[0001] Die Erfindung betrifft eine variable Ventilsteuerung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Dank variabler Ventilsteuerungen sind nicht nur HC-Rohemissionen günstig beeinflussbar,
sondern auch NO
x-Emissionen reduzierbar. Außerdem können sie den Kraftstoffverbrauch, den stabilen
Leerlauf, das Drehmoment und die Leistung einer Brennkraftmaschine verbessern. Hierzu
werden Ventilüberschneidungen - Ein- und Auslaßventile - verändert, dergestalt, daß
bei niedrigen Drehzahlen eine relativ geringe und bei höheren Drehzahlen eine relativ
große Überschneidung erfolgt.
[0003] Bekannt ist, US-SAE Paper 740 102, Seite 2 Fig. 1, eine variable Ventilsteuerung,
bei der in einer Bohrung einer Nockenwelle ein axial bewegliches Stellorgan vorgesehen
ist, das mit einem Mitnehmer in eine Verdrehung der Einlaßnocken bewirkende bogenförmige
Steuerführung eingreift. Zwar wird mit dieser Ausführung eine vage Konstruktionsrichtung
vorgegeben, jedoch ist sie von einer in die Praxis umsetzbaren Lösung noch entfernt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ausgehend von diesem Stand der Technik eine variable
Ventilsteuerung mit gegeneinander verdrehbaren Ein- und Auslaßnocken zu schaffen,
die sich problemlos verwirklichen lässt und sich durch gute Funktion auszeichnet.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst. Weitere Merkmale sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0006] Die mit der Erfindung hauptsächlich erzielten Vorteile sind darin zu sehen, daß das
Stellorgan mit seinen Mitnehmern, die in Nute der Einlaßnocken eingreifen, nicht nur
baulich leicht realisierbar sondern bezüglich Verdrehfunktion der Einlaßnocken betriebssicher
und hochwirksam ist. Dabei ist sowohl das Stellorgan wie auch die Nockenwelle im Aufbau
einfach, wobei letztere eine sogenannte gebaute Nockenwelle sein kann, auf der Auslaßnocken,
Lagerbüchsen oder dergleichen festgesetzt und die Einlaßnocken drehbar gelagert sind.
Die Stellvorrichtung umfasst eine Hydraulikeinrichtung und ein Elektromagnet, ist
an einer Stirnseite der Nockenwelle räumlich günstig angeordnet und kann gegebenenfalls
als zulieferfähiges Modul aufgebaut sein, das z.B. als Variante gegenüber einer Nockenwelle
mit festem Ein- und Auslaßnocken bei Motoren gleichen Aufbaus jedoch unterschiedlichen
Leistungsprofils verwendet werden kann. Schließlich eignet sich diese Art der Nockenwellenverstellung
für sogenannte Einnockenwellen-Brennkraftmaschinen, bei denen die Ein- und Auslaßnocken
auf einer gemeinsamen Welle angeordnet sind.
[0007] In der Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, das nachstehend
näher beschrieben ist.
[0008] Es zeigt
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Brennkraftmaschinen-Nockenwelle im Bereich eines Nockenwellengehäuses
mit der erfindungsgemäßen variablen Ventilsteuerung,
- Fig. 2
- einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1, teilweise im Schnitt,
- Fig. 3
- eine Ansicht in Pfeilrichtung A der Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 1.
[0009] Eine Nockenwelle 1 für eine nicht näher dargestellte Brennkraftmaschine - Hubkolbenbauart
mit Ein- und Auslaß-Hubventilen; fremdgezündet - ist mit einer variablen Ventilsteuerung
versehen. Die Nockenwelle 1 ist in einem Nockenwellengehäuse 2 angeordnet, das Brennräumen
von Zylindern bzw. eines Zylinderkopfes einer Mehrzylinderbrennkraftmaschine begrenzt.
[0010] Zur Lagerung der Nockenwelle 1 dienen Lagerzapfen 3, 4, 5, 6, die mit korrespondierenden
Lagerstühlen 7, 8, 9, 10 des Nockenwellengehäuses 2 zusammenarbeiten.
[0011] Der Lagerzapfen 3 ist aus einem Stück mit der Nockenwelle 1 hergestellt; die Lagerzapfen
4, 5, und 6 sind getrennt von ihr hergestellt. Es handelt sich folglich um eine aus
mehreren Bauteilen zusammengesetzte Nockenwelle, für die auch der Begriff gebaute
Nockenwelle verwendet wird. Darüber hinaus sind auf der Nockenwelle 1 angeordnet:
Einlaßnocken 11, 12, 13 und Auslaßnocken 14, 15, 16, und die Lagerzapfen 4 und 5 sind
Bestandteil von die Nockenwelle 1 umgebenden Lagerbüchsen 17, 18. Auf ihrer äußeren
Umfangsfläche 19 ist die Nockenwelle 1 mit einer sich in axialer Richtung B-B erstreckenden
Verzahnung 20 versehen, auf der die Auslaßnocken 14, 15, 16, die Lagerbüchsen 17,
18 und das die eine Stirnseite 21 der Nockenwelle 1 begrenzende Lager 6 mit korrespondierender
Ausbildung verdrehfest festgelegt. Bei 22 ist ein Schließelement 23 in eine durchgehende
Bohrung 24 der Nockenwelle 1 eingesetzt.
[0012] Innerhalb der Bohrung 24 ist ein einer Steuervorrichtung 25 zugehöriges Stellorgan
26 angeordnet, das axial beweglich - Richtung B-B - ausgebildet ist und eine rohrförmige
Konfiguration besitzt. Das Stellorgan 26 weist als Mitnehmer ausgebildete Zapfen 27,
28, 29 auf, die schlitzartige Führungsöffnungen (Fig. 3) 30, 31, 32 in der Nockenwelle
1 durchdringen und mit Nute 33, 34, 35 von Steuerführungen 36, 37, 38 der Einlaßnocken
11, 12, 13 zusammenarbeiten. Die Steuerführungen 36, 37, 38 sind schräg zu einer Mittellängsebene
C-C der Nockenwelle 1 angestellt (Fig. 4), wodurch Längsbewegungen - Richtung B-B
- des Stellorgans 26 im Bereich der Länge FO
L der Führungsöffnungen 30, 31, 32 zu Drehbewegungen - Winkel α (Fig. 2) - der Einlaßnocken
11, 12, 13 führen.
[0013] Die Nute 33, 34, 35 und gegenüberliegende Nute 33', 34', 35' sind von einer Lagerbohrung
39 des jeweiligen Einlaßnockens, z.B. 13, eingebracht, wobei in die Nute 33, 34, 35
bzw. in die diesen gegenüberliegende Nute 33', 34', 35' Zapfenabschnitte 40, 41 der
Zapfen 27, 28, 29 eingreifen.
[0014] Das Stellorgan 26 umfasst über seine Länge verteilt mehrere kolbenartige Führungsabschnitte
42, 43, 44 und 45, die als örtliche Lagerverdickungen 46, 47, 48, 49 dargestellt sind
und mit Zylinderabschnitten 50, 51, 52, 53 der Bohrung 24 der Nockenwelle 1 zusammenwirken.
[0015] Im Ausführungsbeispiel sind die Zapfen 27, 28, 29, die in Öffnungen 54, 55, 56 des
Stellorgans 26 eingepresst sein können, im Bereich der Lagerverdickungen 47, 48, 49
vorgesehen. Die Lagerverdickung 46, die benachbart der anderen Stirnseite 57 der Nockenwelle
verläuft, ist als Ölzuführeinrichtung 58 für eine Hydraulikeinrichtung 59 ausgebildet.
Dabei weist die Lagerverdickung 46 eine Schiebebohrung 60 für einen feststehenden
Zylinder auf, in den ein Axialschieber 62 eingesetzt ist. Der Axialschieber 62 ist
mit einem Elektromagnet 63 verbunden. Außerdem ist an der Lagerverdickung 46 ein Hydraulikkolben
64 befestigt, der von einem Gehäuse 65 umgeben ist und über einen ersten Druckraum
D1 und einen zweiten Druckraum D2 mit Hydrauliköl beaufschlagbar ist. Das Gehäuse
65 ist kreisrund und besitzt an seiner Außenseite Übertragungsmittel 66 - Zahnkranz,
Riemenkranz - für Riemen, Ketten oder dergleichen, mit der die Nockenwelle 1 von einer
Kurbelwelle angetrieben wird. Mit 67 ist ein Schließteil für das Gehäuse 65 bezeichnet;
das den Druckraum D1 begrenzt. Zur Befestigung der Hydraulikeinrichtung 59 an der
Nockenwelle 1 dienen Schrauben 68, die in axialer Richtung B-B der Nockenwelle ausgerichtet
sind.
[0016] Die Nockenwelle 1 mit Hydraulikeinrichtung 59 und Stellvorrichtung 25, eventuell
auch nur Gehäuse 65, kann ein vorgefertigtes Modul sein, das in das Nockenwellengehäuse
2 einsetzbar - gegebenenfalls gegen eine Nockenwelle mit feststehenden Einlaßnocken
austauschbar - ist.
[0017] Die Schaltpunkte für die Schaltvorrichtung 25, die eine Verstellung der Einlaßnocken
11, 12, 13 bewirken, können als Funktion der Parameter Drehzahl, Last - Gaspedalstellung
- und Öltemperatur mittels eines Rechners festgelegt werden.
1. Variable Ventilsteuerung für Brennkraftmaschinen der Hubkolbenbauart mit Ein- und
Auslaßventilen zur Gaswechselsteurerung, die mit Ein- und Auslaßnocken einer Nockenwelle
betätigt werden, wobei ein Teil ihrer Nocken zur Beeinflussung der Ventilüberschneidung
der Ein- und Auslaßventile gegeneinander verdrehbar sind, was durch eine Stellvorrichtung
bewerkstelligt wird, die ein in einer Axialbohrung der Nockenwelle axialbewegliches
Stellorgan umfasst, welches Stellorgan über Mitnehmer und Verdrehung bewirkende Steuerführungen
die Einlaßnocken gegenüber den Auslaßnocken verstellt, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmer Zapfen (27, 28, 29) des Stellorgans (26) sind, die Führungsöffnungen
(30, 31, 32) in der Nockenwelle (1) durchdringen und in als Steuerführungen (36, 37,
38) ausgebildete Nute (33, 34, 35) in Lagerbohrungen (39) der drehbar auf der Nockenwelle
(1) gelagerten Einlaßnocken (11, 12, 13) eingreifen.
2. Variable Ventilsteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils eine Nut (33, 34, 35 und 33', 34', 35') an gegenüberliegenden Seiten
der Lagerbohrung (39) angeordnet sind, in die Zapfenabschnitte (40, 41) der Zapfen
(27, 28, 29) eingreifen.
3. Variable Ventilsteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan (26) rohrartig ausgebildet ist und mehrere über seine Länge verteilte
kolbenartige Führungsabschnitte (42, 43, 44, 45) aufweist, die Zylinderabschnitten
(50, 51, 52, 53) der Bohrung (24) der Nockenwelle (1) zusammenarbeiten.
4. Variable Ventilsteuerung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsabschnitte (42, 43, 44, 45) durch örtliche Verdickungen (46, 47,
48, 49) gebildet werden.
5. Variable Ventilsteuerung nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der Führungsabschnitte (43, 44, 45) im Bereich der Zapfen (27, 28,
29) vorgesehen sind.
6. Variable Ventilsteuerung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer Stirnseite (57) der Nockenwelle(1) das Verstellorgan (26) mit einer
Lagerverdickung als Ölzuführeinrichtung (58) für eine Hydraulikeinrichtung (59) der
Stellvorrichtung (25) ausgebildet ist.
7. Variable Ventilsteuerung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerverdickung (42) eine Schiebebohrung (60) für einen Axialschieber (61)
aufweist.
8. Variable Ventilsteuerung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerverdickung (42) mit einem Hydraulikkolben (63) der Hydraulikeinrichtung
(59) verbunden ist.
9. Variable Ventilsteuerung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Hydraulikkolben (63) in einem Gehäuse (64) untergebracht ist, das an seiner
Außenseite Übertragungsmittel (65) für Endlosglieder (65) wie Riemen, Kette oder dergleichen
aufweist.
10. Variable Ventilsteuerung nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenwelle (1) und die Stellvorrichtung (25), gegebenenfalls nur Teile
davon, ein vorgefertigtes Modul bilden.