kühlmittels im wesentlichen jeweils bestimmt wird.
1. A cooling system for an internal combustion engine of a motor vehicle with a radiator
and a thermostatic valve, with which the temperature of the cooling medium can be
regulated in a hot operation, a mixed operation and a radiator operation, whereby
the thermostatic valve includes an expansion element, which can be heated electrically
to reduce the cooling medium temperature, whereby the cooling medium temperature (TK, TKist) is regulated in mixed operation by the design of the expansion element, without
heating the expansion element. to a final temperature, and whereby a control unit
(18) is provided, which depending on captured operational and/or environmental values
(DK, n, v, Ts, LAST, TKist, LL) of the internal combustion engine (10) enables the heating of the expansion
element, so as to transfer the mode of operation of the cooling system towards radiator
operation, characterised in that the regulated final temperature without heating the expansion element corresponds
to the upper limit of working temperature (TAG) and is provided in partial load operation and that in full load operation a target
temperature (TKsoll) is prescribed for the enabling of the heating of the expansion element, which is
lower than the upper limit of working temperature (TAG).
2. A cooling system for an intemal combustion engine of a motor vehicle with a radiator
and a thermostatic valve, with which the temperature of the cooling medium can be
regulated in a hot operation, a mixed operation and a radiator operation, whereby
the thermostatic valve includes an expansion element, which can be heated electrically
to reduce the cooling medium temperature, whereby the cooling medium temperature (T
K, T
Kist) is regulated in mixed operation by the design of the expansion element, without
heating the expansion element, to a final temperature, and whereby a control unit
(18) is provided, which depending on captured operational and/or environmental values
(DK, n, v, T
s, LAST, T
Kist, LL) of the internal combustion engine (10) enables the heating of the expansion
element, so as to transfer the mode of operation of the cooling system towards radiator
operation,
characterised in that the regulated final temperature without heating the expansion element corresponds
to the upper limit of working temperature (T
AG) and
. that the control unit (18) captures the actual temperature of the cooling medium
(TK, TKist) as an operating value, compares this actual temperature with a target temperature
(TKsoll) determined at least by the throttle flap opening angle (DK) and the speed of revolution
of the motor (n) and if the actual temperature (TKist) lies above the target temperature (TKsoll) enables the heating of the expansion element
and/or
. that the control unit (18) captures the vehicle speed (v) as an operating value
and compares it with a vehicle speed threshold (VS) and enables the heating of the
expansion element if the vehicle speed threshold is exceeded
and/or
. that the control unit (18) captures the actual temperature (TS) of the inducted air or the ambient air, compares this actual temperature (TS) with a predetermined threshold value (TS1; TS2; TS3) and enables the heating of
the expansion element if this threshold value is exceeded.
3. A cooling system according to Claim or 2, characterised in that the control unit (18) captures the speed of revolution (n) of the intemal combustion
engine, the throttle flap opening angle (DK), the vehicle speed (v) and/or the loading
condition (LAST) of the internal combustion engine (10) as operating values and depending
on at least two of these operating values determines the target temperature (TKsoll) of the cooling medium in the form of a set of curves.
4. A cooling system according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the control unit (18) enables the heating of the expansion element on fulfilment
of one of the conditions for enabling the heating corresponding to an operating value
or environmental value hysteresis (δVH, δTH) and/or with a delay in accordance with a predetermined time window (δt).
5. A cooling system according to one of Claims 1 to 4, characterised in that the control unit (18) shuts off the heating of the expansion element on fulfilment
of one of the conditions for cutting off the heating corresponding to an operating
value or environmental value hysteresis (δVH, δTH) and/or with a delay in accordance with a predetermined time window (δt).
6. A cooling system according to one of Claims 1 to 5, characterised in that the control unit (18) continously determines a current maximum temperature of the
cooling medium depending on the operating and/or environmental values (DK, n, v, Ts, LAST, TKist, LL), through which the target temperature (TKsoll) of the cooling medium is essentially determined at each time.
1. Système de refroidissement pour un moteur à combustion interne d'un véhicule à moteur
avec un radiateur et une vanne thermostatique, avec laquelle on peut régler la température
de l'agent de refroidissement dans un mode de fonctionnement en échauffement, un mode
de fonctionnement en mélange et un mode de fonctionnement en refroidissement, la vanne
thermostatique contenant un élément en une matière dilatable, que l'on peut chauffer
électriquement pour réduire la température de l'agent de refroidissement, la température
de l'agent de refroidissement (T
K, T
kist) s'établissant, grâce à la conception de l'élément en une matière dilatable, sans
chauffer l'élément en une matière dilatable en mode de fonctionnement de mélange à
une température finale, et une unité de commande (18)étant prévue, unité qui libère
le chauffage de l'élément en une matière dilatable en fonction des paramètres détectés
de fonctionnement et/ou de l'environnement (DK, n, v, TS, LAST, Tkist, LL) du moteur
à combustion interne (10), pour déplacer le mode de fonctionnement du système de refroidissement
vers le mode de fonctionnement en refroidissement,
caractérisé en ce que
- la température finale réglée sans chauffage de l'élément en une matière dilatable,
représente la température limite supérieure de travail (TAG)et est prédéfinie dans le mode de fonctionnement à charge partielle et
- dans le mode de fonctionnement à pleine charge on prédéfinit pour libérer le chauffage
de l'élément en une matière dilatable une température de consigne (TKsoll), qui est plus petite que la température limite supérieure de travail (TAG).
2. Système de refroidissement pour un moteur à combustion interne d'un véhicule à moteur
avec un radiateur et une vanne thermostatique, avec laquelle on peut régler la température
de l'agent de refroidissement dans un mode de fonctionnement en échauffement, un mode
de fonctionnement en mélange et un mode de fonctionnement en refroidissement, la vanne
thermostatique contenant un élément en une matière dilatable, que l'on peut chauffer
électriquement pour réduire la température de l'agent de refroidissement, la température
de l'agent de refroidissement (T
K, T
kist) s'établissant, grâce à la conception de l'élément en une matière dilatable, sans
chauffer l'élément en une matière dilatable en mode de fonctionnement de mélange à
une température finale, et une unité de commande (18)étant prévue, unité qui libère
le chauffage de l'élément en une matière dilatable en fonction des paramètres détectés
de fonctionnement et/ou de l'environnement ( DK, n, v, TS, LAST, Tkist, LL) du moteur
à combustion interne (10), pour déplacer le mode de fonctionnement du système de refroidissement
vers le mode de fonctionnement en refroidissement,
caractérisé en ce que
- la température finale réglée sans chauffage de l'élément en une matière dilatable,
représente la température limite supérieure de travail (TAG) et est prédéfinie dans le mode de fonctionnement à charge partielle et
- l'unité de commande (18) détecte en tant que paramètre de fonctionnement la température
réelle (TK, Tkist) de l'agent de refroidissement, compare cette température réelle à une température
de consigne (TKsoll) déterminée par au moins l'angle d'ouverture (DK) du clapet d'étranglement et par
la vitesse de rotation (n) du moteur, et libère le chauffage de l'élément en une matière
dilatable quand la température réelle (Tkist) est supérieure à la température de seuil
(TKsoll) et/ou
- l'unité de commande (18) détecte en tant que paramètre de fonctionnement la vitesse
(v) du véhicule et la compare avec un seuil de vitesse (VS) prédéfini du véhicule
et libère le chauffage de l'élément en une matière dilatable lors du dépassement du
seuil de la vitesse du véhicule (VS) et/ou
- l'unité de commande (18) détecte la température réelle (TS) de l'air d'admission
ou de l'air environnant, compare cette température réelle (TS) à une valeur de seuil
prédéfinie (TS1; TS2; TS3) et lors du dépassement de cette valeur de seuil libère
le chauffage de l'élément en une matière dilatable.
3. Système de refroidissement selon la revendication 1, ou 2,
caractérisé en ce que
l'unité de commande (18) détecte en tant que paramètres de fonctionnement la vitesse
de rotation (n) du moteur à combustion interne, l'angle d'ouverture (DK) du clapet
d'étranglement, la vitesse (v) du véhicule et/ou l'état de la charge (LAST) du moteur
à combustion interne (10) et détermine en fonction d'au moins deux de ces paramètres
de fonctionnement la température de consigne (TKsoll) de l'agent de refroidissement sous la forme d'un champ caractéristique (K).
4. Système de refroidissement selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
l'unité de commande (18), lorsque l'une des conditions de libération du chauffage
est remplie, libère avec temporisation le chauffage de l'élément en une matière dilatable
en fonction d'une hystérésis de paramètres de fonctionnement ou de paramètres de l'environnement
(δvH, δTH) et/ou en fonction d'une fenêtre de temps prédéfinie (δt).
5. Système de refroidissement selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
l'unité de commande (18), lorsque l'une des conditions de blocage du chauffage est
remplie, bloque avec temporisation le chauffage de l'élément en une matière dilatable
en fonction d'une hystérésis de paramètres de fonctionnement ou de paramètres de l'environnement
(δvH, δTH) et/ou en fonction d'une fenêtre de temps prédéfinie (δt).
6. Système de refroidissement selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'unité de commande (18) détermine de façon continue une température actuelle maximale
autorisée de l'agent de refroidissement, en fonction des paramètres de fonctionnement
et/ou de l'environnement (DK, n, v, TS, LAST, TKist, LL), température par laquelle est respectivement sensiblement déterminée la température
de consigne (TKsoll) de l'agent de refroidissement.