[0001] Die Fettung pflanzlich und/oder mineralisch gegerbter Leder beziehungsweise Pelzfelle
ist ein essentieller Verfahrensschritt in der Ausrüstung zum gebrauchsfertigen Wertstoff.
Die Form der Fettverteilung in der Hautsubstanz und das Ausmaß der Einbindung der
Fettkomponenten in die Hautsubstanz beeinflussen die Eigenschaften und die Gebrauchsfähigkeit
der Fertigprodukte entscheidend. Es besteht dabei umfangreiches Fachwissen zu möglichen
Interaktionen zwischen den Fettkomponenten einerseits und der gegerbten, sowie Restgerbstoffe
enthaltenden Hautsubstanz andererseits. Der bestimmte Aufbau der Fettungsmittel -
beispielsweise das Ausmaß ihrer lipophilen Gruppen und gegebenenfalls vorliegenden
Reaktivgruppen zur Umsetzung mit geeigneten Reaktivbestandteilen im gegerbten Leder
- bestimmen unter anderem die Dauerhaftigkeit und Wirkung der fettenden Ausrüstung
im praktischen Gebrauch der Leder- und Pelzwaren.
[0002] Ein für die Praxis wichtiger Aspekt liegt in der Schaffung von fettenden Ausrüstungsmitteln,
die in der gegerbten Hautsubstanz so zuverlässig gebunden werden können, daß eine
für die praktischen Bedürfnisse hinreichende Wasch- und Reinigungsbeständigkeit der
Leder-und Pelzwaren sichergestellt ist. Hochwertige Lederwaren, beispielsweise aus
der Bekleidungsindustrie, sollen dabei sowohl der wäßrig-tensidischen Wäsche als auch
gegebenenfalls einer chemischen Reinigung ohne wesentliche Qualitätseinbuße zugänglich
sein. Für Sonderfälle wird die weiterführende Bedingung hinreichender Wasserdichtigkeit
des fertig ausgerüsteten Leders gewünscht.
[0003] Zur wasserdichten Ausrüstung von Leder oder Pelzen sind insbesondere drei Verfahrensprinzipien
bekannt:
1. Imprägnierung durch Einlagerung wasserunlöslicher Verbindungen, zum Beispiel feste
Fette, Wachse oder spezielle Polymere,
2. Imprägnierung durch Einlagerung wasserquellender Verbindungen, die bei Wasseraufnahme
hochviskose Emulsionen bilden und die Faserzwischenräume des Leders verstopfen, zum
Beispiel spezielle Emulgatoren vom W/0-Typ,
3. Behandlung mit hydrophobierend wirkenden Verbindungen, zum Beispiel Aluminium-,
Chrom- und/oder Zirkonkomplexe, Silkone oder organische Fluorverbindungen.
[0004] Die DE 1 669 347 beschreibt die Anwendung von wasseremulgierbaren Sulfobernsteinsäure-Halbestern
zum Fetten von Leder, wobei jedoch noch keine Wasserdichteffekte erzielt werden. Gegenstand
der EP 193 832 ist ein Verfahren zur Herstellung wasserdichter Leder oder Pelze unter
Verwendung von Sulfobernsteinsäure-Monoestern in Kombination mit imprägnierenden und/oder
hydrophobierenden Fettungsmitteln, wobei das Kennzeichen dieses Verfahrens darin liegt,
daß man die Leder oder Pelze im Anschluß an die Nachgerbung in wäßriger Flotte mit
imprägnierenden und/oder hydrophobierenden Fettungsmitteln behandelt, die Sulfobernsteinsäure-Monoester-Salze
mit C
12-24-Fettresten enthalten, und nach Absäuern durch Zugabe eines Chrom-, Zirkon- und/oder
Aluminiumsalzes fixiert. Bevorzugt werden die Sulfobernsteinsäure-Monoester-Salze
mit imprägnierenden Fettungsmitteln aus der Gruppe oxidierte oder oxidierte und teilsulfierte
C
18-26-Kohlenwasserstoffe oder C
32-40-Wachse, Phosphorsäuremono-C
12-24-Alkylester, Citronensäuremono-C
16-24-Alkylester, Sorbitan-, Glycerin- und/oder Pentaerythrit-C
16-24-Fettsäureester eingesetzt.
[0005] In jüngster Zeit werden für die fettende Ausrüstung von insbesondere mineralisch
gegerbten Ledern und Pelzen amphiphile Mittel beschrieben, die bestimmt ausgewählte
Co-Oligomere von einerseits hydrophoben beziehungsweise oleophilen Monomeren und andererseits
hydrophilen Monomerbestandteilen darstellen. Amphiphile Mittel dieser Art können in
Form wäßriger Dispersionen, Emulsionen und/oder Lösungen nach Abschluß der Hauptgerbung
in die auszurüstenden Leder oder Felle eingearbeitet - beispielsweise eingewalkt -
werden. Insbesondere im Fall mineralisch gegerbter Leder oder Pelzfelle können diese
amphiphilen Mittel gleichzeitig die Funktion der Nachgerbung übernehmen. Es kann schließlich
eine abschließende Fixierung der amphiphilen Mittel mit insbesondere Mineralgerbstoffen
vorgesehen sein. Die jüngere Patentliteratur beschreibt Hilfsstoffe der hier betroffenen
Art. So sind zum Beispiel in der EP 372 746 entsprechende Mittel und ihre Anwendung
beschrieben, wobei die amphiphilen Copolymere aus einem überwiegenden Anteil wenigstens
eines hydrophoben Monomeren und einem untergeordneten Anteil wenigstens eines copolymerisierbaren
hydrophilen Monomeren gebildet sind. Als hydrophobe Monomere sind aufgezählt: langkettige
Alkyl(meth)acrylate, langkettige Alkoxy- oder Alkylphenoxy(polyethylen-oxid)-(meth)acrylate,
pmäre Alkene, Vinylester von lankttigen Alkylcarbonsäuren und deren Gemische. Die
in geringerem Anteil vorliegenden hydrophilen Comonomeren sind ethylenisch ungesättigte
wasserlösliche Säuren oder hydrophile basische Comonomere. Das Molekulargewicht (Gewichtsmittel)
der Copolymeren liegt im Bereich von 2.000 bis 100.000.
[0006] WO 92/00337 betrifft die Verwendung wäßriger Polyurethan-Dispersionen in der Lederzurichtung.
Als Polyolkomponente im Polyurethanfestkörper sind gemäß dieser Druckschrift mit Carbonsäuren
ringgeöffnete epoxidierte Fettsäureester enthalten.
[0007] FR-A-2 159 408 betrifft die Verwendung von Polyurethanen zur Oberflächenbehandlung
von Textilien und Leder.
[0008] Aus K. Pauling, L. Hagen "Lederherstellung", Leipzig 1973, Seite 234, ist bekannt,
daß der Begriff der Imgränierung von Leder sich im Fachjargon des Ledertechnikers
sowohl auf Prozesse der Fettung/Hydrophobierung als auch auf Prozesse der Lederzurichtung
beziehen kann.
[0009] Daß die Prozesse Fettung/Hydrophobierung und Zurichtung völlig unterschiedliche Prozesse
sind, ist eine dem Ledertechniker notorisch vertraute Tatsache. Dabei ist dem Ledertechniker
insbesondere bekannt, daß die Fettung/Hydrophobierung darauf abzielt, Substanzen in
das Ledergefüge einzulagern, während die Lederzurichtung darauf abzielt, Substanzen
auf die Oberfläche des Leders aufzubringen. Dieses Wissens des Fachmanns ist z. B. in
den Dokumenten
- "Bibliothek des Leders - Band 4: Entfetten, Fetten und Hydrophobieren bei der Lederherstellung";
H. Herfeld (Herausgeber); Frankfurt 1987, Seiten 189-191 und
- "Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie"; 4. Auflage; Band 16; Weinheim 1978,
Seite 159
beschrieben.
[0010] Die EP 412 389 beschreibt als Mittel zum Hydrophobieren von Leder und Pelzfellen
den Einsatz von Copolymerisaten, die durch radikalische Copolymerisation von (a) C
8-40-Monoolefinen mit (b) ethylenisch ungesättigten C
4-8-Dicarbonsäureanhydriden nach Art einer Substanzpolymerisation bei Temperaturen von
80 bis 300°C zu Copolymerisaten mit Molmassen von 500 bis 20.000 g/Mol, anschließende
Solvolyse der Anhydridgruppen der Copolymerisate und zumindest partielle Neutralisation
der bei der Solvolyse entstehenden Carboxylgruppen in wäßrigem Medium mit Basen hergestellt
worden sind und die in Form von wäßrigen Dispersionen oder Lösungen vorliegen. In
der EP 418 661 wird zum gleichen Zweck die Verwendung von Copolymerisaten beschrieben,
die (a) 50 bis 90 Gew.-% C
8-40-Alkl(meth)acrylate, Vinylester von C
8-40-Carbonsäuren oder deren Mischungen und (b) 10 bis 50 Gew.-% monoethylenisch ungesättigte
C
3-12-Carbonsäuren, monoethylenisch ungesättigte Dicarbonsäureanhydride, Halbester oder
Halbamide von monoethylenisch ungesättigten C
4-12-Dicarbonsäuren, Amide von C
3-12-Monocarbonsäuren oder Mischungen davon einpolymerisiert enthalten und Molmassen von
500 bis 30.000 g/Mol besitzen. Die Copolymerisate liegen in zumindest partiell neutralisierter
Form in wäßriger Lösung oder in wäßriger Dispersion für den angegebenen Einsatzzweck
vor.
[0011] Gegenstand der älteren Patentanmeldung DE-A-41 29 244 der Anmelderin ist die Verwendung
wäßriger Dispersionen von Co-Oligomeren aus der radikalisch ausgelösten wäßrigen Emulsionscopolymersation
im schwach sauren bis neutral eingestellten pH-Bereich von
(a) Halbestern der Maleinsäure mit oleophilen Alkoholen und/oder deren niederen Alkylenoxidaddukten
und
(b) Acrylsäure und/oder Methacrylsäure
als Hauptkomponenten, die auch zusätzlich
(c) untergeordnete Mengen von weiteren hydrophilen und/oder oleophilen Comonomeren
im Oligomeren-Molekül enthalten können,
als amphiphiles Mittel zur fettenden und auswaschfesten Ausrüstung von Leder und Pelzfellen.
[0012] Die erfindungsgemäße Lehre will eine für das hier vorgegebene Anwendungsgebiet der
fettenden Ausrüstung von Ledern und Pelzen bisher nicht beschriebene Klasse von Oligomer-
beziehungsweise Polymerverbindungen einsetzen, die einerseits anionisch modifiziert
sind, zum anderen aber durch geeigneten Aufbau beziehungsweise Substitution als Material
mit ausgesprochen fettenden Eigenschaften ausgerüstet ist. Als Grundstruktur der Polymerverbindungen
wählt dabei die erfindungsgemäße Lehre die an sich bekannte Klasse der Polyurethane,
wobei für die erfindungsgemäßen Zwecke insbesondere entsprechende Verbindungen vergleichsweise
niedrigerer Molmassen in Betracht kommen. In diesem Sinne wird bei der nachfolgenden
Erfindungsdefinition in der Regel der Begriff der Urethan-Oligomerverbindungen gewählt.
Durch geeigneten Aufbau der Grundstruktur des Urethan-Polymermoleküls sowie durch
die spezifische amphiphile Ausgestaltung dieser Polyurethanmoleküle im erfindungsgemäßen
Sinne - gleichzeitiges Vorliegen von ausgesprochen oleophilen Molekülbestandteilen
mit ausgeprägt fettendem Charakter neben hydrophilen, insbesondere anionisch ausgestalteten
Substituenten am Urethan-Polymermolekül - werden durch die erfindungsgemäße Lehre
neue Hilfsmittel für die Lederausrüstung zur Verfügung gestellt, die eine hohe Individualisierung
beziehungsweise Ausprägung der jeweils gewünschten Funktionen des Ausrüstungshilfsstoffes
im fertigen Leder ermöglichen. Im Vordergrund stehen hier als Zielvorstellungen die
zuverlässig fettende Wirkung in Verbindung mit einer zuverlässigen Fixierung des fettenden
Hilfsstoffes im Hautgefüge des Leders beziehungsweise des Pelzfelles. Darüberhinaus
kann es wünschenswert sein, die fettenden Polyurethanverbindungen gleichzeitig als
nachgerbende Hilfsstoffe einzusetzen. Wichtig ist dabei nicht nur eine hinreichende
Möglichkeit der Fixierung des Hilfsstoffes auf Polyurethanbasis im Hautgefüge, vorgängig
ist die einfache Applizierbarkeit und die sichere Penetration des fettenden und gegebenenfalls
nachgerbenden amphiphilen Hilfsstoffes in das Haut- beziehungsweise Ledergefüge von
wesentlicher Bedeutung.
[0013] Nachgerbstoffe auf Basis von Polyurethanen, insbesondere kationisch modifizierte
Urethanpolymere beziehungsweise -oligomere sind aus der Literatur und Praxis bekannt,
verwiesen sei auf entsprechende Handelsprodukte.
[0014] Die erfindungsgemäßen Hilfsstoffe auf Polyurethanbasis unterscheiden sich von diesen
vorbekannten Mitteln durch die Polyfunktionalität der Molekülstruktur mit dem Schwergewicht
in Richtung der fettenden Ausrüstung. Dabei geht die Lehre der Erfindung in bevorzugten
Ausführungsformen von der Zielvorstellung aus, waschfeste und/oder gegenüber einer
chemischen Reinigung beständige fettende Leder- und Pelzausrüstungen zur Verfügung
zu stellen.
Gegenstand der Erfindung
[0015] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend die Verwendung von wasserdispergierbaren
und/oder wasseremulgierbaren Polymeren beziehungsweise Oligomeren auf Urethanbasis
mit Fettcharakter - im nachfolgenden der einfachheithalber als "Urethan-Fettoligomere"
bezeichnet - enthaltend bei wenigstens überwiegend nicht-vernetzter Grundstruktur
des Polymerenbeziehungsweise Oligomeren-Moleküls Fettreste auf Kohlenwasserstoffbasis
zusammen mit zur Salzbildung befähigten Säuregruppen als amphiphiles Mittel zur fettenden
Ausrüstung und gewünschtenfalls zur Nachgerbung von Leder und Pelzfellen.
[0016] Die Lehre der Erfindung kann in dieser Ausführungsform insbesondere wichtig sein
für die Ausrüstung mineralisch gegerbter Leder und/oder Pelzfelle, wobei hier die
zuvor geschilderten amphiphilen Mittel der Erfindung gleichzeitig auch die nachgerbende
Funktion übernehmen können.
Einzelheiten zur Erfindung und ihren Ausführungsformen
[0017] Tragendes Element der erfindungsgemäßen Lehre ist die Verwendung der amphiphil ausgestalteten
Oligomer- beziehungsweise Polymerverbindungen unter Einsatz des Fachwissens zum Aufbau
entsprechender Verbindungen auf Polyurethanbasis.
[0018] Urethangruppen entstehen bekanntlich durch Umsetzung von Isocyanatgruppen mit Hydroxylgruppen.
Die entsprechenden Oligomeren und/oder Polymeren werden durch polymeranaloge Umsetzung
mehrfunktioneller Reaktanten sowohl auf der Seite der Isocyanate wie der Hydroxylgruppen-liefernden
Verbindungen gewonnen. Zur Herstellung nicht-vernetzter, zum Beispiel im wesentlichen
linearer Molekülstrukturen werden als tragende Bausteine dieser Reaktion 2-funktionelle
Isocyanatverbindungen zusammen mit Diolen eingesetzt. Die Mitverwendung 1-funktioneller
und dabei Isocyanat-reaktiver Komponenten, insbesondere die Mitverwendung von monofunktionellen
Alkoholverbindungen, kann zur Beschränkung und Regelung des durchschnittlichen Molekulargewichts
zweckmäßig sein. In den Rahmen der Erfindung fällt dementsprechend auch die Umsetzung
der polyfunktionellen Isocyanate mit Gemischen von mehrfunktionellen und 1-funktionellen
Alkoholen. Zum Aufbau der erfindungsgemäß gewünschten im wesentlichen nicht-vernetzten
Polyurethangrundstruktur werden dabei in einer bevorzugten Ausführungsform wenigstens
überwiegend sowohl auf der Seite der Isocyanatverbindungen wie der mehrfunktionellen
Alkoholkomponenten jeweils di-funktionelle Verbindungen miteinander zur Reaktion gebracht.
[0019] Als di-funktionelle Isocyanat-Komponenten eignen sich alle bekannten aliphatischen,
cycloaliphatischen und/oder aromatischen Diisocyanate, die im Falle entsprechender
Ringverbindungen einkernig und/oder mehrkernig ausgebildet sein können. Lediglich
beispielhaft seien aus den hier angesprochenen Gruppen jeweils einzelne Vertreter
benannt:
[0020] Aliphatische geradkettige oder auch verzweigte Diisocyanate können beispielsweise
durch Umsetzung entsprechender Diamine gewonnen werden. Typische Vertreter sind beispielsweise
das Hexamethylendiisocyanat, das Trimethylhexamethylendiisocyanat oder das Tetramethylendiisocyanat.
Beispiele für cycloaliphatische einkernige oder mehrkernige Diisocyanate sind Isophorondiisocyanat
und Dicyclohexylmethandiisocyanat. Typische aromatische einkernige oder mehrkernige
Diisocyanate sind beispielsweise Xylylendiisocyanat oder Diphenylmethandiisocyanate
von der Art des 4,4'-Diphenyl-methandiisocyanat. Isocyanatverbindungen mit einer Funktionalität
der Isocyanatgruppen oberhalb 2 führen bekanntlich zu zunehmend vernetzten Reaktionsprodukten
mit steigender Härte und Sprödigkeit und entsprechen damit nicht der erfindungsgemäßen
Zielsetzung, geschmeidige weiche und ausgeprägt fettende Urethan-Fettoligomere im
Hautgefüge zum Einsatz zu bringen. Bezüglich der Auswirkung höherer Funktionalitäten
- Funktionalitäten oberhalb von 2 - sowohl auf der Seite der Isocyanatkomponenten
wie der Polyolkomponenten kann auf das allgemeine Fachwissen verwiesen werden. Benannt
sei in diesem Zusammenhang beispielsweise die Monographie von Saunders and Frisch
"Polyurethanes Chemistry and Technology", Band XVI der Serie High Polymers "Interscience
Publishers", New York - London, Teil I (1962) und Teil 2 (1964).
[0021] Im Sinne der erfindungsgemäßen Lehre sind diese eine Mehrzahl von Urethangruppen
enthaltenden Oligomerketten Träger für die beiden an sich entgegengesetzten Funktionen,
die den amphiphilen Charakter des Polymer-Moleküls bedingen: Oleophile Strukturelemente
mit ausgeprägtem Fettcharakter, die sowohl eine weiche Geschmeidigkeit wie die wasserabweisende
Wirkung der imprägnierenden Ausrüstung gewährleisten, sowie andererseits hydrophile
insbesondere anionische Strukturelemente, die in an sich bekannter Weise die Fixierung
der Oligomer-Moleküle in dem Hautfasergefüge sicherstellen und in einer bevorzugten
Ausführungsform zusätzlich die Funktion der Nachgerbung übernehmen können.
[0022] Die beiden in einem polymeren Molekül hier vereinigten Strukturelemente sind langkettige
Kohlenwasserstoffreste mit ausgesprochenem Fettcharakter als hydrophobes Strukturelement
und zur Salzbildung befähigte Säuregruppen beziehungsweise ihrer in wäßriger Phase
dissoziierbaren Salze als das hydrophile Strukturelement. Im einzelnen sind dabei
die folgenden Vertreter für diese beiden Funktionen bevorzugt:
[0023] Oleophile Molekülbestandteile mit ausgesprochen fettendem Charakter sind Kohlenwasserstoff-Fettreste
ausreichend hoher Kohlenstoffzahl. Bevorzugt sind entsprechende Fettreste mit 8 bis
40 C-Atomen, wobei dem Bereich entsprechender Reste mit 12 bis 32 C-Atomen besondere
Bedeutung zukommen kann. Es kann dabei insbesondere zweckmäßig sein, diese Fettreste
in seitlicher Substitution an der Polyurethankette und/oder als die Molekülgröße begrenzende
Endglieder des Urethan-Fettpolymeren vorzusehen. Einzelheiten hierzu werden im folgenden
noch angegeben. Typische Vertreter für solche Fettreste auf Kohlenwasserstoffbasis
sind entsprechende Reste von Fettsäuren und/oder Fettalkoholen natürlichen und/oder
synthetischen Ursprungs. Diese fettenden Kohlenwasserstoffreste können dabei geradkettig
und/oder verzweigt sein. Sie können gesättigt oder auch wenigstens anteilsweise 1-
und/oder mehrfach olefinisch ungesättigt sein. Im Einzelfall kann durch die bestimmte
Beschaffenheit und/oder durch die Menge der im Urethan-Fettpolymeren vorgesehenen
Kohlenwasserstoff-Fettreste Einfluß auf die fettende und wasserabweisende Wirkung
des erfindungsgemäßen amphiphilen Mittels beim praktischen Einsatz im Leder beziehungsweise
Pelz genommen werden. Im einzelnen kann hier auf das allgemeine Wissen des Fachmanns
verwiesen werden. Lediglich beispielhaft sei herausgestellt: Die wasserabweisende
Wirkung des Urethan-Fettoligomeren kann durch Steigerung der Kettenlänge und/oder
Erhöhung der Konzentration der entsprechenden Fettreste verstärkt werden. Durch anteilsweisen
Einsatz von verzweigten Kohlenwasserstoffresten - insbesondere in Abmischung mit geradkettigen
Resten - und/oder durch Verwendung beziehungsweise Mitverwendung von olefinisch ungesättigten
Fettresten kann die Geschmeidigkeit, die Penetration der Urethan-Fettoligomere in
das Hautgefüge und/oder das Schmierverhalten am imprägnierten Leder beeinflußt werden.
Die Verwendung beziehungsweise Mitverwendung olefinisch ungesättigter Reste von Fettsäuren
beziehungsweise Fettalkoholen kann im praktischen Gebrauch der imprägnierten Leder
wichtig werden, wenn mit der Gefährdung durch hydrolytische Einflüsse zu rechnen ist.
[0024] Besonders geeignete fettende Strukturelemente der hier betroffenen Art leiten sich
von entsprechenden Fettstoffen natürlichen Ursprungs ab und gehen damit auf Fettcarbonsäuren
beziehungsweise entsprechende Fettalkohole des Bereichs von C
12-22, insbesondere C
12-18 zurück. Aber auch Dimerisierungsprodukte aus solchen Naturstoffen mit dann beispielsweise
16 bis 36 C-Atomen können interessante Vertreter für die hier betroffenen funktionellen
Bausteine der Urethan-Fettoligomeren sein.
[0025] Der Einbau dieser hydrophoben Bestandteile mit Fettungscharakter kann in jeder an
sich bekannten Weise erfolgen. Entsprechende Reste können beispielsweise über die
in die Polyurethan-Bildungsreaktion einzusetzenden Diisocyanate derart eingebracht
werden, daß Polyisocyanatverbindungen einer Funktionalität oberhalb 2 einer partiellen
Umsetzung mit beispielsweise entsprechenden monofunktionellen Fettalkoholen zugeführt
werden, dabei die Isocyanatfunktionalität auf Werte von im Mittel 2 zurückgeführt
wird und derart fettsubstituierte Diisocyanate dann der weiterführenden Umsetzung
mit Diolen und gegebenenfalls monofunktionellen Alkoholen zugeführt werden.
[0026] Einfacher ist in der Regel die Einführung der hydrophoben fettenden Bausteine über
die Diolkomponenten und/oder die gegebenenfalls mitverwendeten monofunktionellen Alkohole.
Monofunktionelle Fettalkohole der erfindungsgemäß betroffenen Art können als Endglieder
der Urethan-Fettoligomeren vorgesehen sein. Sie entfalten hier ihre vorgesehene Wirkung
im Gesamteigenschaftsbild der erfindungsgemäß verwendeten Hilfsmittel. Die Einführung
von entsprechend fettenden Kohlenwasserstoffresten in das PUR-Molekül ist aber insbesondere
auch über die Diolkomponenten möglich. Als Beispiele solcher Diole seien benannt:
Partialester polyfunktioneller Alkohole mit einer Funktionalität von wenigstens 3
mit geeigneten Fettsäuren, etwa Monoester des Glycerins mit gesättigten und/oder ungesättigten
Fettsäuren wie Glycerinmonostearat und/oder Glycerinmonooleat. Ebenso ist es aber
auch möglich Fettsäuren mit Dialkanolaminen zu den entsprechenden Fettsäuredialkanolamiden
umzusetzen und dann das entsprechende Diol - beispielsweise ein Fettsäurediethanolamid
- als Diolkomponente in die PUR-Bildungsreaktion einzubringen.
[0027] Die erfindungsgemäß bevorzugten hydrophilen Bauelemente auf Basis der zur Salzbildung
befähigten Säuregruppen sind entsprechende Reste mit Carboxylgruppen und/oder Sulfonsäuregruppen.
Verbindungen dieser Art sind als Naturstoffe und/oder als Syntheseprodukte besonders
leicht zugänglich. Sie finden darüberhinaus im Zusammenhang mit der Herstellung sogenannter
selbstemulgierender PUR-Verbindungen praktische Verwendung. Die erfindungsgemäße Lehre
kann insoweit bekanntes Fachwissen mitverwerten. Bekannt ist in diesem Zusammenhang
beispielsweise die Mitverwendung von Dimethylolpropionsäure als Diolkomponente bei
der PUR-Bildung, die auch erfindungsgemäß zur Einführung der hydrophilen Carboxylgruppe
mitverwendet werden kann. Ein anderes Beispiel für eine entsprechende Diolcarbonsäure
ist Weinsäure, die zu einer erhöhten Konzentration an Carboxylgruppen führt.
[0028] Die erfindungsgemäß gewünschte angehobene Konzentration von Säuregruppen kann insbesondere
aber auch gerade über potentielle Endgruppen des Urethan-Fettoligomeren in das Molekül
eingebracht werden. So können eine oder mehrere Carbonsäuregruppen tragende Alkohole
wichtige Reaktanten beim Aufbau der Urethan-Fettoligomeren sein. Lediglich beispielhaft
seien hier aufgezählt: Glykolsäure, Milchsäure, Hydroxybuttersäure, Hydroxyvaleriansäure,
Äpfelsäure, Weinsäure, Citronensäure und/oder Ascorbinsäure.
[0029] Sinngemäß gelten die hier für die Einführung von Carboxylgruppen in das Urethan-Fettoligomer
gemachten Angaben für den Aufbau entsprechender amphiphiler Mittel mit einem Gehalt
an Sulfonsäuregruppen. Geeignete Reaktanten sind in diesem Zusammenhang beispielsweise
Hydroxylgruppen enthaltende Mono- und/oder Disulfonsäuren.
[0030] Für die Zwecke der Erfindung ist die Verwendung von Urethan-Fettoligomeren bevorzugt,
die im Mittel pro Oligomer-Molekül eine Mehrzahl sowohl von Säureresten als auch bevorzugt
eine Mehrzahl von Kohlenwasserstoff-Fettresten aufweisen. Unter Berücksichtigung des
allgemeinen Fachwissens und der hier gegebenen Erläuterungen der möglichen Bausteine
für den Aufbau der amphiphilen Urethan-Oligomere kann im jeweils gewählten Einzelfall
eine 0ptimierung leicht durchgeführt werden. Lediglich beispielhaft seien in diesem
Zusammenhang noch einmal die zwei folgenden Möglichkeiten zur Herstellung der anionisch
modifizierten Oligo-Urethane mit Fettcharakter herausgestellt:
[0031] Diisocyanate der eingangs genannten Art können umgesetzt werden mit
(a) Mischungen aus Säuregruppen, insbesondere Carbonsäuregruppen enthaltenden Diolen
und gewünschtenfalls monofunktionellen Fettalkoholen oder mit
(b) Mischungen aus Fettgruppen-tragenden Diolen und Hydroxycarbonsäuren beziehungsweise
Hydroxysulfonsäuren mit jeweils einem oder mehreren Hydroxyl- und/oder Carbonsäure-
beziehungsweise Sulfonsäureresten.
[0032] In den Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre fällt auch der Einsatz von amphiphilen
Urethan-Fettoligomeren der geschilderten Art, die unterschiedliche Säurereste enthalten.
Als Beispiele seien hier genannt: Verbindungen die sowohl Carboxylgruppen als auch
Sulfonsäuregruppen enthalten, gegebenenfalls aber auch durch vorliegende Reste organischer
Phosphorsäureverbindungen modifiziert sind.
[0033] Die PUR-Fettoligomeren weisen bevorzugte mittlere Molgewichte (Molmassen) im Bereich
von etwa 500 bis 30.000 g/Mol auf. Geeignet können dabei insbesondere Molmassen im
Bereich von etwa 1.000 bis 15.000 g/Mol sein. Es hat sich gezeigt, daß innerhalb dieser
vergleichsweise breiten Bereiche den unteren Werten - mittlere Molgewichte beziehungsweise
Molmassen im Bereich von etwa 1.000 bis 4.000 oder 5.000 g/Mol und zweckmäßigerweise
im Bereich von etwa 1.000 bis 3.000 g/Mol - besondere Bedeutung zukommen kann.
[0034] Die letztlich zum Einsatz kommenden PUR-Oligomeren liegen erfindungsgemäß zweckmäßigerweise
in Form wäßriger Dispersionen und/oder Emulsionen vor, die bevorzugt auf einen schwach
sauren bis schwach alkalischen Bereich eingestellt worden sind. Zur Lagerstabilität
kann es zweckmäßig sein, Anbietungsformen vorzusehen, deren wäßrige Phase durch Zugabe
von anorganischen und/oder organischen Basen auf neutrale bis schwach alkalische pH-Werte
eingestellt ist. Zur pH-Regulierung eignen sich alle im einschlägigen Stand der Technik
beschriebenen Basen, vgl. auch hierzu die Angaben des eingangs zitierten Standes der
Technik. Bevorzugte pH-Werte für lagerstabile Produkte können im Bereich um pH 7 bis
8 liegen. Es können auf diese Weise wäßrig-pastöse Massen hergestellt werden, deren
PUR-Oligomer-Wertstoffgehalt beispielsweise im Bereich von etwa 20 bis 70 oder 75
Gew.-% liegt. Solche pastösen Massen sind mit Wasser und/oder wäßrigen Wirkstoffabmischungen
der im nachfolgenden geschilderten Art jederzeit aufzumischen und zum praktischen
Einsatz zu bringen.
[0035] In einer wichtigen Ausführungsform der Erfindung werden amphiphile Mittel der geschilderten
Art zusammen mit ausgewählten Emulgatoren eingesetzt, die beim Eintrag in insbesondere
mineralgegerbte Leder und/oder Felle eine zusätzliche Fettung beziehungsweise Hydrophobierung
bewirken und bevorzugt gleichzeitig über saure Gruppen im gegerbten Leder beziehungsweise
Fell fixiert werden können. Ein wichtiges Beispiel für Verbindungen dieser Art sind
die eingangs genannten in Wasser emulgierbaren Sulfobernsteinsäure-Halbester, die
von langkettigen Fettalkoholen und/oder ihren Alkylenoxidaddukten abstammen. Zur bestimmten
Beschaffenheit der Alkohole gelten die zuvor im Zusammenhang mit den UR-Fettoligomeren
gemachten Angaben. Ein wichtiges Beispiel für die Emulgatorenklasse der hier betroffenen
Art sind C18-Sulfosuccinat-Halbester. Es hat sich gezeigt, daß durch die Mitverwendung
solcher emulgatorartiger Hilfskomponenten - die an sich als Ausrüstungsmittel für
die Lederfettung vorbekannt sind - im Sinne der erfindungsgemäßen Zielsetzung vorteilhafte
Wirkungen erreicht werden können. Als Beispiele für Verbindungstypen dieser Art seien
im einzelnen hier benannt:
[0036] Sulfobernsteinsäure-Halbester langkettiger Fettalkohole mit insbesondere 12 bis 24
C-Atomen und/oder deren Alkylenoxidaddukten mit bevorzugt bis zu 6 Alkylenoxidresten,
entsprechende Sulfobernsteinsäure-Halbester von Fettsäuremono- und/oder -diglyceriden
beziehungsweise deren Alkylenoxidaddukten mit bevorzugt bis zu 6 Al-kylenoxidresten
bei weiterhin bevorzugter Kettenlänge der Fettsäure(n) im Bereich C
12-24, langkettige Sulfofettsäuren, insbesondere entsprechende alpha-Sulfofettsäuren mit
vorzugsweise 12 bis 24, insbesondere 16 bis 18 C-Atomen, wobei im Falle dieser alphasubstituierten
Sulfofettsäuren die Kohlenwasserstoffreste üblicherweise gesättigt sind, sowie innenständige
Sulfofettsäuren von olefinisch 1- und/oder mehrfach ungesättigten Carbonsäuren wie
Ölsäure, Linolsäure, Linolensäure und dergleichen.
[0037] Zusammen mit den Fett-Oligomeren im Sinne des erfindungsgemäßen Aufbaus können aber
auch Fettungs- beziehungsweise Hydrophobierungsmittel im Sinne der Wertstoffgemische
aus der eingangs zitierten EP 193 832 zum Einsatz kommen. In dieser Ausführungsform
der Erfindung werden also die erfindungsgemäß definierten PUR-Oligomeren kombiniert
mit imprägnierenden und/oder hydrophobierenden Fettungsmitteln, wie Sulfobernsteinsäuremonoester-Salze
mit C
12-24-Fettresten, in Kombination mit weiteren imprägnierenden Fettungsmitteln, ausgewählt
insbesondere aus der Gruppe der oxidierten oder oxidierten und teilsulfierten C
18-26-Kohlenwasserstoffe oder C
32-40-Vachse, eingesetzt. Andere Beispiele für diese zusätzlichen imprägnierenden Fettungsmittel
sind Phosphorsäuremono-C
12-24-Alkylester, Partialester von Polycarbonsäuren wie Citronensäure-Mono-C
16-
24-Alkylester, Partialester von Polyalkoholen wie Sorbitan-, Glycerin- oder Pentaerythrit-C
16-24-Fettsäureester.
[0038] Eine besonders geeignete Emulgatorklasse, die im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre
mitverwendet werden kann, sind die aus der Ausrüstung von Ledern und Pelzen mit Fettstoffen
bekannten N-Acylaminosäuren, insbesondere Fettsäuresarkoside, z.B. N-Oleoylsarkosin,
wie sie beispielsweise als Emulgatoren zum Eintrag von Silikonölen in Leder und Pelze
in der EP-B1-0 213 480 im einzelnen beschrieben sind. Geeignete Emulgatoren sind demgemäß
insbesondere Salze von N-(C
9-20-Acyl)-aminosäuren, wobei entsprechenden Salzen einer Aminosäure mit 2 bis 6 C-Atomen,
die mit dem Acylrest einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure mit 9 bis 20 C-Atomen
am Aminstickstoff, der gegebenenfalls zusätzlich durch Methyl substituiert ist, besondere
Bedeutung zukommt. Geeignete Salze dieser Emulgatoren sind wiederum insbesondere Alkali-,
Ammonium- oder Alkanolaminsalze.
[0039] Von den N-(C
9-20-Acyl)-aminosäuren sind solche mit 2 bis 4 C-Atomen und mit der Aminogruppe in alpha-Stellung
zur Carboxylgruppe besonders bevorzugt, die weiterhin am Aminstickstoffatom zusätzlich
durch eine Methylgruppe substituiert sind. Davon weisen eine besonders überlegene
Wirkung die Fettsäuresarkoside von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 9
bis 20, bevorzugt 16 bis 18 C-Atomen auf. Das bevorzugte Sarkosid ist das Ölsäuresarkosid.
Weiterhin sind insbesondere das N-Stearoyl-sarkosin, N-Lauroyl-sarkosin und N-Isononanoyl-sarkosin
besonders geeignet und zwar jeweils in Form ihrer Alkalisalze, Ammoniumsalze oder
der Salze von Mono-, Di- oder Trialkanolaminen mit insbesondere 2 bis 4 C-Atomen im
Alkanolrest.
[0040] Beim Einsatz von solchen Wertstoffgemischen beträgt die Menge der erfindungsgemäß
definierten UR-Fettoligomeren bevorzugt wenigstens etwa 35 Gew.-% des Wertstoffgemisches
und insbesondere wenigstens etwa 50 Gew.-% - auf gleiche Basis bezogen. Es kann zweckmäßig
sein, wenigstens etwa 70 bis 80 Gew.-% des ingesamt in die auszurüstenden Leder beziehungsweise
Pelzfelle einzubringenden Wertstoffgemisches auf Basis der erfindungsgemäßen amphiphilen
Oligomeren beziehungsweise Polymeren vorzusehen.
[0041] Der Eintrag der Fett-Oligomeren über ihre Anbietungsform der wäßrigen Dispersion
beziehungsweise ihrer Abmischungen mit den genannten weiteren Komponenten erfolgt
in an sich bekannter Weise - siehe hierzu insbesondere auch die Angaben der eingangs
genannten Druckschriften für vergleichbare Produkte. Nur kurz sei daher zusammenfassend
dargestellt:
[0042] Die erfindungsgemäßen Oligomer-Dispersionen eigenen sich zur Behandlung von allen
üblichen gegerbten Häuten, insbesondere entsprechendem Material, das mit Mineralgerbstoffen
gegerbt worden ist. Die gegerbten Häute werden üblicherweise vor der Behandlung entsäuert.
Sie können bereits vor der Behandlung gefärbt worden sein. Eine Färbung kann aber
auch erst nach der erfindungsgemäß durchgeführten Behandlung vorgenommen werden.
[0043] Das zur imprägnierende Leder wird mit den Dispersionen in wäßriger Flotte zweckmäßig
bei pH-Werten von etwa 4 bis 10 und vorzugsweise bei pH 5 bis 8 und bei Temperaturen
von etwa 20 bis 60°C, vorzugsweise 30 bis 50°C, während eines Zeitraumes bis zu einigen
Stunden gegebenenfalls mehrstufig behandelt. Die Behandlung erfolgt beispielsweise
durch Walken in einem Faß. Die benötige Menge an Co-Oligomer-Dispersion beträgt üblicherweise
0,1 bis 30 Gew.-%, insbesondere 1 bis 20 Gew.-% bezogen auf das Falzgewicht des Leders
oder das Naßgewicht der Pelzfelle. Die Flottenlänge beträgt üblicherweise 10 bis 1.000
%, vorzugsweise 30 bis 150 %, bei Pelzfellen 50 bis 500 %.
[0044] Nach Abschluß der Behandlung mit der wäßrigen Flotte wird der pH-Wert der Behandlungsflotte
durch Zusatz von Säuren in den leicht sauren Bereich verschoben. Geeignet ist insbesondere
der Zusatz organischer Säuren, bevorzugt Ameisensäure. Bevorzugte pH-Werte liegen
im Bereich von 3 bis 5, vorzugsweise im Bereich von etwa 3,5 bis 4. Gewünschtenfalls
kann eine Fixierung mit insbesondere Mineralgerbstoffen nachgeschaltet werden, wobei
hier der Einsatz von Aluminiumsalzen aber auch von anderen mehrwertigen Mineralsalzen,
z.B. Chrom- oder Zirkonsalzen, besonders bevorzugt sein kann.
[0045] Die nachfolgenden Beispiele beschreiben zunächst die Herstellung erfindungsgemäß
geeigneter PUR-Fett-Oligomere und nachfolgend deren Einsatz zum Ausrüsten von Leder
im erfindungsgemäßen Sinne.
Beispiele
Beispiel 1
[0046] 599.4 g Isophorondiisocyanat, 241.2 g Dimethylolpropionsäure und 181.8 g Triethylamin
werden zusammen mit 3 g Dibutylzinndilaurat in 1.65 l Aceton 60 min unter Rückfluß
erhitzt. Anschließend werden 489.6 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt "Lorol C18")
zugegeben und weitere 240 min unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Destillieren des Acetons
werden zu der hochviskosen Masse 3.34 l 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene
Dispersion ist stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 27 % auf.
Beispiel 2
[0047] 126 g Trimethylhexamethylendiisocyanat, 53.6 g Dimethylolpropionsäure und 40.5 g
Triethylamin werden zusammen mit 0.13 g Dibutylzinndilaurat in 275 g Aceton 60 min
unter Rückfluß erhitzt. Anschließend werden 108.8 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt
"Lorol C18") zugegeben und weitere 180 min unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Destillieren
des Acetons werden zu der viskosen Masse 500 g 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene
Dispersion ist nach 60 min Rühren stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 34
% auf.
Beispiel 3
[0048] 126 g Trimethylhexamethylendiisocyanat, 53.6 g Dimethylolpropionsäure und 40.5 g
Triethylamin werden zusammen mit 0.13 g Dibutylzinndilaurat in 275 g Aceton 60 min
unter Rückfluß erhitzt. Anschließend werden 76.1 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt
"Lorol C12") zugegeben und weitere 180 min unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Destillieren
des Acetons werden zu der viskosen Masse 500 g 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene
Dispersion ist nach 60 min Rühren stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 32
% auf.
Beispiel 4
[0049] 126 g Trimethylhexamethylendiisocyanat, 40.2 g Dimethylolpropionsäure und 30.4 g
Triethylamin werden zusammen mit 0.39 g Dibutylzinndilaurat in 250 g Aceton 60 min
unter Rückfluß erhitzt. Anschließend werden 163.2 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt
"Lorol C18" zugegeben und weitere 240 min unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Destillieren
des Acetons werden zu der viskosen Masse 540 g 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene
Dispersion ist nach 60 min Rühren stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 35
% auf.
Beispiel 5
[0050] 126 g Trimethylhexamethylendiisocyanat, 40.2 g Dimethylolpropionsäure und 30.4 g
Triethylamin werden zusammen mit 0.13 g Dibutylzinndilaurat in 250 g Aceton 60 min
unter Rückfluß erhitzt. Anschließend werden 114.1 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt
"Lorol C12") zugegeben und weitere 330 min unter Rühren erhitzt. Nach dem Destillieren
des Acetons werden zu der viskosen Masse 465 g 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene
Dispersion ist nach 60 min Rühren stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 35
% auf.
Beispiel 6
[0051] 126 g Trimethylhexamethylendiisocyanat, 53.6 g Dimethylolpropionsäure werden zusammen
mit 0.13 g Dibutylzinndilaurat in 21.6 g Triacetin 90 min auf 80°C erhitzt. Anschließend
werden 108.8 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt "Lorol C18" zugegeben und weitere
120 min erhitzt. Zu der viskosen Masse werden 445 g 80°C warmes Wasser versetzt mit
27.2 g 25-%iger Ammoniaklösung gegeben. Die erhaltene Dispersion ist nach 60 min Rühren
stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 38 % auf.
Beispiel 7
[0052] 126 g Trimethylhexamethylendiisocyanat, 40.2 g Dimethylolpropionsäure werden zusammen
180 min auf 80° C erhitzt. Anschließend werden 163.2 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt
"Lorol C18") zugegeben und weitere 120 min erhitzt. Zu der viskosen Masse werden 490
g 80°C warmes Wasser versetzt mit 5.1 g 25-%iger Ammoniaklösung gegeben. Die erhaltene
Dispersion ist stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 43 % auf.
Beispiel 8
[0053] 126 Trimethylhexamethylendiisocyanat, 40.2 g Dimethylolpropionsäure werden in 21
g Triacetin 120 min auf 80°C erhitzt. Anschließend werden 114.1 g eines Fettalkohols
(Handelsprodukt "Lorol C18") zugegeben und weitere 120 min erhitzt. Zu der viskosen
Masse werden 415 g 80°C warmes Wasser versetzt mit 5.1 g 25-%iger Ammoniaklösung gegeben.
Die erhaltene Dispersion ist nach 60 min Rühren stabil und weist einen Feststoffgehalt
von ca. 39 % auf.
Beispiel 9
[0054] 157.2 g Dicyclohexylmethandiisocyanat, 53.6 g Dimethylolpropionsäure und 40.5 g Triethylamin
werden zusammen mit 0.5 g Dibutylzinndilaurat in 275 g Aceton 180 min unter Rückfluß
erhitzt. Anschließend werden 76.1 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt "Lorol C12")
zugegeben und weitere 210 min erhitzt. Nach der Destillation des Acetons werden zu
der hochviskosen Masse 420 g 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene Dispersion
ist nach 60 min Rühren stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 41 % auf.
Beispiel 10
[0055] 100.9 g Hexamethylendiisocyant, 53.6 g Dimethylolpropionsäure und 40.5 g Triethylamin
werden zusammen mit 0.5 g Dibutylzinndilaurat in 275 g Aceton 90 min unter Rückfluß
erhitzt. Anschließend werden 108.8 g eines Fettalkohols (Handelsprodukt "Lorol C18")
zugegeben und weitere 390 min erhitzt. Nach der Distillation des Acetons werden zu
der viskosen Masse 455 g 80°C warmes Wasser gegeben. Die erhaltene Dispersion ist
stabil und weist einen Feststoffgehalt von ca. 35 % auf.
Beispiel 11
[0056] Die nach den Beispielen 1 - 10 hergestellten Produkte wurden gemäß der nachfolgenden
ledertechnischen Arbeitsweise (Rezeptur) eingesetzt und ausgetestet.

[0057] Leder über Nacht auf Bock, naß spannen, trocknen 50°C, 40 % relative Luftfeuchte,
konditionieren, millen, spannen.
[0058] Die in dieser Arbeitsanweisung angegebenen Handelsprodukte sind:
"PELLUPUR 400 N" ist ein komplexaktives, dispergierendes, egalisierendes Färbereihilfsmittel
"BAYCHROM F" ist ein organisch maskierter selbstabstumpfender 50%iger basischer Chromgerbstoff
[0059] Bei Überprüfung der Hydrophobierung im Bally Penetrometer gemäß der Messmethode IUP
10, der Internationen Union der Leder-Chemiker-Verbände, Komnission für physikalische
Lederprüfung, vgl. das Leder, Band 12, 36 bis 40 (1961) wurden folgende Werte gefunden
(siehe Tabelle I)
Tabelle 1
| Penetrometerwerte bei 15% Stauchung |
| Beispiel |
Wasserdurchtritt |
Wasseraufnahme nach 6 h |
| 1 |
140 |
41% |
| 2 |
180 |
33% |
| 3 |
200 |
34% |
| 4 |
130 |
55% |
| 5 |
120 |
62% |
| 6 |
420 |
24% |
| 7 |
240 |
35% |
| 8 |
140 |
43% |
| 9 |
180 |
35% |
| 10 |
230 |
32% |
[0060] Die Prüfung von Waschbarkeit und Chemischreinigungsechtheit wurde nach folgenden
Verfahren durchgeführt:
[0061] Aus dem klimatisierten Versuchsledern werden Quadrate von 10 cm x 10 cm ausgestanzt.
Sie werden genau gemessen, die Fläche wird bestimmt und das Gewicht vor dem Waschen
und dem chemischen Reinigen ermittelt.
a) Waschversuche
[0062] Die Lederproben werden einzeln in 60°C warmen Wasser mit phosphatfreiem Textilwaschmittel
(PERSIL
(R)) gewaschen. Der Versuch soll den Waschbedingungen eines Sportschuhes in einer Haushaltswaschmaschine
entsprechen. Nach dem Waschen werden die Leder an der Luft getrocknet.
b) Chemische Reinigung
[0063] Die Leder werden einzeln in einer Maschine mit Perchlorethylen chemisch gereinigt
und anschließend abgelüftet.
[0064] Die Klimatisierung erfolgt nach dem Waschversuch (a) und der chemischen Reinigung
(b), 24 Stunden: nach DIN 53303. Die Kennzahlen wurden für beide Versuche ermittelt
und bewertet.
[0065] Die erhaltenen Ergebnisse sind aus der nachfolgenden Tabelle II ersichtlich.
Tabelle II
| Waschbarkeit und Chemischreinigungsechtheit |
| Beispiel |
Waschbarkeit |
Chemischreinigungsechtheit |
| |
m=Masse |
F=Fläche |
m=Masse |
F=Fläche |
| 1 |
-0,40% |
-8,20% |
-6,1% |
-5,3% |
| 2 |
-0,52% |
-7,30% |
-4,2% |
-3,7% |
| 3 |
-0,54% |
-0,78% |
-3,7% |
-4,2% |
| 4 |
-0,45% |
-0,35% |
-2,4% |
-4,1% |
| 5 |
-0,61% |
-0,45% |
-4,6% |
-3,8% |
| 6 |
-0,50% |
-0,45% |
-5,2% |
-3,8% |
| 7 |
-0,42% |
-0,38% |
-5,2% |
-4,2% |
| 8 |
-0,45% |
-0,42% |
-4,8% |
-3,5% |
| 9 |
-0,43% |
-0,51% |
-4,9% |
-3,8% |
| 10 |
-0,50% |
-0,48% |
-4,5% |
-3,5% |
| m = Gewichtsdifferenz (- = Abnahme; + = Zunahme) |
| F = Flächendifferenz (- = Abnahme; + = Zunahme) |
1. Verwendung von wasserdispergierbaren und/oder wasseremulgierbaren Urethan-Oligomeren
mit Fettcharakter (UR-Fettoligomere), enthaltend bei wenigstens überwiegend nicht-vernetzter
Grundstruktur des Oligomer-Moleküls Kohlenwasserstoff-Fettreste zusammen mit zur Salzbildung
befähigten Säuregruppen als amphiphiles Mittel zur fettenden Ausrüstung und gewünschtenfalls
Nachgerbung von Leder und Pelzfellen.
2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
Kohlenwasserstoff-Fettreste mit 8 bis 40 C-Atomen, vorzugsweise mit 12 bis 32 C-Atomen,
enthalten, die sich bevorzugt von entsprechenden Fettsäuren und/oder Fettalkoholen
ableiten, dabei geradkettig und/oder verzweigt sind und auch 1- und/oder mehrfach
olefinisch ungesättigt sein können.
3. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
Carbonsäure- und/oder Sulfonsäuregruppen enthalten, die als solche oder auch in Form
ihrer wasserdissoziierbaren Salze vorliegen können.
4. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
im Mittel pro Oligomermolekül eine Mehrzahl von Säureresten und bevorzugt eine Mehrzahl
von Kohlenwasserstoff-Fettresten aufweisen.
5. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
sich von aliphatischen, cycloaliphatischen und/oder aromatischen Diisocyanaten und
Säuregruppen und/oder Fettgruppen-tragenden Diolen sowie gewünschtenfalls monofunktionellen
Alkoholen ableiten, die ebenfalls Fett- und/oder Säurereste enthalten können.
6. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die anionisch
modifizierten Oligo-Urethane mit Fettcharakter Umsetzungsprodukte von Diisocyanaten
a) mit Mischungen aus Säuregruppen, insbesondere Carbonsäuregruppen, enthaltenden
Diolen und monofunktionellen Fettalkoholen oder
b) Mischungen aus Fettgruppen-tragenden Diolen und Hydroxycarbonsäuren mit jeweils
einem oder mehreren Hydroxyl- und/oder Carbonsäureresten sind.
7. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
unter Mitverwendung von Partialestern 3- und/oder höherwertiger Alkohole mit langkettigen
Fettsäuren, zum Beispiel entsprechenden Monoglyceriden oder Fettsäurealkanolamiden,
und Hydroxylgruppen-enthaltenden Mono- und/oder Polycarbonsäuren, wie Glykolsäure,
Milchsäure, Hydroxybuttersäure, Äpfelsäure, Citronensäure, beziehungsweise unter Einsatz
von Diolen mit Carboxylgruppen, wie Dimethylolpropionsäure und/oder Weinsäure, und
Fettalkoholen hergestellt worden sind.
8. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß UR-Fettoligomere
mit mittleren Molekulargewichten (Molmassen) von 500 bis 30.000 g/Mol, vorzugsweise
von etwa 1.000 bis 15.000 g/Mol eingesetzt werden, wobei die Verwendung der UR-Fettoligomeren
niedrigen Molgewichtes mit Molmassen beispielsweise im Bereich von etwa 1.000 bis
4.000 g/Mol besonders bevorzugt sein kann.
9. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
in Form wäßriger Dispersionen und/oder Emulsionen verwendet werden, die bevorzugt
auf einen schwach sauren bis schwach alkalischen pH-Bereich eingestellt worden sind.
10. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die amphiphilen
UR-Fettoligomeren zusammen mit Emulgatoren verwendet werden, die beim Eintrag in insbesondere
mineralgegerbte Leder und/oder Felle eine zusätzliche Fettung bewirken und bevorzugt
gleichzeitig über saure Gruppen im gegerbten Leder beziehungsweise Fell fixiert werden
können.
11. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die UR-Fettoligomeren
nach ihrem Eintrag in die auszurüstenden Leder und/oder Pelzfelle darin durch eine
Nachbehandlung mit insbesondere Mineralgerbstoffen fixiert werden.
1. The use of water-dispersible and/or water-emulsifiable urethane oligomers of fatty
character (UR fatty oligomers) containing hydrocarbon fatty groups together with acid
groups capable of salt formation in an at least predominantly uncrosslinked basic
structure of the oligomer molecule for the oiling and, optionally, retanning of leather
and skins.
2. The use claimed in claim 1, characterized in that the UR fatty oligomers contain hydrocarbon
fatty groups with 8 to 40 and preferably 12 to 32 carbon atoms which are preferably
derived from corresponding fatty acids and/or fatty alcohols, may be linear and/or
branched and may even be mono- and/or polyolefinically unsaturated.
3. The use claimed in claims 1 and 2, characterized in that the UR fatty oligomers contain
carboxylic acid and/or sulfonic acid groups which may be present as such or even in
the form of their water dissociable salts.
4. The use claimed in claims 1 to 3, characterized in that the UR fatty oligomers contain
on average a plurality of acid groups and preferably a plurality of hydrocarbon fatty
groups per oligomer molecule.
5. The use claimed in claims 1 to 4, characterized in that the UR fatty oligomers are
derived from aliphatic, cycloaliphatic and/or aromatic diisocyanates and diols containing
acid groups and/or fatty groups and, if desired, monohydric alcohols which may also
contain fatty and/or acid groups.
6. The use claimed in claims 1 to 5, characterized in that the anionically modified oligourethanes
of fatty character are reaction products of diisocyanates with
(a) mixtures of diols containing acid groups, more particularly carboxylic acid groups,
and monohydric fatty alcohols or
(b) mixtures of diols containing fatty groups and hydroxycarboxylic acids containing
one or more hydroxyl and/or carboxylic acid groups.
7. The use claimed in claims 1 to 6, characterized in that the UR fatty oligomers have
been produced using partial esters of trihydric and/or higher alcohols with long-chain
fatty acids, for example corresponding monoglycerides or fatty acid alkanolamides,
and hydroxyfunctional mono- and/or polycarboxylic acids, such as glycolic acid, lactic
acid, hydroxybutyric acid, malic acid, citric acid, or using carboxyfunctional diols,
such as dimethylol propionic acid and/or tartaric acid, and fatty alcohols.
8. The use claimed in claims 1 to 7, characterized in that UR fatty oligomers with average
molecular weights of 500 to 30,000 g/mole and preferably in the range from about 1,000
to 15,000 g/mole are used, the use of UR fatty oligomers with low molecular weights
in the range from about 1,000 to 4,000 g/mole being particularly preferable.
9. The use claimed in claims 1 to 8, characterized in that the UR fatty oligomers are
used in the form of aqueous dispersions and/or emulsions which have preferably been
adjusted to a mildly acidic to mildly alkaline pH value.
10. The use claimed in claims 1 to 9, characterized in that the amphiphilic UR fatty oligomers
are used together with emulsifiers which, on introduction into - in particular - mineral-tanned
leather and/or skins, have an additional oiling effect and, at the same time, can
be fixed in the tanned leather or skin via acidic groups.
11. The use claimed in claims 1 to 10, characterized in that, after introduction into
the leather and/or skins to be oiled, the UR fatty oligomers are fixed therein by
an aftertreatment, more particularly with mineral tanning agents.
1. Utilisation d'oligoméres d'uréthane à caractère gras (oligoméres d'UR gras), dispersibles
et/ou émulsionnables dans l'eau, contenant avec une structure de base de la molécule
d'oligomère au moins en majeure partie non réticulée, des radicaux gras hydrocarbonés
conjointement avec des groupes d'acides aptes à la salification comme agent amphiphile
pour l'apprêtage gras et, le cas échéant, le retannage du cuir et des astrakans.
2. Forme de réalisation selon la revendication 1, caractérisée en ce que les oligomères
d'UR gras renferment des radicaux gras hydrocarbonés comportant 8 à 40 atomes de C,
de préférence 12 à 32 atomes de C, qui sont dérivés de préférence d'acides gras et/ou
d'alcools gras correspondants, sont en même temps à chaîne droite et/ou ramifiée et
peuvent également être à insaturation mono- et/ou polyoléfinique.
3. Forme de réalisation selon les revendications 1 et 2, caractérisée en ce que les oligoméres
d'UR gras renferment des groupes d'acides carboxylique et/ou d'acides sulfoniques,
qui peuvent être présents en tant que tels ou également sous la forme de leurs sels
dissociables dans l'eau.
4. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les oligomères
d'UR gras présentent en moyenne par molécule d'oligomére une majorité de radicaux
acides et de préférence une majorité de radicaux gras hydrocarbonés.
5. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 4, caractérisée en ce que les oligoméres
d'UR gras dérivent de diols portant des groupes acides et/ou des groupes gras, et/ou
de diisocyanates aliphatiques, cycloaliphatiques et/ou aromatiques ainsi que, le cas
échéant, d'alcools monofonctionnels, qui peuvent également contenir des radicaux gras
et/ou acides.
6. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 5, caractérisée en ce que les oligo-uréthanes
à caractère gras, modifiés de façon anionique sont des produits de réaction de diiisocyanates
a) avec des mélanges de diols renfermant des groupes d'acides, en particulier des
groupes d'acides carboxyliques et des alcools monofonctionnels ou
b) des mélanges de diols portant des yroupes gras et d'acides hydroxycarboxyliques
avec chaque fois un ou plusieurs radicaux hydroxyle et/ou d'acides carboxyliques.
7. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 6, caractérisée en ce que les oligoméres
gras d'UR ont été fabriqués en co-utilisant des esters partiels d'alcools trivalents
et/ou de valence plus élevée avec des acides gras à chaîne longue, par exemple, des
monoglycérides ou des alcanolamides d'acides gras correspondants et des acides mono-
et/ou polycarboxyliques renfermant des groupes hydroxyle, tels les acides glycolique,
lactique, hydroxybutyrique, maléique et citrique, ou en utilisant des diols comportant
des groupes carboxyle, tels l'acide diméthylolpropionique et/ou l'acide tartrique,
et des alcools gras.
8. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 7, caractérisée en ce que l'on utilise
des oligomères gras d'UR avec un poids moléculaire moyen (masse molaire) de 500 à
30 000 g/mole, de préférence, d'environ 1000 à 15 000 g/moles, l'utilisation d'oligomères
d'UR gras de poids moléculaire inférieur avec une masse molaire située, par exemple,
dans l'intervalle d'environ 1000 à 4000 g/mole étant particulièrement préférée.
9. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 8, caractérisée en ce que les oligomères
gras d'UR sont utilisés sous la forme de dispersions et/ou d'émulsions aqueuses, dont
le pH est ajusté de préférence dans un intervalle légèrement acide à légèrement alcalin.
10. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 9, caractérisée en ce que les oligomères
gras d'UR amphiphiles sont utilisés conjointement avec des émulsionnants, qui induisent
un graissage supplémentaire lors de l'introduction, en particulier, dans le cuir et/ou
dans la peau ayant fait l'objet d'un tannage minéral, et peuvent être fixés, de préférence
en même temps, dans le cuir ou la peau tannée, via des groupes acides.
11. Forme de réalisation selon les revendications 1 à 10, caractérisée en ce que les oligomères
gras d'UR après leur introduction dans le cuir et/ou dans la peau à apprêter y sont
fixés par un traitement postérieur, en particulier avec des tanins minéraux.