[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung eines Brenners für eine brennerbetriebene
Feuerungsanlage, der hinsichtlich der Leistung stufig oder modulierend umschaltbar
ist, gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Energieeinsparungen und Umweltschutz kommt heute bei brennerbetriebenen Feuerungsanlagen
eine zentrale Bedeutung zu, da selbst bei einmal optimal eingestellten Gas-, Oel-
oder anderen Brenneranlagen nie ganz verhindert werden kann, dass während der Betriebsdauer
Schadstoffe entstehen und wertvolle Energie verloren geht. Da bekannt ist, dass der
Restsauerstoff- bzw. O₂-Gehalt in den Abgasen ein Mass für die Qualität und den Wirkungsgrad
der Verbrennung darstellt, werden immer häufiger Feuerungsanlagen mit O₂-Regelungen
ausgerüstet. Dabei wird mittels einer O₂-Messonde im Abgaskanal und einer Regelungsvorrichtung
das Verhältnis der zugeführten Luftmenge zum zugeführten Brennstoff derart geregelt,
dass die Konzentration des Restsauerstoffes in den Abgasen den eingestellten Sollwert
erreicht. Damit wird im Idealfall eine fast stöchiometrische Verbrennung des Brennstoffes
erreicht.
[0003] Da weiterhin bekannt ist, dass die Summe der Schadstoffe (CO, NO
x) in den Abgasen im wesentlichen etwa dort ein Minimum erreicht, wo auch die annähernd
vollständige Verbrennung des Brennstoffes stattfindet, kann mit einer O₂-Regelung
auch der Schadstoffausstoss einer Feuerungsanlage beträchtlich reduziert und innerhalb
vorgeschriebener Grenzwerte gehalten werden.
[0004] Bei Feuerungsanlagen mit Brennern, die häufig auf verschiedenen Leistungsstufen betrieben
werden, stellt sich das Problem der nicht-optimalen Verbrennung und der Begrenzung
des Schadstoffausstosses bei der Umschaltung von einer ersten Leistungsstufe auf eine
zweite Leistungsstufe. Insbesondere bei Grossanlagen kann der Schadstoffausstoss während
der Umschaltphase beträchtlich über den Normalwerten liegen, die während des Betriebs
auf einer festen Leistungsstufe auftreten. Der Grund für solche Abweichungen liegt
darin, dass die Regelungsvorgänge während der Uebergänge nicht vollständig beherrschbar
sind.
[0005] Werden O₂-Regelungen verwendet, so erfordert dies, dass im allgemeinen die Regelungsparameter
der Regelungseinrichtung für jede der vorhandenen Leistungsstufen individuell mit
einem gesonderten Verfahren ermittelt werden. Bei der Umschaltung von einer ersten
Leistungsstufe auf eine zweite Leistungsstufe müssen jeweils die Regelungsparameter
der Regelungseinrichtung umgeschaltet werden, was Unstetigkeiten während des Ueberganges
bewirkt und letztlich nicht-optimale Verbrennung während der Uebergänge bedeutet.
[0006] Das Datenblatt 7851D vom September 1990 der Firma Landis & Gyr beschreibt einen Sauerstoff-Regler
vom Typ RWF61.190 mit signalabhängigen Regelparametern für modulierbare Brenner. Es
handelt sich um einen PI-Regler mit signaladaptivem Verhalten für O₂-Regelungen bei
Brenneranlagen. Modulierbar heisst, dass der Brenner hinsichtlich der Leistung stufenlos
umschaltbar ist. Natürlich sind auch bei modulierender Steuerung unterschiedliche
Leistungsstufen wirksam. Die Regelparameter für diesen Regler werden individuell aus
Messungen von Sprungantworten am offenen Regelkreis bei zwei Leistungsstufen, nämlich
bei maximaler Brennerleistung und bei minimaler Brennerleistung, ermittelt. Die so
ermittelten Regelparameter werden anschliessend an entsprechenden Potentiometern des
Reglers eingestellt. Die Regelparameter für einen PI-Regler sind die Regelverstärkung
K
R und die Nachstellzeit T
N . Die Regelverstärkung K
R und die Nachstellzeit T
N werden für eine PI-Regelstrecke mit Totzeit nach der Methode von Ziegler und Nichols
eingestellt (siehe dazu beispielsweise im Handbuch für Hochfrequenz- und Elektrotechniker,
IV.Band, Seite 596, Formel 134; vom Verlag für Radio-Foto-Kinotechnik GmbH, Berlin-Bosigwalde).
[0007] Die Funktionsweise dieses PI-Reglers ist so, dass aus der Regelabweichung, die die
Differenz zwischen O₂-Sollwert und O₂-Istwert darstellt, eine Stellgrösse berechnet
wird, die einen Proportionalanteil, einen Integralanteil und einen leistungsabhängigen
Verstärkungsfaktor enthält. Mit der Stellgrösse wird das Stellglied, beispielsweise
eine Luftklappe, die das Verhältnis von Luft zu Brennstoff reguliert, gesteuert.
[0008] Eine PI-Regelung dieser Art hat den Nachteil, dass im Fall der stufenweisen Umschaltung
von einer ersten Leistungsstufe auf eine zweite Leistungsstufe im Uebergangsstadium
die Stellgrösse, die im ausgeregelten Zustand im wesentlichen dem Integralanteil des
PI-Reglers entspricht, zunächst im neuen Betriebszustand auf der zweiten Leistungsstufe
übernommen wird. Da der Integralanteil des PI-Reglers jedoch einen zur jeweiligen
Leistungsstufe proportionalen Anteil enthält, ist dessen Grösse noch gar nicht auf
die neuen Betriebsverhältnisse der zweiten Leistungsstufe abgestimmt, hat also zunächst
einen falschen Wert. Dieser falsche Wert wird zwar in der Folge ausgeregelt, bewirkt
aber, dass im Uebergangsstadium wegen nicht-optimaler Verbrennung vermehrt Schadstoffe
ausgestossen werden.
[0009] Die Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zur Regelung eines hinsichtlich der Leistung
stufig oder modulierend umschaltbaren Brenners für eine brennerbetriebene Feuerungsanlage
anzugeben, das einen günstigeren Verlauf der Verbrennung beim Uebergang zwischen den
Leistungsstufen aufweist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 gegebene Lehre
gelöst.
[0011] Die Lösung beruht darauf, dass eine leistungsunabhängige Stellgrösse berechnet wird.
[0012] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass bei der Umschaltung zwischen verschiedenen
Leistungen des Brenners weniger Schadstoffe entstehen und Energieverluste vermindert
werden.
[0013] Im folgenden wird das neue Verfahren unter Beizug von Figuren näher erläutert. Es
zeigen
- Fig. 1
- eine Brenneranlage mit O₂-Regelung in schematischer Darstellung,
- Fig. 2
- den O₂-Regelkreis in schematischer Darstellung, und
- Fig. 3
- die Messung der Sprungantwort am offenen O₂-Regelkreis.
[0014] Figur 1 zeigt eine Brenneranlage mit O₂-Regelung in schematischer Darstellung, mit
einem Heizkessel 1, einem Brenner 2, der zwischen mehreren Leistungsstufen umschaltbar
ist, und einem Abgaskanal 3. Der Brenner 2 hat eine Brennstoffzufuhr 4 und eine Luftzufuhr
5, wobei in der Luftzufuhr 5 ein Stellglied, beispielsweise eine Luftklappe 6 oder
ein Ventilator, zur Anpassung der zugeführten Luftmenge an die zugeführte Brennstoffmenge
vorhanden ist. Abgase 7 aus der Verbrennung werden über den Abgaskanal 3 fortgeleitet.
Im Abgaskanal 3 befindet sich eine O₂-Sonde 8, die den Restsauerstoffgehalt (O₂) im
Abgas 7 misst. Die von der O₂-Sonde 8 gemessenen O₂-Istwerte O
2I werden einer Regelungsvorrichtung 9 zugeführt, wo sie mit einem O₂-Sollwert O
2S verglichen werden, worauf aufgrund der Leistung des Brenners 2 und der ermittelten
Differenz die Luftklappe 6 von der Regelungsvorrichtung 9 gesteuert wird. Die optimale
Luftzufuhr bzw. der optimale Luftüberschuss für die Verbrennung ist leistungsabhängig.
Die Regelungsvorrichtung 9 dient dem Zweck, die dem Brenner 2 zugeführte Luftmenge
so zu steuern, dass der im Abgas 7 gemessene Restsauerstoffgehalt (O₂) den eingestellten
O₂-Sollwert O
2S erreicht. Damit wird im Idealfall eine fast stöchiometrische Verbrennung des Brennstoffes
erreicht, was auch bedeutet, dass der Schadstoffgehalt im Abgas 7 bezüglich der Gase
CO und NO
X minimal wird.
[0015] In der Figur 2 ist der O₂-Regelkreis und dessen Abhängigkeit von der Leistung P
B des Brenners 2 schematisch dargestellt. In einem Vergleicher 10 wird der von der
Leistung P
B des Brenners abhängige O₂-Sollwert O
2S mit dem O₂-Istwert O
2I verglichen, d.h. aus der Differenz der beiden Werte ergibt sich eine Regelabweichung
11. Die Regelabweichung 11 wird einem PID-Regler 12 zugeführt, der aus der Regelabweichung
11 zunächst eine leistungsunabhängige Stellgrösse Y
R berechnet. Der PID-Regler 12 erhält ausserdem Steuerungsinformationen 14, wie beispielsweise
die Leistung P
B des Brenners 2 und die Art des Brennstoffes. Die leistungsunabhängige Stellgrösse
Y
R wird von einem Korrekturglied 12a in eine von der Leistung P
B des Brenners abhängige Stellgrösse 13 umgesetzt. Die Stellgrösse 13 wird dem Stellglied,
in diesem Fall der Luftklappe 6, zugeführt, deren Einstellwert, nämlich eine Luftklappenstellung
15, eine Regelstrecke 16 beeinflusst. Als Regelstrecke 16 ist die Gesamtheit von Luftzufuhr
5, Brennstoffzufuhr 6, Brenner 2, Heizkessel 1 und Abgaskanal 3 bis zu der O₂-Sonde
8 zu verstehen. An dem Punkt im Abgaskanal 3, an dem sich die O₂-Sonde 8 befindet,
ergibt sich als Resultat der Wirkungskette von PID-Regler 12, Korrekturglied 12a,
Luftklappe 6 und Regelstrecke 16 ein bestimmter O2-Wert, der die Regelgrösse O₂ darstellt
und der von der O₂-Sonde als O₂-Istwert O
2I gemessen und zum Vergleicher 10 zurückgeführt wird.
[0016] Der PID-Regler 12 wird deshalb eingesetzt, weil damit sowohl bleibende wie auch vorübergehende
Abweichungen vom O₂-Sollwert am kleinsten gehalten werden können.
[0017] Die Regelparameter werden für den PID-Regler für jede Leistungsstufe individuell
bestimmt. Die Regelparameter des PID-Reglers 12 sind:
- Die Regelverstärkung KR (P-Anteil)
- Die Nachstellzeit TN (I-Anteil)
- Die Vorhaltzeit TV (D-Anteil)
[0018] Die Regelverstärkung K
R und die Nachstellzeit T
N und die Vorhaltezeit T
V werden für die PID-Regelstrecke mit Totzeit im wesentlichen nach der Methode von
Ziegler und Nichols eingestellt (siehe dazu beispielsweise im Handbuch für Hochfrequenz-
und Elektrotechniker, IV.Band, Seite 596, Formel 136; vom Verlag für Radio-Foto-Kinotechnik
GmbH, Berlin-Bosigwalde). Da die Regelung mikroprozessorgesteuert ist und somit eine
Abtastregelung darstellt, beinhalten die Formeln auch eine Abtastzeit T
S.
dabei wird:

mit

worin:
T
U= Verzugszeit
T
G= Ausgleichszeit
T
S = Abtastzeit (beispielsweise 0.2 s)
ΔO
2IST = Differenz des O2-Wertes im Abgas
Δ
POS = Differenz der Luftklappenposition
K
S = Streckenverstärkung
Dabei werden die Werte für TU, TG, ΔO
2IST und Δ
POS aus Messungen von Sprungantworten am offenen Regelkreis gemäss Figur 3 gewonnen.
Am offenen Regelkreis, d.h. bei laufendem Brenner auf einer bestimmten Leistungsstufe,
aber bei ausgeschalteter O₂-Regelung, wird vorerst abgewartet, bis der von der O₂-Sonde
8 gemessene O₂-Wert stabil ist. Dann wird die Stellung der Luftklappe 6 sprunghaft
um den Wert Δ
POS geändert und solange beibehalten, bis der von der O₂-Sonde 8 gemessene O₂-Wert wieder
stabil ist und sich auf einem gegenüber der Ausgangsstellung genügend verschiedenen
Wert eingestellt hat. Dies ist die Ausgangsstellung für die Messung der Sprungantwort.
[0019] Sodann wird die Stellung der Luftklappe 6 erneut sprunghaft um den Wert Δ
POS, aber in entgegengesetzter Richtung, geändert und wieder solange beibehalten, bis
der von der O₂-Sonde 8 gemessene O₂-Wert stabil ist. Die Differenz zwischen dem gemessenen
O₂-Wert vor der sprunghaften Aenderung der Stellung der Luftklappe 6 und dem gemessenen
O₂-Wert nach der sprunghaften Aenderung derselben ist ΔO
2IST. Aus dem Verlauf der O₂-Messkurve werden die Zeitpunkte bestimmt, an denen die gemessene
Aenderung des O₂-Wertes 10% bzw. 63% des Endwertes von ΔO
2IST erreicht haben. Dies ergibt die Verzugszeit T
U und die Ausgleichszeit T
G, wobei T
U im wesentlichen die Reaktionszeit bzw. Totzeit der Regelstrecke 16 darstellt. Für
grosse Brenneranlagen ergeben sich für T
U Werte von 5 bis 10s.
[0020] Selbstverständlich müssen die so ermittelten Regelparameter für den PID-Regler für
jeden verwendeten Brennstoff und für jede Leistungsstufe des Brenners 2 ermittelt
und gespeichert werden. Die aktuellen zu verwendenden Regelparameter werden dem PID-Regler
über die Steuerungsinformationen 14 mitgeteilt (siehe Figur 2).
[0021] Das Verfahren zur Regelung des Brenners 2 unter Beizug des PID-Regelalgorithmus läuft
wie folgt ab:
[0022] Der PID-Regler 12 errechnet eine leistungsunabhängige Stellgrösse Y
R aus der Regelabweichung 11 (siehe auch Figur 2).
wobei:
- YPR =
- leistungsunabhängiger Proportionalteil
- YIR =
- leistungsunabhängiger Integralanteil
- YDR =
- leistungsunabhängiger Differentialanteil
Der leistungsunabhängige Proportionalteil Y
PR errechnet sich dabei wie folgt:

wobei
e(n) = Regelabweichung 11 zum Zeitpunkt (n)
T
G= Ausgleichszeit
T
U = Verzugszeit
Die Regelabweichung 11 wird in dieser und in den folgenden Formeln mit dem Buchstaben
e bezeichnet. Da die Regelung mikroprozessorgesteuert ist, sind die Formeln in der
für die Berechnung mit Mikroprozessoren geeigneten diskreten Darstellungsform, nämlich
mit Bezug auf die berechneten oder gemessenen Werte zu einem jeweiligen diskreten
Abtastzeitpunkt (n) aufgeführt.
[0023] Der leistungsunabhängige Integralanteil Y
IR zum Zeitpunkt (n) errechnet sich wie folgt:

wobei
Y
IR(n-1) = leistungsunabhängige Integralanteil Y
IR zum Zeitpunkt (n-1)
e(n) = Regelabweichung 11 zum Zeitpunkt (n)
T
G= Ausgleichszeit
T
U = Verzugszeit
T
S = Abtastzeit
T
N = Nachstellzeit
Der leistungsunabhängige Differentialanteil Y
DR berechnet sich wie folgt:

wobei
e(n) = Regelabweichung 11 zum Zeitpunkt (n)
e(n-1) = Regelabweichung 11 zum Zeitpunkt (n-1)
T
G= Ausgleichszeit
T
U = Verzugszeit
T
V = Vorhaltezeit
T
S = Abtastzeit
Für die Erfindung ist es von Bedeutung, dass der Proportionalanteil Y
PR, der Integralanteil Y
IR und der Differentialanteil Y
DR in den vorstehend dargelegten Formen als leistungsunabhängige Komponenten ermittelt
werden. Bei der Umschaltung von einer ersten Leistungsstufe auf eine zweite Leistungsstufe
muss der Integralanteil in leistungsunabhängiger Form zur Verfügung stehen.
[0024] Erst anschliessend wird die leistungsunabhängige Stellgrösse Y
R mit 1/K
S multipliziert. K
S ist die Streckenverstärkung und leistungsabhängig. Da K
S in vielen Fällen im wesentlichen umgekehrt proportional zur Leistung des Brenners
2 auf der gewählten Leistungsstufe ist, ist in diesen Fällen die Stellgrösse 13 im
wesentlichen proportional zur Leistung des Brenners 2 auf der gewählten Leistungsstufe.

wobei:
- Y =
- Stellgrösse 13
- YR =
- leistungsunabhängige Stellgrösse
- KS =
- Streckenverstärkung
Die Stellgrösse 13 wird der Luftklappe 6 zugeführt und bewirkt eine Veränderung der
Luftklappenstellung. Dadurch verändert sich die Luftzufuhr zum Brenner 2, was sich
letzlich mit einer Verzögerung, der Reaktionszeit der Regelstrecke 16, als Aenderung
des O₂-Gehaltes im Abgas 7 bei der O₂-Sonde 8 bemerkbar macht.
[0025] Im ausgeregelten Zustand sind die Verhältnisse stabil, das heisst der von der O₂-Sonde
8 gemessene O₂-Gehalt im Abgas 7 bleibt konstant. Da der Istwert der Regelung dem
Sollwert der Regelung entspricht (O
2S = O
2I, siehe auch Figur 2), ist die Regelabweichung 11 gleich Null. Lediglich der Integralanteil
Y
IR liefert einen Beitrag zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes.
[0026] Ist die Regelabweichung 11 kleiner als die O2-Differenz die sich pro kleinstmöglichem
Stellschritt ergibt, so wird nicht korrigiert, da sonst die Regelung zum Schrittpendeln
neigt.
wenn

dann wird e(n)=0 gesetzt
wobei
|e(n)| = Regelabweichung 11 zum Zeitpunkt (n)
NZO₂ = Neutralbereich
Die in die Berechnung eingehende Regelabweichung 11 ist unterschiedlich, je nachdem,
ob Luftmangel oder Luftüberschuss vorhanden ist:
bei Luftmangel:
wenn e(n) < 0 dann e(n) = e(n)
bei Luftüberschuss:
wenn e(n) > 0 dann e(n) = e(n)/2
wobei
e(n) = Regelabweichung 11 zum Zeitpunkt (n)
Damit wird dem Wunsch entsprochen, die Regelung bei Luftüberschuss langsamer zu machen
um Unterschwinger in den CO-Bereich möglichst zu vermeiden.
[0027] Bei der Umschaltung des Brenners 2 von einer ersten Leistungsstufe auf eine zweite
Leistungsstufe wird der leistungsunabhängige Integralteil Y
IR der leistungsunabhängigen Stellgrösse Y
R als Anfangswert für die leistungsunabhängige Stellgrösse Y
R bei der zweiten Leistungsstufe verwendet. Dies wird im folgenden verdeutlicht durch
Betrachtung der Stellgrösse 13 vor und nach der Leistungsstufen-Umschaltung:
Stellgrösse 13 vor der Leistungsstufen-Umschaltung:

wobei
Y
a = leistungsabhängige Stellgrösse 13 im ausgeregelten Zustand bei Betrieb auf der
Leistungsstufe A
K
Sa = Streckenverstärkung für die Leistungsstufe A
Y
IR = leistungsunabhängiger Integralteil
Da die Regelung in ausgeregeltem Zustand ist, entspricht der Istwert der Regelgrösse
dem Sollwert der Regelgrösse (O
2S = O
2I, siehe auch Figur 2). Die Regelabweichung 11 ist gleich Null. Lediglich der Integralanteil
Y
IR liefert einen Beitrag zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes.
[0028] Stellgrösse 13 unmittelbar nach der Leistungsstufen-Umschaltung:

wobei
Y
b = leistungsabhängige Stellgrösse 13 im ausgeregelten Zustand bei Betrieb auf der
Leistungsstufe B
K
Sb = Streckenverstärkung für die Leistungsstufe B
Y
IR = leistungsunabhängiger Integralteil
Unter der Annahme, dass während der Umschaltung der O₂-Sollwert (O
2S) für die Regelung nicht geändert wird, bleibt wegen der Reaktionszeit der Regelung
die Regelabweichung 11 vorerst noch gleich Null. Lediglich der leistungsunabhängige
Integralanteil Y
IR, der während des Ueberganges beibehalten wird, liefert einen Beitrag zur Aufrechterhaltung
des Zustandes. Die für den Betrieb auf der neuen Leistungsstufe B massgebende Streckenverstärkung
K
Sb wird gleich zu Beginn des Betriebs auf der neuen Leistungsstufe B angewendet. Mit
dieser Massnahme wird erreicht, dass der beim Uebergang übernommene Integralanteil
nicht von alten Regelparametereinflüssen verfälscht wird, die für den Betrieb auf
der aktuellen Leistungsstufe gar keine Gültigkeit mehr haben und die andernfalls zuerst
ausgeregelt werden müssten. Somit verbessert sich die Verbrennung während des Ueberganges
beim Betrieb von einer Leistungsstufe auf die nächste und daraus ergibt sich auch
ein geringerer Schadstoffausstoss.
1. Verfahren zur Regelung eines Brenners (2) für eine brennerbetriebene Feuerungsanlage,
der hinsichtlich der Leistung stufig oder modulierend umschaltbar ist, mit
- einer O₂-Sonde (8) zur Messung des Restsauerstoffgehaltes O₂ in den Abgasen, wobei
der gemessene Restsauerstoffgehalt als O₂-Istwert O2I in einer O₂-Regelung verwendet wird,
- einem Stellglied zur Regulierung des Luftüberschusses zum Brenner (2),
- einem Regler zur Berechnung einer Stellgrösse (13) zur Steuerung des Stellglieds
aufgrund einer Regelabweichung (11), die als Differenz zwischen einem leistungsabhängigen
O₂-Sollwert O2S für den Restsauerstoffgehalt O₂ und dem O₂-Istwert O2I für den Restsauerstoffgehalt O₂ berechnet wird, wobei
- Regelparameter für die vorhandenen Leistungsstufen des Brenners (2) individuell
aus Messungen von Sprungantworten am offenen Regelkreis ermittelt werden und in Abhängigkeit
von der Leistungsstufe, auf der der Brenner (2) betrieben wird, im Regler eingesetzt
werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein PID-Regler (12) eingesetzt wird,
- aus der Regelabweichung (11) vom PID-Regler (12) eine leistungsunabhängige Stellgrösse
YR berechnet wird, die aus einem leistungsunabhängigen Proportionalanteil YPR, einem leistungsunabhängigen Differentialanteil YDR und einem leistungsunabhängigen Integralanteil YIR besteht, und dass
- die leistungsunabhängige Stellgrösse YR anschliessend mit einer leistungsabhängigen Streckenverstärkung multipliziert wird,
wobei das Stellglied von der Stellgrösse (13) nach dem Produkt aus leistungsunabhängiger
Stellgrösse YR und leistungsabhängiger Streckenverstärkung gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die leistungsabhängige Streckenverstärkung im wesentlichen umgekehrt proportional
zur Leistung des Brenners auf der gewählten Leistungsstufe ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung bei Luftüberschuss verlangsamt wird, indem bei Luftüberschuss die Regelabweichung
(11) mit einem Faktor < 1 multipliziert und dann dem PID-Regler (12) zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Umschaltung des Brenners (2) von einer ersten Leistungsstufe auf eine zweite
Leistungsstufe der leistungsunabhängige Integralteil YIR der leistungsunabhängigen Stellgrösse YR als Anfangswert für die leistungsunabhängige Stellgrösse YR bei der zweiten Leistungsstufe verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied eine Luftklappe (6) ist.