[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Bunker zum vorübergehenden Speichern und geregelten
Abgeben von platten- oder brockenförmigen Feststoffkörpern, insbesondere von in Filterpressen
zur Entwässerung von Schlamm anfallenden Bruchstücken von Filterkuchen. Die Filterkuchen
fallen beim Öffnen der Filterpresse in den darunterliegenden Bunker und werden dann
zu Trocknung, Verbrennung oder Deponierung abtransportiert.
[0002] Die bekannten Bunker weisen mindestens eine untere schlitzförmige Austragsöffnung
auf, zu der der Bunkerboden verengend hingeführt ist. Unter der Austragsöffnung liegt
der Abförderer, der in der überwiegenden Zahl der Fälle als Trogkettenförderer ausgebildet
ist. Es kommen jedoch auch Schneckenförderer vor.
[0003] Es hat sich im Betrieb solcher Bunker gezeigt, daß die Bruchstücke sich in der Verengung
über der Austragsöffnung verkeilen und nicht mehr nachrutschen. Als Ursache wurde
die Größe der Bruchstücke gefunden. Zur Lösung dieses Problems wurde bereits vorgeschlagen
(DE-A-32 07 287), in dem verengten Bereich des Bunkers Schneiddrähte oder -leisten
anzuordnen, die so verlaufen, daß die abwärtsrutschenden Bruchstücke weiter zerkleinert
und dabei abgebremst werden, so daß der Abförderer nicht mehr stoßartig überlastet
wird. Diese Schneid- und Bremseinrichtung hat jedoch nicht die in sie gesetzten Erwartungen
erfüllt. Es stellt sich daher erneut die Aufgabe, einen Bunker zu finden, bei dem
es zu keinem Stau im Austragsbereich kommt und die Feststoffbruchstücke geregelt und
zerkleinert ausgetragen werden können. Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1
aufgeführten Merkmale gelöst. Dadurch, daß sich über die Austragsöffnung und die benachbarten
Abschnitte des Bunkerbodens Förderleisten pendelnd bewegen, werden die Feststoffbruchstücke
immer wieder aufgelockert und dann kontinuierlich an den Abförderer abgegeben. Dabei
ist es vorteilhaft, wenn die Förderleisten keilförmiges Profil haben, wobei die zur
Austragsöffnung weisende Fläche des Keils radial verläuft und somit als Förderfläche
wirkt und die in die entgegengesetzte Richtung weisende Keilfläche das Anheben und
Zerkleinern der Bruchstücke bewirkt. Einen verhältnismäßig gleichförmigen Austrag
der Bruchstücke erreicht man, wenn nach einem Ausgestaltungsgedanken der Erfindung
zwei im Winkel von etwa 90° auf der Welle befestigte Förderleisten vorgesehen sind,
wobei die Keilprofile entgegengesetzt angeordnet sind und der Pendelhub nur noch etwa
45° zu betragen braucht.
[0004] Bunker, die von einer Großplatten-Filterpresse beaufschlagt werden, haben in der
Regel rechteckigen Querschnitt, der mit der Länge und Breite der Filterpresse übereinstimmt.
Bei einem solchen Bunker werden vorteilhafterweise zwei parallel zueinander liegende
Austragsöffnungen vorgesehen, die dann auch die bogenförmig verlaufenden Abschnitte
des Bunkerbodens und die oben beschriebenen Lockerungs- und Fördereinrichtungen erhalten.
Die beiden Einrichtungen werden von einem Einzelantrieb betätigt, der z.B. als doppelwirkender
Hydraulikzylinder ausgebildet ist.
[0005] Weitere bevorzugte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung sind in den Unteransprüchen
enthalten und werden anhand der nachfolgend beschriebenen und in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsarten näher erläutert.
[0006] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen vertikalen Schnitt durch den Austragsbereich eines Bunkers mit zwei parallelen
Austragsöffnungen, und zwar quer durch die Horizontalwelle der Austragseinrichtungen.
- Fig. 2
- einen Schnitt nach Linie II - II von Fig. 1 parallel zu den Horizontalwellen,
- Fig. 3
- eine Ansicht von oben auf den Bodenbereich des Bunkers.
[0007] Bei dem Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen aus Stahlblech montierten Bunker
1, der auf einem Profilträgergerüst 2 abgestützt ist. Wie Fig. 2 zeigt, ist der Schachtteil
des Bunkers in Modulbauweise errichtet, so daß die Höhe und damit das Fassungsvermögen
des Bunkers variiert werden kann. Der Bodenabschnitt 3 ist das Fertigteil, das die
Lockerungs- und Austragseinrichtungen komplett montiert enthält. Es sind zwei schlitzförmige
Austragsöffnungen 4, 4' parallel zueinander liegend vorgesehen. Die Abförderer sind
in Fig.l weggelassen und nur in Fig. 2 als zu einem mittleren Fallschacht 5 hinfördernde
Schnecken 6, 6' dargestellt.
[0008] An die Austragsöffnungen 4, 4' anschließend hat der Boden des Bunkers die Form von
Abschnitten 7, 7', 8, 8' eines Zylindermantels mit einer Kreiserstreckung von etwa
60°. Außen gehen die Kreisbogenabschnitte in je eine an die Bunkerwand angelehnte
Schrägfläche 9, 9' und innen in einen Teilungskeil 10 über. In der den Bogenabschnitten
7, 7' 8, 8' jeweils gemeinsamen Zylinderachse 11, 12 sind Wellen 13, 14 gelagert (Lager
15, 16 bzw. 17, 18). An allen über die Lager hinausgezogenen Wellenverlängerungen
sind Naben 19, 20, 21,22 und daran wiederum Hebelarme 23, 24, 25, 26 befestigt, an
denen paarweise die Kolbenstangenenden von doppelwirkenden Hydraulikzylindern 27,
28 angreifen zwecks Pendelantrieb um einen Winkel von etwa 60°. Die Hydraulikzylinder
27, 28 sind je von einem Gleitbock 29, 30 gehalten, der in Vertikalkulissen 31, 32
geführt ist. Auf diese Weise können die Hydraulikzylinder sich um die Höhe des Kreissegments
bewegen, das das äußere Ende des Hebelarms bei der Pendelbewegung durchläuft.
[0009] Im Innern des Bunkers sind an den Horizontalwellen 13, 14 weitere Speichen 33, 34,
33', 34' befestigt, die an den äußeren Enden Förderleisten 35, 35', 36, 36' tragen,
und zwar jeweils zwei benachbarte Speichen einen kurzen Abschnitt der Förderleiste.
Zwischen den Abschnitten sind kurze Lücken gelassen. In diesen Lücken liegen jeweils
die Abschnitte der anderen Förderleiste in überlappender Anordnung.
[0010] Fig. 1 zeigt das Profil der (hohlen) Förderleiste: es ist keilförmig, wobei die zur
Austragsöffnung gerichtete Fläche radial verläuft und somit die Förderfläche 37 darstellt
und die in die entgegengesetzte Richtung weisende Fläche 38 keilartig ansteigt und
somit die Lockerung des Bunkerinhalts bewirkt. Die Speichen sind aus hochkant gestelltem
Flachprofil, so daß sie beim Pendeln die Filterkuchen-Bruchstücke zerschneiden.
[0011] Die Ebene der Pendelantriebe ist von einer Wartungsbühne 40 umgeben, die in Fig.
2 und 3 zu sehen ist. Eine weitere Bühne kann sich am oberen Ende des Bunkerschachts
befinden.
1. Bunker zum vorübergehenden Speichern von platten- oder brockenförmigen Feststoffkörpern,
insbesondere von in Filterpressen anfallenden Bruchstücken von Filterkuchen, mit einer
langgestreckten schlitzartigen unteren Austragsöffnung, zu der der Bunkerboden verengend hingeführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Bunkerboden beiderseits der Austragsöffnung (4, 4') die Form von Abschnitten
(7, 7',8, 8') eines Zylindermantels mit einer gemeinsamen Horizontalachse (11, 12)
hat und daß in der Horizontalachse eine drehbar gelagerte Welle (13, 14) vorgesehen
ist, die mit die Austragsöffnung (4, 4') und die benachbarten Abschnitte (7, 7', 8,
8') des Bunkerbodens überstreichenden, achsparallelen Förderleisten (35, 36, 35',
36') und einem Pendelantrieb (27, 28) ausgestattet ist.
2. Bunker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Bunker (1) mit rechteckigem Querschnitt zwei parallel zueinander verlaufende
Austragsöffnungen (4, 4') mit zugehörigen zylindermantelförmigen Bunkerböden (7, 7',
8, 8') und horizontalachsig gelagerten Förderleisten (35, 36, 35', 36') vorgesehen
sind und daß der Bunkerboden zwischen den beiden Austragsöffnungen (4, 4') spitzkeilförmig
(10) nach oben gezogen ist.
3. Bunker nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wellen (13, 14) paarweise einen gemeinsamen Pendelantrieb (27, 28) haben.
4. Bunker nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der gemeinsame Pendelantrieb als doppeltwirkender Hydraulikzylinder (27, 28)
ausgebildet ist.
5. Bunker nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der doppelwirkende Hydraulikzylinder (27, 28) in einer Vertikalkulisse (31) verschiebbar
gelagert ist und über Hebelarme (23, 24) auf die Horizontalwellen (13, 14) wirkt.
6. Bunker nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderleisten (35, 36, 35', 36') ein keilförmiger Profil mit in die eine
Bewegungsrichtung weisender Förderfläche (37) und in die andere Bewegungsrichtung
weisender Anhubfläche (38) haben.
7. Bunker nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß je Horizontalwelle (13, 14) zwei etwa im Winkel von 90° angeordnete Förderleisten
(35, 36; 35', 36') vorgesehen sind, deren Profil derart entgegengesetzt ausgerichtet
ist, daß die Förderflächen jeweils zur Austragsöffnung hinweisen.
8. Bunker nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderleisten in Abschnitte (35, 36, 35', 36') unterteilt sind, wobei die
Abschnitte (35) der einen Förderleiste in den Lücken zwischen den Abschnitten (36)
der anderen Förderleiste liegen und sich teilweise überlappen.