[0001] Die Erfindung betrifft einen Drehschliesszylinder nach dem Oberbegriff des unabhängigen
Patentanspruchs 1.
[0002] Ein Drehschliesszylinder dieser Art ist beispielsweise aus der EP-B-0 238 442 bekannt.
Bei Einbruchsversuchen sind auch solche hochwertigen Drehschliesszylinder den unterschiedlichsten
bekannten und neuen Öffnungsversuchen ausgesetzt. Von diesen sind die einen zerstörungsfrei,
sodass eine Spurensicherung nicht möglich ist. Beim Drehschliesszylinder nach der
genannten Patentschrift sind solche Methoden, beispielsweise die Vibrationsmethode,
durch eine besondere Ausbildung der Zuhaltungen verunmöglicht. Es gibt jedoch auch
unzulässige Öffnungsmethoden, bei denen der Drehschliesszylinder durch Anwendung roher
Gewalt zerstört wird. Bei einem solchen Öffnungsversuch wird beispielsweise der Rotor
gewaltsam mit einem in den Schlüsselkanal eingeführten Werkzeug gedreht, wobei Zuhaltungsstifte
abgeschert werden. Diese gewaltsame Öffnungsmethode ist durch Änderungen des Drehschliesszylinders
schwierig zu begegnen, da solchen Änderungen durch vorgegebene Abmessungen Grenzen
gesetzt sind. Ein solcher Drehschliesszylinder soll schliesslich auch einfach und
kostengünstig herstellbar und zudem funktionssicher sein. Besonders wünschenswert
wäre ein Drehschliesszylinder, der gleichzeitig mehrere unzulässige Öffnungsversuche
zumindest wesentlich erschwert.
[0003] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Drehschliesszylinder der
genannten Art zu schaffen, der gegen unberechtigte Öffnungsversuche noch besser geschützt
und trotzdem in der Herstellung nicht wesentlich aufwendiger ist. Die Aufgabe ist
durch die Erfindung gemäss Anspruch 1 gelöst.
[0004] Beim erfindungsgemässen Drehschliesszylinder sind die oben genannten Öffnungsversuche
wesentlich erschwert. Ein gewaltsames Drehen des Rotors ist erschwert, da der Scherquerschnitt
erhöht ist, das heisst das verwendete hergerichtete Werkzeug muss in der ganzen Länge
des Schlüsselkanals in diesen eingeführt werden. Infolge des Federdruckes der Sperreinlage
wird das in den Schlüsselkanal eingesetzte Werkzeug gegen die Kernstifte gestossen.
Diese werden dadurch radial nach aussen bewegt, was zu einer positiven Sperrung durch
die Kernstifte führt. Ein solcherweise gesperrter Rotor kann kaum gewaltsam gedreht
werden.
[0005] Bei der "Picking-" oder Vibrationsmethode müsste auf der gesamten Länge des Schlüsselkanals
während des Öffnungsversuches die Sperreinlage gegen den Federdruck auf Schliesshöhe
gehalten werden. Es sind somit zusätzliche Manipulationen erforderlich, welche die
Öffnungsmethode erschweren und insbesondere die für einen erfolgreichen Versuch erforderliche
Zeit verlängern.
[0006] Wie ersichtlich, sind beim erfindungsgemässen Drehschliesszylinder völlig unterschiedliche
Öffnungsmethodern wesentlich erschwert.
[0007] Mit einem zugehörigen Schlüssel kann der Drehschliesszylinder wie üblich bedient
werden. Beim Einführen des Schlüssels in den Schlüsselkanal wird die Sperreinlage
selbsttätig nach aussen in eine unwirksame Stellung gebracht.
[0008] Eine besonders einfache Herstellung des erfindungsgemässen Drehschliesszylinders
ergibt sich dann, wenn nach einer Weiterbildung die Einlage in eine hinten offene
Ausnehmung des Gehäuses eingesetzt ist. Die Einlage kann hier ähnlich wie ein Schieber
in eine Längsausnehmung des Gehäuses eingeschoben werden. Das Einsetzen der Sperreinlage
kann beim Zusammenbau des Drehschliesszylinders ähnlich wie beim Einsetzen der Gehäusestifte
erfolgen. Das Einsetzen der Sperreinlage kann somit sehr einfach in einen bekannten
Herstellungsprozess integriert werden. Bei einem Serienprodukt ist dies ein wesentlicher
Gesichtspunkt.
[0009] Die Schliessicherheit wird wesentlich erhöht, wenn gemäss einer Weiterbildung der
Erfindung die Sperreinlage aus mehreren hintereinander angeordneten Teilen besteht,
die einzeln zur Freigabe des Rotors nach aussen versetzt werden müssen. Bei einem
unzulässigen Öffnungsversuch müssen somit gleichzeitig mehrere Teile der Sperreinlage
in eine unwirksame Stellung gebracht werden.
[0010] Die Schliessicherheit wird noch weiter erhöht, wenn die Sperreinlage durch wenigstens
zwei im Abstand zueinander angeordnete Federelemente in der Sperrlage gehalten sind.
Eine solche Sperreinlage ist auch dann wirksam, wenn sie lediglich an einem Ende nach
aussen gedrückt wird. Die Sperreinlage neigt sich in diesem Fall lediglich und das
nicht beaufschlagte Ende sperrt den Rotor weiterhin.
[0011] Der erfindungsgemässe Drehschliesszylinder kann auch ein Doppelschliesszylinder sein,
der mittels eines Verbindungssteges aus zwei Einzelzylinder zusammengebaut ist. Die
Sperreinlagen werden in diesem Fall vor dem Verbinden der Einzelzylinder eingebaut.
Auch hier können somit die Sperreinlagen von hinten eingeschoben werden. Weitere vorteilhafte
Merkmale ergeben sich aus den üblichen Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung
und der Zeichnung.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen erfindungsgemässen Drehschliesszylinder, und
- Fig. 2a bis 2c
- Längsschnitte durch den Drehschliesszylinder mit Teilansichten eines Schlüsselschaftes.
[0013] Der Drehschliesszylinder weist ein Gehäuse mit einer durchgehenden Bohrung 5 auf,
in welche ein Rotor 9 eingesetzt ist. Durch Federn 4 belastete Zuhaltungen mit Kernstiften
8 und Gehäusestiften 3 sind in bekannter Weise in radiale Bohrungen im Rotor 9 und
in Einsätzen 2 des Gehäuses 1 eingesetzt. Zur Drehfreigabe wird in einen offenen Schlüsselkanal
10 ein Flach- oder Wendeschlüssel 14 eingesetzt. Besteht der Drehschliesszylinder
aus zwei Einzelzylindern, so sind diese jeweils durch einen in den Zylindersack 6
eingesetzten Steg 7 miteinander verbunden. Der erfindungsgemässe Drehschliesszylinder
kann ein Einzel- oder ein Doppeldrehschliesszylinder sein.
[0014] In das Gehäuse 1 ist im unteren Bereich der Bohrung 5 eine sich in Längsrichtung
des Drehschliesszylinders erstreckende Ausnehmung 11 eingearbeitet. Wie in Fig. 2a
ersichtlich, ist diese Ausnehmung hinten, das heisst in dieser Figur rechts, offen,
während sie vorne geschlossen ist. In diese nutenförmige Ausnehmung 11 ist eine Sperreinlage
12 eingesetzt, die aus zwei im Querschnitt T-förmigen Teilen 12a und 12b aus beispielsweise
Messing besteht. Auf der Unterseite weisen die Teile 12a und 12b jeweils zwei Sackbohrungen
12c auf, in welche Spiralfedern 13 eingesetzt sind. Die am Gehäuse 1 sich abstützenden
Spiralfedern 13 halten die Teile 12a und 12b in der in den Figuren 1 und 2a gezeigten
Stellung. Da hier wie ersichtlich die Teile 12a und 12b in den unten offenen Schlüsselkanal
10 eingreifen, verbindet die Sperreinlage 12 in der gezeigten Stellung den Rotor mit
dem Gehäuse 1. Der Rotor könnte hier somit auch bei eingeordneten Zuhaltungen nicht
gedreht werden. Mit einer Öffnungsmethode, bei welcher lediglich die Zuhaltungen eingeordnet
werden, könnte somit ein Schloss mit diesem Drehschliesszylinder nicht geöffnet werden.
[0015] Mit einem zugehörigen Wendeschlüssel 14 kann der Drehschliesszylinder in üblicher
Weise durch Einsetzen des Schlüssels 14 in den Schlüsselkanal 10 bedient werden, wie
die Figuren 2b und 2c zeigen. Wird der Schlüssel 14 von vorne in den Schlüsselkanal
10 eingeführt, wie dies wie dies in Fig. 2 gezeigt ist, so wird zerst das Teil 12a
und nachher auch das Teil 12b gegen die rücktreibende Kraft der Federn 13 nach unten
in die Ausnehmung 11 bewegt. Die Teile 12a und 12b ragen in der in Fig. 2c gezeigten
Position, bei welcher der Schlüssel 14 vollständig in den Schlüsselkanal 10 eingesetzt
ist, oben nicht mehr über die Ausnehmung 11 hinaus und greifen auch nicht mehr in
den Schlüsselkanal 10 ein. Da gleichzeitig die Zuhaltungen durch den Schlüssel 14
eingeordnet sind, ist der Rotor 9 freigegeben.
[0016] Die Teile 12a und 12b weisen jeweils über ihre gesamte Länge den in Fig. 1 gezeigten
T-förmigen Querschnitt auf. Sie weisen somit einen oberen Ansatz 12c auf, der nur
geringfügig weniger breit ist als der Schlüsselkanal 10. Ein unterer Bereich 12e ist
breiter als der Schlüsselkanal 10 und nur geringfügig weniger breit als die Ausnehmung
11. Der breitere Bereich 12e bildet somit ein Anschlag, der verhindert, dass die Teile
12a und 12b durch die Federn 13 vollständig in den Schlüsselkanal 10 gedrückt werden.
Wird der Schlüssel 14 abgezogen, so gehen die Teile 12a und 12b sofort selbstständig
in die in Fig. 2a gezeigte Stellung über.
1. Drehschliesszylinder für ein Sicherheitsschloss, wobei in radial zu einem Rotor (9)
und einem Zylindergehäuse (1) verlaufenden Bohrungen federbelastete Stiftzuhaltungen
(3, 8) gelagert sind, die durch einen in den Schlüsselkanal (10) eingeführten Schlüssel
(14) zur Drehfreigabe des Rotors (9) eingeordnet werden können, gekennzeichnet durch
eine im Gehäuse (1) gelagerten Sperreinlage (12), die in den Schlüsselkanal (10) eingreift
und die bei eingeführtem Schlüssel (14) zur Drehfreigabe des Rotors (9) gegen eine
rücktreibende Federkraft nach aussen versetzt ist.
2. Drehschliesszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperreinlage
(12) in eine hinten offene Ausnehmung (11) des Gehäuses (1) eingesetzt ist.
3. Drehschliesszylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung
(11) sich im wesentlichen über die ganze Länge des Gehäuses (1) erstreckt.
4. Drehschliesszylinder nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass dieser
ein mittels eines Verbindungssteges (7) aus zwei Einzelzylindern zusammengesetzter
Doppelschliesszylinder ist.
5. Drehschliesszylinder nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Sperreinlage (12) mehrere in der Ausnehmung 11 im Abstand zueinander angeordnete Federelemente
(13) aufweist, die am Gehäuse (1) abgestützt sind.
6. Drehschliesszylinder nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Sperreinlage (12) aus wenigstens zwei Teilen (12a, 12b) besteht, die unabhängig voneinander
gegen eine Federkraft nach Aussen bewegbar sind.
7. Drehschliesszylinder nach einem der Ansprüche 2-6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ausnehmung (11) breiter ist als der Schlüsselkanal (10) und die Sperreinlage (12)
in einem oberen Bereich (12c) geringfügig weniger breit ist als der Schlüsselkanal
(10) und in einem unteren Bereich (12e) geringfügig weniger breit ist als die Ausnehmung
(11)
8. Drehschliesszylinder nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Teil
(12a, 12b) durch wenigstens zwei im Abstand zueinander angeordnete Federelemente (13)
gegen den Rotor (9) gedrückt werden.
9. Drehschliesszylinder nach einem der Ansprüche 5-8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Teile (12a, 12b) auf der Unterseite Bohrungen (12d) aufweisen, in welche jeweils eine
am Gehäuse (1) abgestützte Spiralfeder (13) eingreift.
10. Drehschliesszylinder nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Teile (12a, 12b) der Sperreinlage (12) aus Messing hergestellt sind.