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EP 0 649 920 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.01.1999 Patentblatt 1999/01 |
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Anmeldetag: 10.10.1994 |
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Kontinuierliches Verfahren und Vorrichtung zum Schmelzspinnen von monofilen Fäden
Continuous process and apparatus for melt spinning of monofilaments
Procédé continu et appareil pour le filage au fondu de monofilaments
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL PT |
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Priorität: |
22.10.1993 DE 4336097
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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26.04.1995 Patentblatt 1995/17 |
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Patentinhaber: BAYER AG |
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51368 Leverkusen (DE) |
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Erfinder: |
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- Büdenbender, Jürgen, Dipl.-Ing.
D-41539 Dormagen (DE)
- Gärtner, Eckhard
D-41540 Dormagen (DE)
- Jansen, Jakob
D-41542 Dormagen (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 540 062 DE-A- 3 409 450 US-A- 4 037 288
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DE-A- 1 710 620 US-A- 3 905 381
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Hochgeschwindigkeitsproduktionsverfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung von monofilen Fäden mit einem Durchmesser von 60 µm bis 500 µm in
kontinuierlicher Verfahrensweise aus fadenbildenden Polymeren durch Schmelzspinnen
des Polymeren, gegebenenfalls Anblasen der gebildeten Polymerfäden unterhalb des Schmelzspinnkopfes
mit einem Kühlmedium, Abkühlen der Fäden in einem Flüssigkeitsbad mit einer Temperatur
von -10°C bis 150°C, Entfernen des Schleppwassers und Nachbehandeln der Fäden durch
Präparieren, Verstrecken und Fixieren mit einer Auslaufgeschwindigkeit der Fäden nach
dem Fixierschritt von größer 600 bis 4000 m/min.
[0002] Verfahren zur Herstellung und Weiterbehandlung von Monofilamenten sind grundsätzlich
bekannt. In dem Handbuch der Kunststoff-Extrusionstechnik II, Carl Hanser Verlag München,
Wien, 1986, Seite 295 bis Seite 319 sind die bekannten Verfahrensschritte im einzelnen
beschrieben. Danach können thermoplastische Monofile (mit einem Durchmesser größer
als 60 µm) durch Abspinnen, z.B. in Wasser, mit einer Auslaufgeschwindigkeit von maximal
600 m/min produziert werden.
[0003] Monofile mit wesentlich kleinerem Querschnitt und multifile Fäden werden mit einer
deutlich höheren Auslaufgeschwindigkeit nach anderen Verfahren direkt in Luft gesponnen.
So beschreibt die deutsche Offenlegungsschrift DE 41 29 521 A1 eine Vorrichtung zum
Schnellspinnen von multifilen Fäden bei Aufwickelgeschwindigkeiten von mindestens
2000 m/min., insbesondere von mindestens 5.000 m/min.
[0004] Im Gegensatz zum erfindungsgemäßen Verfahren werden hierbei multifile Fäden in Luft
abgesponnen und direkt aufgewickelt. Besonderheit dieses Patentes ist die Kühleinrichtung.
Sie besteht aus einem porösen, in Spinnrichtung offenen Rohr, welches konzentrisch
zur Spinnlinie angeordnet ist. Bei den hohen Aufwickelgeschwindigkeiten wird auf eine
aktive Zufuhr eines Kühlmediums verzichtet. Das dort beschriebene Verfahren bezieht
sich auf Filamentgarne mit Einzeltiter der Filamente von 0,1 bis 6 dtex und ist nicht
auf Monofile mit einem Durchmesser von größer 50 µm (ca. 20 dtex) anwendbar.
[0005] Aus der internationalen Anmeldung WO 91/11547 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Schnellspinnen von Monofilamenten mit einem Einzeltiter von 1 bis 30 dtex (entsprechend
ca. 10 bis 55 µm) bekannt. Hierbei werden die schmelzgesponnenen Monofile mit Blasluft
gekühlt, über ein Reibelement abgezogen, mit einer Präparation versehen und mit einer
Geschwindigkeit bis zu 6.000 m/min aufgespult. Dieses Verfahren unterscheidet sich
nur bezüglich der aktiven Kühlung der Monofile durch Blasluft und dem Reibelement,
über das die Fadenspannung beeinflußt wird, von dem Verfahren gemäß DE 41 29 521 A1.
[0006] Prinzipiell sind beide Direktspinnstreckverfahren (DE 41 29 521 A1 und WO 91/11547)
durch die ungünstige Wärmeabfuhr auf Grund der Luftkühlung und der schlechten inneren
Wärmeleitung im Draht auf dünne Monofildurchmesser (0 < 55 µm) begrenzt.
[0007] Aus der europäischen Offenlegungsschrift EP-A 0 540 062 ist ein kontinuierliches
Verfahren zur Herstellung von monofilen Fäden aus fadenbildenden Polymeren durch Schmelzspinnen
des Polymeren und Abkühlen der Fäden in einem Flüssigkeitsbad, Umlenken der Fäden
im Flüssigkeitsbad an einer Umlenkrolle, Einstellen der den Monofilen anhaftenden
Flüssigkeit auf einen Gehalt von wenigstens 10 % bezogen auf das Trockengewicht der
Monofilamente, ggf. Anblasen mit Luft zur Einstellung des Wassergehaltes, Verstrecken
in einer oder mehreren Stufen in Dampf, Fixieren und Aufwickeln der Fäden bekannt,
wobei die Aufwickelgeschwindigkeit bis zu 1122 m/min betragen kann. Die aus diesem
Verfahren erhältlichen Monofile sollen einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Gemäß
dem Verfahren wird lediglich ein einzelnes Filament hergestellt und nachbehandelt.
Da sich die EP-A 0 540 062 nur mit der Herstellung eines einzelnen Monofiles befaßt,
erhält der Fachmann hieraus keine Hinweise, wie das Abspinnen von einer Mehrzahl von
Monofilen bei hoher Produktionsgeschwindigkeit beherrscht werden soll oder wie ein
Kontakt zwischen den Filamenten vermieden werden kann.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein kontinuierliches Verfahren zum Schmelzspinnen
von monofilen Fäden mit einem Durchmesser von 60 bis 500 µm aus fadenbildenden Polymeren,
insbesondere Polyamid, bereitzustellen, bei dem in ein Kühlbad gesponnen wird und
das trotz der hohen Auslaufgeschwindigkeit von 600 bis 4000 m/min, besonders bei Durchfahren
des Kühlbades, noch beherrschbar ist, sowie eine den bisher bekannten Produktionsverfahren
(bei 200 bis 400 m/min Auslaufgeschwindigkeit; siehe Handbuch der Kuststoffextrusionstechnik
II, Hanser-Verlag (1989) Patente, Knapp, Hensen Kap. 10) mindestens vergleichbare
Fadenqualität liefert.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das fadenbildende Polymer an
Luft schmelzgesponnen, die gesponnenen Fäden in einem Flüssigkeitsbad mit einer Temperatur
von -10 bis 150°C abgekühlt und umgelenkt werden, wobei die durch die Schleppströmung
der Fäden verursachte Fluidströmung gegebenenfalls beruhigt wird; die Fäden durch
Abstreifen und/oder Abschleudern von Schleppwasser befreit und anschließend durch
gegebenenfalls Präparieren, Verstrecken und Fixieren nachbehandelt werden. Anschließend
werden die Fäden aufgewickelt, wobei die Fadenauslaufgeschwindigkeit mindestens 600
bis 4000 m/min beträgt.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist ein kontinuierliches Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung
einer Vielzahl von monofilen Fäden mit einem Durchmesser von 60 µm bis 500 µm, bevorzugt
von 100 - 300 µm, durch Schmelzspinnen des Polymeren, Abkühlen der Fäden in einem
Flüssigkeitsbad, Umlenken der Fäden im Flüssigkeitsbad an einer Fadenführung, Abstreifen
und Abschleudern der mitgeschleppten Flüssigkeit am Ausgang des Flüssigkeitsbades,
Absaugen der restlichen Schleppflüssigkeit, Verstrecken in einer oder mehreren Stufen
in Heißluft, Heißwasser oder Dampf oder einer Kombination dieser Medien, Fixieren
der verstreckten Fäden in Heißluft und/oder Dampf und abschließendes Aufwickeln der
Fäden, wobei die Auslaufgeschwindigkeit der Fäden nach dem Fixierschritt von 600 bis
4000 m/min, bevorzugt 1000 bis 3500 m/min beträgt, daß dadurch gekennzeichnet ist,
daß die gebildeten Polymerfäden unterhalb des Schmelzspinnkopfes mit einem Kühlmedium
zur Kühlung angeblasen werden, daß Kühlung im Kühlbad mit einer Temperatur der Kühlflüssigkeit
von -10°C bis 150°C vorgenommen wird und daß die einzelnen Fäden separat im Kühlbad
auf einer Kammfadenführung geführt werden.
[0011] Weiter Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens bestehend aus einem Schmelzspinnkopf mit Spinndüse, einem Flüssigkeitsbad
mit einer Fadenführung und Strömungsbrecher, Abstreifern, mindestens einer Umlenkrolle
oder Kimmenrollenwalze zum Abschleudern von mitgeschleppter Kühlflüssigkeit, einer
Haftflüssigkeitsabsaugung vor und eventuell nach einer anschließenden Spinnpräparationsstelle,
einer oder mehreren Verstreckvorrichtungen zur Heißverstreckung, einer Fixierzone
und Aufwickelstellen, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführung eine Kammfadenführung
mit separater Führung der Einzelfäden ist, daß zwischen der Spinndüse und dem Flüssigkeitsbad
eine Anblasdüse zur Kühlung der Fäden angebracht ist, und daß an jeder Aufwickelstelle
eine Nachpräparationsstelle angeordnet ist, wobei die Wickelgeschwindigkeit der Aufwickelstellen
von 600 m/min bis 4000 m/min beträgt. Bevorzugt besteht die Fadenführung aus im Halbkreis
angeordneten, stabförmigen Führungselementen mit Kämmen, die die Fäden auf den Führungselementen
einzeln führen.
[0012] Aus einem im Prinzip bekannten Spinnkopf wird die Polymerschmelze in Luft abgesponnen.
Grundsätzlich geeignet sind hierzu alle fadenbildenden Polymere, die sich in der Schmelze
verarbeiten lassen, besonders Polyamid, Polyester, Polyethylen, Polyphenylensulfid,
Polypropylen und Polyacrylnitril. Insbesondere geeignet sind hierunter Polyamide,
wie Polyamid-6, Polyamid-66, Polyamid-12, Polyamid 6/T, und Copolyamide, wie Polyamid-66/6,
Polyamid 12/6, Polyamid-11/6 und Polyamid-6/10, sowie Mischungen aus diesen. Besonders
bevorzugt ist Polyamid-6 mit einer Lösungsviskosität η
relvon 2,8 bis 4,4 als 1%ige Lösung, gemessen in m-Kresol bei 25°C.
[0013] Bevorzugt werden die gebildeten Polymerfäden unterhalb des Spinnkopfes seitlich über
eine Strecke von 1 bis 10 cm mit temperierter Luft von 0 bis 50°C, bevorzugt 10 bis
25°C, aus Blasdüsen angeblasen, um die Laufruhe der Fäden zu stabilisieren. Anschließend
werden die Polymerfäden in einem Flüssigkeitsbad mit einer Flüssigkeitstemperatur
von -10°C bis 150°C, bevorzugt von 10 bis 40°C, abgekühlt. Die Fäden werden noch im
Flüssigkeitsbad an einer Fadenführung aus der Senkrechten in Richtung des Beckenrandes
des Flüssigkeitsbades umgelenkt. Bevorzugt wird die Bildung von Flüssigkeitsströmungen
im Flüssigkeitsbad durch den Einbau von Strömungsbrechern vermieden.
[0014] Geeignete Kühlflüssigkeiten für das Flüssigkeitsbad sind alle gegenüber dem Polymeren
der Fäden inerten Flüssigkeiten, wie z.B. Wasser, Öle (z.B. Silikonöl), Kohlenwasserstoffe,
Chlorkohlenwasserstoffe etc. Bevorzugte Kühlflüssigkeit für das Flüssigkeitsbad ist
Wasser.
[0015] Das bei der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit aus dem Kühlbad mitgerissene Schleppfluid
wird bevorzugt von den Fäden mit Abstreifen abgestriffen und am Ausgang des Flüssigkeitsbades
an Zugrollen abgeschleudert. Restliches Schleppfluid wird von den Fäden an einer Absaugeinheit
abgesaugt und die Fäden anschließend den weiteren Nachbehandlungsschritten zugeführt.
Die zunächst folgende mögliche Präparation der Fäden erfolgt in an sich bekannter
Weise durch Aufbringen eines gegebenenfalls wäßrigen Präparationsmittels an der Präparationsstelle.
Geeignete Präparationen hierfür sind alle Gleitmitteldispersionen auf der Basis von
z.B. natürlichen und synthetischen Fetten und Esterölen, Mineralölen, Silikonölen,
Paraffinwachsen, Polyethylen- bzw. Polypropylenwachsen, Kondensaten aus Fettsäuren
mit Polyalkylenpolyaminen und deren Derivaten, Additionsprodukte von Alkylenoxiden
an Fettalkohole, Fettamine oder Fettsäuren u.ä., Organophosphorsäureestern, nichtionischen
und anionischen Tensiden etc..
[0016] Der Präparationsschritt kann gegebenenfalls auch nach dem Verstrecken oder Fixieren
erfolgen.
[0017] Die gegebenenfalls präparierten Fäden werden anschließend in einer oder mehreren
Stufen, bevorzugt in einer bis vier Stufen, in Heißluft mit einer Temperatur von 150
bis 350°C, Heißwasser mit einer Temperatur von 85 bis 98°C oder Dampf mit einer Temperatur
von 100 bis 150°C oder einer beliebigen Kombination dieser Medien um 200 bis 700 %
verstreckt, wobei der maximale Verstreckgrad sich nach der für das jeweilige Polymer
typischen Verstreckbarkeit richtet.
[0018] Die verstreckten Fäden werden anschließend in Heißluft mit einer Temperatur von 150
bis 350°C und /oder Dampf mit einer Temperatur von 100 bis 150°C fixiert und dann
mit einer Geschwindigkeit von 600 bis 4000 m/min, bevorzugt von 1000 bis 3500 m/min,
aufgewickelt. Bevorzugt wird an jeder Spulstelle zusätzlich noch eine besondere Nachpräparation
(Avivage) aufgebracht. Als Avivage eignen sich alle Gleitmittelmitteldispersionen
auf der Basis von z.B. natürlichen und synthetischen Fetten und Esterölen, Mineralölen,
Silikonölen, Paraffinwachsen, Polyethylen- bzw. Polypropylenwachsen, Kondensaten aus
Fettsäuren mit Polyalkylenpolyaminen und deren Derivate, Additionsprodukte von Alkylenoxiden
an Fettalkohole, Fettamine oder Fettsäuren u.ä., Organophosphorsäureestern, nichtionischen
und anionischen Tensiden etc..
[0019] Die Erfindung wird beispielhaft anhand der nachstehenden Figuren und weiteren Ausfilhrungsbeispielen
noch einmal erläutert.
[0020] Es zeigen hierbei:
- Fig. 1
- eine schematische Abbildung des Gesamtverfahrens,
- Fig. 2
- das erfindungsgemäße Flüssigkeitsbad mit Fadenführung und Strömungsbrechern,
- Fig. 3
- die erfindungsgemäße Fadenführung,
- Fig. 4
- bevorzugte erfindungsgemäße Strömungsbrecher.
[0021] Die durch übliche Pumpen (Zahnradpumpen) geförderte Polymerschmelze tritt an der
Ringspinndüse 1 aus und wird aus Blasdüsen 2 mit 0 bis 50°C warmer Luft angeblasen,
die zwischen Spinndüse 1 und Kühlflüssigkeit (z.B. Wasser) durch strömt. Die Fäden
17 tauchen in das Flüssigkeitsbad 3 ein und werden an der Fadenführung 4 in Richtung
des Beckenrandes 5 umgelenkt. Die Fadenführung 4 besteht aus im Halbkreis angeordneten,
stabförmigen Führungselementen 4' aus nicht rostendem Stahl oder Keramik. Die Fäden
werden durch sogenannte Kämme 16 geführt, damit sie nicht aneinanderschlagen und verkleben.
Wichtig ist, daß die Reibung zwischen Fäden 17 und Fadenführung 4, wie auch die Anzahl
der Berührungspunkte, minimal sind.
[0022] Die besondere Fadenführung (Fig. 3) ist ein weiterer Gegenstand der Erfindung. Die
Führungselemente 4' der Fadenführung 4 sind so ausgebildet, daß die Fäden 17 bei der
hohen Abzugsgeschwindigkeit durch das mitgeführte Schleppwasser - ähnlich dem Gleitlagereffekt
- über die Führungselemente 4' gleiten und somit gleichsam berührungslos geführt werden.
[0023] Bevorzugt wird ein Flüssigkeitsbad 3 mit Strömungsbrechern 6, 6' eingesetzt. Durch
die Strömungsbrecher 6, 6' (siehe z.B. Fig. 4) wird die durch die Schleppströmung
der Fäden 17 verursachte Flüssigkeitsströmung beruhigt. Die Strömungsbrecher 6 sind
quer zur Fadenlaufrichtung unter und teilweise oberhalb der Fadenschar angeordnet
(siehe Fig. 4). Die oberen Strömungsbrecher 6' können zum Anlegen der Fäden hochgeklappt
werden.
[0024] Nach dem Austritt aus dem Flüssigkeitsbad 3 werden die Fäden 17 mittels eines Abstreifers
7 vom Schleppfluid (z.B. Wasser) befreit. Weiteres Schleppfluid wird durch Umlenken
der Fäden an Umlenkrollen 8 abgeschleudert. Bevorzugt werden Kimmenrollen zur besseren
Entfernung (Abschleudern) des Schleppwassers eingesetzt. Weiteres, auf den Fäden verbliebenes
Schleppwasser wird mit der Haftwasser-Absaugung 9 entfernt. Anschließend wird die
Spinnpräparation an der Präparationsstelle 10 mit einer Präparationsrolle oder in
einer Sprühkammer mit Düsen auf die Fäden aufgetragen und mit einem Abstreifer vergleichmäßigt.
[0025] Unter Umständen ist es notwendig, die überflüssige Präparation mit einer weiteren
Haftwasser-Absaugung 11 zu entfernen.
[0026] Anschließend werden die Fäden beispielsweise über ein Walzenseptett 12 der Verstreckungszone
13 zugeführt. Die Fäden werden beispielsweise in zwei Stufen in Heißluft bei einer
Temperatur von 240 bis 260°C und insgesamt 420 % verstreckt.
[0027] Die Fixierung in der Fixierzone 14 erfolgt bevorzugt in Heißluft bei z.B. 250 bis
260°C. Die Fäden werden dann bei einer Aufwickelgeschwindigkeit von bis zu 4000 m/min
auf die Wickelstellen 15 aufgewickelt.
Beispiele
[0028] Entsprechend der oben dargelegten Ausführungsform wurden Monofile aus reinem Polyamid-6
und Copolyamid (85 % PA 6 mit 15 % PA 6.6) hergestellt. Vor dem Abkühlen im Flüssigkeitsbad
wurden die aus dem Spinnkopf austretenden Monofile direkt unterhalb der Spinndüse
mit Luft (25°C) senkrecht angeblasen.
[0029] Die Verfahrensparameter sind im einzelnen in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt.
[0030] Das Vergleichsbeispiel stellt die heute übliche Produktion von Polyamid-6-Monofilen
dar.

1. Kontinuierliches Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung einer Vielzahl von monofilen
Fäden mit einem Durchmesser von 60 um bis 500 µm aus fadenbildenden Polymeren durch
Schmelzspinnen des Polymeren, Abkühlen der Fäden (17) in einem Flüssigkeitsbad (3),
Umlenken der Fäden im Flüssigkeitsbad (3) an einer Fadenführung (4), Abstreifen und
Abschleudern der mitgeschleppten Flüssigkeit am Ausgang des Flüssigkeitsbades, Absaugen
der restlichen Schleppflüssigkeit, Verstrecken in einer oder mehreren Stufen in Heißluft,
Heißwasser oder Dampf oder einer Kombination dieser Medien, Fixieren der verstreckten
Fäden in Heißluft und/oder Dampf und abschließendes Aufwickeln der Fäden, wobei die
Auslaufgeschwindigkeit der Fäden nach dem Fixierschritt von 600 bis 4000 m/min beträgt,
dadurch gekennzeichnet, daß die gebildeten Polymerfäden unterhalb des Schmelzspinnkopfes
mit einem Kühlmedium zur Kühlung angeblasen werden, daß die Kühlung im Kühlbad mit
einer Temperatur der Kühlflüssigkeit von -10-150 °C vorgenommen wird und daß die einzelnen
Fäden separat im Kühlbad auf einer Kammfadenführung (16) geführt werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaufgeschwindigkeit
der Fäden von 1000 bis 3500 m/min beträgt.
3. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden einen
Enddurchmesser von 100 bis 300 µm aufweisen.
4. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden einen
Enddurchmesser von 180 bis 250 µm aufweisen.
5. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als fadenbildende
Polymere Polyamide verwendet werden.
6. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gebildeten
Fäden unterhalb des Spinnkopfes (1) auf einer Strecke von 1 bis 10 cm mit Luft einer
Temperatur von 0 bis 50 °C seitlich angeblasen werden.
7. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur
des Kühlbades (3) bis 10 bis 40 °C beträgt.
8. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Beruhigung
der Fluidströmung im Kühlbad (3) Strömungsbrecher (6, 6') eingesetzt werden, von denen
die oberhalb der Fadenschar gelegenen Strömungsbrecher (6') bei laufendem Verfahren
nach oben weggeklappt werden können.
9. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden in Heißluft
mit einer Temperatur von 150 bis 350 °C, Heißwasser mit einer Temperatur von 85 °C
bis 98 °C oder Dampf mit einer Temperatur von 100 bis 150 °C oder einer beliebigen,
hintereinandergeschalteten Kombination dieser Medien um 200 bis 700 % verstreckt werden
und anschließend in Heißluft einer Temperatur von 150 bis 350 °C und/oder Dampf mit
einer Temperatur von 100 bis 150 °C fixiert werden.
10. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die durch die
Schleppströmung der Fäden verursachte Fluidströmung mittels kammartiger Strömungsbrecher
(6, 6') beruhigt wird.
11. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Verstrecken
auf die Fäden eine Präparation aufgebracht wird.
12. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß den Ansprüchen 1 bis 11 bestehend
aus einem Schmelzspinnkopf mit Spinndüse (1), einem Flüssigkeitsbad (3) mit einer
Fadenführung (4) und Strömungsbrechern (6, 6'), Abstreifern (7), mindestens einer
Umlenkrolle (8) oder Kimmenrollenwalze zum Abschleudern von mitgeschleppter Kühlflüssigkeit,
einer Haftflüssigkeitsabsaugung (9, 11) vor und evt. nach einer anschließenden Spinnpräparationsstelle
(10), einer oder mehreren Verstreckvorrichtungen (12) zur Heißverstreckung, einer
Fixierzone (13) und Aufwickelstellen (15), dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführung
(4) eine Kammfadenführung mit separater Führung (16) der Einzelfäden (17) ist, daß
zwischen der Spinndüse (1) und dem Flüssigkeitsbad (3) eine Anblasdüse (2) zur Kühlung
der Fäden angebracht ist, und daß an jeder Aufwickelstelle (15) eine Nachpräparationsstelle
angeordnet ist, wobei die Wickelgeschwindigkeit der Aufwickelstellen (15) von 600
m/min bis 4000 m/min beträgt.
13. Vorrichtung gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführung (4) aus
im Halbkreis angeordneten, stabförmigen Führungselementen (4') mit Kämmen (16) besteht,
die die Fäden (17) auf den Führungselementen einzeln führen.
1. Continuous process for the simultaneous production of a multiplicity of monofilaments
having a diameter of 60 µm to 500 µm from filament-forming polymers by melt-spinning
of the polymer, quenching of the filaments (17) in a liquid bath (3), deflection of
the filaments in the liquid bath (3) at a filament guide (4), stripping and centrifuging
of the entrained liquid at the outlet of the liquid bath, removal by suction of the
residual entrained liquid, drawing in one or more stages in hot air, hot water or
steam or a combination of these media, fixing of the drawn filaments in hot air and/or
steam and finally winding of the filaments, wherein the delivery speed of the filaments
after the fixing step is from 600 to 4000 m/min, characterised in that the polymer
filaments formed are for cooling blown on below the melt spinning head with a cooling
medium, that the cooling is undertaken in the cooling bath with a temperature of the
cooling liquid of -10 to 150 °C and that the individual filaments are run separately
in the cooling bath on a comb-type filament guide (16).
2. Process according to claim 1, characterised in that the delivery speed of the filaments
is from 1000 to 3500 m/min.
3. Process according to claims 1 and 2, characterised in that the filaments have a final
diameter of 100 to 300 µm.
4. Process according to claims 1 to 3, characterised in that the filaments have a final
diameter of 180 to 250 µm.
5. Process according to claims 1 to 4, characterised in that polyamides are used as filament-forming
polymers.
6. Process according to claims 1 to 5, characterised in that the filaments formed are
blown on laterally with air having a temperature of 0 to 50 °C over an area from 1
to 10 cm in length below the spinning head (1).
7. Process according to claims 1 to 6, characterised in that the temperature of the cooling
bath (3) is from 10 to 40°C.
8. Process according to claims 1 to 6, characterised in that in order to steady the liquid
flow in the cooling bath (3) use is made of baffles (6, 6'), of which the baffles
(6') situated above the filament sheaf can be folded away upwards when the process
is in operation.
9. Process according to claims 1 to 8, characterised in that the filaments are subjected
to drawing of 200 to 700% in hot air with a temperature of 150 to 350°C, hot water
with a temperature of 85 to 98°C or steam with a temperature of 100 to 150°C or any
sequential combination of said media and are then fixed in hot air having a temperature
of 150 to 350°C and/or steam having a temperature of 100 to 150°C.
10. Process according to claims 1 to 9, characterised in that the fluid flow caused by
the drag flow of the filaments is steadied by means of comb-type baffles (6, 6').
11. Process according to claims 1 to 10, characterised in that a preparation is applied
to the filaments prior to the drawing.
12. Apparatus for carrying out the process according to claims 1 to 11, consisting of
a melt-spinning head with spinneret (1), a liquid bath (3) with a filament guide (4)
and baffles (6, 6'), strippers (7), at least one deflecting roll (8) or notched mangle
bowl for the centrifuging of entrained cooling liquid, an adhering liquid suction
means (9, 11) upstream and optionally downstream of a subsequent spin finish point
(10), one or more drawing apparatuses (12) for the hot drawing, a fixing zone (13)
and winding points (15),
characterised in that the filament guide (4) is a comb-type filament guide with separate
guiding (16) of the individual filaments (17), that a blow nozzle (2) for cooling
the filaments is disposed between the spinneret (1) and the liquid bath (3), and that
a post-spin finish point is provided at each winding point (15), wherein the winding
speed of the winding points (15) is from 600 m/min to 4000 m/min.
13. Apparatus according to claim 12, characterised in that the filament guide (4) consists
of rod-shaped guide elements (4') arranged in a semi-circle and having combs (16)
which guide the filaments (17) individually on the guide elements.
1. Procédé continu pour la fabrication simultanée d'une multiplicité de fils monobrins
d'un diamètre de 60 µm à 500 µm à partir de polymères formateurs de fils par filage
à l'état fondu du polymère, refroidissement des fils (17) dans un bain de liquide
(3), déviation des fils dans le bain de liquide (3) au niveau d'un guide-fils (4),
détachement et essorage du liquide entraîné à la sortie du bain de liquide, aspiration
du liquide entraîné résiduel, étirage en une ou plusieurs étapes dans de l'air chaud,
de l'eau chaude ou de la vapeur ou une combinaison de ces milieux, fixage des fils
étirés dans de l'air chaud et/ou de la vapeur et bobinage final des fils, la vitesse
de sortie des fils après l'étape de fixage étant de 600 à 4000 m/min, caractérisé
en ce que les fils de polymère formés sont soumis sous la tête de filage à l'état
fondu à un soufflage avec un agent de refroidissement pour le refroidissement, en
ce que le refroidissement dans le bain de refroidissement est réalisé à une température
du liquide de refroidissement de -10-150°C et en ce que les fils individuels sont
guidés séparément dans le bain de refroidissement sur un guide-fils à peignes (16).
2. Procédé selon la revendication 1 caractérisé en ce que la vitesse de sortie des fils
est de 1000 à 3500 m/min.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2 caractérisé en ce que les fils présentent
un diamètre final de 100 à 300µm.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3 caractérisé en ce que les fils présentent un
diamètre final de 180 à 250 µm.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4 caractérisé en ce que des polyamides sont utilisés
comme polymères formateurs de fils.
6. Procédé selon les revendications 1 à 5 caractérisé en ce que les fils formés sont
soumis latéralement à un soufflage sous la tête de filage (1) sur une distance de
1 à 10 cm avec de l'air d'une température de 0 à 50°C.
7. Procédé selon les revendications 1 à 6 caractérisé en ce que la température du bain
de refroidissement (3) est de 10 à 40°C.
8. Procédé selon les revendications 1 à 6 caractérisé en ce que, pour immobiliser le
courant de fluide dans le bain de refroidissement (3), on utilise des chicanes anti-courant
(6, 6') parmi lesquelles les chicanes anti-courant (6') disposées au-dessus de la
nappe de fils peuvent être repliées vers le haut au cours du procédé.
9. Procédé selon les revendications 1 à 8 caractérisé en ce que les fils sont étirés
de 200 à 700 % dans de l'air chaud d'une température de 150 à 350°C, de l'eau chaude
d'une température de 85°C à 98°C ou de la vapeur d'une température de 100 à 150°C
ou une combinaison successive quelconque de ces milieux puis sont fixés dans de l'air
chaud d'une température de 150 à 350°C et/ou de la vapeur d'une température de 100
à 150°C.
10. Procédé selon les revendications 1 à 9 caractérisé en ce que le courant de fluide
dû au courant d'entraînement des fils est immobilisé au moyen de chicanes anti-courant
de type peigne (6,6').
11. Procédé selon les revendications 1 à 10 caractérisé en ce qu'un ensimage est appliqué
sur les fils avant l'étirage.
12. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon les revendications 1 à 11 consistant
en une tête de filage à l'état fondu avec une filière de filage (1), un bain de liquide
(3) avec un guide-fils (4) et des chicanes anti-courant (6,6'), des détacheurs (7'),
au moins un rouleau de déviation (8) ou un cylindre formant rouleau entaillé pour
l'essorage du liquide de refroidissement entraîné, un dispositif d'aspiration de liquide
adhérent (9, 11) avant et éventuellement après un poste d'ensimage de filage subséquent
(10), un ou plusieurs dispositifs d'étirage (12) pour l'étirage à chaud, une zone
de fixage (13) et des postes de bobinage (15) caractérisé en ce que le guide-fils
(4) est un guide-fils à peignes avec un guidage séparé (16) des fils individuels (17),
en ce qu'une buse de soufflage (2) pour le refroidissement des fils est disposée entre
la filière de filage (1) et le bain de liquide (3) et en ce qu'un poste de post-ensimage
est disposé au niveau de chaque poste de bobinage (15), la vitesse de bobinage des
postes de bobinage (15) étant de 600 m/min à 4000 m/min.
13. Dispositif selon la revendication 12 caractérisé en ce que le guide-fils (4) consiste
en éléments de guidage (4') en forme de tiges, disposés en demi-cercle, avec des peignes
(16) qui guident individuellement les fils (17) sur les éléments de guidage.