Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Kennzeichnungsmuster für aus Glas gebildete Bildrröhrenteile,
die im Fertigungsprozeß einer Wärmebehandlung unterzogen werden, sowie auf ein Verfahren
zur Kennzeichnung von Bildröhrenteilen.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, Glaswannen von Bildröhren zur Vereinfachung des Fertigungsprozesses
mit Markierungen zu versehen, die es erlauben, den jeweiligen Typ der Glaswanne oder
auch eine jeweilige Glaswanne selbst zu erkennen. Die Glaswanne bildet den Teil einer
Bildröhre, der später im montierten Zustand dem Betrachter zugewandt ist.
[0003] Eine bekannte Art zur Realisierung solcher Markierungen ist die, daß die jeweilige
Glaswanne an ihrer Außenseite mit einem Etikett versehen wird. Gemäß der Schrift US
4 374 551 wird dazu ein mit gedruckten Informationen versehenes Etikett auf die Glaswanne
aufgeklebt. In Ansehung der Temperaturprozesse, welche die Glaswanne im Laufe ihrer
Fertigung durchlaufen muß, ist leicht einzusehen, daß eine solche Lösung keine zuverlässige
und dauerhafte Markierung von Bildröhrenteilen gewährleistet. Aus diesem Grunde wird
auch von der Schrift DE 38 25 846 ein Klebeetikett angegeben, welches ein Kennzeichnungsbild
aus Glaslot aufweist. Wird dieses Klebeetikett auf die Außenseite der Glaswanne aufgeklebt
und durchläuft die Glaswanne anschließend einen Temperaturprozeß, so verbindet sich
das Kennzeichnungsbild mit dem Glas der Wanne zu einer dauerhaften und nicht mehr
entfernbaren Kennzeichnung.
[0004] Werden jedoch eine Vielzahl verschiedener Bildröhrentypen auf einer Fertigungslinie
gefertigt, so wird bei der Verwendung von Etiketten als nachteilig empfunden, daß
für die verschiedenen Röhrentypen auch eine entsprechende Anzahl von Etiketten bevorratet
werden muß, da es mit nicht vertretbarem Aufwand verbunden wäre, derartige Etiketten
unmittelbar vor dem Verbinden mit der Glaswanne herzustellen. Außerdem ist aus dem
letzten Grunde heraus auch die Informationsvielfalt auf derartiger Etiketten begrenzt.
[0005] Gemäß einem anderen Stand der Technik (US 4 327 283) erfolgt die Markierung von Bildröhrenteilen
dergestalt, daß an der Außenseite des jeweiligen Bildrörenteils mindestens ein aus
Glasfrittmaterial gebildeter Bereich erstellt wird. Je nach Verfahrensführung wird
dann entweder die Markierung in Form eines maschinenlesbaren Strichcodes in dem gebildeten
Bereich erstellt und dann der erstellte Bereich mit der Glaswanne verfrittet oder
umgekehrt. Die Ausbildung des Strichcodes erfolgt dergestalt, daß durch Anwendung
geeigneter Maßnahmen auf vorbestimmten Flächen des zusätzlich gebildeten Bereichs
das dort aufgetragene Glasfrittmaterial wieder teilweise entfernt wird. Als Maßnahmen,
die geeignet sind, das Glasfrittmaterial zu entfernen werden mechanisch und chemisch
wirkende Verfahren unter Einschluß der Lasertechnik angegeben.
[0006] Wenngleich mittels dieses Verfahrens eine individuelle Kennzeichnung einer jeden
Glaswanne ausgeführt werden kann, wird jedoch als nachteilig erachtet, daß bei dieser
Art der Kennzeichnung immer wenigstens eine, für die reine Bildröhrenfertigung nicht
erforderliche Schicht in mehreren Arbeitsschritten auf der Glaswanne erzeugt werden
muß. Wie in diesem Zusammenhang die Schrift US 4 600 360 hervorhebt, ist es aus Gründen
der Lesbarkeit, einer nach der Schrift US 4 327 283 erstellten Strichcodierung, erforderlich,
die Markierung noch mittels einer besonderen Schutzschicht vor Verschmutzung zu schützen.
[0007] Wie Versuche der Anmelderin gezeigt haben, ist eine direkte, d. h. in die Oberfläche
des Schirmglases eingearbeitete Markierung nicht ausführbar, da dies - wie auch die
Schrift US 4 327 283 mittelbar bestätigt - zu einer unzulässigen Schwächung der später
im montierten Zustand unter erheblicher Belastung stehenden (Schirm-) Gaswanne führt.
[0008] Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Markierungen von Bildröhrenteilen
anzugeben, deren Herstellung keine über die Fertigung des jeweiligen Bildröhrenteils
hinausgehenden Schichten/Materialien erfordert und zudem gegen äußere Einflüsse geschützt
ist.
[0009] Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellungen von Markierungen
für Bildröhrenteile anzugeben, welches es erlaubt, Kennzeichnungsmuster für Bildröhrenteile
in sehr einfacher Verfahrensführung sicher und gegen äußere Einflüsse geschützt herzustellen.
Darstellung der Erfindung
[0010] Die erste Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 dadurch gelöst, daß das Kennzeichnungsmuster
des jeweiligen Bildröhrenteils an dessen Innenseite ausgebildet ist und aus einer
Nebenordnung von direkt auf der Innenfläche des jeweiligen Bildröhrenteils auf liegenden
ersten Funktionsschicht und von dieser Funktionsschicht freien Flächen gebildet ist.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung des Kennzeichnungsmusters an der Innenseite
von Glaswannen auch deshalb, weil dadurch das spätere Aufziehen des sogenannten Implo-Rahmen
über die Außenkontur der Glaswanne nicht behindert wird.
[0011] Was unter der ersten Funktionsschicht im Sinne dieser Anmeldung verstanden wird,
ist in Anspruch 2 näher definiert. Ist die Glaswanne dasjenige Bildröhrenteil, welches
gekennzeichnet werden soll, ist die Funktionsschicht entweder die aus Aluminium gebildete
Innenverspiegelung oder die Black-Matrix-Schicht. In diesem Zusammenhang sei darauf
hingewiesen, daß bei Black-Matrix-Röhren im Randbereich der Glaswannen die direkt
auf der Innenseite der Wanne auf liegende Schicht die Black-Matrix-Schicht ist. Diese
Black-Matrix-Schicht ist auf der dem Glas des Bildröhrenteils abgewandten Seite mit
der Innenverspiegelung überzogen, wenn die Glaswanne fertiggestellt worden ist. Soll
bei Black-Matrix-Röhren die erste Funktionsschicht die Innenverspiegelung sein, muß
sichergestellt werden, daß die Bereiche der Wannen, welche das Kennzeichnungsbild
aufweisen sollen, nicht mehr mit Black-Matrix-Material beschichtet sind, wenn in einem
nachfolgenden Arbeitsschritt die Innenverspiegelung aufgebracht wird.
[0012] Ist der Bildröhrenkonus das zu kennzeichnende Bildröhrenteil, ist dann die sogenannte
Innenleitschicht die erste Funktionsschicht dieses Bildröhrenteils.
[0013] Ein besonders guter Kontrast des Kennzeichnungsbildes wird dann erreicht, wenn gemäß
Anspruch 3 die in der ersten Funktionsschicht gebildeten freien Flächen mit einer
weiteren Funktionsschicht, die einen hohen Kontrast zu dem Material der ersten Funktionsschicht
einnimmt, bedeckt werden. Sind die von der ersten Funktionsschicht freien Flächen
in der Black-Matrix-Schicht gebildet, stellt sich ein hoher Kontrast dann ein, wenn
diese freien Flächen von der Innenverspiegelung überzogen werden. Sind die von der
ersten Funktionsschicht freien Flächen im Bildröhrenkonus ausgebildet, lassen sich
gleich gute Kontrastverhältnisse dann einstellen, wenn die freien Flächen in der ersten
Funktionsschicht (hier der Innenleitschicht) nahe dem Getter angeordnet sind. Wird
diese enge räumliche Beziehung eingehalten und das Getter später aktiviert, scheidet
sich der silbrige Bariumspiegel auf den von der Innenleitschicht freien Flächen ab.
[0014] Die zweite Aufgabe wird gemäß Anspruch 5 dadurch gelöst, daß die Kennzeichnungsmuster
während oder nach dem Ausbilden der ersten Funktionsschicht an der Innenseite des
jeweiligen Bildröhrenteils ausgebildet werden, indem Flächen gebildet werden, die
von der ersten Funktionsschicht nicht bedeckt sind. Diese freien Flächen in der ersten
Funktionsschicht, bzw. die Abfolge von freien und mit der ersten Funktoinsschicht
bedeckten Bereiche bilden das Kennzeichnungsmuster/Kennzeichnungsbild des jeweiligen
Bildröhrenteil.
[0015] Besonders gute Kontrastverhältnisse werden dann eingestellt, wenn gemäß Anspruch
6 die von der ersten Funktionsschicht freien Flächen mit einer weiteren und für die
Herstellung des jeweiligen Bildröhrenteils ohnehin erforderlichen Schicht überzogen
werden und das Material der weiteren Funktionsschicht zu dem Material der ersten Funktionsschicht
einen hohen Kontrast einnimmt. Wird die erste Funktionsschicht beispielsweise von
einer Black-Matrix-Schicht gebildet, werden durch das Aufbringen der weiteren Funktionsschicht
in der Form der Innenverspiegelung gute Kontrastverhältnisse erreicht.
[0016] Wie die freien Flächen in der ersten Funktionsschicht gebildet werden, ist prinzipiell
in das Belieben des Fachmanns gestellt, sofern sichergestellt wird, daß damit keine
Beschädigung oder Veränderung des Glases oder der Glasoberfläche des jeweiligen Bildröhrenteils
verursacht wird.
[0017] Werden jedoch gemäß Anspruch 7 die das Kennzeichnungsmuster letztendlich bildenden
freien Flächen in der ersten Funktionsschicht mittels eines Lasers in dieser Schicht
erzeugt, hat dies den Vorteil, daß besonders scharfkantige Kennzeichnungsmuster gebildet
werden. Dies ist insbesondere dann wesentlich, wenn als Kennzeichnungsmuster eine
Strichcodierung gewählt wird.
[0018] Eine besonders einfache Verfahrensführung ist gemäß Anspruch 7 dann gegeben, wenn
der Laser die von der ersten Funktionsschicht freien Flächen durch die Wanddicke des
jeweiligen und aus Glas gebildeten Bildröhrenteils erzeugt. Letzteres deshalb, weil
oft die Unterbringung der Laseranordnung innerhalb des jeweiligen Bildröhrenteils
oft aus Platzgründen ausscheidet.
[0019] Wird zum Einbrennen der freien Flächen in der ersten Funktionsschicht ein Laser verwendet,
dessen Wellenlänge etwa 1,06 um beträgt und eine Leistung zwischen 15 und 60 Watt
aufweist, ist bei einem Abstand zwischen Laserkopf und Ebene der ersten Funktionsschicht
von etwa 20 cm nicht zu befürchten, daß der Laser Veränderungen im Glas der Bildröhrenteile
hervorruft.
Kurze Darstellung der Figuren
[0020] Es zeigen:
- Figur 1
- Schnitt durch eine Glaswanne einer Bildröhre;
- Figur 2a und 2b
- Seitenansichten einer Glaswanne von einer Bildröhre; und
- Figur 3
- eine Vorrichtung zum Herstellen von Kennzeichnungsmustern (schematisch).
Wege zum Ausführen der Erfindung
[0021] Die Erfindung soll nun anhand der Figuren näher erläutert werden.
[0022] Figur 1 zeigt einen Schnitt durch ein Bildröhrenteil in der Form einer Glaswanne
10. Diese Glaswanne 10 ist an ihrer, dem Betrachter abgewandten Innenseite 19, mit
Leuchtstoffstreifen 11 bedeckt, welche unter Einwirkung von Elektronenstrahlen (nicht
dargestellt) Licht emittieren. Zur Kontrastverbesserung ist der Abstand zwischen jeweils
einander nebengeordneten Leuchtstoffstreifen 11 mit einem lichtabsorbierenden Material
12 ausgefüllt. Eine solche Art der Beschirmung der Innenseite von Glaswannen 10 wird
geläufiger Weise auch als Black-Matrix-Struktur bezeichnet. Auf der aus Leuchtstoffstreifen
11 und lichtabsorbierenden Material 12 gebildeten Schicht ist die sogenannte Innenverspiegelung
13 ausgebildet. Bei der Innenverspiegelung 13 handelt es sich um eine Metallschicht,
die vorzugsweise aus Aluminium besteht und unter Anwendung eines Aufdampfprozesses
an der Innenseite der Glaswanne gebildet wird.
[0023] Vollständigkeitshalber sei darauf hingewiesen, daß, bevor die Innenverspiegelung
13 aufgebracht wird, die zu bedampfende Oberfläche noch durch Anwendung mindestens
eines Lackierschritts vorbereitet wird. Diese Lackierschicht, welche im mit Figur
1 dargestellten Produktionsstadium noch zwischen der Innenverspiegelung 13 und der
aus Leuchtstoffstreifen 11 und lichtabsorbierendem Material 12 gebildeten Schicht
noch erkennbar wäre, ist aus Gründen der Überschichtlichkeit nicht gezeigt.
[0024] An den Bereich der Glaswanne 10, der mit Leuchtstoffstreifen 11 und dem lichtabsorbierenden
Material 12 versehen ist, schließt ein hochgezogener Rand 14 an. Die Fläche 15 dieses
Randes 14 wird später mit dem Konus der Bildröhre (nicht dargestellt) verbunden. Die
Beschichtungsfolge an der Innenseite 19 der Glaswanne 10 im Randbereich 14 ähnelt
weitgehend derjenigen, die im Zusammenhang mit der dem Betrachter abgewandten Innenseite
bereits erläutert wurde. Abweichend zu diesen Ausführungen ist jedoch im Randbereich
14 kein Leuchtstoff 11 mehr vorhanden, sondern das lichtabsorbierende Material 12
bedeckt die Innenseite 19 der Glaswanne 10 nahezu vollständig. Von der mit lichtabsorbierendem
Material 12 beschichteten Innenseite 19 des Randbereichs 14 ist lediglich eine das
später zu erzeugende Kennzeichnungsbild aufnehmende Fläche 17 ausgenommen. Wie deutlich
aus Figur 1 entnehmbar ist, liegt im Bereich der Fläche 17 die Innenverspiegelung
13 direkt auf der Oberfläche des Glases der Glaswanne 10 auf und bildet im hier dargestellten
Ausführungsbeispiel die erste Funktionsschicht. Auf der Fläche 17 sind - wie Figur
2a näher veranschaulicht - die nach individuellen Vorgaben des Herstellers erstellbaren
Kennzeichnungsmuster 16 ausbildbar, indem die Innenverspiegelung 13 bis auf die Oberfläche
des Glases der Glaswanne 10 abgetragen wird.
[0025] Welche Maßnahmen der Fachmann zur Abtragung der Innenverspiegelung 13 bzw. zur Ausbildung
der Kennzeichnungsmuster 16 ergreift, ist prinzipiell gleichgültig, sofern die Anwendung
derartiger Verfahren die Glasstruktur selbst unverändert läßt. Beispielweise sei an
dieser Stelle als mechanisch wirkendes Verfahren nur das Abkratzen der Innenverspiegelung
13 genannt. Sollen jedoch besonders scharfkantige Kennzeichnungsmuster 16 erzeugt
werden, wie sie beispielsweise zur Gewährleistung der Maschinenlesbarkeit von Strichcodierungen
(gezeigt in Figur 2a) notwendig sind, ist es besonders vorteilhaft, solche Kennzeichnungsbilder
16 unter Anwendung eines Lasers zu erstellen. Welche Maßnahmen bei der Anwendung der
Lasertechnik beachtet werden müssen, wird später noch eingehend erörtert.
[0026] Ergänzend sei jedoch darauf hingewiesen, daß das Kennzeichnungsmuster 16 auch dadurch
in der Innenverspiegelung 13 ausgebildet werden kann, daß die von der Innenverspiegelung
13 - letztlich - freien und das Kennzeichnungsmuster 16 in der Innenverspiegelung
13 bildenden Bereiche durch Anwendung geeigneter Abdeckmaßnahmen zeitgleich mit dem
Aufbringen der Innenverspiegelung 13 erzeugt werden können.
[0027] In Figur 2b ist ein Kennzeichnungsmuster 16 im Klartext dargestellt. Im Unterschied
zu den Darstellungen gemäß den Figuren 1 und 2a ist gemäß Figur 2b an der Innenseite
19 der Glaswanne 10 keine Schicht aus lichtabsorbierendem Material 12 ausgebildet.
Deshalb ist es bei derart hergestellten Glaswannen 10 auch nicht erforderlich eine
von lichtabsorbierendem Material 12 freie Fläche 17 an der Inneseite des Randbereichs
14 der Glaswanne 10 auszubilden, da nach dem Bedampfen mit beispielsweise Aluminium
die Innenverspiegelung 13 ohnehin direkt auf der Oberfläche der Glaswanne 10 im Randbereich
14 aufliegt. Somit kann gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2b das jeweilige
Kennzeichnungsbild 16 während oder nach dem Aufbringen der Innenverspiegelung 13 auf
die Innenseite 19 im Randbereich 14 ausgebildet werden. Die letztbenannte Verfahrensführung
ist auch bei -im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2a erörterten- Black-Matrix-Strukturen
möglich, wenn sichergestellt ist, daß nicht die gesamte Innenfläche des Randbreichs
14 bei der Ausbildung der aus lichtabsorbierenden Material 12 gebildeten Schicht nicht
von diesem Material 12 überzogen wird.
[0028] Auch ist die Glaswannenausbildung gemäß Figur 2b nicht auf Kennzeichnungsmuster 16
in Klartextdarstellung beschränkt. Vielmehr lassen sich in den Fällen, in denen die
gesamte Innenfläche des Randbereiches 14 mit der Innenverspiegelung 13 versehen ist,
mit einem Kennzeichnungsbild 16 in Strichcodierung erstellen, wie es im Zusammenhang
mit Figur 2a gezeigt ist.
[0029] Wie bereits weiter oben ausgeführt, ist es besonders vorteilhaft, die jeweiligen
Kennzeichnungsmuster 16 mit einem Laser zu erstellen. Da es sich bei Glaswannen 10
von Bildröhren montierten Zustand um außerordentlich belastete Bauteile handelt, muß
bei der Anwendung der Lasertechnik sichergestellt werden, daß beim Ausbrennen der
Kennzeichnungsmuster 16 die Gefügestruktur der Glaswanne 10 keine Veränderungen erfährt.
Dies ist dann relativ einfach realiserbar, wenn der Laserstrahl von der Innenseite
der Glaswanne 10 auf die Innenverspiegelung 13 auftrifft. Eine solche Verfahrensführung
ist aus Gründen der beengten Platzverhältnisse im Inneren der Wanne 10 nur bedingt
möglich. Wenn daher die Ausbildung der Kennzeichnungsmuster 16 von der Außenseite
durch die Dicke des Glases hindurch in die Innenverspiegelung eingebrannt werden soll
(dargestellt in Figur 1 und 3 durch die Pfeile P), müssen besondere und eine Wärmebelastung
des Gases an der Einbrennstelle vermeidende Bedingungen eingestellt werden. Dies ist
in bezug auf Glassorten, wie sie zur Herstellung von Glaswannen 10 benötigt werden,
besonders schwierig, weil diese Glaswannen nicht transparent sind und außerdem Beimengungen
von z.B. Br, Ca, Li und Sr im Glas enthalten. Ferner ist die Fokussierung bei durch
die Glasdicke geführten Lasern nicht unkritsch, weil die Innenseite der Glaswanne
10 eine definierte Rauhigkeit zur Haftverbesserung der an der Innenseite der Glaswanne
10 auf gebrachten Schichten besitzt.
Diese Probleme sind aber dann gelöst, wenn ein Schreiblaser mit einer Wellenlänge
von 1,06 um und einer Leistung zwischen 15 und 60 Watt verwendet wird und der Abstand
a zwischen dem Laserkopf 18 und der Ebene der zu beschriftenden Innenverspiegelung
13 etwa 20 cm beträgt (Fig. 3). Laservorrichtungen, die diese Leistungsdaten erfüllen
sind im Markt verfügbar und können beispielweise von der Hersteller Haas-Laser GmbH,
Schramberg unter der Bezeichnung Hass 6211 bezogen werden. Wird das Kennzeichnungsbild
16 unter Anwendung der Lasertechnik erstellt, kann einem derart erstellten Kennzeichnungsbild
16 ein sehr hoher Informationsinhalt beigegben werden, ohne daß dabei die laufende
Fertigung durch die Ausführung der Kennzeichnung behintert wird.
[0030] Ergänzend sei darauf hingewiesen, daß das Einbrennen eines Kennzeichnungsbildes 16
mittel einer Laseranordnung nicht notwendig einschrittig ausgeführt werden muß. Vielmehr
ist es bei der Ausbildung von strich-codierten Kennzeichnungsbildern 16 (Fig. 2a)
zur Erhöhung der Maschinenlesebarkeit sehr vorteilhaft, solche Kennzeichnungbilder
zweischrittig auzubilden, indem in einem ersten Schritt die zu entfernenden und das
Kennzeichnungsbild bildenden Bereiche flächig von der Laseranordnung abgetragen werden
und dann in einem zweiten Schritt die Kontur der Bereiche, welche im ersten Schritt
entfernt wurden, mit der Laseranordnung zur Erhöhung der Kantenschärfe nachbearbeitet
werden.
[0031] In dem im Zusammenhang mit Fig.1 erläuterten Ausführungsbeispiel ist, nachdem die
Glaswanne 10 mit dem lichtabsorbierenden Material 12 beschichtet wurde, die Fläche
17 von dem Matrial 12 befreit worden bzw. schon bei der Beschichtung durch Anwendung
geeigneter Abdeckmaßnahmen von Material 12 freigehalten worden. Durch die Anwendung
beispielsweise der oben beschriebenen Lasertechnik ist diese Maßnahme aber nicht mehr
notwendig. Ist der hochstehende Rand der Glaswanne 10 vollständig mit lichtabsorbierendem
Matrial 12 beschichtet und ist die Glaswanne 10 mit Leuchtstoff 11 vollständig beschirmt,
so kann durch die Anwendung eines geneigten Lasers das Kennzeichnungsbild 16 auch
direkt in die lichtabsorbierende Schicht 12 im Randbereich der Glaswanne 10 eingebrannt
werden. In diesem Falle bildet die Schicht 12 die erste Funktionsschicht der Glaswanne
10. Wird im Anschluß an das Einbrennen des Kennzeichnungsbildes 16 die gesamte Glaswanne
10 mit der Innenverspiegelung 13 versehen, schlägt sich diese in dem Bereich, in welchem
das Kennzeichnungsbild 16 in der Schicht 12 herausgebrannt wurde, das Aluminium der
Innenverspiegelung 13 direkt auf den freigebrannten Flächen an der Innenseite 19 der
Glaswanne 10 auf der Glasoberfläche ab. Da dieses Kennzeichnungsbild 16 durch eine
Abfolge von lichtabsorbierendem Material 12 und Innenversiegelung 13 gebildet wird,
ist wegen des damit gegebenen guten Kontrastes eine sehr gute Lesbarkeitkeit des Kennzeichnungsbildes
16 gegeben.
[0032] Ferner wird darauf hingewiesen, daß auch Bildröhrenkonen (nicht dargestellt) sehr
einfach gekennzeichnet werden können. Dies kann dadurch realisiert werden, daß während
oder nach dem Aufbringen und Trocknen der sogenannten Innenleitschicht das Kennzeichnungsbild
16 in die Innenleitschicht (= erste Funktionsschicht des Konus) ausgebildet wird,
indem zur Herstellung des Kennzeichnungsmusters 16 in der Innenleitschicht von der
Innenleitschicht freie Flächen erzeugt werden. Auch hierbei kann das Kennzeichnungsbild
16 mittels eines Lasers in der Innenleitschicht des Konus ausgebrannt werden. Da die
Abfolge von freigebrannten und nichtfreigebrannten Bereichen in der bräunlich roten
Innenleitschicht schlecht von der Außenseite erkennbar ist, wird die Lesbarkeit der
Codierung im Bildröhrenkonus dadurch bewirkt, daß die beispielsweise freigebrannten
Flächen in der Innenleitschicht mit einen silbrigen Bariumspiegel überzogen werden,
welcher bei der Bildröhrenherstellung ohnehin anfällt, indem zur Beseitigung von Restgasen
im Vakuum der fertigen Bildröhre das Getter aktiviert wird. Da sich der Bariumspiegel
aber nur in einem räumlich eng begrenzten Bereich um das Getter herum niederschlägt,
ist es zur Gewährleistung guter Kontrastverhältnisse notwendig, daß die Einbrennorte
für das Kennzeichnungsbild 16 in der Innenleitschicht in mittelbarer Nähe zum Getter
angeordnet werden.
1. Bildröhrenteil aus Glas mit einem Kennzeichnungsbild und mit zumindest einer an der
Innenseite dieses Teils aufgetragenen Funktionsschicht,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kennzeichnungsmuster (16) des jeweiligen Bildröhrenteils an dessen Innenseite
(19) aufgebildet ist und aus einer Nebenordnung von direkt auf der Innenfläche (19)
des jeweiligen Bildröhrenteils aufliegenden ersten Funktionsschicht und von dieser
Funktionsschicht freien Flächen gebildet ist.
2. Bildröhrenteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Funktionsschicht entweder die Innenverspiegelung (13) oder die Black-Matrix-Schicht
(12) der Glaswanne (10) oder die Innenleitschicht des Bildröhrenkonus ist.
3. Bildröhrenteil nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die von der ersten Funktionsschicht (12; 13) freien Flächen mit einer weiteren
und bei der Herstellung des jeweiligen Bildröhrenteils notwendig anfallenden Funktionsschicht
überzogen sind.
4. Bildröhrenteil nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die weitere Funktionsschicht beim Vorhandensein einer Blackmatrix-Struktur (12)
die Innenverspiegelung (13) der Glaswanne (10) ist oder die weitere Funktionschicht
für die Ausbildung eines Kennzeichnungsmuster (16) in der Innenleitschicht des Bildröhrenkonus
der beim Aktivieren des Getters entstehende Bariumspiegel ist.
5. Verfahren zur Kennzeichnung von Bildröhrenteilen, mit an der Innenfläche aufgebildeten
Funktionsschichten, dadurch gekennzeichnet,
daß während oder nach dem Ausbilden einer ersten und direkt auf der Innenfläche (19)
des jeweiligen Bildröhrenteils haftenden Funktionsschicht Flächen gebildet werden,
die von dieser Funktionsschicht frei sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die von der ersten Funktionsschicht freien Flächen mit einer für die Herstellung
des jeweiligen Bildröhrenteils notwendig aufbringbaren, weiteren Funktionsschicht
überzogen werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die von der ersten Funktionsschicht freien Flächen mittels eines Lasers gebildet
werden, der die das Kennzeichnungsmuster (16) bildenden Flächen aus der ersten Funktionsschicht
bis auf das Glas des jeweiligen Bildröhrenteils herausbrennt.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Laser die von ersten Funktionsschicht freien Flächen durch die Wanddicke des
jeweiligen und aus Glas gebildeten Bildröhrenteils herausbrennt.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Laser eine Wellenlänge von etwa 1,06 um und eine Leistung zwischen 15 und
60 Watt aufweist und der Laserkopf der herauszubrennenden Funktionsschicht einen Abstand
von etwa 20 cm einhält.