[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Druckwerk für eine Rollendruckmaschine mit zwei
zusammenwirkenden, den Druckspalt bildenden Zylindern, welche - wie bei einem Bogendruckwerk
- mehrere, durch Zylindergruben getrennte Drucksättel aufweisen, zum Bedrucken einer
den Druckspalt durchlaufenden Bahn mit veränderbaren, aneinander anschliessenden Formaten,
wobei die Bahn mit veränderlicher Geschwindigkeit im sogannten Pilgerschritt transportiert
und nach jeder Druckoperation beim Passieren einer Zylindergrube derart relativ zum
Umfang der beiden Zylinder zurückgezogen und wieder beschleunigt wird, dass aufeinanderfolgende
Druckbilder praktisch lückenlos aneinander gereiht werden.
[0002] Druckwerke dieser Art sind in der DE-31 35 696C3 und in der EP-A-0 415 881 beschrieben.
Diese bekannten Druckwerke sind entweder Offset-Druckwerke mit zwei zusammenwirkenden
Gummizylindern, welche beide mit Druckbildern eingefärbt werden und zur Herstellung
eines Schön- und Widerdrucks dienen, oder Stichtiefdruckwerke mit einem Plattenzylinder,
der mit einem Druckzylinder zusammenwirkt. Die Verwendung von Bogendruckwerken zum
Bedrucken einer kontinuierlichen Papierbahn hat den Vorteil, dass auf die schwierige
und zeitraubende Herstellung von Platten-, Druck- bzw. Gummizylindern mit kontinuierlicher,
fugenloser Umfangsfläche verzichtet werden kann; statt dessen werden die einfacher
herzustellenden Zylinder mit voneinander getrennten Drucksätteln verwendet, auf denen
die einzelnen Druckplatten oder Druckbezüge ohne grosse Schwierigkeiten individuell
aufgespannt, justiert und ausgewechselt werden können. Ausserdem erlaubt der Transport
der Papierbahn im sogenannten Pilgerschrittbetrieb, dass stets aneinander anschliessende
Bilder, ohne Papierverlust infolge unbedruckter Lücken zwischen den Bildern, herstellbar
sind, dass also durch die Zylindergruben keine unbedruckten Streifen zwischen aufeinanderfolgenden
Druckbildern entstehen. Zu diesem Zwecke wird der Transport der Papierbahn, wie insbesondere
in der EP-A-O 415 881 beschrieben, mittels eines Steuersystems so gesteuert, dass
nach jeder Druckoperation die nicht mehr eingeklemmte Papierbahn beim Passieren der
miteinander ausgerichteten Zylindergruben beider Zylinder zunächst abgebremst, dann
rückwärtsbewegt und schliesslich wieder auf Betriebsgeschwindigkeit beschleunigt wird,
bevor sie zwischen den folgenden zusammenwirkenden Drucksätteln der beiden Zylinder
für die folgende Druckoperation erneut eingeklemmt wird. Die Strecke, um welche die
Papierbahn dabei relativ zum Umfang der beiden Zylinder zurückgezogen wird, ist so
gewählt, dass aufeinanderfolgende Druckbilder praktisch lückenlos gedruckt werden.
Dazu muss also die Pilgerschrittbewegung so gesteuert werden, dass die Papierbahn
nach dem Pilgerschritt wenigstens näherungsweise die gleiche Position relativ zum
Druckspalt zwischen den beiden Zylindern, das heisst innerhalb der Maschine, einnimmt
wie vor dem Pilgerschritt.
[0003] Durch entsprechende Anpassung der Pilgerschrittbewegung lassen sich mit ein und derselben
Druckmaschine auch bei veränderten Formaten des Druckbildes, also bei kürzeren Formaten,
lückenlos aneinander anschliessende Bilder drucken. Die Druckformatänderung besteht
darin, dass eine gleich grosse Druckplatte mit einem kürzeren Druckbild aufgespannt
wird, wobei also die Druckzone gleich bleibt und nicht verkürzt ist.
[0004] Bei den bisher bekannten Rollendruckmaschinen dieser Art sind die beiden Zylinder
stets so zueinander eingestellt, dass die Drucksättel bei ihrem Zusammenwirken im
Druckspalt genau einander gegenüberliegen, wie in den Figuren 1 und 2 für die beiden
Zylinder 1 und 4 dargestellt, die je drei Drucksättel 2 bzw. 5 mit der Umfangslänge
S aufweisen. Hierbei ist also die Länge D der Druckzone, längs welcher die Papierbahn
7 zwischen beiden Zylindern eingeklemmt wird, stets genauso gross wie die Umfangslänge
S eines Drucksattels, und zwar unabhängig von der Umfangslänge B des Druckbildes,
also vom Format.
[0005] Daher ist natürlich auch die druckfreie Zone zwischen zwei Druckzonen entsprechend
der Länge G einer Zylindergrube und damit die Zeitspanne stets gleich, die für das
Zurückziehen der Papierbahn zur Verfügung steht.
[0006] Figur 1 zeigt den Beginn einer Druckoperation und Figur 2 das Ende dieser Druckoperation,
nachdem sich also die Zylinder im Pfeilsinne um einen der Länge D der Druckzone entsprechenden
Winkel gedreht haben. Wenn das maximal mögliche Format gedruckt wird, das heisst,
wenn die Umfangslänge des Druckbildes praktisch gleich der Umfangslänge eines Drucksattels
ist, dann muss die Papierbahn 7 nach jeder Druckoperation, wenn sie frei beweglich
die Zylindergruben 3, 6 passiert, so abgebremst, zurückgezogen und wieder beschleunigt
werden, dass sie, in Abhängigkeit von der Druckgeschwindigkeit, der realisierbaren
Verzögerung und Beschleunigung sowie der Zeit, in der die Grube durchlaufen wird,
bei erneutem Druckeinsatz annähernd die gleiche Position relativ zum Druckspalt einnimmt,
welche sie vor dem Pilgerschritt eingenommen hatte.
[0007] Wenn jedoch kleinere Formate gedruckt werden sollen, bei welchen - wie in den Figuren
1 und 2 veranschaulicht - die Umfangslänge B eines Druckbildes kleiner als die Umfangslänge
S eines Drucksattels ist, dann muss die Papierbahn 7 nach jeder Druckoperation um
eine grössere Strecke zurückgezogen und wieder beschleunigt werden, welche sicherstellt,
dass die Position der Papierbahn bei erneutem Druckeinsatz zusätzlich um die Differenz
aus Länge der Druckzone D und Länge des Druckbildes B, also um die Strecke D-B, relativ
zum Druckspalt gegen die Laufrichtung zurückversetzt ist.
[0008] Im Beispiel nach den Figuren 1 und 2 fällt der Druckanfang A mit dem Bildanfang zusammen,
während das Druckende E der Druckzone um die erwähnte Differenzstrecke D-B hinter
dem Bildende F liegt, diese Differenz ist mit Z bezeichnet. Die Papierbahn 7 muss
also in diesem Falle bei jedem erneuten Druckeinsatz eine Position relativ zum Druckspalt
einnehmen, die um die Länge Z gegen die Laufrichtung nach hinten versetzt ist, wenn
man praktisch lückenlos aufeinanderfolgende Druckbilder auf der Papierbahn zu erhalten
wünscht, wie in Figur 1 angedeutet.
[0009] Der Umstand, dass die Länge D der Druckzone, auch bei Herstellung von Druckbildern
kleineren Formats, stets konstant bleibt, hat verschiedene Nachteile :
[0010] Da die Papierbahn nach jeder Druckoperation um eine Strecke Z zusätzlich zurückgezogen
werden muss, bedeutet das für kleinere Formate, also für grössere Z, eine erheblich
grössere Verzögerung und Beschleunigung der Papierbahn gegenüber dem Druckbetrieb,
bei dem das maximale Druckformat hergestellt wird. Dabei ist folgendes zu berücksichtigen
:
[0011] Wird die Papierbahn nach der Druckzone freigegeben, bewegt sie sich zunächst entsprechend
der Höhe der Druckgeschwindigkeit und der realisierbaren Verzögerung noch ein Stück
weiter, bis sie steht. Diese Strecke, die die Papierbahn hierbei zurückgelegt hat,
fällt dabei doppelt ins Gewicht, da sie noch einmal bei der Beschleunigung nach dem
Stillstand der Papierbahn zu berücksichtigen ist. Daher muss die Papierbahn um das
Doppelte dieser Strecke zurückgezogen werden, damit sie nach anschliessender Beschleunigung
wieder mit Druckgeschwindigkeit an denselben Ort gelangt, den sie vor dem Pilgerschritt
eingenommen hat.
[0012] Ist nun die Drucksattellänge grösser als die Druckbildlänge, kann die Papierbahn
nach Ende des Druckbildes nicht sofort verzögert werden, sondern wird mit Druckgeschwindigkeit
weitertransportiert, bevor der Pilgerschritt einsetzen kann. Dieser Weg muss, wie
erwähnt, im Pilgerschritt zusätzlich zurückgezogen werden.
[0013] Da jedoch der Verzögerung und Beschleunigung der Papierbahn Grenzen gesetzt sind,
ist eine Drehzahlreduzierung der Maschine erforderlich. Dieser Leistungsverlust wirkt
sich somit doppelt aus, da je Umdrehung ein kürzeres Druckbild erzeugt wird und zusätzlich
die Drehzahl verringer werden muss.
[0014] Ferner wird die Papierbahn speziell beim Stichtiefdruck durch den sehr hohen Druck,
der bis zu 80 t je Meter Bahnbreite betragen kann, und die hochglanzverchromte Oberfläche
der Druckplatte derart verdichtet, dass nach dem Zurückziehen der gepresste, aber
nicht mit Farbe bedruckte Abschnitt Z der Papierbahn beim folgenden Druckvorgang mit
schlechterer Qualität gedruckt wird als die nicht gepresste Bahn. In den Figuren 1
und 2 sind der zuviel gepresste Bahnabschnitt Z und der Abschnitt der Doppelpressung
P veranschaulicht. Die Pressung des Abschnitts Z in Figur 1 rührt vom vorangehenden
Druckvorgang her.
[0015] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend erläuterten
Nachteile zu vermeiden und ein Druckwerk zu schaffen, bei welchem keine Leistungsverluste
bei Uebergang zu einem kleineren Format und auch keine Doppelpressungen der Papierbahn
auftreten.
[0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0017] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Die Figuren 1 und 2 veranschaulichen, wie bereits erwähnt, den Druckbetrieb eines
bekannten Bogendruckwerks beim Bedrucken einer Papierbahn, die im Pilgerschritt transportiert
wird und
Figuren 3 und 4 veranschaulichen ein Druckwerk nach der Erfindung und dessen Betrieb,
wobei Figur 3 den Beginn einer Druckoperation und Figur 4 das Ende dieser Druckoperation
zeigt, nachdem sich also beide Zylinder um einen der Druckzonen D entsprechenden Winkel
gedreht haben.
[0018] Bei den beiden, in den Figuren 3 und 4 dargestellten Zylindern 1 und 4 handelt es
sich beispielsweise um den Plattenzylinder 4 und den Druckzylinder 1 eines Stichtiefdruckwerks.
Die Drehrichtung der Zylinder ist durch gekrümmte Pfeile angedeutet. Beide Zylinder
weisen drei gleich grosse, längs ihres Umfangs äquidistant angeordnete Drucksättel
2 bzw. 5 mit der Umfangslänge S auf, welche durch Zylindergruben 3 bzw. 6 mit der
Umfangslänge G voneinander getrennt sind. Auf den Drucksätteln 2 des Druckzylinders
1 sind Druckbezüge und auf den Drucksätteln 5 des Plattenzylinders 4 Stichtiefdruckplatten
aufgespannt. Das Druckbild auf den Druckplatten hat eine Umfangslänge B, die kleiner
als die Länge S des betreffenden Drucksattels 5 ist.
[0019] Im betrachteten Beispiel sind die Druckplatten so aufgespannt, dass das Ende E des
Druckbildes mit dem in Drehrichtung hinteren Ende des Drucksattels 5 zusammenfällt,
während der Anfang A des Druckbildes B gegenüber dem Anfang des Drucksattels 5 entsprechend
versetzt ist. Wie dargestellt, ist der Druckzylinder 1 winkelmässig gegenüber dem
Plattenzylinder 4 so eingestellt, dass die im Druckspalt zusammenwirkenden Drucksättel
2 und 5 beider Zylinder derart gegeneinander versetzt sind, dass die Umfangslänge
D der Druckzone, in welcher die zusammenwirkenden Drucksättel die Papierbahn 7 einklemmen,
gerade nur das zu druckende Format, also die Umfangslänge B des Druckbildes, einschliesst.
Unter Berücksichtigung der freien Ränder der auf die Papierbahn aufgebrachten Druckbilder
muss natürlich praktisch die Druckzone geringfügig länger als das Druckbild sein.
[0020] Gemäss den Figuren 3 und 4 ist das in Drehrichtung vordere Ende des Drucksattels
2 des Druckzylinders 1 gegenüber dem vorderen Ende des Drucksattels 5 um einen Abschnitt
versetzt, welcher gleich der Differenz S - B ist. In der Praxis ist, wie erwähnt,
die Grösse dieser Versetzung ein klein wenig geringer.
[0021] Da aufgrund dieser Anordnung dieser beiden Zylinder 1 und 4 der Einklemmbereich der
Bahn bei der Druckoperation im wesentlichen auf die Umfangslänge B des zu druckenden
Formats verkürzt und damit die druckfreie Zone auf die Länge G + (S - B) vergrössert
ist, steht für das Zurückziehen der Papierbahn, das heisst für die Verzögerung und
Beschleunigung, mehr Zeit zur Verfügung. Ausserdem braucht die Papierbahn nicht zusätzlich
zurückgezogen zu werden, da sie sofort nach Ende des Druckbildes frei wird und verzögert
werden kann. Das wesentliche ist also, dass die Papierbahn erst unmittelbar vor dem
Anfang A des Druckbildes eingeklemmt und sofort nach dem Ende E des Druckbildes wieder
frei wird. Das hat den Vorteil, dass bei konstanten Verzögerungs- und Beschleunigungsmomenten,
die antriebsbedingt sind, durch die verlängerte druckfreie Zone die Maschinendrehzahl
erhöht werden kann. Die kürzere Wiederhollänge bei kleinerem Druckbild kann daher
durch eine höhere Drehzahl kompensiert werden. Je kleiner die Länge B des Druckbildes,
je grösser ist die druckfreie Zone, die zum Zurückziehen des entsprechend grösseren
Papierbahnabschnitts zur Verfügung steht.
[0022] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei einem Druckvorgang kein zusätzlicher
Papierbahnabschnitt ausserhalb des Druckbildes gepresst wird und daher eine Doppelpressung
gemäss dem doppelt gepressten Abschnitt P der Papierbahn nach Figur 2, entfällt, so
dass eine Beeinträchtigung der Qualität vermieden wird.
[0023] Im Beispiel nach den Figuren 3 und 4 könnte auch der Zylinder 1 der Plattenzylinder
und der Zylinder 4 der Druckzylinder sein. In diesem Falle fällt der Anfang A des
Druckbildes mit dem in Drehrichtung vorderen Ende des Drucksattels des Plattenzylinders
zusammen, und es ist dieser Plattenzylinder, der entgegengesetzt zur Drehrichtung
gegenüber dem Druckzylinder versetzt ist.
[0024] Um die beschriebenen vorteilhaften Effekte einer Versetzung der beiden zusammenwirkenden
Zylinder vollständig auszunutzen, muss also das Druckbild auf einer Druckplatte entweder
mit seinem Anfang A mit dem Anfang des betreffenden Drucksattels oder aber mit seinem
Ende E mit dem Ende des betreffenden Drucksattels zusammenfallen.
[0025] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel nach den Figuren 3 und 4 kann es sich auch
um ein Offsetdruckwerk mit zwei zusammenwirkenden Gummizylindern handeln, mit denen
entweder bei Einfärbung nur eines Gummizylinders ein einseitiger Offsetdruck oder
bei Einfärbung beider Gummizylinder ein Schön- und Widerdruck herstellbar ist. Alle
vorstehend erwähnten Vorteile gelten auch für ein derartiges Offsetdruckwerk.
[0026] Die Länge D und die Winkelposition der Druckzone lassen sich automatisch ermitteln.
Dazu wird im Beispiel nach den Figuren 3 und 4 am Umfang des Druckzylinders 1 ein
Auslöseorgan K so befestigt, dass es sich genau dann an einem fest installierten Initiator
oder Sensor I, welcher auf dieses Organ anspricht, vorbeibewegt, wenn der Beginn der
Druckzone, also der Anfang A des Druckbildes, die Verbindungslinie zwischen den Achsen
beider Zylinder 1 und 4 passiert; diese Stellung ist in Figur 3 dargestellt. Durch
das Ansprechen des Sensors I wird ein Signal erzeugt, das in einem Zähler, der durch
einen am Plattenzylinder 5 befestigten Drehgeber in Form eines Impulsgebers gesteuert
wird, einen Zählerstand festhält und diesen speichert. Am Plattenzylinder 5 ist ebenfalls
ein Auslöseorgan L so befestigt, dass es genau in dem Augenblick einen fest installierten
Initiator oder Sensor M passiert, wenn das Ende der Druckzone des Plattenzylinders,
also das Ende E des Druckbildes, die erwähnte Verbindungslinie passiert; diese Stellung
ist in Figur 4 dargestellt. Das durch den Sensor M erzeugte Signal bewirkt die Speicherung
eines zweiten Zählerstands. Die beiden erwähnten Zählerstände dienen als Bezugswerte
für die Steuerung der Zugwalzen, welche die Papierbahn 7 im Pilgerschrittbetrieb bewegen.
Die Differenz beider Zählerstände ist ein Mass für die tatsächlich wirksame Druckzone
und die druckfreie Zone, in welcher die Papierbahn frei ist. Dieses Mass wird zur
Berechnung der optimalen Verzögerung und Beschleunigung während des Pilgerschritts
verwendet, durch welchen die Papierbahn zurückgezogen und wieder beschleunigt wird,
um eine lückenlose Bedruckung der Bahn zu gewährleisten. Bei den Sensoren I und M
kann es sich beispielsweise um induktive oder optische Sensoren handeln, wobei das
Auslöseorgan K bzw. L im Falle eines induktiven Sensors z.B. ein Stahlklotz ist.
[0027] Allgemein stellen also die beiden Signale sowie die Zeitspanne zwischen beiden Signalen
Messgrössen dar, die bei gegebener Drehgeschwindigkeit der Zylinder 1 und 4 die jeweilige
Winkelstellung und Länge der Druckzone bestimmen.
1. Druckwerk für eine Rollendruckmaschine mit zwei zusammenwirkenden, den Druckspalt
bildenden Zylindern (1, 4), welche - wie bei einem Bogendruckwerk - mehrere, durch
Zylindergruben (3, 6) getrennte Drucksättel (2, 5) aufweisen, zum Bedrucken einer
den Druckspalt durchlaufenden Bahn (7) mit veränderbaren, aneinander anschliessenden
Formaten, wobei die Bahn mit veränderlicher Geschwindigkeit im sogannten Pilgerschritt
transportiert und nach jeder Druckoperation beim Passieren einer Zylindergrube derart
relativ zum Umfang der beiden Zylinder (1, 4) zurückgezogen und wieder beschleunigt
wird, dass aufeinanderfolgende Druckbilder praktisch lückenlos aneinander gereiht
werden, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Zylinder (1, 4) winkelmässig bezüglich
der Lage ihrer im Druckspalt zusammenwirkenden Drucksättel (2, 5), je nach Format,
um eine Umfangsstrecke versetzt zueinander eingestellt werden können, welche wenigstens
näherungsweise gleich der Differenz zwischen der Umfangslänge (S) eines Drucksattels
(2, 5) und der Umfangslänge (B) eines Druckbildes ist, so dass die Länge (D) der Druckzone,
längs welcher zwei Drucksättel beim Passieren des Druckspalts die Bahn (7) zwischen
sich einklemmen, nur wenigstens näherungsweise so gross wie die Umfangslänge (B) eines
Druckbildes ist.
2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Umfang desjenigen Zylinders
(1), bei welchem der Anfang eines Drucksattels (2), bezogen auf die Zylinderdrehrichtung,
dem Anfang (A) des Druckbildes entspricht, ein erstes Auslöseorgan (K) befestigt und
in Umfangsnähe dieses Zylinders ein erster, durch dieses Auslöseorgan aktivierbarer
Sensor (I) installiert ist, dass am Umfang des anderen Zylinders (4), bei welchem
das Ende eines Drucksattels dem Ende (E) des Druckbildes entspricht, ein zweites Auslöseorgan
(L) befestigt und in Umfangsnähe dieses Zylinders ein zweiter, durch dieses Auslöseorgan
aktivierbarer Sensor (M) installiert ist und dass die erwähnten Auslöseorgane und
Sensoren so angeordnet und eingerichtet sind, dass zum Zeitpunkt, an welchem der Anfang
eines Drucksattels (2) des ersten Zylinders (1) die Verbindungslinie zwischen den
Achsen beider Zylinder (1, 4) passiert, der erste Sensor (I) ein erstes Signal erzeugt
und zum Zeitpunkt, an welchem das Ende des mit dem erwähnten Drucksattel zusammenwirkenden
Drucksattels (5) des zweiten Zylinders (4) die erwähnte Verbindungslinie passiert,
der zweite Sensor (M) ein zweites Signal erzeugt, wobei die erwähnten Signale und
die Zeitspanne zwischen beiden Signalen Messgrössen für die Winkelstellung und die
Umfangslänge der Druckzone darstellen und zur Steuerung der Bewegung der Papierbahn
(7) beim Passieren einer druckfreien Zone im Pilgerschrittbetrieb dienen.