(19)
(11) EP 0 641 535 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.03.1995  Patentblatt  1995/10

(21) Anmeldenummer: 94810288.4

(22) Anmeldetag:  19.05.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A47G 19/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI NL PT SE

(30) Priorität: 27.08.1993 CH 2556/93

(71) Anmelder:
  • Gerster, Peter
    CH-4310 Rheinfelden (CH)
  • Zimmerli, Kurt
    CH-8532 Warth (CH)

(72) Erfinder:
  • Gerster, Peter
    CH-4310 Rheinfelden (CH)
  • Zimmerli, Kurt
    CH-8532 Warth (CH)

(74) Vertreter: Felber, Josef et al
Felber & Partner AG Dufourstrasse 116 Postfach 105
CH-8034 Zürich
CH-8034 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen


    (57) Die Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen weist zwei vorzugsweise halbkreisförmig gebogene Streben (1,2) auf, die mit ihren Enden scharnierend verbunden sind. Diese Streben können zueinander von 0° bis maximal 180° verschwenkt werden. Zwischen den beiden Streben (1,2) ist ein Faltenbalg (4) angeordnet, sodass im auseinandergeschwenkten Zustand der Streben (1,2) ein faltenbalgartiges Gewölbe gebildet wird. In einer Variante weist die Schutz- und Warmhaltehaube einen durchgehenden Boden (14) in Form zum Beispiel einer Servierplatte auf, auf der die Streben in Gebrauchslage aufliegen. Ein Tragbügel (13) aus einem Rundstahl oder Rohr ist an den Scharnieren (5,6) der Streben eingehängt. Dieser Bügel rastet unter Tragbelastung in eine Kerbe oder einen Schlitz am Scharnier ein, sodass er gegenüber dem Boden nicht mehr schwenkbar ist.




    Beschreibung


    [0001] Diese Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdecken von Speisen auf Tellern, Platten oder in Schüsseln. Sowohl im Haushaltsbereich als auch in Gastronomiebetrieben sind Abdeckvorrichtungen in der Form von Speiseglocken, Käseglocken und Insektenschutz-Hauben bekannt. Sie dienen dabei zum Frischhalten der Speisen und zum Schutz vor Staub, Geruch und Insekten. Für Obst werden zum Beispiel Hauben aus einem Draht-Gerippe angeboten, das mit einem luftdurchlässigen Gewebe bespannt ist. Einige solche Hauben sind nach Art eines Schirmes aufspannbar. Um Lebensmittel wie Käse oder auch Torten vor dem Austrocknen an der Luft zu schützen, sind die dafür verwendeten Abdeckungen in Form von Speiseglocken aus Kunststoff oder auch aus Glas gefertigt. Weiters werden Speiseglocken auch zum Warmhalten von Speisen eingesetzt. In Restaurants werden dafür oft metallische, halbkugelförmige, meist sehr voluminöse Abdeckglocken verwendet, die nicht nur ein zu rasches Abkühlen der Speisen verhindern sollen, sondern auch dekorativ wirken sollen.

    [0002] Ein Nachteil all dieser festen Abdeckglocken und Hauben ist ihre Grösse und der damit verbundene Platzbedarf zum Aufbewahren. Bei den Abdeckglocken zum Warmhalten kommt noch dazu, dass sie, sobald sie auch dekorativ gestaltet sind, in der Anschaffung relativ teuer sind. Gerade aus den genannten Gründen wird daher im privaten Haushalt und auch in vielen Gastronomiebetrieben auf Speiseglocken verzichtet, obwohl sie insbesondere beim Servieren von Speisen im Freien sehr vorteilhaft sind.

    [0003] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen zu schaffen, die platzsparend aufbewahrbar ist, dekorativ wirkt und kostengünstig herstellbar ist.

    [0004] Diese Aufgabe wird gelöst von einer Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen, die sich auszeichnet durch zwei gebogene Streben, die mit ihren Enden scharnierend verbunden sind und zueinander von 0° bis maximal 180° verschwenkbar sind, wobei zwischen den beiden Streben ein Faltenbalg angeordnet ist, sodass im auseinandergeschwenkten Zustand der Streben ein faltenbalgartiges Gewölbe gebildet wird.

    [0005] Anhand der Zeichnungen werden beispielsweise Ausführungen der Schutz- und Abdeckhaube beschrieben.

    [0006] Es zeigt:
    Figur 1 :
    Die über einem Teller aufgefaltete Schutz- und Abdeckhaube;
    Figur 2 :
    Die zusammengefaltete Schutz- und Abdeckhaube;
    Figur 3 :
    Die Schutz- und Abdeckhaube in halb geöffnetem Zustand;
    Figur 4 :
    Die Schutz- und Abdeckhaube in eine Unterlagsplatte integriert;
    Figur 5 :
    Die Schutz- und Abdeckhaube in eine Servierplatte integriert;
    Figur 6 :
    Die Schutz- und Abdeckhaube mit einem Tragbügel;
    Figur 7 :
    Die Schutz- und Abdeckhaube mit einer Tellerhalterung;
    Figur 8 :
    Die Schutz- und Abdeckhaube mit den Befestigungsmitteln für einen Papier-Faltenbalg;
    Figur 9 :
    Die Streben der Schutz- und Abdeckhaube für einen auswechselbaren Papier-Faltenbalg.


    [0007] In der Figur 1 ist die erfindungsgemässe Schutz- und Warmhaltehaube in einer einfachen prinzipiellen Ausführung in Gebrauchslage dargestellt. Sie besteht im gezeigten Beispiel aus zwei halbkreisförmig gebogenen Streben 1 und 2, die mit ihren Enden scharnierend verbunden sind. Diese Streben 1,2 sind zueinander von 0° bis maximal 180° verschwenkbar. Zwischen den beiden Streben 1,2 ist ein Faltenbalg 4 angeordnet, sodass im hier auseinandergeschwenkten Zustand der Streben 1,2 ein faltenbalgartiges Gewölbe gebildet wird, unter dem je nach Grösse der Haube ein Teller oder eine Seriverplatte oder eine Schüssel Platz findet.

    [0008] In Figur 2 ist die Schutz- und Warmhaltehaube in zusammengefaltetem Zustand gezeigt. Zwischen den beiden Streben 1,2, die hier aus gestanzten Stahlblechteilen bestehen, befindet sich der zusammengefaltete Balg 4, und die Flachseiten der Streben 1,2 verlaufen in diesem Zustand parallel zueinander. Die Streben 1,2 weisen auf der äusseren Bogenseite in ihrer Mitte je eine Ausformung auf, die einen Haltegriff 3,20 bildet. Diese Haltgriffe 3,20 erleichtern das Öffnen und Zusammenfalten der Schutzhaube. Sie sind in Gebrauchslage der Haube leicht gegen oben gebogen, sodass sie leicht ergriffen werden können. Im hier gezeigten zusammengeschwenkten Zustand sind sie entspechend leicht zueinander hin gebogen. Die Scharniere 5,6 sind durch rechtwinkliges Aufbiegen von an den Enden der Streben geformten Laschen gebildet, wobei die Laschen 7 der hier obenliegenden Strebe 2 ein Loch aufweisen und die Laschen 8 der darunterliegenden Strebe 1 einen Bolzen 9 tragen - oder umgekehrt. Durch geringfügiges Zusammendrücken der inneren oder Spreizen der Strebe mit den äusseren Laschen lassen sich die Bolzen im Zug der Montage in die Löcher führen, in denen sie dann im entspannten Zustand des Materials gehalten werden.

    [0009] Figur 3 zeigt die Schutz- und Warmhaltehaube in halboffenem Zustand. Die Streben 1,2 können aus Stahlblech, Aluminium oder aber auch aus Kunststoff, z.B. aus Plexiglas, oder Holz gefertigt sein. Um sie dekorativ zu gestalten, wird ihre Oberfläche lackiert, metallisch veredelt oder eloxiert. Die Handgriffe können zusätzlich dekorativ gestaltet werden, indem sie zum Beispiel andersfarbig lackiert werden, oder es werden zusätzliche Formteile als Griffe an den integrierten Haltegriffen 3,20 montiert. Solche Formteile können aus Metall, Holz oder auch aus Kunststoff gefertigt sein, und zum Beispiel aufgeklebt oder aufgeschraubt werden. Der Faltenbalg 4, der je nach Bedarf aus den unterschiedlichsten Materialien angefertigt sein kann, ist auswechselbar an den Streben 1,2 befestigt. In der hier gezeigten Ausführung ist der Faltenbalg 4 aus plissiertem Papier nach der Art von Lampions gefertigt und mittels eines Klebebandes auf die Streben aufgeklebt. Eine andere Möglichkeit der Befestigung des Faltenbalges an den Streben 1,2 ist die Verwendung eines Klettbandes anstelle eines Klebebandes, wenn der Faltenbalg aus teurerem Material besteht. Damit kann der Faltenbalg 4 auswechselbar und wiederverwendbar eingesetzt werden. Wird die Schutzhaube zum Abdecken von Obst verwendet, so besteht der Faltenbalg vorteilhaft aus einem luftdurchlässigen Gewebe. Für das Schützen von kalten Speisen eignet sich ein Faltenbalg aus transparenter und stabiler Kunststoff-Folie, die ähnlich plissiert sein kann wie ein Papierfaltenbalg. Diese Ausführung wirkt besonders attraktiv und dekorativ, weil sie den Blick auf die Speisen freigibt. Undurchsichtige Faltenbalge können entsprechend der Verwendung graphisch gestaltet sein. Besonders für Gartenparties eignet sich ein aus buntem Papier gefertigter Faltenbalg, der dann sowohl als Schutz der Esswaren vor Staub und Insekten und vor zu raschem Auskühlen dient als auch als attraktiver und dekorativer Tischschmuck wirkt. Der Faltenbalg kann aber auch als eigentliche Werbefläche genutzt werden und mit Bildern und Werbetexten versehen sein, die dann im aufgeklappten Zustand als Werbebotschaft vermittelt werden. Gerade für Restaurants und Hotels wird so eine interessante Möglichkeit geboten, ihre Identität mit einem eigenen Aufdruck auf dem Faltenbalg zu unterstreichen. Für thematisch geprägte Anlässe wie Geburtstage, Firmenjubiläen und Vereinsanlässe lassen sich mit ganz gezielten Aufdrucken überraschende Effekte erzielen. So können Faltenbalge mit Namen oder Datumsaufdrucken angeboten werden, oder Firmenlogos können aufgedruckt werden usw. Für den Einsatz der Schutzhaube als Wärmeschutz kann der Faltenbalg aus einer speziell wärmeisolierenden, zum Beispiel metallbeschichteten Folie bestehen. Auch diese Folie kann entsprechend ihrem Verwendungszweck werbetechnisch gestaltet sein. Der Faltenbalg 4 ist grundsätzlich der Form der Streben 1,2 nachgeführt. Die in den Zeichnungen gezeigten Streben 1,2 sind halbkreisförmig. Sie können aber auch eine elliptische oder sogar eine rechteckige Form haben. Je nach Form der Streben wird ein der Form entsprechender Faltenbalg eingesetzt.

    [0010] Aus der Vielfalt der Materialien und der Formen, mit denen die Streben und der Faltenbalg gefertigt sein können, ergibt sich auch eine Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten für die erfindungsgemässe Schutz- und Warmhaltehaube. Neben dem praktischen Nutzen als Schutz gegen Staub, Geruch, Sonneneinstrahlung, Insekten und als Wärmeschutz ist die Schutzhaube besonders gut als dekorativer Servier- und Tischschmuck geeignet, der einem Gedeck eine ganz neue und erfrischende Note zu verleihen vermag. Die Farbkombination mit einer zugehörigen Serviette oder gar deren Abstimmung zu den servierten Speisen eröffnet dem Gastronomen neue Horizonte zum Verwöhnen des Gastes. Der Einsatzbereich dieser Schutz- und Warmhaltehaube erstreckt sich vom privaten Haushalt im Esszimmer, auf dem Balkon oder im Garten über den Einsatz in Gastronomiebetrieben bis hin zum Camping. Aufgrund der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und der einfachen Konstruktion der Schutzhaube ist es offensichtlich, dass auch sehr preisgünstige Modelle herstellbar sind. Auf der anderen Seite ist es aber auch möglich, ausgesprochene Luxusvarianten zu bauen, mit zum Beispiel verchromten oder vergoldeten Streben und einem Faltenbalg aus einer dünnen Metallfolie oder aus einer transparenten Kunststoff-Folie.

    [0011] In Figur 4 ist die Schutz- und Abdeckhaube in eine zum Beispiel hölzerne Unterlagsplatte integriert. Die eine Strebe 1 ist dabei fest mit der Unterlagsplatte 10 verbunden, während die andere Strebe 2 unter Mitnahme des zwischenliegenden Faltenbalges 4 frei um 180° schwenkbar ist. Um die Unterlagsplatte leicht reinigen zu können, kann die Strebe 1 aber auch wegnehmbar auf der Unterlagsplatte 10 befestigt sein, zum Beispiel mittels Klammern, Druckknöpfen, Flügelschrauben oder -muttern, Magneten oder ähnlichen Befestigungsmitteln. Diese Unterlagsplatte kann in der Küche zum Zurüsten und Zuschneiden der Speisen dienen, wonach dann die Speisen sogleich auf dieser Unterlagsplatte 10 angerichtet werden. Die Haube wird danach geschlossenen, bis die Speisen serviert werden. Auf dieser Unterlagsplatte können in dieser Weise Speisen wie zum Beispiel assortierter Käse, Trockenfleisch und Wurst wie auch Früchte ganz adrett serviert werden. Die Unterlagsplatte kann auch als individueller Teller dienen. Sie wird auf den Tisch der Gäste gestellt und erst dann wird die Haube geöffnet, um einen Ueberraschungseffekt zu erzielen. Die Unterlagsplatte kann auch eine kleine Tischplatte sein. Dabei sind die beiden Streben 1,2 einer Tischplatte angepasst, die Strebe 1 ist auf dieser Platte montiert, und durch Umklappen der Strebe 2 wird der ganze Tisch abgedeckt.

    [0012] Figur 5 zeigt eine abgewandelte Form, bei welcher die Schutz- und Warmhaltehaube auf einer üblichen Anricht- oder Servierplatte 11 mit zwei Griffen 12 angeordnet ist. Dabei ist wiederum die eine Strebe 1 fest mit der Platte 11 verbunden, während die andere frei schwenkbar ist. Diese Anrichtplatte kann aus Chromstahl, Silber oder auch aus Glas, Holz oder Kunststoff bestehen. Mit einer Platte oder einem etwas tieferen Behälter oder einer Schüssel aus Glas lassen sich auch Aufläufe warmhalten und servieren. Die Schutz- und Warmhaltehaube ist dann je nach Material mit geeigneten Befestigungsmitteln an der Platte oder an der Schüssel festgemacht. Diese können zum Beispiel aus Klammern oder Druckknöpfen bestehen.

    [0013] Für manche Verwendungszwecke ist es vorteilhaft, wenn die Schutzhaube mitsamt den abgedeckten Speisen tragbar ist.

    [0014] Eine Ausführung einer Schutzhaube mit einem Tragbügel 13 ist in der Figur 6 gezeigt. Der Tragbügel 13 besteht aus einem Rundstahl oder Rohr und ist im Scharnier 5,6 eingehängt. In dieser Ausführung kann die Schutz- und Warmhaltehaube einen durchgehenden Boden 14 aufweisen, auf dem die eine Strebe 1 fest montiert ist, während wiederum die andere Strebe 2 frei schwenkbar ist. Der Tragbügel 13 kann so montiert sein, dass er unter Belastung in eine Kerbe oder einen Schlitz am Scharnier einrastet, sodass er gegenüber dem Boden 14 nicht mehr schwenkbar ist und somit keine Gefahr besteht, dass der Boden während des Tragens kippt. Ohne Tragbelastung des Bügels 13 lässt sich dieser auf beide Seite abschwenken. In dieser Ausführung können Tellergerichte besonders bequem serviert werden. Es können von einer Person zwei Hauben mitsamt den darunterliegenden Tellern getragen werden, oder es können mehrere Hauben auf einer Tragstange an den Bügeln aufgehängt werden. In einer weiteren Variante kann der Boden unten einen abklappbaren Haken aufweisen, an welchem der Bügel einer weiteren Schutzhaube mit Boden anhängbar ist. Damit kann eine Person mit jeder Hand wenigstens vier abgedeckte Tellergerichte zum Gästetisch tragen und dort servieren.

    [0015] In Figur 7 ist eine andere Variante der Schutz- und Warmhaltehaube gezeigt, welche das gedeckte Mittragen eines Tellergerichtes ermöglicht. Um den Teller zu halten, sind hier vier schwenkbare Greifarme 15 schwenkbar an den Streben 1,2 montiert. Nachdem die Schutz- und Warmhaltehaube über ein Tellergericht gestülpt wurde, werden diese Greifarme 15 an den Streben durch Umschwenken der Griffe 16 in die Lage geschwenkt, die in der Figur 7 dargestellt ist. Dabei greifen die Enden der Greifarme 15 allseits unter den Tellerrand und die Schutz- oder Warmhaltehaube kann am Tragbügel mitsamt dem darunterliegenden Teller weggetragen werden.

    [0016] Figur 8 zeigt die Schutz- und Abdeckhaube mit den Befestigungsmitteln für einen Papier-Faltenbalg. Meist sind die Papierfaltenbalge nach Art der Papier-Lampions gefertigt und weisen beidenends einen Drahtbügel 17 in ihrem Rand auf. Die Enden dieser Drahtbügel werden nun umgebogen, sodass sie Haken 18 bilden. In der Mitte der Bügel sind diese aussen zu einer Drahtlasche 19 ausgeformt. Unter dem Faltenbalg 4 in der Figur 8 ist eine Strebe 2 dargestellt. Auf diese Strebe wird der zusammengefaltete Faltenbalg 4 zur Montage gelegt. Dabei sind im Scharnierbereich der Strebe 2 Ausnehmungen 20 vorgesehen, in welche die Haken 18 eingehängt werden können. Wenn dies auf beiden Seiten erfolgt ist, wird die Drahtlasche 19 über einen aus der Strebe 2 gestanzten und aufgebogenen Widerhaken 21 gezogen und unter etwas Spannung eingehängt. Auf diese Art kann der Faltenbalg 4 austauschbar und auch wiedereinsetzbar auf die Streben 1,2 montiert werden. In gleicher Weise wird der Faltenbalg auf die gegenüberliegende Strebe montiert.

    [0017] Die Figur 9 schliesslich zeigt die Streben der Schutz- und Abdeckhaube für einen auswechselbaren Papier-Faltenbalg. Bei dieser Ausführung der erfindungsgemässen Schutz- und Warmhaltehaube ist der nach Art eines Papier-Lampions gefertigte Papier-Faltenbalg beidenends mit seinen Enden auf einen Kartonstreifen 21 aufgeklebt. In der Figur 9 ist dieser Kartonstreifen 21 gestrichelt eingezeichnet. Der bogenförmige Kartonstreifen 21 hat die gleiche Form und Grösse wie die Flachseite der Strebe 1,2 und weist in seinem Polbereich eine ausragende Lasche 23 auf. Die gebogenen Streben 1,2 sind aus gestanzten Blechteilen gefertigt, die im Querschnitt ein L-Profil haben, das heisst einen um 90° aufgebogenen äusseren Rand aufweisen. Im Scharnierbereich sind die Flachseiten der Streben 1,2 nach oben gebogen, sodass der hochgebogene Abschnitt 22 mit der Flachseite der Strebe 1,2 einen Winkel von etwa 45° einschliesst. Weiters weisen die im Beispiel gezeigten einstückig geformten Streben 1,2 im Polbereich je einen Haltegriff 20 auf. Im Bereich der Haltegriffe 20 ist das L-Profil der Streben 1,2 durchbrochen, und zwar derart, dass zwischen der Flachseite der Strebe 1,2 und dem Griff 20 eine schlitzförmige Öffnung 24 gebildet ist. Beim Einsetzen des Faltenbalges in die Streben 1,2 werden die Kartonstreifen 21 mit ihren Enden unter die hochgebogenen Abschnitte 22 der Strebe 1,2 eingelegt. Die Lasche 23 des Kartonstreifens 21 wird dann durch leichtes Zusammendrücken des Kartonstreifens 21 in die Öffnung 24 der Streben 1,2 eingesteckt. Sobald die Lasche 23 in die Öffnung 24 eingeschoben ist, wird der Kartonstreifen 21 und somit der Faltenbalg von den Streben gehalten. Der gleiche Vorgang wird für den zweiten Kartonstreifen wiederholt. Sobald beide Kartonstreifen in den Streben 1,2 befestigt sind, ist die Schutzhaube einsatzbereit. Im zusammengeschwenkten Zustand ist der Faltenbalg von den L-Profilen der Streben 1,2 umschlossen und damit auch geschützt. Das hat den Vorteil, dass die Schutzhaube bei deren Lagerung geschützt ist. Die einfache Montageart des Faltenbalges in den Streben 1,2 erlaubt ein rasches und problemloses Wechseln des Faletenbalges, wenn dieser ersetzt werden soll.

    [0018] Der Faltbalg 4 kann entsprechend der Verwendung auch aus einer durchsichtigen Folie gefertigt sein. So können servierbereite Speisen geschützt ausgestellt werden, wie das zum Beispiel in Selbstbedienungsbuffets üblich ist, wobei die Haube nur gerade dann geöffnet wird, wenn Speisen entnommen werden. Bei entsprechender Grösse der Schutzhaube kann auch ein Teil eines Büffets abgedeckt werden. Die erfindungsgemässe Schutzhaube ist meistens mehrfach einsetzbar. Zum Reinigen kann der Faltenbalg 4 demontiert werden. Ebenso kann ein beschädigter Faltenbalg leicht ersetzt werden. Die Speisen sind durch den Einsatz der Schutzhaube und durch die Verwendung eines entsprechenden Faltenbalges 4 dekorativ und hygienisch präsentierbar.

    [0019] In einer hier nicht gezeigten Ausführung ist die Schutzhaube auf ein Kochgeschirr, wie zum Beispiel eine Bratpfanne oder eine Friteuse, aufsetzbar. Die Schutzhaube kann dabei entweder in die Pfanne integriert sein, oder auf diese aufsteckbar und wieder abnehmbar montiert sein. In dieser Anwendung dient die Schutzhaube als Spritzschutz beim Braten oder Fritieren. Der Faltenbalg besteht in dieser Ausführung aus einem siebähnlichen Metallgewebe oder aus Filterpapier. Der Faltenbalg aus Metallgewebe kann nach Gebrauch abgenommen, gereinigt und wiederverwendet werden. Ein verschmutzter Papier-Faltenbalg lässt sich einfach durch einen neuen ersetzen.


    Ansprüche

    1. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen, gekennzeichnet durch zwei gebogene Streben (1,2), die mit ihren Enden scharnierend verbunden sind und zueinander von 0° bis maximal 180° verschwenkbar sind, wobei zwischen den beiden Streben (1,2) ein Faltenbalg (4) angeordnet ist, sodass im auseinandergeschwenkten Zustand der Streben (1,2) ein faltenbalgartiges Gewölbe gebildet wird.
     
    2. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Streben (1,2) gestanzte Blechteile sind, welche in auseinandergeschwenktem Zustand flach auf dem Tisch liegen und deren Flachseiten in zusammengeschwenktem Zustand unter Einschluss des zusammengefalteten Faltenbalges (4) parallel zueinander verlaufen.
     
    3. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen durchgehenden Boden (14) aufweist, auf dem die Streben in Gebrauchslage aufliegen, sowie einen Tragbügel (13) aus einem Rundstahl oder Rohr aufweist, der im Scharnier (5,6) eingehängt ist und der unter Tragbelastung in eine Kerbe oder einen Schlitz am Scharnier einrastet, sodass er gegenüber dem Boden (14) nicht mehr schwenkbar ist.
     
    4. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Strebe (1) fest auf einer Unterlagsplatte oder Servierplatte (10,11) sitzt und die andere unter Auffaltung des Faltenbalges (4) frei auf die gegenüberliegende Seite der Unterlags- oder Servierplatte (10,11) abschwenkbar ist.
     
    5. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faltenbalg (4) nach Art eines runden Lampions aus plissiertem Papier oder aus transparentem Folienmaterial, aus Kunststoff-Folie, Metallfolie oder Textilstoff gefertigt ist.
     
    6. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faltenbalg (4) aus wärmeisolierendem Kunststoff- oder Metall-Folienmaterial besteht.
     
    7. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faltenbalg (4) austauschbar und wiederverwendbar ist, indem er mittels eines im Rand des Faltenbalges (4) eingearbeiteten Drahtes (17), welcher an den beiden Enden umgebogen ist, an den Scharnierbereichen der Streben (1,2) einhängbar ist und mit einer von ihm in der Mitte gebildeten Drahtlasche (19) unter Spannung an einem Widerhaken (21) in der Strebe (1,2) einhängbar ist.
     
    8. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Faltenbalg mittels Klebestreifen oder Klettverschlüssen oder mittels Klammern, Druckknöpfen oder Flügel schrauben oder Flügelmuttern an den Streben (1,2) befestigt ist.
     
    9. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die gebogenen Streben (1,2) gestanzte Blechteile sind, die im Querschnitt ein L-Profil aufweisen und deren Flachseiten im Scharnierbereich hochgebogen sind, sodass der hochgebogene Abschnitt (22) mit der Flachseite der Strebe (1,2) einen Winkel von etwa 45° einschliesst, und dass die Streben (1,2) im Polbereich je einen Haltegriff (20) aufweisen und die L-Profile der Streben (1,2) im Polbereich eine schlitzförmige Öffnung (24) aufweisen, dass weiters der Faltenbalg austauschbar und wiederverwendbar ist, indem er mittels eines am Rand des Faltenbalges aufgeklebten Kartonstreifens (21) an den beiden Enden unter die hochgebogenen Abschnitte (22) der Strebe (1,2) im Scharnierbereichen einhängbar ist, und mit einer im Polbereich des Kartonstreifens (21) ausragenden Lasche (23) in die schlitzförmige Öffnung (24) der Strebe (1,2) einhängbar ist.
     
    10. Schutz- und Warmhaltehaube für Speisen nach einem der Ansprüche 1 bis 2 oder 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an den Streben (1,2) mehrere schwenkbare Greifarme (15) angebracht sind, die dazu bestimmt sind, unter einen unter der Haube liegenden Teller geschwenkt zu werden, derart, dass dieser mitsamt der Haube von dieser tragbar ist.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht