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EP 0 647 511 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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17.04.1996 Patentblatt 1996/16 |
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Anmeldetag: 09.08.1993 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B27K 7/00 |
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Verfahren zur Behandlung von an Korkeichen gewonnener Korkrinde für die Herstellung
von Flaschenverschlüssen
Process for the treatment of cork bark from cork-oaks for the production of bottle
closures
Procédé pour le traitement des écorces de liège des chêne-liège pour la production
des bouchons de bouteilles
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR IT PT |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.04.1995 Patentblatt 1995/15 |
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Patentinhaber: TRIERISCHE KORK-INDUSTRIE Fr. WEBER + Cie., GmbH u. Co. KG |
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D-54296 Trier (DE) |
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Erfinder: |
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- Grossmann, M., Prof. Dr.
D-64823 Gross-Umstadt (DE)
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Vertreter: Serwe, Karl-Heinz, Dipl.-Ing. |
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Patentanwälte Wolfgang Schönherr,
Dipl.-Ing. K.-H. Serwe
Hawstrasse 28 D-54290 Trier D-54290 Trier (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-93/01923 US-A- 5 096 824
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DE-A- 3 035 646
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von an Korkeichen (Quercus suber
L.) gewonnener Korkrinde für die Herstellung von Flaschenverschlüssen.
[0002] Bekanntlich kommt es hin und wieder vor, daß Wein oder Sekt, der aus einer Flasche
entnommen wird, die üblicherweise einen Korkverschluß aufweist, einen unangenehmen
Geruch oder Geschmack hat, der dazu führen kann, daß der Wein als verdorben zu bezeichnen
ist. Eine solche geruch- und geschmackliche Beeinflussung des Weines kann dadurch
ausgelöst werden, daß aus dem Korken lösliche Verbindungen in den Wein gelangen, die
eine unangenehme Geruchs- und Geschmacksveränderung nach sich ziehen.
[0003] Wie Untersuchungen ergeben haben, kann es vorkommen, daß durch Mikroorganismen Stoffwechselprodukte
in das Korkgewebe nach dem Schälen des Korks von den Korkeichen und vor der Weiterverarbeitung
zu Korkstopfen gelangen. So wurden bereits verschiedene Schimmelpilze identifiziert,
die sich mehr oder weniger zufällig auf dem Kork angesiedelt und vermehrt haben und
dort sensorisch unangenehme Stoffe an die Korkrinde abgegeben haben.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, das Wachstum von geruchs- und/oder geschmacksbeeinflussenden
Mikroorganismen weitestgehend zu verhindern, um zu erreichen, daß der in einer mit
Korken verschlossenen Flasche abgefüllte Wein sich weder in geschmacklicher- noch
in geruchlicher Hinsicht in einer Weise verändert, die auf den Korkstopfen zurückzuführen
ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren vorgeschlagen, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß den geschälten Korkplattenstücken eine konzentrierte Suspension eines Reinzuchtstammes
eines schnellwachsenden, geruchs- und geschmacksneutralen Schimmelpilzes zugegeben
wird.
[0006] Vorteilhaft werden die abgelagerten, vorgekochten Korkplattenstücke in ein Tauchbad
aus einer konzentrierten Suspension eines oder mehrerer Reinzuchtstämme gegeben.
[0007] Vorteilhaft besteht die konzentrierte Suspension aus mindestens 100 000 Keimen je
ml.
[0008] Bei in Trockenform vorliegenden Keimen werden diese vor der Benutzung in 0,1 %iger
Kochsalzlösung mit 0,1 % Pepton-Zusatz über 12 Stunden reaktiviert und rehydratisiert.
[0009] Nach einer vorteilhaften Weiterentwicklung werden mindestens zwei Reinzuchtstämme
von schnellwachsenden, geruchs- und geschmacksneutralen Schimmelpilzen in Mischung
verwendet.
[0010] Bevorzugt werden als Reinzuchtstämme Arten aus der Gattung Penicillium verwendet.
[0011] Durch dieses Verfahren wird die ursprüngliche Korkflora, d.h. die Summe aller Mikroorganismen,
die sich auf dem von der Korkeiche gewonnenen Kork befinden, in ihrer weiteren Vermehrung
gehemmt. Dadurch wird auch die Vermehrung jener Mikroorganismen unterdrückt, die unangenehm
riechende Metabolite an die Korkplatte abgeben oder Verbindungen des Korks zu sensorischen
Negativkomponenten umsetzen.
[0012] Durch die Mycelbildung der schnellwachsenden Schimmelpilze werden dem Kork wichtige
Nährstoffe entzogen, die dann der natürlichen Korkflora nicht mehr zur Verfügung stehen
und damit auch im weiteren Verlauf das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen nicht
mehr begünstigen.
[0013] Das Verfahren ist in einigen Beispielen dargestellt:
Beispiel 1:
[0014] Abgelagerte Korkplatten werden eine Stunde lang bei etwa 95-100 Grad gekocht. Nach
Entnahme aus dem Tauchbad wird der noch heiße Korkstapel fünf Minuten zur Abkühlung
gelagert. Danach erfolgt in einer Wanne eine vollständige Benetzung der Korkplatten
mit einer konzentrierten Suspension als Flüssigreinkultur, bei der 200 Milliarden
Keime in 200 l frisches Wasser gegeben werden und die Suspension gut durchgemischt
wird. Die Korkplatten werden anschließend mehrere Minuten auf- und abbewegt. Dann
erfolgt eine Lagerung bei durchschnittlich 18 Grad Raumtemperatur unter einer Plastikfolie.
Nach sechs Tagen ist eine beginnende Mycelbildung festzustellen.
Beispiel 2:
[0015] Gekochte Korkplatten, die für eine weitere Verarbeitung jedoch zu trocken sind, werden
nochmals 30 Minuten lang gekocht. Nach Entnahme aus dem Kochbehälter werden sie direkt
einer Tauchbadbehandlung zugeführt. Die Konzentration der Reinkultur beträgt 1 Million
Keime je ml, die als Flüssigkultur in frischem Leitungswasser angesetzt ist. Die Korkplatten
werden vollständig in der Suspension eingetaucht und fünf Minuten lang leicht bewegt.
Die anschließende Lagerung erfolgt ohne Abdeckung im Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit
bei 15 Grad Raumtemperatur.
Beispiel 3:
[0016] In Trockenform vorliegende Spezialkulturen werden vor der Benutzung reaktiviert.
Dazu werden 100 Milliarden Keime in 10 l Wasser, dem 0,1 % Kochsalz und 0,1 % Pepton
zugesetzt worden ist, 12 Stunden lang unter gelegentlichen Rühren rehydratisiert.
Die reaktivierte Suspension wird in 200 l Wasser gegeben. Die 30 Minuten lang gekochten
Korkplatten werden ohne vorherige Abkühlung in das Tauchbad mit den reaktivierten
Kulturen gegeben und 10 Minuten darin bewegt. Anschließend wird der behandelte Plattenstapel
bei 18 Grad Raumtemperatur und einer Luftfeuchtigkeit von über 80 % ohne Abdeckfolie
gelagert. Nach 8 Tagen ist eine weiße Mycelschicht auf der Oberfläche der Korkplatten
zu erkennen. Nach weiteren 3 Wochen kann die Verarbeitung zu Korkstopfen erfolgen.
1. Verfahren zur Behandlung von an Korkeichen (Quercus suber L.) gewonnener Korkrinde
für die Herstellung von Flaschenverschlüssen, dadurch gekennzeichnet, daß den geschälten
Korkplattenstücken eine konzentrierte Suspension eines Reinzuchtstammes eines schnellwachsenden,
geruchs- und geschmacksneutralen Schimmelpilzes zugegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abgelagerten, vorgekochten
Korkplattenstücke in ein Tauchbad aus einer konzentrierten Suspension eines Reinzuchtstammes
eines schnellwachsenden, geruchs- und geschmacksneutralen Schimmelpilzes gegeben und
im Tauchbad leicht bewegt werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die konzentrierte
Suspension aus mindestens 100 000 koloniebildenden Einheiten je ml besteht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die in Trockenform
vorliegenden Keime vor der Benutzung in 0,1 % Kochsalzlösung mit 0,1 %iger Pepton-Zusatz
über 12 Stunden reaktiviert und rehydratisiert werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
zwei Reinzuchtstämme von schnellwachsenden, geruchs- und geschmacksneutralen Schimmelpilzarten
in Mischung verwendet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Reinzuchtstämme
Arten aus der Gattung Penicillium verwendet werden.
1. Process for the treatment of cork bark obtained from cork oaks (Quercus suber L.)
for the production of bottle closures, characterized in that a concentrated suspension
of a pure-bred strain of a rapidly multiplying mould which does not affect odour or
flavour is added to the peeled cork panel sections.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the seasoned, pre-boiled cork
panel sections are immersed in a liquor of a concentrated suspension of a pure-bred
strain of a rapidly multiplying mould which does affect odour or flavour and gently
moved in this liquor.
3. Process according to Claims 1 or 2, characterized in that the concentrated suspension
has at least 100,000 colony-forming units per ml.
4. Process according to any of Claims 1 to 3, characterized in that the microorganisms,
which are in dried form, are reactivated and rehydrated prior to use for 12 hours
in a 0.1% sodium chloride solution to which 0.1% peptone has been added.
5. Process according to any of Claims 1 to 4, characterized in that at least two pure-bred
strains of rapidly multiplying mould species which do not affect odour or flavour
are used in the form of a mixture.
6. Process according to any of Claims 1 to 5, characterized in that the pure-bred strains
used are species of the genus Penicillium.
1. Procédé de traitement de l'écorce de liège, des chênes-lièges (Quercus suber L.) pour
la fabrication de bouchons de bouteilles, caractérisé en ce qu'on ajoute aux morceaux
de plaque de liège une suspension concentrée d'une souche pure, d'une moisissure à
prolifération rapide, neutre du point de vue de l'odeur et du goût.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les morceaux de plaque de
liège, déposés et ayant subi une cuisson préalable, sont placés dans un bain de trempage,
constitué d'une suspension concentrée d'une souche pure, d'une moisissure à prolifération
rapide, neutre du point de vue de l'odeur et du goût, et sont lentement remués dans
le bain de trempage.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la suspension concentrée
est constituée d'au moins 100 000 unités formant des colonies par ml.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les germes présents
sous forme sèche, sont, avant utilisation, réactivés et réhydratés pendant 12 heures
dans une solution de chlorure de sodium à 0,1 % à laquelle on a ajouté une peptone
à 0,1 %.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on utilise en mélange
au moins deux souches pures d'espèces de moisissures, à prolifération rapide, neutres,
du point de vue de l'odeur et du goût.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on utilise comme
souches pures des espèces du genre pénicillium.