[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur thermischen Übertragung
von IR-Farbstoffen, ausgewählt aus der Klasse, bestehend aus Naphthalocyaninderivaten
und einem Nickeldithiolen-Komplex.
[0002] IR-Farbstoffe sind solche Verbindungen, die ihr Absorptionsmaximum im Infrarot (IR)-Bereich
aufweisen.
[0003] Mit Hilfe moderner Geräte der Kommunikationstechnik gewinnt das sichere und schnelle
Erfassen von Informationen eine immer stärkere Bedeutung. Dabei kommt eine besondere
Rolle dem automatischen, digitalen Einlesen von Information zu, die gedruckt, digital
oder analog vorliegt. Als Beispiel dienen gedruckte Barcodes, die mit geeigneten Lichtquellen
und Detektoren abgetastet und gelesen werden können.
[0004] So werden im allgemeinen handelsübliche Druckfarben dazu verwendet, um maschinenlesbare
Barcodes zu drucken. Aus der EP-A-553 614 ist die Verwendung von solchen Druckfarben
bekannt, die IR-Farbstoffe enthalten. Man kann damit Drucke erzeugen, die für das
menschliche Auge praktisch unsichtbar sind aber durch geeignete Detektoren gelesen
werden können.
[0005] Aus der US-A-4 753 923 ist weiterhin die thermische Übertragung von Nickel-dithiolen-Komplexen
bekannt.
[0006] Beim sogenannten Thermotransferdruckverfahren wird ein Transferblatt, das einen thermisch
transferierbaren Farbstoff in einem oder mehreren Bindemitteln, gegebenenfalls zusammen
mit geeigneten Hilfsmitteln, auf einem Träger enthält, mit einer Energiequelle, z.B.
mit einem Heizkopf oder einem Laser, durch kurze Heizimpulse (Dauer: Bruchteile einer
Sekunde) von der Rückseite her erhitzt, wodurch der Farbstoff aus dem Transferblatt
migriert und in die Oberflächenbeschichtung eines Aufnahmemediums hineindiffundiert.
Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß die Steuerung der zu
übertragenden Farbstoffmenge durch Einstellung der von der Energiequelle abzugebenden
Energie leicht möglich ist.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es nun, ein neues Thermotransferdruck-Verfahren
bereitzustellen, bei dem spezielle IR-Farbstoffe auf das Substrat übertragen werden.
[0008] Es wurde nun gefunden, daß die Übertragung von IR-Farbstoffen von einem Träger auf
ein mit Kunststoff beschichtetes Papier durch Diffusion oder Sublimation mit Hilfe
einer Energiequelle vorteilhaft gelingt, wenn man einen Träger verwendet, auf dem
sich ein oder mehrere IR-Farbstoffe befinden, die ausgewählt sind aus der Klasse,
bestehend aus Naphthalocyaninen der Formel I

in der
Y1, Y2, Y3, Y4, Y5, Y6, Y7 und Y8 unabhängig voneinander jeweils Wasserstoff, Hydroxy, C1-C20-Alkyl oder C1-C20-Alkoxy, wobei die Alkylgruppen jeweils durch 1 bis 4 Sauerstoffatome in Etherfunktion
unterbrochen sein können und gegebenenfalls durch Phenyl substituiert sind,
Y9, Y10, Y11 und Y12 unabhängig voneinander jeweils Wasserstoff, C1-C20-Alkyl oder C1-C20-Alkoxy, wobei die Alkylgruppen jeweils durch 1 bis 4 Sauerstoffatome in Etherfunktion
unterbrochen sein können, Halogen, Hydroxysulfonyl oder C1-C4-Dialkylsulfamoyl und
Me zweimal Wasserstoff, zweimal Lithium, Magnesium, Zink, Kupfer, Nickel, VO, TiO
oder AlCl bedeuten,
und dem Nickel-dithiolen-Komplex der Formel II

[0009] Die Farbstoffe der Formeln I und II weisen ihr Absorptionsmaximum im Bereich von
800 bis 950 nm auf.
[0010] Alle in der obengenannten Formel I auftretenden Alkylgruppen können sowohl geradkettig
als auch verzweigt sein.
[0011] In Formel I sind geeignete C
1-C
20-Alkylreste, die gegebenenfalls durch 1 bis 4 Sauerstoffatome in Etherfunktion unterbrochen
sind, z.B. Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, sec-Butyl, tert-Butyl,
Pentyl, Isopentyl, Neopentyl, tert-Pentyl, Hexyl, 2-Methylpentyl, Heptyl, Octyl, 2-Ethylhexyl,
Isooctyl, Nonyl, Isononyl, Decyl, Isodecyl, Undecyl, Dodecyl, Tridecyl, 3,5,5,7-Tetramethylnonyl,
Isotridecyl (die obigen Bezeichnungen Isooctyl, Isononyl, Isodecyl und Isotridecyl
sind Trivialbezeichnungen und stammen von den nach der Oxosynthese erhaltenen Alkoholen
- vgl. dazu Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 7, Seiten
215 bis 217, sowie Band 11, Seiten 435 und 436), Tetradecyl, Pentadecyl, Hexadecyl,
Heptadecyl, Octadecyl, Nonadecyl, Eicosyl, 2-Methoxyethyl, 2-Ethoxyethyl, 2-Propoxyethyl,
2-Isopropoxyethyl, 2-Butoxyethyl, 2- oder 3-Methoxypropyl, 2- oder 3-Ethoxypropyl,
2- oder 3-Propoxypropyl, 2- oder 3-Butoxypropyl, 2- oder 4-Methoxybutyl, 2- oder 4-Ethoxybutyl,
2- oder 4-Propoxybutyl, 2- oder 4-Butoxybutyl, 3,6-Dioxaheptyl, 3,6-Dioxaoctyl, 4,8-Dioxanonyl,
3,7-Dioxaoctyl, 3,7-Dioxanonyl, 4,7-Dioxaoctyl, 4,7-Dioxanonyl, 4,8-Dioxadecyl, 3,6,8-Trioxadecyl,
3,6,9-Trioxaundecyl, 3,6,9,12-Tetraoxatridecyl oder 3,6,9,12-Tetraoxatetradecyl.
[0012] In Formel I ist geeignetes C
1-C
20-Alkyl, das durch Phenyl substituiert ist, z.B. Benzyl oder 1- oder 2-Phenylethyl.
[0013] In Formel I sind geeignete C
1-C
20-Alkoxyreste, die gegebenenfalls durch 1 bis 4 Sauerstoffatome in Etherfunktion unterbrochen
sind, z.B. Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy, Butoxy, Isobutoxy, Pentyloxy, Hexyloxy,
Heptyloxy, Octyloxy, 2-Ethylhexyloxy, Isooctyloxy, Nonyloxy, Isononyloxy, Decyloxy,
Isodecyloxy, Undecyloxy, Dodecyloxy, Tridecyloxy, Isotridecyloxy, Tetradecyloxy, Pentadecyloxy,
Hexadecyloxy, Heptadecyloxy, Octadecyloxy, Nonadecyloxy, Eicosyloxy, 2-Methoxyethoxy,
2-Ethoxyethoxy, 2-Propoxyethoxy, 2-Isopropoxyethoxy, 2-Butoxyethoxy, 2- oder 3-Methoxypropoxy,
2- oder 3-Ethoxypropoxy, 2- oder 3- Propoxypropoxy, 2- oder 3-Butoxypropoxy, 2- oder
4-Methoxybutoxy, 2- oder 4-Ethoxybutoxy, 2- oder 4-Propoxybutoxy, 2- oder 4-Butoxybutoxy,
3,6-Dioxaheptyloxy, 3,6-Dioxaoctyloxy, 4,8-Dioxanonyloxy, 3,7-Dioxaoctyloxy, 3,7-Dioxanonyloxy,
4,7-Dioxaoctyloxy, 4,7-Dioxanonyloxy, 4,8-Dioxadecyloxy, 3,6,8-Trioxadecyloxy, 3,6,9-Trioxaundecyloxy,
3,6,9,12-Tetraoxatridecyloxy oder 3,6,9,12-Tetraoxatetradecyloxy.
[0014] In Formel I ist geeignetes C
1-C
20-Alkoxy, das durch Phenyl substituiert ist, z.B. Benzyloxy oder 1- oder 2-Phenylethoxy.
[0015] Halogen in Formel I ist z.B. Fluor, Chlor oder Brom.
[0016] Reste Y
9 bis Y
12 in Formel I sind z.B. Dimethylsulfamoyl, Diethylsulfamoyl, Dipropylsulfamoyl, Dibutylsulfamoyl
oder N-Methyl-N-ethylsulfamoyl.
[0017] Bevorzugt ist eine Verfahrensweise, bei der man einen Träger verwendet, auf dem sich
ein oder mehrere Naphthalocyanine der Formel Ia

befinden, in der
Y1, Y2, Y3, Y4, Y5, Y6, Y7 und Y8 unabhängig voneinander jeweils Wasserstoff, Hydroxy, C1-C4-Alkyl oder C1-C20-Alkoxy und
Me zweimal Wasserstoff, zweimal Lithium, Magnesium, Zink, Kupfer, Nickel, VO oder
AlCl bedeuten.
[0018] Weiterhin bevorzugt ist eine Verfahrensweise, bei der man einen Träger verwendet,
auf dem sich der Nickel-dithiolen-Komplex der Formel II befindet.
[0019] Besonders hervorzuheben ist eine Verfahrensweise, bei der man einen Träger verwendet,
auf dem sich ein oder mehrere Naphthalocyanine der Formel Ia befinden, in der Y
1, Y
2, Y
3, Y
4, Y
5, Y
6, Y
7 und Y
8 unabhängig voneinander jeweils Hydroxy oder C
1-C
20-Alkoxy, insbesondere C
1-C
10-Alkoxy bedeuten. Die Alkoxyreste können dabei gleich oder verschieden sein.
[0020] Weiterhin besonders hervorzuheben ist eine Verfahrensweise, bei der man einen Träger
verwendet, auf dem sich ein oder mehrere Naphthalocyanine der Formel Ia befinden,
in der Me zweimal Wasserstoff bedeutet.
[0021] Die Naphthalocyanine der Formel I sind an sich bekannt und beispielsweise in der
GB-A-2 168 372 oder GB-A-2 200 650 beschrieben oder können nach an sich bekannten
Methoden, wie sie bei der Herstellung von Phthalocyaninen oder Naphthalocyaninen zur
Anwendung kommen und wie sie beispielsweise in F.H. Moser, A.L. Thomas "The Phthalocyanines",
CRC Press, Boca Rota, Florida, 1983, oder J. Am. Chem. Soc. Band 106, Seiten 7404
bis 7410, 1984, beschrieben sind, erhalten werden.
[0022] Der Nickel-Dithiolen-Komplex der Formel II ist ebenfalls an sich bekannt und beispielsweise
in der DE-A-4 202 037 beschrieben.
[0023] Zur Herstellung der für das erfindungsgemäße Verfahren benötigten Farbstoffträger
werden die IR-Farbstoffe der Formel I und/oder II in einem geeigneten organischen
Lösungsmittel oder in Mischungen von Lösungsmitteln mit einem oder mehreren Bindemitteln,
gegebenenfalls unter Zugabe von Hilfsmitteln, zu einer Druckfarbe verarbeitet. Diese
enthält die Farbstoffe vorzugsweise in molekulardispers gelöster Form. Die Druckfarbe
kann mittels einer Rakel auf den inerten Träger aufgetragen und die Färbung an der
Luft getrocknet werden. Geeignete organische Lösungsmittel für die Farbstoffmischungen
sind z.B. solche, in denen die Löslichkeit der Farbstoffmischungen bei einer Temperatur
von 20°C größer als 1 Gew.%, vorzugsweise größer als 5 Gew.% ist.
[0024] Beispielhaft seien Ethanol, Propanol, Isobutanol, Tetrahydrofuran, Methylenchlorid,
Methylethylketon, Cyclopentanon, Cyclohexanon, Toluol, Chlorbenzol oder deren Mischungen
genannt.
[0025] Als Bindemittel kommen alle Resins oder Polymermaterialien in Betracht, die in organischen
Lösungsmitteln löslich sind und die die Farbstoffmischungen an den inerten Träger
abriebfest zu binden vermögen. Dabei werden solche Bindemittel bevorzugt, die die
Farbstoffmischung nach Trocknung der Druckfarbe an der Luft in Form eines klaren,
transparenten Films aufnehmen, ohne daß dabei eine sichtbare Auskristallisation der
Farbstoffmischung auftritt.
[0026] Solche Bindemittel sind beispielsweise in der US-A-5 132 438 oder in den entsprechenden
dort zitierten Patentanmeldungen genannt. Darüber hinaus sind gesättigte lineare Polyester
zu nennen.
[0027] Bevorzugte Bindemittel sind Ethylcellulose, Ethylhydroxyethylcellulose, Polyvinylbutyral,
Polyvinylacetat, Cellulosepropionat oder gesättigte lineare Polyester.
[0028] Das Gewichtsverhältnis Bindemittel:IR-Farbstoff beträgt im allgemeinen 1:1 bis 10:1.
[0029] Als Hilfsmittel kommen z.B. Trennmittel in Betracht, wie sie in der US-A-5 132 438
oder den entsprechenden dort zitierten Patentanmeldungen genannt sind. Darüber hinaus
sind besonders organische Additive zu nennen, welche das Auskristallisieren der Transferfarbstoffe
bei Lagerung oder beim Erhitzen des Farbbandes verhindern, z.B. Cholesterin oder Vanillin.
[0030] Geeignete inerte Träger sind z.B. in der US-A-5 132 438 oder in den entsprechenden
dort zitierten Patentanmeldungen beschrieben. Die Dicke des Farbstoff-Trägers beträgt
im allgemeinen 3 bis 30 µm, vorzugsweise 5 bis 10 µm.
[0031] Als Farbstoffnehmerschicht kommen prinzipiell alle temperaturstabilen Kunststoffschichten
mit Affinität zu den zu transferierenden Farbstoffen in Betracht, z.B. modifizierte
Polycarbonate oder Polyester. Weitere Einzelheiten dazu können z.B. aus der US-A-5
132 438 oder den entsprechenden dort zitierten Patentanmeldungen entnommen werden.
[0032] Die Übertragung erfolgt mittels einer Energiequelle, z.B. mittels eines Lasers oder
eines Thermokopfes, wobei letzterer auf eine Temperatur von ≧ 300°C aufheizbar sein
muß, damit der Farbstofftransfer im Zeitbereich t: 0 < t < 15 msec erfolgen kann.
Dabei migriert der Farbstoff aus dem Transferblatt und diffundiert in die Oberflächenbeschichtung
des Aufnahmemediums.
[0033] Mittels des neuen Verfahrens erhält man auf einfache Weise Drucke, die für das menschliche
Auge praktisch unsichtbar sind, durch geeignete Detektoren jedoch gelesen werden können.
Die Drucke weisen gute Lichtechtheitswerte auf. Die Bildmigration bei Raumtemperatur
ist gering.
[0034] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern.
[0035] Allgemeine Vorschrift:
a) 10 g Farbstoff werden, gegebenenfalls unter kurzzeitigem Erwärmen auf 80 bis 90°C,
in 100 g einer 10 gew.%igen Lösung eines Bindemittels (Ethylcellulose) in einem Methylethylketon/Toluol/Cyclohexanon-Gemisch
(4,5:2:2 v/v/v) eingerührt.
Das Gemisch wird mit einer 6 µm Rakel auf eine Polyesterfolie von 6 µm Dicke, auf
deren Rückseite eine geeignete Gleitschicht aufgebracht ist, aufgerakelt und mit einem
Föhn 1 Minute trockengeblasen. Bevor das Farbband verdruckt werden kann, muß es mindestens
24 Stunden an der Luft nachtrocknen, da Restlösungsmittel den Druckvorgang beeinträchtigen
können.
b) Die Farbbänder werden auf einer rechnergesteuerten Versuchsanordnung, die mit einem
handelsüblichen Thermokopf ausgestattet ist, auf handelsübliches Videoprinterpapier
verdruckt.
Durch Veränderung der Spannung wird die Energieabgabe des Thermokopfs gesteuert, wobei
die eingestellte Impulsdauer 7ms beträgt und immer nur ein Impuls abgegeben wird.
Die abgegebene Energie liegt zwischen 0,7 und 2,0 mJ/Dot.
Da die Höhe der Anfärbung direkt proportional der zugeführten Energie ist, kann ein
Farbkeil erzeugt und spektroskopisch ausgewertet werden.
Aus der graphischen Auftragung der Farbtiefe gegen die zugeführte Energie je Heizelement
wird der Q*-Wert (= Energie in mJ für den Extinktionswert 1) und die Steigung m in
1/mJ ermittelt.
[0036] Die erhaltenen Ergebnisse sind im folgenden aufgeführt.
- Farbstoff 1:
- Nickeldithiolen-Komplex der Tabelle Formel II
- Farbstoff 2:
-

| Farbstoff Nr. |
Q* [mJ/Dot] |
m [1/mJ] |
λmax [nm] |
| 1 |
2,32 |
0,60 |
885 |
| 2 |
1,79 |
1,07 |
866 |