[0001] Die Erfindung betrifft einen atmosphärischen Gasheizkessel gemäß Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
[0002] Ein Gasheizkessel dieser Art ist bspw. nach der DE-A-37 05 230 bekannt. Dieser Gasheizkessel
besteht aus zwei Endgliedern und einem Mittelglied, das in herkömmlicher Weise mit
den Endgliedern vernippelt ist. Dieses Mittelglied weist insofern eine besondere Gestaltung
auf, als es vertikal sehr lang ausgebildet ist und damit die unterhalb der Hochschaltheizflächen
befindliche Brennkammer in eine zweiteilige Kammer aufteilt, wobei unterhalb jeder
Kammer im Bereich des ebenfalls wasserführenden Bodens ein Brennerrohr angeordnet
ist. Die Rückwand der Brennkammer und der Heizgasschächte ist dabei nicht wasserführend
ausgebildet. Die Glieder sind genau an die Unterbringbarkeit der Brennerrohre angepaßt,
d.h., Gasflächenbrenner bspw. in Halbkugelform, die mehr Raum beanspruchen und eine
entsprechend große Einschuböffnung verlangen, sind in einem solchen Gaskessel nicht
unterbringbar. Gleiches gilt auch für einen Gaskessel nach der DE-A-40 32 243, dessen
Einzelglieder ebenfalls vernippelt werden müssen.
[0003] Unter Beibehaltung des Prinzips der Gliederbauweise, die durch Anordnung einer oder
mehrerer Zwischenglieder eine Breitenvariabilität solcher Kessel zuläßt, liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, die das wasserführende Gehäuse bildenden Glieder vernippelungsfrei
zu gestalten, daß sich eine für jede Brennerart ausreichend große Brennkammer mit
ausreichend großer Einschuböffnung ergibt und die der Einschuböffnung gegenüberstehende
Brennkammerrückwand wassergekühlt ist, und dies verbunden mit der Maßgabe, jedes Glied
mit einem eigenen Vor- und Rücklaufbereich auszustatten, um für jedes Glied eine konsequente
vertikal orientierte Diagonaldurchströmung vom unteren Rücklauf- zum oberen Vorlaufbereich
zu gewährleisten, wobei das oder die Zwischenglied/er bzgl. der Form ihres wasserführenden
Innenraumes einer solchen Diagonaldurchströmung entsprechen sollen.
[0004] Diese Aufgabe ist mit einem atmosphärischen Gasheizkessel der gattungsgemäßen Art
nach der Erfindung durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 angeführten Merkmale
gelöst.
[0005] Wie noch deutlich werden wird, ergibt sich dadurch eine für Kesselglieder eigenartige
Form des bzw. der Zwischenglieder, die gewissermaßen auf das Notwendigste "abgemagert"
sind, nämlich auf einen oberen Schachttteil und den im wesentlichen rechtwinklig nach
unten angeschlossenen, die Brennkammerrückwand bildenden, wasserführenden Fortsatz.
Eine Vernippelung der Glieder untereinander ist nicht notwendig, da jedes Glied eigene
Vor- und Rücklaufleitungsstücke hat, die sich beim Zusammenfügen aller Glieder zu
sich über die gesamte Gehäusebreite quer erstreckenden Gesamtvor- und -rückläufen
zusammensetzen und die sich außen exponiert an der Vorder- und Rückseite des Gehäuses
befinden.
[0006] Ein wasserführendes Bodenteil weisen die Zwischenglieder also nicht auf, d.h., die
Brennkammer ist nach unten lediglich durch einen einfachen Blechzuschnitt begrenzt,
und die untere Vorderkante des Schachttteiles bildet die Oberkante der Brennereinschuböffnung,
in der lediglich eine lösbare, wärmeisolierte Brennkammerverschlußplatte angeordnet
ist.
[0007] Die sonst bei Kesselgliedern übliche Formgestaltung, bei der der wasserführende Hohlraum
auch den betreffenden Bodenteil der Brennkammer mit erfaßt, liegt also bei den Zwischengliedern
des erfindungsgemäßen Heizkessels nicht vor, und die beiden Seitenwandglieder stellen
praktisch nur einfache, wasserführende Taschen dar, die sowohl die Brennkammer und
den darüber befindlichen Schacht seitlich begrenzen. Der erfindungsgemäße Gasheizkessel
ist also, wie dies sich noch besser aus der speziellen Zeichnungsbeschreibung ergeben
wird, gewissermaßen ein, wie gesagt, auf das Notwendigste "abgemagerter" Kompaktkessel,
der trotzdem eine verhältnismäßig große Übertragungsfläche aufweist, in bekannter
Weise in Grenzen breitenvariabel ist und in den problemlos unterschiedliche Brennertypen
eingebaut werden können. Bevorzugt wird jedoch bei diesem Gasheizkessel ein Gasbrenner
mit einer halbkugelförmigen Brennerfläche eingesetzt, da dieser der im wesentlichen
kubischen Brennkammer am besten genügt.
[0008] Bevorzugt ist für den Gasheizkessel eine Ausführungsform derart vorgesehen, daß die
Seitenwandglieder und auch das mindestens eine Zwischenglied sowohl im Bereich der
Brennkammerrückwand und des Abzugsschachtes als auch kesselfrontseitig im Bereich
des Abzugsschachtes als auch kesselfrontseitig im Bereich des Abzugsschachtes mit
gegenseitig gasdicht anschließbaren Stegen versehen sind. Dies ermöglicht einen komplikationslosen
und einfach abzudichtenden Anschluß der Glieder untereinander, die insoweit auch keiner
bisher üblichen Vernippelung bedürfen. Da diese nicht wasserführenden Stege unmittelbar
von den wasserführenden Hohlräumen der Glieder abgehen, wird die von den Stegen aufgenommene
Wärme auch unmittelbar an den Wärmeträger abgeleitet.
[0009] Der erfindungsgemäße Heizkessel wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
[0010] Es zeigt schematisch
- Fig. 1
- stark vereinfacht und perspektivisch das Bauprinzip des Gasheizkessels;
- Fig. 2
- einen Horizontalschnitt durch den Gasheizkessel längs Schnittebene II-II in Fig. 1
mit in der Brennkammer angeordnetem Brenner;
- Fig. 3
- einen Horizontalschnitt durch den Gasheizkessel längs Schnittebene III-III in Fig.
1;
- Fig. 4
- ein Zwischenglied in Seitenansicht;
- Fig. 5
- das Zwischenglied gemäß Fig. 1 von der Rückseite aus gesehen und
- Fig. 6
- einen Vertikalschnitt durch die Brennkammer mit dem darin angeordneten Brenner.
[0011] Der in Fig. 1 stark schematisiert dargestellte Gasheizkessel besteht aus einem wasserführenden
Gehäuse 1 mit einem mehrteiligen Abzugsschacht 2 und Brennkammer 3, in der ein atmosphärischer
Gasbrenner anzuordnen ist. Der nicht wassergekühlte Boden 11 der Brennkammer 3 ist
nur gestrichelt angedeutet, und nicht dargestellt sind die äußere Gehäuseummantelung
und die Abzugshaube mit Abzugsanschluß. Diese schematische Darstellung läßt besonders
deutlich die exponierte Anordnung und Gestaltung der Vor- und Rückläufe V und R erkennen.
Unter Verweis auf die Fig. 2 bis 4 ist das Gehäuse 1 aus zwei hohlen Seitenwandgußgliedern
5 gebildet, die sich über die Gesamthöhe H der Brennkammer 3 und des darüber befindlichen
zum Abzug führenden Abzugsschachtes 2 erstrecken, wobei zwischen den beiden Seitenwandgußgliedern
5, wie dargestellt, zwei ebenfalls hohle Gußzwischenglieder 6 angeordnet sind und
diese hydraulisch mit den Seitenwandgliedern 5 allgemein durch einen gemeinsamen Vor-
und Rücklaufanschluß V, R in indirekter Verbindung stehen. Jedes Zwischenglied 6 ist,
wie aus Fig. 4 ersichtlich, aus einem Schachtteil 7 und aus einem die wassergekühlte
Rückwand 8 der Brennkammer 3 bildenden hohlen Fortsatz 8' gebildet. Dieser wasserführende
Schachtteil 7 des Zwischengliedes 6 begrenzt mit seinen Außenwänden 9 und den benachbarten
Wänden 10 der Seitenwandglieder 5 einzelne Abzugsschächte 2' (siehe Fig. 3). Die mit
ihrem nicht wasserführenden Boden 11 nach unten begrenzte Brennkammer 3 ist im oberen
Bereich brennereinschubseitig mit einer lösbaren, wärmeisolierten Brennkammerverschlußplatte
12 (Fig. 2, 6) versehen, und unter dieser ist der Gasbrenner 4 mit seiner Abschlußplatte
4' angeordnet.
[0012] Die wasserführenden Fortsätze 8' der Zwischenglieder 6 (siehe Fig. 1, 4) sind am
unteren Ende und die Seitenwandglieder 5 sind dazu fluchtend mit Rücklaufleitungsstücken
14 und die wasserführenden Schachtteile 7 sind am oberen Ende diagonal zum unteren
Rücklaufleitungsstück 14 und die Seitenwandglieder 5 ebenfalls dazu fluchtend mit
Vorlaufleitungsstücken 15 versehen, welche Leitungsstücke 14, 15 flüssigkeitsdicht
gegeneinander verspannt jeweils den Vorlaufanschluß V und den Rücklaufanschluß R des
Kessels bilden.
[0013] Wie in den Fig. 2, 3 dargestellt, sind die Seitenwandglieder 5 und auch die Zwischenglieder
6 sowohl im Bereich der Brennkammerrückwand 8 und des Abzugsschachtes 2 als auch kesselfrontseitig
im Bereich des Abzugsschachtes 2 mit gegenseitig gasdicht anschließbaren Stegen 16
versehen. Flüssigkeitsdichtungen sind also nur zwischen den Leitungsstücken 14, 15
vorzusehen, während die Dichtungen 13 nur gasführende Räume abzudichten haben. Die
Stege 16 erstrecken sich an allen Gliedern im wesentlichen nur vertikal, da die Einzelabzugsschächte
2' natürlich nach oben und unten offen bleiben müssen.
[0014] Das ganze, das Gehäuse 1 bildende Gliederpaket wird, da nicht vernippelt, durch äußere
Spannelemente 17 in bekannter Weise zusammengehalten, von denen nur eines in den Fig.
2, 3 dargestellt ist.
[0015] Die gasseitigen Wände 10 der Seitenwandglieder 5 und die Wände 9 der Zwischenglieder
6 sind mit Übertragungsflächenvergrößerungen, wie Noppen oder Verrippungen versehen,
was in Fig. 4 angedeutet ist.
[0016] Was den Vor- und Rücklaufanschlußbereich des Kessels betrifft, so ist, wie vorerwähnt,
dafür an den Gliedern selbst Vorsorge getroffen, nämlich derart, daß der wasserführende
Fortsatz 8 am unteren Ende und die Seitenwandglieder 5 dazu fluchtend mit Rücklaufleitungsstücken
14 und der wasserführende Schachtteil 7 am oberen Ende diagonal zum unteren Rücklaufleitungsstück
14 und die Seitenwandglieder 5 ebenfalls dazu fluchtend mit Vorlaufleitungsstücken
15 versehen sind. Beim Zusammensetzen der Glieder ergeben sich automatisch die Vor-
und Rückläufe V, R mit, die am fertigen Kessel nur an einem Ende mit Stopfen zu verschließen
sind, während an den anderen Öffnungen die Vor- und Rücklaufleitungen zum Heizungskreis
anzuschließen sind. Bei zwei Seitenwandgliedern und bspw. zwei Zwischengliedern ergeben
sich also vom Rücklauf- zum Vorlaufbereich des Kessels, von diesem direkt abgehend
bzw. diesem direkt zugehend, vier separate Ströme des Wärmeträgermediums, wobei der
über der Brennkammer 3 befindliche Abzugsschacht in drei Einzelschächte gegliedert
ist.
[0017] Wie vorerwähnt, ist in der praktisch ideal kubischen Brennkammer 3 ein Gasbrenner
4 in Form eines halbkugelförmigen Gasflächenbrenners 4' eingesetzt, der keiner näheren
Beschreibung bedarf, da an sich bekannt.
[0018] Wie ohne weiteres vorstellbar, könnte man bei Einsatz eines anderen Brennertyps (ohrbrenner
mit nur zwei Rohren) dafür, ohne Wesentliches ändern zu müssen, das Gehäuse 1 aus
den Seitenwandgliedern 5 und nur einem Zwischenglied 6 bilden, oder auch aus drei
Zwischengliedern 6, wenn dies die Breite des Rohrbrenners (bspw. mit drei oder vier
Rohren) verlangen sollte.
[0019] Voraussetzung für diese Wahlmöglichkeit bzgl. des Brennertyps ist die freie Zugänglichkeit
der Brennkammer 3, deren Öffnung ihrem gesamten Vertikalquerschnitt entspricht.
[0020] Statt zweier Zwischenglieder 6, wie in den Fig. 1 bis 3 dargestellt, kann auch nur
ein der Breite zweier Zwischenglieder entsprechendes Zwischenglied angeordnet werden,
wobei der wasserführende Innenraum eines solchen breiten Gliedes bis auf die relativ
kurzen äußeren Stege 16 die ganze Breite dieses Gliedes einnimmt. Die Breite eines
solchen Gliedes entspricht dann im wesentlichen dem Durchmesser eines halbkugelförmigen
Gasflächenbrenners 4, wie dargestellt.
[0021] Wie in Fig. 2, 3 dargestellt, sind die Vor- und Rücklaufleitungsstücke 14, 15 vorteilhaft
und damit im Sinne einer kompakten Bauweise mit dem größeren Teil ihrer Länge L auf
der Seite der Wände 10 der Seitenwandglieder 5 angeordnet.
1. Atmosphärischer Gasheizkessel, bestehend aus einem wasserführenden Vor- und Rücklaufanschlüsse
(V, R) aufweisenden Gehäuse (1) mit den unteren Bereich eines Abzugsschachtes (2)
bildender Brennkammer (3), in der ein atmosphärischer Gasbrenner (4) angeordnet ist,
wobei das Gehäuse (1) aus zwei hohlen Seitenwandgußgliedern (5) gebildet ist, die
sich über die Gesamthöhe (H) der Brennkammer (3) und des darüber befindlichen zum
Abzug führenden Abzugsschachtes (2) erstrecken, zwischen denen minestens ein ebenfalls
hohles, einen Teil der Gehäuserückwand bildendes Gußzwischenglied (6) angeordnet und
dieses hydraulisch mit den Seitenwandgliedern (5) verbunden ist und mit diesen Abzugsschächte
(2') begrenzt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das mindestens eine Zwischenglied (6) aus einem Schachtteil (7) und einem die
Rückwand (8) der Brennkammer (3) bildenden hohlen Fortsatz (8') gebildet ist,
daß der wasserführende Fortsatz (8') am unteren Ende und die Seitenwandglieder (5)
dazu fluchtend mit Rücklaufleitungsstücken (14) und der wasserführende Schachtteil
(7) am oberen Ende diagonal zum unteren Rücklaufleitungsstück (14) und die Seitenwandglieder
(5) ebenfalls dazu fluchtend mit Vorlaufleitungsstücken (15) versehen sind, welche
Leitungsstücke (14, 15) flüssigkeitsdicht gegeneinander verspannt jeweils den Vorlaufanschluß
(V) und den Rücklaufanschluß (R) des wasserführenden Gehäuses (1) bilden,
und daß die mit einem nicht wasserführenden Boden (11) nach unten begrenzte Brennkammer
(3) im oberen Bereich brennereinschubseitig mit einer lösbaren, wärmeisolierten Brennkammerverschlußplatte
(12) versehen und unter dieser die Anschlußplatte (9') des Gasbrenners (4) angeordnet
ist.
2. Gasheizkessel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Seitenwandglieder (5) und auch das mindestens eine Zwischenglied (6) sowohl
im Bereich der Brennkammerrückwand (8) als auch des Abzugsschachtes (2) mit gegenseitig
gasdicht anschließbaren Stegen (16) versehen sind.
3. Gasheizkessel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Zwischenglied (6) mit seiner Breite im wesentlichen der Breite (B) des
Gasflächenbrenners oder der Gesamtbreite eines aus mehreren parallelen Rohren gebildeten
Gasbrenners entspricht.
4. Gasheizkessel nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vor- und Rücklaufleitungsstücke (14, 15) der Seitenwandglieder (5) mit dem
größeren Teil ihrer Länge (L) auf der Seite der Wände (10) der Seitenwandglieder (5)
angeordnet sind.